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	<title>Umwelt Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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	<title>Umwelt Archive | afrika.info</title>
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		<title>Rinder schützen, Löwen retten</title>
		<link>https://afrika.info/loewenschutz-simbabwe-moreangels-mbizah/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2026 06:09:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Artenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Löwen]]></category>
		<category><![CDATA[Löwenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch-Wildtier-Konflikte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Simbabwe versucht die Zoologin Moreangels Mbizah, Konflikte zwischen Menschen und Löwen zu entschärfen. Gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden setzt ihre Organisation auf bessere Viehgehege, Warnsysteme und lokale Wildtierschützer*innen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/loewenschutz-simbabwe-moreangels-mbizah/">Rinder schützen, Löwen retten</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Simbabwe versucht die Zoologin Moreangels Mbizah, Konflikte zwischen Menschen und Löwen zu entschärfen. Gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden setzt ihre Organisation auf bessere Viehgehege, Warnsysteme und lokale Wildtierschützer*innen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 15. September 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo, Simbabwe (IPS/afr)&nbsp; – An einem Wintermorgen entkam ein 12-jähriger Löwe aus dem Hwange-Nationalpark in Simbabwe und tötete einen 7-jährigen Jungen in einem Dorf, in das er sich verirrt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Junge, Elton, hätte in seinem Dorf außerhalb von Simbabwes größtem Nationalpark eigentlich in Sicherheit sein sollen, doch ein Wintermorgen machte dieser Sicherheit ein Ende. Der Löwe beendete sein Leben und stürzte eine trauernde Gemeinde mitten in eine umkämpfte Frontlinie: den Konflikt um Lebensraum zwischen Menschen und Wildtieren. Der Löwe wurde erlegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dieser Tag hat sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt, und er ist einer der Gründe, die mich dazu bewogen haben, die ‚<a href="https://www.wildlifeconservationaction.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wildlife Conservation Action</a>‘ zu gründen“, sagt die Zoologin Moreangels Mbizah. Sie erinnert sich noch gut daran, wie der Morgen im April 2014, an dem sie den von dem Löwen getöteten Elton fand, ihre Sichtweise auf das Zusammenleben von Wildtieren und Menschen veränderte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mir wurde klar, dass der Schutz der Löwen im Park kaum etwas bedeutet, wenn wir nicht auch die Menschen schützen, die neben ihnen leben“, sagt Mbizah.</p>



<h2 id="h-menschen-und-wildtiere-konkurrieren-um-lebensraum" class="wp-block-heading">Menschen und Wildtiere konkurrieren um Lebensraum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Simbabwe kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren um Lebensraum und Ressourcen. Besonders betroffen sind Gemeinden in der Nähe oder innerhalb von Schutzgebieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des <a href="https://www.facebook.com/61573654902390/posts/ministry-leads-development-of-zimbabwes-first-national-human-wildlife-coexistenc/122200887110788496/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">simbabwischen Umweltministeriums</a> wurden 2024 landesweit 49 Menschen von Wildtieren getötet, 2025 waren es 53. Simbabwe arbeitet derzeit an einer nationalen Strategie für das Zusammenleben von Menschen und Wildtieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/loewen-simbabwe-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-1024x683.jpg" alt="Ein Löwenrudel mit einem erlegten Afrikanischen Büffel in Simbabwe" class="wp-image-6784" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/loewen-simbabwe-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/loewen-simbabwe-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/loewen-simbabwe-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-639x426.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/loewen-simbabwe-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/loewen-simbabwe-c-whitely-fund-for-nature-1200-800.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Löwenrudel mit einem erlegten Afrikanischen Büffel in Simbabwe. (Foto: Moreangels Mbizah, mit freundlicher Genehmigung des Whitley Fund for Nature)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://www.zimparks.org.zw/climate-induced-pressure-drives-rise-in-human-wildlife-conflict/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nationalparkbehörde ZimParks</a> gibt an, dass in den vergangenen zehn Jahren mehr als 12.000 Konfliktfälle registriert wurden. Dabei kamen demnach 486 Menschen ums Leben und 554 wurden verletzt. Mehr als 4.000 Nutztiere gingen durch Angriffe von Wildtieren verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den besonders betroffenen Distrikten zählen Binga, Hwange, Chiredzi, Hurungwe, Mbire, Muzarabani, Nyaminyami, Chipinge, Gokwe North, Gokwe South, Tsholotsho, Bulilima und Kusile. Als Ursachen für die Konflikte gelten unter anderem die zunehmende Nutzung von Wildtierlebensräumen durch Menschen, der Klimawandel, das Bevölkerungswachstum und unzureichende Barrieren zwischen Siedlungen und Wildtieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wildlife Conservation Action (WCA) arbeitet in den Distrikten Nyaminyami und Binga, die Teil der grenzüberschreitenden Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA TFCA) sind. Die Organisation ist außerdem im Distrikt Mbire an der Grenze zu Mosambik und in der Nähe des Mana-Pools-Nationalparks tätig. Die Region gehört auch zum grenzüberschreitenden Schutzgebiet Zimbabwe-Mozambique-Zambia (ZIMOZA). Konflikte mit Elefanten und Löwen treten dort besonders häufig auf.</p>



<h2 id="h-ein-rind-ist-fast-drei-monatseinkommen-wert" class="wp-block-heading">Ein Rind ist fast drei Monatseinkommen wert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Mbire haben Bewohner*innen, die Nutztiere durch Löwen verloren, immer wieder Gegenmaßnahmen ergriffen. Dabei wurden auch Löwen getötet, um Menschen und Vieh zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verlust eines einzigen Rindes kann für eine Familie erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Nach Angaben Mbizahs liegt das durchschnittliche monatliche Haushaltseinkommen in Mbire bei 108 US-Dollar, während ein Rind rund 300 Dollar wert ist. Viele Familien halten Nutztiere als Einkommensquelle und zur Ernährung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine Familie mit nur fünf Rindern kann der Schutz des Viehs deshalb zugleich zum Schutz der Löwen beitragen. Dieser Zusammenhang wurde für Mbizah zu einem Ausgangspunkt ihrer Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verlust einer einzigen Kuh durch einen Löwen bedeutet im Bezirk Mbire einen Verlust des Familieneinkommens von durchschnittlich drei Monaten. Im Allgemeinen verdienen die Menschen einen durchschnittlichen Monatslohn von 108 US-Dollar, und eine Kuh wird für durchschnittlich 300 US-Dollar verkauft, sagt Mbizah, die zu den wenigen afrikanischen Frauen gehört, die eine Naturschutzorganisation gegründet haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Familien halten Vieh, um ihr Einkommen zu sichern und sich zu ernähren. Für einen Landwirt mit nur fünf Kühen bedeutet der Schutz der Tiere gleichzeitig auch den Schutz der Löwen – ein Paradoxon, das Mbizah zum Nachdenken brachte.</p>



<h2 id="h-einfache-losungen-mit-grosser-wirkung" class="wp-block-heading">Einfache Lösungen mit großer Wirkung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während ihrer Doktorarbeit hatte Mbizah unter anderem den später international bekannt gewordenen Löwen Cecil beobachtet. Dessen Tötung durch einen US-amerikanischen Trophäenjäger im Jahr 2015 löste weltweit Kritik aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Wildlife Conservation Action setzt Mbizah heute auf lokale Verantwortung und vergleichsweise einfache technische Lösungen. Solarbetriebene „Lion Lights“, mobile Viehgehege und andere Maßnahmen sollen Nutztiere im Wert von insgesamt rund 2,3 Millionen US-Dollar geschützt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Maßnahmen zur Verringerung der Konflikte seien nicht tödlich und an die Folgen des Klimawandels angepasst, sagt Mbizah. Dazu gehören neben einem ganzheitlichen Management von Viehbeständen mobile Gehege, Bienenzucht, Chili-Anbau und nachhaltigere Landwirtschaft.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/rinderschutz-c-whitely-fund-for-nature-1200-900-1024x768.jpg" alt="Ein sicheres Viehgehege schützt Rinder vor Löwenangriffen in Simbabwe." class="wp-image-6786" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/rinderschutz-c-whitely-fund-for-nature-1200-900-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/rinderschutz-c-whitely-fund-for-nature-1200-900-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/rinderschutz-c-whitely-fund-for-nature-1200-900-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/rinderschutz-c-whitely-fund-for-nature-1200-900-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/rinderschutz-c-whitely-fund-for-nature-1200-900.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein sicheres Gehege schützt Rinder vor Löwenangriffen und trägt dazu bei, Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren zu vermeiden. (Foto: mit freundlicher Genehmigung des Whitley Fund for Nature)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Unser Programm ist erfolgreich, weil wir eine Beziehung zu den Gemeinden aufgebaut haben und die Menschen als Hüter ihrer Umwelt einbeziehen“, sagt Mbizah. „Wir haben uns angesehen, wie die Menschen ihr Vieh seit Generationen in Gehegen halten und wie diese verbessert werden können, damit die Tiere nachts vor Löwenangriffen geschützt sind.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation unterstützt Viehhalter*innen beim Bau sicherer Gehege für Rinder und Ziegen. Nach Angaben von WCA haben diese Maßnahmen die Zahl der Angriffe auf Nutztiere reduziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Rolle spielen zudem die sogenannten Community Guardians. Mbizah bezeichnet sie als Fundament ihrer Organisation. Junge Frauen und Männer aus den jeweiligen Gemeinden werden darin ausgebildet, Löwen aufzuspüren, bevor es zu Angriffen kommt. Mithilfe technischer Geräte können sie Bewegungen von Löwen in der Nähe von Siedlungen erkennen und dabei helfen, die Tiere auf sichere Weise fernzuhalten.</p>



