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	<title>Tschad Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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	<title>Tschad Archive | afrika.info</title>
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		<title>Atempause für Impfungen nutzen </title>
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		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2022 07:24:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Afrikanische Länder erleben alle sechs Monate eine Spitze an Corona-Infektionen. Das zeigt ein neuer Bericht des Tony Blair Institute for Global Change. Die Zeit dazwischen müsse besser genutzt werden, um sich auf neue Varianten vorzubereiten, fordern die Autoren.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/atempause-fuer-impfungen-nutzen/">Atempause für Impfungen nutzen </a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Samira Sadeque | 16. März 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (IPS/afr). Afrikanische Länder erleben alle sechs Monate eine Spitze an Corona-Infektionen. Das zeigt ein neuer Bericht des Tony Blair Institute for Global Change. Die Zeit dazwischen müsse besser genutzt werden, um sich auf neue Varianten vorzubereiten, fordern die Autoren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des panafrikanischen Gesundheitsdienstes<a href="https://africacdc.org/covid-19-vaccination/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Africa CDC</a> sind derzeit 12,95% der Menschen auf dem Kontinent zweimal gegen das Coronavirus geimpft. Während die Seychellen oder Mauritius sich einer Durchimpfungsrate von 80% nähern, liegen Burundi, die DR Kongo, der Tschad und die Westsahara deutlich unter einem Prozent. Eritrea hat bislang überhaupt keine Impfungen verabreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marvin Akuagwuagwu ist Datenanalyst am <a href="https://institute.global/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tony Blair Institute for Global Change</a>. Gemeinsam mit Adam Bradshaw hat er den Bericht <a href="https://institute.global/sites/default/files/articles/The-Window-of-Opportunity-to-Vaccinate-Africa.pd f" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Window of Opportunity to Vaccinate Africa</a> verfasst.&nbsp; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Interview mit der Nachrichtenagentur IPS erklärt Akuagwuagwu, dass die Länder mit der niedrigsten Impfrate bei einem neuerlichen Anstieg der Zahlen am stärksten gefährdet seien. Akuagwuagwu rät afrikanischen Regierungen, von Ruanda zu lernen. Der keine ostafrikanische Staat sei für ihn eine Erfolgsgeschichte &#8211; 61% der Bevölkerung sind zweifach geimpft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorbild Ruanda</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Ruanda hat seine Impf- und Testprogramme erheblich ausgeweitet, wodurch die Fallzahlen und die Auswirkungen von COVID-19 verringert worden sind“, sagt Akuagwuagwu. „Mit einer Impfrate von über 60 Prozent und einer Positivitätsrate von weniger als zehn Prozent ist Ruanda ein gutes Beispiel für andere afrikanische Länder &#8211;&nbsp; insbesondere für Länder in Subsahara-Afrika, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verfügbarkeit von Impfstoffen ist jedoch keine Frage der Versorgung, sondern das Ergebnis einer ungerechten Verteilung zugunsten der wohlhabenden Länder. Laut einem <a href="https://www.brookings.edu/blog/africa-in-focus/2022/01/24/vaccine-inequity-ensuring-africa-is-not-left-out/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht der Denkfabrik Brookings</a> hat Afrika sechs Prozent der global verfügbaren Impfstoffe erhalten, obwohl auf dem Kontinent 17% der Weltbevölkerung leben.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://afrika.info/corona/"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1000" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika.png" alt="" class="wp-image-1759" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika.png 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-300x240.png 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-768x614.png 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-640x512.png 640w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption>In der epidemiologischen Kurve sind die sechsmonatigen Abstände zwischen den vier Spitzen nachvollziehbar.</figcaption></figure>



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<div class="wp-block-button is-style-outline is-style-outline--1"><a class="wp-block-button__link" href="https://afrika.info/corona/" style="border-radius:15px">Corona in Afrika: Daten und Fakten</a></div>
