<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Sierra Leone Archive | afrika.info</title>
	<atom:link href="https://afrika.info/kategorie/sierra-leone/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link></link>
	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
	<lastBuildDate>Tue, 03 Nov 2026 06:57:34 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.4</generator>

<image>
	<url>https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/cropped-afrikainfo_info_bildsymbol_1000_1000-32x32.png</url>
	<title>Sierra Leone Archive | afrika.info</title>
	<link></link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Africa Now! Afrikanische Stimmen auf Ö1</title>
		<link>https://afrika.info/africa-now/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2026 09:30:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
		<category><![CDATA[Benin]]></category>
		<category><![CDATA[Burkina Faso]]></category>
		<category><![CDATA[Burundi]]></category>
		<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Mali]]></category>
		<category><![CDATA[Mosambik]]></category>
		<category><![CDATA[Niger]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Sierra Leone]]></category>
		<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Africa Now]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika-Berichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Ö1]]></category>
		<category><![CDATA[Radio Afrika International]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://afrika.info/?p=7094</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit dem Programmschwerpunkt „Africa Now!“ rückt Ö1 ab Ende Oktober die Vielfalt afrikanischer Gesellschaften in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Radio Afrika International setzt der Sender dabei auf Journalist*innen aus afrikanischen Ländern, die ihre Perspektiven einbringen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/africa-now/">Africa Now! Afrikanische Stimmen auf Ö1</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit dem Programmschwerpunkt „Africa Now!“ rückt Ö1 ab Ende Oktober die Vielfalt afrikanischer Gesellschaften in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Radio Afrika International setzt der Sender dabei auf Journalist*innen aus afrikanischen Ländern, die ihre Perspektiven einbringen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 29. Oktober 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberndorf bei Salzburg (afr) – Wer über afrikanische Länder berichtet, entscheidet auch darüber, welche Geschichten erzählt werden und wer dabei zu Wort kommt. In der <a href="https://afrika.info/leistungen/vortraege-und-keynotes/afrika-berichterstattung-vortrag/" data-type="page" data-id="7087">Afrika-Berichterstattung</a> dominieren häufig Konflikte, politische Krisen und humanitäre Katastrophen. Wirtschaftliche Innovationen, kulturelle Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen erhalten dagegen oft weniger Aufmerksamkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Radiosender Ö1 will diesen Blick mit seinem Programmschwerpunkt <a href="https://oe1.orf.at/africanow" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Africa Now!“</a> erweitern. Ab 30. Oktober stehen zahlreiche Sendungen im Zeichen afrikanischer Lebenswelten, Ideen und Zukunftsperspektiven. Das Programm entsteht in Zusammenarbeit mit <a href="https://radioafrika.net/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Radio Afrika International</a>, das sein journalistisches Netzwerk auf dem Kontinent einbringt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bemerkenswert ist dabei nicht nur die thematische Vielfalt, sondern vor allem der Zugang: Afrikanische Journalist*innen aus rund 20 Ländern berichten über Entwicklungen und Fragen, die ihre Gesellschaften beschäftigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Medienprofis aus Afrika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Damit greift „Africa Now!“ eine grundlegende Frage der internationalen Berichterstattung auf: Wer bestimmt, welche Themen wichtig sind, und wessen Perspektiven prägen das öffentliche Bild?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn ein differenziertes Verständnis afrikanischer Gesellschaften entsteht nicht allein dadurch, dass Medien häufiger über wirtschaftliche Erfolge oder kulturelle Leistungen berichten. Entscheidend ist ebenso, afrikanische Fachleute, Journalist*innen, Künstler*innen und gesellschaftliche Initiativen als eigenständige Stimmen wahrzunehmen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ansatz von „Africa Now!“ entspricht einem journalistischen Grundgedanken, den auch afrika.info seit seiner Gründung verfolgt: Afrikanische Gesellschaften sollen nicht auf Krisen und Defizite reduziert werden. Ihre unterschiedlichen Erfahrungen, Interessen und Entwicklungen verdienen eine eigenständige und differenzierte Darstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür ist die Zusammenarbeit mit afrikanischen Journalist*innen dringend notwendig. Sie sind näher am Geschehen dran und haben einen anderen Blickwinkel auf die Ereignisse in ihren Ländern.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ö1 stellt elf dieser Medienprofis auf seiner Website vor:</h3>



<ul class="wp-block-list liste-mit-abstand">
<li><strong>Miriam Angil aus Kenia</strong> ist Journalistin, Moderatorin und TV-Produzentin. Mit ihrer eigenen Produktionsplattform <a href="https://sajenproductions.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sajen Productions</a> möchte sie insbesondere Geschichten und Perspektiven sichtbar machen, die in der etablierten Berichterstattung wenig Beachtung finden.</li>



<li><strong>Alhassan Bala aus Nigeria</strong> beschäftigt sich unter anderem mit Desinformation und Medienkompetenz. Er gründete die Hausa-sprachige Faktencheck-Plattform <a href="https://alkalanci.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alkalanci</a>, die Falschinformationen und Propaganda in Nordnigeria und der Sahelzone untersucht.</li>



<li><strong>Patrick Wasso aus Burundi</strong> berichtet seit vielen Jahren über Politik, gesellschaftliche Entwicklungen und grenzüberschreitenden Handel in der Region der Großen Seen. Er ist freier Jouranlist für <a href="https://www.bbc.com/gahuza" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BBC Gahuza</a> und arbeitet unter anderem für Associated Press, France 24 und Radio France Internationale.</li>



<li><strong>Albert Oppong-Ansah aus Ghana</strong> ist auf Wissenschafts- und Umweltjournalismus spezialisiert. Seine Themen reichen vom Klimawandel über Luftverschmutzung bis zu erneuerbaren Energien. Dabei geht es ihm auch darum, politische Verantwortung sichtbar zu machen und gesellschaftliche Lösungsansätze aufzuzeigen.</li>



<li><strong>Eyasu Zekarias aus Äthiopien</strong> beschäftigt sich mit Wirtschafts- und Finanzthemen sowie Umweltpolitik. Als Journalist und Faktenchecker berichtet er über Entwicklungen in Äthiopien und den Nachbarländern.</li>



