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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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		<title>Rinder schützen, Löwen retten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2026 06:09:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Artenschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Simbabwe versucht die Zoologin Moreangels Mbizah, Konflikte zwischen Menschen und Löwen zu entschärfen. Gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden setzt ihre Organisation auf bessere Viehgehege, Warnsysteme und lokale Wildtierschützer*innen. Von&#8230;</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Simbabwe versucht die Zoologin Moreangels Mbizah, Konflikte zwischen Menschen und Löwen zu entschärfen. Gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden setzt ihre Organisation auf bessere Viehgehege, Warnsysteme und lokale Wildtierschützer*innen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 15. September 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo, Simbabwe (IPS/afr)&nbsp; – An einem Wintermorgen entkam ein 12-jähriger Löwe aus dem Hwange-Nationalpark in Simbabwe und tötete einen 7-jährigen Jungen in einem Dorf, in das er sich verirrt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Junge, Elton, hätte in seinem Dorf außerhalb von Simbabwes größtem Nationalpark eigentlich in Sicherheit sein sollen, doch ein Wintermorgen machte dieser Sicherheit ein Ende. Der Löwe beendete sein Leben und stürzte eine trauernde Gemeinde mitten in eine umkämpfte Frontlinie: den Konflikt um Lebensraum zwischen Menschen und Wildtieren. Der Löwe wurde erlegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dieser Tag hat sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt, und er ist einer der Gründe, die mich dazu bewogen haben, die ‚<a href="https://www.wildlifeconservationaction.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wildlife Conservation Action</a>‘ zu gründen“, sagt die Zoologin Moreangels Mbizah. Sie erinnert sich noch gut daran, wie der Morgen im April 2014, an dem sie den von dem Löwen getöteten Elton fand, ihre Sichtweise auf das Zusammenleben von Wildtieren und Menschen veränderte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mir wurde klar, dass der Schutz der Löwen im Park kaum etwas bedeutet, wenn wir nicht auch die Menschen schützen, die neben ihnen leben“, sagt Mbizah.</p>



<h2 id="h-menschen-und-wildtiere-konkurrieren-um-lebensraum" class="wp-block-heading">Menschen und Wildtiere konkurrieren um Lebensraum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Simbabwe kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren um Lebensraum und Ressourcen. Besonders betroffen sind Gemeinden in der Nähe oder innerhalb von Schutzgebieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des <a href="https://www.facebook.com/61573654902390/posts/ministry-leads-development-of-zimbabwes-first-national-human-wildlife-coexistenc/122200887110788496/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">simbabwischen Umweltministeriums</a> wurden 2024 landesweit 49 Menschen von Wildtieren getötet, 2025 waren es 53. Simbabwe arbeitet derzeit an einer nationalen Strategie für das Zusammenleben von Menschen und Wildtieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/loewen-simbabwe-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-1024x683.jpg" alt="Ein Löwenrudel mit einem erlegten Afrikanischen Büffel in Simbabwe" class="wp-image-6784" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/loewen-simbabwe-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/loewen-simbabwe-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/loewen-simbabwe-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-639x426.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/loewen-simbabwe-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/loewen-simbabwe-c-whitely-fund-for-nature-1200-800.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Löwenrudel mit einem erlegten Afrikanischen Büffel in Simbabwe. (Foto: Moreangels Mbizah, mit freundlicher Genehmigung des Whitley Fund for Nature)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://www.zimparks.org.zw/climate-induced-pressure-drives-rise-in-human-wildlife-conflict/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nationalparkbehörde ZimParks</a> gibt an, dass in den vergangenen zehn Jahren mehr als 12.000 Konfliktfälle registriert wurden. Dabei kamen demnach 486 Menschen ums Leben und 554 wurden verletzt. Mehr als 4.000 Nutztiere gingen durch Angriffe von Wildtieren verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den besonders betroffenen Distrikten zählen Binga, Hwange, Chiredzi, Hurungwe, Mbire, Muzarabani, Nyaminyami, Chipinge, Gokwe North, Gokwe South, Tsholotsho, Bulilima und Kusile. Als Ursachen für die Konflikte gelten unter anderem die zunehmende Nutzung von Wildtierlebensräumen durch Menschen, der Klimawandel, das Bevölkerungswachstum und unzureichende Barrieren zwischen Siedlungen und Wildtieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wildlife Conservation Action (WCA) arbeitet in den Distrikten Nyaminyami und Binga, die Teil der grenzüberschreitenden Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA TFCA) sind. Die Organisation ist außerdem im Distrikt Mbire an der Grenze zu Mosambik und in der Nähe des Mana-Pools-Nationalparks tätig. Die Region gehört auch zum grenzüberschreitenden Schutzgebiet Zimbabwe-Mozambique-Zambia (ZIMOZA). Konflikte mit Elefanten und Löwen treten dort besonders häufig auf.</p>



<h2 id="h-ein-rind-ist-fast-drei-monatseinkommen-wert" class="wp-block-heading">Ein Rind ist fast drei Monatseinkommen wert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Mbire haben Bewohner*innen, die Nutztiere durch Löwen verloren, immer wieder Gegenmaßnahmen ergriffen. Dabei wurden auch Löwen getötet, um Menschen und Vieh zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verlust eines einzigen Rindes kann für eine Familie erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Nach Angaben Mbizahs liegt das durchschnittliche monatliche Haushaltseinkommen in Mbire bei 108 US-Dollar, während ein Rind rund 300 Dollar wert ist. Viele Familien halten Nutztiere als Einkommensquelle und zur Ernährung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine Familie mit nur fünf Rindern kann der Schutz des Viehs deshalb zugleich zum Schutz der Löwen beitragen. Dieser Zusammenhang wurde für Mbizah zu einem Ausgangspunkt ihrer Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verlust einer einzigen Kuh durch einen Löwen bedeutet im Bezirk Mbire einen Verlust des Familieneinkommens von durchschnittlich drei Monaten. Im Allgemeinen verdienen die Menschen einen durchschnittlichen Monatslohn von 108 US-Dollar, und eine Kuh wird für durchschnittlich 300 US-Dollar verkauft, sagt Mbizah, die zu den wenigen afrikanischen Frauen gehört, die eine Naturschutzorganisation gegründet haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Familien halten Vieh, um ihr Einkommen zu sichern und sich zu ernähren. Für einen Landwirt mit nur fünf Kühen bedeutet der Schutz der Tiere gleichzeitig auch den Schutz der Löwen – ein Paradoxon, das Mbizah zum Nachdenken brachte.</p>



<h2 id="h-einfache-losungen-mit-grosser-wirkung" class="wp-block-heading">Einfache Lösungen mit großer Wirkung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während ihrer Doktorarbeit hatte Mbizah unter anderem den später international bekannt gewordenen Löwen Cecil beobachtet. Dessen Tötung durch einen US-amerikanischen Trophäenjäger im Jahr 2015 löste weltweit Kritik aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Wildlife Conservation Action setzt Mbizah heute auf lokale Verantwortung und vergleichsweise einfache technische Lösungen. Solarbetriebene „Lion Lights“, mobile Viehgehege und andere Maßnahmen sollen Nutztiere im Wert von insgesamt rund 2,3 Millionen US-Dollar geschützt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Maßnahmen zur Verringerung der Konflikte seien nicht tödlich und an die Folgen des Klimawandels angepasst, sagt Mbizah. Dazu gehören neben einem ganzheitlichen Management von Viehbeständen mobile Gehege, Bienenzucht, Chili-Anbau und nachhaltigere Landwirtschaft.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/rinderschutz-c-whitely-fund-for-nature-1200-900-1024x768.jpg" alt="Ein sicheres Viehgehege schützt Rinder vor Löwenangriffen in Simbabwe." class="wp-image-6786" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/rinderschutz-c-whitely-fund-for-nature-1200-900-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/rinderschutz-c-whitely-fund-for-nature-1200-900-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/rinderschutz-c-whitely-fund-for-nature-1200-900-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/rinderschutz-c-whitely-fund-for-nature-1200-900-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/rinderschutz-c-whitely-fund-for-nature-1200-900.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein sicheres Gehege schützt Rinder vor Löwenangriffen und trägt dazu bei, Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren zu vermeiden. (Foto: mit freundlicher Genehmigung des Whitley Fund for Nature)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Unser Programm ist erfolgreich, weil wir eine Beziehung zu den Gemeinden aufgebaut haben und die Menschen als Hüter ihrer Umwelt einbeziehen“, sagt Mbizah. „Wir haben uns angesehen, wie die Menschen ihr Vieh seit Generationen in Gehegen halten und wie diese verbessert werden können, damit die Tiere nachts vor Löwenangriffen geschützt sind.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation unterstützt Viehhalter*innen beim Bau sicherer Gehege für Rinder und Ziegen. Nach Angaben von WCA haben diese Maßnahmen die Zahl der Angriffe auf Nutztiere reduziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Rolle spielen zudem die sogenannten Community Guardians. Mbizah bezeichnet sie als Fundament ihrer Organisation. Junge Frauen und Männer aus den jeweiligen Gemeinden werden darin ausgebildet, Löwen aufzuspüren, bevor es zu Angriffen kommt. Mithilfe technischer Geräte können sie Bewegungen von Löwen in der Nähe von Siedlungen erkennen und dabei helfen, die Tiere auf sichere Weise fernzuhalten.</p>



<h2 id="h-lowen-sind-nicht-bose" class="wp-block-heading">„Löwen sind nicht böse“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ruth Kamuchato aus dem Dorf Mapini im Distrikt Mbire hat schon als Kind erlebt, wie Löwen Nutztiere angriffen. Das habe sie dazu motiviert, sich als Community Guardian ausbilden zu lassen. Sie wollte verstehen, wie sich Löwen und Vieh gleichzeitig schützen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich arbeite gerne als Community Guardian, aber am Anfang fiel es mir schwer, mir vorzustellen, dass Menschen und Wildtiere nebeneinander leben können, weil Löwen gefährlich sind“, erzählt Kamuchato. „Wenn Löwen Nutztiere töten oder Menschen bedrohen, ist die erste Reaktion, dass die Tiere unsere Feinde sind. Aber nach meiner Ausbildung und durch die Arbeit im Naturschutz begann ich das größere Bild zu sehen: Löwen sind nicht böse – auch sie versuchen zu überleben.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/community-guardian-lion-light-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-1024x683-1.jpg" alt="Ein Community Guardian installiert ein Lion Light zum Schutz von Nutztieren vor Löwen." class="wp-image-6788" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/community-guardian-lion-light-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-1024x683-1.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/community-guardian-lion-light-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-300x200-1.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/community-guardian-lion-light-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-768x512-1.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/community-guardian-lion-light-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-639x426-1.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/community-guardian-lion-light-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Community Guardian installiert ein „Lion Light“. Die solarbetriebenen Lichter sollen Löwen von Viehgehegen fernhalten. (Foto: mit freundlicher Genehmigung des Whitley Fund for Nature)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der 31-jährige Knowledge Chiriga aus dem Dorf Nebiri im Distrikt Nyaminyami sieht im Schutz der Löwen einen Weg, die Konflikte in seiner Heimat zu verringern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin im Dorf Nebiri aufgewachsen, etwa sieben Kilometer vom Matusadona-Nationalpark entfernt, und habe seit meiner frühen Kindheit viele Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren erlebt“, meint Chiriga. Lange habe er nicht geglaubt, dass es ein Programm geben könnte, das den Gemeinden beim Umgang mit Löwen hilft. Als sich die Möglichkeit bot, sich bei Wildlife Conservation Action zum Community Guardian ausbilden zu lassen, habe er sie sofort genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Löwen sind Teil unseres Ökosystems und unseres Erbes. Sie zu schützen bedeutet nicht, die Gefahr zu ignorieren, sondern Wege zu finden, Menschen und Löwen zu schützen“, sagt Chiriga. „Heute bin ich stolz darauf, dass ich meiner Gemeinde helfen kann, sicherer zu leben. Mit besseren Schutzmaßnahmen können wir neben Löwen leben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 29-jährige Lweetelelo Mugande aus dem Dorf Chitongo im Distrikt Binga bestätigt, dass es zunächst schwierig war, Akzeptanz für ihre Arbeit zu finden. Manche Bewohner*innen hätten gefragt, warum Tiere geschützt werden sollten, die Menschen Schaden zufügen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mit der Zeit änderten sich die Einstellungen, weil wir bei Konflikten vor Ort waren, beim Aufbau mobiler Gehege halfen und erklärten, wie Naturschutz Arbeitsplätze und Unterstützung bringen kann“, erzählt Mugande. „Heute rufen uns viele Menschen an, wenn es ein Problem gibt. Sie sehen, dass wir aus demselben Dorf kommen, dass auch wir Vieh und Familien hier haben und gemeinsam nach Lösungen suchen. Das Vertrauen wächst, aber wir müssen noch viel Aufklärungsarbeit leisten.“</p>



