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	<title>Ruanda Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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	<title>Ruanda Archive | afrika.info</title>
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		<title>Africa Now! Afrikanische Stimmen auf Ö1</title>
		<link>https://afrika.info/africa-now/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2026 09:30:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit dem Programmschwerpunkt „Africa Now!“ rückt Ö1 ab Ende Oktober die Vielfalt afrikanischer Gesellschaften in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Radio Afrika International setzt der Sender dabei auf Journalist*innen aus afrikanischen Ländern, die ihre Perspektiven einbringen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/africa-now/">Africa Now! Afrikanische Stimmen auf Ö1</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit dem Programmschwerpunkt „Africa Now!“ rückt Ö1 ab Ende Oktober die Vielfalt afrikanischer Gesellschaften in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Radio Afrika International setzt der Sender dabei auf Journalist*innen aus afrikanischen Ländern, die ihre Perspektiven einbringen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 29. Oktober 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberndorf bei Salzburg (afr) – Wer über afrikanische Länder berichtet, entscheidet auch darüber, welche Geschichten erzählt werden und wer dabei zu Wort kommt. In der <a href="https://afrika.info/leistungen/vortraege-und-keynotes/afrika-berichterstattung-vortrag/" data-type="page" data-id="7087">Afrika-Berichterstattung</a> dominieren häufig Konflikte, politische Krisen und humanitäre Katastrophen. Wirtschaftliche Innovationen, kulturelle Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen erhalten dagegen oft weniger Aufmerksamkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Radiosender Ö1 will diesen Blick mit seinem Programmschwerpunkt <a href="https://oe1.orf.at/africanow" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Africa Now!“</a> erweitern. Ab 30. Oktober stehen zahlreiche Sendungen im Zeichen afrikanischer Lebenswelten, Ideen und Zukunftsperspektiven. Das Programm entsteht in Zusammenarbeit mit <a href="https://radioafrika.net/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Radio Afrika International</a>, das sein journalistisches Netzwerk auf dem Kontinent einbringt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bemerkenswert ist dabei nicht nur die thematische Vielfalt, sondern vor allem der Zugang: Afrikanische Journalist*innen aus rund 20 Ländern berichten über Entwicklungen und Fragen, die ihre Gesellschaften beschäftigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Medienprofis aus Afrika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Damit greift „Africa Now!“ eine grundlegende Frage der internationalen Berichterstattung auf: Wer bestimmt, welche Themen wichtig sind, und wessen Perspektiven prägen das öffentliche Bild?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn ein differenziertes Verständnis afrikanischer Gesellschaften entsteht nicht allein dadurch, dass Medien häufiger über wirtschaftliche Erfolge oder kulturelle Leistungen berichten. Entscheidend ist ebenso, afrikanische Fachleute, Journalist*innen, Künstler*innen und gesellschaftliche Initiativen als eigenständige Stimmen wahrzunehmen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ansatz von „Africa Now!“ entspricht einem journalistischen Grundgedanken, den auch afrika.info seit seiner Gründung verfolgt: Afrikanische Gesellschaften sollen nicht auf Krisen und Defizite reduziert werden. Ihre unterschiedlichen Erfahrungen, Interessen und Entwicklungen verdienen eine eigenständige und differenzierte Darstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür ist die Zusammenarbeit mit afrikanischen Journalist*innen dringend notwendig. Sie sind näher am Geschehen dran und haben einen anderen Blickwinkel auf die Ereignisse in ihren Ländern.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ö1 stellt elf dieser Medienprofis auf seiner Website vor:</h3>



<ul class="wp-block-list liste-mit-abstand">
<li><strong>Miriam Angil aus Kenia</strong> ist Journalistin, Moderatorin und TV-Produzentin. Mit ihrer eigenen Produktionsplattform <a href="https://sajenproductions.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sajen Productions</a> möchte sie insbesondere Geschichten und Perspektiven sichtbar machen, die in der etablierten Berichterstattung wenig Beachtung finden.</li>



<li><strong>Alhassan Bala aus Nigeria</strong> beschäftigt sich unter anderem mit Desinformation und Medienkompetenz. Er gründete die Hausa-sprachige Faktencheck-Plattform <a href="https://alkalanci.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alkalanci</a>, die Falschinformationen und Propaganda in Nordnigeria und der Sahelzone untersucht.</li>



<li><strong>Patrick Wasso aus Burundi</strong> berichtet seit vielen Jahren über Politik, gesellschaftliche Entwicklungen und grenzüberschreitenden Handel in der Region der Großen Seen. Er ist freier Jouranlist für <a href="https://www.bbc.com/gahuza" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BBC Gahuza</a> und arbeitet unter anderem für Associated Press, France 24 und Radio France Internationale.</li>



<li><strong>Albert Oppong-Ansah aus Ghana</strong> ist auf Wissenschafts- und Umweltjournalismus spezialisiert. Seine Themen reichen vom Klimawandel über Luftverschmutzung bis zu erneuerbaren Energien. Dabei geht es ihm auch darum, politische Verantwortung sichtbar zu machen und gesellschaftliche Lösungsansätze aufzuzeigen.</li>



<li><strong>Eyasu Zekarias aus Äthiopien</strong> beschäftigt sich mit Wirtschafts- und Finanzthemen sowie Umweltpolitik. Als Journalist und Faktenchecker berichtet er über Entwicklungen in Äthiopien und den Nachbarländern.</li>



<li><strong>Henri Joël Abissi aus Benin</strong> arbeitet als Radioreporter und Videograf für den Fernsehsender <a href="https://www.youtube.com/channel/UCV2YGpOhPxNGSSw5KZ-F5wQ" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Canal 1 Culture</a>. Er widmet sich besonders dem kulturellen Erbe seines Landes, der ländlichen Entwicklung und lokalen Initiativen.</li>



<li><strong>Herminio José aus Mosambik</strong> lebt in Maputo und glaubt an Journalismus im Dienst der Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt seiner journalistischen Arbeit steht die Frage, wie sich politische Entscheidungen konkret auf den Alltag der Menschen auswirken.</li>



<li><strong>Jean Leonard Karuranga aus Ruanda</strong> arbeitet als Journalist, Medienproduzent und Videograf in Kigali. Darüber hinaus ist er als Videodokumentarist für das <a href="https://www.irdp.rw/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Institute of Research and Dialogue for Peace</a> (IRDP) in Kigali tätig.</li>



<li><strong>Augustin Wamenya aus der DR Kongo</strong> berichtet aus Goma in der Provinz Nord-Kivu. Seine journalistischen Schwerpunkte sind die Konflikte in der Region der Großen Seen, Umweltfragen und Sport.</li>



<li><strong>Ignatius Bahizi aus Uganda</strong> verfügt über langjährige Erfahrung im Radiojournalismus. Er beschäftigt sich insbesondere mit internationalen Beziehungen sowie politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Ostafrika.</li>



<li><strong>Venuste Alexandre Nshimiyimana</strong>, geboren in <strong>Ruanda</strong>, ist Journalist und Medienunternehmer in Belgien. Er arbeitete mehr als zwei Jahrzehnte für den BBC World Service und mehrere Jahre für Voice of America. Sein besonderes Anliegen ist es, jenseits der täglichen Schlagzeilen die unterschiedlichen gesellschaftlichen Realitäten afrikanischer Länder sichtbar zu machen.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Afrikanische Perspektiven in vielen Facetten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie vielfältig diese Perspektiven sein können, zeigt das Programm. Den Auftakt bildet am 30. Oktober die Ö1-Sendung „Im Gespräch“ mit dem Wasser- und Energieexperten Paul Yillia. Er berichtet über seine Rückkehr nach Sierra Leone und seine Arbeit mit der Organisation TENN, die sich unter anderem mit Solarenergie, Trinkwasser und Stromversorgung beschäftigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im „Radiokolleg“ stehen vom 2. bis 5. November lokale Initiativen im Mittelpunkt, die wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen aufgreifen, Geschlechtergerechtigkeit fördern und neue Handlungsmöglichkeiten schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Sendungen beschäftigen sich mit der Kulturszene in Senegal, der Gnawa-Musik aus Marokko oder zeitgenössischen afrikanischen Komponistinnen. Das Technologiemagazin „matrix“ untersucht am 6. November am Beispiel Ugandas die Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen und die Frage, wer Zugang zu sensiblen Daten der Bürgerinnen erhält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schwerpunkt beschränkt sich damit nicht auf Erfolgsgeschichten. Auch politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Konflikte bleiben Teil der Berichterstattung. Sie werden jedoch um Perspektiven ergänzt, die im europäischen Medienalltag häufig zu kurz kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich wird dieser Ansatz in der Ö1-Reihe „Gedanken für den Tag“. Vom 2. bis 7. November kommen Menschen aus verschiedenen afrikanischen Ländern zu Wort und sprechen über ihren Alltag, ihre Hoffnungen und ihre Vorstellungen von gesellschaftlicher Veränderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit der Rolle der Medien in Mali und der Stellung von Journalistinnen in Burkina Faso, Niger und Mali. Weitere Themen sind Frauen in Wissenschaft und Entwicklung, religiöse und kulturelle Lebenswelten sowie politische und wirtschaftliche Veränderungen in der Demokratischen Republik Kongo. (Ende)</p>