</div>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im IPS-Gespräch zieht Marvin Akuagwuagwu Lehren aus dem bisherigen Verlauf der Pandemie. Nachfolgend folgen Auszüge aus dem Interview:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Sie haben erwähnt, dass Afrika ungefähr alle sechs Monate von einer neuen Welle getroffen wird. Wie wirkt sich das konkret auf den afrikanischen Kontinent aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Marvin Akuagwuagwu:</strong> Wir haben einen Trend identifiziert, dass etwa alle sechs Monate eine COVID-19-Welle in Afrika auftritt. Dies war bei Beta, Delta und Omikron der Fall.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Omikron war wie eine Sturzflut – sie richtete schwere Schäden an, führte aber zum Glück nicht zu einem Massensterben. Allerdings haben wir beim nächsten Mal vielleicht nicht so viel Glück – die nächste Variante könnte schwerwiegender sein, insbesondere in Ländern mit niedrigem Schutzniveau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet, dass wir jetzt ein Zeitfenster haben, um Afrika gegen COVID-19 zu impfen, bevor die nächste Variante kommt. Wir müssen rasch Fortschritte erzielen, um das WHO-Ziel zu erreichen, 70% der Bevölkerung zu impfen. Das Tony Blair Insitute arbeitet mit einer Reihe von Ländern in ganz Afrika zusammen, um die Einführung von Impfstoffen zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Warum glauben Sie, dass Lockdowns vorsichtiger angegangen werden und „nicht immer die beste Vorgehensweise“ sind?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Akuagwuagwu:</strong> Lockdowns sind effektiv, aber aufgrund ihrer negativen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen sind sie nicht immer die beste Vorgehensweise zur Bekämpfung von COVID-19.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich das Virus weiterentwickelt und wir mehr darüber erfahren, verabschieden sich afrikanische Länder allmählich von generellen Lockdowns. Wir haben jetzt eine Reihe von Instrumenten in der Toolbox, um COVID-19 zu bekämpfen, und ein Lockdown ist nur eine von vielen Optionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Pandemie begann, war noch niemand COVID-19 ausgesetzt – jetzt wurden Milliarden von Menschen infiziert oder geimpft. Es ist nun also ein völlig anderes Spiel, und wir müssen uns daran anpassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Wie wirkt sich die aktuelle Inflation auf die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Akuagwuagwu:</strong> Die aktuelle Inflation wirkt sich insofern auf die von uns vorgeschlagenen Maßnahmen aus, da sie eine angemessene Finanzierung erfordern. Starker politischer Wille und das Engagement der Gemeinschaft sind jedoch Katalysatoren für die Verbesserung dieser Maßnahmen und die Eindämmung der durch die Pandemie verursachten gesundheitlichen und sozialen Ungleichheiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Eine Ihrer Empfehlungen lautet: „Erhöhte Tests und genomische Sequenzierung, um die Übertragung zu reduzieren.“ Wie viele Länder haben die wirtschaftliche Kapazität und das Personal, um dies zu gewährleisten? Wie realistisch ist also dieses Ziel?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Akuagwuagwu:</strong> Wir wissen, dass dies eine erhebliche Herausforderung für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen darstellt, aber die Alternative ist weitaus schlimmer – schwere Krankheiten, Lockdowns und Todesfälle, die auch die Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt betreffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das führt uns zur einer globalen Zusammenarbeit – das Tony Blair Institute for Global Change arbeitet in Afrika daran, eine langfristige Widerstandsfähigkeit der Daten-, Impfstoff- und Testinfrastruktur aufzubauen und eine größere institutionelle Stärke zu schaffen, um zukünftigen COVID-19-Wellen standzuhalten. Wir unterstützen Regierungen beim Aufbau ihrer Kapazitäten und der Bereitstellung von Leistungen für ihre Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir fordern eine&nbsp; globale Führung, um einen weltweiten Pandemieplan zu entwickeln, der den Globalen Süden dabei unterstützt, seine Bevölkerung zu impfen und die Testungen zu steigern. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> In Afrika sind erst 13% zweimal gegen das Coronavirus geimpft. (Foto: Shutterstock.com)</p>
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		<title>Afrikas Grüne Mauer wächst zu langsam</title>
		<link>https://afrika.info/afrikas-gruene-mauer-waechst-zu-langsam/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2022 13:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Burkina Faso]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor 15 Jahren wurde die Great Green Wall Initiative gegründet. Geht es nach dem Willen der Initiator*innen, soll Afrikas Grüne Mauer nach ihrer geplanten Fertigstellung im Jahr 2030 als neues Weltwunder gelten. Die bislang erzielten Fortschritte sind aber zu gering, um den Plan einhalten zu können.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 3. März 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberndorf bei Salzburg (afr). Vor 15 Jahren wurde die Great Green Wall Initiative gegründet. Geht es nach dem Willen der Initiator*innen, soll Afrikas Grüne Mauer nach ihrer geplanten Fertigstellung im Jahr 2030 als neues Weltwunder gelten. Die bislang erzielten Fortschritte sind aber zu gering, um den Plan einhalten zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Afrikas Grüne Mauer &#8211; das ist ein 15 Kilometer breiter Grüngürtel, der sich auf einer Länge von über 8.000 Kilometern vom Senegal im Westen bis nach Dschibuti im Osten erstrecken soll. Das Ziel der <a href="https://www.greatgreenwall.