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	<title>Senegal Archive | afrika.info</title>
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	<description>Changing Perceptions</description>
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	<title>Senegal Archive | afrika.info</title>
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		<title>Junge Agripreneure kämpfen um Kapital</title>
		<link>https://afrika.info/junge-agripreneure-kaempfen-um-kapital/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2025 15:28:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Winnie Wambui lehnt sich mit dem Mikrofon in der Hand nach vorne, ihr Blick wandert durch den Saal, bis sie eine erhobene Hand entdeckt. Dann die Frage, die viele im Saal beantwortet wollen wissen: Wie ist es ihr gelungen, aus einem Uniprojekt ein florierendes Unternehmen zu entwickeln?</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Chemtai Kirui | 17. September 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dakar (IPS/afr). Winnie Wambui lehnt sich mit dem Mikrofon in der Hand nach vorne, ihr Blick wandert durch den Saal, bis sie eine erhobene Hand entdeckt. Dann die Frage, die viele im Saal beantwortet wollen wissen: Wie ist es ihr gelungen, aus einem Uniprojekt ein florierendes Unternehmen zu entwickeln?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 24-jährige Jungunternehmerin betreibt die <a href="https://circularacceleration.com/harcourt-agri-eco-farm/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Harcourt Agri-Eco Farm</a> in Juja, eine Stadt 30 km nördlich von Nairobi. Mit Hilfe schwarzer Soldatenfliegen recycelt ihr achtköpfiges Team monatlich 30 Tonnen organischer Abfälle zu Tierfutter – und erzielt dabei einen Umsatz von mindestens 1.000 US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wambui erinnert sich zurück an ihre ersten Experimente, die sich im Jahr 2022 an der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology durchgeführt hatte: „Damals hätte ich nicht damit gerechnet, dass daraus eine Farm oder ein Unternehmen werden würde.“</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Harcourt Agro Eco Farm" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/nwtqcoNBQHQ?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Videobeitrag von GrowthAfrica über die Arbeit von Winnie Wambui und die Harcourt Agri-Eco Farm</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte von Winnie Wambui steht exemplarisch für die Hoffnung, die viele in Afrikas Jugend setzen. Auf dem <a href="https://afs-forum.org/summit/2025/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Food Systems Forum</a> (AFSF, 31. August &#8211; 5. September, ) in Dakar stand die junge Generation ins Rampenlicht: Junge Agrarunternehmer*innen teilten sich die Bühne mit Staatsoberhäuptern – ein symbolischer Schritt in einer Region, in der fast 400 Millionen Menschen unter 35 Jahre alt sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unser Durchschnittsalter liegt bei nur 19 Jahren”, sagt Claver Gatete, Exekutivsekretär der UN-Wirtschaftskommisson für Afrika (UNECA). “Und bis 2050 wird jeder dritte junge Mensch auf der Welt Afrikaner oder Afrikanerin sein. Wenn man den Jugendlichen Land, Geld, Technologie und Märkte gibt, könnten sie nicht nur Afrika, sondern auch die ganze Welt ernähren.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-grosse-plane-und-eine-noch-grossere-lucke">Große Pläne – und eine noch größere Lücke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vision ist ehrgeizig. Mit <a href="https://au.int/en/caadp" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CAADP 3.0</a>, einer Weiterentwicklung des kontinentalen Landwirtschaftsplans der Afrikanischen Union, sollen Investitionen von 100 Milliarden US-Dollar mobilisiert, die landwirtschaftliche Produktion um 45 Prozent gesteigert und die Einbindung junger Menschen massiv ausgeweitet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Realität zeigt ein anderes Bild: Afrika verfügt zwar über rund 65 Prozent des ungenutzten Ackerlandes der Welt, dennoch muss der Kontinent pro Jahr Lebensmittel im Wert von über 500 Milliarden US-Dollar importieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem fehlt es an Finanzierungsmodellen, nur drei bis vier Prozent der Bankkredite fließen in den Agrarsektor. „Wir haben uns auf Zuschüsse und Hilfen verlassen, um die Landwirtschaft über Wasser zu halten, und dadurch ist der Agrarsektor in eine Risikowahrnehmungsfalle geraten“, warnt Adesuwa Ifedi, Vizepräsident für Afrika der Entwicklungsorganisation <a href="https://www.heifer.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Heifer International</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Jungunternehmen können nicht wachsen oder scheitern ganz, weil ihnen die Kredite fehlen. Erfolgsgeschichten wie Winnie Wambui sind daher selten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der tansanische Unternehmer Nelson Joseph Kisanga berichtet von einem steinigen Weg. Einst Banker, verlor er beim Einstieg in die Geflügelzucht fast alles. Heute führt er mit seiner Frau ein erfolgreiches Gewürzunternehmen namens Get Aroma Spices, das mehr als 50.000 Bauern in Südtansania einbindet und nun auch nach Ghana expandiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In meiner Heimat heißt es, dass Landwirtschaft nichts für junge Leute ist“, bedauert Kisanga. „Skalierung bedeutet Kredite zu hohen Zinsen &#8211; selbst heute noch. Es gibt keinen anderen Weg.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-viel-applaus-wenig-transparenz">Viel Applaus, wenig Transparenz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forum bot symbolische Anerkennung und einzelne Unterstützungen für die Jungunternehmer*innen. Die sichtbarste Initiative war der <a href="https://gogettaz.africa/2025-gogettaz-agripreneur-prize/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">GoGettaz Agripreneur Prize</a>. Die mit jeweils 50.000 US-Dollar dotierte Auszeichnung ging an den Ägypter Naglaa Mohammad, der landwirtschaftliche Abfälle in Naturprodukte verwandelt, und an den Ugander Samuel Muyita, der Nanotechnologie einsetzt, um Ernteverluste bei Obst und Gemüse zu reduzieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hat Senegal ein 22,5 Millionen US-Dollar schweres Pilotprojekt für gemeinschaftliche landwirtschaftliche Genossenschaften gestartet. Und das Vereinigte Königreich (UK), die Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA) und die Afrikanische Union (AU) haben ein Handelsprogramm in der Höhe von 6,7 Millionen US-Dollar angekündigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wie viel von den Vorhaben tatsächlich bei den Gründer*innen tatsächlich ankommt, bleibt unklar. „Wir kennen dieses Muster schon früher: Große Versprechen auf dem Gipfel, aber wenig Klarheit oder Nachverfolgung darüber, wie viel davon tatsächlich bei Jugendlichen und Kleinbauern ankommt – dem Rückgrat der afrikanischen Nahrungsmittelproduktion“, beklagt Famara Diédhiou, Programmmanagerin für Nahrungsmittelsysteme in einem zivilgesellschaftlichen Netzwerk im Senegal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So endete das Forum in Dakar zwar mit viel Symbolik, aber mit wenig harten Zahlen. Junge Unternehmer*innen wie Wambui oder Kisanga bleiben gefordert, Sichtbarkeit und Netzwerke selbst zu schaffen. „Jede Sichtbarkeit ist Geld“, sagt Kisanga. „So überlebt man.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Winnie Wambui beim Africa Food Systems Forum in Dakar (Foto: Chemtai Kirui/IPS)</p>
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			<media:title type="html">Junge Agripreneure kämpfen um Kapital &#124; afrika.info</media:title>
			<media:description type="html">Junge Agripreneure in Afrika werden zwar von der Politik hofiert, es fehlt aber nach wie vor an Finanzierungsmodellen.</media:description>
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		<item>
		<title>KI-Experte warnt vor digitaler Kolonialisierung</title>
		<link>https://afrika.info/ki-experte-warnt-vor-digitaler-kolonialisierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Feb 2024 06:26:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[Seydina Moussa Ndiaye]]></category>
		<category><![CDATA[Startups]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der senegalesische Computerwissenschaftler Seydina Moussa Ndiaye ist eines von 39 Mitgliedern im neuen AI Advisory Body des UN-Generalsekretärs António Guterres. Im Gespräch mit UN News erläutert Ndiaye die Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz für Afrika. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">23. Februar 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (AR/afr). Der senegalesische Computerwissenschaftler Seydina Moussa Ndiaye ist eines von 39 Mitgliedern im neuen<a href="https://www.un.org/en/ai-advisory-body" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> AI Advisory Body</a> von UN-Generalsekretärs António Guterres. Im Gespräch mit UN News erläutert Ndiaye die Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz für Afrika. </p>