<p class="afrika-hinweis wp-block-paragraph">Zum Programmschwerpunkt <a href="https://oe1.orf.at/africanow" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Africa Now!&#8220;</a> auf Ö1</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Shutterstock.com</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/africa-now/">Africa Now! Afrikanische Stimmen auf Ö1</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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		<title>Technologie gegen den Hunger</title>
		<link>https://afrika.info/technologie-gegen-hunger-afrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2026 10:34:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mali]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von klimaresistentem Saatgut bis zu digitaler Beratung: Viele Lösungen für Afrikas Landwirtschaft gibt es bereits. Doch sie erreichen bislang zu wenige Betriebe. Debisi Araba erklärt, was ihrem breiten Einsatz im Weg steht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/technologie-gegen-hunger-afrika/">Technologie gegen den Hunger</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Von klimaresistentem Saatgut bis zu digitaler Beratung: Viele Lösungen für Afrikas Landwirtschaft gibt es bereits. Doch sie erreichen bislang zu wenige Betriebe. Debisi Araba erklärt, was ihrem breiten Einsatz im Weg steht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Debisi Araba* | 7. Oktober 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kigali (IPS/afr) – Afrika entwickelt sich zum weltweit am schnellsten wachsenden Technologiemarkt. Sein Innovationssektor zieht zunehmend internationale Investitionen an. Die jüngste <a href="https://www.eib.org/en/press/all/2026-095-eib-commits-eur40-million-to-speedinvest-to-empower-africa-s-next-tech-champions-and-deepen-europe-african-innovation-ties" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zusage der Europäischen Investitionsbank über 40 Millionen Euro</a> für diesen Bereich unterstreicht das wachsende Vertrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der technologische Aufschwung hat einige der hartnäckigsten Probleme des Kontinents bislang jedoch nicht gelöst: Hunger, Ernährungsunsicherheit und Armut. Die landwirtschaftliche Produktivität hängt nach wie vor stärker von der Ausweitung der Anbauflächen als von Innovationen und Effizienzsteigerungen ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kürzlich zu Ende gegangene <a href="https://afs-forum.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Food Systems Forum</a> in Kigali befasste sich mit Investitionen in Afrikas Agrar- und Ernährungssysteme. Im Mittelpunkt standen politische Maßnahmen, die Investitionen anziehen, die Produktivität steigern, die Widerstandsfähigkeit gegenüber komplexen Krisen stärken und die Lebengrundlagen verbessern sollen. Auch bei der neunten <a href="https://aasw.faraafrica.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Agriculture Science Week</a> in Abuja wurde eine Botschaft deutlich: Afrika muss wesentlich stärker in landwirtschaftliche Innovationssysteme und -kapazitäten investieren.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wachsende Nachfrage nach Lebensmitteln</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bis 2050 dürfte die Bevölkerung des Kontinents auf knapp 2,5 Milliarden Menschen anwachsen. Damit würde etwa ein Viertel der Weltbevölkerung in Afrika leben. Die rasche Urbanisierung und veränderte Ernährungsgewohnheiten lassen die Nachfrage nach Lebensmitteln steigen und eröffnen erhebliche Marktchancen. Klimaschocks und ein nur langsames Produktivitätswachstum bremsen jedoch die Fortschritte bei der Ernährungssicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Produktivitätsrückstand liegt nicht an einem Mangel an vielversprechenden Technologien. Vielmehr werden vorhandene Technologien zu selten eingesetzt und ergänzende Investitionen bleiben aus. Dazu belasten hohe Transaktionskosten sowohl landwirtschaftliche Betriebe als auch Märkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um den Fortschritt bei der Bekämpfung von Hunger und Armut in Afrika zu beschleunigen, bedarf es daher eines koordinierten Bündels technischer, institutioneller und soziopolitischer Innovationen. Diese müssen nicht nur die Erträge steigern, sondern auch die Systeme stärken, die Produktivitätsgewinne nachhaltig sichern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Politische Grundlagen für den technologischen Wandel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika verfügt bereits über tragfähige politische Rahmenwerke, die einen technologisch gestützten Wandel fördern sollen. Die <a href="https://au.int/en/agenda2063/overview" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Agenda 2063</a>, der langfristige Entwicklungsplan des Kontinents für eine nachhaltige und inklusive wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung, räumt Technologie eine zentrale Rolle ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die <a href="https://au.int/en/documents/20200518/digital-transformation-strategy-africa-2020-2030" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Digitale Transformationsstrategie für Afrika</a> legt einen kontinentalen Rahmen fest. Digitale Technologien sollen zu inklusivem Wachstum beitragen, Arbeitsplätze schaffen, Armut verringern und die digitale Kluft verkleinern. Zugleich soll Afrika die Eigenverantwortung über seine digitale Zukunft behalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit der kürzlich verabschiedeten <a href="https://au.int/en/documents/20250109/kampala-caadp-declaration-building-resilient-and-sustainable-agrifood-systems" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kampala-Erklärung</a> bilden diese Rahmenwerke eine wichtige Grundlage, um den technologischen Fortschritt zu beschleunigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie kann Afrika nun den technologischen Sprung schaffen? Die Antwort liegt nicht in immer neuen Pilotprojekten. Vorhandene Technologien müssen systematisch verbreitet und in größerem Maßstab eingesetzt werden. Dafür braucht es abgestimmtes Handeln über Institutionen und Sektoren hinweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste technologische Entwicklungsstufe beruht somit nicht auf einem einzelnen Durchbruch. Entscheidend ist das Zusammenspiel biologischer, digitaler, technischer, ökologischer und institutioneller Innovationen – unterstützt durch politische und wirtschaftliche Bedingungen, die Skarlierbarkeit, gerechten Zugang und Widerstandsfähigkeit ermöglichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Technologien für Afrikas Agarwandel breit einsetzen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bausteine für diesen Wandel sind auf dem Kontinent bereits zu sehen. Klimaresistentes Saatgut, präzise Bewässerung, KI-gestützte Beratungsplattformen und digitale Marktplätze kommen schon heute zum Einsatz. Viele der Werkzeuge, die Produktivität und Ernährungssicherheit stärken können, sind also vorhanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Mali und Senegal verbessern KI-gestützte Geodatenanalysen beispielsweise die Vorhersage von Ernteerträgen. Das hilft landwirtschaftlichen Betrieben, vorausschauender zu planen. Digitale Beratungsplattformen in Kenia unterstützen Entscheidungen und erleichtern den Marktzugang. So können Betriebe ihre Produktivität steigern und ihre Erzeugnisse besser verkaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Fortschritte bei genetisch veränderten Nutzpflanzen, etwa trockenheitstoleranten und schädlingsresistenten Sorten, können Ertragslücken verkleinern und die Widerstandsfähigkeit stärken. In Nigeria zeigen verbesserte Mais- und Augenbohnensorten bereits messbare Produktivitätsgewinne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herausforderung besteht darin, Maßnahmen aufeinander abzustimmen und auszuweiten. Darauf weist auch der Report <a href="https://www.resakss.org/sites/default/files/ATOR_2025_Full%20Report.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">“Moving the Technology Frontiers in African Agrifood Systems”</a> der panafrikanischen Forschungsorganisation AKADEMIYA2063 hin. Der Bericht fordert gezielte Eingriffe im gesamten Agrar- und Ernährungssystem, damit bestehende und neue Technologien häufiger und wirksamer genutzt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Afrikas Weg zur technologischen Führungsrolle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika verfügt über immer mehr Technologien und Lösungen, die einander ergänzen. Damit aus diesem Potenzial Fortschritte im gesamten Agrar- und Ernährungssystem werden, muss der Kontinent Maßnahmen in fünf Bereichen koordinieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erstens: in Innovationssysteme investieren.</strong> Zukunftstechnologien lassen sich ohne leistungsfähige wissenschaftliche Einrichtungen, verlässliche Finanzierung in Forschung und Entwicklung sowie kohärente Regulierungssysteme nicht breit einsetzen. Die Skalierung neuer Technologien erfordert langfristige öffentliche Investitionen und regionale Zusammenarbeit, nicht punktuelle Pilotprojekte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zweitens: Technologien strukturiert und inklusiv verbreiten.</strong> Diese setzen sich besonders gut durch, wenn sie über vertrauenswürdige Netzwerke zugänglich werden. Digital vernetzte Erzeugerorganisationen, eine gestärkte landwirtschaftliche Beratung sowie Dienstleistungsmodelle für Maschinen und Bewässerung können die Nachfrage bündeln und Zugangskosten senken. Sie können auch sicherstellen, dass benachteiligte Gruppen und kleinbäuerliche Betriebe nicht von den Vorteilen der Innovation ausgeschlossen werden</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Drittens: digitale Infrastruktur und Klimadaten ausbauen.</strong> Präzisionslandwirtschaft, digitale Zwillinge und KI-gestützte Prognosen benötigen verlässliche Geodaten, Wettermessnetze, miteinander kompatible Datenstandards und Internetverbindungen in ländlichen Gebieten. Öffentliche digitale Infrastruktur wird für die Landwirtschaft ebenso wichtig wie Straßen und Bewässerungskanäle.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Viertens: Klimaanpassung zum festen Bestandteil technologischer Strategien machen.</strong> Dürreresistente Nutzpflanzen, solarbetriebene Bewässerung, wassersparende Produktionssysteme, emissionsarme Tierhaltung und Innovationen für eine kreislauforientierte Bioökonomie sind keine bloßen Ergänzungen. Sie sind Voraussetzungen für widerstandsfähiges Wachstum auf einem Kontinent, der besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fünftens: Regierungsführung und Rechenschaftspflicht müssen mit dem Innovationstempo Schritt halten.</strong> Für den Umbau der afrikanischen Agrar- und Ernährungssysteme werden bis 2030 schätzungsweise jährlich <a href="https://www.mamopanel.org/news/press-release/2025/aug/7/new-report-outlines-innovative-finance-strategies-/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">77 Milliarden US-Dollar</a> benötigt. Koordinierte öffentlich-private Partnerschaften, harmonisierte Regulierungsrahmen und transparente Kontrollsysteme werden entscheidend sein, um privates Kapital zu mobilisieren, die Produktivität zu steigern, Innovationen auszuweiten und Reformen nachhaltig zu gestalten. Die landwirtschaftlichen Betriebe müssen dabei im Mittelpunkt stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seinen riesigen Ackerflächen, jungen Arbeitskräften und wachsenden digitalen Kompetenzen ist Afrika in einer einzigartigen Position, um klimafreundliche und ressourcenschonende Modelle der Landwirtschaft zu entwickeln. Für den Wandel seiner Ernährungssysteme braucht der Kontinent keine neue Welle bahnbrechender Erfindungen. Er braucht den entschlossenen Übergang von vereinzelten Anwendungen zu einer Modernisierung des gesamten Systems. Die Aufgabe besteht nicht mehr darin, nur am Rand Neues auszuprobieren, sondern das System im großen Maßstab neu zu gestalten. (Ende)</p>



