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	<title>Frauen Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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		<title>Gold für eine selbstbestimmte Zukunft</title>
		<link>https://afrika.info/josephine-sembeyo-gold-kenia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 06:59:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[FGM]]></category>
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		<category><![CDATA[Klima]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die junge Kenianerin Josephine Sembeyo Mancha hat bei der U20-Weltmeisterschaft in Oregon Gold über 1.500 Meter gewonnen. Ausgebildet wurde sie im Magnolia Athletics Camp am Fuß des Kilimandscharo, das jungen Läuferinnen Sport und Schulbildung ermöglichen will.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/josephine-sembeyo-gold-kenia/">Gold für eine selbstbestimmte Zukunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die junge Kenianerin Josephine Sembeyo Mancha hat bei der U20-Weltmeisterschaft in Oregon Gold über 1.500 Meter gewonnen. Ausgebildet wurde sie im Magnolia Athletics Camp am Fuß des Kilimandscharo, das jungen Läuferinnen Sport und Schulbildung ermöglichen will. Doch ausgerechnet zum Zeitpunkt ihres größten Erfolgs ist die Zukunft des Camps ungewiss: Nach einem Streit um Eigentumsverhältnisse ist der Betrieb derzeit ausgesetzt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Robert Kibet und Martin Sturmer | 24. August 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Loitokitok, Kenia (IPS/afr) – Es war ein äußerst knappes Finale: Am 9. August gewann Josephine Sembeyo Mancha bei der <a href="https://worldathletics.org/news/previews/day-five-women-track-oregon-26" target="_blank" rel="noreferrer noopener">U20-Weltmeisterschaft in Eugene, Oregon</a> Gold über 1.500 Meter. Die 19-jährige Kenianerin setzte sich in 4:16,73 Minuten mit nur vier Hundertstelsekunden Vorsprung vor der US-Amerikanerin Claire Stegall durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Sembeyo ist der Titel der bislang größte Erfolg ihrer jungen Karriere. Doch ihre Geschichte handelt von mehr als sportlichem Erfolg. Sie trainierte im <a href="https://www.magnoliaathleticcamp.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Magnolia Athletics Camp</a> in Loitokitok am Fuß des Kilimandscharo. Das Camp unterstützte junge Läuferinnen dabei, Leistungssport und Schulbildung miteinander zu verbinden. Einige von ihnen fanden dort zugleich einen Weg aus Frühverheiratung und weiblicher Genitalverstümmelung.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen ist der Betrieb des Camps allerdings ausgesetzt. Gründer Robert Saruni führt die Schließung auf einen internen Streit um Eigentumsverhältnisse zurück. Gegenüber der kenianischen Nachrichtenplattform <a href="https://citizen.digital/article/magnolia-camp-closure-due-to-land-tussle-says-saruni-n388520" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Citizen Digital</a> erklärte er, die Mädchen seien zunächst in den Aprilferien nach Hause geschickt worden, während der Konflikt geklärt werden sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Sarunis Darstellung schaltete sich daraufhin die staatliche Kinderbehörde ein. Da zu diesem Zeitpunkt erforderliche Unterlagen für den Betrieb einer Einrichtung, in der Minderjährige untergebracht werden, nicht vorgelegen hätten und zugleich der Streit um das Camp andauerte, habe die Behörde die Schließung angeordnet. Saruni hofft nach eigenen Angaben, dass die offenen Fragen geklärt werden und die Athletinnen künftig wieder in der Einrichtung trainieren können.</p>



<h2 id="h-sport-und-schule-unter-einem-dach" class="wp-block-heading">Sport und Schule unter einem Dach</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als IPS-Reporter Robert Kibet das Magnolia Athletics Camp wenige Wochen vor Sembeyos Goldmedaille besuchte, lebten und trainierten dort 45 Mädchen und junge Frauen aus Familien, deren Lebensgrundlage traditionell die Viehhaltung ist. Das Programm finanzierte Schulbildung, Unterkunft, Verpflegung und sportliches Training.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch vor der Weltmeisterschaft hatte Sembeyo gegenüber IPS davon gesprochen, was der Sport und das Camp für sie und ihre Familie bedeuteten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Leben war für uns nicht einfach“, erzählt Sembeyo. Ihr Vater habe eine zweite Frau geheiratet und ihre Mutter mit den Kindern zurückgelassen. „Was meine Mutter durchgemacht hat, motiviert mich jeden Tag. Ich möchte im Sport und in der Ausbildung erfolgreich sein, damit ich eines Tages sie und meine Geschwister unterstützen kann.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trainer Andrew Lesuuda sagte damals, das Camp sei nicht allein mit dem Ziel gegründet worden, Lauftalente zu entdecken. Es sollte den Teilnehmerinnen auch ermöglichen, ihre Ausbildung fortzusetzen und persönliche Perspektiven zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Leichtathletik gibt ihnen die Möglichkeit zu träumen, aber Bildung schafft die Grundlage für eine Zukunft jenseits des Sports“, erklärte Lesuuda.</p>



<h2 id="h-sport-gegen-fruhverheiratung-und-fgm" class="wp-block-heading">Sport gegen Frühverheiratung und FGM</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einige der Mädchen, die nach Magnolia kamen, stammen aus Gemeinschaften, in denen ihre Bildungs- und Zukunftschancen eingeschränkt sind. Zu den Risiken zählen Frühverheiratung und weibliche Genitalverstümmelung (FGM).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von <a href="https://www.unicef.org/press-releases/over-230-million-girls-and-women-alive-today-have-been-subjected-female-genital" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UNICEF</a> haben weltweit mehr als 230 Millionen heute lebende Mädchen und Frauen FGM erfahren. Obwohl die Praxis in vielen Ländern zurückgeht, reichen die bisherigen Fortschritte nicht aus, um das UN-Nachhaltigkeitsziel zu erreichen, FGM bis 2030 zu beenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia ist weibliche Genitalverstümmelung seit 2011 verboten. Dennoch wird die Praxis weiterhin ausgeübt, wobei es erhebliche regionale Unterschiede gibt. Nach der <a href="https://www.knbs.or.ke/reports/kdhs-2022/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kenya Demographic and Health Survey</a> von 2022 haben 15 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren FGM erfahren. 2014 waren es noch 21 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Daten zeigen zugleich deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Bei den 15- bis 19-Jährigen lag der Anteil 2022 bei neun Prozent, bei Frauen zwischen 45 und 49 Jahren bei 23 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation der Mädchen in Kenia steht dabei in einem größeren Zusammenhang. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ltgGhDMKa_Q" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sarah Hendriks</a> von UN Women verweist darauf, dass bislang kein Staat der Welt vollständige rechtliche Gleichstellung zwischen Frauen und Männern erreicht hat. In fast drei Viertel aller Staaten ermöglichen die gesetzlichen Rahmenbedingungen weiterhin Kinderehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Mädchen aus benachteiligten Gemeinschaften können Bildung und wirtschaftliche Perspektiven deshalb entscheidend sein, um ihren eigenen Lebensweg bestimmen zu können.</p>



<h2 id="h-eine-zweite-chance-durch-das-laufen" class="wp-block-heading">Eine zweite Chance durch das Laufen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sembeyo befürchtete nach eigenen Angaben vor ihrer Aufnahme in das Camp, ihre Schulbildung abbrechen zu müssen und früh verheiratet zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne Magnolia, glaubt sie, hätte sich ihr Leben völlig anders entwickelt. Im Camp habe sie die Möglichkeit bekommen, weiter zur Schule zu gehen, zu trainieren und Zukunftspläne zu entwickeln.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-1024x683.jpg" alt="Läuferinnen des Magnolia Athletics Camp beim Training in Loitokitok" class="wp-image-6514" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-639x426.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Läuferinnen des Magnolia Athletics Camp bei ihrem täglichen Training in Loitokitok, Kenia. (Foto: Robert Kibet/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Alltag begann noch vor Sonnenaufgang mit dem ersten Lauftraining. Danach besuchte sie die Schule. Am Nachmittag folgte eine weitere Trainingseinheit, am Abend standen Hausaufgaben an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Training bringe sie ihrem Traum ein Stück näher, erzählte Sembeyo damals – und der Möglichkeit, das Leben ihrer Familie zu verändern.</p>



<h2 id="h-wenn-die-durre-zukunftschancen-bedroht" class="wp-block-heading">Wenn die Dürre Zukunftschancen bedroht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch für andere Teilnehmerinnen war das Camp eng mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft verbunden. Jeska Lenawatop, eine 1.500-Meter-Läuferin aus dem Dorf Lkuroto im Samburu County im Norden Kenias, half vor ihrer Aufnahme in Magnolia ihrer Familie bei der Versorgung von Ziegen und Schafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Viehhaltung bildet für viele Familien in der Region die wirtschaftliche Lebensgrundlage. Wiederkehrende Dürren haben jedoch große Viehbestände vernichtet und damit den wirtschaftlichen Druck auf die Haushalte erhöht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lenawatop erzählt, dass auch ihre Familie Tiere und damit einen wichtigen Teil ihres Einkommens verloren habe. Ihre eigenen Zukunftsaussichten seien dadurch immer unsicherer geworden. „Dieses Camp gab mir die Chance, weiter zur Schule zu gehen und meine Ziele zu verfolgen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnliche Erfahrungen schildert Felister Naimutie, die über 400 und 800 Meter antritt und aus Lolgorian in Kilgoris stammt. Sie habe erlebt, wie Dürren das Leben vieler Familien erschwerten und die Zukunftsmöglichkeiten von Mädchen zusätzlich einschränkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bildung und Leichtathletik hätten ihr neue Perspektiven eröffnet. Das Camp sei für sie deshalb weit mehr als ein Trainingszentrum.</p>



<h2 id="h-mehr-als-nachwuchsforderung" class="wp-block-heading">Mehr als Nachwuchsförderung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der kenianische Leichtathletikverband <a href="https://www.athleticskenya.or.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Athletics Kenya</a> unterstützt Programme wie Magnolia. Barnaba Korir, zuständig für die Nachwuchsförderung, betont, dass sie jungen Talenten nicht nur sportliche Perspektiven eröffnen, sondern ihnen auch ermöglichen, weiter zur Schule zu gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sport könne jungen Menschen Selbstvertrauen vermitteln, Führungsqualitäten stärken und neue Möglichkeiten eröffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Zeitpunkt von Kibets Besuch arbeitete das Magnolia Athletics Camp nach eigenen Angaben auch mit Eltern, Lehrer*innen, lokalen Führungspersönlichkeiten und Aktivist*innen gegen FGM zusammen. Ziel war es, Familien von der Bedeutung der Schulbildung für Mädchen zu überzeugen und Praktiken wie FGM entgegenzuwirken.</p>