<p class="wp-block-paragraph">U. a. befürchtet Ndiaye eine digitale Kolonialisierung Afrikas durch Künstliche Intelligenz (KI). Er warnt davor, dass multinationale Unternehmen ihre Technologien durchsetzen könnten, ohne lokale Lösungen zu berücksichtigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie könnte KI Afrika helfen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ndiaye:</strong> Es gibt mehrere afrikanische Länder, die nun beginnen, eine eigene Strategie für Künstliche Intelligenz zu entwickeln.&nbsp;Es braucht jedoch eine panafrikanische Strategie mit einer kontinentalen Vision der KI-Entwicklung. Diese Strategie wird bald veröffentlicht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Immer mehr junge Menschen, die <a href="https://afrika.info/leistungen/innovation-scouting/">Startups</a> gründen, interessieren sich für KI und haben einen echten Wissensdurst in diesem Bereich.&nbsp;Dieses wachsende Interesse kann mit internationaler Hilfe beschleunigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">KI kann tatsächlich zur Lösung bestimmter Herausforderungen eingesetzt werden, etwa in der Landwirtschaft.&nbsp;Auch im Gesundheitsbereich könnte KI viele Probleme lösen, insbesondere den Mangel an Personal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das andere Element, das ebenfalls sehr wichtig ist, ist die Entwicklung der kulturellen Identität.&nbsp;Afrika wird häufig als Kontinent mit einer kulturellen Identität gesehen, die es nicht geschafft hat, sich weltweit durchzusetzen.&nbsp;Mit der Entwicklung der KI könnten wir diesen Kanal nutzen, dass afrikanische kulturelle Identitäten bekannter und mehr wertgeschätzt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gibt es schlechte Seiten der KI, die Afrika bedrohen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nidaye:</strong> Die größte Bedrohung ist die Kolonisierung.&nbsp;Es könnte sein, dass wir große multinationale Unternehmen im Bereich KI haben, die ihre Lösungen auf dem gesamten Kontinent durchsetzen und keinen Raum für die Entwicklung lokaler Lösungen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten der derzeit in Afrika generierten Daten gehören multinationalen Konzernen, deren Infrastruktur außerhalb des Kontinents entwickelt wird, wo auch die meisten afrikanischen KI-Experten tätig sind.&nbsp;Das bedeutet einen Verlust afrikanischer Talente.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das andere Element, das wichtig ist zu berücksichtigen, ist der Kontext der vierten industriellen Revolution.&nbsp;Die Leistungsfähigkeit der KI könnte mit Fortschritten in der Biotechnologie oder Technologie kombiniert werden. Und Afrika könnte der Ort sein, an dem all diese neuen Lösungen tatsächlich getestet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn diese Entwicklungen nicht überwacht wird, könnte es zu Tests kommen, die an Menschen mit Chips oder sogar integrierten biotechnologischen Elementen durchgeführt werden.&nbsp;Das sind aber Technologien, die wir nicht wirklich gut beherrschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkret formuliert: Wenn Sie diese Dinge nicht kontrollieren, kann es passieren, dass sie niemand bemerkt.&nbsp;Afrika könnte als Versuchskaninchen benutzt werden, um neue Lösungen zu testen. Und das könnte eine große Bedrohung für den Kontinent darstellen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Glauben Sie, dass der AI Advisory Body der Vereinten Nationen eine Plattform sein wird, die es Ihnen ermöglicht, diese Probleme auf den Tisch zu bringen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nidaye:</strong> Ja, absolut.&nbsp;Wir haben mit unserer Arbeit begonnen, und sie ist wirklich sehr offen.&nbsp;Das sind hochrangige Leute, die internationale Themen gut verstehen. Es gibt keine Tabuthemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist wichtig, dass die Stimme Afrikas in der Gruppe vertreten ist.&nbsp;Die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit wird dadurch gestärkt und ist nicht auf die Großmächte beschränkt.&nbsp;Auf internationaler Ebene bezieht es alle ein und hilft damit auch den&nbsp;am wenigsten entwickelten Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit besteht hier eine echte Lücke. Wenn diese nicht geschlossen wird, besteht die Gefahr, dass die Ungleichheiten zunehmen. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Der englischsprachige Originalbeitrag stammt von UN News und ist im Januar 2024 in unserem Partnermagazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/january-2024/interview-ai-expert-warns-digital-colonization-africa" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen erschienen.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Fotomontage, erzeugt mit Canva.com</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Warum Afrika im Ukraine-Krieg gespalten ist</title>
		<link>https://afrika.info/warum-afrika-im-ukraine-krieg-gespalten-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Apr 2022 07:05:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
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		<category><![CDATA[Afrikanische Union]]></category>
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		<category><![CDATA[Macky Sall]]></category>
		<category><![CDATA[Martha Kiiza Bakwesegha-Osula]]></category>
		<category><![CDATA[Moussa FAki]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach der militärischen Invasion Russlands in der Ukraine am 24. Februar hat die internationale Gemeinschaft mit einer Mischung aus Schock, Wut und Angst reagiert. Gleichzeitig wägte sie die Auswirkungen des Krieges auf die internationale Sicherheit ab.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/warum-afrika-im-ukraine-krieg-gespalten-ist/">Warum Afrika im Ukraine-Krieg gespalten ist</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Kommentar von Martha Kiiza Bakwesegha-Osula<sup>1)</sup> | 19. April 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nairobi (IPS/afr). Nach der militärischen Invasion Russlands in der Ukraine am 24. Februar hat die internationale Gemeinschaft mit einer Mischung aus Schock, Wut und Angst reagiert. Gleichzeitig wägte sie die Auswirkungen des Krieges auf die internationale Sicherheit ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Subsahara-Afrika, das lange Zeit als Randfigur in der Weltpolitik angesehen wurde, war da keine Ausnahme. Vor allem Kenia hat die russische Aggression vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit scharfen Worten verurteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem haben Senegals Präsident Macky Sall, derzeitiger Vorsitzender der Afrikanischen Union (AU), und Moussa Faki, Vorsitzender der AU-Kommission, Russland dazu aufgefordert, „das Völkerrecht, die territoriale Integrität und die nationale Unabhängigkeit der Ukraine zu respektieren“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgesehen von den Stellungnahmen aus Kenia und der AU sind die Reaktionen aus Afrika wenig einheitlich. Viele Länder des Kontinents haben sich dafür entschieden, Stillschweigen zu bewahren – möglicherweise aus Angst, Russland zu verärgern. 28 afrikanische Staaten unterstützten am 2. März die Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen, in der die Invasion verurteilt wurde. 17 enthielten sich, einer (Eritrea, Anm.) lehnte die Resolution ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die unterschiedlichen Auffassungen in der Region werden noch deutlicher, wenn man bedenkt, dass sich Kenias Nachbarland Uganda der Stimme enthielt &#8211; vorgeblich wegen seiner „blockfreien“ Haltung in globalen Angelegenheiten. Gleichzeitig brachte Muhoozi Kainerugaba, Sohn des ugandischen Präsidenten und Kommandant der Streitkräfte, seine Unterstützung für Russland auf Twitter zum Ausdruck. (Das Twitter-Konto von Kainerugaba wurde am 11. April 2022 gesperrt, Anm.).</p>



<blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">Son of President Museveni, and Commander of Uganda&#8217;s land forces, Lt Gen Muhoozi Kainerugaba, has expressed support for the Russian invasion of Ukraine.<br><br>He tweeted that &#8222;the majority of mankind (that are non-white) support Russia&#8217;s stand in Ukraine&#8220;.<a href="https://t.co/9lWkgJzqJN">https://t.co/9lWkgJzqJN</a> <a href="https://t.co/BwaADIaLbE">pic.twitter.com/BwaADIaLbE</a></p>— BBC News Africa (@BBCAfrica) <a href="https://twitter.com/BBCAfrica/status/1498679048888852489?ref_src=twsrc%5Etfw">March 1, 2022</a></blockquote> <script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>



<h2 class="wp-block-heading">Geoprovinzielle Linse</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die traditionellen Rollen in der internationalen Politik scheinen damit zumindest vorübergehend vertauscht. Der Kontinent galt lange Zeit als Synonym für sinnlose bewaffnete Konflikte, der daran gewöhnt war, mit herablassender Rhetorik bedacht zu werden und Zielgebiet von Projekten der Konfliktlösung zu sein. Nun findet sich der Kontinent in der Rolle des „Friedensstifters“ wieder &#8211; vis-à-vis dem zivilisatorisch „Überlegenen“, nämlich Europa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Westliche Journalist*innen und Akademiker*innen tun sich schwer, das Blutbad, die Zerstörung und die Vertreibung in der Ukraine zu erklären. Sie verharren in analytischen Narrativen, die Konflikte auf der Grundlage von ethnischer Zugehörigkeit und anderen ursprünglichen Identitätsfaktoren begründen, die mit „kulturell Rückständigen“ in Subsahara-Afrika und in der Arabischen Welt assoziiert sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Situation sollte uns daher als düstere Mahnung dienen, dass Konflikte grundsätzlich von Gier, Opportunismus und anderen materialistischen Bestrebungen angetrieben werden – und nicht von Identität, Kultur oder atavistischen Faktoren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Subsahara-Afrika hat viele zwielichtige, kriegslüsterne Führer erlebt, die erpicht darauf waren, militärische Macht zum Zwecke ihrer persönlichen Bereicherung zu nutzen. Aber nur wenige von ihnen haben die internationale Meinung so unverfroren zurückgewiesen wie Wladimir Putin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Berichte über afrikanische Student*innen, die versuchen, aus der Ukraine zu fliehen und denen aufgrund ihrer Hautfarbe die Einreise in Nachbarländer verwehrt wurde, erinnern daran, dass Rassismus in weiten Teilen Europas und der westlichen Welt auch Jahrhunderte nach dem Ende der Sklaverei immer noch spürbare Realität ist.