<li><strong>Henri Joël Abissi aus Benin</strong> arbeitet als Radioreporter und Videograf für den Fernsehsender <a href="https://www.youtube.com/channel/UCV2YGpOhPxNGSSw5KZ-F5wQ" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Canal 1 Culture</a>. Er widmet sich besonders dem kulturellen Erbe seines Landes, der ländlichen Entwicklung und lokalen Initiativen.</li>



<li><strong>Herminio José aus Mosambik</strong> lebt in Maputo und glaubt an Journalismus im Dienst der Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt seiner journalistischen Arbeit steht die Frage, wie sich politische Entscheidungen konkret auf den Alltag der Menschen auswirken.</li>



<li><strong>Jean Leonard Karuranga aus Ruanda</strong> arbeitet als Journalist, Medienproduzent und Videograf in Kigali. Darüber hinaus ist er als Videodokumentarist für das <a href="https://www.irdp.rw/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Institute of Research and Dialogue for Peace</a> (IRDP) in Kigali tätig.</li>



<li><strong>Augustin Wamenya aus der DR Kongo</strong> berichtet aus Goma in der Provinz Nord-Kivu. Seine journalistischen Schwerpunkte sind die Konflikte in der Region der Großen Seen, Umweltfragen und Sport.</li>



<li><strong>Ignatius Bahizi aus Uganda</strong> verfügt über langjährige Erfahrung im Radiojournalismus. Er beschäftigt sich insbesondere mit internationalen Beziehungen sowie politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Ostafrika.</li>



<li><strong>Venuste Alexandre Nshimiyimana</strong>, geboren in <strong>Ruanda</strong>, ist Journalist und Medienunternehmer in Belgien. Er arbeitete mehr als zwei Jahrzehnte für den BBC World Service und mehrere Jahre für Voice of America. Sein besonderes Anliegen ist es, jenseits der täglichen Schlagzeilen die unterschiedlichen gesellschaftlichen Realitäten afrikanischer Länder sichtbar zu machen.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Afrikanische Perspektiven in vielen Facetten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie vielfältig diese Perspektiven sein können, zeigt das Programm. Den Auftakt bildet am 30. Oktober die Ö1-Sendung „Im Gespräch“ mit dem Wasser- und Energieexperten Paul Yillia. Er berichtet über seine Rückkehr nach Sierra Leone und seine Arbeit mit der Organisation TENN, die sich unter anderem mit Solarenergie, Trinkwasser und Stromversorgung beschäftigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im „Radiokolleg“ stehen vom 2. bis 5. November lokale Initiativen im Mittelpunkt, die wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen aufgreifen, Geschlechtergerechtigkeit fördern und neue Handlungsmöglichkeiten schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Sendungen beschäftigen sich mit der Kulturszene in Senegal, der Gnawa-Musik aus Marokko oder zeitgenössischen afrikanischen Komponistinnen. Das Technologiemagazin „matrix“ untersucht am 6. November am Beispiel Ugandas die Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen und die Frage, wer Zugang zu sensiblen Daten der Bürgerinnen erhält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schwerpunkt beschränkt sich damit nicht auf Erfolgsgeschichten. Auch politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Konflikte bleiben Teil der Berichterstattung. Sie werden jedoch um Perspektiven ergänzt, die im europäischen Medienalltag häufig zu kurz kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich wird dieser Ansatz in der Ö1-Reihe „Gedanken für den Tag“. Vom 2. bis 7. November kommen Menschen aus verschiedenen afrikanischen Ländern zu Wort und sprechen über ihren Alltag, ihre Hoffnungen und ihre Vorstellungen von gesellschaftlicher Veränderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit der Rolle der Medien in Mali und der Stellung von Journalistinnen in Burkina Faso, Niger und Mali. Weitere Themen sind Frauen in Wissenschaft und Entwicklung, religiöse und kulturelle Lebenswelten sowie politische und wirtschaftliche Veränderungen in der Demokratischen Republik Kongo. (Ende)</p>



<p class="afrika-hinweis wp-block-paragraph">Zum Programmschwerpunkt <a href="https://oe1.orf.at/africanow" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Africa Now!&#8220;</a> auf Ö1</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Shutterstock.com</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/africa-now/">Africa Now! Afrikanische Stimmen auf Ö1</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Junge Ideen gegen die Plastikflut</title>
		<link>https://afrika.info/junge-ideen-plastikflut-sierra-leone/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Sep 2026 05:15:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sierra Leone]]></category>
		<category><![CDATA[Elektroschrott]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kreislaufwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Plastikmüll]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://afrika.info/?p=6869</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit kreativen Recyclingprojekten verwandeln junge Menschen in Sierra Leone Plastik- und Elektroschrott in Solarrucksäcke, Möbel und Baumaterialien. Damit bekämpfen sie die wachsende Umweltverschmutzung und schaffen zugleich Bildungs- und Einkommenschancen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/junge-ideen-plastikflut-sierra-leone/">Junge Ideen gegen die Plastikflut</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit kreativen Recyclingprojekten verwandeln junge Menschen in Sierra Leone Plastik- und Elektroschrott in Solarrucksäcke, Möbel und Baumaterialien. Damit bekämpfen sie die wachsende Umweltverschmutzung und schaffen zugleich Bildungs- und Einkommenschancen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Madina Kula Sheriff | 25. September 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freetown (IPS/afr) – Peter George wuchs im Bezirk Bo im Süden Sierra Leones auf. Schon als Kind beobachtete er, wie Menschen ausgediente Batterien und kaputte Bauteile von Elektrogeräten neben den Feldern seiner Großmutter entsorgten. Die ausgetretenen Chemikalien beeinträchtigten das Wachstum der Pflanzen und schmälerten die Erträge.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch diese Erfahrung weckte auch seine Neugier. George begann sich dafür zu interessieren, wie elektronische Geräte funktionieren und wie sich ausrangierte Bauteile wiederverwenden lassen. Schließlich fing er an, aus Elektroschrott Solarlampen für Schulkinder herzustellen. “Diese Lampen halfen den Schülern, nachts zu lernen, und wir spendeten auch einige an andere Kinder“, erzählt George.</p>