<h2 id="h-lowen-sind-nicht-bose" class="wp-block-heading">„Löwen sind nicht böse“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ruth Kamuchato aus dem Dorf Mapini im Distrikt Mbire hat schon als Kind erlebt, wie Löwen Nutztiere angriffen. Das habe sie dazu motiviert, sich als Community Guardian ausbilden zu lassen. Sie wollte verstehen, wie sich Löwen und Vieh gleichzeitig schützen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich arbeite gerne als Community Guardian, aber am Anfang fiel es mir schwer, mir vorzustellen, dass Menschen und Wildtiere nebeneinander leben können, weil Löwen gefährlich sind“, erzählt Kamuchato. „Wenn Löwen Nutztiere töten oder Menschen bedrohen, ist die erste Reaktion, dass die Tiere unsere Feinde sind. Aber nach meiner Ausbildung und durch die Arbeit im Naturschutz begann ich das größere Bild zu sehen: Löwen sind nicht böse – auch sie versuchen zu überleben.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/community-guardian-lion-light-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-1024x683-1.jpg" alt="Ein Community Guardian installiert ein Lion Light zum Schutz von Nutztieren vor Löwen." class="wp-image-6788" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/community-guardian-lion-light-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-1024x683-1.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/community-guardian-lion-light-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-300x200-1.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/community-guardian-lion-light-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-768x512-1.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/community-guardian-lion-light-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-639x426-1.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/community-guardian-lion-light-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Community Guardian installiert ein „Lion Light“. Die solarbetriebenen Lichter sollen Löwen von Viehgehegen fernhalten. (Foto: mit freundlicher Genehmigung des Whitley Fund for Nature)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der 31-jährige Knowledge Chiriga aus dem Dorf Nebiri im Distrikt Nyaminyami sieht im Schutz der Löwen einen Weg, die Konflikte in seiner Heimat zu verringern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin im Dorf Nebiri aufgewachsen, etwa sieben Kilometer vom Matusadona-Nationalpark entfernt, und habe seit meiner frühen Kindheit viele Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren erlebt“, meint Chiriga. Lange habe er nicht geglaubt, dass es ein Programm geben könnte, das den Gemeinden beim Umgang mit Löwen hilft. Als sich die Möglichkeit bot, sich bei Wildlife Conservation Action zum Community Guardian ausbilden zu lassen, habe er sie sofort genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Löwen sind Teil unseres Ökosystems und unseres Erbes. Sie zu schützen bedeutet nicht, die Gefahr zu ignorieren, sondern Wege zu finden, Menschen und Löwen zu schützen“, sagt Chiriga. „Heute bin ich stolz darauf, dass ich meiner Gemeinde helfen kann, sicherer zu leben. Mit besseren Schutzmaßnahmen können wir neben Löwen leben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 29-jährige Lweetelelo Mugande aus dem Dorf Chitongo im Distrikt Binga bestätigt, dass es zunächst schwierig war, Akzeptanz für ihre Arbeit zu finden. Manche Bewohner*innen hätten gefragt, warum Tiere geschützt werden sollten, die Menschen Schaden zufügen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mit der Zeit änderten sich die Einstellungen, weil wir bei Konflikten vor Ort waren, beim Aufbau mobiler Gehege halfen und erklärten, wie Naturschutz Arbeitsplätze und Unterstützung bringen kann“, erzählt Mugande. „Heute rufen uns viele Menschen an, wenn es ein Problem gibt. Sie sehen, dass wir aus demselben Dorf kommen, dass auch wir Vieh und Familien hier haben und gemeinsam nach Lösungen suchen. Das Vertrauen wächst, aber wir müssen noch viel Aufklärungsarbeit leisten.“</p>



<h2 id="h-whitley-award-fur-mbizah" class="wp-block-heading">Whitley Award für Mbizah</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 2026 wurde Mbizah für ihre Arbeit mit einem <a href="https://whitleyaward.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Whitley Award</a> ausgezeichnet. Der renommierte Naturschutzpreis, häufig auch als „Grüner Oscar“ bezeichnet, wird vom britischen Whitley Fund for Nature unter der Schirmherrschaft von Prinzessin Anne vergeben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/whitley-award-princess-anne-moreangels-mbiza-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-1024x683.jpg" alt="Prinzessin Anne überreicht Moreangels Mbizah den Whitley Award 2026" class="wp-image-6787" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/whitley-award-princess-anne-moreangels-mbiza-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/whitley-award-princess-anne-moreangels-mbiza-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-639x426.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/whitley-award-princess-anne-moreangels-mbiza-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/whitley-award-princess-anne-moreangels-mbiza-c-whitely-fund-for-nature-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/whitley-award-princess-anne-moreangels-mbiza-c-whitely-fund-for-nature-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Prinzessin Anne, Schirmherrin des Whitley Fund for Nature, überreicht Moreangels Mbizah im April 2026 den Whitley Award. (Foto: mit freundlicher Genehmigung des Whitely Fund for Nature)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auszeichnung ermöglicht Mbizah, ihre Arbeit auf weitere Gebiete Simbabwes auszuweiten. „Die Menschen vor Ort haben eine kulturelle Verbindung zu den Wildtieren und respektieren sie, aber damit sind auch Risiken verbunden. Darin liegt die Herausforderung“, erklärt Mbizah. „Wenn wir diese Risiken reduzieren können, können die Menschen die Anwesenheit von Wildtieren auf ihrem gemeinschaftlich genutzten Land eher akzeptieren. Wo es Konflikte gibt, wollen die Menschen keine Löwen, weil diese Auswirkungen auf ihr Leben, ihre Lebensgrundlagen und ihr Vieh haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Löwenbestände in Afrika sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Die jüngste IUCN-Bewertung geht von einem Rückgang um rund 36 Prozent innerhalb von drei Löwengenerationen – etwa 21 Jahren – aus. Heute leben Schätzungen zufolge noch rund 20.000 bis 25.000 Löwen in Afrika.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig ist die Art aus mehr als 90 Prozent ihres historischen Verbreitungsgebiets verschwunden. Zu den wichtigsten Ursachen zählen der Verlust und die Zerschneidung von Lebensräumen, der Rückgang natürlicher Beutetiere sowie Konflikte mit Menschen, bei denen Löwen unter anderem nach Angriffen auf Nutztiere getötet werden.</p>



<h2 id="h-wer-menschen-schutzt-schutzt-auch-lowen" class="wp-block-heading">Wer Menschen schützt, schützt auch Löwen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mbizah wendet sich gegen die Vorstellung, Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung ließen sich voneinander trennen. Ihre Arbeit verbindet deshalb Artenschutz mit der Verbesserung der Lebensbedingungen in den Gemeinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir helfen den Gemeinden, Wildtiere zu schützen, indem wir ihre Lebensgrundlagen verbessern“, sagt sie. „Wenn es den Menschen gut geht, sind sie eher bereit, sich am Naturschutz zu beteiligen und die Wildtiere in ihrer Umgebung zu schützen. Wir können nicht einfach Arten schützen, ohne auch die Menschen zu schützen, die diese Arten schützen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Mbizah liegt darin der Kern ihres Ansatzes: „Wer Leben und Lebensgrundlagen schützt, schützt letztlich auch die Löwen.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Die simbabwische Naturschützerin Moreangels Mbizah, Gründerin von Wildlife Conservation Action (Foto: mit freundlicher Genehmigung des Whitely Fund for Nature)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Honig statt Biokraftstoffe in Kenias Tana-Delta</title>
		<link>https://afrika.info/honig-statt-biokraftstoffe-in-kenias-tana-delta/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 10:34:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Chemtai Kirui]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im kenianischen Tana-Delta zeigt ein Naturschutzprojekt, wie sich Umwelt- und Wirtschaftspolitik verbinden lassen: Statt großflächiger Biokraftstoffplantagen setzen Gemeinden, Behörden und internationale Partner auf Imkerei, nachhaltige Landwirtschaft und Renaturierung.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Chemtai Kirui | 15. Mai 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Golbanti, Kenia (IPS/afr) – Lydia Hagodana steht neben einem Bienenstock in Golbanti im Tana-Delta. Ein leises, gleichmäßiges Summen liegt in der Luft, während die Bienen unablässig ein- und ausfliegen. Vorsichtig hebt sie den Deckel eines Stocks an, um dessen Gewicht abzuschätzen. „Dieser Bienenstock gehört mir“, sagt sie. „Ich habe zwei davon.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hagodana ist eines von 25 Mitgliedern der Frauengruppe von Golbanti. Gemeinsam verwalten die Frauen rund 50 Bienenstöcke. Jedes Mitglied besitzt zwei davon und erntet mehrmals im Jahr Honig. Ein Teil der Einnahmen bleibt bei den einzelnen Frauen, ein anderer fließt in eine gemeinsame Sparkasse, mit der eine kleine Gemüsefarm der Gemeinschaft finanziert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bienenstöcke stehen am südlichen Ufer des Tana-Flusses, wo sich der Strom in zahlreiche Kanäle verzweigt und so das untere Delta bildet. Während der Regenzeit verwandelt sich die Region in weitläufige Überschwemmungsgebiete, die Zugvögel anziehen und Lebensraum für Flusspferde, Krokodile sowie die seltenen Küsten-Topis bieten – eine stark gefährdete Antilopenart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Waldstreifen entlang des Flussufers beherbergt zudem zwei vom Aussterben bedrohte Primatenarten: den Tana-Stummelaffen und die Tana-Mangabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen Jahren hat sich die Imkerei zu einer wichtigen alternativen Einkommensquelle entwickelt – in einer Region, deren Bevölkerung traditionell von Landwirtschaft, Fischerei und Viehzucht lebt. Besonders für Frauen bedeutet die Imkerei eine neue wirtschaftliche Perspektive jenseits körperlich schwerer Arbeit und männlich dominierter Tätigkeitsfelder.</p>



<h2 id="h-plane-fur-industrielle-nutzung" class="wp-block-heading">Pläne für industrielle Nutzung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 2007 entstanden Pläne für großflächige Biokraftstoffprojekte im Tana-Delta. Investoren betrachteten die Region als weitgehend ungenutztes Land. Große Flächen sollten mit Pflanzen wie Jatropha und Zuckerrohr bepflanzt werden, um daraus Biodiesel und Ethanol zu gewinnen. Die kenianische Regierung sah darin eine Chance für wirtschaftliche Entwicklung, Investitionen und neue Arbeitsplätze im Rahmen ihrer Entwicklungsstrategie „Vision 2030“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies stand im Zusammenhang mit der Politik der Europäischen Union, Biokraftstoffe mit fossilen Brennstoffen zu mischen“, meint Dr. Paul Matiku, Geschäftsführer der Umweltorganisation <a href="https://naturekenya.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nature Kenya</a>. „Afrika wurde als ein Ort mit ‚brachliegendem‘ Land angesehen, das für den Anbau dieser Pflanzen, darunter Jatropha und Zuckerrohr, umgewandelt werden könnte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Rodungen begannen. An manchen Orten wurden Felder umgepflügt, noch bevor ansässige Bauernfamilien ihre Habseligkeiten in Sicherheit bringen konnten. Zudem wurde ein Wildtierkorridor, den Elefanten und andere Tierarten nutzten, durch die geplanten Plantagen zerschnitten.</p>