<p class="afrika-ubuntu-werte wp-block-paragraph"><strong>Dr. Debisi Araba</strong> ist Experte für Politik, Innovation und Strategie. Seit September 2025 leitet er als Geschäftsführer die panfafrikanische Forschungsorganisation <a href="https://akademiya2063.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">AKADEMIYA2063</a> in Kigali. Zuvor war er als Senior Consultant bei der Afrikanischen Entwicklungsbank tätig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Shutterstock.com</p>
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		<title>Trumps Frieden und die Realität</title>
		<link>https://afrika.info/trumps-frieden-und-die-realitaet-im-kongo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2026 07:03:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Clementine de Montjoye]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Philippe Bolopion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein neuer Bericht von Human Rights Watch offenbart die ernüchternde Realität nach den Friedensabkommen: Im Osten der Demokratischen Republik Kongo dauern Zwangsrekrutierungen und Misshandlungen durch die von Ruanda unterstützte M23-Miliz an.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/trumps-frieden-und-die-realitaet-im-kongo/">Trumps Frieden und die Realität</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein neuer Bericht von Human Rights Watch offenbart die ernüchternde Realität nach den Friedensabkommen: Im Osten der Demokratischen Republik Kongo dauern Zwangsrekrutierungen und Misshandlungen durch die von Ruanda unterstützte M23-Miliz an.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Philippe Bolopion und Clémentine de Montjoye* |&nbsp;23. Juni 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (IPS/afr) – Am 8. Februar 2026 trat M23-Chef Sultani Makenga vor über 7.500 frisch ausgebildeter Rekruten und stachelte sie auf: „Ihr seid nun Teil einer Armee, die sich erhoben hat, um das Land und sein Volk zu befreien.“ Das zeigt ein Propagandavideo der Rebellengruppe, das in sozialen Netzwerken kursiert.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Video vermittelt martialische Bilder: Die Rekruten im Ausbildungslager Tshanzu in der Provinz Nord-Kivu marschieren im Gleichschritt, zerschlagen Ziegelsteine mit bloßen Händen und springen durch brennende Reifen. Unsichtbar bleiben jedoch die Hinrichtungen, Misshandlungen und unmenschlichen Haftbedingungen, mit denen die M23-Miliz Loyalität und Gehorsam erzwingt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lager in Tshanzu und dem nahe gelegenen Rumangabo stehen exemplarisch für die Gewalt, mit der die von Ruanda unterstützte M23 ihre Kontrolle im Ostkongo ausbaut. Mit logistischer, materieller und militärischer Unterstützung Ruandas hat die Gruppe weite Teile der Region erobert. Menschenrechtsorganisationen werfen Ruanda vor, die M23 faktisch zu kontrollieren und damit Mitverantwortung für deren Übergriffe zu tragen.</p>



<h2 id="h-rohstoffe-im-fokus" class="wp-block-heading">Rohstoffe im Fokus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die M23 Anfang 2025 die Provinzhauptstädte Goma und Bukavu eingenommen hatte, schaltete sich US-Präsident Donald Trump ein, um die Friedensgespräche zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda wiederzubeleben. Mit seiner Initiative wollte Trump auch die US-Interessen im ressourcenreichen Ostkongo sichern. Die Region verfügt über enorme Vorkommen von Kobalt, Coltan, Lithium, Kupfer und weiteren strategisch wichtigen Mineralien für Batterien, Elektronik und Rüstungstechnologien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni und Dezember wurden entsprechende Abkommen unterzeichnet, die unter anderem den Abzug ruandischer Truppen vorsahen. Dennoch spielt Ruanda nach Angaben von Human Rights Watch weiterhin eine zentrale Rolle bei der Unterstützung der M23 und ihrer Rekrutierungsbemühungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während in Washington über Friedens-, Sicherheits- und Rohstoffabkommen verhandelt wurde, trieb die M23 Tausende kongolesische Soldaten und Zivilisten gewaltsam zusammen und brachte sie in Ausbildungslager. Viele wurden aus ihren Häusern, Kirchen, Schulen oder Krankenhäusern verschleppt, andere mit falschen Versprechungen angelockt oder auf offener Straße festgenommen.</p>



<h2 id="h-ein-system-der-gewalt" class="wp-block-heading">Ein System der Gewalt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für ihren <a href="https://www.hrw.org/report/2026/06/10/death-was-everywhere/arbitrary-detention-killings-and-forced-recruitment-by-the" target="_blank" rel="noreferrer noopener">neuen Bericht</a> befragte die NGO Human Rights Watch mehr als 100 ehemalige Gefangene, die aus den Lagern fliehen konnten oder sich kongolesischen Streitkräften ergaben. Ihre Aussagen zeichnen das Bild eines Systems aus Zwang, Gewalt und Angst. Neuankömmlinge mussten ein brutales Initiationsritual überstehen, das ihren Übergang ins Militärleben markieren sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist ein Test, wie viel Leid man ertragen kann“, berichtete ein 25-jähriger Bauarbeiter, der im März 2025 in Goma gefangen genommen wurde. „Wir waren 200, zehn von uns starben. Zwei wurden erschossen, die anderen zu Tode gepeitscht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehemalige Gefangene schildern regelmäßige Schläge und Tötungen selbst für geringfügige Verstöße. Viele mussten aus Pfützen trinken oder Regenwasser von Blättern lecken. Andere starben an Hunger, Dehydrierung oder Erschöpfung. Nach ihren Angaben könnten im Jahr 2025 Hunderte Menschen in den Lagern ums Leben gekommen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Kinder waren betroffen. Jungen wurden zur militärischen Ausbildung gezwungen und mussten Straßen bauen, Holz schlagen, schwere Lasten tragen oder Wasser transportieren. Einige wurden als Wachposten eingesetzt und dazu angehalten, andere Gefangene zu misshandeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben ehemaliger Rekruten dienten die Lager nicht nur der militärischen Ausbildung, sondern auch der politischen Indoktrination. Sie mussten Lieder singen und die Führung der Demokratischen Republik Kongo kritisieren. Ruandische Soldaten sollen die Lager abgesichert und auf Flüchtende geschossen haben.</p>



<h2 id="h-ohne-rechenschaft-kein-frieden" class="wp-block-heading">Ohne Rechenschaft kein Frieden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Berichte deuten darauf hin, dass die M23 ihre Kontrolle über weite Teile des Ostkongo langfristig festigen will. Trotz Friedensabkommen und eines teilweisen Rückzugs aus einigen Gebieten gibt es bislang keine Anzeichen für ein Ende des Konflikts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die USA haben bereits Sanktionen gegen Angehörige der ruandischen Streitkräfte und mehrere hochrangige Kommandeure verhängt. Human Rights Watch fordert weitere Maßnahmen durch die Europäische Union und das Vereinigte Königreich sowie eine stärkere politische und rechtliche Rechenschaftspflicht für die Verantwortlichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Schwäche der bisherigen Friedensabkommen bleibt das Fehlen von Mechanismen zur Aufarbeitung vergangener Verbrechen. Solange Verantwortliche wie Sultani Makenga für schwere Menschenrechtsverletzungen nicht zur Rechenschaft gezogen werden, droht die Straflosigkeit weitere Missbräuche zu begünstigen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph">*Philippe Bolopion ist Geschäftsführer und Clémentine de Montjoye ist leitende Forscherin bei Human Rights Watch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein M23-Kämpfer nach Einnahme der Stadt Goma am 28. Jänner 2025 (Foto: Sam Ngenda, <a href="http://shutterstock.com">Shutterstock.com</a>)</p>
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		<title>Spitzentechnologien treiben Afrikas Wandel</title>
		<link>https://afrika.info/spitzentechnologien-treiben-afrikas-wandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 09:14:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
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		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In seinem Gastkommentar zeigt Claver Gatete, Exekutivsekretär der United Nations Economic Commission for Africa, warum ein Übergang zu innovationsgetriebenem Wachstum unerlässlich ist, um zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Claver Gatete | 21. April 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-style:normal;font-weight:700">Afrikas Wirtschaft ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten gewachsen – doch der tiefgreifende Strukturwandel ist bislang ausgeblieben. Angesichts globaler Umbrüche und technologischer Dynamiken steht der Kontinent nun vor einer entscheidenden Weichenstellung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-style:normal;font-weight:700">In seinem Gastkommentar zeigt <a href="https://www.uneca.org/executive-secretary" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Claver Gatete</a>, Exekutivsekretär der United Nations Economic Commission for Africa, warum ein Übergang zu innovationsgetriebenem Wachstum unerlässlich ist, um zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5575" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Claver Gatete, Exekutivsekretär der United Nations Economic Commission for Africa (Bild: Busani Bafana/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Addis Abeba, 20. April (AR/IPS/afr) – Afrikas Wachstumsgeschichte der letzten zwei Jahrzehnte ist real, aber noch nicht transformativ.&nbsp; Auf dem gesamten Kontinent ist das BIP eher aufgrund einer höheren Zahl an Arbeitskräften, mehr Kapital und eines Rohstoff-Superzyklus gestiegen als durch echte Produktivitäts- und Innovationsgewinne. Zu wenige Arbeitskräfte sind aus der Subsistenzlandwirtschaft in produktivere Bereiche der verarbeitenden Industrie und moderne Dienstleistungen gewechselt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das jüngste Africa Business Forum in Addis Abeba (16. bis 17. Februar 2026, Anm.) zu Ende ging, kristallisierte sich eine klare Botschaft heraus: Wenn Afrika in den kommenden zehn Jahren die Millionen hochwertiger Arbeitsplätze schaffen will, die seine jungen Menschen benötigen, muss es sich entschlossen von einem inputgetriebenen Wachstum abwenden und auf ein innovationsgetriebenes Wachstum setzen, das von Daten und Spitzentechnologien angetrieben wird.</p>



<h2 id="h-notwendiger-kurswechsel" class="wp-block-heading">Notwendiger Kurswechsel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unser <a href="https://www.uneca.org/stories/africa%E2%80%99s-economic-outlook-to-remain-solid-in-2026-despite-trade-uncertainty%2C-says-un-report" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wirtschaftsbericht für Afrika 2026</a> erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierungen erkennen, dass dieser Kurswechsel nicht mehr optional ist. Er ist der einzige glaubwürdige Weg zu einer widerstandsfähigen, inklusiven und nachhaltigen Entwicklung inmitten von Klimaschocks, verschärften Finanzierungsbedingungen, geopolitischen Herausforderungen und raschem technologischen Wandel.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zukunftstechnologien – von künstlicher Intelligenz und fortschrittlicher Datenanalyse bis hin zum Internet der Dinge, Robotik und Lösungen für saubere Energie – gestalten bereits jetzt die Wertschöpfungsketten in Landwirtschaft, verarbeitendem Gewerbe, Dienstleistungssektor und öffentlicher Verwaltung neu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage für afrikanische Entscheidungsträger und Branchenführer lautet nicht, ob diese Technologien den Arbeitsmarkt verändern werden, sondern ob der Kontinent diese Transformation selbst gestalten oder sich lediglich nach den Vorgaben anderer daran anpassen wird.</p>



<h2 id="h-qualifikationen-fur-die-zukunft" class="wp-block-heading">Qualifikationen für die Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorbereitung auf die Berufe der Zukunft beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme der Herausforderungen in puncto Qualifikation. Heute erreicht nur ein kleiner Teil der afrikanischen Kinder im Alter von zehn Jahren die Mindestanforderungen an Lesekompetenz; die Einschulungsquote in der technischen und beruflichen Bildung ist nach wie vor niedrig; und die Zahl der Studierenden an Hochschulen liegt weit hinter dem globalen Durchschnitt zurück. Dies ist ein Rezept für den Ausschluss aus einer technologieintensiven Weltwirtschaft.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Länder benötigen umfassende nationale Qualifikationsvereinbarungen, die grundlegendes Lernen, MINT-Bildung und digitale Kompetenz in den Mittelpunkt der Wirtschaftsstrategie stellen und nicht nur als Zusatz betrachten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet Lehrplanreformen, die Problemlösung, Programmieren, Datenkompetenz und Kreativität in den Vordergrund stellen; eine groß angelegte Fortbildung der Lehrkräfte; sowie starke Partnerschaften zwischen Universitäten, Berufsbildungseinrichtungen und der Industrie, um sicherzustellen, dass die Ausbildung auf die tatsächliche Nachfrage des Arbeitsmarktes abgestimmt ist.</p>