<h2 id="h-whitley-award-fur-mbizah" class="wp-block-heading">Whitley Award für Mbizah</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 2026 wurde Mbizah für ihre Arbeit mit einem <a href="https://whitleyaward.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Whitley Award</a> ausgezeichnet. Der renommierte Naturschutzpreis, häufig auch als „Grüner Oscar“ bezeichnet, wird vom britischen Whitley Fund for Nature unter der Schirmherrschaft von Prinzessin Anne vergeben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/whitley-award-princess-anne-moreangels-mbiza-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-1024x683.jpg" alt="Prinzessin Anne überreicht Moreangels Mbizah den Whitley Award 2026" class="wp-image-6787" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/whitley-award-princess-anne-moreangels-mbiza-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/whitley-award-princess-anne-moreangels-mbiza-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-639x426.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/whitley-award-princess-anne-moreangels-mbiza-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/whitley-award-princess-anne-moreangels-mbiza-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/whitley-award-princess-anne-moreangels-mbiza-c-whitely-fund-for-nature-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Prinzessin Anne, Schirmherrin des Whitley Fund for Nature, überreicht Moreangels Mbizah im April 2026 den Whitley Award. (Foto: mit freundlicher Genehmigung des Whitely Fund for Nature)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auszeichnung ermöglicht Mbizah, ihre Arbeit auf weitere Gebiete Simbabwes auszuweiten. „Die Menschen vor Ort haben eine kulturelle Verbindung zu den Wildtieren und respektieren sie, aber damit sind auch Risiken verbunden. Darin liegt die Herausforderung“, erklärt Mbizah. „Wenn wir diese Risiken reduzieren können, können die Menschen die Anwesenheit von Wildtieren auf ihrem gemeinschaftlich genutzten Land eher akzeptieren. Wo es Konflikte gibt, wollen die Menschen keine Löwen, weil diese Auswirkungen auf ihr Leben, ihre Lebensgrundlagen und ihr Vieh haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Löwenbestände in Afrika sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Die jüngste IUCN-Bewertung geht von einem Rückgang um rund 36 Prozent innerhalb von drei Löwengenerationen – etwa 21 Jahren – aus. Heute leben Schätzungen zufolge noch rund 20.000 bis 25.000 Löwen in Afrika.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig ist die Art aus mehr als 90 Prozent ihres historischen Verbreitungsgebiets verschwunden. Zu den wichtigsten Ursachen zählen der Verlust und die Zerschneidung von Lebensräumen, der Rückgang natürlicher Beutetiere sowie Konflikte mit Menschen, bei denen Löwen unter anderem nach Angriffen auf Nutztiere getötet werden.</p>



<h2 id="h-wer-menschen-schutzt-schutzt-auch-lowen" class="wp-block-heading">Wer Menschen schützt, schützt auch Löwen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mbizah wendet sich gegen die Vorstellung, Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung ließen sich voneinander trennen. Ihre Arbeit verbindet deshalb Artenschutz mit der Verbesserung der Lebensbedingungen in den Gemeinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir helfen den Gemeinden, Wildtiere zu schützen, indem wir ihre Lebensgrundlagen verbessern“, sagt sie. „Wenn es den Menschen gut geht, sind sie eher bereit, sich am Naturschutz zu beteiligen und die Wildtiere in ihrer Umgebung zu schützen. Wir können nicht einfach Arten schützen, ohne auch die Menschen zu schützen, die diese Arten schützen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Mbizah liegt darin der Kern ihres Ansatzes: „Wer Leben und Lebensgrundlagen schützt, schützt letztlich auch die Löwen.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Die simbabwische Naturschützerin Moreangels Mbizah, Gründerin von Wildlife Conservation Action (Foto: mit freundlicher Genehmigung des Whitely Fund for Nature)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Afrika in wahrer Größe</title>
		<link>https://afrika.info/afrika-in-wahrer-groesse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 09:16:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Togo]]></category>
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		<category><![CDATA[Afrikanische Union]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Afrika erscheint auf vielen Weltkarten zu klein. Eine Resolution der UN-Generalversammlung fordert nun eine realistischere Darstellung der Größenverhältnisse. Die "Kleine Zeitung" hat afrika.info-Gründer Martin Sturmer gefragt, warum die Debatte weit über Kartografie hinausgeht.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Afrika erscheint auf vielen Weltkarten zu klein. Eine Resolution der UN-Generalversammlung fordert nun eine realistischere Darstellung der Größenverhältnisse. Die &#8222;Kleine Zeitung&#8220; hat afrika.info-Gründer Martin Sturmer gefragt, warum die Debatte weit über Kartografie hinausgeht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Redaktion | 14. September 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">164 Staaten stimmten am 4. September 2026 in der UN-Generalversammlung für die Resolution <a href="https://docs.un.org/en/A/80/L.104" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Correct the Map&#8220;</a>. Sechs Staaten enthielten sich, nur die USA votierten dagegen. Togo hatte den Resolutionsentwurf im Namen der afrikanischen Staaten eingebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mittelpunkt der Debatte steht die <strong>Mercator-Projektion</strong>. Der flämische Kartograf Gerhard Mercator entwickelte sie 1569 vor allem für die Navigation auf See. Ihr entscheidender Vorteil: Ein konstanter Kompasskurs lässt sich auf der Karte als gerade Linie darstellen. Dafür nimmt die Projektion erhebliche Verzerrungen bei den Flächen in Kauf.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/weltkarte-mercator-projektion-shutterstock-1200-764.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="652" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/weltkarte-mercator-projektion-shutterstock-1200-764-1024x652.jpg" alt="Weltkarte in der Mercator-Projektion" class="wp-image-6814" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/weltkarte-mercator-projektion-shutterstock-1200-764-1024x652.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/weltkarte-mercator-projektion-shutterstock-1200-764-300x191.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/weltkarte-mercator-projektion-shutterstock-1200-764-766x488.jpg 766w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/weltkarte-mercator-projektion-shutterstock-1200-764-639x407.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/weltkarte-mercator-projektion-shutterstock-1200-764.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Weltkarte in der Mercator-Projektion: Mit zunehmender Entfernung vom Äquator werden Flächen immer stärker vergrößert. Grönland wirkt dadurch so groß wie Afrika, obwohl der afrikanische Kontinent etwa 14-mal größer ist. (Karte: Shutterstock.com / Bardocz Peter)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Je weiter man sich vom Äquator entfernt, desto stärker werden Gebiete vergrößert. Afrika wird dabei streng genommen nicht verkleinert. Vielmehr erscheinen Europa, Nordamerika, Russland und insbesondere Grönland im Verhältnis deutlich größer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie stark das unsere Wahrnehmung beeinflussen kann, zeigt ein einfacher Vergleich: Afrika umfasst mehr als 30 Millionen Quadratkilometer und damit etwa ein Fünftel der gesamten Landfläche unseres Planeten. Die USA, China und Europa würden gemeinsam in Afrika Platz finden.</p>



<h2 id="h-eine-alte-debatte-bekommt-politischen-ruckenwind" class="wp-block-heading">Eine alte Debatte bekommt politischen Rückenwind</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kritik an der Mercator-Projektion ist keineswegs neu. Kartograf*innen diskutieren seit Jahrzehnten über geeignetere Projektionen für allgemeine Weltkarten. Auch verwenden viele Schulatlanten längst Darstellungen, bei denen die Größenverhältnisse wesentlich ausgewogener erscheinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neu ist jedoch, dass die Debatte nun von Afrika selbst mit großem politischen Nachdruck auf die internationale Bühne gebracht wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Kritik an der Mercator-Projektion ist keineswegs neu, das Thema wird seit Jahrzehnten diskutiert. Neu ist jedoch, dass sie nun von Afrika selbst politisch getragen und bis in die UN-Generalversammlung gebracht wurde“, erklärt Martin Sturmer im Interview mit der <a href="https://www.kleinezeitung.at/artikel/41247817/afrika-zu-wahrer-groesse-verhelfen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Kleinen Zeitung&#8220;</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter dieser Entwicklung steht auch die Kampagne<a href="https://correctthemap.org/"> <strong>Correct the Map</strong></a>. Sie wurde im April 2025 von den afrikanischen Organisationen <a href="https://africanofilter.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa No Filter</a> und <a href="https://www.speakupafrica.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Speak Up Africa</a> gestartet und setzt sich dafür ein, bei allgemeinen Weltkarten stärker auf flächentreue Darstellungen zu setzen. <br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterstützung erhielt die Initiative von der Afrikanischen Union. Togo übernahm schließlich eine führende diplomatische Rolle und brachte den Resolutionsentwurf im Namen der afrikanischen Staaten in die UN-Generalversammlung ein.</p>



<h2 id="h-equal-earth-als-alternative" class="wp-block-heading">Equal Earth als Alternative</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Correct the Map propagiert insbesondere die 2018 entwickelte <strong><a href="https://equal-earth.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Equal-Earth-Projektion</a></strong>. Anders als Mercator ist sie flächentreu: Die Größenverhältnisse der dargestellten Gebiete bleiben erhalten. Afrika erscheint dadurch in einem ganz anderen Verhältnis zu Europa oder Nordamerika, als wir es von klassischen Mercator-Weltkarten gewohnt sind.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/equal-earth-1200-638.jpg" target="_blank" rel=" noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="544" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/equal-earth-1200-638-1024x544.jpg" alt="Weltkarte in der Equal-Earth-Projektion" class="wp-image-6810" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/equal-earth-1200-638-1024x544.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/equal-earth-1200-638-300x160.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/equal-earth-1200-638-639x340.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/equal-earth-1200-638-767x408.jpg 767w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/equal-earth-1200-638.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Equal-Earth-Projektion stellt die Kontinente flächentreu dar und zeigt damit auch die tatsächlichen Größenverhältnisse Afrikas. (Karte: Tom Patterson / Equal Earth / Public Domain)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eine vollkommen „richtige“ zweidimensionale Weltkarte gibt es allerdings nicht. Die gekrümmte Oberfläche der Erde lässt sich nicht ohne Verzerrungen auf eine Ebene übertragen. Jede Kartenprojektion muss deshalb entscheiden, welche Eigenschaften sie möglichst genau bewahrt – Flächen, Formen, Winkel, Entfernungen oder Richtungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die UN-Resolution schreibt deshalb nicht vor, künftig ausschließlich Equal Earth zu verwenden. Sie unterstützt grundsätzlich eine stärkere Verwendung flächentreuer Projektionen, wenn die tatsächlichen Größenverhältnisse der Regionen der Erde dargestellt werden sollen.</p>



<h2 id="h-mehr-als-eine-frage-der-kartographie" class="wp-block-heading">Mehr als eine Frage der Kartographie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der wohl größte Nachholbedarf besteht im digitalen Raum. Google Maps und zahlreiche andere Kartendienste basieren in ihrer zweidimensionalen Darstellung auf <strong>Web Mercator</strong>, einer für digitale Anwendungen angepassten Variante der klassischen Mercator-Projektion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Sturmer steht hinter der aktuellen Initiative deshalb eine größere Entwicklung. „Afrika wird geopolitisch immer wichtiger und fordert zunehmend, auch in unserer Wahrnehmung angemessen repräsentiert zu werden“, sagt der Afrikanist in der &#8222;Kleinen Zeitung&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die UN-Abstimmung über „Correct the Map“ ist deshalb auch ein bemerkenswertes Signal dafür, dass Afrika selbstbewusster Einfluss darauf nimmt, wie der Kontinent international gesehen wird.</p>



<p class="afrika-hinweis wp-block-paragraph">Das vollständige Interview lesen Sie in der <a href="https://www.kleinezeitung.at/artikel/41247817/afrika-zu-wahrer-groesse-verhelfen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sonntagsausgabe der &#8222;Kleinen Zeitung&#8220; vom 13. September 2026</a> (Paywall).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/afrika-in-wahrer-groesse/">Afrika in wahrer Größe</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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		<title>Moove wird elftes Unicorn in Afrika</title>
		<link>https://afrika.info/moove-unicorn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2026 08:16:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
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		<category><![CDATA[Autonomes Fahren]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
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		<category><![CDATA[Moove]]></category>
		<category><![CDATA[Ride-Hailing]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das in Lagos gegründete Mobilitätsunternehmen Moove ist zum Unicorn aufgestiegen: Nach einer Finanzierungsrunde über 250 Millionen US-Dollar wird das Startup nun mit 2,1 Milliarden Dollar bewertet. Es ist das elfte "Einhorn" in Afrika.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/moove-unicorn/">Moove wird elftes Unicorn in Afrika</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das in Lagos gegründete Mobilitätsunternehmen Moove ist zum Unicorn aufgestiegen: Nach einer Finanzierungsrunde über 250 Millionen US-Dollar wird das Startup nun mit 2,1 Milliarden Dollar bewertet.</strong> <strong>Es ist das elfte &#8222;Einhorn&#8220; in Afrika.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 7. September 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberndorf bei Salzburg (afr) – Als Ladi Delano und Jide Odunsi <a href="https://www.moove.io/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Moove</a> 2020 in Lagos gründeten, wollten sie zunächst ein alltägliches Problem lösen: Viele Fahrer*innen für Ride-Hailing-Plattformen hatten kaum Zugang zu Krediten für den Kauf eines eigenen Fahrzeugs. Beim Ride-Hailing werden Fahrten über Plattformen wie Uber vermittelt, die Fahrer*innen und Fahrgäste über Apps zusammenbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moove entwickelte dafür ein Finanzierungsmodell, das unter anderem die tatsächlichen Einnahmen und die Produktivität der Fahrer*innen berücksichtigt. Das Unternehmen startete nach eigenen Angaben mit 76 Fahrzeugen in Lagos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind in Lagos mit einer einfachen Erkenntnis gestartet: Die Nachfrage nach Mobilität ist groß, aber das Angebot kann nicht wachsen, wenn Kapital, Technologie und Betrieb nicht zusammenspielen“, sagt Mitgründer und Co-CEO Ladi Delano anlässlich der jüngsten Finanzierungsrunde. (Quelle: <a href="https://www.mubadala.com/en/news/moove-raises-250-million-at-2-1-billion-valuation-to-scale-the-global-infrastructure-layer-for-autonomous-mobility" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mubadala</a>)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sechs Jahre später ist aus dieser Idee ein Unternehmen mit Milliardenbewertung geworden.</p>