<h2 id="h-gold-und-eine-ungewisse-zukunft" class="wp-block-heading">Gold – und eine ungewisse Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Sembeyo ist einer ihrer großen sportlichen Träume inzwischen Wirklichkeit geworden. Bei den kenianischen Ausscheidungen im Mai hatte sie die 1.500 Meter in 4:09,89 Minuten gewonnen und sich damit für die U20-Weltmeisterschaft qualifiziert. Wenige Monate später stand sie in Oregon ganz oben auf dem Siegerpodest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon vor der Weltmeisterschaft hatte die junge Läuferin deutlich gemacht, dass ihre Ziele über den Sport hinausreichen. Sie möchte ihrer Familie helfen und anderen Mädchen zeigen, welche Möglichkeiten ihnen Bildung und Sport eröffnen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mein Traum ist nicht nur, Medaillen für Kenia zu gewinnen“, sagte Sembeyo damals. „Ich möchte auch dafür sorgen, dass meine Mutter und meine Geschwister ein besseres Leben haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen ihrer Träume hat Sembeyo nun verwirklicht. Offen ist dagegen, wie es mit jener Einrichtung weitergeht, die sie auf ihrem Weg dorthin begleitet hat. Für das Magnolia Athletics Camp und die jungen Athletinnen, die dort lebten und trainierten, ist derzeit ungewiss, ob und wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Josephine Sembeyo (in Blau) bei den kenianischen U20-Ausscheidungen im Mai. Dort qualifizierte sie sich für die U20-Weltmeisterschaft in Oregon. (Foto: Robert Kibet/IPS)</p>
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		<title>Salzgewinnung im Wandel</title>
		<link>https://afrika.info/benin-salzgewinnung-im-wandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2026 09:18:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benin]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Neha Banka]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über Jahrhunderte wurde Salz an Benins Küste mit Feuer und Mangrovenholz gewonnen. Heute setzen immer mehr Frauen auf Sonnenenergie. Ein internationales Projekt verbindet Tradition mit Nachhaltigkeit und stärkt Gesundheit, Umwelt und Einkommen.</p>
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]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Jahrhunderte wurde Salz an Benins Küste mit Feuer und Mangrovenholz gewonnen. Heute setzen immer mehr Frauen auf Sonnenenergie. Ein internationales Projekt verbindet Tradition mit Nachhaltigkeit und stärkt Gesundheit, Umwelt und Einkommen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Neha Banka | 9. Juli 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ouidah (IPS/afr) – Es ist kurz vor Mittag. Am Strand nahe dem Dorf Djégbadji im Westen Benins sitzt eine Gruppe von Frauen und siebt Salz, das sie aus dem Wasser des Golfs von Guinea gewonnen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Große Betonbecken, die mit schwarzen Planen abgedeckt sind, tragen weiße Salzablagerungen – ein Zeichen dafür, dass das Meerwasser unter der heißen Mittagssonne langsam verdunstet. Anders als früher wird dafür jedoch kein Feuer mehr benötigt: Die Frauen nutzen Sonnenenergie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Salzgewinnung zählt zu den wichtigsten Einkommensquellen im Süden Benins. Die Frauen arbeiten im Rahmen des Projekts ProSEL Benin – einer Kooperation der Regierung von Benin mit dem <a href="https://www.ibsa-trilateral.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">trilateralen IBSA-Forum</a> von Indien, Brasilien und Südafrika sowie des <a href="https://www.undp.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen</a> (UNDP). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel des Projekts ist es, lokale salzproduzierende Gemeinschaften beim Zugang zu nachhaltigen Energiequellen zu unterstützen und mittelständische Unternehmen für die Produktion und Vermarktung von lokalem Jodsalz aufzubauen.</p>



<h2 id="h-jahrhundertealte-tradition" class="wp-block-heading">Jahrhundertealte Tradition</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„In den Küstenregionen Benins gewinnen Frauen Salz aus den Küstenmarschen”, erklärt Robina Marks, die von 2021 bis 2024 als südafrikanische Botschafterin in Benin und Togo tätig war und maßgeblich an der Umsetzung des von IBSA unterstützten Projekts beteiligt war. “Sie errichten kleine Hütten und kochen Salzwasser in großen Kesseln über offenem Feuer im Inneren der Hütte. Das ist sehr ungesund. Das so gewonnene Salz verkaufen sie dann auf den Märkten und am Straßenrand.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die traditionelle Methode der Salzgewinnung und -verarbeitung wird in Benin seit mindestens dem 15. Jahrhundert praktiziert – überwiegend von Frauen. Dabei sammeln sie salzhaltige Erde, verdampfen das Wasser und filtern die Sole mithilfe von verbranntem Mangrovenholz.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Arbeitsweise belastet die Gesundheit der Frauen sowohl durch die Art der Salzgewinnung als auch durch die Bedingungen, unter denen das Salz verarbeitet wird. Mit dem ProSEL-Benin-Projekt soll diese jahrhundertealte Praxis behutsam weiterentwickelt und der Prozess der Salzgewinnung gesünder sowie umweltfreundlicher gestaltet werden.</p>



<h2 id="h-abholzung-von-mangroven-fur-salzgewinnung" class="wp-block-heading">Abholzung von Mangroven für Salzgewinnung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Gemeinden an der Küste ist die Salzgewinnung eine wichtige Einnahmequelle. Gleichzeitig trägt die traditionelle Herstellung erheblich zur Abholzung der Mangroven bei. Nach Schätzungen von ProSEL Benin werden jedes Jahr rund 20.000 Kubikmeter Mangrovenholz in den Küstenregionen des Landes als Brennstoff für die traditionelle Salzgewinnung gefällt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">UNDP und die Regierung Benins begannen bereits vor rund fünf Jahren mit Gesprächen über die Einführung der neuen Methode. „Die Idee kam aber von den Menschen vor Ort, die diese Bedürfnisse hatten&#8220;, berichtet Aoualé Mohamed Abchir, der von 2020 bis 2024 als UNDP-Repräsentant in Benin tätig war. &#8222;Die Regierung von Benin entwickelte das Projekt und wollte mit dem UNDP zusammenarbeiten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben Abchirs unterstützt ProSEL Benin drei der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030: Geschlechtergleichstellung, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum sowie verantwortungsvollen Konsum und nachhaltige Produktion. Ziel ist es, Frauen in ländlichen Regionen Benins dabei zu helfen, sauberes Salz herzustellen und zu vermarkten, um ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 bewilligte der Verwaltungsrat des IBSA-Fonds für Armuts- und Hungerbekämpfung dem UNDP eine Million US-Dollar für die Umsetzung des Projekts. IBSA ist eine trilateral finanzierte Entwicklungsorganisation des Globalen Südens, die 2004 von Indien, Brasilien und Südafrika gegründet wurde.</p>



<h2 id="h-hohe-kulturelle-bedeutung" class="wp-block-heading">Hohe kulturelle Bedeutung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als die heute 60-jährige Cécile Koffi erstmals mit dem Salzprojekt in Berührung kam, dauerte es eine Weile, bis sie bereit war, von der traditionellen Methode der Salzgewinnung abzuweichen. „Salz hat viele Funktionen und ist für die Frauen dieser Gemeinschaft von grundlegender Bedeutung“, sagt Koffi, während sie ihr gewonnenes Salz betrachtet.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Benin besitzt Salz eine hohe kulturelle Bedeutung, die weit über seine Verwendung als Lebensmittel hinausgeht. „Es wird nicht nur als Nahrungsmittel verwendet, sondern hat auch eine kulturelle Bedeutung”, erläutert Robina Marks. “Es gilt als heilig und wird in vielen Vodoun-Praktiken eingesetzt.”</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-5843" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gemeinsam mit anderen Frauen arbeitet Cécile Koffi mit der neuen Methode der Salzgewinnung, für die kein Feuerholz mehr benötigt wird. (Foto: Neha Banka/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Cécile Koffi gibt einen kleinen Einblick in die Rituale: „Wenn wir zum Markt gehen, um unsere Produkte zu verkaufen, streuen wir Salz auf den Boden und kehren es zusammen, bevor wir unseren Stand aufbauen. Wir glauben, dass dadurch alle bösen Geister verschwinden.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese tief verwurzelten kulturellen Überzeugungen waren einer der Gründe, warum es schwierig war, die Frauen für Veränderungen zu gewinnen und sie für das ProSEL-Benin-Projekt zu begeistern.</p>



<h2 id="h-xwlaje-auf-dem-weg-zur-marke" class="wp-block-heading">Xwlajè: Auf dem Weg zur Marke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Name Xwlajè ist eng mit der ethnischen Gruppe der Xwla verbunden“, erklärt Luc Obale, nationaler Projektleiter von ProSEL Benin. Die Arbeit der Salzproduzentinnen unterliegt zahlreichen traditionellen Regeln und Verboten, etwa in Bezug auf Arbeitstage oder Dorfgottheiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung Benins arbeitet daran, das Salz zertifizieren zu lassen, damit es künftig unter dem Label „Xwlajè“ verkauft werden kann und so seine kulturelle Herkunft sichtbar macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die alte Methode ist die traditionelle Art der Salzgewinnung und hat daher eine besondere Bedeutung”, sagt Abchir. “Manchmal befürchten manche Menschen negative Folgen, wenn man die Produktionsweise ändert. Die Frauen hätten das Salz direkt aus dem Meer gewinnen können, aber es gibt einen Grund, warum sie das vor dem Projekt nicht getan haben.“</p>



<h2 id="h-menschen-fur-den-wandel-gewinnen" class="wp-block-heading">Menschen für den Wandel gewinnen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das ProSEL-Projekt in Benin ist nicht das erste Vorhaben, das die lokale Salzgewinnung sauberer und umweltverträglicher gestalten will. Nach Einschätzung von Cessi Marlene Capo-Chichi, Projektkoordinatorin beim UNDP, war es jedoch besonders erfolgreich, weil es den Verantwortlichen gelang, die Menschen vor Ort für den Wandel zu gewinnen. „Organisationen haben Schwierigkeiten, die lokale Bevölkerung davon zu überzeugen, ihre Gewohnheiten zu ändern“, sagt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 500 Meter vom ProSEL-Projekt entfernt, innerhalb der Grenzen des Dorfes Djégbadji, liegt eine Küstenlagune. Dort gewinnen Frauen in einem Geflecht aus strohgedeckten Hütten weiterhin auf traditionelle Weise Salz. „Diese Art der Salzgewinnung ist mühsamer“,&nbsp; sagt die 45-jährige Julienne Dekon, während sie einen schweren Korb aus Schilfrohr hebt, der mit salzhaltiger Erde aus den umliegenden Sümpfen gefüllt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute verbietet die Regierung Benins das Fällen von Mangroven zur Brennholzgewinnung. Stattdessen werden die Frauen ermutigt, getrocknete Palmblätter und Kokosnussschalen als Brennstoff zu verwenden.</p>



<h2 id="h-festhalten-an-traditioneller-salzgewinnung" class="wp-block-heading">Festhalten an traditioneller Salzgewinnung </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dekon möchte dennoch an der traditionellen Methode festhalten, obwohl viele ihrer Freundinnen nach dem Beitritt zum ProSEL-Projekt inzwischen auf die Salzgewinnung aus Meerwasser umgestiegen sind. Als sie in ihrer Hütte beginnt, das Salzwasser zu kochen, füllt dichter Rauch den kleinen Raum. „Wenn ich viel arbeiten muss, werde ich müde”, erzählt Julienne Dekon, “aber ich weiß nicht viel darüber, wie sich das auf meine Gesundheit auswirkt.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erläutert, warum sie nicht auf die neue Methode umsteigen möchte. “Ich kann auch bei Regen Salz gewinnen, da ich die Erde sammle und drinnen mit dem Kochen beginne. Die beiden Systeme sind zu unterschiedlich“, erklärt Dekon und verweist auf die offenen, wetterabhängigen Verdunstungsbecken am Meer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch die traditionelle Salzgewinnung stößt in der Regenzeit an ihre Grenzen. Von April bis August stehen die tiefer gelegenen Küstensümpfe regelmäßig unter Wasser, auch zwischen September und November kommt es zu Niederschlägen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir drängen die Frauen zum Umstieg auf das ProSEL-System, da das Gebiet, in dem das Salz traditionell gewonnen wird, während der Regenzeit unzugänglich ist”, sagt Abchir. “Es steht komplett unter Wasser, und so findet mehr als die Hälfte des Jahres keine Salzproduktion statt. Wir mussten ihnen Alternativen bieten.“</p>



<h2 id="h-viel-uberzeugungsarbeit-notwendig" class="wp-block-heading">Viel Überzeugungsarbeit notwendig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb konzentriere sich das Projekt darauf, den Frauen einen dauerhaften Zugang zu Meerwasser zu ermöglichen. So können sie ganzjährig Salz gewinnen und ein regelmäßiges Einkommen erzielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Salzgewinnung aus Meerwasser ist weniger aufwendig”, erklärt Abchir. “Man nimmt einfach das Wasser und lässt es von der Sonne verdunsten. Man muss es nicht kochen, und es ist sicherer. Außerdem kann man damit mehr Geld verdienen.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zwischen dem traditionell hergestellten Salz und dem ProSEL-Salz ist auf den ersten Blick sichtbar: Das herkömmliche Salz ist gelblich-braun mit grauen Streifen – eine Färbung, die durch den fehlenden Filterprozess entsteht. Das im Rahmen von ProSEL produzierte Salz hingegen ist weiß, sauber und mit Jod angereichert, das die Frauen kurz vor dem Abfüllen in die Verpackungen mischen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Kilogramm traditionell hergestelltes Salz kostet auf den lokalen Märkten und am Straßenrand etwa 800 westafrikanische CFA-Francs (rund zwei US-Dollar). Die gleiche Menge ProSEL-Salz wird für etwa 1.000 CFA-Francs verkauft.</p>