<h2 id="h-erfolgsbeispiele-in-afrikanischen-landern" class="wp-block-heading">Erfolgsbeispiele in afrikanischen Ländern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erfreulicherweise bewegen sich einige Länder bereits in diese Richtung.&nbsp; So schafft beispielsweise Kenias Ökosystem für digitale Innovation – von Mobile Money über plattformbasierte Logistik bis hin zum E-Commerce – neue Berufe in den Bereichen Fintech, digitales Marketing, Datendienste und Plattformmanagement, die vor einem Jahrzehnt kaum existierten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruanda hat sich als afrikanischer Teststandort für neue Technologien positioniert und investiert massiv in Breitband, digitale öffentliche Dienste und Programmierschulen, um Arbeitskräfte auszubilden, die für datengesteuerte und KI-gestützte Tätigkeiten bereit sind.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Ägypten, Marokko und Südafrika entstehen durch Wertschöpfungsketten in den Bereichen Automobilindustrie und erneuerbare Energien neue Aufgaben in der fortschrittlichen Fertigung, der Batterietechnologie sowie der Solar- und Windtechnik.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tanger, die Stadt, in der im vergangenen Monat die <a href="https://www.uneca.org/eca-events/cfm2026">UNECA-Konferenz der Minister für Finanzen und wirtschaftliche Entwicklung</a> stattfand, verfügt über einen Hafen für Spitzentechnologien auf Weltklasse-Niveau, der es mit vielen Industrieländern aufnehmen kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Beispiele zeigen, dass Länder, wenn sie Bildung, Industriepolitik und digitale Strategie aufeinander abstimmen, beginnen können, ihre Arbeitsmärkte auf die Industrien der Zukunft auszurichten.</p>



<h2 id="h-umdenken-erforderlich" class="wp-block-heading">Umdenken erforderlich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Qualifikationen allein reichen nicht aus, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Arbeitnehmer brauchen produktive Unternehmen, die sie einstellen, und Unternehmen benötigen ein förderliches Umfeld, um innovativ sein zu können. Aus diesem Grund betont der Bericht die Bedeutung einer Industrie- und Innovationspolitik, die Spitzentechnologien gezielt in die produktiven Sektoren Afrikas integriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Landwirtschaft beispielsweise werden die Arbeitsplätze der Zukunft in den Bereichen klimafreundliche Landwirtschaft, Agrardaten-Dienstleistungen, präzise Verteilung von Betriebsmitteln und digitale Beratung liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um dieses Potenzial auszuschöpfen, sind Investitionen in Bewässerung, Breitbandnetze im ländlichen Raum, Datenplattformen sowie die Unterstützung von <a href="https://afrika.info/leistungen/innovation-scouting" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Startups</a> im Agrarsektor erforderlich, die Spitzentechnologie – von Sensoren über Satellitenbilder bis hin zu KI-basierten Beratungsdiensten – an die lokalen Gegebenheiten anpassen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im verarbeitenden Gewerbe können Regierungen Industrieparks und Sonderwirtschaftszonen nutzen, um Unternehmen anzuziehen, die Automatisierung, intelligente Logistik und fortschrittliche Werkstoffe einsetzen, und gleichzeitig Technologietransfer und die Entwicklung lokaler Zulieferer aushandeln, um qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen.</p>



<h2 id="h-datenwirtschaft-als-wachstumsmotor" class="wp-block-heading">Datenwirtschaft als Wachstumsmotor</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig muss Afrika Daten als strategischen Wirtschaftsfaktor betrachten und nicht als Nebensache. Daten bilden die Grundlage für Spitzentechnologien in allen Sektoren – doch ein Großteil der Daten des Kontinents wird im Ausland gespeichert und verarbeitet, sodass vor Ort nur ein begrenzter Wert generiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufbau einer Datenwirtschaft, die Arbeitsplätze schafft, bedeutet Investitionen in Rechenzentren, Cloud-Infrastruktur, Hochleistungsrechner und sichere Konnektivität sowie die Entwicklung klarer Regeln für Datenverwaltung, Datenschutz, grenzüberschreitende Datenströme und Wettbewerb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bedeutet auch, lokale Unternehmen zu unterstützen, die entlang der Datenwertschöpfungskette tätig sind – von der Erfassung und Kennzeichnung bis hin zu Analysen und KI-Dienstleistungen – und junge Menschen mit den Fähigkeiten auszustatten, die sie benötigen, um als Dateningenieure, Analysten, Ethiker und Produktmanager zu arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Afrika weiterhin Rohdaten exportiert und gleichzeitig hochwertige digitale Dienstleistungen importiert, wird es seine traditionelle Rohstofffalle lediglich in digitaler Form reproduzieren.</p>



<h2 id="h-finanzierung-von-innovation" class="wp-block-heading">Finanzierung von Innovation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das Finanzierungsmodell für Innovation und Arbeitsplätze muss sich ändern. Traditionelle Bankensysteme, die sich auf besicherte Kredite konzentrieren, sind für risikoreiche, von immateriellen Vermögenswerten getriebene Technologieunternehmen schlecht geeignet. Afrikanische Länder können beginnen, diese Lücke zu schließen, indem sie Blended-Finance-Fazilitäten, Innovationsanleihen, öffentliche Risikokapitalfonds und regionale Kreditlinien schaffen, die privates Kapital für Sektoren mit hoher Produktivität mobilisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das öffentliche Beschaffungswesen kann hier ein wirkungsvoller Hebel sein: Durch die Gestaltung innovationsfreundlicher Ausschreibungen und die Reservierung von Platz für lokale Digital- und Technologieanbieter können Regierungen eine vorhersehbare Nachfrage schaffen, die Startups und KMU dabei hilft, zu wachsen und Personal einzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Länder experimentieren bereits mit Sandboxen und Innovationswettbewerben in den Bereichen Fintech, E-Health und Govtech. Das zeigt, wie Politik neue, Arbeitsplätze schaffende Ökosysteme ankurbeln kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All dies ist nicht ohne Risiko.</p>



<h2 id="h-zahlreiche-herausforderungen" class="wp-block-heading">Zahlreiche Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zukunftstechnologien automatisieren bereits Routineaufgaben und gestalten Wertschöpfungsketten neu – auf eine Weise, die Arbeitsplätze verdrängen, soziale und geschlechtsspezifische Ungleichheiten vergrößern und die digitale Kluft vertiefen kann. Insgesamt werden Arbeitsplätze nicht verschwinden, aber sie werden sich wandeln – und einige werden wegfallen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorbereitung auf diesen Umbruch erfordert robuste Sozialschutzsysteme, aktive Arbeitsmarktpolitik und gezielte Unterstützung für Frauen und Jugendliche beim Zugang zu Ausbildung, Finanzierung und Technologie.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem muss den Themen Cybersicherheit, Datenschutz und Plattformregulierung ernsthafte Aufmerksamkeit gewidmet werden, um ausbeuterische Praktiken zu verhindern, Rechte zu schützen und das Vertrauen in digitale Systeme aufrechtzuerhalten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Regulierung zu weit hinter der Innovation zurückbleibt, wird der Arbeitsmarkt die Anpassungskosten durch Informalität, Unterbeschäftigung und soziale Spannungen auffangen.</p>



<h2 id="h-afrikas-potenziale-im-globalen-kontext" class="wp-block-heading">Afrikas Potenziale im globalen Kontext</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika startet diese Reise mit erheblichen Vorteilen.&nbsp;Der Kontinent verfügt über die jüngste Bevölkerung der Welt, riesige Vorkommen an kritischen Mineralien, die für saubere Energie und die Technologieproduktion unerlässlich sind, sowie über einige der besten Solarressourcen des Planeten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Vorzüge können neue Wellen grüner Industrialisierung – in den Bereichen Batterien, Elektromobilität, grüner Wasserstoff, saubere Energie und digitale Infrastruktur – untermauern und vielfältige, zukunftsorientierte Arbeitsplätze in den Bereichen Ingenieurwesen, Bauwesen, Instandhaltung, Daten und Dienstleistungen schaffen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch um dieses Potenzial in die Realität umzusetzen, müssen die Länder die Bequemlichkeit eines inputgetriebenen Wachstums hinter sich lassen und eine anspruchsvollere Agenda verfolgen: eine Agenda, die Kompetenzen, Innovationsökosysteme, Daten und Spitzentechnologien in den Mittelpunkt der Wirtschaftsstrategie stellt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der AfCFTA als unserem Marshall-Plan verfügen wir über die Regeln und die Plattform für eine kontinentale Skalierung, die zu gemeinsamem Wohlstand in Form von Arbeitsplätzen führt, die durch die Nutzung von Daten und Spitzentechnologien geschaffen werden.</p>