<h2 id="h-von-solarlampen-zu-rucksacken" class="wp-block-heading">Von Solarlampen zu Rucksäcken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Plastikverschmutzung in Bo immer stärker sichtbar wurde, verlagerte George den Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Statt ausschließlich Elektroschrott wiederzuverwenden, begann er, Kunststoffe zu recyceln und daraus Rucksäcke herzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Viele Menschen denken, dass die Plastikverschmutzung nur in Freetown ein Problem ist, doch das Problem ist auch in Provinzstädten wie Bo sehr gravierend”, sagt George. “Während der Regenzeit werden die Straßen überflutet, weil das Wasser aufgrund von Verstopfungen durch Plastikmüll nicht richtig in die Kanalisation abfließen kann. Das beeinträchtigt den Schulbetrieb und führt zur Abwanderung von Menschen.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">2018 gründete er „Ideal Technologies“, ein von Jugendlichen geführtes Unternehmen im Distrikt Bo, das Plastik- und Elektronikschrott zu solarbetriebenen Rucksäcken und Beleuchtungssystemen für Schulkinder verarbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seinem Unternehmen will George gleich mehrere Probleme angehen: die zunehmende Plastikverschmutzung, den wachsenden Elektronikschrott und den mangelnden Zugang zu Elektrizität in Teilen Sierra Leones.</p>



<h2 id="h-plastikmull-und-elektroschrott-werden-zum-problem" class="wp-block-heading">Plastikmüll und Elektroschrott werden zum Problem</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Schätzungen der <a href="https://openknowledge.worldbank.org/entities/publication/ff83602f-caf7-4cdf-880d-95d41c2d8b39" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weltbank</a> fallen in Sierra Leone jährlich etwa 130.000 Tonnen Plastikmüll an. Ein großer Teil davon besteht aus Einweg-Plastikflaschen, Wasserbeuteln und Plastiktüten, die unter anderem die Küsten verschmutzen und die Meeresfauna schädigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Elektroschrott nimmt weltweit rapide zu. Dem <a href="https://ewastemonitor.info/the-global-e-waste-monitor-2024/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Global E-Waste Monitor 2024“</a>  zufolge fielen 2022 weltweit 62 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Weniger als 22,3 Prozent davon wurden offiziell gesammelt und recycelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden Sierra Leones sehen in der Plastikverschmutzung eine wachsende Bedrohung für die Ökosysteme an der Küste und die Tourismusbranche des Landes. Trotz des Ausmaßes des Problems befinden sich Programme zur Bewirtschaftung von Plastikmüll jedoch noch in der Entwicklung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dinge, die andere als Abfall betrachteten, sah ich als Lösungen“, sagt George. Tagsüber werden seine Rucksäcke wie gewöhnliche Schultaschen getragen. Nachts ermöglicht die integrierte solarbetriebene Beleuchtung den Kindern in Gemeinden mit begrenzter Stromversorgung, auch nach Sonnenuntergang zu lernen.</p>



<h2 id="h-aus-kunststoffsabfallen-eine-lebensgrundlage-schaffen" class="wp-block-heading">Aus Kunststoffsabfällen eine Lebensgrundlage schaffen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Peter George weigert sich auch Manty Sulma Beckley aus Sierra Leones Hauptstadt Freetown, Kunststoff als das Ende des Lebenszyklus eines Produkts zu betrachten. Sie&nbsp; verarbeitet Kunststoffabfälle zu Alltagsgegenständen wie Einkaufstaschen, Körben, Stühlen oder Tischen. Der Verkauf dieser Produkte sichert ihren Lebensunterhalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Klimaaktivistin und Gründerin der „Beckma Empowerment Initiative“ entdeckte schon als Kind ihre Begeisterung für das Recycling. Ihre Tante zeigte ihr, wie man Möbel repariert und selbst herstellt. Inspiriert davon begann Beckley, zu Hause kaputte Stühle zu reparieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Nach und nach erwachte meine Leidenschaft dafür, Dinge zu erschaffen”, erzählt sie. “Als Erwachsene entwickelte sich diese Leidenschaft dann zu einer Initiative zum Kunststoffrecycling, nachdem ich miterlebt hatte, wie Plastikmüll Gemeinden in ganz Freetown zerstörte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um genügend Material für ihre Produkte zu bekommen, arbeitet Beckley mit Haushalten und jungen Müllsammler*innen in ihrer Gemeinde zusammen. Dennoch sei es schwierig, genügend recycelbaren Kunststoff zu beschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Selbst 50 volle Reissäcke mit Einwegplastik reichen nicht aus, um Gegenstände wie Ziegel, Körbe und andere Produkte herzustellen”, beklagt sie. “Das bedeutet, dass wir ständig mehr sammeln müssen,”</p>



<h2 id="h-fehlende-ausrustung-bremst-recycling" class="wp-block-heading">Fehlende Ausrüstung bremst Recycling</h2>



<p class="wp-block-paragraph">George und Beckley sehen im Recycling die Chance, Abfällen ein zweites Leben einzuhauchen und gleichzeitig Beschäftigungsmöglichkeiten und Einkommen zu schaffen. Doch fehlende finanzielle Unterstützung und der Mangel an geeigneter Ausrüstung bremsen ihre Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für George ist insbesondere die fehlende Ausstattung für eine Produktion in größerem Maßstab ein Hindernis. „Eine unserer größten Herausforderungen ist es, an die richtigen Werkzeuge und Geräte zu kommen”, berichtet er. “Wenn mehr in das Recycling investiert würde, insbesondere zugunsten junger Menschen, könnte dies die Situation bei Einwegkunststoffen erheblich verändern und den Abfallsammlern und Recyclingunternehmen ein Einkommen sichern.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Beckley kommen weitere Hürden hinzu. Als Frau im Bereich Recycling und Innovation werde sie immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es gibt Leute, die an meinen Fähigkeiten zweifeln, weil ich eine Frau bin”, erzählt sie. “Manche sagen ganz offen, dass sie lieber mit einem Mann zusammenarbeiten würden.” Sie entgegnet ihnen dann meistens, dass alle Produkte, die sie auf ihrer <a href="https://www.facebook.com/manty.marah.9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Facebook-Seite</a> postet, von ihr persönlich angefertigt worden sind.</p>