<h2 id="h-250-millionen-us-dollar-frisches-kapital" class="wp-block-heading">250 Millionen US-Dollar frisches Kapital</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang August 2026 gab Moove eine weitere große Finanzierungsrunde über 250 Millionen US-Dollar bekannt. Die sogenannte Series-C-Runde richtet sich typischerweise an bereits etablierte Startups, die weiteres Wachstum finanzieren wollen. Die Unternehmensbewertung liegt nun bei 2,1 Milliarden US-Dollar. Damit überschreitet Moove deutlich die Milliardenschwelle, ab der nicht börsennotierte Startups als „Unicorns“ bezeichnet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi. Woven Capital, der Wachstumsfonds von Toyota, und Ion Pacific fungierten als Co-Lead-Investoren. Auch BlueCrest Capital Management und Sona Capital beteiligten sich. Zu den bisherigen Geldgebern von Moove zählen unter anderem Uber, BlackRock und die japanische Finanzgruppe MUFG.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moove ist damit das elfte von der Nachrichtenagentur afrika.info erfasste Startup, das in einem afrikanischen Land gegründet wurde und eine Milliardenbewertung erreicht hat. Sechs davon wurden in Nigeria gegründet: Jumia, Interswitch, OPay, Flutterwave, Andela und nun eben Moove.</p>



<h3 id="h-unicorns-in-afrika" class="wp-block-heading">Unicorns in Afrika</h3>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table><thead><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">Nummer</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Unternehmen</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Gründungsland</th><th class="has-text-align-center" data-align="center">Jahr</th></tr></thead><tbody><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://group.jumia.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jumia Group</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2016</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">2</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://www.interswitchgroup.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Interswitch</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2019</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">3</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://www.fawry.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fawry</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Ägypten</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2020</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">4</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://opayweb.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">OPay</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2021</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">5</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://www.wave.com/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wave Mobile Money</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Senegal</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2021</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">6</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://flutterwave.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flutterwave</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2021</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">7</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://andela.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Andela</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2021</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">8</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://mnt-halan.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MNT-Halan</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Ägypten</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2023</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">9</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://moniepoint.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Moniepoint</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2024</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">10</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://tyme.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tyme Group</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Südafrika</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2024</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">11</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://www.moove.io/">Moove</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2026</td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption">afrika.info, Stand: 7. September 2026</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufstieg ist auch deshalb bemerkenswert, weil Moove bei seiner Finanzierungsrunde 2024 noch mit rund 750 Millionen US-Dollar bewertet worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moove ist inzwischen kein ausschließlich nigerianisches Unternehmen mehr. Der Firmensitz befindet sich heute in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen in 29 Städten in 13 Ländern tätig, betreibt rund 42.000 Fahrzeuge und beschäftigt weltweit mehr als 2.000 Mitarbeiter*innen. Der annualisierte wiederkehrende Umsatz (Annual Recurring Revenue, ARR) soll laut Eigenangaben bei 420 Millionen US-Dollar liegen.</p>



<h2 id="h-autonomes-fahren-als-neues-geschaftsfeld" class="wp-block-heading">Autonomes Fahren als neues Geschäftsfeld</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geschäftsmodell hat sich in den letzten Jahren allerdings deutlich verändert. Die Finanzierung von Fahrzeugen für Ride-Hailing-Fahrer*innen bleibt zwar, doch Moove richtet seinen Blick zunehmend auf eine Technologie, bei der Fahrer*innen überhaupt nicht mehr vorgesehen sind: autonome Fahrzeuge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen will einen Teil des neuen Kapitals dafür einsetzen, selbstfahrende Fahrzeugflotten zu finanzieren und zu betreiben. Dazu baut Moove sogenannte „Nests“ – weitgehend automatisierte Betriebszentren, in denen autonome Fahrzeuge geladen, gewartet und für ihren Einsatz vorbereitet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Delano sieht darin einen neuen Infrastrukturmarkt. „Jede große technologische Revolution wird zu einem Wettlauf um Infrastruktur“, erklärte er anlässlich der Finanzierungsrunde. Für autonomes Fahren brauche es neben der Fahrzeugtechnologie unter anderem Flotten, Ladeinfrastruktur, Wartung, Datensysteme und einen Betrieb rund um die Uhr.</p>



<h2 id="h-partnerschaft-mit-waymo" class="wp-block-heading">Partnerschaft mit Waymo</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit Waymo, dem auf autonomes Fahren spezialisierten Unternehmen des Google-Mutterkonzerns Alphabet. Im Rahmen seiner Partnerschaft mit Waymo ist Moove bereits in Phoenix und Miami tätig; ein weiterer Einsatz in London ist angekündigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Finanzierungsrunde soll diesen Bereich erheblich ausbauen. Nach Angaben von Mitgründer Ladi Delano soll das Team um rund 350 Mitarbeiter*innen wachsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verschiebt sich die Identität von Moove. Das Unternehmen entstand als Fintech, das Menschen den Zugang zu Fahrzeugen erleichtern wollte. Nun möchte es zu einem wichtigen Dienstleister einer Mobilitätsbranche werden, in der autonome Flotten eine immer größere Rolle spielen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Delano ist das kein Bruch mit der ursprünglichen Idee. „Das ist keine Abkehr von unserer Mission, sondern ihr umfassendster Ausdruck“, sagte er zur neuen Strategie.</p>



<h2 id="h-nigeria-bleibt-wichtiger-startup-markt" class="wp-block-heading">Nigeria bleibt wichtiger Startup-Markt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mooves Milliardenbewertung fällt in eine Phase, in der sich die Finanzierung von Startups in afrikanischen Ländern nach dem deutlichen Rückgang der Jahre 2023 und 2024 wieder stabilisiert hat. Nach den von afrika.info ausgewerteten Daten wurden 2025 insgesamt 3,83 Milliarden US-Dollar in afrikanische Startups investiert – der dritthöchste Jahreswert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2015. Seit 2019 entfielen mehr als 80 Prozent der Investitionen auf die “Big Four” – Nigeria, Kenia, Südafrika und Ägypten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2026 ergibt sich bislang ein gemischteres Bild. Laut der auf afrikanische Startup-Finanzierungen spezialisierten Datenplattform “Africa: The Big Deal” nahmen Startups in afrikanischen Ländern im ersten Halbjahr rund 1,36 Milliarden US-Dollar auf – sechs Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2025. Auffällig war die Konzentration auf wenige große Finanzierungsrunden. Fintech sowie Logistik und Transport vereinten 76 Prozent des eingesammelten Kapitals auf sich. (Ende)</p>



<p class="afrika-hinweis wp-block-paragraph">afrika.info beobachtet seit dem Jahr 2015 die Entwicklung der Startup-Ökosysteme in afrikanischen Ländern. Unser <a href="https://afrika.info/leistungen/innovation-scouting/">Innovation Scouting</a> erfasst Investitionstrends, wichtige Märkte und Sektoren sowie die Entwicklung der Unicorns.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Straßenverkehr in Lagos, Nigeria, mit Wegweisern nach Victoria Island und Ikoyi (Foto: Tolu Owoeye, Shutterstock.com)</p>
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		<title>Fremdenfeindlichkeit bremst Entwicklung</title>
		<link>https://afrika.info/fremdenfeindlichkeit-suedafrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2026 09:40:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdenfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[SDGs]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Xenophobie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://afrika.info/?p=6715</guid>

					<description><![CDATA[<p>Fremdenfeindlichkeit in Südafrika hat Zehntausende Migrantin*innen aus anderen afrikanischen Ländern zur Rückkehr in ihre Heimat gezwungen. Die Gewalt löst nicht nur eine humanitäre Krise aus, sondern gefährdet auch Entwicklungsziele und Afrikas Vision einer stärkeren regionalen Integration.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Fremdenfeindlichkeit in Südafrika</strong> hat Zehntausende Migrantin*innen aus anderen afrikanischen Ländern zur Rückkehr in ihre Heimat gezwungen. Die Gewalt löst nicht nur eine humanitäre Krise aus, sondern gefährdet auch Entwicklungsziele und Afrikas Vision einer stärkeren regionalen Integration.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Charles Mpaka | 1. September 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blantyre, Malawi (IPS/afr) – Als Rahim Ali Ende Juli in sein Heimatdorf im zentralmalawischen Distrikt Dowa zurückkehrte, lagen sieben Jahre in Südafrika hinter ihm. „Es ist eine Erleichterung, und ich bin der Regierung dankbar, dass sie mich sicher nach Hause gebracht hat“, erzählt der 33-Jährige gegenüber der Nachrichtenagentur IPS. „Die Lage in Südafrika war schrecklich, und viele von uns hatten keine Möglichkeit, dieser Gewalt zu entkommen.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ali gehörte zu Zehntausenden Malawier*innen, die in den vergangenen Monaten aus Südafrika zurückkehrten. Nach Angaben der malawischen Katastrophenschutzbehörde hatte die Regierung bis zum Abschluss ihrer Rückholaktion am 12. August 56.723 Staatsbürger*innen nach Malawi gebracht. Fast 900 Busse waren dafür über mehrere Monate im Einsatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Malawi drängen jedes Jahr bis zu 270.000 junge Menschen auf den Arbeitsmarkt. Ihnen stehen nach<a href="https://www.worldbank.org/en/news/press-release/2026/02/24/malawi-economic-monitor-stabilizing-the-economy-to-unlock-private-investment-and-create-jobs" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> jüngsten Daten der Weltbank</a> lediglich rund 40.000 neue formelle Arbeitsplätze gegenüber, die die malawische Wirtschaft jährlich schafft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Rahim Ali keine reguläre Beschäftigung fand, verdingte er sich auf Mais- und Tabakfeldern in seiner Umgebung, rodete Land und half bei der Ernte. 2013 brachte er genug Geld zusammen, um einen Friseursalon zu eröffnen. In seinem ländlichen Heimatort lud er außerdem Mobiltelefone auf und verkaufte Ladegeräte und Batterien. Das Einkommen sei nicht hoch gewesen, erzählt er, habe aber gereicht, um ein kleines Haus zu mieten und für sich selbst zu sorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Tod seines Vaters im Jahr 2017 brach diese bescheidene Unabhängigkeit zusammen. Als Ältester der Familie musste Rahim Ali nun für seine zwei Schwestern und seinen Bruder sorgen – für Essen, Kleidung und Schulgebühren. „Mit dem Einkommen aus einem Friseursalon wurde es für uns wirklich schwierig“, erinnert er sich.</p>



<h2 id="h-zwischen-ausbeutung-und-hoffnung" class="wp-block-heading">Zwischen Ausbeutung und Hoffnung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">2019 lud ihn ein ehemaliger Schulkollege ein, ihm nach Südafrika zu folgen. Rahim Ali zögerte keine Sekunde. Gemeinsam mit seinem Freund arbeitete er auf einer Erdbeerfarm in Johannesburg, wo er damals 412 Rand pro Woche (rund 27 Euro) verdiente.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den folgenden fünf Jahren fand Rahim Ali auf verschiedenen Farmen Beschäftigung. Die Arbeit sei hart gewesen. Vorgesetzte hätten „uns einfach ausgepeitscht und uns in einer Sprache beschimpft, die wir nicht verstanden“. Pausen habe es kaum gegeben. Wer krankheitsbedingt nicht arbeiten konnte, bekam keinen Lohn. Arbeitsplatzsicherheit habe es ebenfalls nicht gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Trotzdem war der Lohn besser als das, was ich für eine ähnliche Arbeit hier in Malawi bekommen hätte“, sagt Rahim Ali. „Außerdem sind die Lebenshaltungskosten dort deutlich niedriger. Deshalb konnte ich Geld sparen und meine Geschwister unterstützen.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-migranten-malawi-c-alaister-russell-ips-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-6717" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-migranten-malawi-c-alaister-russell-ips-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-migranten-malawi-c-alaister-russell-ips-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-migranten-malawi-c-alaister-russell-ips-1200-800-639x426.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-migranten-malawi-c-alaister-russell-ips-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-migranten-malawi-c-alaister-russell-ips-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Malawische Migrant*innen warten am 29. Juni 2026 vor dem malawischen Konsulat in Woodmead, Johannesburg, auf die Abfahrt eines Busses im Rahmen der Rückführungsmaßnahmen. (Foto: Alaister Russell/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">2024 fand er eine neue Stelle als Hilfskraft in einem Geschäft eines indischen Eigentümers, das Solarmodule verkaufte. Im Mai 2026 drang eine Gruppe südafrikanischer Bürger*innen in den Laden ein und forderte den Besitzer auf, seine aus anderen afrikanischen Ländern stammenden Beschäftigten zu entlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rahim Ali verlor seinen Arbeitsplatz und konnte bald weder Lebensmittel noch seine Miete bezahlen. Sein Vermieter setzte ihn vor die Tür. Schließlich schloss er sich seinen Landsleuten an, die beim malawischen Konsulat kampierten, wo die Regierung ihre Rückkehr in ihr Heimatland organisierte.</p>



