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	<title>Technologie Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
	<lastBuildDate>Sat, 22 Aug 2026 10:23:28 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Spitzentechnologien treiben Afrikas Wandel</title>
		<link>https://afrika.info/spitzentechnologien-treiben-afrikas-wandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 09:14:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In seinem Gastkommentar zeigt Claver Gatete, Exekutivsekretär der United Nations Economic Commission for Africa, warum ein Übergang zu innovationsgetriebenem Wachstum unerlässlich ist, um zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Claver Gatete | 21. April 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-style:normal;font-weight:700">Afrikas Wirtschaft ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten gewachsen – doch der tiefgreifende Strukturwandel ist bislang ausgeblieben. Angesichts globaler Umbrüche und technologischer Dynamiken steht der Kontinent nun vor einer entscheidenden Weichenstellung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-style:normal;font-weight:700">In seinem Gastkommentar zeigt <a href="https://www.uneca.org/executive-secretary" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Claver Gatete</a>, Exekutivsekretär der United Nations Economic Commission for Africa, warum ein Übergang zu innovationsgetriebenem Wachstum unerlässlich ist, um zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5575" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Claver Gatete, Exekutivsekretär der United Nations Economic Commission for Africa (Bild: Busani Bafana/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Addis Abeba, 20. April (AR/IPS/afr) – Afrikas Wachstumsgeschichte der letzten zwei Jahrzehnte ist real, aber noch nicht transformativ.&nbsp; Auf dem gesamten Kontinent ist das BIP eher aufgrund einer höheren Zahl an Arbeitskräften, mehr Kapital und eines Rohstoff-Superzyklus gestiegen als durch echte Produktivitäts- und Innovationsgewinne. Zu wenige Arbeitskräfte sind aus der Subsistenzlandwirtschaft in produktivere Bereiche der verarbeitenden Industrie und moderne Dienstleistungen gewechselt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das jüngste Africa Business Forum in Addis Abeba (16. bis 17. Februar 2026, Anm.) zu Ende ging, kristallisierte sich eine klare Botschaft heraus: Wenn Afrika in den kommenden zehn Jahren die Millionen hochwertiger Arbeitsplätze schaffen will, die seine jungen Menschen benötigen, muss es sich entschlossen von einem inputgetriebenen Wachstum abwenden und auf ein innovationsgetriebenes Wachstum setzen, das von Daten und Spitzentechnologien angetrieben wird.</p>



<h2 id="h-notwendiger-kurswechsel" class="wp-block-heading">Notwendiger Kurswechsel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unser <a href="https://www.uneca.org/stories/africa%E2%80%99s-economic-outlook-to-remain-solid-in-2026-despite-trade-uncertainty%2C-says-un-report" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wirtschaftsbericht für Afrika 2026</a> erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierungen erkennen, dass dieser Kurswechsel nicht mehr optional ist. Er ist der einzige glaubwürdige Weg zu einer widerstandsfähigen, inklusiven und nachhaltigen Entwicklung inmitten von Klimaschocks, verschärften Finanzierungsbedingungen, geopolitischen Herausforderungen und raschem technologischen Wandel.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zukunftstechnologien – von künstlicher Intelligenz und fortschrittlicher Datenanalyse bis hin zum Internet der Dinge, Robotik und Lösungen für saubere Energie – gestalten bereits jetzt die Wertschöpfungsketten in Landwirtschaft, verarbeitendem Gewerbe, Dienstleistungssektor und öffentlicher Verwaltung neu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage für afrikanische Entscheidungsträger und Branchenführer lautet nicht, ob diese Technologien den Arbeitsmarkt verändern werden, sondern ob der Kontinent diese Transformation selbst gestalten oder sich lediglich nach den Vorgaben anderer daran anpassen wird.</p>



<h2 id="h-qualifikationen-fur-die-zukunft" class="wp-block-heading">Qualifikationen für die Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorbereitung auf die Berufe der Zukunft beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme der Herausforderungen in puncto Qualifikation. Heute erreicht nur ein kleiner Teil der afrikanischen Kinder im Alter von zehn Jahren die Mindestanforderungen an Lesekompetenz; die Einschulungsquote in der technischen und beruflichen Bildung ist nach wie vor niedrig; und die Zahl der Studierenden an Hochschulen liegt weit hinter dem globalen Durchschnitt zurück. Dies ist ein Rezept für den Ausschluss aus einer technologieintensiven Weltwirtschaft.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Länder benötigen umfassende nationale Qualifikationsvereinbarungen, die grundlegendes Lernen, MINT-Bildung und digitale Kompetenz in den Mittelpunkt der Wirtschaftsstrategie stellen und nicht nur als Zusatz betrachten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet Lehrplanreformen, die Problemlösung, Programmieren, Datenkompetenz und Kreativität in den Vordergrund stellen; eine groß angelegte Fortbildung der Lehrkräfte; sowie starke Partnerschaften zwischen Universitäten, Berufsbildungseinrichtungen und der Industrie, um sicherzustellen, dass die Ausbildung auf die tatsächliche Nachfrage des Arbeitsmarktes abgestimmt ist.</p>



<h2 id="h-erfolgsbeispiele-in-afrikanischen-landern" class="wp-block-heading">Erfolgsbeispiele in afrikanischen Ländern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erfreulicherweise bewegen sich einige Länder bereits in diese Richtung.&nbsp; So schafft beispielsweise Kenias Ökosystem für digitale Innovation – von Mobile Money über plattformbasierte Logistik bis hin zum E-Commerce – neue Berufe in den Bereichen Fintech, digitales Marketing, Datendienste und Plattformmanagement, die vor einem Jahrzehnt kaum existierten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruanda hat sich als afrikanischer Teststandort für neue Technologien positioniert und investiert massiv in Breitband, digitale öffentliche Dienste und Programmierschulen, um Arbeitskräfte auszubilden, die für datengesteuerte und KI-gestützte Tätigkeiten bereit sind.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Ägypten, Marokko und Südafrika entstehen durch Wertschöpfungsketten in den Bereichen Automobilindustrie und erneuerbare Energien neue Aufgaben in der fortschrittlichen Fertigung, der Batterietechnologie sowie der Solar- und Windtechnik.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tanger, die Stadt, in der im vergangenen Monat die <a href="https://www.uneca.org/eca-events/cfm2026">UNECA-Konferenz der Minister für Finanzen und wirtschaftliche Entwicklung</a> stattfand, verfügt über einen Hafen für Spitzentechnologien auf Weltklasse-Niveau, der es mit vielen Industrieländern aufnehmen kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Beispiele zeigen, dass Länder, wenn sie Bildung, Industriepolitik und digitale Strategie aufeinander abstimmen, beginnen können, ihre Arbeitsmärkte auf die Industrien der Zukunft auszurichten.</p>



<h2 id="h-umdenken-erforderlich" class="wp-block-heading">Umdenken erforderlich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Qualifikationen allein reichen nicht aus, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Arbeitnehmer brauchen produktive Unternehmen, die sie einstellen, und Unternehmen benötigen ein förderliches Umfeld, um innovativ sein zu können. Aus diesem Grund betont der Bericht die Bedeutung einer Industrie- und Innovationspolitik, die Spitzentechnologien gezielt in die produktiven Sektoren Afrikas integriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Landwirtschaft beispielsweise werden die Arbeitsplätze der Zukunft in den Bereichen klimafreundliche Landwirtschaft, Agrardaten-Dienstleistungen, präzise Verteilung von Betriebsmitteln und digitale Beratung liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um dieses Potenzial auszuschöpfen, sind Investitionen in Bewässerung, Breitbandnetze im ländlichen Raum, Datenplattformen sowie die Unterstützung von <a href="https://afrika.info/leistungen/innovation-scouting" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Startups</a> im Agrarsektor erforderlich, die Spitzentechnologie – von Sensoren über Satellitenbilder bis hin zu KI-basierten Beratungsdiensten – an die lokalen Gegebenheiten anpassen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im verarbeitenden Gewerbe können Regierungen Industrieparks und Sonderwirtschaftszonen nutzen, um Unternehmen anzuziehen, die Automatisierung, intelligente Logistik und fortschrittliche Werkstoffe einsetzen, und gleichzeitig Technologietransfer und die Entwicklung lokaler Zulieferer aushandeln, um qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen.</p>



<h2 id="h-datenwirtschaft-als-wachstumsmotor" class="wp-block-heading">Datenwirtschaft als Wachstumsmotor</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig muss Afrika Daten als strategischen Wirtschaftsfaktor betrachten und nicht als Nebensache. Daten bilden die Grundlage für Spitzentechnologien in allen Sektoren – doch ein Großteil der Daten des Kontinents wird im Ausland gespeichert und verarbeitet, sodass vor Ort nur ein begrenzter Wert generiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufbau einer Datenwirtschaft, die Arbeitsplätze schafft, bedeutet Investitionen in Rechenzentren, Cloud-Infrastruktur, Hochleistungsrechner und sichere Konnektivität sowie die Entwicklung klarer Regeln für Datenverwaltung, Datenschutz, grenzüberschreitende Datenströme und Wettbewerb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bedeutet auch, lokale Unternehmen zu unterstützen, die entlang der Datenwertschöpfungskette tätig sind – von der Erfassung und Kennzeichnung bis hin zu Analysen und KI-Dienstleistungen – und junge Menschen mit den Fähigkeiten auszustatten, die sie benötigen, um als Dateningenieure, Analysten, Ethiker und Produktmanager zu arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Afrika weiterhin Rohdaten exportiert und gleichzeitig hochwertige digitale Dienstleistungen importiert, wird es seine traditionelle Rohstofffalle lediglich in digitaler Form reproduzieren.</p>