<h2 id="h-hunderte-schulkinder-erreicht" class="wp-block-heading">Hunderte Schulkinder erreicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen zwei Jahren hat “Ideal Technologies” seine Arbeit ausgeweitet, insbesondere unter Schulkindern in unterversorgten Gemeinden. 2024 ging Georges Innovation in der vom UNDP und der Umweltschutzbehörde Sierra Leones organisierten <a href="https://www.undp.org/sierra-leone/news/beating-plastic-pollution-how-sierra-leones-waste-transformers-are-powering-change" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Youth-Led Innovation Challenge“</a>  als Sieger hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der damit verbundenen finanziellen Unterstützung konnte die Initiative ihre Arbeit auf weitere Gemeinden ausdehnen. „Durch Fördermittel aus dieser und anderen Initiativen haben wir mehr als 400 Schulkinder in ländlichen Gemeinden unterstützt”, sagt George. “Darin nicht enthalten sind Menschen, die wir über Partnerschaften oder Käufer im Ausland mit Produkten beliefert haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manty Sulma Beckley fordert mehr staatliche Unterstützung für von Jugendlichen geleitete Recycling-Initiativen. „Das ist meine Haupteinnahmequelle, und ich habe auch Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen geschaffen, die von mir gelernt haben”, sagt sie. “Einige von ihnen stellen nun selbständig Taschen und andere Recyclingprodukte her.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Müllsamler in Mabella, Freetown. Mabella ist informelles, dicht besiedeltes Küstenviertel in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone. (Foto: Simon Roughneen, Shutterstock.com)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/junge-ideen-plastikflut-sierra-leone/">Junge Ideen gegen die Plastikflut</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Grenzenloses Zahlungssystem</title>
		<link>https://afrika.info/grenzenloses-zahlungssystem-papss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Feb 2022 10:57:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gambia]]></category>
		<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Guinea]]></category>
		<category><![CDATA[Liberia]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Sierra Leone]]></category>
		<category><![CDATA[AfCFTA]]></category>
		<category><![CDATA[Freihandel]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kingsley Ighobor]]></category>
		<category><![CDATA[Zahlungssystem]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://afrika.info/?p=1284</guid>

					<description><![CDATA[<p>Fidelis Adele, der CEO von “Solid Graphics” aus Freetown, bestellte  im letzten September einige Drucker in Nigeria. Zusätzlich zum Bestellwert von 10.000 US-Dollar musste er Spesen in Höhe von 165 US-Dollar in Kauf nehmen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/grenzenloses-zahlungssystem-papss/">Grenzenloses Zahlungssystem</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kingsley Ighobor, Africa Renewal* | 15. Februar 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freetown (AR/afr). Fidelis Adele, der CEO von “Solid Graphics” aus Freetown, bestellte&nbsp; im letzten September einige Drucker in Nigeria. Zusätzlich zum Bestellwert von 10.000 US-Dollar musste er Spesen in Höhe von 165 US-Dollar in Kauf nehmen. Trotzdem dauerte es drei Tage, bis das Geld auf dem Konto des Verkäufers in Nigeria ankam.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe 30 Dollar als Überweisungsgebühr, 35 Dollar als SWIFT-Gebühr und weitere 100 Dollar an Bankgebühren bezahlt“, erzählt Adele im Gespräch mit der UN-Zeitschrift “Africa Renewal”. Alternativen wie “Western Union” oder MoneyGram wären wegen ihrer Wechselkurse nicht in Frage gekommen, so Adele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erfahrung wie Fidelis Adele machen Händler*innen in Afrika jeden Tag, wenn sie grenzüberschreitend tätig werden. Der umständliche und zeitaufwändige Prozess kostet jedes Jahr fünf Milliarden US-Dollar an Gebühren für Geldüberweisungen, weiß Benedict Oramah, Präsident der “African Export-Import Bank” (Afreximbank). Im Interview mit “Africa Renewal” erklärt Oramah: “Wir sind ein armer Kontinent. Wir sollten das Geld nicht auf diese Weise verschwenden.”</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="pilotprojekt-in-sechs-landern-in-westafrika">Pilotprojekt in sechs Ländern in Westafrika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Problem zu lösen, hat die Afreximbank das&nbsp; “Pan-African Payments and Settlement Systems”&nbsp; (PAPSS) gestartet. Die Plattform soll&nbsp; grenzüberschreitende Zahlungen in lokalen Währungen erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">PAPSS wurde bislang erfolgreich den sechs Ländern der Westafrikanischen Währungszone (WAMZ) getestet &#8211; dazu zählen Nigeria, Gambia, Sierra Leone, Liberia, Ghana und Guinea. Die Zone sei ideal für den Testballon gewesen, bestätigt Oramah: „Die sechs WAMZ-Länder haben unterschiedliche Währungen. Eines der Länder ist frankophon, und die anderen sind anglophon. Wir haben eine große Wirtschaft wie Nigeria und kleinere Volkswirtschaften. Alles, was in anderen Teilen Afrikas schief gehen kann, wäre in der WAMZ schief gelaufen, und wir hätten Probleme während der Pilotphase erkannt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die operative Einführung von PAPSS wurde bereits Ende September 2021 angekündigt. Der Zentralbanken der Länder arbeiten dabei eng mit der Afreximbank zusammen. Die multilaterale Handelsbank hat 500 Millionen US-Dollar für die Einführung des Zahlungssystems in Westafrika zur Verfügung gestellt, weitere drei Milliarden US-Dollar sollen in den afrikaweiten Ausbau investiert werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Geschäftsführer von PAPSS, Mike Ogbalu sagt, dass während der Pilotphase in Westafrika Bankkonten in verschiedenen Ländern innerhalb von zehn Sekunden belastet und gutgeschrieben wurden. Die Technologie sei robust und könne große Transaktionen bewältigen, so Ogbalu.</p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Der Geldtransfer mit PAPSS erfolgt in einem fünfstufigen Verfahren:</p>