<h2 id="h-wiederkehrende-fremdenfeindliche-gewalt" class="wp-block-heading">Wiederkehrende fremdenfeindliche Gewalt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mobilisiert von der Bewegung „March and March“ vertrieben südafrikanische Bürger zwischen April und Juni 2026 Ausländer*innen aus ihren Wohnungen und von ihren Arbeitsplätzen. Nach eigener Darstellung richtete sich die Aktion gegen Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war nicht das erste Mal, dass Südafrika von fremdenfeindlicher Gewalt erschüttert wurde. 2008 kamen innerhalb von zwei Wochen mehr als 60 ausländische Staatsangehörige ums Leben, mindestens 100.000 Menschen wurden vertrieben. 2019 setzte eine abgespaltene Gewerkschaft südafrikanischer Lkw-Fahrer Hunderte Lastwagen in Brand, um die Entlassung ausländischer Fahrer zu erzwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 2022 und 2025 registrierte <a href="https://www.xenowatch.ac.za/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Xenowatch</a>, eine Plattform zur Beobachtung fremdenfeindlicher Diskriminierung in Südafrika, 406 fremdenfeindliche Vorfälle. 75 davon endeten tödlich. Allein 2025 wurden 151 Vorfälle registriert. Zwischen Januar und Mai 2026 bestätigte Xenowatch 22 Fälle, 14 davon waren gewalttätig.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-anti-migration-marsch-jabulani-soweto-c-alaister-russell-ips-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-6716" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-anti-migration-marsch-jabulani-soweto-c-alaister-russell-ips-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-anti-migration-marsch-jabulani-soweto-c-alaister-russell-ips-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-anti-migration-marsch-jabulani-soweto-c-alaister-russell-ips-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-anti-migration-marsch-jabulani-soweto-c-alaister-russell-ips-1200-800-639x426.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-anti-migration-marsch-jabulani-soweto-c-alaister-russell-ips-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Teilnehmer*innen einer Demonstration gegen Migrant*innen ziehen am 29. Juni 2026 durch Jabulani in Soweto. (Foto: Alaister Russell/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Als die jüngste Gewaltwelle eskalierte, erklärte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa, Opportunisten hätten die wirtschaftliche Frustration vieler Südafrikaner*innen ausgenutzt und die Proteste angeheizt. Die Gewalt entspreche nicht der Politik der südafrikanischen Regierung gegenüber ausländischen Staatsangehörigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ramaphosa erklärte allerdings auch, illegale Migration belaste den Wohnungs- und Gesundheitssektor des Landes. Seine Regierung werde dagegen „im Rahmen des Gesetzes“ vorgehen.</p>



<h2 id="h-kritik-am-umgang-der-regierung" class="wp-block-heading">Kritik am Umgang der Regierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Loren Landau, Mitbegründer von Xenowatch, wirft der Regierung vor, nicht konsequent genug gegen die Organisator*innen fremdenfeindlicher Mobilisierungen einzuschreiten. „Zunächst sagt die Regierung, es gebe keine Fremdenfeindlichkeit, sondern Frustration, Fehlinformationen und Kriminelle – und man werde dagegen vorgehen. Gleichzeitig kündigt sie an, einige der von March and March angesprochenen Probleme aufzugreifen: stärkere Grenzkontrollen, mehr Abschiebungen und verstärkte Kontrollen am Arbeitsplatz“, meint Landau gegenüber IPS.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solange die Verantwortlichen für fremdenfeindliche Kampagnen nicht zur Verantwortung gezogen würden, so Landau, würden sie Migrant*innen weiterhin für ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen oder zur Erlangung politischer Macht instrumentalisieren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Landau ergänzt, dass die Schwere der jüngsten fremdenfeindlichen Angriffe und die daraus resultierenden Rückführungen hätten Südafrikas Ruf auf dem Kontinent „stark geschädigt“ und die Prozesse der regionalen Integration in den Bereichen Arbeit, Handel und Investitionen zurückgeworfen haben.</p>



<h2 id="h-fremdenfeindlichkeit-gefahrdet-die-entwicklungsziele" class="wp-block-heading">Fremdenfeindlichkeit gefährdet die Entwicklungsziele</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kester Chuwuma Onor argumentiert in seiner Forschungsarbeit „<a href="https://www.researchgate.net/publication/398890742_Xenophobia_In_South_Africa_and_the_Realities_of_Actualizing_SDG_8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Xenophobia In South Africa and the Realities of Actualising SDG 8</a>“ , dass Südafrika ohne Frieden und Partnerschaft mit anderen Ländern große Schwierigkeiten haben werde, die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Dies gelte insbesondere für SDG 8, das menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum zum Ziel hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen und sehen auch SDG 1 – die Beendigung von Armut – gefährdet. Justice K. Musya und Eric Blanco Niyitunga argumentieren in ihrer Studie „<a href="https://ujcontent.uj.ac.za/esploro/outputs/journalArticle/Xenophobia-as-a-barrier-to-South/9958708707691" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Xenophobia as a Barrier to South Africa’s National Development Plan and SDGs</a>“, dass fremdenfeindliche Angriffe die Geschäfte ausländischer Unternehmen beeinträchtigen und diese dazu veranlassen, das Land zu verlassen. Dies führe zu Arbeitsplatzverlusten, steigender Arbeitslosigkeit und negativen Folgen für das Wirtschaftswachstum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer <a href="https://www.afrobarometer.org/feature/african-insights-2026-beyond-borders-citizen-perspectives-on-a-shifting-global-order/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">aktuellen Umfrage</a> stellte das panafrikanische Forschungsnetzwerk Afrobarometer fest, dass 56 Prozent der Afrikanerinnen und Afrikaner die Freizügigkeit über Staatsgrenzen hinweg unterstützen, damit Menschen in anderen Ländern leben und arbeiten können. Mindestens 40 Prozent sprachen sich hingegen dafür aus, die grenzüberschreitende Mobilität einzuschränken, um Arbeitsplätze und andere Chancen zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Boniface Dulani, Afrobarometer-Forscher und Politikwissenschaftler an der University of Malawi, befürchtet, dass die jüngsten massenhaften Vertreibungen in Südafrika bei vielen Menschen auf dem Kontinent den Eindruck verstärken werden, die regionalen und kontinentalen Bestrebungen nach stärkerer Integration und grenzüberschreitender Freizügigkeit existierten nur auf dem Papier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass die südafrikanische Regierung die Verantwortlichen für die jüngste Gewalt nicht festgenommen und strafrechtlich verfolgt habe, führt Dulani auch auf wahltaktische Überlegungen zurück. In Südafrika finden im November 2026 Kommunalwahlen statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Angesichts der angespannten politischen Lage in einem wichtigen Wahljahr muss die Untätigkeit der Regierung auch vor dem Hintergrund gesehen werden, dass ein hartes Vorgehen von Teilen der Opposition politisch ausgeschlachtet werden könnte“, sagt Dulani.</p>



<h2 id="h-streit-um-die-kosten-der-ruckfuhrungen" class="wp-block-heading">Streit um die Kosten der Rückführungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das südafrikanische Innenministerium hat inzwischen von Malawi sowie von Äthiopien und Nigeria die Erstattung von fast 300 Millionen Rand – rund 19 Millionen US-Dollar – verlangt. Diese Summe habe Südafrika nach eigenen Angaben für die Rückführung von mindestens 82.000 ausländischen Staatsangehörigen aufgewendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Landau zufolge steht diese Forderung in direktem Widerspruch zu Ramaphosas Ankündigung, nach den Protesten die Beziehungen zu den Ländern der Region wieder verbessern zu wollen: „Dann diese Rechnung zu schicken, ist eine Beleidigung. Man tritt jemanden noch, wenn er bereits am Boden liegt. Aber das geschieht aus innenpolitischen Gründen, um zu zeigen, dass die Regierung die Interessen Südafrikas an die erste Stelle setzt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Malawi wiederum schlugen Parlamentsabgeordnete auf dem Höhepunkt der Rückholaktion, die die Regierung nach eigenen Angaben fast fünf Millionen US-Dollar kostete, ein Verbot vor: Malawier*innen sollten nicht mehr ohne gültige Dokumente nach Südafrika reisen dürfen, um dort im informellen Sektor Arbeit zu suchen.</p>



<h2 id="h-neustart-in-malawi" class="wp-block-heading">Neustart in Malawi</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Rahim Ali haben die politischen Debatten unmittelbare Folgen. Als er 2019 nach Südafrika kam, besaß er einen Pass und erhielt an der Grenze ein 30-Tage-Visum. Nach dessen Ablauf geriet er in einen irregulären Aufenthaltsstatus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade das habe ihn gegenüber Arbeitgebern besonders verletzlich gemacht, erklärt er. Wer ohne gültige Aufenthaltserlaubnis arbeite, könne sich gegen Verstöße gegen Arbeitsrechte kaum wehren, ohne zugleich eine Festnahme oder Abschiebung zu riskieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Südafrika will er nicht zurückkehren. Während seiner Jahre dort hatte Rahmin Ali in Malawi ein Grundstück gekauft, auf dem er später ein Haus bauen wollte. Nun möchte er es verkaufen und mit dem Erlös ein kleines Unternehmen gründen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hoffe, dass es funktioniert“, sagt er. „Ich habe genug von dieser Gewalt gesehen.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Einige der mehr als 56.000 Menschen, die von der malawischen Regierung aus Südafrika zurückgeholt wurden, erhalten nach ihrer Ankunft Unterstützung. (Foto: Thomas Kachere/IPS)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Gold für eine selbstbestimmte Zukunft</title>
		<link>https://afrika.info/josephine-sembeyo-gold-kenia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 06:59:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[FGM]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Leichtathlethik]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die junge Kenianerin Josephine Sembeyo Mancha hat bei der U20-Weltmeisterschaft in Oregon Gold über 1.500 Meter gewonnen. Ausgebildet wurde sie im Magnolia Athletics Camp am Fuß des Kilimandscharo, das jungen Läuferinnen Sport und Schulbildung ermöglichen will.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die junge Kenianerin Josephine Sembeyo Mancha hat bei der U20-Weltmeisterschaft in Oregon Gold über 1.500 Meter gewonnen. Ausgebildet wurde sie im Magnolia Athletics Camp am Fuß des Kilimandscharo, das jungen Läuferinnen Sport und Schulbildung ermöglichen will. Doch ausgerechnet zum Zeitpunkt ihres größten Erfolgs ist die Zukunft des Camps ungewiss: Nach einem Streit um Eigentumsverhältnisse ist der Betrieb derzeit ausgesetzt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Robert Kibet und Martin Sturmer | 24. August 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Loitokitok, Kenia (IPS/afr) – Es war ein äußerst knappes Finale: Am 9. August gewann Josephine Sembeyo Mancha bei der <a href="https://worldathletics.org/news/previews/day-five-women-track-oregon-26" target="_blank" rel="noreferrer noopener">U20-Weltmeisterschaft in Eugene, Oregon</a> Gold über 1.500 Meter. Die 19-jährige Kenianerin setzte sich in 4:16,73 Minuten mit nur vier Hundertstelsekunden Vorsprung vor der US-Amerikanerin Claire Stegall durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Sembeyo ist der Titel der bislang größte Erfolg ihrer jungen Karriere. Doch ihre Geschichte handelt von mehr als sportlichem Erfolg. Sie trainierte im <a href="https://www.magnoliaathleticcamp.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Magnolia Athletics Camp</a> in Loitokitok am Fuß des Kilimandscharo. Das Camp unterstützte junge Läuferinnen dabei, Leistungssport und Schulbildung miteinander zu verbinden. Einige von ihnen fanden dort zugleich einen Weg aus Frühverheiratung und weiblicher Genitalverstümmelung.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Kenya’s Josephine Sembeyo Mancha Wins Gold in Thrilling 1500m Final | U20 World Championships" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/diThJmYoUHM?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen ist der Betrieb des Camps allerdings ausgesetzt. Gründer Robert Saruni führt die Schließung auf einen internen Streit um Eigentumsverhältnisse zurück. Gegenüber der kenianischen Nachrichtenplattform <a href="https://citizen.digital/article/magnolia-camp-closure-due-to-land-tussle-says-saruni-n388520" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Citizen Digital</a> erklärte er, die Mädchen seien zunächst in den Aprilferien nach Hause geschickt worden, während der Konflikt geklärt werden sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Sarunis Darstellung schaltete sich daraufhin die staatliche Kinderbehörde ein. Da zu diesem Zeitpunkt erforderliche Unterlagen für den Betrieb einer Einrichtung, in der Minderjährige untergebracht werden, nicht vorgelegen hätten und zugleich der Streit um das Camp andauerte, habe die Behörde die Schließung angeordnet. Saruni hofft nach eigenen Angaben, dass die offenen Fragen geklärt werden und die Athletinnen künftig wieder in der Einrichtung trainieren können.</p>



<h2 id="h-sport-und-schule-unter-einem-dach" class="wp-block-heading">Sport und Schule unter einem Dach</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als IPS-Reporter Robert Kibet das Magnolia Athletics Camp wenige Wochen vor Sembeyos Goldmedaille besuchte, lebten und trainierten dort 45 Mädchen und junge Frauen aus Familien, deren Lebensgrundlage traditionell die Viehhaltung ist. Das Programm finanzierte Schulbildung, Unterkunft, Verpflegung und sportliches Training.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch vor der Weltmeisterschaft hatte Sembeyo gegenüber IPS davon gesprochen, was der Sport und das Camp für sie und ihre Familie bedeuteten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Leben war für uns nicht einfach“, erzählt Sembeyo. Ihr Vater habe eine zweite Frau geheiratet und ihre Mutter mit den Kindern zurückgelassen. „Was meine Mutter durchgemacht hat, motiviert mich jeden Tag. Ich möchte im Sport und in der Ausbildung erfolgreich sein, damit ich eines Tages sie und meine Geschwister unterstützen kann.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trainer Andrew Lesuuda sagte damals, das Camp sei nicht allein mit dem Ziel gegründet worden, Lauftalente zu entdecken. Es sollte den Teilnehmerinnen auch ermöglichen, ihre Ausbildung fortzusetzen und persönliche Perspektiven zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Leichtathletik gibt ihnen die Möglichkeit zu träumen, aber Bildung schafft die Grundlage für eine Zukunft jenseits des Sports“, erklärte Lesuuda.</p>