<h2 id="h-erfolgreicher-widerstand" class="wp-block-heading">Erfolgreicher Widerstand</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zukunft des ökologisch wertvollen Deltas war zunehmend ungewiss. „Wir standen vor der Herausforderung, zu entscheiden, wohin sich das Tana-Delta entwickeln sollte“, erzählt Matiku, der den juristischen Widerstand gegen die Projekte mit angeführt hatte. „Man kann Wildtiergebiete und landwirtschaftliche Flächen nicht in Kraftstoff für Autos umwandeln. Wir mussten alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um das zu verhindern.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Koalition aus Naturschutzorganisationen und lokalen Gemeinden klagte schließlich gegen die Regierung. Im Februar 2013 stoppte Richterin Mumbi Ngugi die geplanten Großprojekte und urteilte, dass die Rechte der lokalen Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt worden seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Gericht entschied, dass niemand ohne einen gemeinsam mit der Bevölkerung erarbeiteten Flächennutzungsplan weitermachen dürfe“, sagte Matiku.</p>



<iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d5129278.753942641!2d37.60170148993518!3d-0.856496225322335!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x1816308bb35bd24f%3A0xc7eb1c5fce423195!2sGolbanti%2C%20Kenya!5e0!3m2!1sen!2sde!4v1778841444648!5m2!1sen!2sde" width="100%" height="500" style="border:0;" allowfullscreen="" loading="lazy" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">In den darauffolgenden zwei Jahren kartierten Gemeinden, Bezirksbehörden und Naturschutzgruppen gemeinsam das Delta. Im Rahmen des „Tana Delta Land Use Plan“ von 2025 wurde die Region erstmals offiziell in Zonen für Weidewirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz unterteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verfügte das Delta erstmals über ein verbindliches Regelwerk für seine Nutzung. Doch eine zentrale Frage blieb offen: Kann Naturschutz auch wirtschaftlich tragfähig sein?</p>



<h2 id="h-vom-brachliegenden-land-zur-naturokonomie" class="wp-block-heading">Vom „brachliegenden Land“ zur Naturökonomie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Unterstützung des <a href="https://www.unep.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Umweltprogramms der Vereinten Nationen</a> (UNEP) begannen Forscher*innen, den ökonomischen Wert der Ökosysteme des Deltas zu berechnen. Damit wurde das Gebiet neu bewertet – nicht länger als „brachliegendes Land“, sondern als funktionierende Naturökonomie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Projektpartner wandten sich daraufhin an die <a href="https://www.thegef.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Globale Umweltfazilität</a> (GEF), den weltweit größten multilateralen Umweltfonds. Nach einem technischen Prüfungsverfahren genehmigte die GEF im Jahr 2018 im Rahmen ihrer Restaurierungsinitiative einen Zuschuss von 3,3 Millionen US-Dollar für die Renaturierung des Tana-Deltas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Zusammenarbeit mit UNEP und Nature Kenya unterstützte das Programm u. a. die Ausarbeitung von Dokumenten zur Umsetzung des Landnutzungsplans in geltendes Recht. Zwischen 2019 und 2024 wurden insgesamt 29 Richtlinien und Rechtsinstrumente verabschiedet, um Landnutzung, Naturschutz und Klimaschutz zu regulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind von lose koordinierten Naturschutzprojekten zu einem rechtsbasierten Governance-Rahmen übergegangen, der Landnutzung, Klimawandel und Bürgerbeteiligung integriert“, sagt Mathew Babwoya Buya, Umweltbeauftragter des Tana River County.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das County Tana River reservierte mindestens zwei Prozent seines Entwicklungsbudgets für Klimaresilienz und die Wiederherstellung von Ökosystemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Haushaltsjahr 2024/25 belief sich das Gesamtbudget des Bezirks auf rund 8,87 Milliarden kenianische Schilling (68,76 Millionen US-Dollar). Davon entfielen etwa drei Milliarden Schilling (23 Millionen US-Dollar) auf Entwicklungsprojekte. Rund 60 Millionen Schilling (460.000 US-Dollar) pro Jahr wurden für die Wiederherstellung von Ökosystemen bereitgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Projektunterlagen zufolge mobilisierte das Programm insgesamt rund 36,8 Millionen US-Dollar an Kofinanzierungsmitteln – etwa elf Dollar für jeden Dollar GEF-Förderung.</p>



<h2 id="h-neue-wertschopfungsketten-gesucht" class="wp-block-heading">Neue Wertschöpfungsketten gesucht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Tana-Delta-Projekt zeigt, was möglich ist, wenn die Eigenverantwortung des Landes stark ist und die Prioritäten klar aufeinander abgestimmt sind”, sagte Ulrich Apel, leitender Umweltexperte bei der GEF. “Diese Hebelwirkung spiegelt ein tiefes nationales Engagement, eine starke Beteiligung einer Vielzahl von Interessengruppen sowie klare Verbindungen zu Wertschöpfungsketten und lokalen Geschäftsmöglichkeiten wider. Der integrierte, landschaftsbezogene Ansatz des Projekts ermöglicht es, mehrere Herausforderungen gleichzeitig anzugehen, was es zu einer attraktiven Plattform für Partner macht, gemeinsam mit der GEF zu investieren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großteil dieser Finanzierung stammt jedoch weiterhin von öffentlichen Stellen und internationalen Entwicklungspartnern. Lediglich rund 341.000 US-Dollar – weniger als ein Prozent der Gesamtsumme – entfallen auf direkte Investitionen des Privatsektors.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird deshalb nach ähnlichen Wertschöpfungsketten wie der Honigproduktion gesucht. Im Bereich der Aquakultur unterstützt die Mastercard Foundation gemeinsam mit TechnoServe ein Programm für rund 650 junge Unternehmer*innen im Tana River County. Vor Ort wird derzeit erprobt, wie sich dieses Modell in nachhaltige kommerzielle Investitionen überführen lässt.</p>



<h2 id="h-das-geschaft-mit-dem-honig" class="wp-block-heading">Das Geschäft mit dem Honig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Golbanti, wo Lydia Hagodanas Bienenstöcke am Flussufer stehen, entwickelt sich die Honigproduktion vielversprechend. Das Projekt wird in Partnerschaft mit <a href="https://www.africanbeekeepers.co.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">African Beekeepers Limited</a> (ABL) umgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen stellt moderne Bienenstöcke und technisches Fachwissen bereit, organisiert die Produktion und kauft den Honig zu einem festen Preis auf. Dadurch wird eines der größten Risiken ländlicher Märkte reduziert: starke Preisschwankungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir konnten 76 Landwirten etwa 700.000 KSh (5.400 USD) für den im Delta geernteten Honig auszahlen“, berichtet Ernest Simeoni, Direktor von ABL, mit Blick auf den ersten Produktionszyklus des Projekts.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5675" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bienenzüchter*innen bei der Honigernte im Tana-Delta: Die Bienenstöcke werden von African Beekeepers Limited (ABL) zur Verfügung gestellt. (Foto: Chemtai Kirui/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Simeoni betont, dass sich dieses Modell deutlich von vielen geberfinanzierten Initiativen unterscheide, die meist darauf abzielen, Landwirte in eigenständiger Imkerei auszubilden. „In ganz Kenia gibt es Hunderte moderner Bienenstöcke, aber sie produzieren keinen Honig“, erzählt er. „Was fehlt, ist das Fachwissen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">ABL behält deshalb die Kontrolle über die Produktion und setzt eigene Teams ein, um Bienenvölker zu überwachen, Honig zu ernten und die Verarbeitung zu organisieren. „Wir schulen die Landwirte nicht darin, wie man Imkerei betreibt“, erklärt Semeoni. „Was wir tun, ist Business – wir zeigen, wie man mit Honig Geld verdient.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gemeinschaftsgruppen stellen Land und Schutz für die Bienenstöcke bereit, während das Unternehmen Ernte und Verarbeitung übernimmt. Laut Simeoni sorgt diese Struktur für mehr Verlässlichkeit bei den Produktionsmengen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig warnt er jedoch vor der Fragilität des Modells. Der Zugang zu günstigen Finanzierungen sei begrenzt, und viele Projekte seien weiterhin auf Anschubfinanzierungen durch Geber angewiesen. „Wenn die Geberfinanzierung morgen wegfällt, werden die meisten dieser Projekte eingestellt“, sagt Simeoni.</p>



<h2 id="h-hoffnung-auf-grossere-investitionen" class="wp-block-heading">Hoffnung auf größere Investitionen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über kleinere Wertschöpfungsketten hinaus versucht das County, mit einem Entwicklungsplan namens „Green Heart“ größere Investitionen anzuziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Minjila wurde nach Angaben von Mwanajuma Hiribae, Mitarbeiterin des Tana River County, ein 60 Hektar großes Gelände für einen Industriestandort vorgesehen. Dort sollen künftig landwirtschaftliche Verarbeitung, Logistik und umweltfreundliche Produktion angesiedelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir arbeiten daran, eine Investitionsstelle einzurichten, um die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen zu koordinieren“, erzählt Hiribae. Zudem seien Mittel für die Entwicklung eines Masterplans bereitgestellt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Vorhaben befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium. Das Gelände muss zunächst offiziell an die Investitionsbehörde des Bezirks übertragen werden. Vorschläge potenzieller Investoren werden derzeit geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Behördenvertreter betonen, dass jede künftige Entwicklung mit dem Flächennutzungsplan des Deltas und den bestehenden Umweltschutzmaßnahmen vereinbar sein müsse. Bislang bleiben privatwirtschaftliche Investitionen im Tana-Delta jedoch überschaubar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Lydia Hagodana beginnt sich die Honigproduktion inzwischen auszuzahlen. Mit den Einnahmen finanziert sie die Schulgebühren ihrer sechs Kinder, bewirtschaftet einen kleinen Bauernhof und unterstützt den gemeinschaftlichen Gemüseanbau. Einen Teil des Geldes gibt sie aus, einen spart sie, einen investiert sie erneut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit zwei Jahren hält sie Bienen. Früher, sagt sie, sei das Leben deutlich härter gewesen. Heute gebe es zumindest etwas, worauf sie sich verlassen könne. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Lydia Hagodana vor Bienenstöcken in Golbanti im Tana-Delta in Kenia (Foto: Chemtai Kirui/IPS)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>DRC versteigert halbes Land für Erdölsuche</title>
		<link>https://afrika.info/dr-kongo-versteigert-halbes-land-fuer-erdoelsuche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Aug 2025 07:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Erdöl]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Umar Manzoor Shah]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der Entscheidung, Suchlizenzen für Erdöl auf mehr als der Hälfte ihres Staatsgebiets zu versteigern, sorgt die Regierung der DR Kongo für Entsetzen. Umweltorganisationen warnen vor einem Desaster für das Klima, die Artenvielfalt und die Rechte indigener Gemeinschaften.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Umar Manzoor Shah | 19. August 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kinshasa (IPS/afr). Mit der Entscheidung, Suchlizenzen für Erdöl auf mehr als der Hälfte ihres Staatsgebiets zu versteigern, sorgt die Regierung der Demokratischen Republik Kongo (DRC) weltweit für Entsetzen. Umweltorganisationen warnen vor einem Desaster für das Klima, die Artenvielfalt und die Rechte indigener Gemeinschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einem neuen Report der Organisation Earth Insight mit dem Titel &#8222;<a href="https://earth-insight.org/report/drc-oil-expansion/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Forests to Frontlines: Oil Expansion Threats in the DRC</a><em>“</em> sollen 55 Explorationsblöcke mit insgesamt 1,24 Millionen Quadratkilometer für die Suche nach Erdöl freigegeben werden. Das entspricht über 50 Prozent des Staatsgebiets des zentralafrikanischen Landes.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schutzgebiete im Visier</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders brisant ist, dass die betroffenen Gebiete zentrale ökologische Funktionen erfüllen: Über 66 Millionen Hektar intakter Regenwald – das sind 64 Prozent der verbliebenen Wildnisgebiete der DR Kongo – liegen in den geplanten Blöcken. 83.000 Quadratkilometer Schutzgebiete sowie 86.000 Quadratkilometer biodiversitätsrelevante Schlüsselareale überschneiden sich mit den zur Versteigerung freigegebenen Flächen.</p>