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AU verurteilte in ihrer Erklärung vom 28. Februar jedoch nur den Rassismus gegen Afrikaner*innen, obwohl über ähnliche Vorfälle gegenüber Menschen aus dem Kaukasus oder arabischen Ländern berichtet wurde. Das zeigt deutlich die geoprovinzielle Linse, durch die viele den Russland-Ukraine-Konflikt betrachten. Und sie weist auf eine anhaltende Balkanisierung in einer Ära hin, die trotz der vermeintlichen Globalisierung auf ethnischer Identität beruht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Afrikas Beziehungen mit Russland</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika ist ein großer Kontinent mit 54 Ländern. Jeder Versuch, die Erfahrungen dieser Länder zu verallgemeinern, ist unvermeidlich mit analytischer Ungenauigkeit behaftet. Doch für viele Länder des Kontinents ist der geopolitische Einfluss Russlands im Vergleich zu den anderen vier ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats gering.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die Vereinigten Staaten und China in der Vorstellung vieler heute eine große Rolle spielen, nutzen ehemalige Kolonialmächte wie Großbritannien und Frankreich weiterhin historische, sprachliche und kulturelle Beziehungen als Grundlage für einen gewissen &#8211; zugegebenermaßen schwindenden &#8211; Einfluss. Russland muss sich mit dem Rest zufriedengeben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele afrikanische Regime, die in der Vergangenheit von der Sowjetunion unterstützt worden waren, sind im Lauf der Jahre abgelöst worden. Russlands Anspruch auf Ruhm, der auf einer Kalter-Krieg-Nostalgie fußt, ist verblasst. Moskau musste ein neues Repertoire und einen neuen Rahmen für Beziehungen entwickeln, die auf Sicherheitskooperation, Handels- und Investitionsbeziehungen sowie auf politische Solidarität &#8211; insbesondere im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen &#8211; basieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige afrikanische Länder sind wichtige Abnehmer für russische Agrarprodukte wie Weizen. In erster Linie basieren die Handelsbeziehungen jedoch auf russischen Exporten<sup>2)</sup> – wodurch Subsahara-Afrika im Vergleich zu Europa weit weniger abhängig von den Handelsbeziehungen ist. Kurz gesagt: Russlands Invasion und die weltweiten Reaktionen darauf stellen eine viel größere Bedrohung für Europa dar als für Subsahara-Afrika – sowohl in wirtschaftlicher als auch geopolitischer Hinsicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Folgen des Konflikts für Afrika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund hat Russlands Invasion in der Ukraine mindestens drei Konsequenzen für die künftigen Beziehungen mit Afrika. Erstens ist der Krieg ein weiterer Beleg dafür, dass heutige Konflikte – ob zwischen- oder innerstaatlich – weitgehend von materiellen Faktoren angetrieben werden, die gelegentlich von Identitätspolitik überdeckt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens verstärken die starken Reaktionen der NATO und der EU zur Unterstützung der Ukraine – obwohl das Land weder da noch dort Mitglied ist – die von afrikanischen Politiker*innen seit langem bestehende Auffassung, dass regionale Krisen am besten von regionalen Akteuren in der Nachbarschaft des Konflikts gelöst werden sollten. Insbesondere im Vorfeld der von der NATO geführten Militärkampagne, die zum Sturz des früheren libyschen Staatsoberhaupts Muammar al-Gaddafi geführt hatte, war diese Position immer wieder betont worden. Mit anderen Worten: Europäische Probleme brauchen europäische Lösungen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet aber auch, dass die AU sowie subregionale Organisationen wie die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS und die zwischenstaatliche Entwicklungsbehörde IGAD weniger Gegenwehr erwarten sollten, wenn sie die Führung bei der Lösung von Konflikten in ihrer Region übernehmen wollen. Gleichzeitig sollten sie aber auch wichtige Lehren aus dem schnellen Handeln der NATO zum Schutz „ihrer eigenen“ Bündnispartner ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich erinnert der Russland-Ukraine-Konflikt daran, dass selbst in einer vermeintlich multilateralen Welt internationale Antworten auf politische und wirtschaftliche Herausforderungen eher durch geostrategisches Kalkül als durch philanthropische Ideale geprägt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die mediale, politische und diplomatische Aufmerksamkeit, die der Ukraine während der Invasion zuteil wurde, geht weit über jene hinaus, die ähnlichen Konflikten in Subsahara-Afrika und anderen Teilen der Welt zuteil wurde. Das ist ein Beleg dafür, dass wir in einer Welt leben, in der tatsächlich jeder Kontinent oder jede Subregion auf sich alleine gestellt ist. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">1) Martha Kiiza Bakwesegha-Osula ist Beraterin für globale Politik und Friedensförderung am <a href="https://life-peace.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Life and Peace Institute</a> in Nairobi, Kenia. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen der persönlichen Meinung der Autorin und können nicht Personen, Institutionen und Organisationen zugeschrieben werden, mit denen die Autorin möglicherweise in persönlicher oder beruflicher Verbindung steht.</pre>



<pre class="wp-block-verse">2) Über das Handelsvolumen zwischen Afrika und Russland gibt es unterschiedliche Angaben. Die <a href="https://www.ecofinagency.com/public-management/0903-43450-africa-imports-seven-times-more-russian-products-than-it-exports-to-moscow" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ecofin Agency</a> beruft sich auf Angaben der Trade Map der WTO und nennt für das Jahr 2020 Importe aus Russland in Höhe von 12,4 Mrd. US-Dollar und afrikanische Exporte in Höhe von 1,6 Mrd. US-Dollar. Russlands Anteil am gesamten Handelsvolumen Afrikas liegt damit bei 2,4% - jener von China bei 19,6%. In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur <a href="https://tass.com/economy/1354969" target="_blank" rel="noreferrer noopener">TASS</a> spricht Benedict Oramah, Präsident der Afreximbank, von Importen aus Russland in Höhe von bis zu 14 Mrd. US-Dollar und Exporten in Höhe von fünf Mrd. US-Dollar.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Moussa Faki, Vorsitzender der Kommission der Afrikanischen Union (AU), hat gemeinsam mit dem AU-Vorsitzenden Macky Sall Russland dazu aufgefordert &#8222;das Völkerrecht, die territoriale Integrität und die nationale Unabhängigkeit der Ukraine zu respektieren“. (Foto: Alexandros Michailidis, Shutterstock.com)</p>
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		<title>Frauen in der Politik auf dem Vormarsch</title>
		<link>https://afrika.info/frauen-in-der-politik-auf-dem-vormarsch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 May 2019 15:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Dschibuti]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
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		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
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		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Zipporah Musau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Afrika geht der Kampf um die Gleichstellung der Geschlechter nur in kleinen Schritten voran. Die gute Nachricht aber ist, dass in vielen Ländern immer mehr Frauen in politische Führungspositionen gelangen. Das kleine Ruanda dient dabei als Vorbild.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Zipporah Musau, Africa Renewal*&nbsp;| 21. Mai 2019</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (AR/afr). In Afrika geht der Kampf um die Gleichstellung der Geschlechter nur in kleinen Schritten voran. Die gute Nachricht aber ist, dass in vielen Ländern immer mehr Frauen in politische Führungspositionen gelangen. Das kleine Ruanda dient dabei als Vorbild.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Stichtag 1. Jänner 2019 waren in den Ländern in Afrika südlich der Sahara 23,9 Prozent aller Parlamentssitze in der Hand von Frauen. Das geht aus einem&nbsp;<a href="https://www.ipu.org/resources/publications/infographics/2019-03/women-in-politics-2019" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht</a>&nbsp;der &#8222;Inter-Parliamentary Union hervor&#8220; (IPU).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings gibt es auf dem Kontinent erhebliche Unterschiede: Während die Abgeordnetenkammer von Ruanda mit einem Frauenanteil von 61,3 Prozent weltweit die Spitzenposition einnimmt, beträgt der Frauenanteil im Repräsentantenhaus von Nigeria nur 5,6 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den weltweiten Top-15 befinden noch zwei weitere afrikanische Staaten: Der Frauenanteil in den Nationalversammlungen von Südafrika und dem Senegal liegt bei 42,7 Prozent bzw. bei 41,6 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die größten Fortschritte seit dem Jahrtausendwechsel wurden in Dschibuti erzielt: Im Jahr 2000 war keine einzige Frau im Parlament, heute beträgt der Frauenanteil 26,2 Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ruanda-auch-bei-ministerinnen-spitze">Ruanda auch bei Ministerinnen Spitze</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die IPU ermittelt auch den Anteil von Frauen in Ministerämtern. Hier liegt in Afrika erneut Ruanda mit 51,9 Prozent voran, gefolgt von Südafrika (48,8%) und Äthiopien (47,6%).