<h2 id="h-vom-lokalen-projekt-in-den-handel" class="wp-block-heading">Vom lokalen Projekt in den Handel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Studie von ProSEL sind in Benin rund 4.000 Frauen in der Salzgewinnung tätig. Dennoch importiert das Land den Großteil seines Salzes aus Ghana, Senegal und Indien, da die heimische Produktion nur einen Bruchteil des tatsächlichen Bedarfs deckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Projektverantwortlichen wurde schnell klar, dass es nicht genügte, den Frauen eine sauberere Salzproduktion zu vermitteln. Ebenso wichtig war es, neue Absatzmärkte zu erschließen. Einer davon könnte das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen in Benin sein, das jährlich mehr als eine Million Schulkinder mit Mahlzeiten versorgt. Derzeit prüft das WFP, ob künftig Salz aus den von Frauen geführten ProSEL-Kooperativen bezogen werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Regierung Benins verfolgt ehrgeizige Pläne für das lokal gewonnene Salz. Im Dezember 2025 zertifizierte die beninische Lebensmittelsicherheitsbehörde ABSSA (Agence Béninoise de Sécurité Sanitaire des Aliments) das Salz für den öffentlichen Verzehr. Damit wurde der Weg für den Verkauf unter dem Label „Xwlajè“ frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen ist das Xwlajè-Salz in sieben Supermarktketten in Cotonou sowie in weiteren Geschäften in Porto-Novo, Cotonou und Comè erhältlich. „Darüber hinaus werden Schritte unternommen, um das Xwlajè-Salz in den Duty-Free-Shops des internationalen Flughafens Cotonou zu vermarkten“, sagt Obale.</p>



<h2 id="h-neues-verfahren-macht-weniger-arbeit" class="wp-block-heading">Neues Verfahren macht weniger Arbeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Abchir ergänzt, dass ein Arbeitsgang, der früher rund sechs Stunden dauerte, heute nur noch etwa zwei Stunden beansprucht. Die eigentliche Herausforderung sei jedoch gewesen, Menschen zu überzeugen, die seit Generationen nach denselben Methoden arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er räumt ein, dass das Projekt ohne das Vertrauen der Frauen, ihrer Ehemänner, der Bürgermeister sowie der lokalen Gemeindevorsteher kaum erfolgreich gewesen wäre. „Das einheimische Team ging zu den Frauen, verstand ihre Bedürfnisse und fand Akzeptanz. Es ist sehr schwierig in Benin, wenn Fremde kommen und ihnen vorschreiben, was sie zu tun haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen Jahren hat die Regierung Benins den Tourismus zu einem Schwerpunkt ihrer Entwicklungspolitik gemacht. Die traditionellen Methoden der Salzgewinnung sollen dabei helfen, Besucher*innen die Kultur des Landes näherzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ProSEL-Projekt verfolgt jedoch nicht das Ziel, die traditionelle Salzgewinnung vollständig zu verdrängen, betont Obale. „Die moderne Salzproduktionsanlage befindet sich in unmittelbarer Nähe des traditionellen Produktionsstandorts, damit die Touristen den Unterschied zwischen den beiden Produktionsmethoden erkennen können“, sagt er.</p>



<h2 id="h-finanzielle-unabhangigkeit-fur-frauen" class="wp-block-heading">Finanzielle Unabhängigkeit für Frauen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die junge Mutter Mireille Adjovi ist mit ihrem schlafenden Säugling auf dem Rücken zur Arbeit auf das ProSEL-Gelände gekommen. „Mit dem Geld, das ich verdiene, kann ich für meine Kinder sorgen”, sagt Adjovi. “ Ich kann sie zur Schule schicken. An mich selbst denke ich zuletzt: Mein Mann und meine Kinder stehen an erster Stelle. Die Männer geben zwar Geld für den Haushalt, aber die Frauen leiden immer noch sehr. Wenn Frauen etwas brauchen, geben die Männer einfach so viel Geld, wie sie wollen, nicht das, was sie wirklich brauchen. Die Männer denken nicht an die Frauen. Deshalb hilft mir dieses Projekt, mein eigenes Geld zu verdienen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Frauen wie Adjovi bedeutet die Salzgewinnung weit mehr, als eine jahrhundertealte Tradition fortzuführen. Sie kennt weder die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen noch die Bedeutung der Abkürzung IBSA. Doch die Arbeit bei ProSEL Benin ermöglicht es ihr, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden stärker in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig in einer von Frauen geführten Kooperative mitzuwirken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie sich mit den anderen Frauen auf dem Gelände austauscht, denkt sie auch an die hart erkämpfte Unabhängigkeit und Selbstständigkeit, die ihr das Projekt eröffnet hat. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Julienne Dekon gewinnt Salz noch nach dem traditionellen Verfahren. (Foto: Neha Banka/IPS)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/benin-salzgewinnung-im-wandel/">Salzgewinnung im Wandel</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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		<title>Honig statt Biokraftstoffe in Kenias Tana-Delta</title>
		<link>https://afrika.info/honig-statt-biokraftstoffe-in-kenias-tana-delta/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 10:34:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Chemtai Kirui]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im kenianischen Tana-Delta zeigt ein Naturschutzprojekt, wie sich Umwelt- und Wirtschaftspolitik verbinden lassen: Statt großflächiger Biokraftstoffplantagen setzen Gemeinden, Behörden und internationale Partner auf Imkerei, nachhaltige Landwirtschaft und Renaturierung.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Chemtai Kirui | 15. Mai 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Golbanti, Kenia (IPS/afr) – Lydia Hagodana steht neben einem Bienenstock in Golbanti im Tana-Delta. Ein leises, gleichmäßiges Summen liegt in der Luft, während die Bienen unablässig ein- und ausfliegen. Vorsichtig hebt sie den Deckel eines Stocks an, um dessen Gewicht abzuschätzen. „Dieser Bienenstock gehört mir“, sagt sie. „Ich habe zwei davon.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hagodana ist eines von 25 Mitgliedern der Frauengruppe von Golbanti. Gemeinsam verwalten die Frauen rund 50 Bienenstöcke. Jedes Mitglied besitzt zwei davon und erntet mehrmals im Jahr Honig. Ein Teil der Einnahmen bleibt bei den einzelnen Frauen, ein anderer fließt in eine gemeinsame Sparkasse, mit der eine kleine Gemüsefarm der Gemeinschaft finanziert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bienenstöcke stehen am südlichen Ufer des Tana-Flusses, wo sich der Strom in zahlreiche Kanäle verzweigt und so das untere Delta bildet. Während der Regenzeit verwandelt sich die Region in weitläufige Überschwemmungsgebiete, die Zugvögel anziehen und Lebensraum für Flusspferde, Krokodile sowie die seltenen Küsten-Topis bieten – eine stark gefährdete Antilopenart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Waldstreifen entlang des Flussufers beherbergt zudem zwei vom Aussterben bedrohte Primatenarten: den Tana-Stummelaffen und die Tana-Mangabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen Jahren hat sich die Imkerei zu einer wichtigen alternativen Einkommensquelle entwickelt – in einer Region, deren Bevölkerung traditionell von Landwirtschaft, Fischerei und Viehzucht lebt. Besonders für Frauen bedeutet die Imkerei eine neue wirtschaftliche Perspektive jenseits körperlich schwerer Arbeit und männlich dominierter Tätigkeitsfelder.</p>



<h2 id="h-plane-fur-industrielle-nutzung" class="wp-block-heading">Pläne für industrielle Nutzung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 2007 entstanden Pläne für großflächige Biokraftstoffprojekte im Tana-Delta. Investoren betrachteten die Region als weitgehend ungenutztes Land. Große Flächen sollten mit Pflanzen wie Jatropha und Zuckerrohr bepflanzt werden, um daraus Biodiesel und Ethanol zu gewinnen. Die kenianische Regierung sah darin eine Chance für wirtschaftliche Entwicklung, Investitionen und neue Arbeitsplätze im Rahmen ihrer Entwicklungsstrategie „Vision 2030“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies stand im Zusammenhang mit der Politik der Europäischen Union, Biokraftstoffe mit fossilen Brennstoffen zu mischen“, meint Dr. Paul Matiku, Geschäftsführer der Umweltorganisation <a href="https://naturekenya.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nature Kenya</a>. „Afrika wurde als ein Ort mit ‚brachliegendem‘ Land angesehen, das für den Anbau dieser Pflanzen, darunter Jatropha und Zuckerrohr, umgewandelt werden könnte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Rodungen begannen. An manchen Orten wurden Felder umgepflügt, noch bevor ansässige Bauernfamilien ihre Habseligkeiten in Sicherheit bringen konnten. Zudem wurde ein Wildtierkorridor, den Elefanten und andere Tierarten nutzten, durch die geplanten Plantagen zerschnitten.</p>



<h2 id="h-erfolgreicher-widerstand" class="wp-block-heading">Erfolgreicher Widerstand</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zukunft des ökologisch wertvollen Deltas war zunehmend ungewiss. „Wir standen vor der Herausforderung, zu entscheiden, wohin sich das Tana-Delta entwickeln sollte“, erzählt Matiku, der den juristischen Widerstand gegen die Projekte mit angeführt hatte. „Man kann Wildtiergebiete und landwirtschaftliche Flächen nicht in Kraftstoff für Autos umwandeln. Wir mussten alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um das zu verhindern.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Koalition aus Naturschutzorganisationen und lokalen Gemeinden klagte schließlich gegen die Regierung. Im Februar 2013 stoppte Richterin Mumbi Ngugi die geplanten Großprojekte und urteilte, dass die Rechte der lokalen Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt worden seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Gericht entschied, dass niemand ohne einen gemeinsam mit der Bevölkerung erarbeiteten Flächennutzungsplan weitermachen dürfe“, sagte Matiku.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In den darauffolgenden zwei Jahren kartierten Gemeinden, Bezirksbehörden und Naturschutzgruppen gemeinsam das Delta. Im Rahmen des „Tana Delta Land Use Plan“ von 2025 wurde die Region erstmals offiziell in Zonen für Weidewirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz unterteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verfügte das Delta erstmals über ein verbindliches Regelwerk für seine Nutzung. Doch eine zentrale Frage blieb offen: Kann Naturschutz auch wirtschaftlich tragfähig sein?</p>



<h2 id="h-vom-brachliegenden-land-zur-naturokonomie" class="wp-block-heading">Vom „brachliegenden Land“ zur Naturökonomie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Unterstützung des <a href="https://www.unep.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Umweltprogramms der Vereinten Nationen</a> (UNEP) begannen Forscher*innen, den ökonomischen Wert der Ökosysteme des Deltas zu berechnen. Damit wurde das Gebiet neu bewertet – nicht länger als „brachliegendes Land“, sondern als funktionierende Naturökonomie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Projektpartner wandten sich daraufhin an die <a href="https://www.thegef.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Globale Umweltfazilität</a> (GEF), den weltweit größten multilateralen Umweltfonds. Nach einem technischen Prüfungsverfahren genehmigte die GEF im Jahr 2018 im Rahmen ihrer Restaurierungsinitiative einen Zuschuss von 3,3 Millionen US-Dollar für die Renaturierung des Tana-Deltas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Zusammenarbeit mit UNEP und Nature Kenya unterstützte das Programm u. a. die Ausarbeitung von Dokumenten zur Umsetzung des Landnutzungsplans in geltendes Recht. Zwischen 2019 und 2024 wurden insgesamt 29 Richtlinien und Rechtsinstrumente verabschiedet, um Landnutzung, Naturschutz und Klimaschutz zu regulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind von lose koordinierten Naturschutzprojekten zu einem rechtsbasierten Governance-Rahmen übergegangen, der Landnutzung, Klimawandel und Bürgerbeteiligung integriert“, sagt Mathew Babwoya Buya, Umweltbeauftragter des Tana River County.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das County Tana River reservierte mindestens zwei Prozent seines Entwicklungsbudgets für Klimaresilienz und die Wiederherstellung von Ökosystemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Haushaltsjahr 2024/25 belief sich das Gesamtbudget des Bezirks auf rund 8,87 Milliarden kenianische Schilling (68,76 Millionen US-Dollar). Davon entfielen etwa drei Milliarden Schilling (23 Millionen US-Dollar) auf Entwicklungsprojekte. Rund 60 Millionen Schilling (460.000 US-Dollar) pro Jahr wurden für die Wiederherstellung von Ökosystemen bereitgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Projektunterlagen zufolge mobilisierte das Programm insgesamt rund 36,8 Millionen US-Dollar an Kofinanzierungsmitteln – etwa elf Dollar für jeden Dollar GEF-Förderung.</p>