<h2 id="h-finanzierung-von-innovation" class="wp-block-heading">Finanzierung von Innovation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das Finanzierungsmodell für Innovation und Arbeitsplätze muss sich ändern. Traditionelle Bankensysteme, die sich auf besicherte Kredite konzentrieren, sind für risikoreiche, von immateriellen Vermögenswerten getriebene Technologieunternehmen schlecht geeignet. Afrikanische Länder können beginnen, diese Lücke zu schließen, indem sie Blended-Finance-Fazilitäten, Innovationsanleihen, öffentliche Risikokapitalfonds und regionale Kreditlinien schaffen, die privates Kapital für Sektoren mit hoher Produktivität mobilisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das öffentliche Beschaffungswesen kann hier ein wirkungsvoller Hebel sein: Durch die Gestaltung innovationsfreundlicher Ausschreibungen und die Reservierung von Platz für lokale Digital- und Technologieanbieter können Regierungen eine vorhersehbare Nachfrage schaffen, die Startups und KMU dabei hilft, zu wachsen und Personal einzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Länder experimentieren bereits mit Sandboxen und Innovationswettbewerben in den Bereichen Fintech, E-Health und Govtech. Das zeigt, wie Politik neue, Arbeitsplätze schaffende Ökosysteme ankurbeln kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All dies ist nicht ohne Risiko.</p>



<h2 id="h-zahlreiche-herausforderungen" class="wp-block-heading">Zahlreiche Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zukunftstechnologien automatisieren bereits Routineaufgaben und gestalten Wertschöpfungsketten neu – auf eine Weise, die Arbeitsplätze verdrängen, soziale und geschlechtsspezifische Ungleichheiten vergrößern und die digitale Kluft vertiefen kann. Insgesamt werden Arbeitsplätze nicht verschwinden, aber sie werden sich wandeln – und einige werden wegfallen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorbereitung auf diesen Umbruch erfordert robuste Sozialschutzsysteme, aktive Arbeitsmarktpolitik und gezielte Unterstützung für Frauen und Jugendliche beim Zugang zu Ausbildung, Finanzierung und Technologie.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem muss den Themen Cybersicherheit, Datenschutz und Plattformregulierung ernsthafte Aufmerksamkeit gewidmet werden, um ausbeuterische Praktiken zu verhindern, Rechte zu schützen und das Vertrauen in digitale Systeme aufrechtzuerhalten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Regulierung zu weit hinter der Innovation zurückbleibt, wird der Arbeitsmarkt die Anpassungskosten durch Informalität, Unterbeschäftigung und soziale Spannungen auffangen.</p>



<h2 id="h-afrikas-potenziale-im-globalen-kontext" class="wp-block-heading">Afrikas Potenziale im globalen Kontext</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika startet diese Reise mit erheblichen Vorteilen.&nbsp;Der Kontinent verfügt über die jüngste Bevölkerung der Welt, riesige Vorkommen an kritischen Mineralien, die für saubere Energie und die Technologieproduktion unerlässlich sind, sowie über einige der besten Solarressourcen des Planeten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Vorzüge können neue Wellen grüner Industrialisierung – in den Bereichen Batterien, Elektromobilität, grüner Wasserstoff, saubere Energie und digitale Infrastruktur – untermauern und vielfältige, zukunftsorientierte Arbeitsplätze in den Bereichen Ingenieurwesen, Bauwesen, Instandhaltung, Daten und Dienstleistungen schaffen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch um dieses Potenzial in die Realität umzusetzen, müssen die Länder die Bequemlichkeit eines inputgetriebenen Wachstums hinter sich lassen und eine anspruchsvollere Agenda verfolgen: eine Agenda, die Kompetenzen, Innovationsökosysteme, Daten und Spitzentechnologien in den Mittelpunkt der Wirtschaftsstrategie stellt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der AfCFTA als unserem Marshall-Plan verfügen wir über die Regeln und die Plattform für eine kontinentale Skalierung, die zu gemeinsamem Wohlstand in Form von Arbeitsplätzen führt, die durch die Nutzung von Daten und Spitzentechnologien geschaffen werden.</p>



<h2 id="h-weichenstellung-fur-die-zukunft" class="wp-block-heading">Weichenstellung für die Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeitsplätze der Zukunft werden heute gestaltet – durch die Art und Weise, wie Afrika seine Kinder ausbildet, seine Daten reguliert, seine Innovatoren finanziert und seine Infrastruktur plant.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn afrikanische Länder entschlossen und zielgerichtet handeln, können sie einen Arbeitsmarkt gestalten, der produktiver, inklusiver und widerstandsfähiger ist als der, den sie geerbt haben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie zögern, läuft der Kontinent Gefahr, ein Konsument der Technologien anderer und ein Lieferant von billigen Arbeitskräften und Rohstoffen zu bleiben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich ist die eigentliche Frage einfach: Wird Afrika Spitzentechnologien nutzen, um das Wirtschaftswachstum und den Strukturwandel zu beschleunigen, oder am Rande der Branchen bleiben, die das 21. Jahrhundert prägen?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahl ist klar; das Zeitfenster ist eng; und die Zeit, Afrikas Arbeitskräfte auf die Spitzentechnologie-Wirtschaft vorzubereiten, ist jetzt. So können wir ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum auf dem Kontinent sicherstellen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Student*innen der neuen Shanahan University Onitsha (SUO) im Bundesstaat Anambra, Nigeria (Foto: Goallord-Creativity, Shutterstock.com)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>KI-Experte warnt vor digitaler Kolonialisierung</title>
		<link>https://afrika.info/ki-experte-warnt-vor-digitaler-kolonialisierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Feb 2024 06:26:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[Seydina Moussa Ndiaye]]></category>
		<category><![CDATA[Startups]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der senegalesische Computerwissenschaftler Seydina Moussa Ndiaye ist eines von 39 Mitgliedern im neuen AI Advisory Body des UN-Generalsekretärs António Guterres. Im Gespräch mit UN News erläutert Ndiaye die Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz für Afrika. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/ki-experte-warnt-vor-digitaler-kolonialisierung/">KI-Experte warnt vor digitaler Kolonialisierung</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">23. Februar 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (AR/afr). Der senegalesische Computerwissenschaftler Seydina Moussa Ndiaye ist eines von 39 Mitgliedern im neuen<a href="https://www.un.org/en/ai-advisory-body" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> AI Advisory Body</a> von UN-Generalsekretärs António Guterres. Im Gespräch mit UN News erläutert Ndiaye die Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz für Afrika. </p>



<p class="wp-block-paragraph">U. a. befürchtet Ndiaye eine digitale Kolonialisierung Afrikas durch Künstliche Intelligenz (KI). Er warnt davor, dass multinationale Unternehmen ihre Technologien durchsetzen könnten, ohne lokale Lösungen zu berücksichtigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie könnte KI Afrika helfen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ndiaye:</strong> Es gibt mehrere afrikanische Länder, die nun beginnen, eine eigene Strategie für Künstliche Intelligenz zu entwickeln.&nbsp;Es braucht jedoch eine panafrikanische Strategie mit einer kontinentalen Vision der KI-Entwicklung. Diese Strategie wird bald veröffentlicht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Immer mehr junge Menschen, die <a href="https://afrika.info/leistungen/innovation-scouting/">Startups</a> gründen, interessieren sich für KI und haben einen echten Wissensdurst in diesem Bereich.&nbsp;Dieses wachsende Interesse kann mit internationaler Hilfe beschleunigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">KI kann tatsächlich zur Lösung bestimmter Herausforderungen eingesetzt werden, etwa in der Landwirtschaft.&nbsp;Auch im Gesundheitsbereich könnte KI viele Probleme lösen, insbesondere den Mangel an Personal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das andere Element, das ebenfalls sehr wichtig ist, ist die Entwicklung der kulturellen Identität.&nbsp;Afrika wird häufig als Kontinent mit einer kulturellen Identität gesehen, die es nicht geschafft hat, sich weltweit durchzusetzen.&nbsp;Mit der Entwicklung der KI könnten wir diesen Kanal nutzen, dass afrikanische kulturelle Identitäten bekannter und mehr wertgeschätzt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gibt es schlechte Seiten der KI, die Afrika bedrohen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nidaye:</strong> Die größte Bedrohung ist die Kolonisierung.&nbsp;Es könnte sein, dass wir große multinationale Unternehmen im Bereich KI haben, die ihre Lösungen auf dem gesamten Kontinent durchsetzen und keinen Raum für die Entwicklung lokaler Lösungen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten der derzeit in Afrika generierten Daten gehören multinationalen Konzernen, deren Infrastruktur außerhalb des Kontinents entwickelt wird, wo auch die meisten afrikanischen KI-Experten tätig sind.&nbsp;Das bedeutet einen Verlust afrikanischer Talente.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das andere Element, das wichtig ist zu berücksichtigen, ist der Kontext der vierten industriellen Revolution.&nbsp;Die Leistungsfähigkeit der KI könnte mit Fortschritten in der Biotechnologie oder Technologie kombiniert werden. Und Afrika könnte der Ort sein, an dem all diese neuen Lösungen tatsächlich getestet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn diese Entwicklungen nicht überwacht wird, könnte es zu Tests kommen, die an Menschen mit Chips oder sogar integrierten biotechnologischen Elementen durchgeführt werden.