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht beinhaltet ein weiteres bemerkenswertes Detail: Früher waren Ministerinnen vor allem für Ressorts wie Soziales, Kinder und Familie zuständig. Seit zwei Jahren hat sich das Bild erheblich gewandelt: Heute gibt es in Afrika 30 Prozent mehr Verteidigungsministerinnen, 52,9 Prozent mehr Finanzministerinnen und 13,6 Prozent mehr Außenministerinnen als noch im Jahr 2017.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir haben noch einen steilen Weg vor uns&#8220;, sagte Phumzile Mlambo-Ngcuka, Exekutivdirektorin von &#8222;<a href="http://www.unwomen.org/en" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UN Women</a>&#8222;, bei der Präsentation des Berichts. &#8222;Aber der wachsende Anteil weiblicher Minister ist ermutigend, insbesondere weil die Zahl der Länder mit ausgewogenen Kabinetten zunimmt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mlambo-Ngcuka forderte die Länder auf, mutige Schritte zu setzen, um die Vertretung von Frauen bei der Entscheidungsfindung dramatisch zu erhöhen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="schlusslicht-marokko">Schlusslicht Marokko</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den niedrigsten Frauenanteil in Afrika stellt die Regierung von Marokko (5,6%), wo es im 18-köpfigen Kabinett nur eine Ministerin gibt. Weitere Länder mit starken Aufholbedarf sind Nigeria (8%), Mauritius (8,7%) und Sudan (9,5%).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was machen die Vorreiter anders? Länder mit einem hohen Frauenanteil in der Politik haben in der Vergangenheit häufig Quotenregelungen erlassen. In Ruanda gibt es eine Verfassungsbestimmung, nach der 30 Prozent der Sitze im Zweikammer-Parlament für Frauen reserviert sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine andere Regelung hat Südafrika gefunden: Hier schreibt der &#8222;Municipal Structures Act&#8220; von 1998 den politischen Parteien vor, die Hälfte der Kandidaten auf ihren Listen mit Frauen zu besetzen. Obwohl eine Nichteinhaltung sanktionsfrei bleibt, vergibt der Afrikanische Nationalkongress (ANC) 50 Prozent seiner Parlamentssitze an Frauen. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Die Autorin ist Chefredakteurin bei unserem Partnermagazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen. Der englischsprachige Originalbeitrag ist in der <a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/issue/april-2019-july-2019" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ausgabe April-Juli 2019</a> erschienen.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> In den Regierungen afrikanischer Länder sind immer mehr Frauen vertreten. (Foto: Shutterstock.com)</p>
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		<title>Erfolge im Kampf gegen den Klimawandel</title>
		<link>https://afrika.info/erfolge-im-kampf-gegen-den-klimawandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2018 16:33:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Mali]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Mauritius]]></category>
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		<category><![CDATA[Energie]]></category>
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		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kein anderer Kontinent ist so stark vom Klimawandel betroffen wie Afrika. Vor allem die landwirtschaftliche Produktion und damit die Ernährungssicherheit der Bevölkerung sind enorm unter Druck geraten. Die Verbreitung neuer Technologien macht aber Hoffnung. Einige Länder haben erstaunliche Erfolge vorzuweisen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Sam Otieno&nbsp;| 22. Mai 2018</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nairobi (IPS/afr). Kein anderer Kontinent ist so stark vom Klimawandel betroffen wie Afrika. Vor allem die landwirtschaftliche Produktion und damit die Ernährungssicherheit der Bevölkerung sind enorm unter Druck geraten. Die Verbreitung neuer Technologien macht aber Hoffnung. Einige Länder haben erstaunliche Erfolge vorzuweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das&nbsp;<a href="https://www.ctc-n.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Climate Technology Centre and Network</a>&nbsp;(CTCN) der UNIDO und die internationale Forschungseinrichtung&nbsp;<a href="http://www.worldagroforestry.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">World Agroforestry Centre</a>&nbsp;(ICRAF) unterstützen afrikanische Länder dabei, fundierte Politik-, Technologie- und Investitionsentscheidungen im Kampf gegen den Klimawandel zu treffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Biogas über Solaranlagen bis hin zu verbessertem Wasserschutz &#8211; auf dem Kontinent gibt es mittlerweile zahlreiche Erfolgsgeschichten zu vermelden. Die zukünftige Herausforderung besteht laut Experten eher darin, die positiven Erfahrungen aus Pilotprojekten breitenwirksam umzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vertreter der Vereinten Nationen loben die Fortschritte, die afrikanische Länder erzielt haben. Trotz vergleichsweise niedriger Budgets werden enorme Anstrengungen unternommen, um den Kampf gegen den Klimawandel durch den Einsatz von neuen Technologien zu verstärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jukka Uosukainen, Direktor von CTCN, betont, dass Innovationen bereits jetzt die Geschicke der Menschen auf dem Kontinent verändern. So habe Mali beispielsweise in ländlichen Gebieten wie Koutiala im Süden des Landes durch die Veränderung von Anbautechniken die Menge der Wasserabflüsse je nach Bodentyp auf bis zu 50 Prozent reduzieren können. &#8222;Dies hat den Ernteertrag in einem Gebiet, das von einer schweren Dürre betroffen war, verbessert und die Qualität der Lebensgrundlagen aufgrund eines Anstiegs des Einkommens erhöht&#8220;, sagt Uosukainen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fortschritte-bei-erneuerbaren-energien">Fortschritte bei erneuerbaren Energien</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien erzielen afrikanische Länder gewaltige Fortschritte. Laut der&nbsp;<a href="http://www.irena.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internationalen Agentur für erneuerbare Energien</a>&nbsp;(International Renewable Energy Agency, IRENA) könnte die installierte Kapazität erneuerbarer Energien in Afrika bis zum Jahr 2030 um 290 Prozent steigen. Zum Vergleich: Für Asien und Lateinamerika werden Steigerungsraten von 161 Prozent bzw. 43 Prozent prognostiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Senegal wurde massiv in die Anschaffung von Biogas-Fermentern investiert, um einen schnelleren Zugang zu sauberer Energie zu ermöglichen. In Mauritius werden Technologien zur Wärmerückgewinnung eingesetzt, die in Industrieanlagen die Abwärme von Gasen zur Erhitzung des Speisewassers nutzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marokko setzt zunehmend auf Photovoltaik. Das gigantische Solarkraftwerk Noor Ouarzazate IV umfasst 137 Quadratkilometer und erzeugt 582 Megawatt erneuerbare Energie für mehr als eine Million Menschen. Bis ins Jahr 2020 will Marokko den Anteil an erneuerbarer Energie auf beeindruckende 42 Prozent erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia wurden in&nbsp;<a href="https://afrika.info/kenia-strom-aus-dampf/">Olkaria</a>&nbsp;südlich von Naivasha Geothermieanlagen mit einer Leistung von 630 Megawatt in Betrieb genommen, die Strom für 500.000 Haushalte und 300.000 kleine und mittlere Unternehmen liefern. Laut Angaben von Analysten hat Kenia allein das Potenzial, aus seinen geothermischen Ressourcen bis zu 10.000 Megawatt Energie zu erzeugen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="agroforstwirtschaft-auf-dem-vormarsch">Agroforstwirtschaft auf dem Vormarsch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">ICRAF-Generaldirektor Tony Simons sagt, dass die meisten afrikanischen Länder saubere Energietechnologien als Teil ihrer Umweltlösungen wählen. ICRAF unterstützt diese Bemühungen durch Projekte der Agroforstwirtschaft, die Elemente der Landwirtschaft mit jenen der Forstwirtschaft kombiniert. Dabei werden Bäume und landwirtschaftliche Nutzpflanzen auf einer Fläche integriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorteile der Agroforstwirtschaft liegen auf der Hand: Boden- und Wassererosion werden vermindert. Der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid wird reduziert. Das Landschaftsbild wird aufgewertet, da es vielgestaltiger wirkt als eintönige Monokulturflächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ostafrikanischen Ländern wurden im Rahmen des ICRAF-Projekts “Trees for Food Security” umfangreiche Forschungsarbeiten durchgeführt, um die idealen Baumarten für die Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität zu finden und gleichzeitig die Ernährungssicherheit der Bevölkerung zu verbessern.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="satelliten-uberwachen-weidegebiete">Satelliten überwachen Weidegebiete</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kenia hat unter dem Titel &#8222;Green Water&#8220; Projekte initiiert, welche die Wasserknappheit eindämmen und eine effizientere Nutzung ermöglichen sollen. Dadurch konnte n trockenen und halbtrockenen Gebieten eine regelmäßige Wasserversorgung zur Bewirtschaftung von Farmen geschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein positiver Nebeneffekt von &#8222;Green Water&#8220; ist, dass die Konflikte um Wasser zurückgingen. In den trockenen Gebieten des Landes war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen um den Zugang zur lebensnotwendigen Ressource gekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf einen anderen Zugang setzt das &#8222;Kenya Livestock Insurance Program&#8220; (KLIP). Für die nördlichen Teile des Landes wurde ein satellitenbasiertes Versicherungsmodell ins Leben gerufen, um Bauern vor dem Verlust von Nutztieren zu schützen. Ein Satellit beobachtet laufend die Qualität der Weidegebiete. Im Ernstfall werden rechtzeitig Versicherungszahlungen getätigt, damit die Tiere der Landwirte nicht verenden. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> In Olkaria in Kenia wird seit 1981 Energie aus dem extrem heißen Wasserdampf aus der Erdkruste gewonnen. (Foto: Shutterstock.com)</p>