<h2 id="h-neue-wertschopfungsketten-gesucht" class="wp-block-heading">Neue Wertschöpfungsketten gesucht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Tana-Delta-Projekt zeigt, was möglich ist, wenn die Eigenverantwortung des Landes stark ist und die Prioritäten klar aufeinander abgestimmt sind”, sagte Ulrich Apel, leitender Umweltexperte bei der GEF. “Diese Hebelwirkung spiegelt ein tiefes nationales Engagement, eine starke Beteiligung einer Vielzahl von Interessengruppen sowie klare Verbindungen zu Wertschöpfungsketten und lokalen Geschäftsmöglichkeiten wider. Der integrierte, landschaftsbezogene Ansatz des Projekts ermöglicht es, mehrere Herausforderungen gleichzeitig anzugehen, was es zu einer attraktiven Plattform für Partner macht, gemeinsam mit der GEF zu investieren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großteil dieser Finanzierung stammt jedoch weiterhin von öffentlichen Stellen und internationalen Entwicklungspartnern. Lediglich rund 341.000 US-Dollar – weniger als ein Prozent der Gesamtsumme – entfallen auf direkte Investitionen des Privatsektors.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird deshalb nach ähnlichen Wertschöpfungsketten wie der Honigproduktion gesucht. Im Bereich der Aquakultur unterstützt die Mastercard Foundation gemeinsam mit TechnoServe ein Programm für rund 650 junge Unternehmer*innen im Tana River County. Vor Ort wird derzeit erprobt, wie sich dieses Modell in nachhaltige kommerzielle Investitionen überführen lässt.</p>



<h2 id="h-das-geschaft-mit-dem-honig" class="wp-block-heading">Das Geschäft mit dem Honig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Golbanti, wo Lydia Hagodanas Bienenstöcke am Flussufer stehen, entwickelt sich die Honigproduktion vielversprechend. Das Projekt wird in Partnerschaft mit <a href="https://www.africanbeekeepers.co.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">African Beekeepers Limited</a> (ABL) umgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen stellt moderne Bienenstöcke und technisches Fachwissen bereit, organisiert die Produktion und kauft den Honig zu einem festen Preis auf. Dadurch wird eines der größten Risiken ländlicher Märkte reduziert: starke Preisschwankungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir konnten 76 Landwirten etwa 700.000 KSh (5.400 USD) für den im Delta geernteten Honig auszahlen“, berichtet Ernest Simeoni, Direktor von ABL, mit Blick auf den ersten Produktionszyklus des Projekts.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5675" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bienenzüchter*innen bei der Honigernte im Tana-Delta: Die Bienenstöcke werden von African Beekeepers Limited (ABL) zur Verfügung gestellt. (Foto: Chemtai Kirui/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Simeoni betont, dass sich dieses Modell deutlich von vielen geberfinanzierten Initiativen unterscheide, die meist darauf abzielen, Landwirte in eigenständiger Imkerei auszubilden. „In ganz Kenia gibt es Hunderte moderner Bienenstöcke, aber sie produzieren keinen Honig“, erzählt er. „Was fehlt, ist das Fachwissen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">ABL behält deshalb die Kontrolle über die Produktion und setzt eigene Teams ein, um Bienenvölker zu überwachen, Honig zu ernten und die Verarbeitung zu organisieren. „Wir schulen die Landwirte nicht darin, wie man Imkerei betreibt“, erklärt Semeoni. „Was wir tun, ist Business – wir zeigen, wie man mit Honig Geld verdient.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gemeinschaftsgruppen stellen Land und Schutz für die Bienenstöcke bereit, während das Unternehmen Ernte und Verarbeitung übernimmt. Laut Simeoni sorgt diese Struktur für mehr Verlässlichkeit bei den Produktionsmengen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig warnt er jedoch vor der Fragilität des Modells. Der Zugang zu günstigen Finanzierungen sei begrenzt, und viele Projekte seien weiterhin auf Anschubfinanzierungen durch Geber angewiesen. „Wenn die Geberfinanzierung morgen wegfällt, werden die meisten dieser Projekte eingestellt“, sagt Simeoni.</p>