<h2 id="h-weichenstellung-fur-die-zukunft" class="wp-block-heading">Weichenstellung für die Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeitsplätze der Zukunft werden heute gestaltet – durch die Art und Weise, wie Afrika seine Kinder ausbildet, seine Daten reguliert, seine Innovatoren finanziert und seine Infrastruktur plant.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn afrikanische Länder entschlossen und zielgerichtet handeln, können sie einen Arbeitsmarkt gestalten, der produktiver, inklusiver und widerstandsfähiger ist als der, den sie geerbt haben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie zögern, läuft der Kontinent Gefahr, ein Konsument der Technologien anderer und ein Lieferant von billigen Arbeitskräften und Rohstoffen zu bleiben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich ist die eigentliche Frage einfach: Wird Afrika Spitzentechnologien nutzen, um das Wirtschaftswachstum und den Strukturwandel zu beschleunigen, oder am Rande der Branchen bleiben, die das 21. Jahrhundert prägen?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahl ist klar; das Zeitfenster ist eng; und die Zeit, Afrikas Arbeitskräfte auf die Spitzentechnologie-Wirtschaft vorzubereiten, ist jetzt. So können wir ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum auf dem Kontinent sicherstellen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Student*innen der neuen Shanahan University Onitsha (SUO) im Bundesstaat Anambra, Nigeria (Foto: Goallord-Creativity, Shutterstock.com)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Afrika-Filmtage 2025: Regisseurinnen im Fokus</title>
		<link>https://afrika.info/afrika-filmtage-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2025 10:24:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von 13. bis 15. Mai 2025 finden die 2. Afrika-Filmtage im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO statt. Mit Filmen wie <i>The Bride</i> von Myriam Birara und <i>Banel &#038; Adama</i> von Ramata-Toulaye Sy liegt der Schwerpunkt heuer auf dem Schaffen afrikanischer Regisseurinnen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 9. April 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg (afr). Von 13. bis 15. Mai 2025 finden die 2. Afrika-Filmtage im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO statt. Mit Filmen wie&nbsp;<em>The Bride</em>&nbsp;von Myriam Birara und&nbsp;<em>Banel &amp; Adama</em>&nbsp;von Ramata-Toulaye Sy liegt der Schwerpunkt heuer auf dem Schaffen afrikanischer Regisseurinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die afrikanische Filmindustrie erlebt derzeit einen bemerkenswerten Aufschwung. Allein in Nigerias Traumfabrik „Nollywood“ werden pro Jahr mehr als 2.500 Filme produziert. Laut dem UNESCO-Bericht <a href="file:///C:/Users/marti/Downloads/379165eng.pdf">The African Film Industry</a> hat die Branche das Potenzial, über 20 Millionen Arbeitsplätze auf dem Kontinent zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frauen spielen in der afrikanischen Filmindustrie bislang nur eine Nebenrolle – im kontinentalen Schnitt ist lediglich ein Fünftel aller in der Branche beschäftigten Personen weiblich. Allerdings gibt es starke regionale Unterschiede. In der Region Zentralafrika, die Länder wie z. B. Kamerun, Tschad oder DR Kongo umfasst, liegt der Frauenanteil bei unter 10 %. Deutlich besser hingegen ist die Situation in der Region Südliches Afrika mit Staaten wie Botswana, Namibia oder Südafrika. Dort beträgt der Anteil an weiblichen Beschäftigten in der Filmindustrie mehr als 30 %.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Afrikanische Regisseurinnen vor den Vorhang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 2. Afrika-Filmtage in Salzburg, die vom Afro-Asiatischen Institut, der Nachrichtenagentur afrika.info und DAS KINO organisiert werden, holen heuer afrikanische Filmemacherinnen vor den Vorhang. „Regisseurinnen aus afrikanischen Ländern stehen völlig zu Unrecht im Schatten ihrer männlichen Kollegen“, sagt Elke Giacomozzi, Geschäftsführerin des Afro-Asiatischen Instituts in Salzburg. „Dabei können afrikanische Filmemacherinnen mit ihrer visionären Erzählweise und ihrer poetischen Filmsprache immer häufiger auch die Jurys großer Filmfestspiele wie in Cannes oder Berlin überzeugen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Spielfilmdebüts, die besonders hervorstechen, stehen im Mittelpunkt der Afrika-Filmtage: <em>The Bride</em> der ruandischen Filmemacherin Myriam Uwiragiye Birara und <em>Banel &amp; Adama</em> der französisch-senegalesischen Regisseurin Ramata-Toulaye Sy.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine eindringliche Geschichte über Selbstbestimmung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>The Bride</strong> </em>(Ruanda 2023) ist das beeindruckende Debüt der ruandischen Regisseurin Myriam Uwiragiye Birara. Der Film feierte bei der Berlinale 2023 seine Weltpremiere und hat dort eine lobende Erwähnung für den GWFF Best First Feature Film Award erhalten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1000" height="563" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro.jpg" alt="" class="wp-image-4408" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro-300x169.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro-768x432.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro-640x360.jpg 640w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>The Bride</em> (Ruanda 2023) ist das Spielfilmdebut von Myriam Birara. Der Film behandelt die Pläne einer jungen Frau, die in Konflikt mit traditionellen Rollenbildern geraten. (Bildrechte: Bora Shingiro)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Handlung von <em>The Bride</em> ist im Jahr 1997 angesiedelt – drei Jahre nach dem Genozid in Ruanda. Eine junge Frau namens Eva träumt davon, Medizin zu studieren. Ihre Pläne werden jedoch jäh unterbrochen: Im Zuge einer traditionellen Ehezeremonie namens „guterura“ wird sie von einer Gruppe Männer entführt und gezwungen zu heiraten. Im Stich gelassen von ihrer konservativen Familie, findet Eva Trost in der Freundschaft mit der Cousine ihres Ehemanns. Durch diese Beziehung entdeckt sie die traumatische Vergangenheit der Familie und steht vor der Entscheidung, zu bleiben oder zu fliehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Publikumsgespräch mit Regisseurin Myriam Birara</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Biraras inszenatorische Präzision und die subtile, aber kraftvolle Darstellung weiblicher Widerstandskraft machen <em>The Bride</em> zu einem Meilenstein im zeitgenössischen afrikanischen Kino“, erklärt Sigrid Gruber von DAS KINO. „Der Film bringt nicht nur soziale Missstände zur Sprache, sondern bietet auch eine Plattform für Frauen, ihre Geschichten selbst zu erzählen – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Diversität und Gleichberechtigung in der Filmbranche.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-819x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4409" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-819x1024.jpg 819w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-240x300.jpg 240w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-768x960.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-640x800.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200.jpg 1200w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Regisseurin von <em>The Bride</em>, Myriam Birara, wird sich nach der Filmvorführung zu einem Publikumsgespräch online aus Ruanda zuschalten. (Bildrechte: Alain Jambo)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem 70-minütigen Film wird sich Regisseurin <strong>Myriam Uwiragiye Birara</strong> aus Ruanda zu einem Publikumsgespräch online zuschalten, das von Sharon Lagat, Mitglied des Filmbeirats der Afrika-Filmtage, moderiert wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reflexion über Liebe und Tradition</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht weniger berührend ist <em><strong>Banel &amp; Adama</strong></em> (Senegal, Mali, Frankreich 2023) der französisch-senegalesischen Regisseurin Ramata-Toulaye Sy. Der Film handelt von einem jungen Paar, das in einem abgelegenen Dorf im Norden Senegals lebt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="600" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever.jpg" alt="" class="wp-image-4410" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever-300x180.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever-768x461.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever-640x384.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Banel &amp; Adama</em> (Senegal, Mali, Frankreich 2023) von Ramata Toulaye-Sy behandelt die Widersprüche einer leidenschaftlichen Liebe zu den Erwartungen einer traditionell geprägten Gesellschaft. (Bildrechte: Best Friend Forever)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die leidenschaftliche Liebe zwischen Banel und Adama steht im Widerspruch zu den traditionellen Erwartungen ihrer Gemeinschaft. Als Adama seine vorgesehene Rolle als Dorfoberhaupt ablehnt und Banel sich weigert, den konventionellen Pflichten einer Frau nachzukommen, geraten sie in Konflikt mit ihrer Umgebung. Die daraus resultierenden Spannungen führen zu unerwarteten und dramatischen Konsequenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sy inszeniert diese spannungsgeladene Geschichte in eindrucksvollen Bildern, die von der sengenden Hitze der Wüste und der stillen Schönheit der Landschaft durchzogen sind. Ihr Film feierte 2023 Premiere in Cannes und war für die Goldene Palme nominiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weitere Meisterwerke aus dem Sudan, Madagaskar und der DR Kongo</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm der Afrika-Filmtage 2025 bietet darüber hinaus drei weitere überzeugende Produktionen aus dem Sudan, der Demokratischen Republik Kongo und Madagaskar. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In <em><strong>Goodbye Julia</strong></em> (Sudan 2023) – dem Eröffnungsfilm der diesjährigen Afrika-Filmtage – erzählt Regisseur Mohamed Kordofani die auf tragische Weise miteinander verbundene Geschichte von zwei Frauen. Mona, eine muslimische Angehörige der gehobenen nordsudanesischen Mittelklasse, war vor ihrer Ehe eine bekannte Sängerin und führt nun eine glücklose Ehe mit ihrem Ehemann Akram. Nachdem beide den Tod eines christlichen Mannes aus dem Südsudan verursacht haben, versucht Mona, ihre Schuldgefühle zu kompensieren, indem sie Julia, die ahnungslose Witwe des Ermordeten, als ihre Hausgehilfin anstellt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="696" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_.jpg" alt="" class="wp-image-4411" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_-300x209.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_-768x535.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_-640x445.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Goodbye Julia</em> (Sudan 2023) von Mohamed Kordofani erzählt eine packende Geschichte um Schuld, Wiedergutmachung und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten in einem zerrissenen Land. (Bildrechte: trigon-film)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In <em><strong>Disco Afrika</strong></em> (Madagaskar 2023) begleitet der madegassische Regisseur Luck Razanajaona den 20-jährigen Kwame auf der Suche nach seiner Identität. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitet Kwame in illegalen Saphirminen. Ein unerwartetes Ereignis zwingt ihn jedoch, in seine Heimatstadt zurückzukehren. Dort trifft er auf seine Mutter und alte Freunde und wird mit der allgegenwärtigen Korruption in seinem Land konfrontiert. Kwame steht vor der Entscheidung zwischen schnellem Geld und Loyalität, zwischen Individualismus und politischem Erwachen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="541" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm.jpg" alt="" class="wp-image-4412" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm-300x162.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm-768x415.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm-640x346.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Disco Afrika</em> (Madagaskar 2023) von Luck Razanajaona folgt dem jungen Kwame bei der Suche nach seinem Vater. Dabei muss Kwame Entscheidungen von enormer Tragweite treffen. (Bildrechte: WeFilm)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In seinem fesselnden Spielfilmdebüt <em><strong>Omen</strong></em> (DR Kongo, Belgien 2023) beleuchtet der belgisch-kongolesische Regisseur und bekannte Rapper Baloji eindrucksvoll den Konflikt zwischen modernen Lebensweisen und traditionellen Überzeugungen in der heutigen kongolesischen Gesellschaft. In <em>Omen</em> kehrt ein junger Mann namens Koffi nach Jahren in Belgien mit seiner schwangeren, weißen Verlobten Alice in seine Heimatstadt Kinshasa zurück. Dort hofft er auf eine Versöhnung mit seiner Familie. Doch alte Traditionen und tief verwurzelte Aberglauben stellen sich Koffi in den Weg, da er als „zabolo“ – ein vermeintlicher Zauberer – gebrandmarkt wurde.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="644" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men.jpg" alt="" class="wp-image-4413" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men-300x193.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men-768x495.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men-640x412.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Omen</em> (DR Kongo, Belgien 2023) ist das Spielfilmdebut des belgisch-kongolesischen Regisseurs und Rappers Baloji. Der Film behandelt die Konflikte zwischen modernen Lebensweisen und traditionellen Überzeugungen in fesselnden Bildern. (Bildrechte: Grandfilm / Wrong Men)</figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Programmübersicht</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Dienstag, 13. Mai 2025, DAS KINO</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>19:30 Uhr: <em>Goodbye Julia</em> (Sudan 2023)<br>120 Min., Arabisch mit Untertitel in Deutsch</li>