<ol class="wp-block-list"><li>Eine Zahlungsanweisung wird an eine lokale Bank oder einen Zahlungsdienstleister erteilt.</li><li>Die Bank oder der Zahlungsdienstleister übermittelt die Anweisung an PAPSS.</li><li>PAPPS validiert die Zahlungsanweisung.</li><li>PAPPS leitet die Anweisung an die Bank oder den Zahlungsdienstleiter des/der Begünstigten weiter.</li><li>Die Bank oder der Zahlungsdienstleister des/der Begünstigten zahlt den Überweisungsbetrag in lokaler Währung aus.</li></ol>
</div></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="hohe-erwartungen">Hohe Erwartungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Vereinfachung grenzüberschreitender Transaktionen und die Verringerung der Abhängigkeit von harten Währungen soll der innerafrikanische Handel erheblich angekurbelt werden. Derzeit beträgt der Anteil des Handels zwischen afrikanischen Ländern nur bei 17 Prozent des gesamten Handelsvolumen des Kontinents. Außerdem wird erwartet, dass PAPSS zu einer Steigerung der lokalen Wertschöpfung und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beiträgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Wamkele Mene, Generalsekretär der Afrikanischen Freihandelszone (AfCFTA), könnte das neue Zahlungssystem zu einem echten Gamechanger werden: „Es gibt 42 Währungen in Afrika. Wir wollen sicherstellen, dass ein Händler in Ghana ghanaische Cedi an einen Geschäftspartner in Kenia überweisen kann, der dann kenianische Schilling erhält“, sagt Mene gegenüber “Africa Renewal”.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unternehmer Fidelis Adele hatte bislang noch nichts von PAPSS gehört. Nun ist er aber zuversichtlich, dass ihm das Zahlungssystem in seinem Business helfen wird. „Wenn ich in Freetown Leones zu einer Bank bringen könnte, um Drucker in Nigeria zu bezahlen, und das Geld sofort auf dem Konto des Begünstigten in Nigeria eingezahlt wird, wäre das außergewöhnlich“, sagt er. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Kingsley Ighobor ist Chefredakteur unseres Partnermagazins&nbsp;<a href="https://www.un.org/africarenewal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a>&nbsp;der Vereinten Nationen. Der englischsprachiger Originalbeitrag stammt aus der <a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/issue/november-2021">Ausgabe November 2021</a>.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Headquarter der “Central Bank of Nigeria” in Abuja (Foto: Tayvay, Shutterstock.com)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/grenzenloses-zahlungssystem-papss/">Grenzenloses Zahlungssystem</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Corona in Afrika</title>
		<link>https://afrika.info/corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2021 14:19:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Algerien]]></category>
		<category><![CDATA[Angola]]></category>
		<category><![CDATA[Äquatorialguinea]]></category>
		<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
		<category><![CDATA[Benin]]></category>
		<category><![CDATA[Botswana]]></category>
		<category><![CDATA[Burkina Faso]]></category>
		<category><![CDATA[Burundi]]></category>
		<category><![CDATA[Côte d'Ivoire]]></category>
		<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Dschibuti]]></category>
		<category><![CDATA[Eritrea]]></category>
		<category><![CDATA[Eswatini]]></category>
		<category><![CDATA[Gabun]]></category>
		<category><![CDATA[Gambia]]></category>
		<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Guinea]]></category>
		<category><![CDATA[Guinea Bissau]]></category>
		<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Kap Verde]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Komoren]]></category>
		<category><![CDATA[Lesotho]]></category>
		<category><![CDATA[Liberia]]></category>
		<category><![CDATA[Libyen]]></category>
		<category><![CDATA[Madagaskar]]></category>
		<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Mali]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Mauretanien]]></category>
		<category><![CDATA[Mauritius]]></category>
		<category><![CDATA[Mosambik]]></category>
		<category><![CDATA[Namibia]]></category>
		<category><![CDATA[Niger]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Republik Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Sambia]]></category>
		<category><![CDATA[São Tomé und Príncipe]]></category>
		<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Seychellen]]></category>
		<category><![CDATA[Sierra Leone]]></category>
		<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Somalia]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[Südsudan]]></category>
		<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Togo]]></category>
		<category><![CDATA[Tschad]]></category>
		<category><![CDATA[Tunesien]]></category>
		<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Westsahara]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralafrikanische Republik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test.afrika.info/?page_id=94</guid>

					<description><![CDATA[<p>Alle Daten zur Corona-Pandemie in Afrika - vom Auftreten des ersten Falls am 14. Februar 2020 in Ägypten bis zum Ende der Datenerfassung am 5. März 2023.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/corona/">Corona in Afrika</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#eae9e3"><strong>Datenerfassung beendet</strong><br><br>Nach über drei Jahren haben wir das Projekt am 5. März 2023 beendet. Hintergrund für die Entscheidung war, dass nach der Einstellung der Datenerfassung durch die <a href="https://coronavirus.jhu.edu/map.html">John Hopkins University</a> (per 10. März 2023) und <a href="https://africacdc.org/covid-19/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa CDC</a> (per 1. Jänner 2023) keine ausreichende Grundlage mehr gegeben war.<br></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://afrika.info/corona/chronik/">Chronik einer Ausbreitung: 14. Februar 2020 (erster Corona-Fall in Afrika) bis 5. März 2023</a></li>



<li><a href="https://afrika.info/corona/hintergrund/">Hintergrund zum Datenerfassungsprojekt von afrika.info</a></li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Stand: 5. März 2023</h2>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button has-custom-font-size is-style-fill" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-red-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>12.267.951</strong><br>(+5.319 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>257.774 Todesfälle</strong><br>(+16 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-green-cyan-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>11.893.778 genesene Personen</strong><br>(+11.288 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-cyan-blue-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>116.399 aktive Fälle</strong><br>(-5.985 zur Vorwoche)</a></div>
</div>