<h2 id="h-sport-gegen-fruhverheiratung-und-fgm" class="wp-block-heading">Sport gegen Frühverheiratung und FGM</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einige der Mädchen, die nach Magnolia kamen, stammen aus Gemeinschaften, in denen ihre Bildungs- und Zukunftschancen eingeschränkt sind. Zu den Risiken zählen Frühverheiratung und weibliche Genitalverstümmelung (FGM).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von <a href="https://www.unicef.org/press-releases/over-230-million-girls-and-women-alive-today-have-been-subjected-female-genital" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UNICEF</a> haben weltweit mehr als 230 Millionen heute lebende Mädchen und Frauen FGM erfahren. Obwohl die Praxis in vielen Ländern zurückgeht, reichen die bisherigen Fortschritte nicht aus, um das UN-Nachhaltigkeitsziel zu erreichen, FGM bis 2030 zu beenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia ist weibliche Genitalverstümmelung seit 2011 verboten. Dennoch wird die Praxis weiterhin ausgeübt, wobei es erhebliche regionale Unterschiede gibt. Nach der <a href="https://www.knbs.or.ke/reports/kdhs-2022/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kenya Demographic and Health Survey</a> von 2022 haben 15 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren FGM erfahren. 2014 waren es noch 21 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Daten zeigen zugleich deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Bei den 15- bis 19-Jährigen lag der Anteil 2022 bei neun Prozent, bei Frauen zwischen 45 und 49 Jahren bei 23 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation der Mädchen in Kenia steht dabei in einem größeren Zusammenhang. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ltgGhDMKa_Q" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sarah Hendriks</a> von UN Women verweist darauf, dass bislang kein Staat der Welt vollständige rechtliche Gleichstellung zwischen Frauen und Männern erreicht hat. In fast drei Viertel aller Staaten ermöglichen die gesetzlichen Rahmenbedingungen weiterhin Kinderehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Mädchen aus benachteiligten Gemeinschaften können Bildung und wirtschaftliche Perspektiven deshalb entscheidend sein, um ihren eigenen Lebensweg bestimmen zu können.</p>



<h2 id="h-eine-zweite-chance-durch-das-laufen" class="wp-block-heading">Eine zweite Chance durch das Laufen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sembeyo befürchtete nach eigenen Angaben vor ihrer Aufnahme in das Camp, ihre Schulbildung abbrechen zu müssen und früh verheiratet zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne Magnolia, glaubt sie, hätte sich ihr Leben völlig anders entwickelt. Im Camp habe sie die Möglichkeit bekommen, weiter zur Schule zu gehen, zu trainieren und Zukunftspläne zu entwickeln.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-1024x683.jpg" alt="Läuferinnen des Magnolia Athletics Camp beim Training in Loitokitok" class="wp-image-6514" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-639x426.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Läuferinnen des Magnolia Athletics Camp bei ihrem täglichen Training in Loitokitok, Kenia. (Foto: Robert Kibet/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Alltag begann noch vor Sonnenaufgang mit dem ersten Lauftraining. Danach besuchte sie die Schule. Am Nachmittag folgte eine weitere Trainingseinheit, am Abend standen Hausaufgaben an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Training bringe sie ihrem Traum ein Stück näher, erzählte Sembeyo damals – und der Möglichkeit, das Leben ihrer Familie zu verändern.</p>



<h2 id="h-wenn-die-durre-zukunftschancen-bedroht" class="wp-block-heading">Wenn die Dürre Zukunftschancen bedroht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch für andere Teilnehmerinnen war das Camp eng mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft verbunden. Jeska Lenawatop, eine 1.500-Meter-Läuferin aus dem Dorf Lkuroto im Samburu County im Norden Kenias, half vor ihrer Aufnahme in Magnolia ihrer Familie bei der Versorgung von Ziegen und Schafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Viehhaltung bildet für viele Familien in der Region die wirtschaftliche Lebensgrundlage. Wiederkehrende Dürren haben jedoch große Viehbestände vernichtet und damit den wirtschaftlichen Druck auf die Haushalte erhöht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lenawatop erzählt, dass auch ihre Familie Tiere und damit einen wichtigen Teil ihres Einkommens verloren habe. Ihre eigenen Zukunftsaussichten seien dadurch immer unsicherer geworden. „Dieses Camp gab mir die Chance, weiter zur Schule zu gehen und meine Ziele zu verfolgen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnliche Erfahrungen schildert Felister Naimutie, die über 400 und 800 Meter antritt und aus Lolgorian in Kilgoris stammt. Sie habe erlebt, wie Dürren das Leben vieler Familien erschwerten und die Zukunftsmöglichkeiten von Mädchen zusätzlich einschränkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bildung und Leichtathletik hätten ihr neue Perspektiven eröffnet. Das Camp sei für sie deshalb weit mehr als ein Trainingszentrum.</p>



<h2 id="h-mehr-als-nachwuchsforderung" class="wp-block-heading">Mehr als Nachwuchsförderung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der kenianische Leichtathletikverband <a href="https://www.athleticskenya.or.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Athletics Kenya</a> unterstützt Programme wie Magnolia. Barnaba Korir, zuständig für die Nachwuchsförderung, betont, dass sie jungen Talenten nicht nur sportliche Perspektiven eröffnen, sondern ihnen auch ermöglichen, weiter zur Schule zu gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sport könne jungen Menschen Selbstvertrauen vermitteln, Führungsqualitäten stärken und neue Möglichkeiten eröffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Zeitpunkt von Kibets Besuch arbeitete das Magnolia Athletics Camp nach eigenen Angaben auch mit Eltern, Lehrer*innen, lokalen Führungspersönlichkeiten und Aktivist*innen gegen FGM zusammen. Ziel war es, Familien von der Bedeutung der Schulbildung für Mädchen zu überzeugen und Praktiken wie FGM entgegenzuwirken.</p>



<h2 id="h-gold-und-eine-ungewisse-zukunft" class="wp-block-heading">Gold – und eine ungewisse Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Sembeyo ist einer ihrer großen sportlichen Träume inzwischen Wirklichkeit geworden. Bei den kenianischen Ausscheidungen im Mai hatte sie die 1.500 Meter in 4:09,89 Minuten gewonnen und sich damit für die U20-Weltmeisterschaft qualifiziert. Wenige Monate später stand sie in Oregon ganz oben auf dem Siegerpodest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon vor der Weltmeisterschaft hatte die junge Läuferin deutlich gemacht, dass ihre Ziele über den Sport hinausreichen. Sie möchte ihrer Familie helfen und anderen Mädchen zeigen, welche Möglichkeiten ihnen Bildung und Sport eröffnen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mein Traum ist nicht nur, Medaillen für Kenia zu gewinnen“, sagte Sembeyo damals. „Ich möchte auch dafür sorgen, dass meine Mutter und meine Geschwister ein besseres Leben haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen ihrer Träume hat Sembeyo nun verwirklicht. Offen ist dagegen, wie es mit jener Einrichtung weitergeht, die sie auf ihrem Weg dorthin begleitet hat. Für das Magnolia Athletics Camp und die jungen Athletinnen, die dort lebten und trainierten, ist derzeit ungewiss, ob und wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Josephine Sembeyo (in Blau) bei den kenianischen U20-Ausscheidungen im Mai. Dort qualifizierte sie sich für die U20-Weltmeisterschaft in Oregon. (Foto: Robert Kibet/IPS)</p>
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		<title>Neue Kichererbse trotzt der Dürre</title>
		<link>https://afrika.info/kichererbse-klimawandel-suedliches-afrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 17:10:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Mosambik]]></category>
		<category><![CDATA[Sambia]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Klimaangepasste Kichererbsensorten sollen Landwirten im südlichen Afrika helfen, trotz Dürren und steigender Düngemittelpreise stabile Erträge zu erzielen. Forscher*innen sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit und zu einer widerstandsfähigeren Landwirtschaft.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Klimaangepasste Kichererbsensorten sollen Landwirten im südlichen Afrika helfen, trotz Dürren und steigender Düngemittelpreise stabile Erträge zu erzielen. Forscher*innen sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit und zu einer widerstandsfähigeren Landwirtschaft.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Ignatius Banda | 14. August 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo, Simbabwe (IPS/afr) – Landwirte in Sambia, Malawi und Mosambik profitieren von einer neuen Kichererbsensorte, die nach Angaben von Forscher*innen mit deutlich weniger Stickstoffdünger auskommt. Damit reagiert die Wissenschaft auf ein zentrales Problem vieler afrikanischer Bauern: Die Kosten für Düngemittel sind infolge globaler Handelsstörungen deutlich gestiegen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Sorte zeichnet sich durch einen hohen Nährwert aus. Nach Einschätzung der Forscher*innen kann sie sowohl die Einkommen der Landwirte erhöhen als auch neue Exportmöglichkeiten eröffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahren kämpfen viele Landwirte in Afrika mit niedrigen Erträgen und nährstoffarmen Nutzpflanzen. Die Folgen reichen bis zu Mangelernährung und Wachstumsstörungen, insbesondere bei Kindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Züchtungen gewinnen vor dem Hintergrund des Klimawandels zusätzlich an Bedeutung. Vor allem im Globalen Süden stellt sich zunehmend die Frage, wie sich die Nahrungsmittelproduktion an häufigere Dürren, steigende Temperaturen und unsichere Niederschlagsmuster anpassen lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://www.icrisat.org/">International Crops Research Institute for the Semi-Arid Tropics</a> (ICRISAT)&nbsp;treibt diese Bemühungen gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) voran. Finanziert wird das Projekt über den Benefit-sharing-Fonds (BSF) des <a href="https://www.publiceye.ch/de/archiv/biopiraterie/internationale-konventionen/saatgut-vertrag-fao" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internationalen Saatgut-Vertrags</a>. Ziel ist es, die Abhängigkeit von kostspieligen landwirtschaftlichen Betriebsmitteln zu verringern.</p>



<h2 id="h-landwirtschaft-vor-enormen-herausforderungen" class="wp-block-heading">Landwirtschaft vor enormen Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des ICRISAT kommt die Initiative zu einem Zeitpunkt, an dem geopolitische Spannungen, Versorgungsengpässe bei Düngemitteln und steigende Produktionskosten die Landwirtschaft in den Trockengebieten des südlichen Afrikas zunehmend unter Druck setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen die Folgen gestörter globaler Lieferketten, die die Preise für Grundnahrungsmittel in vielen afrikanischen Ländern steigen ließen. Während Regierungen versuchen, die landwirtschaftliche Produktion und die Einkommen der Bauern zu stabilisieren, drängen internationale Finanzinstitutionen weiterhin auf den Abbau von Agrarsubventionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Angesichts weltweit weiter steigender Düngemittelpreise und landwirtschaftlicher Produktionskosten gewinnen widerstandsfähige Hülsenfrüchte wie Kichererbsen zunehmend an Bedeutung, um Landwirten in Malawi und im südlichen Afrika dabei zu helfen, ihre Produktivität aufrechtzuerhalten, die Ernährungssicherheit zu stärken und die Abhängigkeit von teuren landwirtschaftlichen Betriebsmitteln zu verringern“, sagt Himanshu Pathak, Generaldirektor des ICRISAT.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Einschätzung des Forschungsinstituts zeigen die gleichzeitigen klimatischen und wirtschaftlichen Belastungen in mehreren Ländern des südlichen Afrikas, wie dringend die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft gestärkt werden muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Prognosen des <a href="https://fews.net/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Famine Early Warning Systems Network</a> (FEWS NET) unterstreichen den Handlungsbedarf. Demnach werden Länder wie Simbabwe in niederschlagsarmen Regionen bis Anfang 2027 mit Getreidedefiziten rechnen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forscher*innen verweisen zudem darauf, dass die Industrieländer zwar seit Jahren Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel zusagen, die strukturellen Ursachen der Ernährungsunsicherheit in Afrika bislang jedoch nur unzureichend angegangen wurden.</p>



<h2 id="h-neue-kichererbse-punktet-in-allen-belangen" class="wp-block-heading">Neue Kichererbse punktet in allen Belangen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der jüngsten ICRISAT-Studie benötigt die neue Kichererbsensorte einen geringeren Einsatz an Stickstoffdünger. Damit wird sie zu einer attraktiven Option für Landwirte, die mit steigenden Produktionskosten und klimatischen Belastungen konfrontiert sind.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem sei die Kichererbse besonders gut an die semiariden Tropen angepasst &#8211; sie zeige eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit auch gegen Hitze und Dürre, so die Studie. Weitere Vorteile seien ihr hoher Nährstoffgehalt, die lange Haltbarkeit und ihre kulinarische Vielseitigkeit.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In vielen Trockengebieten sehen sich Landwirte mit steigenden Produktionskosten, sinkender Bodenfruchtbarkeit und zunehmend unvorhersehbaren Wetterverhältnissen konfrontiert“, erklärt der Agrarwissenschaftler James Mwololo, der das ICRISAT-Züchtungsprojekt für Hülsenfrüchte leitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Kichererbse entwickelt sich zu einer strategischen Kulturpflanze für die Trockenlandlandwirtschaft, da sie Landwirten einen tragfähigen Weg bietet, ihre Produktivität und ihr Einkommen unter zunehmend schwierigen Anbaubedingungen aufrechtzuerhalten“, fährt Mwololo fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Malawi liegen die Erträge derzeit bei etwas mehr als 800 Kilogramm pro Hektar. Verbesserte Sorten könnten jedoch Erträge von bis zu drei Tonnen pro Hektar erreichen, meint der Agrarexperte. „Durch einen besseren Zugang zu hochwertigem Saatgut wird sich die nationale Produktion gegenüber dem Ausgangswert von 2.570 Tonnen im Jahr 2022 voraussichtlich mehr als verdreifachen, während die Zahl der erreichten landwirtschaftlichen Haushalte bis 2027 von 22.000 auf über 66.000 steigen könnte“, so Mwololo.</p>