<li>Im Anschluss: Empfang mit Spezialitäten aus Äthiopien</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Mittwoch, 14. Mai 2025, DAS KINO</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>18:00 Uhr: <em>Disco Afrika</em> (Madagaskar 2023)<br>81 Min., Malagasy mit Untertitel in Englisch</li>



<li>20:00 Uhr: <em>The Bride</em> (Ruanda 2023)<br>73 Min., Kinyarwanda mit Untertitel in Englisch</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss: Regiegespräch mit Myriam Uwiragiye Birara</p>



<h3 class="wp-block-heading">Donnerstag, 15. Mai 2025, DAS KINO</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>18:00 Uhr: <em>Omen</em> (DR Kongo, Belgien 2023)<br>90 Min., Französisch, Swahili mit Untertitel in Deutsch</li>



<li>20:00 Uhr: <em>Banel &amp; Adama</em> (Senegal, Mali, Frankreich 2023)<br>87 Min., Pulaar mit Untertitel in Englisch</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Filmauswahl durch breites Gremium an Expert*innen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Afrika-Filmtage werden von zahlreichen öffentlichen Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen unterstützt: Land Salzburg, Stadt Salzburg, Pinto Africa, Österreichische Entwicklungszusammenarbeit, Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Katholische Frauenbewegung, gendup &#8211; Universität Salzburg, Südwind Salzburg, SEI SO FREI, Referat Weltkirche der Erzdiözese Salzburg, EZA Fairer Handel GmbH, Afrika-Plattform</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Auswahl der Filme wurden Expert*innen für das afrikanische Kino ebenso miteinbezogen wie Vertreter*innen der afrikanischen Diaspora in Österreich. Außerdem wirkten die Teams von Filminitiativ Köln e.V. und Afrikanische Filmtage München im Auswahlprozess mit. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">Weitere Informationen zum Programm der Afrika-Filmtage inklusive der Trailer gibt es auf der Website: <a href="https://afrikafilmtage.at">https://afrikafilmtage.at</a>.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
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		<title>35 Visa für eine Reise durch Afrika</title>
		<link>https://afrika.info/35-visa-fuer-eine-reise-durch-afrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Mar 2025 12:13:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[AfCFTA]]></category>
		<category><![CDATA[Busani Bafana]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aliko Dangote ist der reichste Mensch Afrikas. Forbes taxiert das Vermögen des nigerianischen Unternehmers aktuell auf 23,4 Milliarden US-Dollar. Im Jänner machte Dangote auf dem Africa CEO Forum in Kigal, Ruanda, seinem Ärger über die fehlende Reisefreiheit in Afrika Luft.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 10. März 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo (IPS/afr). Aliko Dangote ist der reichste Mensch Afrikas. <a href="https://www.forbes.com/profile/aliko-dangote/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Forbes</a> taxiert das Vermögen des nigerianischen Unternehmers aktuell auf 23,4 Milliarden US-Dollar. Im Jänner machte Dangote auf dem Africa CEO Forum in Kigal, Ruanda, seinem Ärger über die fehlende Reisefreiheit in Afrika Luft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Als jemand, der Afrika groß machen will, muss ich 35 verschiedene Visa beantragen”, klagte Dangote. Er sprach damit vielen Wirtschaftstreibenden aus der Seele, die mit den restriktiven Reisebedingungen afrikanischer Länder zu kämpfen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kürzlich veröffentlichte „<a href="https://www.visaopenness.org/">Africa Visa Openness Index 2024</a>“ zeigt, wie schwer es Afrikaner*innen gemacht wird, innerhalb ihres eigenen Kontinents zu reisen. Nur vier Staaten – Benin, Gambia, Ruanda und die Seychellen – gewährten im Jahr 2024 visafreie Einreisen. Seit Anfang 2025 verlangt auch Ghana für Reisende aus anderen afrikanischen Ländern kein Visum mehr.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefahr für Afrikanische Freihandelszone</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die restriktive Visapolitik der meisten afrikanischen Länder belastet die Wirtschaftsbeziehungen auf dem Kontinent. Der innerafrikanische Handel machte im Jahr 2023 lediglich <a href="https://media.afreximbank.com/afrexim/African-Trade-Report_2024.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">14,9 Prozent </a>des gesamten Handelsvolumens aus.  Zum Vergleich: In der EU wurden im selben Jahr <a href="https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Intra-EU_trade_in_goods_-_main_features" target="_blank" rel="noreferrer noopener">61,4 Prozent </a> der Waren innerhalb der Gemeinschaft gehandelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bedenken hinsichtlich illegaler Migration, Terrorismus und wirtschaftlicher Destabilisierung sind die Hauptgründe, warum sich viele afrikanische Staaten weiterhin abschotten. Es gebe aber Belege dafür, dass diese Befürchtungen übertrieben sind, betont Francis Ikome von der Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA). Ikome warnt, dass ohne Personenfreizügigkeit die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone (AfCFTA) zum Scheitern verurteilt sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfCFTA soll die 1,4 Milliarden Menschen des Kontinents in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum vereinen. Nur vier Länder haben allerdings bislang das von der Afrikanischen Union (AU) im Jahr 2018 verabschiedete Protokoll zur Personenfreizügigkeit ratifiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Migrationsforscher Alan Hirsch, emeritierter Professor an der Nelson Mandela School of Public Governance der Universität von Kapstadt, weist auf das gegenseitige Misstrauen afrikanischer Staaten hin: &#8222;Die Zurückhaltung mancher Länder hängt mit ihrer Besorgnis über die Qualität der Dokumente und der Systeme in einigen Ländern zusammen. Außerdem haben sie Sicherheitsbedenken angesichts der Existenz terroristischer Organisationen in einigen Teilen Afrikas. Darüber hinaus befürchten sie, dass es sich bei den Reisenden um Wirtschaftsflüchtlinge handeln könnte, die das Land nicht mehr verlassen wollen.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Europäer*innen sind bevorzugt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sabelo Mbokazi, Leiter der Abteilung für Beschäftigung, Arbeit und Migration bei der AU-Kommission, verweist auf das Paradoxon, dass sich Europäer*innen auf dem Kontinent einfacher fortbewegen können als Afrikaner*innen. Joy Kategekwa, Direktorin des Regional Integration Coordination Office bei der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB), ergänzt: “Wir sprechen leidenschaftlich gerne über Panafrikanismus, schließen aber die Bevölkerung Afrika mit Hilfe von Visas aus.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2016 gibt es zwar einen panafrikanischen Pass, der grenzenloses Reisen in Afrika ermöglicht. Allerdings wurde dieser Pass bislang nur an afrikanische Staatsoberhäupter, Außenminister*innen und bei der AU akkkreditierte Diplomat*innen ausgegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Migrationsforscher Alan Hirsch glaubt, dass es für einen panafrikanischen Pass ohnehin zu früh ist. Er verweist aber darauf, dass Regionalpässe &#8211; wie z. B. jene der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) und der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) &#8211; bereits heute ein großer Erfolg sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Eine LKW-Schlange in Livingstone, Sambia, am Grenzübergang zu Simbabwe (Foto: Rainer Lesniewski / Shutterstock.com)</p>
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		<title>Kwibuka 30: Ruanda gedenkt des Genozids</title>
		<link>https://afrika.info/kwibuka-30/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Apr 2024 14:01:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Aimable Twahirwa]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Genozid]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Kagame]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Versöhnung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor 30 Jahren wurden innerhalb von 100 Tagen über eine Million Menschen in Ruanda ermordet. Der Großteil der ruandischen Bevölkerung ist zu jung, um sich an den Genoid zu erinnern. Traumata können dennoch zu einer Belastung für den Frieden werden.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Aimable Twahirwa | 8. April 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kigali (IPS/afr). Vor 30 Jahren wurden innerhalb von 100 Tagen über eine Million Menschen in Ruanda ermordet. Der Großteil der ruandischen Bevölkerung ist zu jung, um sich an den Genoid zu erinnern. Traumata können dennoch zu einer Belastung für den Frieden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Kwikuka” heißt “erinnern” auf Kinyarwanda. Das Wort ist das Motto der Gedenkzeit, die vom 7. April bis 4. Juli in Rwanda stattfindet. Vor 30 Jahren sind in diesem Zeitraum nach <a href="https://francegenocidetutsi.org/MinAlocStudy.pdf">offiziellen Angaben</a> 1.074.017 Menschen ermordet worden, davon waren knapp 94 Prozent Angehörige der Tutsi-Minderheit. Der Genozid begann, nachdem am 6. April 1994 über Ruandas Hauptstadt Kigali ein Flugzeug mit dem ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana und seinem burundischen Amtskollegen Cyprien Ntaryamira an Bord abgeschossen worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Auftakt von “Kwibuka 30” machte die Kranzniederlegung am Kigali Genocide Memorial. Hier befindet sich die letzte Ruhestätte von über 250.000 Opfern des Völkermords. An der Zeremonie nahm viel internationale Politikprominenz teil, darunter etwa der ehemalige US-Präsident Bill Clinton oder der frühere Präsident Frankreichs Nicolas Sarkozy.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fortschritte bei Aussöhnung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Marie Louise Ayinkamiye war während des Genozids elf Jahre alt. Sie lebte damals im Dorf Nyange im Westen Ruandas. Bei der Gedenkfeier in der Kigali Arena berichtete sie, dass sich die Situation im Land deutlich verbessert hat. “Ich bin mit Diskriminierung aufgrund meiner ethnischen Zugehörigkeit geboren und aufgewachsen. Jetzt &#8211; 30 Jahre später &#8211; sieht das Leben in Ruanda ganz anders aus“, sagte die Mutter von fünf Kindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Eindruck von Akinkamiye wird durch die Zahlen des <a href="https://www.rwandainun.gov.rw/index.php?eID=dumpFile&amp;t=f&amp;f=24853&amp;token=72a119c58554f99bc72a1ec83a4efb01c832757f" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rwanda Reconciliation Barometer </a>bestätigt. Die Regierung verwendet dieses Umfrageinstrument, um den Status der Versöhnung im Land zu erheben und zu beobachten. Der Versöhnungsstatus ist demnach von 82,3 Prozent im Jahr 2010 auf 94,7 Prozent im Jahr 2020 gestiegen. Berücksichtigt werden in der Untersuchung Faktoren wie das Vorhandensein einer nationalen Identität, der soziale Zusammenhalt oder das gegenseitige Vertrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings dürfte auch noch ein anderes Faktum für den hohen Aussöhnungsgrad verantwortlich sein. 72 Prozent der ruandischen Bevölkerung sind unter 30 Jahre alt sind, die Mehrheit war zur Zeit des Völkermords als noch gar nicht geboren. Präsident Paul Kagame sprach diesen demografischen Vorteil bei der Gedenkfeier an: “Unsere Jugend ist die Hüterin unserer Zukunft und das Fundament unserer Einheit, sie verfügt über eine völlig andere Denkweise als die Generation davor.”&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Traumaverarbeitung ist notwendig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Bericht der Organisation <a href="https://neveragainrwanda.org/wp-content/uploads/2021/11/Healing-Trauma-and-Building-Trust-Draft-report.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Never Again Ruanda</a> zeigt allerdings, dass soziales Misstrauen, Verdächtigungen und Ängste als Folge des Genozids immer noch vorhanden sind. Zwar bestätigt auch die Organisation die erheblichen Fortschritte, die Ruanda in den letzten Jahrzehnten erzielt hat. Um einen nachhaltigen Frieden sicherzustellen, müsse man allerdings die Traumata in der ruandischen Gesellschaft beachten und diese zu beheben versuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Umfrage zur psychischen Gesundheit des <a href="https://rbc.gov.rw/index.php?id=188" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rwanda Biomedical Center (RBC)</a> kam zum Schluss, dass 28 Prozent der Überlebenden des Völkermords Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) aufweisen. Bei der allgemeinen Bevölkerung liegt der Vergleichswert bei 3,6 Prozent. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> <a href="https://www.flickr.com/photos/paulkagame/53638427310/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kwibuka 30 am 7. April 2024</a>, <a href="https://www.flickr.com/photos/paulkagame/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Paul Kagame auf Flickr</a>,  <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-NC-ND 2.0 DEED</a></p>