<h2 id="h-hoffnung-auf-grossere-investitionen" class="wp-block-heading">Hoffnung auf größere Investitionen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über kleinere Wertschöpfungsketten hinaus versucht das County, mit einem Entwicklungsplan namens „Green Heart“ größere Investitionen anzuziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Minjila wurde nach Angaben von Mwanajuma Hiribae, Mitarbeiterin des Tana River County, ein 60 Hektar großes Gelände für einen Industriestandort vorgesehen. Dort sollen künftig landwirtschaftliche Verarbeitung, Logistik und umweltfreundliche Produktion angesiedelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir arbeiten daran, eine Investitionsstelle einzurichten, um die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen zu koordinieren“, erzählt Hiribae. Zudem seien Mittel für die Entwicklung eines Masterplans bereitgestellt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Vorhaben befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium. Das Gelände muss zunächst offiziell an die Investitionsbehörde des Bezirks übertragen werden. Vorschläge potenzieller Investoren werden derzeit geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Behördenvertreter betonen, dass jede künftige Entwicklung mit dem Flächennutzungsplan des Deltas und den bestehenden Umweltschutzmaßnahmen vereinbar sein müsse. Bislang bleiben privatwirtschaftliche Investitionen im Tana-Delta jedoch überschaubar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Lydia Hagodana beginnt sich die Honigproduktion inzwischen auszuzahlen. Mit den Einnahmen finanziert sie die Schulgebühren ihrer sechs Kinder, bewirtschaftet einen kleinen Bauernhof und unterstützt den gemeinschaftlichen Gemüseanbau. Einen Teil des Geldes gibt sie aus, einen spart sie, einen investiert sie erneut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit zwei Jahren hält sie Bienen. Früher, sagt sie, sei das Leben deutlich härter gewesen. Heute gebe es zumindest etwas, worauf sie sich verlassen könne. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Lydia Hagodana vor Bienenstöcken in Golbanti im Tana-Delta in Kenia (Foto: Chemtai Kirui/IPS)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Mädchen bauen Stühle aus invasiver Baumart</title>
		<link>https://afrika.info/mathenge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jul 2025 08:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Farai Shawn Matiashe]]></category>
		<category><![CDATA[Flora]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der aus Südamerika importierte Mathenge-Baum sollte einst die Wüstenbildung in Kenia stoppen. Heute gilt der Strauchbaum als Unkraut. Das harte Mathenge-Holz bietet aber auch Chancen: Schülerinnen fertigen daraus einfache Stühle.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Farai Shawn Matiashe | 3. Juli 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kakuma (IPS/afr). Der aus Südamerika importierte Mathenge-Baum sollte einst die Wüstenbildung in Kenia stoppen. Heute gilt der Strauchbaum als Unkraut. Das harte Mathenge-Holz bietet aber auch Chancen: Schülerinnen fertigen daraus einfache Stühle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter der sengenden Sonne im Turkana County im Norden Kenias arbeitet die 16-jährige Schülerin Char Tito an einem neuen Stuhl. Das Holz dafür stammt vom ungeliebten Mesquitebaum, der in Kenia Mathenge genannt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mesquitebaum (Neltuma juliflora, früher Prosopis juliflora) wurde 1948 von Südamerika nach Kenia importiert, um die Wüstenbildung in trockenen Regionen zu bekämpfen. In den 1970er-Jahre verbreitete sich die Pflanze stark in ganz Ostafrika und gilt heute vielerorts als Plage.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-mathenge-ips-1200-900-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4486" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-mathenge-ips-1200-900-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-mathenge-ips-1200-900-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-mathenge-ips-1200-900-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-mathenge-ips-1200-900-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-mathenge-ips-1200-900.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der invasive Mathenge-Baum hat in Kenia bereits zwei Millionen Hektar überwuchert und breitet sich weiter rasant aus. (Foto: Farai Shawn Matiashe/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia hat der Mathenge laut <a href="https://www.kefri.org/assets/publications/Newsletters/Newsletter%20No.%2044.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kenya Forestry Research Institute</a> (KEFRI) bereits zwei Millionen Hektar in Kenia erobert. Um die Ausdehnung zu beherrschen, hat die Regierung die Pflanze 2008 zum schädlichen Unkraut erklärt. In der Folge wurden Gesetze verabschiedet, welche die Bevölkerung dazu verpflichten, einen Befall zu beseitigen oder ihn zu melden, wenn dieser nicht mehr beherrschbar ist.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Maßnahmen haben sich allerdings bislang nicht wenig zielführend erwiesen: Der Mathenge breitet sich weiter rasant aus, sein Bestand nimmt jährlich um 15 Prozent zu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verletzte Tiere und erschöpfte Böden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Bevölkerung im Turkana County wird der Mathenge immer mehr zum Albtraum: Ziegen verletzen sich häufig an den scharfen Dornen. Die zuckerhaltigen Schoten führen bei den Tieren zu Zahnausfall, Infektionen oder Vergiftungen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Böden leiden zunehmend unter der Pflanze. Die Wurzeln des Mathenge reichen bis zu 35 Meter in die Erde. Der hohe Wasserbedarf beschleunigt die Erschöpfung der Böden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus ist die Biodiversität gefährdet: Unter dem Dickicht des Mathenge können keine anderen Pflanzen gedeihen, einheimische Arten werden zunehmend verdrängt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erwerbschancen für Mädchen im Flüchtlingslager</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt aber auch Initiativen, das Holz zu verwerten und Einkommen für junge Menschen zu generieren. Im Kakuma-Flüchtlingslager hat die Organisation <a href="https://girlchildnetwork.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Girl Child Network</a> das Projekt “Green Youth 360” implementiert. Dieses soll junge Mädchen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren befähigen, aus den Herausforderungen des Klimawandels neue Einkommensquellen zu erschließen.  Diese „Green Skills“ werden in Zusammenarbeit mit örtlichen Schulen vermittelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Char Tito ist Schülerin an der Kakuma Arid Zone Secondary School. Im Projekt hat sie gelernt, aus dem Hartholz einfache Stühle herzustellen. „Plastiksessel sind sehr teuer”, sagt Tito. “Mathenge wächst aber überall und ist frei verfügbar.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-char-tito-ips-1200-900-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-4487" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-char-tito-ips-1200-900-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-char-tito-ips-1200-900-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-char-tito-ips-1200-900-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-char-tito-ips-1200-900-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/kenia-kakuma-char-tito-ips-1200-900.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die 16-jährige Schülerin Char Tito fertigt aus dem Mathenge-Holz einfache Stühle. (Foto: Farai Shawn Matiashe/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Teenagerin ist 2017 aus dem Südsudan geflüchtet und lebt im <a href="https://www.unhcr.org/ke/about-us/where-we-work/kakuma-refugee-camp" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kakuma Refugee Camp</a>. Aus dem Lager, das 1992 eigentlich als temporäre Zuflucht gegründet worden war, ist eine dauerhafte Siedlung mit über 220.000 Flüchtlingen geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Char Tito erzählt, wie das Projekt das Verhalten von Schülerinnen verändert hat: „Früher haben wir den Mathenge-Baum als Brennholz verwendet. Erst hier in der Schule habe ich gelernt, dass man daraus auch Stühle machen kann.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tito plant, ihre selbstgebauten Stühle bald in Kakuma zu verkaufen. Ihr Traum ist aber, Ärztin zu werden. „Als Mädchen bin ich stolz auf mich”, sagt sie. “Ich trage zum Schutz der Umwelt bei und baue damit auch meine Zukunft auf.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Die Schülerinnen Magdalene Ngimoe und Char Tito haben gelernt, aus dem Mathenge-Baum Stühle herzustellen. (Foto: Farai Shawn Matiashe/IPS)</p>
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		<title>Mit der Spitzhacke für Gleichberechtigung</title>
		<link>https://afrika.info/mit-der-spitzhacke-fuer-gleichberechtigung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 May 2025 08:10:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der tansanischen Bergbauindustrie sehen sich Frauen mit Diskriminierung, Landrechtsproblemen und mangelnder Finanzierung konfrontiert. In einem von Männern dominierten Sektor kämpfen sie um Anerkennung und ihre Existenzgrundlage kämpfen.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 22. Mai 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dar es Salaam (IPS/afr). Unter der sengenden Sonne in Geita im Nordwesten von Tansania wischt sich Neema Mushi den staubverkrusteten Schweiß aus dem Gesicht. Dann rammt sie erneut ihre Spitzhacke in die Erde. Eine Staubwolke steigt auf und bedeckt ihre zerschlissene Kleidung – doch das stört sie kaum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit acht Jahren gräbt und siebt sie im männderdominierten Goldabbaugebiet von Geita, immer in der Hoffnung auf einen Fund. Es ist ein Knochenjob – mühsam und voller Hürden. „Ich will selbst eine Mine besitzen“, sagt Mushi. „Aber in dieser Branche werden Frauen bei Landrechten einfach übergangen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz harter Arbeit über viele Jahre hinweg leben Frauen wie Neema Mushi am Rande des Existenzminimums. Sie erzählt, dass sie eines Abends einen kleinen Goldsplitter entdeckt hatte. Doch bevor sie ihn einstecken konnte, tauchte ein männlicher Minenarbeiter auf. „Das ist mein Platz“, knurrte er sie an und riss ihr den Fund aus der Hand. Mushi weiß: In einem System, das nicht für Frauen wie sie gedacht ist, hat sie keine Chance.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal versuchte sie, ein Abbaugebiet auf ihren Namen registrieren zu lassen. Der Beamte im örtlichen Büro blickte kaum von seinen Papieren auf. „Sie brauchen die Zustimmung Ihres Mannes“, murmelte er. Mushi zögerte – sie hat keinen Mann, aber drei Kinder zu ernähren. „Dann suchen Sie sich einen männlichen Partner“, meinte der Beamte und wies sie ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst durch den Beitritt zur Frauenkooperative „Umoja wa Wanawake Wachimbaji“ – auf Deutsch „Vereinigung der Minenarbeiterinnen“ – konnte Mushi die Schulgebühren für ihre Kinder bezahlen. Heute sieht sie sie mit sauberen Uniformen zur Schule gehen – und hat mehr als nur Gold gefunden: Hoffnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Patriarchale Strukturen zerschlagen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tansania ist der viertgrößte Goldproduzent Afrikas, der Bergbau trägt rund zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Zwischen einer und zwei Millionen Menschen arbeiten im kleingewerblichen und handwerklichen Bergbau – immerhin ein Drittel davon sind Frauen. Doch trotz ihrer Zahl kämpfen sie um Anerkennung, werden vom Landbesitz ausgeschlossen, erhalten kaum Kredite und erfahren Diskriminierung in einem von Männern dominierten Umfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jahrelang arbeitete Mushi informell am Rande lizenzierter Minen, wo sie in aussortierten Steinen nach Gold suchte. Ohne eigene Lizenz war sie auf Zwischenhändler angewiesen, die ihr das Gold zu Dumpingpreisen abkauften. „Wenn du kein eigenes Abbaugebiet hast, bist du ihnen ausgeliefert“, sagt sie. „Sie können dich jederzeit vertreiben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar erlaubt das tansanische Bergbaugesetz Frauen theoretisch den Besitz von Lizenzen, doch in der Praxis gelingt dies nur wenigen. Die Verfahren sind komplex und teuer. „Die meisten Minengebiete gehen an Männer oder große Unternehmen“, erklärt Alpha Ntayomba, Bergbauaktivist und Direktor der NGO „Population and Development Initiative“ (PDI). „Frauen arbeiten meist auf geliehenem Land oder als Hilfskräfte auf fremden Claims.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-4454" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eine Gruppe von Minenarbeiterinnen gründete die Kooperative &#8222;Umoja wa Wanawake Wachimbaji&#8220; und kämpfte erfolgreich für eine eigene Bergbaulizenz. (Foto: Kizito Makoye/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen finanzielle Hürden. Der Bergbau erfordert Investitionen in Ausrüstung, Verarbeitung und oft auch Maschinen – doch Banken halten Frauen für nicht kreditwürdig und verweigern ihnen Darlehen. Das hält sie in einem Teufelskreis aus gefährlicher und schlecht bezahlter Arbeit gefangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Frauen im handwerklichen Bergbau stehen ganz unten“, sagt Ntayomba. „Sie machen die härtesten Jobs, wie Steine zerschlagen und Erz in quecksilberverseuchtem Wasser waschen, verdienen aber am wenigsten und sind am stärksten gefährdet.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sexuelle Ausbeutung und Belästigung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sexuelle Belästigung und Nötigung gehören für viele Minenarbeiterinnen zum Alltag. Wer in diesem Geschäft arbeitet, ist oft auf die Gunst männlicher Grubenbesitzer oder Zwischenhändler angewiesen – eine Machtasymmetrie, die Missbrauch begünstigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Einige Frauen sind gezwungen, sexuelle Gefälligkeiten zu leisten, nur um an das Gold zu gelangen, das sie mit abbauen“, berichtet Ntayomba. „Sex wird so zur inoffiziellen Währung in der Branche.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Betroffene schweigen – aus Angst vor Kündigung oder Repressalien. Andere wissen nicht, wie sie sich juristisch wehren können. „Ich kenne Frauen, die entlassen wurden, weil sie die Annäherungsversuche von Mineneigentümern abgelehnt haben“, sagt Ntayomba. „Das System ist gegen sie, und der Mangel an rechtlichem Schutz verschärft die Lage.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gesundheitsrisiken durch Quecksilber</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die gesundheitlichen Risiken sind enorm. Viele Frauen waschen Gold mit bloßen Händen in Quecksilber – einem hochgiftigen Metall, das das Nervensystem schädigt und zu Fehlbildungen führen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die meisten wissen gar nicht, wie gefährlich Quecksilber ist“, erzählt Ntayomba. „Sie mischen es mit den Händen und atmen die Dämpfe ein. Damit setzen sie sich selbst und ihre Kinder langfristigen Gesundheitsgefahren aus.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alpha Ntayomba fordert strengere Vorschriften, mehr Schulungen und sichere Arbeitsbedingungen. Seine Organisation setzt sich für bessere gesetzliche Regelungen, Schutzmaßnahmen und wirtschaftliche Teilhabe von Frauen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Regierung muss Frauen im Bergbau endlich als zentrale Akteurinnen anerkennen“, sagt er. „Dazu gehören rechtliche Absicherung, Sicherheitsstandards und Zugang zu eigenen Abbauflächen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Wandel geht nur schleppend voran. „Frauen im Bergbau verdienen Würde, faire Bezahlung und Schutz vor Ausbeutung“, bekräftigt Ntayomba. „Die Branche darf nicht weiter auf ihrem Leid fußen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Steine brechen, Barrieren überwinden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um ihre Lage zu verbessern, gründeten Mushi und andere Frauen die Kooperative „Umoja wa Wanawake Wachimbaji“. Darin bündelten sie ihre Ressourcen und kämpften gemeinsam für eine eigene Lizenz. Mit Unterstützung der <a href="https://tawoma.or.tz/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tanzania Women Miners Association</a> (TAWOMA) und staatlicher Förderprogramme für Unternehmerinnen erhielten sie schließlich ein kleines Abbaugebiet und investierten in bessere Ausrüstung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir mussten beweisen, dass wir dazugehören“, sagt Anna Mbwambo, Gründungsmitglied der Kooperative. „Zu lange galten Frauen im Bergbau nur als Helferinnen – nicht als eigenständige Minenarbeiterinnen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Mushi hat sich seither vieles zum Guten verändert. „Früher konnte ich kaum die Schulgebühren für meine Kinder aufbringen“, sagt sie. „Heute kann ich sparen – und habe sogar den Traum, mein Geschäft zu erweitern.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz anhaltender Herausforderungen bewegt sich etwas. Die staatliche Bergbaugesellschaft <a href="https://www.stamico.co.tz/">STAMICO</a>  schult Kleinbergleute in sicheren und effizienteren Abbaumethoden. Die Regierung hat zudem Goldankaufszentren eingerichtet, die für fairere Preise sorgen und die Abhängigkeit von ausbeuterischen Zwischenhändlern reduzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch international wächst der Druck, Frauen im Bergbau stärker zu berücksichtigen. Die Weltbank fordert Reformen für mehr Geschlechtergerechtigkeit, die <a href="https://eiti.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Extractive Industries Transparency Initiative</a> (EITI) setzt sich für inklusive Richtlinien ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hoffnung auf eine neue Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neema Mushi blick auf das Land, das sie und ihre Kolleginnen nun gemeinsam besitzen. Es ist ein kleiner Claim – überschattet von großen, männergeführten Betrieben. Dennoch ist sie stolz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich will, dass meine Töchter sehen, dass Frauen alles erreichen können“, sagt sie. „Sie können arbeiten, besitzen – und erfolgreich sein.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie greift zur Spitzhacke, ihre kräftigen Hiebe zerbersten das Gestein. Mit jedem Schlag kommt sie einer Zukunft näher, in der Frauen im Bergbau nicht nur überleben – sondern aufblühen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Minenarbeiterinnen in Tansania kämpfen um Anerkennung und gegen Diskriminierung in einem von Männern dominierten Sektor (Foto: Kizito Makoye/IPS)</p>
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		<title>Schwammzüchterinnen entrinnen der Armut</title>
		<link>https://afrika.info/schwammzuechterinnen-entrinnen-der-armut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2025 13:35:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Vaterlaus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Marine Cultures]]></category>