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		<title>Senegal: Die Sonne kocht mit</title>
		<link>https://afrika.info/senegal-die-sonne-kocht-mit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Oct 2013 13:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Mathilde Cru]]></category>
		<category><![CDATA[Solarenergie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn Marie-Antoinette Satine Ndong in ihrem Dorf auf der senegalesischen Insel Fadiouth für ihre Familie kochen will, schaut sie erst einmal in Richtung Himmel. Und hofft, dass sich keine Wolken vor die Sonne schieben, die ihren Solarherd mit Energie versorgt. Das Kochgerät ist etwa einen Meter lang und 50 Zentimeter breit, doppelt verglast und wärmeisoliert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Mathilde Cru | 11. Oktober 2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">Joal-Fadiouth (IPS/afr). Wenn Marie-Antoinette Satine Ndong in ihrem Dorf auf der senegalesischen Insel Fadiouth für ihre Familie kochen will, schaut sie erst einmal in Richtung Himmel. Und hofft, dass sich keine Wolken vor die Sonne schieben, die ihren Solarherd mit Energie versorgt. Das Kochgerät ist etwa einen Meter lang und 50 Zentimeter breit, doppelt verglast und wärmeisoliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Jeden Morgen hole ich meinen Solarherd heraus und warte darauf, dass die Sonne für mich kocht&#8220;, sagt Ndong, die in Küstennähe lebt. Das mangrovenumsäumte Eiland Fadiouth liegt 115 Kilometer südlich der senegalesischen Hauptstadt Dakar und ist lediglich durch eine Fußgängerbrücke mit dem Festland verbunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kochen mit Sonnenstrahlen dauert zwar länger, hat aber dafür den Vorteil, dass im Topf so schnell nichts anbrennt. &#8222;Ich muss nur von Zeit zu Zeit den Herd an eine andere Stelle rücken, damit er genug Sonne abbekommt&#8220;, berichtet Ndong.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie etwa 60 weitere Frauen auf der aus Muscheln entstandenen Insel hat Ndong den rauchfreien Herd im Rahmen eines Projekts der &#8222;<a href="http://www.thegef.org/gef/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Global Environment Facility</a>&#8220; (GEF) zu einem Vorzugspreis von 20 US-Dollar erworben. Die umweltfreundlichen Solarherde waren in dem westafrikanischen Land in den 1980er Jahren von&nbsp;<a href="http://solarcooking.wikia.com/wiki/Abdoulaye_Tour%C3%A9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Abdoulaye Touré</a>&nbsp;zunächst zur Entkeimung von Wasser entwickelt worden. Der Lehrer hatte mit ansehen müssen, wie viele seiner Schüler in Sinthiou-Garba im Osten Senegals bei einer Durchfallepidemie starben.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="alternative-zu-holz-und-holzkohle">Alternative zu Holz und Holzkohle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den Herd, der eine Temperatur von bis zu 130 Celsius erreichen kann, ließ Touré patentieren. Der Solarkocher stellte sich als sinnvolle Alternative zu den traditionell mit Holz oder Holzkohle befeuerten Kochgelegenheiten und als Möglichkeit heraus, die senegalesischen Wälder zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 58-jährige Projektkoordinator in Fadiouth, Ismaila Diouf, erinnert sich noch gut daran, wie er als kleiner Junge in den Mangrovenwäldern nach Holz suchte. Mangroven sind natürliche Wellenbrecher, die die Versalzung der Böden verhindern. &#8222;Manchmal war ich mehr als eine Stunde lang im Einbaum unterwegs, um totes Holz zu finden&#8220;, berichtet Diouf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ganz Senegal ist die übermäßige Nutzung der Rohstoffe aus den Wäldern, die etwa 23 bis 30 Prozent des Territoriums bedecken, inzwischen ein großes Problem. 85 Prozent der Bevölkerung kochen nach wie vor mit Holz oder Holzkohle. Doch seit der Einführung von Butangassubventionen 1973 konnte der Kahlschlag verlangsamt werden. Der Forst- und Wasserbehörde zufolge hat sich der Verlust von Bäumen seit den 1990er Jahren von 80.000 Hektar jährlich auf 40.000 Hektar halbiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nichtregierungsorganisation (NGO) &#8222;<a href="http://endaenergy.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Enda Energie</a>&#8220; in Dakar sieht es als großen Erfolg der &#8218;Butanisierungspolitik&#8216;, dass zwischen den Jahren 2000 und 2009 rund 924.000 Hektar Wald gerettet werden konnten. Da die Subventionen inzwischen jedoch allmählich abgebaut werden und die Gaspreise somit steigen, befürchten die Umweltaktivisten eine Rückkehr der Menschen zur Holzkohle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einer Umfrage der NGO in etwa 500 Haushalten in Dakar stellte sich heraus, dass sich die Verwendung von Holzkohle seit dem Abbau der Vergünstigungen von 77 Prozent auf ungefähr 90 Prozent erhöht hat. Nachdem der Gaskonsum 2005 den bisher höchsten Stand von 136.000 Tonnen jährlich erreicht hatte, verzeichnete der Nationale Ausschuss für fossile Brennstoffe (CNH) für 2012 lediglich 100.000 Tonnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="energieverbrauch-sinkt">Energieverbrauch sinkt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ismaila Diouf ist sich sicher, dass der Solarherd in dieser Lage genau recht kommt. &#8222;Als Familienvater merke ich, dass ich damit sparen kann&#8220;, sagt er. Auch Ndong ist froh, dass sie ihren Gasverbrauch um ein Drittel senken konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Anschaffung der nicht subventionierten Solarherde ist mit umgerechnet 100 bis 130 Dollar für die meisten Senegalesen zu teuer. Zudem sind die Geräte an Regentagen oder für die Zubereitung von Mahlzeiten für mehr als zehn Personen nicht geeignet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nutznießer des GEF-Projektes stottern den Anschaffungspreis in Raten über zehn Monate ab. &#8222;Hier im Dorf haben wir nicht viel&#8220;, meint Ndong. &#8222;Wenn ich für viele Leute kochen muss, nehme ich Gas.&#8220; Die Frauen, die eine große Familie zu versorgen hätten, nutzten den Herd, um Brot zu backen, berichtet sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Touré hat seit 1996 dafür gesorgt, dass in Senegal bislang 14.200 dieser Solarkocher in Betrieb genommen wurden. Im Auftrag des Wissenschaftsministeriums bildet er Menschen darin aus, die Kochgelegenheiten selbst herzustellen. Er will erreichen, dass im Land jedes Jahr 10.000 bezuschusste Solarherde bereitgestellt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="herdtemperaturen-bis-zu-350-grad-celsius">Herdtemperaturen bis zu 350 Grad Celsius</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie der ständige CNH-Sekretär Pape Alassane Dème erläutert, ist es nun wichtig, die Solarkocher technologisch soweit fortzuentwickeln, dass sie höhere Temperaturen erzielen. &#8222;Denn es wäre schlimm, wenn mit dem Herd unser Nationalgericht Bratfisch nicht zubereitet werden könnte&#8220;, meint er schmunzelnd.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Touré rät schon mal dazu, das Rezept einfach an die Kapazitäten des Solarherdes anzupassen. Zugleich ist er sich sicher, dass sich die Temperaturen des Herdes durch den Einbau eines Hitzekonzentrators auf bis zu 350 Grad steigern ließen. &#8222;Wenn die Nachfrage in der Bevölkerung steigt, werden sich auch Investoren finden.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Solarherde in Ndiaganiao, Senegal (Foto: Milamber&#8217;s portfolio,&nbsp;<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/deed.de">CC BY-NC-ND 2.0</a>)</p>
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		<title>Vom Marabout zum Betteln gezwungen</title>
		<link>https://afrika.info/vom-marabout-zum-betteln-gezwungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jun 2013 08:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Guinea Bissau]]></category>
		<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Guinea Bisssau]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Koranschulen]]></category>