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		<item>
		<title>Ruanda: Leuchtturm für moderne Chirurgie</title>
		<link>https://afrika.info/ruanda-leuchtturm-fuer-moderne-chirurgie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Nov 2023 07:52:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Aimable Twahirwa]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Jacques Marescaux]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Kagame]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Masaka, einem Vorort der ruandischen Hauptstadt Kigali, wurde kürzlich ein neues Kompetenzzentrum für minimalinvasive Chirurgie eröffnet. IRCAD Africa will damit ein neues Zeitalter für chirurgische Eingriffe auf dem Kontinent einläuten.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Aimable Twahirwa und Martin Sturmer | 28. November 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kigali, Oberndorf bei Salzburg (IPS/afr). In Masaka, einem Vorort der ruandischen Hauptstadt Kigali, wurde kürzlich ein neues Kompetenzzentrum für minimalinvasive Chirurgie eröffnet. IRCAD Africa will damit ein neues Zeitalter für chirurgische Eingriffe auf dem Kontinent einläuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">IRCAD mit Sitz in Straßburg, Frankreich, gilt als weltweit führende Einrichtung in der minimalinvasiven Chirurgie. Das im Jahr 1994 von Jacques Marescaux gegründete Institut bildet jährlich knapp 9.000 Chirurg*innen aus aller Welt aus. Weitere Standorte befinden sich in Taiwan, Brasilien und im Libanon. 2024 sollen Brasilien und 2025 die USA folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel von <a href="https://ircad.space/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IRCAD Africa</a> ist die Ausbildung von Ärzten und Ärztinnen aus ganz Afrika in der noch jungen Operationstechnik. Bei der minimalinvasiven Chirurgie wird ein robotergestütztes Laparoskop in den Körper eingeführt. Dazu sind in der Regel nur kleine Schnitte notwendig. Chirurg*innen steuern das Laparoskop an einer Konsole fern. Die körperliche Belastung ist sowohl für Patient*innen als auch für das medizinische Personal wesentlich geringer als bei herkömmlichen Operationsmethoden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Herzstück der Kigali Health City</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das neue Kompetenzzentrum wurde am 7. Oktober 2023 eröffnet. Die Finanzierung erfolgte durch Mittel der Regierung Ruandas und von IRCAD. „Wir arbeiten daran, das größte Team aus Informatikern und Chirurgen in Afrika aufzubauen“, sagt IRCAD-Gründer Jacques Marescaux.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruandas Präsident Paul Kagame betonte anlässlich der Einweihung von IRCAD Africa die überregionale Bedeutung des Zentrums: “Das Kompetenzzentrum dient nicht nur Ruanda. Es dient Afrika. Es wird jene Talente, die wir in Afrika haben, verbessern und auf ein viel höheres Niveau heben.”&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="843" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/11/paul-kagame-jacques-marescaux-flickr-paul-kagame-1200-1024x843.jpg" alt="" class="wp-image-3149" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/11/paul-kagame-jacques-marescaux-flickr-paul-kagame-1200-1024x843.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/11/paul-kagame-jacques-marescaux-flickr-paul-kagame-1200-300x247.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/11/paul-kagame-jacques-marescaux-flickr-paul-kagame-1200-768x632.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/11/paul-kagame-jacques-marescaux-flickr-paul-kagame-1200-640x527.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/11/paul-kagame-jacques-marescaux-flickr-paul-kagame-1200.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ruandas Präsdent Paul Kagame und IRCAD-Gründer Jacques Marescaux auf dem Weg zur Eröffnung von IRCAD Africa am 7. Oktober 2023 (Foto: Paul Kagame / <a href="https://flickr.com/photos/paulkagame/53240816669/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flickr</a> / <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-NC-ND 2.0 DEED</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">IRCAD Africa verfügt über 16 Schulungslaboratorien am letzten Stand der Technik und einen Hörsaal mit 226 Plätzen. Das Zentrum soll zudem eine Schlüsselrolle für die Realisierung der Kigali Health City spielen. Der ambitionierte Plan der ruandischen Regierung sieht vor, dass in Masaka u. a. das größte Krankenhaus des Landes entsteht. Ab 2025 sollen hier täglich 2.000 Patient*innen behandelt werden können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Großer Aufholbedarf bei Ärztedichte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Unterschied zur herkömmlichen Chirurgie verursachen minimalinvasive Eingriffe geringere Operationskosten, führen zu weniger Blutverlust, senken die Aufenthaltsdauer in Krankenhäusern und entlasten dadurch die Gesundheitssysteme. Trotz ihrer zahlreichen Vorteile steckt die Roboterchirurgie in afrikanischen Ländern aber noch in den Kinderschuhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Grund dafür liegt in der Unterversorgung mit medizinischem Personal. Laut dem <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/Tabellen/Basistabelle_Aerzte.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Statistischen Bundesamt</a> steht in Ruanda pro 10.000 Einwohner*innen nur ein*e Mediziner*in zur Verfügung. Zum Vergleich: In Deutschland und der Schweiz liegt die Ärztedichte je 10.000 Einwohner*innen bei 44, in Österreich sogar bei 53. Weltweit an der Spitze steht Kuba mit einer Ärtzedichte von 84.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Christine Mutegaraba, Chirurgin in einer Privatklinik in Kigali, ist zunächst eine Ausbildungsoffensive unerlässlich, damit die minimalinvasive Operationstechnik in Zukunft möglichst vielen Patient*innen zugute kommen kann. Damit alleine sei es allerdings nicht getan, weiß Mutegaraba: “Es braucht außerdem enorme Investitionen, um sicherzustellen, dass Kliniken und andere spezialisierte Krankenhäuser mit Geräten ausgestattet werden, die für die Durchführung dieser Art von chirurgischen Techniken erforderlich sind.” (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Neues Ausbildungszentrum für minimalinvasive Chirurgie &#8211; IRCAD Africa in Masaka, Kigali (Foto: Paul Kagame / <a href="https://www.flickr.com/photos/paulkagame/53239575302/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flickr</a> / <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-NC-ND 2.0 DEED</a>)</p>
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		<title>Kreislaufwirtschaft: Kampf dem Plastikmüll</title>
		<link>https://afrika.info/kreislaufwirtschaft-afrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Dec 2022 10:26:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Aimable Twahirwa]]></category>
		<category><![CDATA[Kreislaufwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Expert*innen sind sich einig, dass afrikanische Volkswirtschaften innovative Ansätze wie jenen der Kreislaufwirtschaft braucht, um mit der rapiden Zunahme an Plastikmüll fertig zu werden. Abfälle aus Plastik sollen sich weltweit in den nächsten 40 Jahren verdreifachen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Aimable Twahirwa | 16. Dezember 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kigali (IPS/afr). Expert*innen sind sich einig, dass afrikanische Volkswirtschaften innovative Ansätze wie jenen der Kreislaufwirtschaft brauchen, um mit der rapiden Zunahme an Plastikmüll fertig zu werden. Abfälle aus Plastik sollen sich weltweit in den nächsten 40 Jahren verdreifachen – mit enormen Auswirkungen für Millionen von Menschen in Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Regierungsvertreter*innen, Forscher*innen und Aktivist*innen der Zivilgesellschaft haben beim <a href="https://www.wcef2022.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">World Circular Economy Forum</a> (WCEF) in der ruandischen Hauptstadt Kigali eine noch junge internationale Initiative in den Fokus gerückt: Die <a href="https://hactoendplasticpollution.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">High Ambition Coalition to End Plastics Pollution</a> wurde im August 2022 mit dem Ziel gegründet, die Plastikverschmutzung bis 2040 zu beenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Problem der Plastikverschmutzung hat ein Krisen-Niveau erreicht, und es ist an der Zeit, die Umweltsünder*innen zur Rechenschaft zu ziehen&#8220;, sagt Zaynab Sadan, Afrika-Koordinatorin für Plastikpolitik beim World Wildlife Fund (WWF), gegenüber der Nachrichtenagentur IPS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuesten <a href="https://www.unep.org/plastic-pollution" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schätzungen des UN-Umweltprogramms</a> (UNEP) zeigen, dass etwa sieben der 9,2 Milliarden Tonnen Kunststoff, die zwischen 1950 und 2017 weltweit produziert wurden, zu Abfällen geworden sind. Jede Minute werde eine Plastikmenge, die der Kapazität eines Müllwagens entspricht, in die Ozeane gekippt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Abfallberge wachsen und wachsen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Naturschützer*innen führen ins Treffen, dass die Verschmutzung mit Plastikabfällen Lebensräume und natürliche Prozesse entscheidend verändert hat. So hat sie die Fähigkeit der Ökosysteme verringert, sich an den Klimawandel anzupassen. Dadurch wurden die Lebensgrundlagen, die Nahrungsmittelproduktion und das soziale Wohlergehen von Millionen von Menschen beeinträchtigt. Die Länder in Subsahara-Afrika sind dabei am stärksten vom Plastikfluch betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Expert*innen liegt der Schlüssel zu einer Kreislaufwirtschaft in Afrika darin, das offene Abladen und Verbrennen von Abfällen auf dem Kontinent zu beseitigen und die Nutzung von Abfällen als Ressource für die Wertschöpfung sowie zur Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kampf gegen Plastik könnte dabei ein durchaus einträgliches Geschäft werden: Die globalen Bemühungen, Afrikas Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft auf nationaler, regionaler und kontinentaler Ebene voranzutreiben, sollen bis 2030 weltweit 4,5 Billionen US-Dollar generieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Notwendigkeit einer solchen Transformation scheint dringlicher denn je: Der Bericht <a href="https://www.oecd.org/environment/global-plastic-waste-set-to-almost-triple-by-2060.