<h2 id="h-landwirte-hoffen-auf-bessere-einkommen" class="wp-block-heading">Landwirte hoffen auf bessere Einkommen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Vertreter*innen des Agrarsektor begrüßen das Projekt. Sie sehen in der neuen Kichererbsensorte zusätzliche Marktchancen und erwarten höhere Einkommen für ländliche Haushalte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unsere Partnerschaft mit ICRISAT geht über die traditionelle Entwicklung von verbessertem Saatgut hinaus“, sagte Gloria Pekani, Geschäftsführerin von Milele Agro-Processors in Malawi. „Es geht auch darum, bessere Marktchancen zu schaffen und die Lebensgrundlagen von Landwirten, Verarbeitern und Gemeinden zu sichern, die zunehmend auf widerstandsfähige Nutzpflanzen wie Kichererbsen angewiesen sind“, so Pekani.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Malawi gehört weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt und kämpft mit anhaltender Ernährungsunsicherheit. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an neue agrarwissenschaftliche Ansätze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschung an der neuen Kichererbsensorte soll künftig auch in anderen afrikanischen Ländern zur Stärkung der Ernährungssicherheit beitragen. Pilotprojekte laufen unter anderem in Mosambik, wo bewaffnete Konflikte die landwirtschaftliche Produktion in vielen Regionen zusätzlich erschweren. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Eine Farmerin in Äthiopien begutachtet eine Kichererbsen-Pflanze (Foto: Sunshine Seeds / Shutterstock.com)</p>
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		<title>Gold und Gummi für den Krieg</title>
		<link>https://afrika.info/sudan-gold-und-gummi-fuer-den-krieg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 08:05:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Oritro Karim]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gold und Gummi arabicum zählen zu den wichtigsten Exportgütern des Sudan. Ein neuer UN-Bericht zeigt jedoch, wie beide Rohstoffe zunehmend zur Finanzierung des Bürgerkriegs beitragen – mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gold und Gummi arabicum zählen zu den wichtigsten Exportgütern des Sudan. Ein neuer UN-Bericht zeigt jedoch, wie beide Rohstoffe zunehmend zur Finanzierung des Bürgerkriegs beitragen – mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Oritro Karim | 4. August 2027</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (IPS/afr) – Drei Jahre nach Ausbruch des sudanesischen Bürgerkriegs hat sich die humanitäre Lage dramatisch verschlechtert. Die Vereinten Nationen werfen beiden Konfliktparteien gravierende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht vor. Dazu zählen gezielte Angriffe auf Zivilist*innen in Wohngebieten, weit verbreitete sexuelle Gewalt sowie Attacken auf kritische Infrastruktur, die humanitäre Hilfe erschweren und ganze Gemeinschaften an den Rand des Zusammenbruchs bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um ihre steigenden Militärausgaben zu finanzieren, greifen die Konfliktparteien zunehmend auf die Ausbeutung von Rohstoffen, Handelswegen und wirtschaftlich bedeutenden Regionen zurück. Humanitäre Expert*innen warnen deshalb vor einer sich zunehmend selbst tragenden Kriegswirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sudans riesiger Reichtum an natürlichen Ressourcen sollte der Bevölkerung zugutekommen. Bedauerlicherweise ist das, was wir heute beobachten, alles andere als das. Tatsächlich dient dieser Reichtum nur dazu, die Menschenrechte zu untergraben und Konflikte anzuheizen, was Leid und Elend in enormem Ausmaß mit sich bringt“, sagt der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk. „Diese Kriegswirtschaft muss unterbunden werden, und die internationale Gemeinschaft muss den Rohstoffen und Handelsrouten, die zu ihrer Aufrechterhaltung beitragen, viel mehr Aufmerksamkeit schenken.“</p>



<h2 id="h-gummi-arabicum-als-treibstoff-des-krieges" class="wp-block-heading">Gummi arabicum als Treibstoff des Krieges</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 15. Juli veröffentlichte das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) den Bericht &#8222;<a href="https://www.ohchr.org/en/stories/2026/07/hidden-cost-gum-arabic-inside-sudans-war-economy">Business and Human Rights in Conflict: Gum Arabic from Sudan</a>&#8220; (Wirtschaft und Menschenrechte in Konflikten: Gummi arabicum aus dem Sudan). Darin wird aufgezeigt, wie der illegale Handel mit Gummi arabicum zur Finanzierung sowohl der Rapid Support Forces (RSF) als auch der sudanesischen Streitkräfte (SAF) beiträgt. Darüber hinaus beschreibt der Bericht, wie beide Konfliktparteien erhebliche Einnahmen aus Gold, Vieh und weiteren Rohstoffen erzielen, indem sie Fördergebiete sowie Transport- und Handelsrouten kontrollieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gummi arabicum zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Exportgütern des Sudan. Der aus der Rinde und den Zweigen verschiedener Akazienarten gewonnene Naturstoff wird weltweit in Lebensmitteln, Getränken, Kosmetika und Arzneimitteln verwendet. Für mehr als fünf Millionen Menschen im Sudan bildet seine Gewinnung die wirtschaftliche Lebensgrundlage und ist tief in den ländlichen Gemeinschaften verankert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2023 entfielen rund 70 bis 80 Prozent der weltweiten Rohgummi-arabicum-Exporte auf den Sudan. Der jährliche Exportwert erreichte bis zu 183 Millionen US-Dollar. Heute liegen große Teile des sogenannten Gummi-Arabicum-Gürtels – insbesondere in Kordofan und Darfur – in Gebieten, die von der RSF oder der SAF kontrolliert werden.</p>



<h2 id="h-gewalt-entlang-der-handelsrouten" class="wp-block-heading">Gewalt entlang der Handelsrouten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht zeigt, dass die vom Gummi-arabicum-Handel abhängigen ländlichen Gemeinden erheblichen Sicherheitsrisiken und schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Dazu zählen Plünderungen, Erpressung und willkürliche Inhaftierungen. Gleichzeitig verschlechtert sich der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Nahrungsmitteln, sauberem Wasser, Bildung und Gesundheitsversorgung zunehmend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Händler*innen entlang der Handelskorridore durch die von der RSF kontrollierten Gebiete in Darfur und Kordofan berichten von Warenbeschlagnahmungen, überhöhten Abgaben und Gewalt. Laut OHCHR werden beträchtliche Mengen Gummi arabicum aus West-Kordofan und Darfur über den Südsudan nach Juba sowie in den Tschad, nach Kamerun und Kenia umgeleitet.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinten Nationen berichten zudem, dass die RSF geplündertes Gummi arabicum häufig als Ersatz für reguläre Soldzahlungen verwendet. Zwischen Jänner und Juni 2024 sollen auf diese Weise rund 3.700 Tonnen geplündert worden sein.</p>



<h2 id="h-gold-als-wichtigste-finanzierungsquelle" class="wp-block-heading">Gold als wichtigste Finanzierungsquelle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Gummi arabicum identifiziert das OHCHR Gold als wichtigsten Motor der sudanesischen Kriegswirtschaft. Der Rohstoff gilt als „finanziell bedeutendster Rohstoff im Exportbereich“ und stellt die wichtigste Einnahmequelle sowohl für die RSF als auch für die SAF dar.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der sudanesischen Zentralbank und der Sudanese Mineral Resources Company wurden 2024 in den von der SAF kontrollierten Gebieten rund 65 Tonnen Gold gefördert. Davon wurden 28 Tonnen über Port Sudan exportiert. Die Erlöse beliefen sich auf etwa 1,6 Milliarden US-Dollar und machten 48,5 Prozent der gesamten Exporte des Landes aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Goldproduktion 2025 auf 70 Tonnen anstieg, wurde weiterhin ein erheblicher Teil außer Landes geschmuggelt. Dem Bericht zufolge wurden 2024 lediglich 52 Prozent der Goldexporte über offizielle Kanäle abgewickelt. Gleichzeitig fördern und handeln mit der RSF verbundene Wirtschaftsakteure weiterhin Gold aus Darfur und Kordofan. Zu Beginn des Konflikts hatte die RSF zudem mehr als 1,3 Tonnen Rohgold beschlagnahmt.</p>



<h2 id="h-appell-an-staaten-und-unternehmen" class="wp-block-heading">Appell an Staaten und Unternehmen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Gold ist der wichtigste und entscheidende finanzielle Treiber, während Gummi arabicum für zusätzliche Liquidität sorgt und verdeutlicht, wie sich der Krieg auf Agrarrohstoffe und globale Handelswege ausgeweitet hat“, sagte Dr. Abdelmonem Mukhtar, Geschäftsführer des Centre for Evidence and Data-Based Policy. „Sollte sich herausstellen, dass eine Lieferkette direkt oder indirekt zur Finanzierung von Konfliktparteien beiträgt, können neben Reputations- und Geschäftsrisiken auch regulatorische, zivilrechtliche oder ethische Verantwortlichkeiten entstehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Türk betonte die Notwendigkeit einer strengeren Aufsicht und forderte die UN-Mitgliedstaaten auf, Rechenschaftspflicht und Kontrollmechanismen auszubauen. Ziel sei es, sicherzustellen, dass der Rohstoffhandel im Sudan nicht zur Finanzierung von Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht beiträgt, sondern stattdessen zur Linderung des Leids der Zivilbevölkerung. Zugleich appellierte er an Unternehmen, den Schutz der Menschenrechte stärker in den Mittelpunkt ihrer Geschäftstätigkeit zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unternehmen können nicht einfach wie gewohnt weitermachen, wenn sie aus konfliktbetroffenen Wertschöpfungsketten beziehen“, sagte Türk. „Sie sollten eine verstärkte, konfliktsensible Sorgfaltspflicht für Menschenrechte walten lassen, einschließlich einer strengeren Überprüfung von Transportwegen, Zwischenhändlern, Dokumentation und möglicher Umkennzeichnung, und sicherstellen, dass betroffene Menschen Zugang zu sicheren und wirksamen Beschwerde- und Reaktionsmechanismen haben.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Goldsucher im Sudan (Foto: Maciek67, Shutterstock.com)</p>
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		<title>Salzgewinnung im Wandel</title>
		<link>https://afrika.info/benin-salzgewinnung-im-wandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2026 09:18:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benin]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Neha Banka]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über Jahrhunderte wurde Salz an Benins Küste mit Feuer und Mangrovenholz gewonnen. Heute setzen immer mehr Frauen auf Sonnenenergie. Ein internationales Projekt verbindet Tradition mit Nachhaltigkeit und stärkt Gesundheit, Umwelt und Einkommen.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Jahrhunderte wurde Salz an Benins Küste mit Feuer und Mangrovenholz gewonnen. Heute setzen immer mehr Frauen auf Sonnenenergie. Ein internationales Projekt verbindet Tradition mit Nachhaltigkeit und stärkt Gesundheit, Umwelt und Einkommen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Neha Banka | 9. Juli 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ouidah (IPS/afr) – Es ist kurz vor Mittag. Am Strand nahe dem Dorf Djégbadji im Westen Benins sitzt eine Gruppe von Frauen und siebt Salz, das sie aus dem Wasser des Golfs von Guinea gewonnen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Große Betonbecken, die mit schwarzen Planen abgedeckt sind, tragen weiße Salzablagerungen – ein Zeichen dafür, dass das Meerwasser unter der heißen Mittagssonne langsam verdunstet. Anders als früher wird dafür jedoch kein Feuer mehr benötigt: Die Frauen nutzen Sonnenenergie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Salzgewinnung zählt zu den wichtigsten Einkommensquellen im Süden Benins. Die Frauen arbeiten im Rahmen des Projekts ProSEL Benin – einer Kooperation der Regierung von Benin mit dem <a href="https://www.ibsa-trilateral.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">trilateralen IBSA-Forum</a> von Indien, Brasilien und Südafrika sowie des <a href="https://www.undp.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen</a> (UNDP). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel des Projekts ist es, lokale salzproduzierende Gemeinschaften beim Zugang zu nachhaltigen Energiequellen zu unterstützen und mittelständische Unternehmen für die Produktion und Vermarktung von lokalem Jodsalz aufzubauen.</p>



<h2 id="h-jahrhundertealte-tradition" class="wp-block-heading">Jahrhundertealte Tradition</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„In den Küstenregionen Benins gewinnen Frauen Salz aus den Küstenmarschen”, erklärt Robina Marks, die von 2021 bis 2024 als südafrikanische Botschafterin in Benin und Togo tätig war und maßgeblich an der Umsetzung des von IBSA unterstützten Projekts beteiligt war. “Sie errichten kleine Hütten und kochen Salzwasser in großen Kesseln über offenem Feuer im Inneren der Hütte. Das ist sehr ungesund. Das so gewonnene Salz verkaufen sie dann auf den Märkten und am Straßenrand.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die traditionelle Methode der Salzgewinnung und -verarbeitung wird in Benin seit mindestens dem 15. Jahrhundert praktiziert – überwiegend von Frauen. Dabei sammeln sie salzhaltige Erde, verdampfen das Wasser und filtern die Sole mithilfe von verbranntem Mangrovenholz.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Arbeitsweise belastet die Gesundheit der Frauen sowohl durch die Art der Salzgewinnung als auch durch die Bedingungen, unter denen das Salz verarbeitet wird. Mit dem ProSEL-Benin-Projekt soll diese jahrhundertealte Praxis behutsam weiterentwickelt und der Prozess der Salzgewinnung gesünder sowie umweltfreundlicher gestaltet werden.</p>