&nbsp;Das sind aber Technologien, die wir nicht wirklich gut beherrschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkret formuliert: Wenn Sie diese Dinge nicht kontrollieren, kann es passieren, dass sie niemand bemerkt.&nbsp;Afrika könnte als Versuchskaninchen benutzt werden, um neue Lösungen zu testen. Und das könnte eine große Bedrohung für den Kontinent darstellen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Glauben Sie, dass der AI Advisory Body der Vereinten Nationen eine Plattform sein wird, die es Ihnen ermöglicht, diese Probleme auf den Tisch zu bringen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nidaye:</strong> Ja, absolut.&nbsp;Wir haben mit unserer Arbeit begonnen, und sie ist wirklich sehr offen.&nbsp;Das sind hochrangige Leute, die internationale Themen gut verstehen. Es gibt keine Tabuthemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist wichtig, dass die Stimme Afrikas in der Gruppe vertreten ist.&nbsp;Die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit wird dadurch gestärkt und ist nicht auf die Großmächte beschränkt.&nbsp;Auf internationaler Ebene bezieht es alle ein und hilft damit auch den&nbsp;am wenigsten entwickelten Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit besteht hier eine echte Lücke. Wenn diese nicht geschlossen wird, besteht die Gefahr, dass die Ungleichheiten zunehmen. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Der englischsprachige Originalbeitrag stammt von UN News und ist im Januar 2024 in unserem Partnermagazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/january-2024/interview-ai-expert-warns-digital-colonization-africa" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen erschienen.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Fotomontage, erzeugt mit Canva.com</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ruanda: Leuchtturm für moderne Chirurgie</title>
		<link>https://afrika.info/ruanda-leuchtturm-fuer-moderne-chirurgie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Nov 2023 07:52:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Aimable Twahirwa]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Jacques Marescaux]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Kagame]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Masaka, einem Vorort der ruandischen Hauptstadt Kigali, wurde kürzlich ein neues Kompetenzzentrum für minimalinvasive Chirurgie eröffnet. IRCAD Africa will damit ein neues Zeitalter für chirurgische Eingriffe auf dem Kontinent einläuten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/ruanda-leuchtturm-fuer-moderne-chirurgie/">Ruanda: Leuchtturm für moderne Chirurgie</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Aimable Twahirwa und Martin Sturmer | 28. November 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kigali, Oberndorf bei Salzburg (IPS/afr). In Masaka, einem Vorort der ruandischen Hauptstadt Kigali, wurde kürzlich ein neues Kompetenzzentrum für minimalinvasive Chirurgie eröffnet. IRCAD Africa will damit ein neues Zeitalter für chirurgische Eingriffe auf dem Kontinent einläuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">IRCAD mit Sitz in Straßburg, Frankreich, gilt als weltweit führende Einrichtung in der minimalinvasiven Chirurgie. Das im Jahr 1994 von Jacques Marescaux gegründete Institut bildet jährlich knapp 9.000 Chirurg*innen aus aller Welt aus. Weitere Standorte befinden sich in Taiwan, Brasilien und im Libanon. 2024 sollen Brasilien und 2025 die USA folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel von <a href="https://ircad.space/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IRCAD Africa</a> ist die Ausbildung von Ärzten und Ärztinnen aus ganz Afrika in der noch jungen Operationstechnik. Bei der minimalinvasiven Chirurgie wird ein robotergestütztes Laparoskop in den Körper eingeführt. Dazu sind in der Regel nur kleine Schnitte notwendig. Chirurg*innen steuern das Laparoskop an einer Konsole fern. Die körperliche Belastung ist sowohl für Patient*innen als auch für das medizinische Personal wesentlich geringer als bei herkömmlichen Operationsmethoden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Herzstück der Kigali Health City</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das neue Kompetenzzentrum wurde am 7. Oktober 2023 eröffnet. Die Finanzierung erfolgte durch Mittel der Regierung Ruandas und von IRCAD. „Wir arbeiten daran, das größte Team aus Informatikern und Chirurgen in Afrika aufzubauen“, sagt IRCAD-Gründer Jacques Marescaux.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruandas Präsident Paul Kagame betonte anlässlich der Einweihung von IRCAD Africa die überregionale Bedeutung des Zentrums: “Das Kompetenzzentrum dient nicht nur Ruanda. Es dient Afrika. Es wird jene Talente, die wir in Afrika haben, verbessern und auf ein viel höheres Niveau heben.”&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="843" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/11/paul-kagame-jacques-marescaux-flickr-paul-kagame-1200-1024x843.jpg" alt="" class="wp-image-3149" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/11/paul-kagame-jacques-marescaux-flickr-paul-kagame-1200-1024x843.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/11/paul-kagame-jacques-marescaux-flickr-paul-kagame-1200-300x247.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/11/paul-kagame-jacques-marescaux-flickr-paul-kagame-1200-768x632.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/11/paul-kagame-jacques-marescaux-flickr-paul-kagame-1200-640x527.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/11/paul-kagame-jacques-marescaux-flickr-paul-kagame-1200.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ruandas Präsdent Paul Kagame und IRCAD-Gründer Jacques Marescaux auf dem Weg zur Eröffnung von IRCAD Africa am 7. Oktober 2023 (Foto: Paul Kagame / <a href="https://flickr.com/photos/paulkagame/53240816669/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flickr</a> / <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-NC-ND 2.0 DEED</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">IRCAD Africa verfügt über 16 Schulungslaboratorien am letzten Stand der Technik und einen Hörsaal mit 226 Plätzen. Das Zentrum soll zudem eine Schlüsselrolle für die Realisierung der Kigali Health City spielen. Der ambitionierte Plan der ruandischen Regierung sieht vor, dass in Masaka u. a. das größte Krankenhaus des Landes entsteht. Ab 2025 sollen hier täglich 2.000 Patient*innen behandelt werden können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Großer Aufholbedarf bei Ärztedichte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Unterschied zur herkömmlichen Chirurgie verursachen minimalinvasive Eingriffe geringere Operationskosten, führen zu weniger Blutverlust, senken die Aufenthaltsdauer in Krankenhäusern und entlasten dadurch die Gesundheitssysteme. Trotz ihrer zahlreichen Vorteile steckt die Roboterchirurgie in afrikanischen Ländern aber noch in den Kinderschuhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Grund dafür liegt in der Unterversorgung mit medizinischem Personal. Laut dem <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/Tabellen/Basistabelle_Aerzte.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Statistischen Bundesamt</a> steht in Ruanda pro 10.000 Einwohner*innen nur ein*e Mediziner*in zur Verfügung. Zum Vergleich: In Deutschland und der Schweiz liegt die Ärztedichte je 10.000 Einwohner*innen bei 44, in Österreich sogar bei 53. Weltweit an der Spitze steht Kuba mit einer Ärtzedichte von 84.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Christine Mutegaraba, Chirurgin in einer Privatklinik in Kigali, ist zunächst eine Ausbildungsoffensive unerlässlich, damit die minimalinvasive Operationstechnik in Zukunft möglichst vielen Patient*innen zugute kommen kann. Damit alleine sei es allerdings nicht getan, weiß Mutegaraba: “Es braucht außerdem enorme Investitionen, um sicherzustellen, dass Kliniken und andere spezialisierte Krankenhäuser mit Geräten ausgestattet werden, die für die Durchführung dieser Art von chirurgischen Techniken erforderlich sind.” (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Neues Ausbildungszentrum für minimalinvasive Chirurgie &#8211; IRCAD Africa in Masaka, Kigali (Foto: Paul Kagame / <a href="https://www.flickr.com/photos/paulkagame/53239575302/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flickr</a> / <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-NC-ND 2.0 DEED</a>)</p>
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		<title>Die Silicon Savannah steht hoch im Kurs</title>
		<link>https://afrika.info/die-silicon-savannah-steht-hoch-im-kurs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 May 2021 07:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Silicon Savannah]]></category>