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Great Green Wall Initiative</a> (GGWI) lautet, die verwüsteten Landschaften Afrikas zu rekultivieren und das Leben von Millionen von Menschen zu verbessern.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="940" height="788" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/great-green-wall-path-and-countries-edit.png" alt="" class="wp-image-1646" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/great-green-wall-path-and-countries-edit.png 940w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/great-green-wall-path-and-countries-edit-300x251.png 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/great-green-wall-path-and-countries-edit-768x644.png 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/great-green-wall-path-and-countries-edit-640x537.png 640w" sizes="(max-width: 940px) 100vw, 940px" /><figcaption>Verlauf von Afrikas Grüner Mauer: Die dunkelgrün eingefärbten Länder markieren die Gründungsmitglieder der GGWI, die Staaten in hellgrün sind seit dem Jahr 2010 dazugekommen. (Infografik: afrika.info, Canva)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der<a href="https://www.unccd.int/actions/great-green-wall-initiative" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung</a> (UNCCD) &#8211; einem Schlüsselpartner der GGWI &#8211; wird die enorme Aufpflanzung 250 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre binden und zehn Millionen grüne Arbeitsplätze schaffen. Im Endausbau soll die Great Green Wall mit einer Fläche von 100 Millionen Hektar an wiederhergestelltem Land dreimal so groß sein wie das Great-Barrier-Riff vor der Nordostküste Australiens. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die GGWI wurde Ende Jänner 2007 von der Afrikanischen Union ins Leben gerufen (<a href="https://au.int/sites/default/files/decisions/9556-assembly_en_29_30_january_2007_auc_the_african_union_eighth_ordinary_session.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Decision 137/VIII</a>). Laut aktuellem<a href="https://static1.squarespace.com/static/564a15a0e4b0773edf86e3b4/t/61405d535bb5817a154b1ea0/1631608150286/GGW+Factsheet+V2.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Factsheet</a> der Initiative konnten in den letzten 15 Jahren 17,8 Millionen Hektar Land rekultiviert werden. Knapp 18 Prozent des Vorhabens seien also bereits umgesetzt, so die GGWI.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="irrefuhrende-zahlen">Irreführende Zahlen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nick Pasiecznik (Stiftung Tropenbos International, Niederlande) und Chris Reij (World Resources Institute, Washington DC) zeigen sich in einem <a href="https://www.welthungerhilfe.de/welternaehrung/rubriken/entwicklungspolitik-agenda-2030/gruener-guertel-entlang-der-sahara/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Beitrag für das Fachjournal Welternährung</a> der Welthungerhilfe pessimistisch, dass das Projekt bis 2030 fertiggestellt werden kann. Die beiden Experten schreiben, dass in den beteiligten Staaten pro Jahr gemeinsam nur eine Million Hektar wieder begrünt wird. Bei diesem Tempo würde es also noch 82 Jahre dauern, bis Afrikas Grüne Mauer die geplante Dimension erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch der von der GGWI genannte Fortschritt ist irreführend. Die 17,8 Millionen Hektar beziehen sich nämlich nicht auf das eigentliche Kerngebiet sondern auf die gesamte GWWI-Region, die mittlerweile 21 Staaten umfasst. Als Kernzone wurden Trockengebiete in den elf Gründungsländern mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von maximal 400 Millimeter definiert. Ab dem Jahr 2010 wurde aber der Ansatz erweitert: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;weg vom Pflanzen eines Baumgürtels quer durch die Wüste – und hin zu einer geförderten Begrünung und der nachhaltigen Bodenbewirtschaftung in einem größeren Gebiet, das auch gemäßigt feuchte Regionen weiter südlich einschließt.&#8220;</p><cite>Nick Pasiecznik, Chris Reji in <a href="https://www.welthungerhilfe.de/welternaehrung/rubriken/entwicklungspolitik-agenda-2030/gruener-guertel-entlang-der-sahara/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Welternährung</a></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen beinhalten also auch Begrünungsmaßnahmen in jenen zehn Ländern, die nicht zur Kernzone zählen. Zieht man aber nur das ursprüngliche Vorhaben in Betracht, dann wurden laut <a href="https://catalogue.unccd.int/1551_GGW_Report_ENG_Final_040920.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Statusbericht</a> der UNCCD bis 2019 lediglich 3,6 Millionen Hektar Land rekultiviert. Damit beträgt der eigentliche Fertigsstellunggrad bemessen am Zielwert von 100 Millionen Hektar nicht einmal vier Prozent.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="tabelle-rekultivierte-flache-in-den-elf-ggwi-grundungsstaaten">Tabelle: Rekultivierte Fläche in den elf GGWI-Gründungsstaaten</h3>



<div class="wp-block-columns are-vertically-aligned-center is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:100%">