<h2 id="h-abholzung-von-mangroven-fur-salzgewinnung" class="wp-block-heading">Abholzung von Mangroven für Salzgewinnung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Gemeinden an der Küste ist die Salzgewinnung eine wichtige Einnahmequelle. Gleichzeitig trägt die traditionelle Herstellung erheblich zur Abholzung der Mangroven bei. Nach Schätzungen von ProSEL Benin werden jedes Jahr rund 20.000 Kubikmeter Mangrovenholz in den Küstenregionen des Landes als Brennstoff für die traditionelle Salzgewinnung gefällt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">UNDP und die Regierung Benins begannen bereits vor rund fünf Jahren mit Gesprächen über die Einführung der neuen Methode. „Die Idee kam aber von den Menschen vor Ort, die diese Bedürfnisse hatten&#8220;, berichtet Aoualé Mohamed Abchir, der von 2020 bis 2024 als UNDP-Repräsentant in Benin tätig war. &#8222;Die Regierung von Benin entwickelte das Projekt und wollte mit dem UNDP zusammenarbeiten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben Abchirs unterstützt ProSEL Benin drei der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030: Geschlechtergleichstellung, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum sowie verantwortungsvollen Konsum und nachhaltige Produktion. Ziel ist es, Frauen in ländlichen Regionen Benins dabei zu helfen, sauberes Salz herzustellen und zu vermarkten, um ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 bewilligte der Verwaltungsrat des IBSA-Fonds für Armuts- und Hungerbekämpfung dem UNDP eine Million US-Dollar für die Umsetzung des Projekts. IBSA ist eine trilateral finanzierte Entwicklungsorganisation des Globalen Südens, die 2004 von Indien, Brasilien und Südafrika gegründet wurde.</p>



<h2 id="h-hohe-kulturelle-bedeutung" class="wp-block-heading">Hohe kulturelle Bedeutung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als die heute 60-jährige Cécile Koffi erstmals mit dem Salzprojekt in Berührung kam, dauerte es eine Weile, bis sie bereit war, von der traditionellen Methode der Salzgewinnung abzuweichen. „Salz hat viele Funktionen und ist für die Frauen dieser Gemeinschaft von grundlegender Bedeutung“, sagt Koffi, während sie ihr gewonnenes Salz betrachtet.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Benin besitzt Salz eine hohe kulturelle Bedeutung, die weit über seine Verwendung als Lebensmittel hinausgeht. „Es wird nicht nur als Nahrungsmittel verwendet, sondern hat auch eine kulturelle Bedeutung”, erläutert Robina Marks. “Es gilt als heilig und wird in vielen Vodoun-Praktiken eingesetzt.”</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-5843" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gemeinsam mit anderen Frauen arbeitet Cécile Koffi mit der neuen Methode der Salzgewinnung, für die kein Feuerholz mehr benötigt wird. (Foto: Neha Banka/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Cécile Koffi gibt einen kleinen Einblick in die Rituale: „Wenn wir zum Markt gehen, um unsere Produkte zu verkaufen, streuen wir Salz auf den Boden und kehren es zusammen, bevor wir unseren Stand aufbauen. Wir glauben, dass dadurch alle bösen Geister verschwinden.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese tief verwurzelten kulturellen Überzeugungen waren einer der Gründe, warum es schwierig war, die Frauen für Veränderungen zu gewinnen und sie für das ProSEL-Benin-Projekt zu begeistern.</p>



<h2 id="h-xwlaje-auf-dem-weg-zur-marke" class="wp-block-heading">Xwlajè: Auf dem Weg zur Marke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Name Xwlajè ist eng mit der ethnischen Gruppe der Xwla verbunden“, erklärt Luc Obale, nationaler Projektleiter von ProSEL Benin. Die Arbeit der Salzproduzentinnen unterliegt zahlreichen traditionellen Regeln und Verboten, etwa in Bezug auf Arbeitstage oder Dorfgottheiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung Benins arbeitet daran, das Salz zertifizieren zu lassen, damit es künftig unter dem Label „Xwlajè“ verkauft werden kann und so seine kulturelle Herkunft sichtbar macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die alte Methode ist die traditionelle Art der Salzgewinnung und hat daher eine besondere Bedeutung”, sagt Abchir. “Manchmal befürchten manche Menschen negative Folgen, wenn man die Produktionsweise ändert. Die Frauen hätten das Salz direkt aus dem Meer gewinnen können, aber es gibt einen Grund, warum sie das vor dem Projekt nicht getan haben.“</p>



<h2 id="h-menschen-fur-den-wandel-gewinnen" class="wp-block-heading">Menschen für den Wandel gewinnen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das ProSEL-Projekt in Benin ist nicht das erste Vorhaben, das die lokale Salzgewinnung sauberer und umweltverträglicher gestalten will. Nach Einschätzung von Cessi Marlene Capo-Chichi, Projektkoordinatorin beim UNDP, war es jedoch besonders erfolgreich, weil es den Verantwortlichen gelang, die Menschen vor Ort für den Wandel zu gewinnen. „Organisationen haben Schwierigkeiten, die lokale Bevölkerung davon zu überzeugen, ihre Gewohnheiten zu ändern“, sagt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 500 Meter vom ProSEL-Projekt entfernt, innerhalb der Grenzen des Dorfes Djégbadji, liegt eine Küstenlagune. Dort gewinnen Frauen in einem Geflecht aus strohgedeckten Hütten weiterhin auf traditionelle Weise Salz. „Diese Art der Salzgewinnung ist mühsamer“,&nbsp; sagt die 45-jährige Julienne Dekon, während sie einen schweren Korb aus Schilfrohr hebt, der mit salzhaltiger Erde aus den umliegenden Sümpfen gefüllt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute verbietet die Regierung Benins das Fällen von Mangroven zur Brennholzgewinnung. Stattdessen werden die Frauen ermutigt, getrocknete Palmblätter und Kokosnussschalen als Brennstoff zu verwenden.</p>



<h2 id="h-festhalten-an-traditioneller-salzgewinnung" class="wp-block-heading">Festhalten an traditioneller Salzgewinnung </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dekon möchte dennoch an der traditionellen Methode festhalten, obwohl viele ihrer Freundinnen nach dem Beitritt zum ProSEL-Projekt inzwischen auf die Salzgewinnung aus Meerwasser umgestiegen sind. Als sie in ihrer Hütte beginnt, das Salzwasser zu kochen, füllt dichter Rauch den kleinen Raum. „Wenn ich viel arbeiten muss, werde ich müde”, erzählt Julienne Dekon, “aber ich weiß nicht viel darüber, wie sich das auf meine Gesundheit auswirkt.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erläutert, warum sie nicht auf die neue Methode umsteigen möchte. “Ich kann auch bei Regen Salz gewinnen, da ich die Erde sammle und drinnen mit dem Kochen beginne. Die beiden Systeme sind zu unterschiedlich“, erklärt Dekon und verweist auf die offenen, wetterabhängigen Verdunstungsbecken am Meer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch die traditionelle Salzgewinnung stößt in der Regenzeit an ihre Grenzen. Von April bis August stehen die tiefer gelegenen Küstensümpfe regelmäßig unter Wasser, auch zwischen September und November kommt es zu Niederschlägen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir drängen die Frauen zum Umstieg auf das ProSEL-System, da das Gebiet, in dem das Salz traditionell gewonnen wird, während der Regenzeit unzugänglich ist”, sagt Abchir. “Es steht komplett unter Wasser, und so findet mehr als die Hälfte des Jahres keine Salzproduktion statt. Wir mussten ihnen Alternativen bieten.“</p>



<h2 id="h-viel-uberzeugungsarbeit-notwendig" class="wp-block-heading">Viel Überzeugungsarbeit notwendig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb konzentriere sich das Projekt darauf, den Frauen einen dauerhaften Zugang zu Meerwasser zu ermöglichen. So können sie ganzjährig Salz gewinnen und ein regelmäßiges Einkommen erzielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Salzgewinnung aus Meerwasser ist weniger aufwendig”, erklärt Abchir. “Man nimmt einfach das Wasser und lässt es von der Sonne verdunsten. Man muss es nicht kochen, und es ist sicherer. Außerdem kann man damit mehr Geld verdienen.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zwischen dem traditionell hergestellten Salz und dem ProSEL-Salz ist auf den ersten Blick sichtbar: Das herkömmliche Salz ist gelblich-braun mit grauen Streifen – eine Färbung, die durch den fehlenden Filterprozess entsteht. Das im Rahmen von ProSEL produzierte Salz hingegen ist weiß, sauber und mit Jod angereichert, das die Frauen kurz vor dem Abfüllen in die Verpackungen mischen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Kilogramm traditionell hergestelltes Salz kostet auf den lokalen Märkten und am Straßenrand etwa 800 westafrikanische CFA-Francs (rund zwei US-Dollar). Die gleiche Menge ProSEL-Salz wird für etwa 1.000 CFA-Francs verkauft.</p>



<h2 id="h-vom-lokalen-projekt-in-den-handel" class="wp-block-heading">Vom lokalen Projekt in den Handel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Studie von ProSEL sind in Benin rund 4.000 Frauen in der Salzgewinnung tätig. Dennoch importiert das Land den Großteil seines Salzes aus Ghana, Senegal und Indien, da die heimische Produktion nur einen Bruchteil des tatsächlichen Bedarfs deckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Projektverantwortlichen wurde schnell klar, dass es nicht genügte, den Frauen eine sauberere Salzproduktion zu vermitteln. Ebenso wichtig war es, neue Absatzmärkte zu erschließen. Einer davon könnte das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen in Benin sein, das jährlich mehr als eine Million Schulkinder mit Mahlzeiten versorgt. Derzeit prüft das WFP, ob künftig Salz aus den von Frauen geführten ProSEL-Kooperativen bezogen werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Regierung Benins verfolgt ehrgeizige Pläne für das lokal gewonnene Salz. Im Dezember 2025 zertifizierte die beninische Lebensmittelsicherheitsbehörde ABSSA (Agence Béninoise de Sécurité Sanitaire des Aliments) das Salz für den öffentlichen Verzehr. Damit wurde der Weg für den Verkauf unter dem Label „Xwlajè“ frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen ist das Xwlajè-Salz in sieben Supermarktketten in Cotonou sowie in weiteren Geschäften in Porto-Novo, Cotonou und Comè erhältlich. „Darüber hinaus werden Schritte unternommen, um das Xwlajè-Salz in den Duty-Free-Shops des internationalen Flughafens Cotonou zu vermarkten“, sagt Obale.</p>



<h2 id="h-neues-verfahren-macht-weniger-arbeit" class="wp-block-heading">Neues Verfahren macht weniger Arbeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Abchir ergänzt, dass ein Arbeitsgang, der früher rund sechs Stunden dauerte, heute nur noch etwa zwei Stunden beansprucht. Die eigentliche Herausforderung sei jedoch gewesen, Menschen zu überzeugen, die seit Generationen nach denselben Methoden arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er räumt ein, dass das Projekt ohne das Vertrauen der Frauen, ihrer Ehemänner, der Bürgermeister sowie der lokalen Gemeindevorsteher kaum erfolgreich gewesen wäre. „Das einheimische Team ging zu den Frauen, verstand ihre Bedürfnisse und fand Akzeptanz. Es ist sehr schwierig in Benin, wenn Fremde kommen und ihnen vorschreiben, was sie zu tun haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen Jahren hat die Regierung Benins den Tourismus zu einem Schwerpunkt ihrer Entwicklungspolitik gemacht. Die traditionellen Methoden der Salzgewinnung sollen dabei helfen, Besucher*innen die Kultur des Landes näherzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ProSEL-Projekt verfolgt jedoch nicht das Ziel, die traditionelle Salzgewinnung vollständig zu verdrängen, betont Obale. „Die moderne Salzproduktionsanlage befindet sich in unmittelbarer Nähe des traditionellen Produktionsstandorts, damit die Touristen den Unterschied zwischen den beiden Produktionsmethoden erkennen können“, sagt er.</p>