		<category><![CDATA[Sansibar]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Jambiani an der Ostküste Sansibars wagen Frauen den Sprung in eine neue Zukunft - mit nachhaltiger Schwammzucht. Sie schaffen damit eine Lebensgrundlage, die obendrein die Ökosysteme des Indischen Ozeans schützt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 10. April 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jambiani, Sansibar (IPS/afr). Früh am Morgen, wenn sich das Meer langsam zurückzieht, bindet Zulfa Abdallah ihr Kopftuch fest, setzt die Schwimmbrille auf und steckt den Schnorchel an den Kopf. Dann watet sie entschlossen in das brusttiefe Wasser vor dem Dorf Jambiani auf Sansibar. Der Indische Ozean ist ihr Arbeitsplatz – und ihre Hoffnung. Denn inmitten von Armut und Klimawandel finden Frauen wie sie dort eine neue Perspektive.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher verdiente Abdallah ihr Geld mit dem Anbau von <a href="https://afrika.info/sansibars-frauen-machen-mehr-aus-seetang/">Meeresalgen</a>. Doch steigende Wassertemperaturen haben diese Lebensgrundlage zerstört. An ihre Stelle ist nun ein anderes Produkt getreten: Meeresschwämme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist wie eine Wunderpflanze, die mir mein Leben zurückgegeben hat”, sagt die 34-Jährige, während sie die porösen Gebilde prüft, die an Seilen unter Wasser hängen. „Sie brauchen Geduld und Fürsorge – wie ein Baby. Aber wie bei Kindern bekommt man auch viel zurück.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit vier Jahren betreibt Abdallah ihre Schwammzucht bereits. Die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern wurde von der Schweizer Organisation <a href="https://www.marinecultures.org/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Marine Cultures</a> ausgebildet. Ihre Unterwasserfarm besteht aus einem Netz aus Seilen, die zwischen Bojen gespannt sind. An den Seilen hängen die Schwämme, die sanft vom Indischen Ozean bewegt werden. Jeder einzelne Schwamm muss regelmäßig gereinigt, gepflegt und vor Fressfeinden geschützt werden. Die Arbeit ist hart – aber sie verändert Leben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr Einkommen, mehr Selbstständigkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Früher brachte ihr die Arbeit mit Meeresalgen kaum 30 US-Dollar im Monat – zu wenig, um ihre Familie zu ernähren. Heute verdient sie durch die Schwammzucht etwa das Dreifache. Sie konnte das Haus ihrer Mutter renovieren, neue Möbel kaufen und Geld für ein eigenes Grundstück zur Seite legen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Viele Frauen dachten zunächst, ich verschwende meine Zeit“, erinnert sich Abdallah an die anfänglichen Zweifel ihrer Nachbarinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ihre Erfolgsgeschichte ist kein Einzelfall mehr. In den letzten zehn Jahren hat Marine Cultures rund ein Dutzend Frauen im Dorf Jambiani ausgebildet – ehemals arme Algenbäuerinnen, aus denen heute selbstbewusste Unternehmerinnen geworden sind. Sie alle brechen mit gesellschaftlichen Erwartungen in einer noch immer patriarchal geprägten Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lange hat man gesagt, Frauen gehören ins Haus“, erzählt Ausbilderin Nasir Haji. „Aber diese Frauen beweisen, dass sie nicht nur arbeiten, sondern auch ein gutes Einkommen verdienen können.“ Haji ist die erste Frau in Sansibar, die den Beruf als Schwammzüchterin ergriffen hat – vor mittlerweile zehn Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Meeresschwämme, die in touristischen Läden zwischen 15 und 30 US-Dollar pro Stück kosten, werden als Bade- und Kosmetikartikel oder zur Babypflege verkauft. Eine lokale Kooperative sorgt dafür, dass die Bäuerinnen 70 Prozent der Einnahmen erhalten. Der Rest deckt die Betriebskosten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es fühlt sich gut an, sein eigenes Geld zu verdienen”, sagt Abdallah, “ich kann es ausgeben, wie ich will.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Herausforderungen unter Wasser</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz reibungslos verlief der Wechsel von der Algenzucht auf Schwammfarmen aber nicht. 2018 zerstörte eine Massenvermehrung winziger Schlangensterne fast die Hälfte der Schwämme. Im Jahr darauf bedrohte eine dichte Grünalgenblüte die Jungpflanzen. Doch die Frauen lernten, mit Rückschlägen umzugehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir entwickeln immer wieder neue Methoden, um Krankheiten zu vermeiden und die Schwämme gesund zu halten“, erklärt Abdallah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile sorgt das Projekt auch außerhalb Sansibars für Aufmerksamkeit. Marine Cultures arbeitet mit weiteren Küstengemeinden auf dem tansanischen Festland, Madagaskar und den Seychellen zusammen, um das Modell zu verbreiten. Gründer Christian Vaterlaus ist überzeugt, dass die Schwammzucht sowohl die Wirtschaft stärken als auch Meeresökosysteme schützen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nachhaltige, gemeinschaftsbasierte Aquakultur ist ein Gewinn für alle“, sagt Vaterlaus. “Sie sichert den Menschen, die es am dringendsten brauchen, ein Einkommen und trägt zum Umweltschutz bei.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Meeresbiologe Leonard Chauka von der Universität Dar es Salaam lobt das Projekt: „Die Schwammzucht ist eine Lebensader für Frauen, da sie ein stabiles Einkommen sichert, ohne die Meeresressourcen zu erschöpfen. Ökologisch gesehen sind Schwämme natürliche Filter – sie reinigen das Wasser und schaffen Lebensraum für Meereslebewesen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mut und Perspektiven</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Frauen wie die 31-jährige Hindu Rajabu ist das Projekt mehr als nur ein Job. Früher konnte sie ihre Kinder kaum ernähren. Jetzt spart sie für ihr eigenes Haus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin stolz auf mich“, sagt sie, während sie vorsichtig Algen von einem Schwamm streift.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-4400" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hindu Rajabu (rechts im Bild) und ihre Kollegin sortieren getrocknete Schwämme für den Verkauf. (Foto: Kizito Makoye/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Doch es gibt auch kulturelle Hürden. Schwimmen gilt in vielen Teilen Sansibars noch immer als Tabu für Frauen. Marine Cultures hat Schwimmkurse für die Schwammfarmerinnen zur Pflicht gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hatte große Angst vor dem Meer“, erzählt Abdallah, „aber nachdem ich schwimmen gelernt habe, fühle ich mich sicher und es macht mir tatsächlich Spaß, draußen meine Schwämme zu pflegen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück an Land versammeln sich die Frauen in einem kleinen Verarbeitungszentrum, um ihre Schwämme für den Markt vorzubereiten. Sie reinigen, sortieren und verpacken jeden einzelnen liebevoll. Jeder Schwamm bekommt ein Etikett, auf dem steht: “Nachhaltig gezüchtet in Sansibar“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Sonne untergeht, kehrt Aballah mit ihrer Ausrüstung nach Hause zurück. Ihre Kinder laufen ihr entgegen, ihr Lachen vermischt sich mit dem Rauschen der Wellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Meer schenkt uns eine echte Chance, etwas Besseres aufzubauen“, sagt sie. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Nasir Haji reinigt Schwämme im Indischen Ozean vor Jambiani an der Ostküste Sansibars. (Foto: Kizito Makoye/IPS)<br></p>
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		<title>Afrika-Filmtage 2025: Regisseurinnen im Fokus</title>
		<link>https://afrika.info/afrika-filmtage-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2025 10:24:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von 13. bis 15. Mai 2025 finden die 2. Afrika-Filmtage im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO statt. Mit Filmen wie <i>The Bride</i> von Myriam Birara und <i>Banel &#038; Adama</i> von Ramata-Toulaye Sy liegt der Schwerpunkt heuer auf dem Schaffen afrikanischer Regisseurinnen.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 9. April 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg (afr). Von 13. bis 15. Mai 2025 finden die 2. Afrika-Filmtage im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO statt. Mit Filmen wie&nbsp;<em>The Bride</em>&nbsp;von Myriam Birara und&nbsp;<em>Banel &amp; Adama</em>&nbsp;von Ramata-Toulaye Sy liegt der Schwerpunkt heuer auf dem Schaffen afrikanischer Regisseurinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die afrikanische Filmindustrie erlebt derzeit einen bemerkenswerten Aufschwung. Allein in Nigerias Traumfabrik „Nollywood“ werden pro Jahr mehr als 2.500 Filme produziert. Laut dem UNESCO-Bericht <a href="file:///C:/Users/marti/Downloads/379165eng.pdf">The African Film Industry</a> hat die Branche das Potenzial, über 20 Millionen Arbeitsplätze auf dem Kontinent zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frauen spielen in der afrikanischen Filmindustrie bislang nur eine Nebenrolle – im kontinentalen Schnitt ist lediglich ein Fünftel aller in der Branche beschäftigten Personen weiblich. Allerdings gibt es starke regionale Unterschiede. In der Region Zentralafrika, die Länder wie z. B. Kamerun, Tschad oder DR Kongo umfasst, liegt der Frauenanteil bei unter 10 %. Deutlich besser hingegen ist die Situation in der Region Südliches Afrika mit Staaten wie Botswana, Namibia oder Südafrika. Dort beträgt der Anteil an weiblichen Beschäftigten in der Filmindustrie mehr als 30 %.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Afrikanische Regisseurinnen vor den Vorhang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 2. Afrika-Filmtage in Salzburg, die vom Afro-Asiatischen Institut, der Nachrichtenagentur afrika.info und DAS KINO organisiert werden, holen heuer afrikanische Filmemacherinnen vor den Vorhang. „Regisseurinnen aus afrikanischen Ländern stehen völlig zu Unrecht im Schatten ihrer männlichen Kollegen“, sagt Elke Giacomozzi, Geschäftsführerin des Afro-Asiatischen Instituts in Salzburg. „Dabei können afrikanische Filmemacherinnen mit ihrer visionären Erzählweise und ihrer poetischen Filmsprache immer häufiger auch die Jurys großer Filmfestspiele wie in Cannes oder Berlin überzeugen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Spielfilmdebüts, die besonders hervorstechen, stehen im Mittelpunkt der Afrika-Filmtage: <em>The Bride</em> der ruandischen Filmemacherin Myriam Uwiragiye Birara und <em>Banel &amp; Adama</em> der französisch-senegalesischen Regisseurin Ramata-Toulaye Sy.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine eindringliche Geschichte über Selbstbestimmung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>The Bride</strong> </em>(Ruanda 2023) ist das beeindruckende Debüt der ruandischen Regisseurin Myriam Uwiragiye Birara. Der Film feierte bei der Berlinale 2023 seine Weltpremiere und hat dort eine lobende Erwähnung für den GWFF Best First Feature Film Award erhalten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="563" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro.jpg" alt="" class="wp-image-4408" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro-300x169.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro-768x432.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro-640x360.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>The Bride</em> (Ruanda 2023) ist das Spielfilmdebut von Myriam Birara. Der Film behandelt die Pläne einer jungen Frau, die in Konflikt mit traditionellen Rollenbildern geraten. (Bildrechte: Bora Shingiro)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Handlung von <em>The Bride</em> ist im Jahr 1997 angesiedelt – drei Jahre nach dem Genozid in Ruanda. Eine junge Frau namens Eva träumt davon, Medizin zu studieren. Ihre Pläne werden jedoch jäh unterbrochen: Im Zuge einer traditionellen Ehezeremonie namens „guterura“ wird sie von einer Gruppe Männer entführt und gezwungen zu heiraten. Im Stich gelassen von ihrer konservativen Familie, findet Eva Trost in der Freundschaft mit der Cousine ihres Ehemanns. Durch diese Beziehung entdeckt sie die traumatische Vergangenheit der Familie und steht vor der Entscheidung, zu bleiben oder zu fliehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Publikumsgespräch mit Regisseurin Myriam Birara</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Biraras inszenatorische Präzision und die subtile, aber kraftvolle Darstellung weiblicher Widerstandskraft machen <em>The Bride</em> zu einem Meilenstein im zeitgenössischen afrikanischen Kino“, erklärt Sigrid Gruber von DAS KINO. „Der Film bringt nicht nur soziale Missstände zur Sprache, sondern bietet auch eine Plattform für Frauen, ihre Geschichten selbst zu erzählen – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Diversität und Gleichberechtigung in der Filmbranche.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="819" height="1024" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-819x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4409" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-819x1024.jpg 819w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-240x300.jpg 240w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-768x960.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-640x800.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Regisseurin von <em>The Bride</em>, Myriam Birara, wird sich nach der Filmvorführung zu einem Publikumsgespräch online aus Ruanda zuschalten. (Bildrechte: Alain Jambo)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem 70-minütigen Film wird sich Regisseurin <strong>Myriam Uwiragiye Birara</strong> aus Ruanda zu einem Publikumsgespräch online zuschalten, das von Sharon Lagat, Mitglied des Filmbeirats der Afrika-Filmtage, moderiert wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reflexion über Liebe und Tradition</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht weniger berührend ist <em><strong>Banel &amp; Adama</strong></em> (Senegal, Mali, Frankreich 2023) der französisch-senegalesischen Regisseurin Ramata-Toulaye Sy. Der Film handelt von einem jungen Paar, das in einem abgelegenen Dorf im Norden Senegals lebt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="600" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever.jpg" alt="" class="wp-image-4410" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever-300x180.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever-768x461.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever-640x384.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Banel &amp; Adama</em> (Senegal, Mali, Frankreich 2023) von Ramata Toulaye-Sy behandelt die Widersprüche einer leidenschaftlichen Liebe zu den Erwartungen einer traditionell geprägten Gesellschaft. (Bildrechte: Best Friend Forever)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die leidenschaftliche Liebe zwischen Banel und Adama steht im Widerspruch zu den traditionellen Erwartungen ihrer Gemeinschaft. Als Adama seine vorgesehene Rolle als Dorfoberhaupt ablehnt und Banel sich weigert, den konventionellen Pflichten einer Frau nachzukommen, geraten sie in Konflikt mit ihrer Umgebung. Die daraus resultierenden Spannungen führen zu unerwarteten und dramatischen Konsequenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sy inszeniert diese spannungsgeladene Geschichte in eindrucksvollen Bildern, die von der sengenden Hitze der Wüste und der stillen Schönheit der Landschaft durchzogen sind. Ihr Film feierte 2023 Premiere in Cannes und war für die Goldene Palme nominiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weitere Meisterwerke aus dem Sudan, Madagaskar und der DR Kongo</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm der Afrika-Filmtage 2025 bietet darüber hinaus drei weitere überzeugende Produktionen aus dem Sudan, der Demokratischen Republik Kongo und Madagaskar. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In <em><strong>Goodbye Julia</strong></em> (Sudan 2023) – dem Eröffnungsfilm der diesjährigen Afrika-Filmtage – erzählt Regisseur Mohamed Kordofani die auf tragische Weise miteinander verbundene Geschichte von zwei Frauen. Mona, eine muslimische Angehörige der gehobenen nordsudanesischen Mittelklasse, war vor ihrer Ehe eine bekannte Sängerin und führt nun eine glücklose Ehe mit ihrem Ehemann Akram. Nachdem beide den Tod eines christlichen Mannes aus dem Südsudan verursacht haben, versucht Mona, ihre Schuldgefühle zu kompensieren, indem sie Julia, die ahnungslose Witwe des Ermordeten, als ihre Hausgehilfin anstellt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="696" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_.jpg" alt="" class="wp-image-4411" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_-300x209.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_-768x535.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_-640x445.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Goodbye Julia</em> (Sudan 2023) von Mohamed Kordofani erzählt eine packende Geschichte um Schuld, Wiedergutmachung und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten in einem zerrissenen Land. (Bildrechte: trigon-film)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In <em><strong>Disco Afrika</strong></em> (Madagaskar 2023) begleitet der madegassische Regisseur Luck Razanajaona den 20-jährigen Kwame auf der Suche nach seiner Identität. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitet Kwame in illegalen Saphirminen. Ein unerwartetes Ereignis zwingt ihn jedoch, in seine Heimatstadt zurückzukehren. Dort trifft er auf seine Mutter und alte Freunde und wird mit der allgegenwärtigen Korruption in seinem Land konfrontiert. Kwame steht vor der Entscheidung zwischen schnellem Geld und Loyalität, zwischen Individualismus und politischem Erwachen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="541" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm.jpg" alt="" class="wp-image-4412" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm-300x162.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm-768x415.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm-640x346.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Disco Afrika</em> (Madagaskar 2023) von Luck Razanajaona folgt dem jungen Kwame bei der Suche nach seinem Vater. Dabei muss Kwame Entscheidungen von enormer Tragweite treffen. (Bildrechte: WeFilm)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In seinem fesselnden Spielfilmdebüt <em><strong>Omen</strong></em> (DR Kongo, Belgien 2023) beleuchtet der belgisch-kongolesische Regisseur und bekannte Rapper Baloji eindrucksvoll den Konflikt zwischen modernen Lebensweisen und traditionellen Überzeugungen in der heutigen kongolesischen Gesellschaft. In <em>Omen</em> kehrt ein junger Mann namens Koffi nach Jahren in Belgien mit seiner schwangeren, weißen Verlobten Alice in seine Heimatstadt Kinshasa zurück. Dort hofft er auf eine Versöhnung mit seiner Familie. Doch alte Traditionen und tief verwurzelte Aberglauben stellen sich Koffi in den Weg, da er als „zabolo“ – ein vermeintlicher Zauberer – gebrandmarkt wurde.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="644" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men.jpg" alt="" class="wp-image-4413" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men-300x193.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men-768x495.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men-640x412.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Omen</em> (DR Kongo, Belgien 2023) ist das Spielfilmdebut des belgisch-kongolesischen Regisseurs und Rappers Baloji. Der Film behandelt die Konflikte zwischen modernen Lebensweisen und traditionellen Überzeugungen in fesselnden Bildern. (Bildrechte: Grandfilm / Wrong Men)</figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Programmübersicht</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Dienstag, 13. Mai 2025, DAS KINO</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>19:30 Uhr: <em>Goodbye Julia</em> (Sudan 2023)<br>120 Min., Arabisch mit Untertitel in Deutsch</li>