<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6ab6eee82e82b&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6ab6eee82e82b" class="wp-block-image size-large wp-lightbox-container"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="724" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round-1024x724.png" alt="" class="wp-image-4650" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round-1024x724.png 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round-300x212.png 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round-768x543.png 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round-1536x1086.png 1536w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round-640x453.png 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round.png 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><button
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		</button><figcaption class="wp-element-caption">Die Grafik von Earth Insight zeigt die enorme Ausdehnung der 55 zur Versteigerung stehenden Explorationsblöcke. (Quelle:<a href="https://earth-insight.org/report/drc-oil-expansion/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Earth Insight, CC BY-ND</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großangriff auf die Natur kommt überraschend: Noch Anfang des Jahres sorgte die angekündigte Schaffung des <a href="https://www.weforum.org/stories/2025/01/congo-kivu-kinshasa-green-corridor/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Grünen Korridors zwischen Kivu und Kinshasa</a> international für Anerkennung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun jedoch sollen 72 Prozent dieser Vorzeige-Naturschutzfläche für die Erdölsuche freigegeben werden. „Dies ist ein Verrat an den Rechten der Gemeinschaft, dem Klimaschutz und den Versprechungen zum Schutz der Artenvielfalt“, kritisiert Emmanuel Musuyu von der zivilgesellschaftlichen Organisation CORAP.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Cuvette Centrale“ als CO₂-Zeitbombe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit großer Sorge blicken Naturschützer*innen dabei insbesondere auf die “Cuvette Centrale”. Im größten Torfmoor der Welt sind rund 30 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert – bei Freisetzung würde dies den globalen CO₂-Emissionen von drei Jahren entsprechen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bohrungen, Straßenbau und andere Explorationsaktivitäten könnten das empfindliche Feuchtgebiet austrocknen und so zu einer massiven Emission von CO₂ und Methan führen. „Die Cuvette Centrale ist eine der größten terrestrischen Kohlenstoffsenken der Erde – ihre Zerstörung wäre eine globale Katastrophe“, warnt Tyson Miller von Earth Insight.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch aus sozialer Perspektive ist das Vorhaben bedenklich: Rund 39 Millionen Menschen – mehr als ein Drittel der Bevölkerung – leben in den betroffenen Regionen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders betroffen wären die sogenannten Gemeinschaftswälder, die von lokalen Bevölkerungsgruppen bewirtschaftet werden und eigentlich dem Schutz vor industrieller Ausbeutung dienen. 63 Prozent dieser Wälder liegen jedoch innerhalb der geplanten Blöcke. Eine Erdölförderung würde sowohl nationale Gesetze als auch das <a href="https://www.ihrb.org/resources/what-is-free-prior-and-informed-consent-fpic" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Selbstbestimmungsrecht indigener Gruppen</a>&nbsp; verletzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Muanda als abschreckendes Beispiel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar verspricht die Regierung wirtschaftlichen Aufschwung – doch Erfahrungen aus dem einzigen bestehenden Ölfördergebiet des Landes, der Küstenstadt Muanda am Atlantik, zeichnen ein anderes Bild: Die Region gehört nach wie vor zu den ärmsten der DR Kongo, während Umweltschäden, Krankheitsbelastungen und soziale Verwerfungen zunehmen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Muanda ist die am wenigsten entwickelte Ölstadt der Welt“, beklagt Einwohner Alphonse Khonde. „Wir atmen vergiftete Luft, unsere natürlichen Lebensgrundlagen sind verschwunden, und es gibt keine medizinische Versorgung.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Widerstand innerhalb des Landes wächst: Unter dem Motto „<a href="https://ourlandwithoutoil.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Our Land Without Oil</a>“ mobilisiert ein Bündnis von inzwischen über 150 zivilgesellschaftlichen Gruppen mit Protestmärschen und Aktionswochen gegen die Pläne.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kampagnenkoordinator Pascal Mirindi fasst die Position drastisch zusammen: „Wir haben die Wahl: Wir schaufeln mit Erdöl unser eigenes Grab oder bauen eine lebenswerte, würdige und souveräne Zukunft.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der Salonga National Park in der DR Kongo aus der Luft (Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/usaiddrc/44527323461" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flickr, USAID Democratic Republic of Congo, Cody Pope, CC BY-NC-2.0</a>) </p>
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		<title>Mädchen bauen Stühle aus invasiver Baumart</title>
		<link>https://afrika.info/mathenge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jul 2025 08:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Farai Shawn Matiashe]]></category>
		<category><![CDATA[Flora]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der aus Südamerika importierte Mathenge-Baum sollte einst die Wüstenbildung in Kenia stoppen. Heute gilt der Strauchbaum als Unkraut. Das harte Mathenge-Holz bietet aber auch Chancen: Schülerinnen fertigen daraus einfache Stühle.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Farai Shawn Matiashe | 3. Juli 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kakuma (IPS/afr). Der aus Südamerika importierte Mathenge-Baum sollte einst die Wüstenbildung in Kenia stoppen. Heute gilt der Strauchbaum als Unkraut. Das harte Mathenge-Holz bietet aber auch Chancen: Schülerinnen fertigen daraus einfache Stühle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter der sengenden Sonne im Turkana County im Norden Kenias arbeitet die 16-jährige Schülerin Char Tito an einem neuen Stuhl. Das Holz dafür stammt vom ungeliebten Mesquitebaum, der in Kenia Mathenge genannt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mesquitebaum (Neltuma juliflora, früher Prosopis juliflora) wurde 1948 von Südamerika nach Kenia importiert, um die Wüstenbildung in trockenen Regionen zu bekämpfen. In den 1970er-Jahre verbreitete sich die Pflanze stark in ganz Ostafrika und gilt heute vielerorts als Plage.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-mathenge-ips-1200-900-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4486" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-mathenge-ips-1200-900-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-mathenge-ips-1200-900-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-mathenge-ips-1200-900-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-mathenge-ips-1200-900-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-mathenge-ips-1200-900.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der invasive Mathenge-Baum hat in Kenia bereits zwei Millionen Hektar überwuchert und breitet sich weiter rasant aus. (Foto: Farai Shawn Matiashe/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia hat der Mathenge laut <a href="https://www.kefri.org/assets/publications/Newsletters/Newsletter%20No.%2044.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kenya Forestry Research Institute</a> (KEFRI) bereits zwei Millionen Hektar in Kenia erobert. Um die Ausdehnung zu beherrschen, hat die Regierung die Pflanze 2008 zum schädlichen Unkraut erklärt. In der Folge wurden Gesetze verabschiedet, welche die Bevölkerung dazu verpflichten, einen Befall zu beseitigen oder ihn zu melden, wenn dieser nicht mehr beherrschbar ist.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Maßnahmen haben sich allerdings bislang nicht wenig zielführend erwiesen: Der Mathenge breitet sich weiter rasant aus, sein Bestand nimmt jährlich um 15 Prozent zu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verletzte Tiere und erschöpfte Böden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Bevölkerung im Turkana County wird der Mathenge immer mehr zum Albtraum: Ziegen verletzen sich häufig an den scharfen Dornen. Die zuckerhaltigen Schoten führen bei den Tieren zu Zahnausfall, Infektionen oder Vergiftungen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Böden leiden zunehmend unter der Pflanze. Die Wurzeln des Mathenge reichen bis zu 35 Meter in die Erde. Der hohe Wasserbedarf beschleunigt die Erschöpfung der Böden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus ist die Biodiversität gefährdet: Unter dem Dickicht des Mathenge können keine anderen Pflanzen gedeihen, einheimische Arten werden zunehmend verdrängt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erwerbschancen für Mädchen im Flüchtlingslager</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt aber auch Initiativen, das Holz zu verwerten und Einkommen für junge Menschen zu generieren. Im Kakuma-Flüchtlingslager hat die Organisation <a href="https://girlchildnetwork.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Girl Child Network</a> das Projekt “Green Youth 360” implementiert. Dieses soll junge Mädchen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren befähigen, aus den Herausforderungen des Klimawandels neue Einkommensquellen zu erschließen.  Diese „Green Skills“ werden in Zusammenarbeit mit örtlichen Schulen vermittelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Char Tito ist Schülerin an der Kakuma Arid Zone Secondary School. Im Projekt hat sie gelernt, aus dem Hartholz einfache Stühle herzustellen. „Plastiksessel sind sehr teuer”, sagt Tito. “Mathenge wächst aber überall und ist frei verfügbar.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-char-tito-ips-1200-900-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4487" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-char-tito-ips-1200-900-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-char-tito-ips-1200-900-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-char-tito-ips-1200-900-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-char-tito-ips-1200-900-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-char-tito-ips-1200-900.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die 16-jährige Schülerin Char Tito fertigt aus dem Mathenge-Holz einfache Stühle. (Foto: Farai Shawn Matiashe/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Teenagerin ist 2017 aus dem Südsudan geflüchtet und lebt im <a href="https://www.unhcr.org/ke/about-us/where-we-work/kakuma-refugee-camp" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kakuma Refugee Camp</a>. Aus dem Lager, das 1992 eigentlich als temporäre Zuflucht gegründet worden war, ist eine dauerhafte Siedlung mit über 220.000 Flüchtlingen geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Char Tito erzählt, wie das Projekt das Verhalten von Schülerinnen verändert hat: „Früher haben wir den Mathenge-Baum als Brennholz verwendet. Erst hier in der Schule habe ich gelernt, dass man daraus auch Stühle machen kann.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tito plant, ihre selbstgebauten Stühle bald in Kakuma zu verkaufen. Ihr Traum ist aber, Ärztin zu werden. „Als Mädchen bin ich stolz auf mich”, sagt sie. “Ich trage zum Schutz der Umwelt bei und baue damit auch meine Zukunft auf.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Die Schülerinnen Magdalene Ngimoe und Char Tito haben gelernt, aus dem Mathenge-Baum Stühle herzustellen. (Foto: Farai Shawn Matiashe/IPS)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/mathenge/">Mädchen bauen Stühle aus invasiver Baumart</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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		<title>Kenia: KI schützt Nashornkälber vor Hyänen</title>