<h2 id="h-finanzielle-unabhangigkeit-fur-frauen" class="wp-block-heading">Finanzielle Unabhängigkeit für Frauen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die junge Mutter Mireille Adjovi ist mit ihrem schlafenden Säugling auf dem Rücken zur Arbeit auf das ProSEL-Gelände gekommen. „Mit dem Geld, das ich verdiene, kann ich für meine Kinder sorgen”, sagt Adjovi. “ Ich kann sie zur Schule schicken. An mich selbst denke ich zuletzt: Mein Mann und meine Kinder stehen an erster Stelle. Die Männer geben zwar Geld für den Haushalt, aber die Frauen leiden immer noch sehr. Wenn Frauen etwas brauchen, geben die Männer einfach so viel Geld, wie sie wollen, nicht das, was sie wirklich brauchen. Die Männer denken nicht an die Frauen. Deshalb hilft mir dieses Projekt, mein eigenes Geld zu verdienen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Frauen wie Adjovi bedeutet die Salzgewinnung weit mehr, als eine jahrhundertealte Tradition fortzuführen. Sie kennt weder die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen noch die Bedeutung der Abkürzung IBSA. Doch die Arbeit bei ProSEL Benin ermöglicht es ihr, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden stärker in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig in einer von Frauen geführten Kooperative mitzuwirken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie sich mit den anderen Frauen auf dem Gelände austauscht, denkt sie auch an die hart erkämpfte Unabhängigkeit und Selbstständigkeit, die ihr das Projekt eröffnet hat. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Julienne Dekon gewinnt Salz noch nach dem traditionellen Verfahren. (Foto: Neha Banka/IPS)</p>
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		<title>Trumps Frieden und die Realität</title>
		<link>https://afrika.info/trumps-frieden-und-die-realitaet-im-kongo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2026 07:03:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Clementine de Montjoye]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Philippe Bolopion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein neuer Bericht von Human Rights Watch offenbart die ernüchternde Realität nach den Friedensabkommen: Im Osten der Demokratischen Republik Kongo dauern Zwangsrekrutierungen und Misshandlungen durch die von Ruanda unterstützte M23-Miliz an.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein neuer Bericht von Human Rights Watch offenbart die ernüchternde Realität nach den Friedensabkommen: Im Osten der Demokratischen Republik Kongo dauern Zwangsrekrutierungen und Misshandlungen durch die von Ruanda unterstützte M23-Miliz an.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Philippe Bolopion und Clémentine de Montjoye* |&nbsp;23. Juni 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (IPS/afr) – Am 8. Februar 2026 trat M23-Chef Sultani Makenga vor über 7.500 frisch ausgebildeter Rekruten und stachelte sie auf: „Ihr seid nun Teil einer Armee, die sich erhoben hat, um das Land und sein Volk zu befreien.“ Das zeigt ein Propagandavideo der Rebellengruppe, das in sozialen Netzwerken kursiert.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Video vermittelt martialische Bilder: Die Rekruten im Ausbildungslager Tshanzu in der Provinz Nord-Kivu marschieren im Gleichschritt, zerschlagen Ziegelsteine mit bloßen Händen und springen durch brennende Reifen. Unsichtbar bleiben jedoch die Hinrichtungen, Misshandlungen und unmenschlichen Haftbedingungen, mit denen die M23-Miliz Loyalität und Gehorsam erzwingt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lager in Tshanzu und dem nahe gelegenen Rumangabo stehen exemplarisch für die Gewalt, mit der die von Ruanda unterstützte M23 ihre Kontrolle im Ostkongo ausbaut. Mit logistischer, materieller und militärischer Unterstützung Ruandas hat die Gruppe weite Teile der Region erobert. Menschenrechtsorganisationen werfen Ruanda vor, die M23 faktisch zu kontrollieren und damit Mitverantwortung für deren Übergriffe zu tragen.</p>



<h2 id="h-rohstoffe-im-fokus" class="wp-block-heading">Rohstoffe im Fokus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die M23 Anfang 2025 die Provinzhauptstädte Goma und Bukavu eingenommen hatte, schaltete sich US-Präsident Donald Trump ein, um die Friedensgespräche zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda wiederzubeleben. Mit seiner Initiative wollte Trump auch die US-Interessen im ressourcenreichen Ostkongo sichern. Die Region verfügt über enorme Vorkommen von Kobalt, Coltan, Lithium, Kupfer und weiteren strategisch wichtigen Mineralien für Batterien, Elektronik und Rüstungstechnologien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni und Dezember wurden entsprechende Abkommen unterzeichnet, die unter anderem den Abzug ruandischer Truppen vorsahen. Dennoch spielt Ruanda nach Angaben von Human Rights Watch weiterhin eine zentrale Rolle bei der Unterstützung der M23 und ihrer Rekrutierungsbemühungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während in Washington über Friedens-, Sicherheits- und Rohstoffabkommen verhandelt wurde, trieb die M23 Tausende kongolesische Soldaten und Zivilisten gewaltsam zusammen und brachte sie in Ausbildungslager. Viele wurden aus ihren Häusern, Kirchen, Schulen oder Krankenhäusern verschleppt, andere mit falschen Versprechungen angelockt oder auf offener Straße festgenommen.</p>



<h2 id="h-ein-system-der-gewalt" class="wp-block-heading">Ein System der Gewalt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für ihren <a href="https://www.hrw.org/report/2026/06/10/death-was-everywhere/arbitrary-detention-killings-and-forced-recruitment-by-the" target="_blank" rel="noreferrer noopener">neuen Bericht</a> befragte die NGO Human Rights Watch mehr als 100 ehemalige Gefangene, die aus den Lagern fliehen konnten oder sich kongolesischen Streitkräften ergaben. Ihre Aussagen zeichnen das Bild eines Systems aus Zwang, Gewalt und Angst. Neuankömmlinge mussten ein brutales Initiationsritual überstehen, das ihren Übergang ins Militärleben markieren sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist ein Test, wie viel Leid man ertragen kann“, berichtete ein 25-jähriger Bauarbeiter, der im März 2025 in Goma gefangen genommen wurde. „Wir waren 200, zehn von uns starben. Zwei wurden erschossen, die anderen zu Tode gepeitscht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehemalige Gefangene schildern regelmäßige Schläge und Tötungen selbst für geringfügige Verstöße. Viele mussten aus Pfützen trinken oder Regenwasser von Blättern lecken. Andere starben an Hunger, Dehydrierung oder Erschöpfung. Nach ihren Angaben könnten im Jahr 2025 Hunderte Menschen in den Lagern ums Leben gekommen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Kinder waren betroffen. Jungen wurden zur militärischen Ausbildung gezwungen und mussten Straßen bauen, Holz schlagen, schwere Lasten tragen oder Wasser transportieren. Einige wurden als Wachposten eingesetzt und dazu angehalten, andere Gefangene zu misshandeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben ehemaliger Rekruten dienten die Lager nicht nur der militärischen Ausbildung, sondern auch der politischen Indoktrination. Sie mussten Lieder singen und die Führung der Demokratischen Republik Kongo kritisieren. Ruandische Soldaten sollen die Lager abgesichert und auf Flüchtende geschossen haben.</p>



<h2 id="h-ohne-rechenschaft-kein-frieden" class="wp-block-heading">Ohne Rechenschaft kein Frieden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Berichte deuten darauf hin, dass die M23 ihre Kontrolle über weite Teile des Ostkongo langfristig festigen will. Trotz Friedensabkommen und eines teilweisen Rückzugs aus einigen Gebieten gibt es bislang keine Anzeichen für ein Ende des Konflikts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die USA haben bereits Sanktionen gegen Angehörige der ruandischen Streitkräfte und mehrere hochrangige Kommandeure verhängt. Human Rights Watch fordert weitere Maßnahmen durch die Europäische Union und das Vereinigte Königreich sowie eine stärkere politische und rechtliche Rechenschaftspflicht für die Verantwortlichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Schwäche der bisherigen Friedensabkommen bleibt das Fehlen von Mechanismen zur Aufarbeitung vergangener Verbrechen. Solange Verantwortliche wie Sultani Makenga für schwere Menschenrechtsverletzungen nicht zur Rechenschaft gezogen werden, droht die Straflosigkeit weitere Missbräuche zu begünstigen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph">*Philippe Bolopion ist Geschäftsführer und Clémentine de Montjoye ist leitende Forscherin bei Human Rights Watch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein M23-Kämpfer nach Einnahme der Stadt Goma am 28. Jänner 2025 (Foto: Sam Ngenda, <a href="http://shutterstock.com">Shutterstock.com</a>)</p>
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		<title>Biofouling bedroht Tansanias Korallenriffe</title>
		<link>https://afrika.info/biofouling-bedroht-tansanias-korallenriffe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 11:02:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Biofouling]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Schifffahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Korallenriffe vor Tansania geraten zunehmend unter Druck. Expert*innen warnen, dass sich invasive Organismen über bewachsene Schiffsrümpfe verbreiten. Sie fordern daher strengere internationale Regeln zum Umgang mit sogenanntem Biofouling.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 11. Juni 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mafia, Tansania (IPS/afr) – Die Meereswissenschaftlerin Asha Mgeni gleitet durch die warmen Gewässer vor der tansanischen Insel Mafia. Unter ihr erstreckt sich ein scheinbar intaktes Korallenriff, durch das Schwärme kleiner Fische ziehen. Doch dann entdeckt Mgeni etwas Beunruhigendes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen den Korallenästen haben sich invasive Organismen angesiedelt, die das natürliche Wachstum und die Artenvielfalt des Riffs beeinträchtigen. „Die gab es hier früher nicht“, sagt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Küstengemeinden Tansanias sind Korallenriffe weit mehr als beeindruckende Unterwasserlandschaften. Sie sichern Fischbestände, schützen die Küsten vor Erosion und Sturmfluten und bilden die Grundlage für wichtige Wirtschaftszweige wie Fischerei und Tourismus.</p>



<h2 id="h-unsichtbare-gefahr-unter-wasser" class="wp-block-heading">Unsichtbare Gefahr unter Wasser</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Wissenschaftler*innen warnen vor einer zunehmenden Bedrohung: dem sogenannten Biofouling. Darunter versteht man die Ansiedlung von Organismen wie Algen, Muscheln und Seepocken an technischen Oberflächen wie etwa Schiffsrümpfen. Diese Organismen können über weite Distanzen transportiert werden und sich in neuen Ökosystemen ausbreiten, wo sie heimische Arten verdrängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lange Zeit galt Ballastwasser als Hauptursache für die Einschleppung invasiver aquatischer Arten“, erklärt Will Griffiths, technischer Projektanalyst bei der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO). Ballastwasser wird von Schiffen aufgenommen, um bei geringer Beladung die Stabilität zu gewährleisten. „Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass Biofouling ein immer größeres Problem darstellt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Mwanahija Shalli, Professorin für Meeres- und Küstenressourcenmanagement an der Universität Dar es Salaam, warnt vor den Folgen. Die marine Biodiversität sichere die Lebensgrundlage von Millionen Menschen entlang der Küsten. „Invasive Wasserarten bedrohen Ökosysteme und Fischereien, indem sie einheimische Arten verdrängen“, sagt sie. „Wenn wir Biofouling nicht wirksam bekämpfen, gefährden wir wichtige Fortschritte im Naturschutz.“</p>



<h2 id="h-schiffsrumpfe-transportieren-invasive-arten" class="wp-block-heading">Schiffsrümpfe transportieren invasive Arten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat sich eine internationale Allianz unter Führung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), der Globalen Umweltfazilität (GEF) und der IMO zusammengeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das „<a href="https://www.glofouling.imo.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">GloFouling Partnerships Project</a>“ unterstützt Staaten dabei, ihre Vorschriften zu verschärfen, Überwachungssysteme auszubauen und technische Kapazitäten zu stärken. Ziel ist es, die Verbreitung invasiver Arten durch den internationalen Schiffsverkehr einzudämmen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/06/biofouling-aaron-smulktis-unsplash-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5768" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/06/biofouling-aaron-smulktis-unsplash-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/06/biofouling-aaron-smulktis-unsplash-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/06/biofouling-aaron-smulktis-unsplash-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/06/biofouling-aaron-smulktis-unsplash-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/06/biofouling-aaron-smulktis-unsplash-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Arbeiter inspiziert im Trockendock von Staten Island, NY das Biofouling am Rumpf eines Schiffes (Foto:  <a href="https://unsplash.com/de/fotos/ein-mann-der-auf-einem-grossen-boot-in-einem-trockendock-arbeitet-wjVbMOGkfOA" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aaron Smulktis, Unsplash</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Schutz der Meeresökosysteme verspricht das Projekt auch positive Klimaeffekte. „Biofouling verändert die Hydrodynamik von Schiffen und erhöht den Strömungswiderstand“, erläutert Griffiths. „Dadurch steigen Treibstoffverbrauch und Treibhausgasemissionen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andrew Hume, leitender Umweltexperte der GEF, verweist auf das erhebliche Einsparpotenzial: „Bereits das Entfernen einer dünnen Schleimschicht vom Schiffsrumpf kann die Treibhausgasemissionen eines Schiffes um bis zu 25 Prozent reduzieren.“</p>



<h2 id="h-auf-dem-weg-zu-verbindlichen-regeln" class="wp-block-heading">Auf dem Weg zu verbindlichen Regeln</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch sieht Griffiths weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Während für das Management von Ballastwasser inzwischen ein verbindlicher internationaler Rechtsrahmen existiere, seien die Regeln zum Biofouling bislang weitgehend freiwillig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 2023 verabschiedeten <a href="https://www.imo.org/en/ourwork/environment/pages/biofouling.aspx" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IMO-Leitlinien zum Biofouling</a> haben derzeit lediglich Empfehlungscharakter. Einige Staaten gehen jedoch mit gutem Beispiel voran. Australien und Neuseeland verlangen saubere Schiffsrümpfe, verpflichtende Managementpläne, Logbücher und regelmäßige Inspektionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Vorreiter im Globalen Süden nennt Griffiths Brasilien. Dort gilt bereits ein verbindlicher Standard: „Schiffe dürfen bei ihrer Ankunft nicht mehr als Mikrobewuchs aufweisen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von Hume bereitet die GEF derzeit eine zweite Investitionsphase vor. Sie soll weitere Länder bei der Umsetzung der IMO-Leitlinien unterstützen und die internationale Zusammenarbeit stärken. Mittelfristig sollen bis zum Jahr 2030 verbindliche internationale Vorschriften für das Management von Biofouling eingeführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück auf Mafia Island beobachtet Asha Mgeni die Veränderungen unter Wasser mit Sorge. „Sobald sich invasive Arten etabliert haben, wird es sehr viel schwieriger, das ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen“, sagt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Menschen an Tansanias Küsten ist der Kampf gegen Biofouling deshalb weit mehr als eine technische oder ökologische Herausforderung. Es geht um schlicht und ergreifend um den Schutz ihrer Lebensgrundlagen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Frauen am Strand von Mafia Island. Mafia mit ihren Nebeninseln ist die südlichste Inselgruppe des Sansibar-Archipels. (Foto: Shutterstock.com, Steve Barze) </p>
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