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Global Plastics Outlook 2022</a> der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert, dass sich die Plastikabfälle in den nächsten 40 Jahren verdreifachen werden. 2019 fielen weltweit 460 Millionen Tonnen Plastikabfälle an, 2060 sollen es 1,23 Milliarden Tonnen sein. Dabei machen die Produktion von Einwegkunststoffen für Verpackungen und Konsumgüter rund die Hälfte des Problems aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorbild Ruanda</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um dem rapiden Wachstum des Müllberges entgegenzuwirken, besteht Zaynab Sadan darauf, dass afrikanische Länder den informellen Sektor in die Recycling- und Abfallwirtschaft integrieren müssen. &#8222;Es besteht ein dringender Bedarf, die Abfallsammlung und das Management auf Deponien zu verbessern&#8220;, sagt die WWF-Vertreterin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Vorbild in Afrika gilt Ruanda: Bereits 2008 hat die Regierung Plastiktüten verboten, seit 2018 wird Elektroschrott in einer Recycling-Anlage wiederverwertet. Ruandas Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 über eine CO2-neutrale Wirtschaft zu verfügen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruandas Umweltministerin Jeanne d&#8217;Arc Mujawamariya betont aber, dass sich die Regierung nicht auf den Lorbeeren ausruhen werde: “Trotz dieser Errungenschaften gibt es immer noch Mängel”, sagt Mujawamariya, “die unsachgemäße Abfallbewirtschaftung haben schwerwiegende Auswirkungen auf unser Land.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Internationale Allianz gegen Plastikmüll</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die High Ambition Coalition to End Plastics Pollution setzt sich für die Entwicklung ehrgeiziger internationaler und rechtsverbindlicher Instrumente ein, die wirksame Maßnahmen entlang des gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen gewährleisten sollen. Ein entsprechendes Abkommen ist in Vorbereitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Koalition gegen Plastikmüll steht unter dem gemeinsamen Vorsitz von Ruanda und Norwegen, 43 weitere Staaten und die Europäische Union sind bislang der Allianz beigetreten. Neben Ruanda haben sich in Afrika auch Senegal, Ghana, die Seychellen, Kap Verde, Burkina Faso und Mali angeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Koordiniert werden die Aktivitäten vom Norweger Erlend Arneson Haugen. Dieser fordert, dass das Abkommen u.a. konkrete Bestimmungen zur Minimierung und zum umweltgerechten Recycling von Kunststoffabfällen beinhalten müsse. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Plastikmüll am Strand der Insel Wasini, Kenia (Foto: Shutterstock.com)</p>
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		<title>Atempause für Impfungen nutzen </title>
		<link>https://afrika.info/atempause-fuer-impfungen-nutzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2022 07:24:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Burundi]]></category>
		<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Afrikanische Länder erleben alle sechs Monate eine Spitze an Corona-Infektionen. Das zeigt ein neuer Bericht des Tony Blair Institute for Global Change. Die Zeit dazwischen müsse besser genutzt werden, um sich auf neue Varianten vorzubereiten, fordern die Autoren.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Samira Sadeque | 16. März 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (IPS/afr). Afrikanische Länder erleben alle sechs Monate eine Spitze an Corona-Infektionen. Das zeigt ein neuer Bericht des Tony Blair Institute for Global Change. Die Zeit dazwischen müsse besser genutzt werden, um sich auf neue Varianten vorzubereiten, fordern die Autoren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des panafrikanischen Gesundheitsdienstes<a href="https://africacdc.org/covid-19-vaccination/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Africa CDC</a> sind derzeit 12,95% der Menschen auf dem Kontinent zweimal gegen das Coronavirus geimpft. Während die Seychellen oder Mauritius sich einer Durchimpfungsrate von 80% nähern, liegen Burundi, die DR Kongo, der Tschad und die Westsahara deutlich unter einem Prozent. Eritrea hat bislang überhaupt keine Impfungen verabreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marvin Akuagwuagwu ist Datenanalyst am <a href="https://institute.global/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tony Blair Institute for Global Change</a>. Gemeinsam mit Adam Bradshaw hat er den Bericht <a href="https://institute.global/sites/default/files/articles/The-Window-of-Opportunity-to-Vaccinate-Africa.pd f" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Window of Opportunity to Vaccinate Africa</a> verfasst.&nbsp; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Interview mit der Nachrichtenagentur IPS erklärt Akuagwuagwu, dass die Länder mit der niedrigsten Impfrate bei einem neuerlichen Anstieg der Zahlen am stärksten gefährdet seien. Akuagwuagwu rät afrikanischen Regierungen, von Ruanda zu lernen. Der keine ostafrikanische Staat sei für ihn eine Erfolgsgeschichte &#8211; 61% der Bevölkerung sind zweifach geimpft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorbild Ruanda</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Ruanda hat seine Impf- und Testprogramme erheblich ausgeweitet, wodurch die Fallzahlen und die Auswirkungen von COVID-19 verringert worden sind“, sagt Akuagwuagwu. „Mit einer Impfrate von über 60 Prozent und einer Positivitätsrate von weniger als zehn Prozent ist Ruanda ein gutes Beispiel für andere afrikanische Länder &#8211;&nbsp; insbesondere für Länder in Subsahara-Afrika, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verfügbarkeit von Impfstoffen ist jedoch keine Frage der Versorgung, sondern das Ergebnis einer ungerechten Verteilung zugunsten der wohlhabenden Länder. Laut einem <a href="https://www.brookings.edu/blog/africa-in-focus/2022/01/24/vaccine-inequity-ensuring-africa-is-not-left-out/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht der Denkfabrik Brookings</a> hat Afrika sechs Prozent der global verfügbaren Impfstoffe erhalten, obwohl auf dem Kontinent 17% der Weltbevölkerung leben.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://afrika.info/corona/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika.png" alt="" class="wp-image-1759" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika.png 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-300x240.png 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-768x614.png 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-640x512.png 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption>In der epidemiologischen Kurve sind die sechsmonatigen Abstände zwischen den vier Spitzen nachvollziehbar.</figcaption></figure>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-fe48e5de wp-block-buttons-is-layout-flex">
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</div>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im IPS-Gespräch zieht Marvin Akuagwuagwu Lehren aus dem bisherigen Verlauf der Pandemie. Nachfolgend folgen Auszüge aus dem Interview:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Sie haben erwähnt, dass Afrika ungefähr alle sechs Monate von einer neuen Welle getroffen wird. Wie wirkt sich das konkret auf den afrikanischen Kontinent aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Marvin Akuagwuagwu:</strong> Wir haben einen Trend identifiziert, dass etwa alle sechs Monate eine COVID-19-Welle in Afrika auftritt. Dies war bei Beta, Delta und Omikron der Fall.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Omikron war wie eine Sturzflut – sie richtete schwere Schäden an, führte aber zum Glück nicht zu einem Massensterben. Allerdings haben wir beim nächsten Mal vielleicht nicht so viel Glück – die nächste Variante könnte schwerwiegender sein, insbesondere in Ländern mit niedrigem Schutzniveau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet, dass wir jetzt ein Zeitfenster haben, um Afrika gegen COVID-19 zu impfen, bevor die nächste Variante kommt. Wir müssen rasch Fortschritte erzielen, um das WHO-Ziel zu erreichen, 70% der Bevölkerung zu impfen. Das Tony Blair Insitute arbeitet mit einer Reihe von Ländern in ganz Afrika zusammen, um die Einführung von Impfstoffen zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Warum glauben Sie, dass Lockdowns vorsichtiger angegangen werden und „nicht immer die beste Vorgehensweise“ sind?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Akuagwuagwu:</strong> Lockdowns sind effektiv, aber aufgrund ihrer negativen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen sind sie nicht immer die beste Vorgehensweise zur Bekämpfung von COVID-19.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich das Virus weiterentwickelt und wir mehr darüber erfahren, verabschieden sich afrikanische Länder allmählich von generellen Lockdowns. Wir haben jetzt eine Reihe von Instrumenten in der Toolbox, um COVID-19 zu bekämpfen, und ein Lockdown ist nur eine von vielen Optionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Pandemie begann, war noch niemand COVID-19 ausgesetzt – jetzt wurden Milliarden von Menschen infiziert oder geimpft. Es ist nun also ein völlig anderes Spiel, und wir müssen uns daran anpassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Wie wirkt sich die aktuelle Inflation auf die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Akuagwuagwu:</strong> Die aktuelle Inflation wirkt sich insofern auf die von uns vorgeschlagenen Maßnahmen aus, da sie eine angemessene Finanzierung erfordern. Starker politischer Wille und das Engagement der Gemeinschaft sind jedoch Katalysatoren für die Verbesserung dieser Maßnahmen und die Eindämmung der durch die Pandemie verursachten gesundheitlichen und sozialen Ungleichheiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Eine Ihrer Empfehlungen lautet: „Erhöhte Tests und genomische Sequenzierung, um die Übertragung zu reduzieren.“ Wie viele Länder haben die wirtschaftliche Kapazität und das Personal, um dies zu gewährleisten? Wie realistisch ist also dieses Ziel?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Akuagwuagwu:</strong> Wir wissen, dass dies eine erhebliche Herausforderung für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen darstellt, aber die Alternative ist weitaus schlimmer – schwere Krankheiten, Lockdowns und Todesfälle, die auch die Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt betreffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das führt uns zur einer globalen Zusammenarbeit – das Tony Blair Institute for Global Change arbeitet in Afrika daran, eine langfristige Widerstandsfähigkeit der Daten-, Impfstoff- und Testinfrastruktur aufzubauen und eine größere institutionelle Stärke zu schaffen, um zukünftigen COVID-19-Wellen standzuhalten. Wir unterstützen Regierungen beim Aufbau ihrer Kapazitäten und der Bereitstellung von Leistungen für ihre Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir fordern eine&nbsp; globale Führung, um einen weltweiten Pandemieplan zu entwickeln, der den Globalen Süden dabei unterstützt, seine Bevölkerung zu impfen und die Testungen zu steigern. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> In Afrika sind erst 13% zweimal gegen das Coronavirus geimpft. (Foto: Shutterstock.com)</p>
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