		<category><![CDATA[Startup]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Afrikas Startup-Unternehmen rücken immer stärker in Blickfeld internationaler Investoren. Vor allem Gründungen in der Silicon Savannah werden mit Argusaugen beobachtet. 2020 ging ein Drittel aller Investments in afrikanische Startups nach Kenia.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Martin Sturmer&nbsp;| 14. Mai 2021</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberndorf bei Salzburg (afr). Afrikas Startup-Unternehmen rücken immer stärker in Blickfeld internationaler Investoren. Vor allem Gründungen in der Silicon Savannah werden mit Argusaugen beobachtet. 2020 ging ein Drittel aller Investments in afrikanische Startups nach Kenia.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Silicon Savannah wird die aufstrebende Technologie- und Startup-Szene in Kenias Hauptstadt Nairobi bezeichnet. In der pulsierenden Großstadt mit ihren rund 4,5 Millionen Einwohnern arbeitet die 27-jährige Jihan Abbas. Die Unternehmerin hat mit ihrem Startup&nbsp;<a href="https://www.lami.world/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lami Technologies</a>&nbsp;gerade einen Investorendeal über 1,8 Mio. US-Dollar abgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Unsere Vision bei Lami ist es, die finanzielle Widerstandsfähigkeit von Millionen Menschen zu verbessern, indem wir Versicherungsprodukte für unterversorgte Bevölkerungsgruppen zugänglicher und erschwinglicher machen&#8220;, beschreibt Abbas ihre Geschäftsidee. Denn: In Afrika würden 97 Prozent der Menschen keine Versicherungen kaufen, sagt die Absolventin der Universität von Oxford.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="digitale-plattform-sorgt-fur-bessere-kundenorientierung">Digitale Plattform sorgt für bessere Kundenorientierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hauptgrund für die geringe Abdeckung liege vor allem an der mangelnden Kundenorientierung der Versicherungsgesellschaften, ist Abbas überzeugt. Es fehle schlicht an maßgeschneiderten Angeboten und einer raschen Abwicklung von Schadensfällen. So würde es in Afrika im Schnitt 90 Tage dauern, bis ein Versicherungsfall bearbeitet ist, so die Unternehmerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Entwicklung einer digitalen Plattform ist es Lami Technologies gelungen, diese Zeitspanne auf eine Woche zu reduzieren. Außerdem lassen sich Versicherungsverträge mit dem Smartphone innerhalb von zwei Minuten abschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Konzept scheint aufzugehen: Seit der Gründung von Lami Technologies im April 2018 wurden bereits 5.000 Policen verkauft. Das Unternehmen mit seinen 14 Mitarbeitern bietet mehr als 30 Produkte – von der Personenversicherung bis zum Schutz für digitale Geräte. Der Vertrieb erfolgt in erster Linie über etablierte Plattformen wie den Online-Shop&nbsp;<a href="https://www.jumia.co.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jumia</a>, der als Afrikas Antwort auf Amazon gilt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="startup-mekka-kenia">Startup-Mekka Kenia</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die erfolgreiche Entwicklung von Lami blieb internationalen <a href="https://afrika.info/leistungen/technologiescouting/">Innovation Scouts</a> nicht verborgen. Am 6. Mai 2021 gab Lami bekannt, dass eine Gruppe rund um die US-Gesellschaft Accion Venture Lab 1,8 Mio. US-Dollar in die Weiterentwicklung des Unternehmens investiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Startups aus Kenia stehen seit Jahren hoch im Kurs: Laut der&nbsp;<a href="https://gumroad.com/l/bQSRD" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Startups Deals Database</a>&nbsp;wurden im Jahr 2020 1,62 Mrd. US-Dollar in Startups in Afrika investiert – ein neuer Rekordwert. Ein Drittel der Summe (547 Mio. US-Dollar) ging nach Kenia. Der ostafrikanische Staat stand damit im vergangenen Jahr an der Spitze: Nigeria (425 Mio. US-Dollar) und Südafrika (296 Mio. US-Dollar) folgten mit Respektabstand auf den Plätzen zwei und drei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei waren vor allem Entwicklungen in der Finanztechnologie gefragt: Seit der Einführung des mobilen Bezahldienstes M-Pesa im Jahr 2007 ist kein Stein auf dem anderen geblieben. De facto kann in Kenia mit dem Handy alles bezahlt werden – von der Taxifahrt über die Stromrechnung bis nun also auch zur Versicherung. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Jihan Abbas ist Gründerin und CEO von Lami Technologies. (Foto: Lami Technologies)<em>&nbsp;</em></p>
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		<title>Kenia: Clever gegen Corona</title>
		<link>https://afrika.info/kenia-clever-gegen-corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2020 11:43:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[COVID-19]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Justus Wanzala]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist ein heißer Nachmittag am Busbahnhof im Marktzentrum von Mugatsi im Busia County im Westen von Kenia. Viele Reisende stehen an, um sich die Hände zu waschen. Jede Person hält Abstand und wartet geduldig, bis sie an der Reihe ist.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Justus Wanzala&nbsp;| 19. Mai 2020</p>



<p class="wp-block-paragraph">Busia (IDN/afr). Es ist ein heißer Nachmittag am Busbahnhof im Marktzentrum von Mugatsi im Busia County im Westen von Kenia. Viele Reisende stehen an, um sich die Hände zu waschen. Jede Person hält Abstand und wartet geduldig, bis sie an der Reihe ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Händewaschen vor der Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist eine vorgeschriebene Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Krise vorgeschrieben. Die Reinigungsstation am Mugatsi-Markt ist allerdings eine Neuheit: Aus dem Eimer fließen Wasser und Flüssigseife direkt in die Hände des Benutzers. Bedient wird die Vorrichtung mit zwei Fußpedalen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Passagiere nichts berühren müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorrichtung wurde von zwei jungen Burschen aus der Umgebung erfunden. Ihre Namen sind Bernard Dindi und Christopher Butsunzu. Beide haben zwar die Highschool besucht, verfügen aber über keinerlei technische Ausbildung. Die Idee kam ihnen, als sie Ausbruch von COVID-19 in Kenia am die Herausforderungen für die notwendige Hygiene erkannt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Duo bekräftigt, dass ihre Innovation das Risiko einer Ansteckung im Vergleich zu herkömmlichen Hygiene-Möglichkeiten entscheidend senke. &#8222;Wenn Menschen ihre Hände waschen oder desinfizieren, müssen sie die Flaschen mit Desinfektionsmittel und die Wasserhähne berühren. Wir sehen dabei die Gefahr, dass sie sich dabei mit dem Virus infizieren und es verbreiten,&#8220; erklärt Bernard Dindi.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="lob-von-allen-seiten">Lob von allen Seiten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dindi und Butsunzu haben die ihren erste Waschstation am Busbahnhof kostenlos installiert, obwohl sie dafür 10.000 Kenia-Schilling (86 Euro) und mehrere Tage Arbeit investieren mussten. &#8222;An diesem Platz mit hohem Menschenaufkommen dachten wir, dass das Gerät hilfreich sei&#8220;, sagt Dindi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Hygiene-Vorrichtung wird von vielen Menschen gelobt. &#8222;Ich habe sie seit der Installation täglich benutzt&#8220;, sagt die Händlerin Anne Nekesa, &#8222;ich finde die Bedienung einfach sehr bequem.&#8220; Und der Busunternehmer John Wandera ergänzt: &#8222;Wir sind amüsiert über die Technologie, die diese Jugendlichen entwickelt haben. Das ist so beeindruckend, und wir freuen uns darüber. Wir fühlen uns sicher, wenn wir unsere Hände waschen können.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der öffentlichen Verwaltung ist die Innovation nicht verborgen geblieben. Isaac Omeri, Chief Officer für Gesundheit und Hygiene im Landkreis Busia, unterstreicht ihre hohe Sinnhaftigkeit: &#8222;Das ist eine einzigartige Vorrichtung, die die Wahrscheinlichkeit minimiert, dass sich jemand beim Waschen der Hände mit dem Virus infiziert.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Omeri hat bereits sechs der Geräte gekauft, die an verschiedenen Plätzen im County platziert wurden. Beflügelt von der positiven Resonanz wollen Dindi und Butsunzu ihre Neuheit nun landesweit vertreiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="studierende-entwickeln-beatmungsgerat">Studierende entwickeln Beatmungsgerät</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die etablierten Forschungseinrichtungen des ostafrikanischen Staates arbeiten im Kampf gegen das Coronavirus an Innovationen. So haben 16 Studierende der Kenyatta University etwas außerhalb von Nairobi ein Beatmungsgerät entwickelt. Dem kenianischen Gesundheitssystem stehen bislang nur wenige Geräte zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Tiba Vent&#8220; (tiba ist Swahili und bedeutet Medizin oder Therapie) versorgt die Lungen von Corona-Patienten mit Luft aus einem Sauerstofftank. Ein angeschlossener Befeuchter sorgt für die ausreichende Feuchtigkeit der Beatmung. Der Vizekanzler der Universität, Paul Wainaina, sagt, dass die Universität 50 Beatmungsgeräte pro Woche produzieren könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am &#8222;Kenya Medical Research Institute&#8220; (KEMRI) in Nairobi wiederum ist die Herstellung von eigenen PCR-Schnelltests nach Angaben des Instituts bereits weit fortgeschritten. Außerdem wird am KEMRI an Medikamenten und an einem Impfstoff geforscht. Die angeschlossene Produktionsabteilung hat bereits mehr als 100.000 Liter Händedesinfektionsmittel hergestellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="staatliche-massnahmen">Staatliche Maßnahmen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kenia hat seit der Bekanntgabe des ersten Infektionsfalls am 13. März noch relativ wenige Corona-Fälle verzeichnet. Mit Stand 18. Mai wurden 912 Infektionen registriert, 50 Menschen sind verstorben. 336 Menschen gelten als genesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung verfolgt eine umfassende Eindämmungsstrategie. Kurz nach Auftreten der ersten Fälle wurden die Schulen gesperrt. Staatsbürger wurden aufgefordert, sich in eine vierzehntägige Selbstisolation zu begeben. Mit Wirkung von 25. März wurden alle internationalen Flüge mit Ausnahme von Frachtlieferungen verboten. Im April wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Am 16. Mai wurden die Grenzen zu Tansania und Kenia gesperrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die enormen ökonomischen Herausforderungen für die Bevölkerung zu erleichtern, hat die Regierung Hilfspakete beschlossen. So wurde die Einkommensteuer auf 25 Prozent reduziert. Für besonders verletzliche Personengruppen &#8211; wie alte Menschen und Waisen &#8211; wurde ein Fonds mit zehn Milliarden Kenia-Schilling (86 Millionen Euro) ins Leben gerufen. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse"><a href="http://www.indepthnews.net/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IDN</a>&nbsp;ist die Flaggschiff-Agentur des&nbsp;<a href="http://www.international-press-syndicate.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">International Press Syndicate</a>.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein Fahrgast wäscht sich an der neuen Hygiene-Vorrichtung die Hände, bevor er in den Bus steigt. (Foto: Kevin Wafula/IDN)</p>
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		<title>Online-Handel in Nigeria nimmt Fahrt auf</title>