		<link>https://afrika.info/kenia-ki-schuetzt-nashornkaelber-vor-hyaenen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Jun 2025 07:21:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Fauna]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Aberdare-Nationalpark in Kenia testen Tierschützer*innen ein neues System mit künstlicher Intelligenz (KI). Es soll Hyänen erkennen und vertreiben, um junge Spitzmaulnashörner besser zu schützen. Der Test ist Teil eines Projekts zur Wiederansiedlung der bedrohten Tiere.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Chemtai Kirui | 16. Juni 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aberdare-Nationalpark (IPS/afr). Im Aberdare-Nationalpark in Kenia testen Tierschützer*innen ein neues System mit künstlicher Intelligenz (KI). Es soll Hyänen erkennen und vertreiben, um junge Spitzmaulnashörner besser zu schützen. Der Test ist Teil eines Projekts zur Wiederansiedlung der bedrohten Tiere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative wird von der Organisation <a href="https://www.rhinoark.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rhino Ark</a> gemeinsam mit dem <a href="https://www.kws.go.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kenya Wildlife Service</a> durchgeführt. Ziel ist es, im bewaldeten und gebirgigen Gebiet der Aberdares wieder eine stabile Population des Spitzmaulnashorns anzusiedeln. Die Region liegt etwa 194 Kilometer nördlich von Nairobi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Früher lebten viele Nashörner in den Aberdares, doch in den 1980er-Jahren wurden sie intensiv gewildert“, erklärt Christian Lambrechts, Geschäftsführer von Rhino Ark. „Wir konnten zwar eine Restpopulation retten, doch mittlerweile übersteigt ihr Bestand die Kapazität der vorhandenen Schutzgebiete. Wir müssen neue Lebensräume finden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen gibt es in Kenia wieder rund 1.000 Spitzmaulnashörner. Das wasserreiche Gebiet im Ostteil des Aberdare-Nationalparks gilt als vielversprechend für eine neue Ansiedlung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Innovation aus Österreich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Bevor wir Tiere umsiedeln, müssen wir gewährleisten, dass sie dort sicher sind“, so Lambrechts. „Wir hatten einen Fall, in dem in den Aberdares ein Nashornkalb von Hyänen getötet wurde.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem junge Nashörner unter zwei Jahren sind gefährdet. Das belegen auch Erfahrungen aus Tansania. Dort gaben 87,5 % der Ranger an, Angriffe von Hyänen auf Nashornkälber beobachtet zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb setzen die Tierschützer*innen auf ein neues System mit künstlicher Intelligenz. Dieses wurde vom österreichischen Unternehmen <a href="https://www.it-revolutions.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Salzgeber IT-Revolutions</a>  mit Sitz im niederösterreichischen Tulln entwickelt. Das System erkennt Tiere über Kameras und nutzt maschinelles Lernen zur Unterscheidung von Arten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es eine Hyäne regisriert, sendet es einen kurzen, hochfrequenten Ton aus. Dieser ist für Menschen und viele Tiere nicht hörbar, aber für Hyänen unangenehm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind noch in der Anfangsphase“, sagt Lambrechts. „Es ist ein Experiment.“ Das System lernt aber ständig dazu. Je mehr Tiere es erfasst, desto besser erkennt es sie – auch aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Pilotphase wird rund um die Uhr überwacht. Zwei Fragen stehen dabei im Fokus: Erkennt das System die Hyänen zuverlässig? Und: Werden sie durch den Ton wirklich vertrieben?</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/06/rhino-ark-aberdare-nationalpark-ips-1200-1-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4467" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/06/rhino-ark-aberdare-nationalpark-ips-1200-1-1024x1024.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/06/rhino-ark-aberdare-nationalpark-ips-1200-1-300x300.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/06/rhino-ark-aberdare-nationalpark-ips-1200-1-150x150.jpg 150w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/06/rhino-ark-aberdare-nationalpark-ips-1200-1-768x768.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/06/rhino-ark-aberdare-nationalpark-ips-1200-1-640x640.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/06/rhino-ark-aberdare-nationalpark-ips-1200-1.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Rhino-Ark-Team installiert das KI-Überwachungssystem in Aberdare-Nationalpark. (Foto: Chemtai Kirui/IPS)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Mögliche Risiken für das ökologische Gleichgewicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig warnen Fachleute vor möglichen Folgen für das Ökosystem. Paul Gacheru von der Naturschutzorganisation <a href="https://www.nature.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Nature Conservancy</a> sieht die Vorteile der Technologie in einem effektiveren und genaueren Monitoring von Wildtieren, er mahnt aber auch zur Vorsicht.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir müssen die Auswirkungen auf andere Arten überwachen – insbesondere auf jene, die durch Abschreckung mit Ultraschall beeinträchtigt werden könnten&#8220;, meint Gacheru. &#8222;Das System muss sorgfältig geprüft werden, um zu verstehen, wie es das Verhalten der Raubtiere und das gesamte Ökosystem beeinflusst.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnliche Bedenken hat Steve Itela von der <a href="https://www.conservationalliance.or.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Conservation Alliance of Kenya</a>. „Für schwer erfassbare Arten wie Spitzmaulnashörner bieten KI-Systeme die Chance, vom reaktiven zum proaktiven Schutz überzugehen“, sagt er. „Aber die Abschreckung von Raubtieren wie Hyänen könnte sie zu anderen Zielen drängen oder ihre Sozialstrukturen verändern.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Tierschutz wird zunehmend digital</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia werden digitale Werkzeuge im Naturschutz immer häufiger eingesetzt. Sensoren, Drohnen und digitale Karten unterstützen den Schutz und die Überwachung von Wildtieren. Doch ein entscheidender Faktor ist und bleibt die Einbindung der Bevölkerung in der Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Gebieten wie den Aberdares, wo die Abholzung in der Vergangenheit zu einem erheblichen Verlust an Lebensraum geführt hat, ist das Engagement der Menschen vor Ort entscheidend. Daniel Kiarie Mwaura, Vorsitzender der <a href="https://nacofa.org/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Community Forest Associaton</a> (CFA) in Geta am Westrand des Aberdares-Nationalparks, sagt: „Unsere Eltern wussten es nicht besser. Wir waren von klein auf auf den Wald angewiesen, um Brennholz und Bauholz zu gewinnen – das war unsere Lebensweise.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Mwaura hat die jahrelange Zerstörung der Wälder der Region ihren Tribut gefordert: Flüsse sind ausgetrocknet, saisonale Brände haben sich verstärkt, die Konflikte zwischen Mensch und Tier haben sich verschärft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute pflanzt seine Gruppierung Bäume, betreibt Baumschulen, pflegt Elektrozäune und bringt ihr Wissen über das Verhalten der Wildtiere ein. Auch Jugendliche helfen mit. Sie arbeiten als sogenannte Community Ranger für das Kenya Wildlife Service. Sie gehena auf Patrouille, beobachten Tiere und melden Zwischenfälle. „Die lokale Bevölkerung trägt ihren Anteil dazu bei, dass das Gleichgewicht wiederhergestellt wird“, ist Mwaura überzeugt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ganzheitlicher Naturschutz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl viele Naturschutzprojekte in Kenia von Nichtregierungsorganisationen durchgeführt werden, spielt die Regierung eine entscheidende Rolle bei der Festlegung von Richtlinien, Vorschriften und Projektgenehmigungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">John Chumo, Conservation Secretary im State Department for Wilflife, erklärt, dass Kenia ein ganzheitliches Naturschutzmodell verfolge. Dieses bringe lokale Gemeinschaften, Naturschutz und Technologie zusammen, um die Tierwelt sowohl als nationales Erbe als auch als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung besteht unsere Aufgabe nun darin, die sozialen und ökologischen Risiken ständig zu bewerten“, so Chumo. Dabei müsse auch auf Herausforderungen wie Datenschutz und Akzeptanz geachtet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Chumo testet Kenia in den Aberdares auch virtuelle Zäune – also digitale Barrieren mit GPS und Sensoren. Die Partnerschaft mit Rhino Ark sei Teil der nationalen Strategie zur Wiederbelebung der Wildtierpopulationen und der Artenvielfalt und stehe die im Einklang mit dem <a href="https://www.unep.org/news-and-stories/press-release/world-must-act-faster-protect-30-planet-2030" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UN-Ziel</a>, bis 2030 30 % der Landes- und Meeresflächen der Welt zu schützen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Paradigmenwechsel im Nashornschutz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorbereitungen für die Ansiedelung von Spitzmalnashörnern im Aberdare-Nationalpark sind bereits im Gange, der genaue Zeitplan steht allerdings noch nicht fest. Jedes Nashorn soll dann mit einem GPS-Halsband ausgestattet werden, um seine Bewegungen und sein Wohlbefinden zu überwachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist aber erst der nächste Schritt“, sagte Christian Lambrechts. „Im Moment konzentrieren wir uns darauf, den Lebensraum vorzubereiten – mit Nahrung, Wasser und vor allem Schutz vor Raubtieren.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Lambrechts betont, dass es beim Nashornschutz einen Paradigmenwechsel gebe – weg von der Reaktion auf Risiken, hin zur mehr Antizipation und Prävention von Gefahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es geht nicht mehr nur um Zäune und Patrouillen“, fügt er hinzu. „Es geht darum, traditionellen Naturschutz mit neuen Mitteln zu verbinden, um Nashörnern eine echte Chance zu geben – auch dort, wo Raubtiere zum Landschaftsbild gehören.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Hyäne im Aberdare-Nationalpark (Foto: Shutterstock.com)</p>
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		<title>Schwammzüchterinnen entrinnen der Armut</title>
		<link>https://afrika.info/schwammzuechterinnen-entrinnen-der-armut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2025 13:35:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Vaterlaus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Marine Cultures]]></category>