<div style="height:1px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="epidemiologische-kurve">Epidemiologische Kurve</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die epidemiologische Kurve zeigt den täglichen Zuwachs an positiv getesteten Personen. Der Übersichtlichkeit halber werden die wöchentlichen Durchschnittswerte dargestellt.</p>



<iframe title="Epidemiologische Kurve für Afrika (Wochenschnitt)" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-nFw1H" src="https://datawrapper.dwcdn.net/nFw1H/91/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="800" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
</script>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="7-tage-inzidenz-in-afrikanischen-staaten">7-Tage-Inzidenz in afrikanischen Staaten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 7-Tage-Inzidenz beträgt für den gesamten Kontinent derzeit <strong>0,37</strong> (+0,14 zur Vorwoche). Am höchsten ist die 7-Tage-Inzidenz in Südafrika (5,73). Dahinter folgen Eswatini (5,71), Mauritius (2,73), Botswana (2,62) und Sambia (1,54). 19 afrikanische Staaten haben in der letzten Woche ihre Infektionszahlen nicht aktualisiert.</p>



<iframe title="Karte: Das Coronavirus in Afrika" aria-label="Karte" id="datawrapper-chart-y4fZm" src="https://datawrapper.dwcdn.net/y4fZm/421/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="538" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();
</script>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity is-style-default"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="entwicklung-der-aktiven-corona-infektionen">Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen</h2>



<iframe title="Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen in Afrika" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-GZgId" src="https://datawrapper.dwcdn.net/GZgId/432/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="600" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
</script>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="die-wichtigsten-zahlen-im-zeitlichen-verlauf">Die wichtigsten Zahlen im zeitlichen Verlauf</h2>



<iframe title="Tabelle: Coronavirus in Afrika" aria-label="Tabelle" id="datawrapper-chart-0hxhf" src="https://datawrapper.dwcdn.net/0hxhf/405/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="1634" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
</script>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/corona/">Corona in Afrika</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sierra Leone: Einsame Strände</title>
		<link>https://afrika.info/sierra-leone-einsame-straende/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Mar 2013 09:39:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sierra Leone]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Tommy Trenchard]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test.afrika.info/?p=1045</guid>