		<link>https://afrika.info/online-handel-in-nigeria-nimmt-fahrt-auf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Dec 2019 10:31:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Startup]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Yun Shi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Catherine Oshotse, eine 27-jährige Unternehmerin aus Lagos, hat ihren Erfolg ihrem Einfallsreichtum und dem Internet zu verdanken. Bereits mehr als 1.000 Kunden aus der ganzen Welt kaufen in ihrem Online Shop ein, der sich auf Haarverlängerungen und Damenhandtaschen spezialisiert hat.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Yun Shi, Africa Renewal*&nbsp;| 27. Dezember 2019</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (AR/afr). Catherine Oshotse, eine 27-jährige Unternehmerin aus Lagos, hat ihren Erfolg ihrem Einfallsreichtum und dem Internet zu verdanken. Bereits mehr als 1.000 Kunden aus der ganzen Welt kaufen in ihrem Online Shop ein, der sich auf Haarverlängerungen und Damenhandtaschen spezialisiert hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Sie gehen einfach auf meine Website und klicken auf den Artikel, den Sie kaufen möchten&#8220;, erklärt Catherine Oshotse im Interview mit dem UN-Magazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a>. &#8222;Ich erhalte eine E-Mail, dass jemand eine Bestellung aufgegeben hat, dann liefere ich das Paket aus. Sehr einfach!&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Online Shopping setzt in ganz Afrika zum Höhenflug an. Schätzungen zufolge sind in der Branche auf dem gesamten Kontinent über 260 Startups in mindestens 23 Ländern aktiv. Durch den Online-Handel entsteht ein erhebliches Potenzial für die Schaffung neuer Arbeitsplätze &#8211; bis ins Jahr 2025 soll es im E-Commerce drei Millionen Jobs geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) schätzt in ihrem <a href="https://unctad.org/en/PublicationsLibrary/tn_unctad_ict4d12_en.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">B2C E-Commerce Index</a>, dass es im Jahr 2017 mindestens 21 Millionen Online-Käufer aus Afrika gab. Die Hälfte davon kamen aus den digitalen Löwenstaaten Nigeria, Südafrika und Kenia.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemessen an der Gesamtbevölkerung von 1,27 Milliarden Menschen ist der Anteil der Online-Käufer noch klein. Die Zuwachsraten geben aber Hoffnung: Seit 2014 steigt die Anzahl der Internet Shopper in Afrika jährlich um 18 Prozent und damit deutlich über Weltdurchschnitt von zwölf Prozent. Vor allem Menschen auf dem Land können nun über das Internet Waren bestellen, für die sie sonst in die urbanen Zentren reisen müssten.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="wenig-vertrauen-in-afrikanische-online-handler">Wenig Vertrauen in afrikanische Online-Händler</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings steht die E-Commerce-Branche auch vor Hindernissen. Der B2B E-Commerce Index der UNCTAD hat 151 Volkswirtschaften weltweit danach gereiht, wie günstig die jeweiligen Voraussetzungen für den Online-Handel sind. Zu den Kriterien zählen etwa die Verfügbarkeit von sicheren Servern oder die Verlässlichkeit des Postversands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als bestes afrikanisches Land landete Mauritius in dem Index auf Platz 55. Nigeria und Südafrika sind mit den Rängen 75 und 77 noch im Mittelfeld zu finden. Unter den zehn letzten Plätzen liegen neun afrikanische Staaten. Das absolute Schlusslicht ist Niger, davor befinden sich der Tschad und Guinea.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Herausforderungen zählen langsame und teure Internetverbindungen, die unzureichende Infrastruktur und die schwache Lieferlogistik. Der Verbraucherschutz ist in den meisten Ländern kaum oder gar nicht vorhanden, wodurch das Vertrauen zwischen Verkäufer und Käufer beeinträchtigt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das fehlende Vertrauen hat Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr: Während das mobile Bezahlen in anderen Lebensbereichen bereits Fuß gefasst hat, ist im afrikanischen Online-Handel nach wie vor die Lieferung auf Nachnahme beliebt. Das erschwert allerdings den grenzüberschreitenden Warenverkehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem entsprechen viele afrikanische Online-Händler nicht den strikten Vorgaben von globalen Zahlungsanbietern. Dadurch bleibt afrikanischen Internet Shops häufig der Zugang zu westlichen Konsumenten verwehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ein Gamechanger könnte sich aber die Afrikanische Freihandelszone (AfCFTA) erweisen, die 2020 den Handel aufnehmen wird. Mit einem Markt von derzeit 1,27 Milliarden Verbrauchern gilt die AfCFTA als größter Handelsblock der Welt. Bis 2030 soll diese Zahl auf 1,7 Milliarden steigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Catherine Oshotse jedenfalls sieht für ihren Online Shop eine rosige Zukunft. Wenn die Rahmenbedingungen endlich passen, kann <a href="https://www.cathyscollectionstore.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Cathy’s Collection</a> durch die Decke gehen. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Die Autorin ist Redakteurin bei unserem Partnermagazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen. Der englischsprachige Originalbeitrag ist in der Ausgabe&nbsp;<a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/issue/december-2019-march-2020" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dezember 2019-März 2020</a> erschienen.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> In Nigeria kaufen immer mehr Konsumenten über das Internet ein &#8211; allerdings fehlt es häufig am Vertrauen in die Händler. (Bild: Shutterstock.com)</p>
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		<item>
		<title>Ruanda: Gaskocher werden zum Renner</title>
		<link>https://afrika.info/ruanda-gaskocher-werden-zum-renner/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Sep 2019 13:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Nyamirambo, einem belebten Viertel im Südwesten der Hauptstadt Kigali, schwärmen viele Frauen über die Vorteile ihres neuen Kochers. "Das ist so ein guter Herd," erzählt etwa Lydia Kashozi, "er entwickelt keinen Rauch, ist einfach zu bedienen und spart viel Zeit."</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye* | 8. September 2019</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kigali (IDN/afr). In Nyamirambo, einem belebten Viertel im Südwesten der Hauptstadt Kigali, schwärmen viele Frauen über die Vorteile ihres neuen Kochers. &#8222;Das ist so ein guter Herd,&#8220; erzählt etwa Lydia Kashozi, &#8222;er entwickelt keinen Rauch, ist einfach zu bedienen und spart viel Zeit.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lydia Kashozi ist 39 Jahre alt und Mutter von vier Kindern. Sie zählt zu den vielen Frauen in Kigali und Umgebung, die von der üblichen Holzkohle auf den &#8222;BBOXX Cook&#8220; umgestiegen ist. Hersteller des neuen Herds ist das Londoner Unternehmen&nbsp;<a href="https://www.bboxx.co.uk/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BBOXX</a>, das für Menschen in den Ländern des Südens einen Zugang zu einer sauberen und leistbaren Energieversorgung schaffen will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">BBOXX setzt dabei auf das &#8222;Internet der Dinge&#8220; (Internet of Things, IoT). Herzstück ist eine zentrale Management-Plattform namens &#8222;BBOXX Pulse&#8220;, die mit den Kochplatten in permanentem Austausch steht. Über die in Ruanda gängigen mobilen Bezahlsysteme können Kunden dadurch auch mit Kleinbeträgen von weniger als 500 Ruanda-Francs (0,5 Euro) Gas für ihren Kocher erwerben. Eine weitere Besonderheit des Systems ist, dass bei niedrigem Gasstand automatisch eine Nachricht zum nächsten Lieferanten gesendet wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="brennholz-als-gefahr-fur-die-umwelt-und-die-gesundheit">Brennholz als Gefahr für die Umwelt und die Gesundheit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seiner Innovation leistet BBOXX leistet einen wichtigen Beitrag gegen die anhaltende Abholzung. Rund 65 Prozent der städtischen Haushalte in Ruanda verwenden zum Kochen immer noch Brennholz oder Holzkohle. Laut dem ruandischen Landwirtschaftsministerium stellt diese Praxis eine ernsthafte Bedrohung für die Waldbestände und für die Gesundheit der Bürger dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Lydia Kashozi ist der Holzofen nun passé. &#8222;Ich benutze jetzt keine Holzkohle mehr zum Kochen&#8220;, erzählt Kashozi. “Sie ist einfach zu teuer und verursacht schlimmen Rauch.&#8220; In Afrika südlich der Sahara müssen 86 Prozent der Bevölkerung ohne saubere Brennstoffe aufkommen &#8211; jedes Jahr sterben vier Millionen Menschen an giftigen Abgasen, die in der Küche entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">BBOXX arbeitet bereits seit dem Jahr 2010 an sauberen Energielösungen, seit fünf Jahren ist das Unternehmen in Ruanda tätig. Zu den erfolgreichsten Leistungen zählt die Solarstrom-Versorgung von Haushalten, die von der Energieversorgung abgeschnitten sind. Nach&nbsp;<a href="https://www.bboxx.co.uk/our-story/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Eigenangaben</a>&nbsp;hat sich durch BBOXX das Leben von 675.000 Menschen in mehr als 35 Ländern verbessert.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="pilotmarkt-ruanda">Pilotmarkt Ruanda</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der BBOXX Cook ist die neueste Entwicklung des Londoner Unternehmens. Die intelligenten Kocher stehen im Pilotmarkt Ruanda erst seit wenigen Monaten zur Verfügung. Beim offiziellen Start am 19. Juli 2019 erklärte BBOXX-Chef Monsoor Hamayun, dass das neue Kochsystem ein logischer Schritt in die richtige Richtung sei: “Wir zeigen, dass unsere Lösung funktioniert: Die Technologie, die wir für den Zugang zu sauberen, zuverlässigen und erschwinglichen Strom eingesetzt haben, wird nun um Lösungen für sauberes Kochen erweitert.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">BBOXX wird im Rahmen der&nbsp;<a href="https://eepafrica.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Energie- und Umweltpartnerschaft Afrika</a>&nbsp;(EEP Africa) unterstützt, die von der&nbsp;<a href="https://www.entwicklung.