		<category><![CDATA[Sansibar]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Jambiani an der Ostküste Sansibars wagen Frauen den Sprung in eine neue Zukunft - mit nachhaltiger Schwammzucht. Sie schaffen damit eine Lebensgrundlage, die obendrein die Ökosysteme des Indischen Ozeans schützt.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 10. April 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jambiani, Sansibar (IPS/afr). Früh am Morgen, wenn sich das Meer langsam zurückzieht, bindet Zulfa Abdallah ihr Kopftuch fest, setzt die Schwimmbrille auf und steckt den Schnorchel an den Kopf. Dann watet sie entschlossen in das brusttiefe Wasser vor dem Dorf Jambiani auf Sansibar. Der Indische Ozean ist ihr Arbeitsplatz – und ihre Hoffnung. Denn inmitten von Armut und Klimawandel finden Frauen wie sie dort eine neue Perspektive.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher verdiente Abdallah ihr Geld mit dem Anbau von <a href="https://afrika.info/sansibars-frauen-machen-mehr-aus-seetang/">Meeresalgen</a>. Doch steigende Wassertemperaturen haben diese Lebensgrundlage zerstört. An ihre Stelle ist nun ein anderes Produkt getreten: Meeresschwämme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist wie eine Wunderpflanze, die mir mein Leben zurückgegeben hat”, sagt die 34-Jährige, während sie die porösen Gebilde prüft, die an Seilen unter Wasser hängen. „Sie brauchen Geduld und Fürsorge – wie ein Baby. Aber wie bei Kindern bekommt man auch viel zurück.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit vier Jahren betreibt Abdallah ihre Schwammzucht bereits. Die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern wurde von der Schweizer Organisation <a href="https://www.marinecultures.org/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Marine Cultures</a> ausgebildet. Ihre Unterwasserfarm besteht aus einem Netz aus Seilen, die zwischen Bojen gespannt sind. An den Seilen hängen die Schwämme, die sanft vom Indischen Ozean bewegt werden. Jeder einzelne Schwamm muss regelmäßig gereinigt, gepflegt und vor Fressfeinden geschützt werden. Die Arbeit ist hart – aber sie verändert Leben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr Einkommen, mehr Selbstständigkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Früher brachte ihr die Arbeit mit Meeresalgen kaum 30 US-Dollar im Monat – zu wenig, um ihre Familie zu ernähren. Heute verdient sie durch die Schwammzucht etwa das Dreifache. Sie konnte das Haus ihrer Mutter renovieren, neue Möbel kaufen und Geld für ein eigenes Grundstück zur Seite legen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Viele Frauen dachten zunächst, ich verschwende meine Zeit“, erinnert sich Abdallah an die anfänglichen Zweifel ihrer Nachbarinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ihre Erfolgsgeschichte ist kein Einzelfall mehr. In den letzten zehn Jahren hat Marine Cultures rund ein Dutzend Frauen im Dorf Jambiani ausgebildet – ehemals arme Algenbäuerinnen, aus denen heute selbstbewusste Unternehmerinnen geworden sind. Sie alle brechen mit gesellschaftlichen Erwartungen in einer noch immer patriarchal geprägten Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lange hat man gesagt, Frauen gehören ins Haus“, erzählt Ausbilderin Nasir Haji. „Aber diese Frauen beweisen, dass sie nicht nur arbeiten, sondern auch ein gutes Einkommen verdienen können.“ Haji ist die erste Frau in Sansibar, die den Beruf als Schwammzüchterin ergriffen hat – vor mittlerweile zehn Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Meeresschwämme, die in touristischen Läden zwischen 15 und 30 US-Dollar pro Stück kosten, werden als Bade- und Kosmetikartikel oder zur Babypflege verkauft. Eine lokale Kooperative sorgt dafür, dass die Bäuerinnen 70 Prozent der Einnahmen erhalten. Der Rest deckt die Betriebskosten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es fühlt sich gut an, sein eigenes Geld zu verdienen”, sagt Abdallah, “ich kann es ausgeben, wie ich will.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Herausforderungen unter Wasser</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz reibungslos verlief der Wechsel von der Algenzucht auf Schwammfarmen aber nicht. 2018 zerstörte eine Massenvermehrung winziger Schlangensterne fast die Hälfte der Schwämme. Im Jahr darauf bedrohte eine dichte Grünalgenblüte die Jungpflanzen. Doch die Frauen lernten, mit Rückschlägen umzugehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir entwickeln immer wieder neue Methoden, um Krankheiten zu vermeiden und die Schwämme gesund zu halten“, erklärt Abdallah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile sorgt das Projekt auch außerhalb Sansibars für Aufmerksamkeit. Marine Cultures arbeitet mit weiteren Küstengemeinden auf dem tansanischen Festland, Madagaskar und den Seychellen zusammen, um das Modell zu verbreiten. Gründer Christian Vaterlaus ist überzeugt, dass die Schwammzucht sowohl die Wirtschaft stärken als auch Meeresökosysteme schützen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nachhaltige, gemeinschaftsbasierte Aquakultur ist ein Gewinn für alle“, sagt Vaterlaus. “Sie sichert den Menschen, die es am dringendsten brauchen, ein Einkommen und trägt zum Umweltschutz bei.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Meeresbiologe Leonard Chauka von der Universität Dar es Salaam lobt das Projekt: „Die Schwammzucht ist eine Lebensader für Frauen, da sie ein stabiles Einkommen sichert, ohne die Meeresressourcen zu erschöpfen. Ökologisch gesehen sind Schwämme natürliche Filter – sie reinigen das Wasser und schaffen Lebensraum für Meereslebewesen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mut und Perspektiven</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Frauen wie die 31-jährige Hindu Rajabu ist das Projekt mehr als nur ein Job. Früher konnte sie ihre Kinder kaum ernähren. Jetzt spart sie für ihr eigenes Haus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin stolz auf mich“, sagt sie, während sie vorsichtig Algen von einem Schwamm streift.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-4400" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hindu Rajabu (rechts im Bild) und ihre Kollegin sortieren getrocknete Schwämme für den Verkauf. (Foto: Kizito Makoye/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Doch es gibt auch kulturelle Hürden. Schwimmen gilt in vielen Teilen Sansibars noch immer als Tabu für Frauen. Marine Cultures hat Schwimmkurse für die Schwammfarmerinnen zur Pflicht gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hatte große Angst vor dem Meer“, erzählt Abdallah, „aber nachdem ich schwimmen gelernt habe, fühle ich mich sicher und es macht mir tatsächlich Spaß, draußen meine Schwämme zu pflegen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück an Land versammeln sich die Frauen in einem kleinen Verarbeitungszentrum, um ihre Schwämme für den Markt vorzubereiten. Sie reinigen, sortieren und verpacken jeden einzelnen liebevoll. Jeder Schwamm bekommt ein Etikett, auf dem steht: “Nachhaltig gezüchtet in Sansibar“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Sonne untergeht, kehrt Aballah mit ihrer Ausrüstung nach Hause zurück. Ihre Kinder laufen ihr entgegen, ihr Lachen vermischt sich mit dem Rauschen der Wellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Meer schenkt uns eine echte Chance, etwas Besseres aufzubauen“, sagt sie. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Nasir Haji reinigt Schwämme im Indischen Ozean vor Jambiani an der Ostküste Sansibars. (Foto: Kizito Makoye/IPS)<br></p>
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		<title>Tsotso-Öfen sollen Bäume retten</title>
		<link>https://afrika.info/tsotso-oefen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jan 2024 15:05:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Busani Bafana]]></category>
		<category><![CDATA[David Hancock]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Forstwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Simbabwe hat die höchste Entwaldungsrate im südlichen Afrika. Vor allem in ländlichen Gebieten sind die Menschen auf Brennholz zur Energiegewinnung angewiesen. Die energieeffizienten Tsotso-Öfen sollen dabei helfen, der Abholzung entgegenzuwirken.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana und Martin Sturmer | 11. Januar 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kezi, Oberndorf bei Salzburg (IPS/afr). Simbabwe hat die höchste Entwaldungsrate im südlichen Afrika. Vor allem in ländlichen Gebieten sind die Menschen auf Brennholz zur Energiegewinnung angewiesen. Die energieeffizienten Tsotso-Öfen sollen dabei helfen, der Abholzung entgegenzuwirken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bäuerin Sehlisiwe Sibanda aus dem Dorf Kezi im Süden von Simbabwe kocht bereits seit fünf Jahren mit einem Tsotso-Ofen. Und dieser hat ihr Leben verändert: Früher musste sie mit ihrem Schubkarren wöchentlich riesige Holzscheite aus einem nahegelegenen Wald holen. Heute reichen ihr kleine Äste und Zweige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorteil von Tsoto-Öfen steckt bereits&nbsp; im Namen: Das Wort &#8222;Tsotso&#8220; kommt aus dem Shona und bedeutet &#8222;Zweig”. Aufgrund ihrer Konstruktion sind Tsotso-Öfen effizienter als offene Feuerstellen. Eine isolierte Kammer und eine optimierte Luftzirkulation sorgen für hohe Hitze bei niedrigem Brennholzverbrauch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">“Der Ofen war mein Lebensretter”</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sibanda hat ihren Tsotso-Ofen selbst mit Lehmziegeln gebaut. Die beiden Kochplatten sind aus Eisenrädern gefertigt, die von einem alten Pflug stammen. Sibandas Tsotso-Ofen liefert genügend Energie, um Mahlzeiten für die fünfköpfige Familie zu kochen, Wasser zu erwärmen und die beliebten Scones zu backen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Ofen war mein Lebensretter”, erzählt Sibanda, “die Familie bekommt jetzt warme Mahlzeiten und hat jeden Tag heißes Badewasser.” Außerdem verdient sie sich durch den Verkauf von Scones an Schulen und an ihre Nachbarn ein gutes Zubrot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tsotso-Ofen wirkt sich auch positiv auf das Zusammenleben aus. Früher war Sibandas Haus durch die offene Feuerstelle stark verqualmt. Nun kann der Rauch durch ein Kaminrohr ins Freie entweichen. “Der Ofen hat uns zusammengebracht. Wenn ich nun koche oder backe, versammelt sich die ganze Familie in der Küche.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Enormer Waldschwund</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sibandas Dorf ist nicht an das Stromnetz angeschlossen. Wie 98 Prozent der Menschen im ländlichen Simbabwe, sind die Bewohner*innen von Kezi auf Brennholz angewiesen. Die Folgen für den Waldbestand des Landes sind gravierend: Laut dem <a href="https://www.undp.org/zimbabwe/news/keeping-our-forests-alive-and-thriving" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen</a> (UNDP)  verliert Simbabwe pro Jahr 327.000 Hektar seiner Wälder &#8211; nirgendwo im südlichen Afrika ist die Entwaldung stärker.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Tsotso Stoves Helping To Save The Environment | Newsbite" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/5Wrjk_3rKLU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<p class="wp-block-paragraph">Offene Feuerstellen im Haus gefährden außerdem die Gesundheit. Nach Angaben der <a href="https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/household-air-pollution-and-health" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weltgesundheitsorganisation</a> (WHO) ist die Luftverschmutzung in Haushalten weltweit für 3,2 Millionen Todesfälle jährlich verantwortlich, darunter 237.000 Kinder unter fünf Jahren.  </p>