					<description><![CDATA[<p>In der vierten Etage eines neuen Bürogebäudes im Westen der sierraleonischen Hauptstadt Freetown hängen Plakate, die sich an Schönheit ihrer Motive überbieten. Zu sehen sind unberührte tropische Landschaften und einsame Strände – ein Paradies für jeden naturverbundenen Touristen. Hier "residiert" Cecil Williams, der Leiter der Nationalen Touristenbehörde.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/sierra-leone-einsame-straende/">Sierra Leone: Einsame Strände</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Tommy Trenchard | 15. März 2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freetown (IPS/afr). In der vierten Etage eines neuen Bürogebäudes im Westen der sierraleonischen Hauptstadt Freetown hängen Plakate, die sich an Schönheit ihrer Motive überbieten. Zu sehen sind unberührte tropische Landschaften und einsame Strände – ein Paradies für jeden naturverbundenen Touristen. Hier &#8222;residiert&#8220; Cecil Williams, der Leiter der Nationalen Touristenbehörde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Williams soll einen Wirtschaftssektor wiederbeleben, der dem westafrikanischen Land einst zu wichtigen Einnahmen und Arbeitsplätzen verholfen hatte. &#8222;Nur sehr wenige Länder haben Berge bis zum Meer&#8220;, sagt er stolz. &#8222;Sierra Leone wartet darauf, erforscht zu werden.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter anderen Umständen wäre seine Aufgabe sicherlich eine einfache Angelegenheit. Das Land verfügt über blendend weiße Sandstrände, die in ganz Westafrika ihresgleichen suchen und sich über eine Länge von 360 Kilometern längs des Atlantiks ziehen. Viele von ihnen wurden noch nie von einem Touristen betreten. Ein Küstenstreifen in der Nähe von Freetown diente bereits dem Hersteller des Schoko-Kokos-Riegels &#8222;Bounty&#8220; als Werbekulisse (&#8222;A Taste of Paradise&#8220;).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders ist es um Ghana und Gambia bestellt, die inzwischen eine viel versprechende Tourismusindustrie aufbauen konnten. Jüngsten Zahlen der Weltbank zufolge kamen 2009 mehr als 800.000 Besucher nach Ghana.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="kampf-gegen-burgerkriegsimage">Kampf gegen Bürgerkriegsimage</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Elf Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs (1991-2011) steht Sierra Leone nun vor einer neuen Schlacht: Das Land will sein negatives Image loswerden. Denn noch immer wird es von Europäern und Nordamerikanern eher mit Kindersoldaten und Blutdiamanten als mit Sonne und Stränden in Verbindung gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ibrahim Kargbo, ehemaliger Informationsminister und derzeitiger Berater von Präsident Ernest Bai Koroma, bestätigt das Problem. &#8222;Wir haben schon immer gesagt, dass wir dem Land ein neues Image geben müssen&#8220;, erklärte er im IPS-Gespräch. Mit dieser Aufgabe seien die Ministerien für Tourismus, Äußeres und Information betraut worden. &#8222;Es wird Zeit, dass die Menschen erfahren, wie unser Land jetzt wirklich ist.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Touristikbehörde ist emsig bemüht, das Bild von Sierra Leone zu verändern. Doch Cecil Williams zufolge ist das angesichts der geringen finanziellen Mittel keine leichte Aufgabe. &#8222;Wir müssten Sierra Leone viel aggressiver bewerben&#8220;, meint er. &#8222;Doch dafür brauchen wir Geld.&#8220; Die Behörde sieht sich somit gezwungen, ihre Schätze &#8217;soft&#8216; anzupreisen, indem sie internationale Reisemessen besucht, Werbebroschüren produziert, Plakate und Kurzvideos verteilt und ausländische Journalisten einlädt, sich im Land umzusehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit den Wahlen im November, die Beobachtern zufolge weitgehend frei und friedlich verliefen, hat sich in Sierra Leone Zuversicht breit gemacht, dass das Land die schwierige Vergangenheit hinter sich gebracht hat. Nun gelte es nur noch den schlechten Ruf als Land der Gewalt abzuschütteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei seiner Amtseinsetzung im Februar – das zweite Mal in Folge – kam Koroma in seiner Rede im Nationalstadion auch auf das Entwicklungspotenzial des Tourismus zu sprechen. &#8222;Wir haben ein Land mit wundervollen Landschaften. Unsere Strände sind einzigartig. Die Schönheit unserer Berge ist atemberaubend, und unser Land ist Heimat seltener Tier- und Pflanzenarten.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="geheimtipp-der-sich-nicht-mehr-geheimhalten-lasst">&#8222;Geheimtipp, der sich nicht mehr geheimhalten lässt&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Thomas Armitt, Gründer des Reiseunternehmens &#8222;West Africa Discovery'&#8220; ist überzeugt, dass die Wiederbelebung des sierraleonischen Tourismus bevorsteht. &#8222;Ich bin sicher, dass internationale Touristen in ein bis zwei Jahren kommen werden&#8220;, sagte er gegenüber IPS. &#8222;Ich bin seit 2011 hier und kann förmlich fühlen, wie sich die Dinge verändern.&#8220; Der aus Großbritannien stammende Armitt hat vor, ein neues Unternehmen in Sierra Leone zu gründen. &#8222;Die Menschen schauen sich nach neuen Reiseländern um&#8220;, meint er. &#8222;Und Sierra Leone ist ein Geheimtipp, der sich nicht mehr geheimhalten lässt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings räumt er ein, dass es noch einige Herausforderungen zu meistern gelte. So leidet Sierra Leone unter einem fundamentalen Mangel touristischer Infrastrukturen. Um vom Flughafen zu einem Hotel in Freetown zu gelangen, bedarf es einer langen Reise zu Land und zu Wasser. Die Hotels sind im Verhältnis zu dem mittelmäßigen Service, den sie anbieten, in der Regel teuer. Zudem hat der Personentransport seine Tücken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch hier liegt der Geruch der Erneuerung in der Luft. Vor dem Hintergrund eines durch den Bergbausektor ausgelösten Wirtschaftsbooms werden im Land neue Straßen und leichter zugängliche Flugplätze gebaut. Außerdem wird derzeit eine Tourismusschule restauriert, die den Dienstleistungsservice im Fremdenverkehrssektor verbessern soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;In jedem Bezirk finden derzeit Bauarbeiten statt&#8220;, so der Sprecher des Staatspräsidenten, Unisa Sesay. Auch an der Telekommunikation, den Internetverbindungen und Unterbringung werde gearbeitet. Zudem sei die Regierung bestrebt, Anreize zu schaffen, um private Tourismusunternehmen ins Land zu locken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8218;Radisson&#8216; und &#8218;Hilton&#8216; sind nur zwei Hotelketten, die innerhalb der nächsten zwei Jahre in Freetown Hotels eröffnen werden. Zudem haben mindestens zwei Kreuzfahrtunternehmen angekündigt, Freetown in ihre Routen aufzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sinneh Bangura ist ein Fischer in John Obey, einem Dorf auf der Halbinsel Freetown. Er freut sich schon auf die Ankunft der Touristen. &#8222;Das ist für uns und die Entwicklung unserer Dörfer gut&#8220;, meint er. Angesichts einer Jugendarbeitslosigkeit in Höhe von 60 Prozent ist jede Aussicht auf Entwicklung eine gute Nachricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;In fünf bis zehn Jahren wird der Tourismus unser Hauptdevisenbringer sein, der die Entwicklung in Sierra Leone vorantreibt&#8220;, ist der Tourismusentwicklungsbeauftragte Williams überzeugt. Letztendlich liege der Erfolg in den Händen der Sierraleoner selbst. &#8222;Trotz der schlimmen Bürgerkriegserfahren, die wir machen mussten, verstehen wir es sehr wohl, Gästen ein Gefühl von Heimat zu geben.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Sierra Leone lockt mit traumhaften Stränden, wie hier Tokeh Beach in der Nähe von Freetown. (Bild: Tommy Trenchard/IPS)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/sierra-leone-einsame-straende/">Sierra Leone: Einsame Strände</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das hässliche Gesicht der Selbstjustiz</title>
		<link>https://afrika.info/das-haessliche-gesicht-der-selbstjustiz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jan 2013 11:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sierra Leone]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstjustiz]]></category>
		<category><![CDATA[Tommy Trenchard]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test.afrika.info/?p=1059</guid>