<li>Im Anschluss: Empfang mit Spezialitäten aus Äthiopien</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Mittwoch, 14. Mai 2025, DAS KINO</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>18:00 Uhr: <em>Disco Afrika</em> (Madagaskar 2023)<br>81 Min., Malagasy mit Untertitel in Englisch</li>



<li>20:00 Uhr: <em>The Bride</em> (Ruanda 2023)<br>73 Min., Kinyarwanda mit Untertitel in Englisch</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss: Regiegespräch mit Myriam Uwiragiye Birara</p>



<h3 class="wp-block-heading">Donnerstag, 15. Mai 2025, DAS KINO</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>18:00 Uhr: <em>Omen</em> (DR Kongo, Belgien 2023)<br>90 Min., Französisch, Swahili mit Untertitel in Deutsch</li>



<li>20:00 Uhr: <em>Banel &amp; Adama</em> (Senegal, Mali, Frankreich 2023)<br>87 Min., Pulaar mit Untertitel in Englisch</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Filmauswahl durch breites Gremium an Expert*innen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Afrika-Filmtage werden von zahlreichen öffentlichen Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen unterstützt: Land Salzburg, Stadt Salzburg, Pinto Africa, Österreichische Entwicklungszusammenarbeit, Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Katholische Frauenbewegung, gendup &#8211; Universität Salzburg, Südwind Salzburg, SEI SO FREI, Referat Weltkirche der Erzdiözese Salzburg, EZA Fairer Handel GmbH, Afrika-Plattform</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Auswahl der Filme wurden Expert*innen für das afrikanische Kino ebenso miteinbezogen wie Vertreter*innen der afrikanischen Diaspora in Österreich. Außerdem wirkten die Teams von Filminitiativ Köln e.V. und Afrikanische Filmtage München im Auswahlprozess mit. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">Weitere Informationen zum Programm der Afrika-Filmtage inklusive der Trailer gibt es auf der Website: <a href="https://afrikafilmtage.at">https://afrikafilmtage.at</a>.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die App, die Süßkartoffeln rettet</title>
		<link>https://afrika.info/die-app-die-suesskartoffeln-rettet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Dec 2024 08:04:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war ein glühend heißer Nachmittag in Moshi in Tansanias Kilimanjaro-Region, als Mwajuma Rashid Njau und Mumii Rajab fassungslos vor ihren Feldern standen: Ihre Süßkartoffeln waren von Schädlingen vernichtet worden. Die Hilflosigkeit gehört nun der Vergangenheit an - dank einer App.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 12. Dezember 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moshi (IPS/afr) &#8211; Es war ein glühend heißer Nachmittag in Moshi in Tansanias Kilimanjaro-Region, als Mwajuma Rashid Njau und Mumii Rajab fassungslos vor ihren Feldern standen: Ihre Süßkartoffeln waren von Schädlingen vernichtet worden. Die Hilflosigkeit gehört nun der Vergangenheit an &#8211; dank einer App.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Njau und Rajab sind zwei von über 300 Farmer*innen in Tansania, die eine App namens “Kiazi Bora” (“Gute Kartoffel” auf Kiswahili) benutzen. Die Anwendung wurde speziell für Bauern und Bäuerinnen entwickelt, um sie optimal beim Anbau von orangefarbenen Süßkartoffeln (OFSP, orange-fleshed sweet potatoes) und der Schädlingsbekämpfung zu unterstützen. OFSP sind ein mit Beta-Carotin angereichertes Nahrungsmittel, das den Vitamin-A-Mangel in afrikanischen Ländern bekämpfen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Diese App hat alles verändert“, sagt die 38-jährige Njau mit einem müden, aber hoffnungsvollen Lächeln. „Ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte, aber jetzt schaue ich einfach auf mein Telefon, und es sagt mir genau, was ich tun soll.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sprache als Erfolgsfaktor</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die hohe Akzeptanz der App basiert vor allem auf der hochmodernen KI-Sprachtechnologie. Denn während ähnliche Anwendungen sich oft in Englisch an ihre Nutzer*innen wenden, liefert “Kiazi Bora” klare Anweisungen in der tansanischen Nationalsprache Kiswahili. „Die App spricht mit mir in einer Sprache, die ich deutlich verstehe“, bestätigt Njau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter der App steht die gemeinnützige Organisation <a href="https://seeafricatz.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">SEE Africa</a> mit Sitz in Arusha. “Kiazi Bora” stellte das Entwicklungsteam allerdings vor große Herausforderungen. Laut UNESCO zählt Kiswahili zwar zu den zehn größten Sprachen der Welt und wird von mehr als 200 Millionen Menschen gesprochen. Dennoch standen nicht genügend hochwertige Sprachdaten zur Verfügung, um die KI zu trainieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Problem zu lösen, wandte sich das Team von SEE Africa an die Mozilla Foundation, die seit dem Jahr 2017 das Crowdsourcing-Projekt <a href="https://commonvoice.mozilla.org/en" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Common Voice</a> betreibt. Das Projekt will KI-Anwendungen in unterrepräsentierten Sprachen zugänglich machen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">EM Lewis-Jong ist die Produktdirektorin von Mozilla Common Voice. Sie erklärt, dass das Projekt auf die Kraft der Community setzt: „Wir verwenden ein Crowdsourcing-Modell, bei dem die Leute freiwillig ihre Sprachdaten beitragen“, sagt Lewis-Jong. „Dadurch wird sichergestellt, dass die Daten die wahre Vielfalt der Sprache widerspiegeln, einschließlich unterschiedlicher Akzente und Dialekte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mozilla Foundation geht es auch darum, dass Sprachen nicht auf dem Altar von Vermarktungsinteressen geopfert werden. „Wenn die Datenerstellung gewinnorientierten Unternehmen überlassen wird, werden viele Sprachen der Welt auf der Strecke bleiben“, ist Lewis-Jong überzeugt. „Wir wollen eine Welt, in der die Menschen die Daten erstellen können, die sie brauchen, und ihre Sprache so erfassen, wie sie sie erleben.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">App als Gamechanger</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die 42-jährige Farmerin Rajab ist die App jedenfalls ein Gamechanger. „Früher fühlte ich mich machtlos“, erinnert sie sich. „Wenn die Schädlinge kamen, musste ich einfach zusehen, wie meine Ernte vernichtet wurde. Jetzt kann ich mich wehren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl Njau als auch Rajab haben dank der App ihren Lebensunterhalt deutlich verbessern können. In nur einem Jahr stieg ihr Einkommen von null auf 127 USD pro Monat. So lernten die beiden Frauen etwa, wie sie Süßkartoffeln zu Mehl und Gebäck weiterverarbeiten können. Mit diesen Produkten erzielen sie auf den lokalen Märkten weitaus bessere Preise als mit den Knollen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zusätzliche Einkommen ermöglicht es ihnen, für ihre Familien zu sorgen, in ihre Farmen zu investieren und sich eine bessere Zukunft zu sichern. „Mit dem Geld, das ich verdient habe, konnte ich meine Kinder zur Schule schicken und sogar etwas für Notfälle sparen“, sagt Njau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Njau nennt die App liebevoll ihre “Lehrerin”. Warum das? “Ich habe nie eine Schule abgeschlossen, aber diese App hat mir alles beigebracht, was ich über Landwirtschaft wissen muss. Sie ist wie eine Lehrerin, die immer da ist, wenn ich sie brauche.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rajab teilte ihre Begeisterung für die App rasch mit ihren Verwandten. „Ich erzählte meiner Schwester davon und jetzt baut sie auch OFSP an. Ihre Kinder sind gesünder, und sie verdient jetzt auch Geld mit dem Verkauf von Süßkartoffelmehl“, sagt sie stolz. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Kleinbäuerinnen in der Kilimanjaro-Region bei der Ernte von Süßkartoffeln (Foto: Kizito Makoye/IPS)</p>
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		<item>
		<title>Nigeria: Dann lieber wieder Brennholz</title>
		<link>https://afrika.info/nigeria-dann-lieber-wieder-brennholz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Apr 2024 09:26:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Peace Oladipo]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Offene Feuerstellen kosten in Nigeria über 130.000 Menschen im Jahr das Leben. Einkommensschwachen Haushalten fehlt es aber an Alternativen: Nach rapiden Preissteigerungen ist Kochgas für viele kein Thema mehr. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Peace Oladipo | 22. April 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">Omu-Aran (IPS/afr). Offene Feuerstellen kosten in Nigeria über 130.000 Menschen im Jahr das Leben. Einkommensschwachen Haushalten fehlt es aber an Alternativen: Nach rapiden Preissteigerungen ist Kochgas für viele kein Thema mehr. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein sonniger Vormittag in der Stadt Omu-Aran im Bundesstaat Kwara im Westen Nigerias. Die 52-jährige Witwe Iyabo Sunday kocht Bohnen und Reis auf dem offenen Feuer. Nach einer starken Erhöhung der Strompreise hatte sie ihren Elektroherd zunächst gegen einen Gaskocher eingetauscht &#8211; aber auch dieser ist mittlerweile Geschichte. “Wegen der instabilen Wirtschaft bin ich wieder zu Brennholz zurückgekehrt”, sagt sie. </p>



<iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d5224579.829690416!2d6.573996420280285!3d7.0550544464066025!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x104820536e944c21%3A0x9be99a6533276362!2sOmu-Aran%20251103%2C%20Kwara%2C%20Nigeria!5e0!3m2!1sen!2sat!4v1713777772225!5m2!1sen!2sat" width="100%" height="450" style="border:0;" allowfullscreen="" loading="lazy" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnlich ergeht es der 41-jährigen Gastronomin Oyedele Christiana, die Fufu &#8211; eine Spezialität aus Maniok und Kochbananen &#8211;&nbsp; verkauft. Die Kochstelle in ihrer Kantine befeuert sie mit Brennholz, obwohl sie aus gesundheitlichen Gründen längst auf Gas umsteigen wollte: “Ich bin nicht so alt, wie ich aussehen, aber das kommt vom Kochen”, seufzt sie, „der Rauch reizt meine Augen und verursacht starken Husten.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Jahr 2022 haben sich die Preise für Kochgas in Nigeria mehr als verdoppelt. Ein Zylinder mit 12,5 Kilogramm Kochgas kostete vor zwei Jahren noch 7.413 Naira, das sind ca. 5,20 Euro. Heute liegt der Preis bei 16.875 Naira oder 11,80 Euro. Angesichts des gesetzlichen Mindestlohns von 30.000 Naira (21 Euro) pro Monat ist das eine enorme Summe. Der Grund für die Preissteigerung liegt vor allem im Wegfall der staatlichen Subventionen für Erdölprodukte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehr COPD bei Frauen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Haushalte in Nigeria können sich Kochgas schlicht nicht mehr leisten. Eine Untersuchung des <a href="https://nigerianstat.gov.ng/news/78" target="_blank" rel="noreferrer noopener">nationalen Statistikamts</a> zeigt, dass 63 Prozent der Bevölkerung zum Kochen Abfälle, Brennholz oder Holzkohle verwenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Folgen für das Klima &#8211; die Beschaffung von Brennholz treibt die Entwaldung stark voran &#8211; stellt diese Kochmethode eine enorme Gefahr für die Gesundheit  dar: Nach Angaben der <a href="https://www.who.int/data/gho/data/indicators/indicator-details/GHO/household-air-pollution-attributable-deaths" target="_blank" rel="noreferrer noopener">WHO</a> starben in Nigeria 132.494 Menschen im Jahr 2019 an der durch offene Feuerstellung verurschachten Luftverschmutzung im Haushalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die nigerianische Umwelttechnologin Aisha Sulaiman zählen vor allem Frauen zu den Leidtragenden. Bei ihnen sei die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) immer häufiger festzustellen. Sulaiman sieht es als Aufgabe der Regierung, saubere Energie wettbewerbsfähig zu machen, um die Akzeptanz bei einkommensschwachen Menschen sicherzustellen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Praktikable Alternativen gefragt</strong>&nbsp;&nbsp;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Energieberater Ibrahim Muhammad sieht die Regierung in der Pflicht und fordert finanzielle Unterstützungen bei der Umstellung auf umwelt- und gesundheitsfreundliche Alternativen. Allerdings müssten diese auch praktikabel sein, fordert er.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">So seien Elektroherde wegen der instabilen Stromversorgung keine Lösung. Und auch die häufig propagierten Solarkocher gingen an der Lebensrealität der Menschen vorbei. “Solarkocher werden normalerweise verwendet, wenn die Sonne scheint”, sagt Muhammad, “aber viele Menschen essen kaum zu Mittag, sondern eher in der Früh und am Abend.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er schlägt daher vor, die Produktion und den Ankauf von Briketts zu fördern: “Briketts ähneln der Holzkohle, sie sind energieeffizient und können aus Agrarabfällen hergestellt werden. Es müssen dafür also keine Bäume gefällt werden.” (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Frauen im Bundesstaat Kwara kehren mit Brennholz aus dem Wald zurück. (Foto: Peace Oladipo/IPS)</p>
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		<item>
		<title>Tsotso-Öfen sollen Bäume retten</title>
		<link>https://afrika.info/tsotso-oefen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jan 2024 15:05:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Busani Bafana]]></category>
		<category><![CDATA[David Hancock]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Forstwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Simbabwe hat die höchste Entwaldungsrate im südlichen Afrika. Vor allem in ländlichen Gebieten sind die Menschen auf Brennholz zur Energiegewinnung angewiesen. Die energieeffizienten Tsotso-Öfen sollen dabei helfen, der Abholzung entgegenzuwirken.</p>
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]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana und Martin Sturmer | 11. Januar 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kezi, Oberndorf bei Salzburg (IPS/afr). Simbabwe hat die höchste Entwaldungsrate im südlichen Afrika. Vor allem in ländlichen Gebieten sind die Menschen auf Brennholz zur Energiegewinnung angewiesen. Die energieeffizienten Tsotso-Öfen sollen dabei helfen, der Abholzung entgegenzuwirken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bäuerin Sehlisiwe Sibanda aus dem Dorf Kezi im Süden von Simbabwe kocht bereits seit fünf Jahren mit einem Tsotso-Ofen. Und dieser hat ihr Leben verändert: Früher musste sie mit ihrem Schubkarren wöchentlich riesige Holzscheite aus einem nahegelegenen Wald holen. Heute reichen ihr kleine Äste und Zweige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorteil von Tsoto-Öfen steckt bereits&nbsp; im Namen: Das Wort &#8222;Tsotso&#8220; kommt aus dem Shona und bedeutet &#8222;Zweig”. Aufgrund ihrer Konstruktion sind Tsotso-Öfen effizienter als offene Feuerstellen. Eine isolierte Kammer und eine optimierte Luftzirkulation sorgen für hohe Hitze bei niedrigem Brennholzverbrauch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">“Der Ofen war mein Lebensretter”</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sibanda hat ihren Tsotso-Ofen selbst mit Lehmziegeln gebaut. Die beiden Kochplatten sind aus Eisenrädern gefertigt, die von einem alten Pflug stammen. Sibandas Tsotso-Ofen liefert genügend Energie, um Mahlzeiten für die fünfköpfige Familie zu kochen, Wasser zu erwärmen und die beliebten Scones zu backen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Ofen war mein Lebensretter”, erzählt Sibanda, “die Familie bekommt jetzt warme Mahlzeiten und hat jeden Tag heißes Badewasser.” Außerdem verdient sie sich durch den Verkauf von Scones an Schulen und an ihre Nachbarn ein gutes Zubrot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tsotso-Ofen wirkt sich auch positiv auf das Zusammenleben aus. Früher war Sibandas Haus durch die offene Feuerstelle stark verqualmt. Nun kann der Rauch durch ein Kaminrohr ins Freie entweichen. “Der Ofen hat uns zusammengebracht. Wenn ich nun koche oder backe, versammelt sich die ganze Familie in der Küche.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Enormer Waldschwund</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sibandas Dorf ist nicht an das Stromnetz angeschlossen. Wie 98 Prozent der Menschen im ländlichen Simbabwe, sind die Bewohner*innen von Kezi auf Brennholz angewiesen. Die Folgen für den Waldbestand des Landes sind gravierend: Laut dem <a href="https://www.undp.org/zimbabwe/news/keeping-our-forests-alive-and-thriving" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen</a> (UNDP)  verliert Simbabwe pro Jahr 327.000 Hektar seiner Wälder &#8211; nirgendwo im südlichen Afrika ist die Entwaldung stärker.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Offene Feuerstellen im Haus gefährden außerdem die Gesundheit. Nach Angaben der <a href="https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/household-air-pollution-and-health" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weltgesundheitsorganisation</a> (WHO) ist die Luftverschmutzung in Haushalten weltweit für 3,2 Millionen Todesfälle jährlich verantwortlich, darunter 237.000 Kinder unter fünf Jahren.  </p>



<h2 class="wp-block-heading">2,1 Stunden pro Tag für’s Sammeln von Brennholz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sehilisiwe Sibanda ist von ihrem Tsotso-Ofen so angetan, dass sie nun andere Frauen im Ofenbau unterrichtet. Sibanda hat dazu ein Training bei der NGO “Hope for a Child in Christ” (HOCIC) besucht, die von Oxfam International unterstützt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lakiness Zimanyiwa von HOCIC weist darauf hin, dass durch die Öfen auch ein unnötiger Zeitverlust vermieden wird. Eine Studie der <a href="https://documents.worldbank.org/en/publication/documents-reports/documentdetail/164241468178757464/clean-and-improved-cooking-in-sub-saharan-africa-a-landscape-report" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weltbank</a> zeigt, dass Haushalte in Afrika pro Tag durchschnittlich 2,1 Stunden aufwenden müssen, um Brennholz zu sammeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Tsotso-Öfen verkürzen die Dauer, die Frauen zum Brennholzholen benötigen”, erklärt Zimanyiwa, “stattdessen können sie sich um andere wichtige Aufgaben kümmern, wie z. B. das eigene Einkommen durch den Verkauf von Scones zu verbessern.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erfinder lebt heute in Österreich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Erfinder des Tsotso-Ofens gilt David Hancock, der 1955 in Bulawayo geboren wurde und heute in Murau in der Steiermark lebt. Nach dreijähriger Entwicklungsarbeit am Development Technology Centre (DTC) der University of Zimbabwe präsentierte Hancock im Jahr 1987 seinen marktreifen Prototyp. Dieser war tragbar, aus Metall und Stahlblech gefertigt und hatte eine Isolierung mit dem Schichtsilikat Vermiculit zwischen der inneren und äußeren Wand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gespräch betont Hancock aber, dass sein Tsotso-Ofen nur entfernt mit den aktuellen Modellen zu tun hat: “Der Name Tsotso wird heute für jede Art von energiesparenden Öfen verwendet.” Unverändert geblieben ist allerdings die Notwendigkeit für Holzsparöfen: Hancock erinnert daran, dass bereits in den 1980er-Jahren von einer Brennholzkrise im südlichen Afrika gesprochen wurde. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Sehlisiwe Sibanda mit Ästen und Zweigen, die sie für ihren Tsotso-Ofen verwendet. (Foto: Busani Bafana/IPS)</p>
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