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Austrian Development Agency</a>&nbsp;(ADA) , dem&nbsp;<a href="https://um.fi/frontpage" target="_blank" rel="noreferrer noopener">finnischen Außenministerium</a>, dem&nbsp;<a href="https://www.ndf.fi/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nordic Development Fund</a>&nbsp;und&nbsp;<a href="https://www.ukaiddirect.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UK Aid Direct</a>&nbsp;finanziert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative deckt sich auch mit den ehrgeizigen Plänen der ruandischen Regierung: Bis 2024 soll sich Zahl der Menschen, die Holz zur Energieversorgung nutzen, von derzeit 83,3 auf 42 Prozent halbieren. Außerdem steht die Nutzung sauberer Kochtechnologien in Einklang mit gleich mehreren&nbsp;<a href="https://www.un.org/sustainabledevelopment/sustainable-development-goals/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zielen für nachhaltige Entwicklung</a>, wie etwa Gesundheit und Wohlbefinden (SDG3), Gleichstellung der Geschlechter (SDG5) sowie erschwingliche und saubere Energie (SDG7).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lydia Kashozi hat in der Zwischenzeit bemerkt, dass sich durch den BBOXX Cook ihre Produktivität deutlich gesteigert hat. Ihr steht nun mehr Zeit und Geld zu Verfügung, um ihre Pläne zu realisieren. &#8222;Ich beabsichtige, ein kleines Unternehmen zu gründen, um mein Einkommen zu steigern&#8220;, sagt Kashozi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">*Unter Mitarbeit von Lilian Ndikumana</p>



<pre class="wp-block-verse"><a href="https://www.indepthnews.net/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IDN</a>&nbsp;ist die Flaggschiff-Agentur des&nbsp;<a href="https://www.international-press-syndicate.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">International Press Syndicate</a>.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der neuartige Gaskocher &#8222;BBOXX Cook&#8220; ruft in Kigali großes Interesse hervor. (Foto: BBOXX)</p>
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		<title>Mikrokredite per App</title>
		<link>https://afrika.info/mikrokredite-per-app/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jul 2019 14:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Startups]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor zwei Jahren wollte die 32-jährige Straßenköchin Monica Makona ihr Geschäft ausbauen. Allerdings versagte ihr die Bank das notwendige Darlehen. Die Kredit-App Tala war ihre Rettung. Innerhalb von Minuten erhielt Makona einen kleinen Geldbetrag auf ihr Smartphone.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 15. Juli 2019</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dar es Salaam (IDN/afr). Vor zwei Jahren wollte die 32-jährige Straßenköchin Monica Makona ihr Geschäft ausbauen. Allerdings versagte ihr die Bank das notwendige Darlehen. Die Kredit-App Tala war ihre Rettung. Innerhalb von Minuten erhielt Makona einen kleinen Geldbetrag auf ihr Smartphone.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es war ein sehr schneller Prozess&#8220;, erzählt Makona im Interview mit der Nachrichtenagentur IDN. &#8222;Ich erhielt eine Benachrichtigung von Tala, dass 20.000 Tansania-Schilling (10 US-Dollar, Anm.) auf meine mobile Geldbörse eingezahlt wurden.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Köchin arbeitet auf dem lebhaften Busbahnhof von Ubungo nordwestlich des Stadtzentrums von Dar es Salaam. Dort sind viele Unternehmerinnen unterwegs, die mit der Kredit-App ihre Betrieb am Laufen halten oder vergrößern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Ostafrika gibt es eine Reihe von digitalen Zahlungsanbietern, die den Kreditmarkt revolutionieren wollen. Vielen Menschen haben keinen Zugang zu Darlehen bei traditionellen Banken, da sie keine Belege für ihre Kreditwürdigkeit vorweisen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="mobiler-geldtransfer-ist-in-ostafrika-standard">Mobiler Geldtransfer ist in Ostafrika Standard</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit das mobile Bezahlsystem M-PESA im Jahr 2007 in Kenia eingeführt wurde, ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Der einfache Transfer von Geldbeträgen von einem Mobiltelefon zu einem anderen hat zur Entwicklung einer Vielzahl digitaler Bezahlfunktionen abseits der Banken geführt. De facto kann heute in Ostafrika mit einem Handy-Guthaben immer und überall bezahlt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunehmend kümmern sich internationale Startups aus dem Fintech-Bereich auch um bislang vernachlässigte Bevölkerungsschichten. Apps wie Tala oder Branch ermöglichen es Menschen, kurzfristig an Kleinkredite zu kommen, die in kleinen Raten zurückgezahlt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://tala.co/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tala</a>&nbsp;hat seinen Hauptsitz in St. Monica und unterhält derzeit Büros in Kenia, Tansania, Indien, Mexiko und auf den Philippinen. Der für Tansania zuständige Landesdirektor Francis Ndikumwami erklärt den Ansatz des Unternehmens: “Unsere Mission ist es, unseren Kunden Wahlmöglichkeiten und die Kontrolle über ihr finanzielles Dasein zu geben.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="algorithmus-pruft-kreditwurdigkeit">Algorithmus prüft Kreditwürdigkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz des niederschwelligen Zugangs überprüft Tala die Kreditwürdigkeit der Antragsteller. Die Algorithmus der App ermöglicht es den Tala-Mitarbeitern, das Ausfallrisiko innerhalb von maximal 72 Stunden zu beurteilen. Dabei werden auf dem Mobiltelefon vorhandene Daten wie Anrufe, Textnachrichten und mobile Geldtransaktionen ausgewertet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Praxis wird daher zunächst nur ein kleiner Betrag ausbezahlt, der mit dem Rückzahlungsverhalten des Kunden anwächst. Die Kreditnehmer haben dann die Möglichkeit, den Kredit in sieben, 21 oder 30 Tagen zurückzuzahlen. Die Zinsen liegen zwischen elf und 15 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Straßenköchin Monica Makona hat zu Beginn nur 20.000 Tansania-Schilling erhalten, die für sich alleine genommen keine wirkliche Hilfe waren. Mittlerweile wurde ihr aber ein Kreditrahmen von 1.000.000 Tansania-Schilling (450 US-Dollar, Anm.) eingeräumt, die sie jederzeit mit ihrem Handy abrufen kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="bedenken-von-datenschutzern">Bedenken von Datenschützern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Feststellung der Kreditwürdigkeit anhand von Nutzerdaten bereitet Datenschützern aber einiges an Kopfzerbrechen. &#8222;Die digitalen Kreditgeber müssen ein Höchstmaß an ethischen Standards aufweisen, um die privaten Daten ihrer Kunden zu schützen&#8220;, sagt Joseph Mapunda von der staatlichen Regulierungsbehörde &#8222;Tanzania Communications Regulatory Authority&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dan Karuga, Landesdirektor der Kredit-App&nbsp;<a href="https://branch.co/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Branch</a>&nbsp;in Kenia, versichert einen sorgsamen Umgang mit dem Thema Datenschutz: &#8222;Wir haben strenge Richtlinien, die sicherstellen, dass unsere Kundendaten immer geschützt sind.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Branch funktioniert ähnlich wie Tala, bietet aber mit einem Rückzahlungszeitraum von vier bis 16 Wochen eine deutlich höhere Kreditlaufzeit an. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in San Francisco, Kalifornien und ist in Kenia, Tansania, Nigeria, Mexiko und Indien tätig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach eigenen Angaben hat Branch bislang mehr als 15 Millionen Kredite mit einer Gesamthöhe von 3,5 Millionen US-Dollar an drei Millionen Kunden vergeben. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse"><a href="http://www.indepthnews.net/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IDN</a>&nbsp;ist die Flaggschiff-Agentur des&nbsp;<a href="http://www.international-press-syndicate.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">International Press Syndicate</a>.&nbsp;</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Monica Makona verschafft sich in Tala-App einen Überblick über ihre Finanzen. (Foto: IDN/Kizito Makoye)</p>
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		<title>Megacities wachsen rasant</title>
		<link>https://afrika.info/megacities-wachsen-rasant/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 May 2019 14:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Angola]]></category>
		<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
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		<category><![CDATA[Finbarr Toesland]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Urbanisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Afrika werden in den nächsten 30 Jahren elf neue Megacities - also Städte mit mindestens zehn Millionen Einwohnern - entstehen. Kairo in Ägypten, Kinshasa in der DR Kongo und Lagos in Nigeria zählen bereits heute zu diesem Kreis.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Finbarr Toesland, Africa Renewal*&nbsp;| 14. Mai 2019</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (AR/afr). In Afrika werden in den nächsten 30 Jahren elf neue Megacities &#8211; also Städte mit mindestens zehn Millionen Einwohnern &#8211; entstehen. Kairo in Ägypten, Kinshasa in der DR Kongo und Lagos in Nigeria zählen bereits heute zu diesem Kreis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der <a href="https://www.un-ilibrary.org/content/books/9789210476102/read" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vereinten Nationen</a> sollen bis zum Jahr 2030 Luanda in Angola, Dar es Salaam in Tansania und Johannesburg in Südafrika den Status einer Megacity erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abidjan in Côte d&#8217;Ivoire und Nairobi in Kenia werden die Schwelle von zehn Millionen bis 2040 überschreiten. Und bis 2050 werden Ouagadougou in Burkina Faso, Addis Abeba in Äthiopien, Bamako in Mali, Dakar in Senegal sowie Ibadan und Kano in Nigeria zu den Megastädten zählen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="lagos-wird-zur-grossten-stadt-der-welt">Lagos wird zur größten Stadt der Welt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://www.globalcitiesinstitute.