					<description><![CDATA[<p>Es ist dunkel und diesig, doch für den Teenager gibt es kein Entrinnen. Nachdem ihn das Wort "Dieb" eingeholt hat, wird er auf einer engen Straße in der sierraleonischen Hauptstadt Freetown zu Boden geworfen. In nur einer Minute ist er von einem Pulk aus Menschen umzingelt. Und es ist klar, das Blut fließen wird.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/das-haessliche-gesicht-der-selbstjustiz/">Das hässliche Gesicht der Selbstjustiz</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Tommy Trenchard | 23. Januar 2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freetown (IPS/afr). Es ist dunkel und diesig, doch für den Teenager gibt es kein Entrinnen. Nachdem ihn das Wort &#8222;Dieb&#8220; eingeholt hat, wird er auf einer engen Straße in der sierraleonischen Hauptstadt Freetown zu Boden geworfen. In nur einer Minute ist er von einem Pulk aus Menschen umzingelt. Und es ist klar, das Blut fließen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Schlag bildet den Auftakt eines 40-minütigen Martyriums. Stöcke, Ziegel und Steine sausen auf die im Straßenschmutz liegende Gestalt nieder. &#8222;Wir werden ihn töten&#8220;, sagt ein Mann aufgeregt und zielt mit seinem Knüppel auf den Kopf des Jungen. Nachdem der rasende Mob seinen Blutrausch gestillt hat, wird das schwer verletzte Opfer nackt ausgezogen und seinem Schicksal überlassen. &#8222;Der wird die Nacht nicht überleben&#8220;, versichert ein Zuschauer. &#8222;Er ist ein Dieb, ein schlechter Mensch.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Sierra Leone ist Selbstjustiz weit verbreitet. Experten führen das Bedürfnis vieler Menschen in dem fast sechs Millionen Einwohner zählenden westafrikanische Land, das Recht in die eigene Hand zu nehmen, auf die Erfahrung des letzten Bürgerkriegs zurück. Damals, als sich die Menschen den Rebellen schutzlos ausgeliefert fühlten, bildeten sie Bürgerwehren, um sich zu verteidigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit zehn Jahren ist der bewaffnete Konflikt zu Ende und in Sierra Leone herrscht Frieden. Anti-Gewalt-Kampagnen trugen maßgeblich dazu bei, dass die letzten Präsidentschaftswahlen friedlich verliefen. Die Menschen haben offensichtlich von Gewalt die Nase voll. Doch wenn der Mob über vermeintliche Delinquenten herfällt, halten sie sich mit Kritik zurück.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="reaktion-auf-die-schwache-der-justiz">&#8222;Reaktion auf die Schwäche der Justiz&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ibrahim Tommy, Exekutivdirektor der Rechtshilfeorganisation &#8222;Centre of Accountability and the Rule of Law&#8220; (CARL) mit Sitz in Freetown, führt das Phänomen auf die Ineffizienz des sierraleonischen Rechtssystems zurück, kriminelle Elemente rechtlich zur Verantwortung zu ziehen. &#8222;Die Öffentlichkeit reagiert auf die Schwäche unseres Rechtssystems&#8220;, ist er überzeugt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Kriminellen zu verprügeln, sei weit zufriedenstellender, als ihn der Polizei zu übergeben, die ihn gleich am nächsten Tag wieder freilasse, meint ein Passant, der der Misshandlung des Teenagers zugesehen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ibrahim Samura ist stellvertretender Polizeiintendant. Er kritisiert die mangelnde Bereitschaft der Bürger, als Zeugen auszusagen. &#8222;Die Menschen in diesem Land sagen nicht vor Gericht aus, weil ihnen entweder die Zeit dafür zu schade ist oder sie Angst vor Vergeltungsschlägen haben&#8220;, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch für Tommy ist die Unwilligkeit, gegen Delinquenten auszusagen, ebenfalls das Resultat einer niedrigen Verurteilungsrate. Dass Menschen in Gruppen auf mutmaßliche Verbrecher losgingen, habe seine Ursache im Bürgerkrieg. Damals hätten viele Sierraleoner versucht, die sicherheitspolitische Lücke selbst zu schließen, die durch die Untätigkeit der Militärs entstanden sei.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="opfer-werden-in-anonymen-massengrabern-begraben">Opfer werden in anonymen Massengräbern begraben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Selbstjustiz ist in Freetown inzwischen zur Alltäglichkeit geworden. Dura Kamara, Pflegerin am städtischen Krankenhaus, hat bereits viele Opfer verarztet. Jede Woche werden ein bis zwei Menschen eingeliefert, die übel zugerichtet wurden. &#8222;Sie sind meist in einer fürchterlichen Verfassung. Manche werden mit Säure verätzt, andere mit Knochenbrüchen oder mit Verletzungen eingeliefert, die von Macheten herrühren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann gibt es die vielen Gewaltopfer, die es erst gar nicht bis zur Klinik schaffen. &#8222;Es geschieht häufig, dass mutmaßliche Diebe an Ort und Stelle zu Tode geprügelt werden&#8220;, bestätigt der städtische Leichenbeschauer Alhaji Kanjeh. Er holt ein Foto aus der Schublade seines Schreibtisches, auf dem ein toter Teenager zu sehen ist. Dieser Junge habe den Versuch, einen anderen zu beklauen, mit dem Leben bezahlt. &#8222;Wir wissen noch nicht einmal, wie er heißt&#8220;, berichtet Kanjeh. Die von den Bürgerwehren in der Pathologie abgelieferten Opfer seien oftmals erst 15 Jahre alt geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mutmaßliche Diebe, die den Zorn des Mobs nicht überleben, werden nur selten von ihren Angehörigen identifiziert, zu groß ist die Angst, selbst gesellschaftlich stigmatisiert zu werden. In solchen Fällen werden die anonymen Leichen in Massengräbern beerdigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch nach Angaben von Owizz Koroma, dem staatlichen Chefpathologen, kommt es regelmäßig zu Fällen von Selbstjustiz. Die vielen Übergriffe machten seinem Team schwer zu schaffen. &#8222;Wir stehen wirklich unter einem unerhörten Druck, denn wir sind diesen vielen Fällen nicht gewachsen. Es mag herzlos klingen: Doch wir verfügen über kein Budget, um Beerdigung und Transport der Opfer zu finanzieren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Wüten des Mobs bereitet uns Sorgen&#8220;, fügt Samura hinzu. &#8222;Die Menschen nehmen es mit den Rechten von Kriminellen nicht sehr ernst&#8220;, erläutert er und fügt hinzu, dass die Polizei ihr Bestes tue, um die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. Das Problem ließe sich seiner Meinung nach durch eine breit angelegte Aufklärungskampagne lösen. &#8222;Wir müssen die Menschen davon überzeugen, dass Selbstjustiz nicht der richtige Weg ist und sie stattdessen lieber als Zeugen aussagen sollten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch solange das Vertrauen in die staatlichen Instanzen nicht wieder hergestellt ist, werden auch weiterhin Menschen totgeprügelt und in namenlosen Gräbern beerdigt. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Die Bevölkerung in Freetown hat wenig Vertrauen in das Justizsystem des Landes. Immer häufiger kommt es zu Fällen von Selbstjustiz. (Bild: Tommy Trenchard/IPS)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/das-haessliche-gesicht-der-selbstjustiz/">Das hässliche Gesicht der Selbstjustiz</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