		<category><![CDATA[Marc-André Boisvert]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Dakar ist der Anblick von kleinen Kindern, die zu allen Tages- und Nachtzeiten an den Straßenecken der senegalesischen Hauptstadt betteln, ein gewohnter Anblick. Die manchmal erst fünfjährigen Jungen in schmutziger zerrissener Kleidung, die Geld in Blechbüchsen sammeln, werden "Talibés" genannt und sind Schüler an islamischen Religionsschulen ("Daaras").</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Marc-André Boisvert | 28. Juni 2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dakar/Bissau (IPS/afr). In Dakar ist der Anblick von kleinen Kindern, die zu allen Tages- und Nachtzeiten an den Straßenecken der senegalesischen Hauptstadt betteln, ein gewohnter Anblick. Die manchmal erst fünfjährigen Jungen in schmutziger zerrissener Kleidung, die Geld in Blechbüchsen sammeln, werden &#8222;Talibés&#8220; genannt und sind Schüler an islamischen Religionsschulen (&#8222;Daaras&#8220;).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von jeher wurden solche Kinder von ihren Lehrern zu benachbarten Häusern geschickt, um durch &#8222;Betteln Bescheidenheit zu lernen&#8220;. Den größten Teil des Tages verbrachten sie aber damit, mit ihren Lehrern, so genannten &#8222;Marabouts&#8220;, den Koran zu studieren. Inzwischen haben sich die Zeiten geändert. Viele Talibés leiden darunter, dass die Lehrer sie ausbeuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etliche Daaras liegen in Yoff, einem armen Viertel in der Hauptstadt des westafrikanischen Staates. In einer dieser Schulen, die sich in einem unfertigen Gebäude befindet, schlafen etwa 20 Jungen auf dem nackten Betonboden. Um dies beobachten zu können, braucht man den Rohbau gar nicht erst zu betreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Talibé auf der Straße berichtet, er sei zwölf Jahre alt. Dabei sieht er erst aus wie sechs. Den ganzen Tag über wiederholt er den Spruch &#8222;Gib mir Almosen&#8220;. Später erzählt er, dass er umgerechnet einen US-Dollar mitbringen muss, um von seinem Marabout nicht mit einem Elektrokabel geschlagen zu werden. Aus dem Koran kann er nicht einen einzigen Satz aufsagen. In seiner Blechdose liegen Zuckerstücke und ein paar Münzen, die ihm Passanten gegeben haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Leute geben diesen Kindern etwas, ohne zu verstehen, was passiert&#8220;, erklärt Isabelle de Guillebon, die die Hilfsorganisation &#8222;Samusocial Sénégal&#8220; leitet. In ihrem Büro in Ouakam, einem boomenden Viertel der Mittelschicht in Dakar, sammeln sie und ihre Mitarbeiter Horrorgeschichten. Auf ihrem Schreibtisch liegt eine Eisenfessel, mit der Handgelenke von Kindern zusammengehalten wurden. Viele Talibés seien Opfer körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt, berichtet sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="neun-kinder-bei-brand-in-daara-umgekommen">Neun Kinder bei Brand in Daara umgekommen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als neun Schüler am 3. März bei einem Brand in einer Daara im Viertel Medina starben, reagierten die Menschen in Senegal mit Empörung. Die Behörden schlossen die Schule und schickten die Kinder zu ihren Familien zurück. Zehn von ihnen stammten aus dem benachbarten Guinea-Bissau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war nicht das erste Mal, dass die Regierung einzugreifen versuchte. Mehrere Nichtregierungsorganisationen, vor allem &#8222;Human Rights Watch&#8220;, übten Druck auf die Behörden aus und wiesen darauf hin, dass die sich überkreuzenden Interessen von islamischen Institutionen und politischen Kräften zu Untätigkeit führten. 2005 setzte die Regierung strengere Gesetze gegen Betteln in Kraft und verschärfte die Strafen für Kindesmisshandlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch nach wie vor betteln etwa 8.000 Talibés in den Straßen von Dakar. Drei Monate nach der Tragödie von Medina erscheint eine Lösung des Problems in weiter Ferne. De Guillebon zweifelt daran, dass sich die Lage dieser Kinder bald verbessern wird. &#8222;Sie sind keine Talibés, sondern Straßenkinder&#8220;, erklärt sie. Ihrer Ansicht nach machen die Koranschüler nur einen Teil der etwa 10.000 bis 12.000 Straßenkinder in Dakar aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2003 ist Samusocial mit zwei mobilen Teams in der Hauptstadt unterwegs, um den Kindern zu helfen. &#8222;Sie haben miterlebt, wie ihre Familien zerbrochen sind&#8220;, sagt de Guillebon. &#8222;Viele kommen aus weit entfernten Regionen, sie stehen unter einem psychischen und sozialen Schock. Vom Mittelalter sind sie geradewegs ins 21. Jahrhundert gekommen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Direktorin der Hilfsorganisation betont, dass die Kinder psychologische Unterstützung bräuchten, um wieder mit ihren Familien zusammengeführt zu werden. &#8222;Wir brauchen Vermittlungshilfe, denn es gibt Gründe, weswegen sie hier sind. Und sie werden zurückkommen, wenn wir uns darum nicht kümmern.&#8220; Für de Guillebon liegt das Problem vor allem darin, dass Eltern ihre Kinder im Stich lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Bissau, der Hauptstadt des Nachbarlandes Guinea-Bissau, leitet Laudolino Carlos Medina die Vereinigung der Kinderfreunde, die dabei hilft, dass die Jungen aus dem Senegal wieder zu ihren Familien zurückkehren. Die Organisation will sie davor bewahren, von Marabouts zum Betteln gezwungen zu werden. Medina bereitet sich gerade auf die Ankunft von zehn Jungen aus Dakar vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ungebildete-eltern-von-koranlehrern-getauscht">Ungebildete Eltern von Koranlehrern getäuscht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Viele Kinder werden nach Dakar gelockt. Die Marabouts besuchen die Dörfer und nutzen es aus, dass viele Menschen dort ungebildet sind und wenige Chancen im Leben haben.&#8220; Medina kennt inzwischen verschiedene Tricks, mit denen die Islamlehrer die Eltern davon überzeugen, ihnen die Kinder mitzugeben. &#8222;Sie bringen zwei oder drei Talibés mit, denen sie eine Koransure beigebracht haben. Die Eltern glauben dann, dass ihre Söhne viel lernen werden.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Guinea-Bissau lebt nach Erkenntnissen der Weltbank mehr als die Hälfte der rund 1,4 Millionen Einwohner unterhalb der Armutsgrenze. Etwa 50 Prozent aller Kinder gehen nicht zur Schule.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ousmane Baldé aus Guinea-Bissau fährt mehrmals im Monat nach Dakar. Die jeweils 17 stündigen Reisen unternimmt er, weil sein Neffe eine Daara in der Stadt besucht. &#8222;Bevor meine Schwesterden Jungen dorthin schickte, hatte ich ihr schon geschildert, was ich in Dakar gesehen hatte. Doch sie ist der Meinung, ihr Junge sei in guten Händen, egal was ich sage. Die Familie glaubt, dass er eine bessere Zukunft haben wird und dass sie nicht mehr für ihn verantwortlich sei.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Dakar sind viele Menschen von der Qualität der Islamschulen überzeugt. Er lasse zwei Söhne und eine Tochter in Daaras lernen, erzählt der senegalesische Taxifahrer Ousmane Ndiaye. &#8222;Sie müssen wie ich den Koran studieren. An Werktagen gehen sie aber auf eine staatliche Schule. Ich denke, dass traditionelle und moderne Schulen miteinander vereinbar sind. In den Daaras lernen die Kinder unsere islamischen Werte kennen.&#8220; (Ende)</p>
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		<title>Dörfer wollen Reis-Selbstversorger werden</title>
		<link>https://afrika.info/doerfer-wollen-reis-selbstversorger-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Nov 2012 12:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Reis]]></category>
		<category><![CDATA[Souleymane Faye]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Boyard-Tal im südwestlichen Senegal treiben fünf Dörfer den Reisanbau voran. Ihr vordringliches Ziel: Sie wollen mittel- und langfristig auf Reisimporte verzichten. "Die Agrarproduktion weitet sich aus, seitdem wir zum Reisanbau zurückgekehrt sind", sagt die Bäuerin Marie Sagne stolz. Die Versalzung der Böden hatte viele Menschen veranlasst, die Reisproduktion aufzugeben.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Souleymane Faye | 20. November 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dakar (IPS/afr). Im Boyard-Tal im südwestlichen Senegal treiben fünf Dörfer den Reisanbau voran. Ihr vordringliches Ziel: Sie wollen mittel- und langfristig auf Reisimporte verzichten. &#8222;Die Agrarproduktion weitet sich aus, seitdem wir zum Reisanbau zurückgekehrt sind&#8220;, sagt die Bäuerin Marie Sagne stolz. Die Versalzung der Böden hatte viele Menschen veranlasst, die Reisproduktion aufzugeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass sie nun wieder Reis kultivieren können, verdanken sie einem von der Afrikanischen und der Islamischen Entwicklungsbank finanzierten Projekt. Als das Vordringen von Salzwasser aus dem Atlantik durch den Bau eines Dammes erfolgreich gestoppt wurde, konnten die Bauern auf einigen Feldern die Produktivität der Böden wieder herstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2006 erhalten sie im Rahmen des Bewässerungsprojektes PAPIL Qualitätssaatgut und Düngemittel. Darüber hinaus werden sie in Fortbildungskursen in Fatick, der regionalen Hauptstadt, von den Projektpartnern Nationale Behörde für ländliche und landwirtschaftliche Beratung (ANCAR) und Regionalbüro für ländliche Entwicklung (DRDR) fortgebildet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit hat zu einer Modernisierung der Anbautechniken in dem Tal geführt. Darüber hinaus haben die Bauern gelernt, wie die Rückhaltedämme konstruiert sein müssen. &#8222;Die Produzenten haben die neuen Techniken wie den Reisanbau in Reihen angenommen und wir unterstützen sie darin&#8220;, meint der DRDR-Leiter Jean-Paul Bampouky in Fatick.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="frauen-an-vorderster-front">Frauen an vorderster Front</h2>