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Global Cities Institute</a>&nbsp;der Universität in Toronto prognostiziert, dass Lagos bis 2100 die größte Stadt der Welt sein wird. Dann sollen in der nigerianischen Metropole 88,3 Millionen Menschen leben &#8211; also ungefähr viermal so viel wie heute. Die drei größten Städte der Welt werden zur Jahrhundertwende allesamt in Afrika liegen: Hinter Lagos folgen Kinshasa (83,5 Mio.) und Dar es Salaam (73,7 Mio.).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Afrikas demografischer Wandel wird vor allem durch das hohe Bevölkerungswachstum bei jungen Menschen im Alter von 15 bis 29 Jahren verursacht. Die Wissenschafterinnen Julia Bello-Schünemann und Ciara Aucoin machen in ihrem Beitrag <a href="https://issafrica.s3.amazonaws.com/site/uploads/af20.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">African Urban Futures</a> deutlich, dass junge Menschen in städtische Gebiete abwandern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Urbanisierung wird das Leben der Menschen auf den Kontinent zunehmend prägen, meinen die beiden Autorinnen: &#8222;Die derzeitige Geschwindigkeit der Urbanisierung Afrikas ist beispiellos in der Geschichte. Für manche ist es die &#8218;wichtigste Transformation&#8216;, die auf dem Kontinent stattfindet.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="bip-von-lagos-uberragt-ganze-lander">BIP von Lagos überragt ganze Länder</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Millionen von Afrikanern zieht es auf der Suche nach gut bezahlten Jobs und einer besseren Lebensqualität in die Metropolen. Zunehmend interessieren sich aber auch ausländische Investoren für die afrikanischen Ballungszentren mit ihrer hohen Dichte an potenziellen Konsumenten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lagos gilt als Paradebeispiel für die wirtschaftliche Macht der Megastädte. Der Gouverneur der Primatstadt, Akinwumni Ambode, bezifferte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Lagos für das Jahr 2017 mit 136 Milliarden US-Dollar. Damit betrug es ein Drittel des gesamten BIP von Nigeria (376 Mrd. US-Dollar) bzw. mehr als jenes von Ghana (47 Mrd. US-Dollar) und Tansania (52 Mrd. US-Dollar) zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Investoren interessieren sich in Lagos vor allem für den boomenden Finanzsektor, die prosperierende Filmindustrie sowie den pulsierenden Technologiebereich. Innovative Ökosysteme sind für afrikanische Volkswirtschaften von enormem Wert, da Investoren Kapital in Startups pumpen und somit zum BIP der Länder beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem Bericht der <a href="https://www.gsma.com/mobilefordevelopment/blog-2/africa-a-look-at-the-442-active-tech-hubs-of-the-continent/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">GSM Association</a>&nbsp;in Zürich von 2018 verfügt Lagos über 31 Tech Hubs &#8211; mehr als in anderen afrikanischen Städten. Auf Platz zwei folgt Kapstadt mit 29 Tech Hubs, dahinter kommt Nairobi mit 25.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="investoren-sturzen-sich-auf-ballungsraume">Investoren stürzen sich auf Ballungsräume</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Steve Cashin ist Gründer und CEO des Private-Equity-Unternehmens &#8222;Pan African Capital Group&#8220; in Washington, D.C. Er ist überzeugt, dass sich Investoren aufgrund der Marktgröße in Zukunft auf die Megacities in Afrika konzentrieren werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Meine Firma ist vor allem in Liberia geschäftlich tätig,&#8220; erzählt Cashin, &#8222;eines der Haupthindernisse für unternehmerisches Wachstum und die Attraktivität von Investitionen hier ist die Bevölkerungsgröße und -dichte. Wenn die Gesamtbevölkerung des Landes gerade einmal vier Millionen beträgt und Sie wahrscheinlich nur einen kleinen Bruchteil davon erreichen, ist es schwieriger, einen überzeugenden Business Case vorzulegen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein einzelner Stadtteil in Lagos hat das Marktpotenzial von einem Land wie Botswana. Da die Menschen auf engem Raum leben, profitieren Unternehmen von niedrigeren Fixkosten und einer einfacheren Logistik. &#8222;Die Wirtschaftlichkeit ist einfach attraktiv&#8220;, fügt Cashin hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="entwicklung-der-infrastruktur-kann-nicht-mithalten">Entwicklung der Infrastruktur kann nicht mithalten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die rasche Urbanisierung belastet die Infrastruktur und schafft komplexe Probleme für die Kommunen. So wird die Bevölkerung in Kinshasa bis 2030 voraussichtlich stündlich um 61 Personen wachsen. Die Bewohner benötigen öffentliche Verkehrsmittel, um zu ihren Arbeitsplätzen zu kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 75 Prozent der Wohnungen von Kinshasa befinden sich in Slums. Auch in Lagos gibt es Dutzende dieser informeller Siedlungen. Dazu zählen Orte wie Somolu, Bariga und der schwimmende Slum von Makoko. Wenn die Entwicklung der Infrastruktur nicht mit dem Bevölkerungswachstum mithalten kann, werden sich mehr Slums entwickeln, warnen Experten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Metropolen bräuchten daher dringend eine umfassende Entwicklung der Infrastruktur, meint Steve Cashin: &#8222;Die Bedeutung einer bewussten und durchdachten Stadtplanung darf nicht unterschätzt werden &#8211; nicht nur wegen der Effizienz und der Produktivität dieser Städte, sondern auch für die Sicherheit ihrer Einwohner.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cashin fügt hinzu, dass eine richtige Stadtplanung erhebliche Investitionen erfordere und dass &#8222;die lokalen Regierungen auch das Potenzial dieser schnell wachsenden Städte nutzen müssen, um die Wirtschaft zu formalisieren.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fehlende-steuereinnahmen-behindern-entwicklung">Fehlende Steuereinnahmen behindern Entwicklung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Afrika südlich der Sahara macht die informelle Wirtschaft &#8211; wirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht reguliert und daher nicht besteuert werden &#8211; bis zu 41 Prozent des BIP aus. 85,5 Prozent der Beschäftigten arbeiten im informellen Sektor, berichtet die&nbsp;<a href="https://www.ilo.org/global/about-the-ilo/newsroom/news/WCMS_627189/lang--en/index.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internationale Arbeitsorganisation</a>&nbsp;(ILO).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne ausreichendes Steueraufkommen können die Verwaltungen kritische Bereiche der Infrastruktur wie Straßen, Krankenhäuser und Energieversorgung nicht finanzieren. Aber auch Investoren meiden Ballungszentren mit mangelnder Infrastruktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der UN-Bericht <a href="https://unhabitat.org/books/the-state-of-african-cities-2018-the-geography-of-african-investment/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The State of African Cities 2018</a>&nbsp;hat ermittelt, dass Johannesburg, Lagos und Nairobi bei ausländischen Direktinvestitionen die Nase vorn haben. Der Schlüssel für langfristig erfolgreiche Investitionen liegt im Management des Bevölkerungswachstums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jonathan Hall von der <a href="https://munkschool.utoronto.ca/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Munk School of Global Affairs &amp; Public Policy</a> der Universität Toronto sagt: &#8222;Die Menschen werden weiter in die Megacities ziehen, bis die Arbeitslosigkeit so hoch und die Infrastruktur so überlastet ist, dass die Lebensqualität in der Stadt und auf dem Land ungefähr gleich ist.&#8220; (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Der Autor schreibt für unser Partnermagazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen. Der englischsprachige Originalbeitrag ist in der&nbsp;<a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/issue/april-2019-july-2019" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ausgabe April-Juli 2019</a> erschienen.</pre>



<h2 class="wp-block-heading" id="die-zehn-grossten-megacities-im-jahr-2100">Die zehn größten Megacities im Jahr 2100</h2>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:100%">
<figure class="wp-block-table is-style-regular"><table><thead><tr><th class="has-text-align-right" data-align="right">Rang</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Stadt</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Land</th><th class="has-text-align-right" data-align="right">Bevölkerung</th></tr></thead><tbody><tr><td class="has-text-align-right" data-align="right">1</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Lagos</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">88,3 Mio.</td></tr><tr><td class="has-text-align-right" data-align="right">2</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Kinshasa</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">DR Kongo</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">83,5 Mio.</td></tr><tr><td class="has-text-align-right" data-align="right">3</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Dar es Salaam</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Tansania</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">73,7 Mio.</td></tr><tr><td class="has-text-align-right" data-align="right">4</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Mumbai</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Indien</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">67,2 Mio.</td></tr><tr><td class="has-text-align-right" data-align="right">5</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Delhi</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Indien</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">57,3 Mio.</td></tr><tr><td class="has-text-align-right" data-align="right">6</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Khartum</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Sudan</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">56,6 Mio.</td></tr><tr><td class="has-text-align-right" data-align="right">7</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Niamey</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Niger</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">56,1 Mio.</td></tr><tr><td class="has-text-align-right" data-align="right">8</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Dhaka</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Bangladesh</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">54,3 Mio.</td></tr><tr><td class="has-text-align-right" data-align="right">9</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Kalkutta</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Indien</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">52,4 Mio.</td></tr><tr><td class="has-text-align-right" data-align="right">10</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Kabul</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Afghanistan</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">50,3 Mio.</td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption">Quelle: <a href="http://docs.wixstatic.com/ugd/672989_62cfa13ec4ba47788f78ad660489a2fa.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Global Cities Institute, University of Toronto</a></figcaption></figure>
