Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Innovation Scouting: Startups in Afrika

Letztes Update: 8. Januar 2026

Afrikas Tech-Szene verfügt über eine beispiellose Innovationskraft: Die Silicon Savannah genießt wegen ihrer Pionierleistungen bei Mobile-Money-Lösungen längst Weltruhm. Doch auch andere Länder und Sektoren haben disruptives Potenzial.

Startups in Nairobi, Lagos, Kairo oder Kapstadt rücken immer stärker ins Blickfeld internationaler Investor*innen. Bis ins Jahr 2022 eilten die Investments von einem Rekordwert zum nächsten. Nach einem Einbruch in den Jahren 2023 und 2024 geht es nun wieder aufwärts.

Dieser Beitrag beantwortet folgende Fragen:

  • Wie hoch sind die Investitionen, die in afrikanische Startups seit 2015 getätigt wurden?
  • In welchen afrikanischen Ländern wurde am meisten investiert?
  • Welche Sektoren und Branchen waren besonders gefragt?
  • Welche afrikanischen Startups sind als Unicorns bewertet?
  • Wie viele Coworking Spaces gibt es in Afrika?

Das Innovation Scouting von afrika.info sorgt dafür, dass Sie die entscheidenden technologischen Entwicklungen in den hochdynamischen Startup-Ökosystemen Afrikas frühzeitig mitbekommen.

Einen Beitrag über unsere Arbeit können Sie im österreichischen Startup-Magazin Trending Topics lesen.

Ausschnitt aus einem Beitag von Trending Topics: Afrika-Startups erwarten trotz Corona Rekordjahr

Deutlicher Aufwärtstrend im Jahr 2025

Seit dem Beginn unserer Erhebungen hat sich die Investitionssumme in afrikanische Startups von 186 Mio. US-Dollar im Jahr 2015 auf 4,85 Mrd. US-Dollar im Jahr 2022 um den Faktor 26 vervielfacht.

2023 wurde der starke Aufwärtstrend jäh unterbrochen – der Abwärtstrend hielt auch 2024 an.

Im Jahr 2025 wurden wieder deutlich mehr Investitionen getätigt – 3,83 Mrd. US-Dollar markierten den drittbesten Jahreswert seit Beginn unserer Aufzeichnungen.

Insgesamt wurden seit dem Jahr 2015 damit 22,87 Mrd. US-Dollar in afrikanische Startups investiert. Die durchschnittliche Investionssumme lag bei rund sechs Mio. US-Dollar.

Investitionen in afrikanische Startups 2015-2025 (US-Dollar)

Anmerkung: Die Zahlen von 2015 bis 2018 stammen von Disrupt Africa, die Zahlen ab 2019 aus Africa: The Big Deal – Startup Deals Database.


Die „Big Four“

80,6 Prozent aller Investitionen seit 2019 wurden in vier Ländern getätigt. Nigeria, Kenia, Südafrika und Ägypten werden deshalb auch als „The Big Four“ bezeichnet.

Im Jahr 2025 hatte Südafrika mit 1,122 Mrd. US-Dollar deutlich die Nase voran, dahinter folgten Kenia (986,3 Mio. US-Dollar), Ägypten (637,2 Mio US-Dollar) und Nigeria (342,8 Mio. US-Dollar).

Im Betrachtungszeitraum der letzten sieben Jahre konnte Nigeria seine Position auf Platz 1 verteidigen. Im westafrikanischen Land wurden seit 2019 mehr als fünf Milliarden US-Dollar investiert.

Investitionen 2019-2025 nach Ländern (US-Dollar)


Sektoren

Fintech verzeichnet den Löwenanteil bei Investitionen in afrikanische Startups – im Betrachtungszeitraum von 2019 bis 2025 betrug der Investitionsanteil 46,5 Prozent.

2024 lag der Anteil des Fintech-Sektors bei 48 Prozent. Auf den Rängen zwei und drei folgten 2023 Startups aus den Bereichen Energy & Water (22 %) und Logistics & Transport (8 %).

Investitionen nach Sektoren 2025 (US-Dollar)


Unicorns in Afrika

Als Unicorns werden Startup-Unternehmen bezeichnet, die über eine Bewertung von 1 Mrd. US-Dollar oder mehr verfügen.

Das erste Unternehmen in Afrika, das diesen Status errang, war die Africa Internet Group (heute Jumia Group) im Jahr 2016. Lesen Sie dazu unseren Beitrag: Das Einhorn von Yaba.

Heute gibt es zehn afrikanische Startups, die als Unicorns bezeichnet werden. Auf anderen Listen ist die Zahl mitunter höher. Für uns ist ausschlaggebend, dass das Startup in einem afrikanischen Land gegründet wurde.

Afrikanische Unicorns 2016-2025

NummerUnternehmenGründungslandJahr
1Jumia GroupNigeria2016
2InterswitchNigeria2019
3FawryÄgypten2020
4OPayNigeria2021
5Wave Mobile MoneySenegal2021
6FlutterwaveNigeria2021
7AndelaNigeria2021
8MNT-HalanÄgypten2023
9MoniepointNigeria2024
10Tyme GroupSüdafrika2024
afrika.info, Stand: 7. Januar 2026

Coworking Spaces in Afrika

Das Vermittlungsportal coworker.com listet 1.148 Coworking Spaces (2025: 1.165 / 2024: 1.304) in afrikanischen Ländern (Stand: 8. Januar 2026). Das bedeutet ein Minus von 156 Coworking Spaces seit 2024.

Die meisten afrikanischen Coworking Spaces sind wiederum in jenen Ländern zu finden, in denen auch am stärksten in Startups investiert wurde. In den „Big Four“ – Nigeria, Kenia, Südafrika und Ägypten – sind rund 62 Prozent aller Coworking Spaces in Afrika beheimatet.

Coworking Spaces in afrikanischen Ländern


Fotos: Shutterstock.com, Canva