<p class="wp-block-paragraph">PAPIL hat zudem das Zwischendörfliche Mbin-Jam-Komitee zur Bewirtschaftung des Boyard-Tals ins Leben gerufen. Mbin Jam bedeutet in Sereer, der lokalen Sprache, &#8222;Zuhause im Wohlstand&#8220;. Dieses Komitee schließt 420 Reisbauern aus den Dörfern Boyard Ndiodiome, Boyard Tock, Sing Boyard, Ndiagamba und Dack zusammen. 80 Prozent von ihnen sind Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Mbin-Jam-Mitglieder leisten einen Obolus von jeweils jährlich 5.000 CFA-Francs (rund zehn US-Dollar), der ihnen den Zugang zu Saatgut und Düngemitteln erschließt. Die gesamte mit Reis angebaute Fläche im Tal ist von zehn Hektar 2006 auf 25 Hektar 2007 gestiegen. &#8222;2004 hatten wir pro Hektar Reis keine 500 Kilogramm geerntet. Doch seit der technischen Unterstützung unserer Partner konnten wir 2008 vier Tonnen Reis pro Hektar ernten&#8220;, so der Komiteeleiter Ibrahima Faye.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Seit vielen Jahren sind einige Haushalte nicht mehr auf Reisimporte angewiesen, können sie mit ihren eigenen Ernten den Bedarf vollständig decken&#8220;, meint Mbin-Jam-Mitglied Maï Niakh. &#8222;Der Reis reicht für das gesamte Jahr, berichtet sie. Allerdings sind noch nicht alle Mitglieder so erfolgreich. &#8222;Für andere hat der selbst produzierte Reis nicht gereicht. Erst als wir den wilden Reis ersetzt haben, konnten wir die Produktivität spürbar steigern.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mangel an Wasser im letzten Jahr hatte zudem einen Rückgang der Erträge bewirkt. So brachten die 23 Hektar Land, die die Mbin-Jam-Mitglieder kultivierten, nicht mehr als 250 Kilo pro Hektar hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 140 Tonnen, die die Bauern noch im letzten Jahr auf einer Fläche von insgesamt 35 Hektar Land einfahren konnten, sind jedoch eher Normalität. Mamadou Camara, Chef des PAPIL-Regionalbüros in Fatick, geht davon aus, dass im Boyard-Tal die diesjährige Ernte bei vier bis sechs Tonnen pro Hektar liegen wird. &#8222;Wir haben weitgehend erreicht, uns mit Reis selbst zu versorgen&#8220;, versichert er.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="warten-auf-infrastrukturmassnahmen">Warten auf Infrastrukturmaßnahmen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mbin-Jam-Mitglieder warten derzeit sehnsüchtig auf eine zehn Kilometer lange Straße durch das Tal, den Bau von Lager- und Fertigungshallen und den Kauf eines Traktors durch PAPIL2013.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der viel versprechenden Entwicklungen hat die Afrikanische Entwicklungsbank nämlich beschlossen, die Unterstützung für das Programm bis Ende 2013 fortzuführen. Die Islamische Entwicklungsbank wiederum wird die Finanzierung sogar bis 2015 fortsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir brauchen landwirtschaftliche Maschinen&#8220;, meint die Bäuerin Mame Mor Ndiaye aus Dack. &#8222;Wenn wir erst den Traktor haben, werden wir nicht nur für den Eigenbedarf, sondern auch für den Verkauf produzieren.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Reisanbau in der Nähe von Diouloulou in Casamance, Senegal (Foto: Shutterstock.com)</p>
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		<title>Gefährlicher Bauboom im Senegal</title>
		<link>https://afrika.info/gefaehrlicher-bauboom-im-senegal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Oct 2012 13:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Dakar]]></category>
		<category><![CDATA[Issa Sikiti da Silva]]></category>
		<category><![CDATA[Urbanisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Senegal boomt das Baugewerbe. Das Problem ist nur, dass die Häuser, die weniger als 60.000 US-Dollar kosten und somit keiner Baugenehmigung bedürfen, auch nicht von staatlicher Seite überprüft werden. In der Mehrheit stellen die Gebäude somit eine Sicherheitsgefahr für ihre Bewohner dar, wie jüngste Vorfälle zeigten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Issa Sikiti da Silva | 11. Oktober 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dakar (IPS/afr). Im Senegal boomt das Baugewerbe. Das Problem ist nur, dass die Häuser, die weniger als 60.000 US-Dollar kosten und somit keiner Baugenehmigung bedürfen, auch nicht von staatlicher Seite überprüft werden. In der Mehrheit stellen die Gebäude somit eine Sicherheitsgefahr für ihre Bewohner dar, wie jüngste Vorfälle zeigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des &#8222;Zentrums für die Finanzierung eines bezahlbaren Häuserbaus in Afrika&#8220; (CAHF) müssen zwar auch die Bauherren preiswerter Häuser gewisse Bauvorschriften einhalten. Doch deren Umsetzung wird nicht kontrolliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jüngste sintflutartige Regenfälle haben die Kehrseite des Baubooms deutlich vor Augen geführt. Die Niederschläge der letzten beiden Monate verwandelten Straßen und Wege in reißende Flüsse und Seen und setzten Stadthäuser, Autos, Ernten, Vieh und Möbel unter Wasser. Mindestens 18 Menschen kamen ums Leben.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="urbanisierung-schreitet-voran">Urbanisierung schreitet voran</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Globale Fazilität für Katastrophenreduktion hatte bereits im April darauf hingewiesen, dass Senegals voranschreitende Verstädterung um 3,3 Prozent zu einem Bauboom geführt hat. Durch die Entwicklung sei jedoch die Wasseraufnahmefähigkeit der Böden empfindlich zurückgegangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die senegalesische Hauptstadt Dakar ist für Überschwemmungen extrem anfällig. Am 16. August fielen allein in zwei Stunden 156 Millimeter Regen. Solche Niederschläge hatte das Land zuletzt vor 30 Jahren erlebt. wie das nationale Wetterbüro berichtete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Güsse im August und Anfang September haben 35.000 Familien obdachlos gemacht. Insgesamt sind mehr als 400.000 Menschen betroffen. Untersuchungen stehen noch aus, ob der Zusammenbruch der vielen Häuser auf Verstöße gegen die Bauvorschriften zurückzuführen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ministerpräsident Abdoul Mbaye hatte schnell die Schuldigen der Katastrophe ausgemacht. Schuld seien die Menschen, die sich nicht an die Bauanleitungen gehalten hätten, sagte er und kündigte an, Verstöße gegen die Bauvorschriften streng zu ahnden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Senegal mangelt es derzeit an 200.000 Wohneinheiten. Jährlich wachse das Defizit um zehn Prozent, wie aus dem Jahrbuch der CAHF von 2011 hervorging. Die in Südafrika angesiedelte Organisation macht dafür unter anderem einen begrenzten Zugang zu Land, die hohen Kosten der Baumaßnahmen und den begrenzten Zugang zu Finanzierungshilfen verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CAHF-Sprecherin Kecia Rust zufolge ist nicht klar, wie viele Häuser von Privatpersonen in Eigenregie gebaut werden. Berichten zufolge kann davon ausgegangen werden, dass dies für Mehrheit der Gebäude zutrifft. Afrika erlebt derzeit die höchsten Urbanisierungsraten der Welt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="jeder-zweite-wird-2030-in-der-stadt-leben">Jeder Zweite wird 2030 in der Stadt leben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als ein Drittel der eine Milliarde Afrikaner lebt derzeit in städtischen Gebieten. Bis 2030 wird es die Hälfte sein, wie das UN-Programm für menschliches Siedlungswesen (UN-HABITAT) prognostiziert. Die senegalesische Hauptstadt Dakar belegt von den 18 am schnellsten wachsenden afrikanischen Städten den sechsten Platz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Größe der Haushalte Dakars hat zugenommen. Lebten dort 2009 statistisch gesehen etwa 9,6 Personen unter einem Dach, waren es im kenianischen Nairobi durchschnittlich nur drei und im südafrikanischen Johannesburg 3,7, wie ein Bericht 2009 des afrikanischen Infrastrukturerfassungsprogram &#8222;Africa Infrastructure Country Diagnostic&#8220; hervorhebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dakar ist die Heimat von derzeit 2,5 Millionen der 12,7 Millionen Senegalesen. Das durchschnittliche städtische Bevölkerungswachstum zwischen 2010 und 2030 belief sich nach Angaben des UN-Bevölkerungsfonds auf etwa 3,4 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rust zufolge besteht die erhöhte Nachfrage nach Wohnraum in erster Linie bei Haushalten, die sich kein Bauunternehmen leisten können. Sie gehören zu den 60 Prozent der Bevölkerung, die mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen müssen. &#8222;Die Folge ist, dass sie ihre Häuser selber bauen. Natürlich geben sie sich alle Mühe, doch ohne Bauleitung und technische Hilfe geht es halt nicht besser. Manchmal liegt es nur an der Zusammensetzung des Mörtels. Enthält er zu viel Sand, löst er sich bei Überschwemmungen auf.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Mann, der in Guediawaye, einem Stadtteil von Dakar, auf einer Baustelle arbeitet, gab an, nichts von Bauvorschriften zu wissen. &#8222;Wenn es so etwas gibt, warum startet die Regierung keine Tür-zu-Tür-Kampagne, um uns aufzuklären? Mein Haus ist fast fertig und alles läuft gut&#8220;, versicherte er. &#8222;Ein Inspekteur ist nicht erschienen. Ich brauche aber auch keinen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="jeder-baut-wie-s-ihm-beliebt">&#8222;Jeder baut, wie&#8217;s ihm beliebt&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Bauunternehmer, der sich Anonymität ausbat, erklärte gegenüber IPS: &#8222;Bauvorschriften? Was für Bauvorschriften? Gibt es so etwas überhaupt in unserem Lande? Senegal ist ein Dschungel, in dem jeder baut, wie&#8217;s ihm beliebt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Makler Stephane Touré zufolge werden Bauvorschriften nicht in dem Maße durchgesetzt, wie dies erforderlich wäre. &#8222;Du bekommst eine Baugenehmigung und alle erforderlichen Papiere, um ein Haus zu bauen. Und nur wenn du Glück hast, kommt ein Kontrolleur vorbei, um nachzusehen, ob du dich an das ursprüngliche Design gehalten hast. Das ist nicht immer der Fall. Schließlich befinden wir uns in Senegal.