<h2 class="wp-block-heading">2,1 Stunden pro Tag für’s Sammeln von Brennholz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sehilisiwe Sibanda ist von ihrem Tsotso-Ofen so angetan, dass sie nun andere Frauen im Ofenbau unterrichtet. Sibanda hat dazu ein Training bei der NGO “Hope for a Child in Christ” (HOCIC) besucht, die von Oxfam International unterstützt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lakiness Zimanyiwa von HOCIC weist darauf hin, dass durch die Öfen auch ein unnötiger Zeitverlust vermieden wird. Eine Studie der <a href="https://documents.worldbank.org/en/publication/documents-reports/documentdetail/164241468178757464/clean-and-improved-cooking-in-sub-saharan-africa-a-landscape-report" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weltbank</a> zeigt, dass Haushalte in Afrika pro Tag durchschnittlich 2,1 Stunden aufwenden müssen, um Brennholz zu sammeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Tsotso-Öfen verkürzen die Dauer, die Frauen zum Brennholzholen benötigen”, erklärt Zimanyiwa, “stattdessen können sie sich um andere wichtige Aufgaben kümmern, wie z. B. das eigene Einkommen durch den Verkauf von Scones zu verbessern.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erfinder lebt heute in Österreich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Erfinder des Tsotso-Ofens gilt David Hancock, der 1955 in Bulawayo geboren wurde und heute in Murau in der Steiermark lebt. Nach dreijähriger Entwicklungsarbeit am Development Technology Centre (DTC) der University of Zimbabwe präsentierte Hancock im Jahr 1987 seinen marktreifen Prototyp. Dieser war tragbar, aus Metall und Stahlblech gefertigt und hatte eine Isolierung mit dem Schichtsilikat Vermiculit zwischen der inneren und äußeren Wand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gespräch betont Hancock aber, dass sein Tsotso-Ofen nur entfernt mit den aktuellen Modellen zu tun hat: “Der Name Tsotso wird heute für jede Art von energiesparenden Öfen verwendet.” Unverändert geblieben ist allerdings die Notwendigkeit für Holzsparöfen: Hancock erinnert daran, dass bereits in den 1980er-Jahren von einer Brennholzkrise im südlichen Afrika gesprochen wurde. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Sehlisiwe Sibanda mit Ästen und Zweigen, die sie für ihren Tsotso-Ofen verwendet. (Foto: Busani Bafana/IPS)</p>
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		<title>Kreislaufwirtschaft: Kampf dem Plastikmüll</title>
		<link>https://afrika.info/kreislaufwirtschaft-afrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Dec 2022 10:26:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Aimable Twahirwa]]></category>
		<category><![CDATA[Kreislaufwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Expert*innen sind sich einig, dass afrikanische Volkswirtschaften innovative Ansätze wie jenen der Kreislaufwirtschaft braucht, um mit der rapiden Zunahme an Plastikmüll fertig zu werden. Abfälle aus Plastik sollen sich weltweit in den nächsten 40 Jahren verdreifachen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Aimable Twahirwa | 16. Dezember 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kigali (IPS/afr). Expert*innen sind sich einig, dass afrikanische Volkswirtschaften innovative Ansätze wie jenen der Kreislaufwirtschaft brauchen, um mit der rapiden Zunahme an Plastikmüll fertig zu werden. Abfälle aus Plastik sollen sich weltweit in den nächsten 40 Jahren verdreifachen – mit enormen Auswirkungen für Millionen von Menschen in Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Regierungsvertreter*innen, Forscher*innen und Aktivist*innen der Zivilgesellschaft haben beim <a href="https://www.wcef2022.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">World Circular Economy Forum</a> (WCEF) in der ruandischen Hauptstadt Kigali eine noch junge internationale Initiative in den Fokus gerückt: Die <a href="https://hactoendplasticpollution.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">High Ambition Coalition to End Plastics Pollution</a> wurde im August 2022 mit dem Ziel gegründet, die Plastikverschmutzung bis 2040 zu beenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Problem der Plastikverschmutzung hat ein Krisen-Niveau erreicht, und es ist an der Zeit, die Umweltsünder*innen zur Rechenschaft zu ziehen&#8220;, sagt Zaynab Sadan, Afrika-Koordinatorin für Plastikpolitik beim World Wildlife Fund (WWF), gegenüber der Nachrichtenagentur IPS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuesten <a href="https://www.unep.org/plastic-pollution" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schätzungen des UN-Umweltprogramms</a> (UNEP) zeigen, dass etwa sieben der 9,2 Milliarden Tonnen Kunststoff, die zwischen 1950 und 2017 weltweit produziert wurden, zu Abfällen geworden sind. Jede Minute werde eine Plastikmenge, die der Kapazität eines Müllwagens entspricht, in die Ozeane gekippt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Abfallberge wachsen und wachsen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Naturschützer*innen führen ins Treffen, dass die Verschmutzung mit Plastikabfällen Lebensräume und natürliche Prozesse entscheidend verändert hat. So hat sie die Fähigkeit der Ökosysteme verringert, sich an den Klimawandel anzupassen. Dadurch wurden die Lebensgrundlagen, die Nahrungsmittelproduktion und das soziale Wohlergehen von Millionen von Menschen beeinträchtigt. Die Länder in Subsahara-Afrika sind dabei am stärksten vom Plastikfluch betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Expert*innen liegt der Schlüssel zu einer Kreislaufwirtschaft in Afrika darin, das offene Abladen und Verbrennen von Abfällen auf dem Kontinent zu beseitigen und die Nutzung von Abfällen als Ressource für die Wertschöpfung sowie zur Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kampf gegen Plastik könnte dabei ein durchaus einträgliches Geschäft werden: Die globalen Bemühungen, Afrikas Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft auf nationaler, regionaler und kontinentaler Ebene voranzutreiben, sollen bis 2030 weltweit 4,5 Billionen US-Dollar generieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Notwendigkeit einer solchen Transformation scheint dringlicher denn je: Der Bericht <a href="https://www.oecd.org/environment/global-plastic-waste-set-to-almost-triple-by-2060.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Global Plastics Outlook 2022</a> der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert, dass sich die Plastikabfälle in den nächsten 40 Jahren verdreifachen werden. 2019 fielen weltweit 460 Millionen Tonnen Plastikabfälle an, 2060 sollen es 1,23 Milliarden Tonnen sein. Dabei machen die Produktion von Einwegkunststoffen für Verpackungen und Konsumgüter rund die Hälfte des Problems aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorbild Ruanda</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um dem rapiden Wachstum des Müllberges entgegenzuwirken, besteht Zaynab Sadan darauf, dass afrikanische Länder den informellen Sektor in die Recycling- und Abfallwirtschaft integrieren müssen. &#8222;Es besteht ein dringender Bedarf, die Abfallsammlung und das Management auf Deponien zu verbessern&#8220;, sagt die WWF-Vertreterin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Vorbild in Afrika gilt Ruanda: Bereits 2008 hat die Regierung Plastiktüten verboten, seit 2018 wird Elektroschrott in einer Recycling-Anlage wiederverwertet. Ruandas Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 über eine CO2-neutrale Wirtschaft zu verfügen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruandas Umweltministerin Jeanne d&#8217;Arc Mujawamariya betont aber, dass sich die Regierung nicht auf den Lorbeeren ausruhen werde: “Trotz dieser Errungenschaften gibt es immer noch Mängel”, sagt Mujawamariya, “die unsachgemäße Abfallbewirtschaftung haben schwerwiegende Auswirkungen auf unser Land.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Internationale Allianz gegen Plastikmüll</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die High Ambition Coalition to End Plastics Pollution setzt sich für die Entwicklung ehrgeiziger internationaler und rechtsverbindlicher Instrumente ein, die wirksame Maßnahmen entlang des gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen gewährleisten sollen. Ein entsprechendes Abkommen ist in Vorbereitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Koalition gegen Plastikmüll steht unter dem gemeinsamen Vorsitz von Ruanda und Norwegen, 43 weitere Staaten und die Europäische Union sind bislang der Allianz beigetreten. Neben Ruanda haben sich in Afrika auch Senegal, Ghana, die Seychellen, Kap Verde, Burkina Faso und Mali angeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Koordiniert werden die Aktivitäten vom Norweger Erlend Arneson Haugen. Dieser fordert, dass das Abkommen u.a. konkrete Bestimmungen zur Minimierung und zum umweltgerechten Recycling von Kunststoffabfällen beinhalten müsse. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Plastikmüll am Strand der Insel Wasini, Kenia (Foto: Shutterstock.com)</p>
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		<title>Illegaler Sandabbau wird zum Umweltproblem</title>
		<link>https://afrika.info/illegaler-sandabbau-wird-zum-umweltproblem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Oct 2022 13:59:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Jeffrey Moyo]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Chitungwiza, 25 Kilometer südlich der simbabwischen Hauptstadt Harare, schaufeln der 36-jährige Nesbit Gavanga und seine fünf Kollegen Sand auf einen Lastwagen. Die sechs verdienen ihr Geld mit “Sandwilderei”, wie der illegale Abbau von Sand hier genannt wird.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Jeffrey Moyo | 2. Oktober 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chitungwiza (IPS/afr). In Chitungwiza, 25 Kilometer südlich der simbabwischen Hauptstadt Harare, schaufeln der 36-jährige Nesbit Gavanga und seine fünf Kollegen Sand auf einen Lastwagen. Die sechs verdienen ihr Geld mit “Sandwilderei”, wie der illegale Abbau von Sand hier genannt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Gavanga und seine Kollegen stellt die Sandwilderei ihre wichtigste Einnahmequelle dar. Zwischen 30 und 40 US-Dollar bringt ihnen der Verkauf von Sand pro Tag. “Dieses Stück Land hat uns im Laufe der Jahre Geld gebracht, und wir können es uns nicht leisten, es zu verlassen”, erzählt Gavanga. “Wir sind hier, um zu bleiben, und wir sind hier, um den Sand in Geld zu verwandeln.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits seit acht Jahren sind Gavanga und seine Kollegen in der Sandgrube von Chitungwiza tätig. Im Laufe der Jahre haben sich die Sandwilderer einen großen Kundenstamm aufgebaut. Der 34-jährige Melford Mahamba erklärt, wie der Handel abläuft: „Wir bringen unsere Spitzhacken und Schaufeln hierher, und die Kunden kommen mit ihren Lastwagen. Diese befüllen wir mit Sand, für den sie dann bezahlen.”&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schäden für die Umwelt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sandwilderei hat in ganz Simbabwe riesige Narben in der Landschaft hinterlassen. Der Schaden für die Umwelt ist enorm. Nach Angaben der <a href="https://www.ema.co.zw/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Environmental Management Agency</a> (EMA), Simbabwes staatlicher Einrichtung für Umweltschutz, sind 1.694 Hektar Land im Land von Sandwilderei betroffen. 950 Hektar gelten bereits als verödetes Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Umweltschützer Happison Chikova ist klar, dass der illegale Sandabbau zu Problemen für die Natur führt &#8211; vor allem in Gebieten mit hohen Niederschlagsmengen: “Die Sandwilderer beschädigen die Vegetation durch ihre tiefen und breiten Gruben, die während der Regenzeit überflutet werden.” Die Gefahr von Überschwemmungen steigt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Katz-und-Maus-Spiel mit Behörden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden in Chitungwiza führen regelmäßig Razzien durch, um die Sandwilderei zu unterbinden. Oft stehen sie aber auf verlorenem Posten. “Aufgrund unzureichender Ressourcen können wir nicht genug Razzien durchführen, und so kehren die Sandwilderer immer wieder zu ihren illegalen Aktivitäten zurück. Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel“, sagt Lovemore Meya, der PR-Beauftragte der Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sandwilderer Melford Mahimba weiß, wie das Spiel läuft: “Die Behörden verjagen uns, aber wir kommen im Handumdrehen zurück. Manchmal nehmen Sie uns sogar fest. Dann bestechen wir die Beamt*innen und machen einfach weiter.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterdessen läuft das Geschäft mit Sand wie geschmiert? Die Kund*innen sind hauptsächlich Personen, die Häuser bauen wollen, sich aber die hohen Baustoffpreise nicht leisten können. Für die Sandwilderer sind die Gewinne beträchtlich. „Der Sand kostet sechs bis acht US-Dollar pro Kubikmeter”, erzählt Mahamba. Mit Ausnahme der Bestechungsgelder für die Behörden, hätten die Sandwilderer kaum Kosten, so der 34-Jährige.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schützt die Regierungspartei Sandwilderei?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Stadt Masvingo im Südosten des Landes kämpft der Umweltaktivist Kudakwashe Murisi indes gegen die Landverödung. Er macht die Regierung dafür verantwortlich, dass dem illegalen Sandabbau kaum Einhalt geboten werden kann.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sandwilderer sind oft Jugendliche mit guten Verbindungen zur Regierungspartei ZANU-PF”, meint Murisi. “Sie werden von der politischen Führung geschützt. Das macht es sehr schwierig, sie zur Ordnung zu rufen.” Die ZANU-PF ist in Simbabwe seit dem Jahr 1980 Jahren an der Macht. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Nesbit Gavanga baut illegal Sand in Chitungwiza ab. Umweltschützer*innen sind besorgt über die zunehmende Landverödung. (Foto: Jeffrey Moyo/IPS)</p>
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		<title>Schwerste Dürre seit Jahrzehnten in Kenia</title>
		<link>https://afrika.info/schwerste-duerre-seit-jahrzehnten-in-kenia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2022 07:43:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Karis]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teile von Äthiopien, Kenia und Somalia erleben derzeit die schwerste Dürre seit Jahrzehnten. Vier Regenzeiten in Folge blieben aus. Laut UN-Angaben sind mehr als 18,4 Millionen Menschen von Lebensmittelmangel, Hunger und Unterernährung bedroht.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Teile von Äthiopien, Kenia und Somalia erleben derzeit die schwerste Dürre seit Jahrzehnten. Vier Regenzeiten in Folge blieben aus. Laut <a href="https://reliefweb.int/report/ethiopia/horn-africa-drought-humanitarian-update-10-june-2022" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UN-Angaben</a> sind mehr als 18,4 Millionen Menschen von Lebensmittelmangel, Hunger und Unterernährung bedroht. Ein Lokalaugenschein in Marsabit im Norden von Kenia.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Charles Karis | 15. Juni 2022&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marsabit (IPS/afr). Darkuale Parsanti und seine Frau Mary Rampe hadern mit den enormen Verlusten in ihrem Viehbestand. Sie mussten miterleben, wie ein Tier nach dem anderen qualvoll verendete. „Ich hatte 45 Rinder und 50 Ziegen, jetzt sind fast alle wegen der Dürre tot”, erzählt Parsanti, während er sich auf einen Spazierstock stützt. “Momentan bleiben nur noch eine Kuh und fünf Ziegen.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das unberechenbare Wetter hat die Lebensgrundlage der Familie vernichtet, schwarze Raben fressen die Reste der Tierkadaver. Mary Rampe ist verzweifelt: “Die Dürre hat meinem Haushalt so viel Schmerzen bereitet. Selbst die Morani (junge Maasai-Krieger, Anm.), die sich um das Vieh kümmern, bleiben deprimiert zuhause.”&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Regenzeiten bleiben aus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele Mütter hat Rampe die derzeit schwere Aufgabe, die Ernährungsbedürfnisse ihrer Familie und die ihrer verbliebenen Herde in Einklang zu bringen. “Das wenige Maismehl, das es noch gibt, bereiten wir zunächst für die Babys zu, dann kommen die Kinder und dann die Tiere”, sagt Rampe bedrückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Ehepaar im Marsabit County im trockenen Norden von Kenia macht der Verlust ihrer Herde schwer zu schaffen. In den pastoralen Gesellschaften gilt das Vieh als ein Symbol für Wohlstand. Doch nun stirbt das Vieh in Scharen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Klimawandel hat sich das Wettermuster in der Region stark verändert. Zu den früher verlässlich einsetzenden Regenzeiten fällt häufig kein Tropfen mehr. Die Temperaturen steigen und werden immer unerträglicher.</p>