</div>
</div>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Drohnenaufnahme von Dar es Salaam, 2018 (Foto: Shutterstock.com)</p>
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		<title>Gründerinnen treten ins Rampenlicht</title>
		<link>https://afrika.info/gruenderinnen-treten-ins-rampenlicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Nov 2018 13:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
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		<category><![CDATA[Finnbar Toesland]]></category>
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		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Startup]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test.afrika.info/?p=791</guid>

					<description><![CDATA[<p>Oberflächlich betrachtet ist Afrika ein Kontinent der Unternehmerinnen. Im MasterCard Index of Female Entrepreneurship 2018 liegt Ghana weltweit an der Spitze: 46,4% aller Unternehmen des westafrikanischen Landes sind im Besitz von Frauen. Hinter Russland folgt Uganda mit 33,8% auf Rang drei.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Finnbar Toesland, Africa Renewal*&nbsp;| 13. November 2018</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (AR/afr). Oberflächlich betrachtet ist Afrika ein Kontinent der Unternehmerinnen. Im <a href="https://newsroom.mastercard.com/wp-content/uploads/2018/03/MIWE_2018_Final_Report.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MasterCard Index of Female Entrepreneurship 2018</a> liegt Ghana weltweit an der Spitze: 46,4% aller Unternehmen des westafrikanischen Landes sind im Besitz von Frauen. Hinter Russland folgt Uganda mit 33,8% auf Rang drei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wenn man ein wenig an der Oberfläche kratzt, stellt man unweigerlich fest: Die meisten dieser Firmen sind Ein-Personen-Unternehmen, die kaum Potenzial für Wachstum aufweisen. Vor allem in der boomenden Technologie-Branche gibt es nur wenige Gründerinnen: Wie eine Studie der niederländischen Organisation <a href="https://vc4a.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Venture Capital for Africa</a>&nbsp;im Jahr 2016 feststellte, steht nur in neun Prozent aller afrikanischen Startups eine Frau an der Spitze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eunice Baguma Ball, Gründerin des <a href="http://www.africatbn.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Technology Business Networks</a>&nbsp;in London und Autorin des Buchs <a href="http://afrika.click/ball" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Founding Women</a>, sieht prinzipiell enorme Chancen für Unternehmerinnen in Afrikas wachsenden Innovations-Ökosystemen. Voraussetzung dafür seien allerdings maßgeschneiderte Förderungsinstrumente. &#8222;Afrikanische Unternehmerinnen, die bei der Gründung mit finanziellen Herausforderungen konfrontiert sind, brauchen Unterstützung&#8220;, sagt Ball.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="traditionelle-rollenbilder">Traditionelle Rollenbilder</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gründe für den niedrigen Frauenanteil sind vielfältig, ein Hauptgrund sind aber sicherlich traditionelle Vorbehalte. Odunayo Eweniyi, Mitgründerin der Online-Spar-Plattform&nbsp;<a href="https://www.piggybank.ng/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">piggybank.ng</a>&nbsp;in Lagos, Nigeria, kennt die weitverbreitete Skepsis gegenüber Unternehmerinnen aus eigener Erfahrung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Startups wagen häufig den Sprung in ein Geschäft, das als unsicher, risikoreich und schwierig gilt&#8220;, erzählt Eweniyi. &#8222;Von Kindesbeinen an werden Frauen darin bestärkt, dass Tätigkeiten mit diesen Voraussetzungen schlecht für sie sind. Sehr häufig wird Frauen schlicht untersagt, nach etwas Höherem zu streben. Die Folge davon ist, dass sie dazu neigen, sich in wenig risikoreichen Unternehmungen zu versuchen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Journalistin und Unternehmerin Rosemary Egbo ergänzt, dass die Vorurteile bis ins Bankenwesen reichen. &#8222;Finanzinstitute sind bei der Kreditvergabe an Unternehmerinnen nicht so schnell wie bei Unternehmern. Männer werden als bessere Risikomanager wahrgenommen, ihnen wird eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit zugestanden.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass genau das Gegenteil der Fall ist, belegt eine Untersuchung der Risikokapitalfirma <a href="http://www.illuminate.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Illuminate Ventures</a>&nbsp;in Oakland, Kalifornien. Technologieunternehmen, die von Frauen geführt werden, haben einen um 35% höheren Return on Investment als jene von Männern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch für Eunice Baguma Ball sind Frauen die besseren Unternehmer: &#8222;Von der wirtschaftlichen Unterstützung von Frauen profitiert die gesamte Gesellschaft, da sie 90% ihres Verdienstes in ihre Familien und in die Gemeinschaft investieren. Bei Männern ist das nur bei 30 bis 40% der Fall.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="netzwerke-als-schlussel">Netzwerke als Schlüssel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Grund für den niedrigen Anteil von Startup-Unternehmerinnen ist, dass die mächtigen Netzwerke von Männern dominiert werden. Odunayo Eweniyi empfiehlt die Schaffung von Frauennetzwerken, in denen Unternehmerinnen vom Wissen und von den Erfahrungen anderer profitieren können. Für Eweniyi laufen viele Geschäftsanbahnungen unter Männern auf informeller Ebene, z. B. in Bars und Clubs. Reine Frauennetzwerke könnten hier ein Gegenstück bilden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um Frauen zu gleichberechtigten Partnern in Wirtschaftswelt zu machen, braucht es viel Lobbying in eigener Sache. Ball hat mit ihrem Unternehmen ATBN die Initiative #HerFutureAfrica ins Leben gerufen, die von Frauen geführte Startups in Afrika vernetzen will. Außerdem unterstützt sie Jungunternehmerinnen mit dem Verkaufserlös ihres Buchs <a href="http://afrika.click/ball" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Founding Women</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="boomende-startup-szene">Boomende Startup-Szene</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahren haben internationale Investoren die rasant wachsenden Startup-Ökosysteme in Afrika auf den Schirm. Kenia, Nigeria und Südafrika gelten dabei derzeit als die populärsten Märkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einigen Ländern in Nordafrika werden Gründungen von Frauen gezielt unterstützt. So gibt es in Marokko bereits Dutzende von Frauen geführte Tech-Startups. Als Vorzeigeunternehmen gilt z. B. die grenzüberschreitende Handelsplattform&nbsp;<a href="https://waystocap.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">WaystoCap</a>&nbsp;aus Casablanca, die von Niama El Bassunie ins Leben gerufen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die in Brüssel ansässige Gründerinnen-Initiative&nbsp;<a href="https://womenpreneur-initiative.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Womenpreneur</a>&nbsp;hat es zur Aufgabe gemacht, Startups von Frauen im Nahen Osten und in Nordafrika zu identifizieren und zu unterstützen. Eine Maßnahme dafür ist die Errichtung von Gründerzentren, in denen Unternehmerinnen mit finanziellen und technischen Dienstleistungen gefördert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eunice Baguma Ball wünscht sich eine Art &#8222;Pipeline&#8220; für weibliche Talente, die über die Fähigkeiten und den Ehrgeiz verfügen, erfolgreiche Tech-Startups aufzubauen: &#8222;Und das erfordert in erster Linie eine Veränderung der alten Einstellung, dass Technologie oder &#8218;Big Business&#8217;nur für Männer sind.&#8220; (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Finnbar Toesland ist Mitarbeiter unseres Partnermagazins <a href="https://www.un.org/africarenewal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen. Der englischsprachige Originalbeitrag ist erstmals in Ausgabe <a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/issue/august-november-2018" target="_blank" rel="noreferrer noopener">August-November 2018</a> erschienen. Der erste Absatz wurde von der afrika.info-Redaktion um die aktuellen Zahlen aus dem <a href="https://newsroom.mastercard.com/wp-content/uploads/2018/03/MIWE_2018_Final_Report.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MasterCard Index of Female Entrepreneurship 2018</a> ergänzt.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Afrikanische Startup-Unternehmerinnen wollen traditionelle Rollenbilder aufbrechen und sich stärker vernetzen. (Foto: Shutterstock)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/gruenderinnen-treten-ins-rampenlicht/">Gründerinnen treten ins Rampenlicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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