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Gebäudeinspekteur, der ebenfalls auf Anonymität bestand, erklärte, dass personelle und finanzielle Kapazitäten fehlten, um alle Baustellen kontrollieren zu können. &#8222;Wir sind viel zu wenige und können nicht überall sein. Und dann gibt es auch noch die Korruption.&#8220; Normalerweise vergehen 90 Tage, bis ein Bauherr in Senegal eine Baugenehmigung erhält. Doch mit den richtigen Kontakten kann das Ganze innerhalb einer Woche abgewickelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Senegal liegt auf dem 182 Staaten umfassenden Korruptionsindex 2011 von &#8218;Transparency International&#8216; auf dem 112. Platz. Innerhalb Westafrikas ist die Korruption auf den Kapverden am geringsten, in Guinea am größten.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ressourcenmangel-verhindert-kontrollen">Ressourcenmangel verhindert Kontrollen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wohnungs- und Stadtplanungsministerin Khoudia Mbaye Seydi räumte unlängst ein, dass dem Staat die personellen und finanziellen Ressourcen fehlen, um den Bausektor strikt zu kontrollieren. &#8222;Dieser Mangel ist ein ständig wiederkehrendes Problem&#8220;, sagte sie. In der westsenegalesischen Stadt Kaolack mussten 30 Gebäude geschlossen werden, weil sie nicht über die erforderlichen Baugenehmigungen verfügten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rust bedauerte ferner, dass die rapide Verstädterung seit dem 1970er Jahren nicht in geordneten Bahnen stattfindet. So hätten sich Neuankömmlinge in Dakar an den seit den 1970er und 1980er Jahren ausgedorrten Flussufern niedergelassen. &#8222;Es spielt keine Rolle, wie groß die dort erbauten Häuser sind. Allein schon die Tatsache, dass sie im Uferbereich liegen, bedeutet, dass sie bei starken Regenfällen in sich zusammenfallen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund unzureichender beziehungsweise fehlender Abwassersysteme in vielen Gebieten hält sich nach Regenfällen das Wasser über Wochen in den Straßen, bevor es von der Sonne getrocknet wird. Rust zufolge bleibt bei starken Regenfällen nichts anderes übrig, als die Menschen aus den Flusstälern zu evakuieren. &#8222;Die Stadt braucht dringend einen Masterplan, um für Flutsituationen gewappnet zu sein&#8220;, meinte sie. &#8222;Und dann müssen wir den Niedrigverdienern helfen, Häuser zu bauen, die den Umweltrisiken gewachsen sind.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Dieses Haus in Dakar hat unter 60.000 US-Dollar gekostet. Die Einhaltung der Bauvorschriften wurde daher nicht kontrolliert. (Foto: Fatuma Camara/IPS)</p>
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		<title>Polygamie bremst Frauen aus</title>
		<link>https://afrika.info/polygamie-bremst-frauen-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Sep 2012 13:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Issa Sikiti da Silva]]></category>
		<category><![CDATA[Polygamie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fatou, Awa und Aissatou Gaye sitzen auf dem Kachelfußboden vor ihrem Haus in Keur Massar, einem Township in der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Fatou ist mit ihren 40 Jahren die älteste der drei Frauen, Awa ist 32, Aissatou erst 24. Sie sind die Frauen von Ousmane Gaye, der bald wieder heiraten will, "um dem islamischen Recht Genüge zu tun", wie er sagt.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Issa Sikiti da Silva | 21. September 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dakar (IPS/afr). Fatou, Awa und Aissatou Gaye sitzen auf dem Kachelfußboden vor ihrem Haus in Keur Massar, einem Township in der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Fatou ist mit ihren 40 Jahren die älteste der drei Frauen, Awa ist 32, Aissatou erst 24. Sie sind die Frauen von Ousmane Gaye, der bald wieder heiraten will, &#8222;um dem islamischen Recht Genüge zu tun&#8220;, wie er sagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Sie mögen sich gerne und leben wie Schwestern harmonisch zusammen&#8220;, so der 50-jährige Geschäftsmann.&nbsp;Doch diese Wahrnehmung teilen nicht alle, die die Familie kennen. &#8222;Letzte Nacht wurde Aissatou von Fatou und Awa verprügelt&#8220;, erzählt eine der Familie nahestehende Person, die namentlich nicht genannt werden will. &#8222;Sie behaupten, Aissatou verhexe ihren Mann, damit er sie mehr liebt als die beiden älteren Frauen.&#8220; Seit Gaye vor drei Jahren die jüngste seiner Ehepartnerinnen geheiratet hat, sei die Atmosphäre in seinem Haus vergiftet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Frauen ist es verboten, mit Fremden über ihre Eheprobleme zu sprechen – auch nicht mit Nachbarn, Frauenrechtlerinnen oder Eheberatern. Auch dürfen sie sich nicht über ihr Leben beklagen, da sie alles haben was sie brauchen: Essen, Kleidung und Sex.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="polygamie-ist-sklaverei">&#8222;Polygamie ist Sklaverei&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Polygamie ist eine Art moderner Sklaverei&#8220;, sagt die in Dakar lebende Aminata (Name von der Redaktion geändert), die heimlich Frauen berät, deren Männer polygam leben. &#8222;Die Frauen haben keine Stimme und keinerlei Möglichkeit, sich anderen anzuvertrauen und über ihre Probleme zu sprechen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aminata war selbst 18 Jahre lang mit einem Mann verheiratet, der mehrere Frauen hatte, doch mittlerweile ist sie geschieden. &#8222;Polygamie verletzt die Prinzipien der Geschlechtergleichheit und bremst Frauen in ihrer Entwicklung aus&#8220;, sagt sie. &#8222;Frauen sind in allen Bereichen benachteiligt – sei es beim Zugang zu Bildung und Land, sei es beruflich oder in Bezug auf das Erbschaftsrecht. Und das, obwohl unsere Verfassung die Gleichheit zwischen Mann und Frau vorsieht.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das senegalesische Gesetz für Geschlechtergleichheit vom Mai 2010 hat immerhin dafür gesorgt, dass im aktuellen Parlament unter den 150 Abgeordneten auch 64 Frauen sitzen. Das von Traditionalisten und muslimischen Hardlinern scharf kritisierte Gesetz sieht vor, dass die Hälfte der Kandidaten aller politischen Parteien auf lokaler und nationaler Ebene Frauen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ansonsten kann von Gleichberechtigung in dem westafrikanischen Land nicht die Rede sein, wie verschiedene Untersuchungen zeigen. Dem &#8222;Global Gender Gap Report 2011&#8220; zufolge, den das &#8222;World Economic Forum&#8220; seit 2006 jedes Jahr neu herausgibt, liegt Senegal auf Platz 92 von 135 Ländern. Der Index misst die Gleichstellung von Männern und Frauen in Bezug auf wirtschaftliche Beteiligungsmöglichkeiten, Bildungsniveau, politische Macht, Gesundheit und Überlebensfähigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch ein USAID-Bericht vom April 2012 bestätigt die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern im 12,9 Millionen Einwohner zählenden Senegal. &#8222;Die Implementierung nationaler Gesetze und internationaler Abkommen zur Gleichstellung der Geschlechter und zu Frauenrechten hinkt hinterher&#8220;, heißt es in dem Bericht mit dem Titel &#8222;USAID Senegal Gender Assessment&#8220;. Der Regierung fehle es darüber hinaus an einem Plan, um dies zu ändern. Dem Report zufolge haben 39 Prozent der jetzt 20- bis 24-jährigen Senegalesinnen bereits vor ihrem 18. Lebensjahr geheiratet. Damit liegt Senegal im Ländervergleich mit insgesamt 68 Staaten auf Platz 27.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="polygamie-zunehmend-auch-in-stadten">Polygamie zunehmend auch in Städten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Männer, die sich auf der Place d&#8217;Independance im Stadtzentrum von Dakar von IPS interviewt wurden, sprachen sich für Polygamie aus. Lamine Camara, ein 22-jähriger Student an der Cheik-Anta-Diop-Universität von Dakar, sagte, er wolle lieber mehrere Frauen heiraten als &#8222;fremdzugehen&#8220;. Auf diese Weise sei auch die Gefahr gebannt, sich mit dem HI-Virus zu infizieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Früher war diese Praxis hauptsächlich in ländlichen Gebieten verbreitet. Aber in den letzten Jahren hat sie auch die Städte erreicht – in einer alarmierenden Geschwindigkeit&#8220;, sagt Fanta Niang, Sozialarbeiterin und Gender-Aktivistin in Senegals drittgrößter Stadt Thies. Männer lassen sich ihren Aussagen zufolge immer früher auf mehrere Ehen ein. &#8222;Sie werden immer jünger.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zahlen, wie viele polygame Ehen geschlossen werden, gibt es nicht. &#8222;Es hieß mal, dass eine von vier in den Städten geschlossenen Ehen polygam sei und eine von drei in ländlichen Gebieten. Aber ich bin mir sicher, dass es mehr sind&#8220;, sagt Niang. Leider seien die meisten Frauen in polygamen Ehen Analphabetinnen mit einem niedrigen Bildungsstand, die häufig ihre Rechte nicht kennen und nicht wissen, wie sie sich wehren können. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Frauen bei einer traditionellen Zeremonie zur Feier einer polygamen Hochzeit (Bild: Fatuma Camara/IPS)</p>



<p class="wp-block-paragraph">| Tags:&nbsp;<a href="https://afrika.info/newsroom/tag/Senegal">Senegal</a>,&nbsp;<a href="https://afrika.info/newsroom/tag/Gesellschaft">Gesellschaft</a>,&nbsp;<a href="https://afrika.info/newsroom/tag/Polygamie">Polygamie</a>,&nbsp;<a href="https://afrika.info/newsroom/tag/Issa+Sikiti+da+Silva">Issa Sikiti da Silva</a></p>
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