<h2 class="wp-block-heading">“Die Dürre hat uns zu Bettlern gemacht”</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ltadakwa Leparsanti lebt ebenfalls in Marsabit. Der Moran sagt, dass seine Familie vor der Dürre wohlhabend gewesen sei. „Wir konnten uns alles kaufen, was wir zum Leben brauchten, und uns gut kleiden. Aber diese Dürre hat uns zu Bettlern gemacht, wir sind von den Lebensmittelspenden der Hilfsorganisationen und der Regierung abhängig. Das ist die traurige Realität“, erzählt Leparsanti.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut den <a href="https://reliefweb.int/report/ethiopia/horn-africa-drought-humanitarian-update-10-june-2022" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vereinten Nationen</a> sind allein in Kenia 4,1 Millionen Menschen in Folge der Dürre von Ernährungsunsicherheit betroffen. Die Notlage wird durch steigende Kosten für Lebensmittel und Treibstoff verschärft.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Ich hoffe, dass es bald zu regnen beginnt”, fleht Ali Dugow, 44-jährige Mutter von vier Kindern. “Andernfalls wird uns diese Dürre noch mehr Schaden zufügen. Wir sind der Gnade Gottes ausgeliefert.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Programme sollen vor Hunger schützen&nbsp;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Fast ein Jahr ist vergangen, seitdem die Hilfsorganisation <a href="https://www.wvi.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">World Vision International</a> Notfallmaßnahmen  gegen den Hunger in Ostafrika ergriffen hat. In der Zwischenzeit hat sich aber Situation zugespitzt: Lokale Konflikte, die Klimakrise und COVID-19 haben dazu geführt, dass Millionen Menschen in der Region nicht genug zu essen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten zwölf Monaten hat World Vision länderübergreifende Programme gegen den Hunger in Ostafrika durchgeführt. Nun sollen neue Mittel in Höhe von 132 Millionen US-Dollar aufgetrieben werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit möchte die Organisation 7,1 Millionen Menschen &#8211; darunter 3,4 Millionen Kinder &#8211; in den sieben Ländern Äthiopien, Kenia, Somalia, Sudan, Südsudan, Tansania und Uganda nachhaltig vor Hunger schützen. “Wir versuchen, eine widerstandsfähige Wasserversorgung und alternative Lebensgrundlagen zu schaffen”, erklärt Andrew Morley, Präsident von World Vision International.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Norden von Kenia steigt indes die Verzweiflung. “So etwas wie das, was hier in Marsabit passiert, habe ich noch nie gesehen”, sagt Safia Adan. “In den letzten fünf Jahren gab es Überschwemmungen, Dürren, Hungersnöte, Konflikte und COVID-19. Das ist einfach zu viel für uns. Ich frage mich, ob meine Kinder zu vollwertigen Erwachsenen reifen werden.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Darkuale Parsanti and his wife Mary Rampe haben den Großteil ihrer Herde durch die Dürre im Norden von Kenia verloren. (Foto: Charles Karis/IPS)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/schwerste-duerre-seit-jahrzehnten-in-kenia/">Schwerste Dürre seit Jahrzehnten in Kenia</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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