<figure class="wp-block-table is-style-regular"><table><thead><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">Staat</th><th class="has-text-align-center" data-align="center">Interventionsfläche in Hektar</th><th class="has-text-align-center" data-align="center">Rekultivierte Fläche in Hektar</th></tr></thead><tbody><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Äthiopien</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">13.200.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2.006.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Burkina Faso</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">13.300.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">53.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Djibouti</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">340.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">130</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Eritrea</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">12.400.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">501.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Mali</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">44.400.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">6.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Mauretanien</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">1.650.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">3.400</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Niger</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">47.300.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">809.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">17.400.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">3.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Senegal</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">800.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">119.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Sudan</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2.300.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">88.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Tschad</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">3.000.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">16.000</td></tr></tbody><tfoot><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left"><strong>Gesamt</strong></td><td class="has-text-align-center" data-align="center"><strong>156.090.000</strong></td><td class="has-text-align-center" data-align="center"><strong>3.604.530</strong></td></tr></tfoot></table><figcaption>Quelle: <a href="https://catalogue.unccd.int/1551_GGW_Report_ENG_Final_040920.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UNCCD</a></figcaption></figure>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading" id="mehr-geld-fur-die-umsetzung">Mehr Geld für die Umsetzung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Fertigstellung von Afrikas Grüner Mauer bis 2030 erfolgen soll, dann muss die Rekultivierung der Böden deutlich schneller erfolgen als derzeit. Um den Zeitplan zu halten, braucht es laut UNCCD jährlich 3,6 Milliarden US-Dollar bis 4,6 Milliarden US-Dollar. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 11. Jänner 2021 wurden beim <a href="https://www.un.org/sustainabledevelopment/blog/2021/01/one-planet-summit-2/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">One Planet Summit</a> in Paris 14,3 Milliarden US-Dollar zugesagt. Diese Summe hat sich UNCCD-Angaben mittlerweile auf über 19 Milliarden US-Dollar erhöht.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="The Great Green Wall | Offizieller Trailer OmU Deutsch HD | Jetzt im Kino | Earth Day" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/gCl05qDDacc?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption>Trailer von &#8222;The Great Green Wall&#8220; mit Inna Modja</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die UNCCD versucht indes auch, weltweit die Öffentlichkeit für Afrikas Grüne Mauer stärker zu sensibilisieren und weitere Unterstützung von öffentlichen und privaten Geldgeber*innen zu erhalten. Im Zentrum der Kampagne &#8222;Growing a World Wonder&#8220; steht der Film &#8222;The Great Green Wall&#8220;, der die malische Sängerin Inna Modja auf ihrer Reise durch den Sahel begleitet. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Afrikas Grüne Mauer schreitet voran &#8211; allerdings zu langsam, um die geplante Fertigstellung bis 2030 zu erreichen. (Foto: Great Green Wall Initiative)</p>
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		<title>Corona in Afrika</title>
		<link>https://afrika.info/corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2021 14:19:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Alle Daten zur Corona-Pandemie in Afrika - vom Auftreten des ersten Falls am 14. Februar 2020 in Ägypten bis zum Ende der Datenerfassung am 5. März 2023.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/corona/">Corona in Afrika</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#eae9e3"><strong>Datenerfassung beendet</strong><br><br>Nach über drei Jahren haben wir das Projekt am 5. März 2023 beendet. Hintergrund für die Entscheidung war, dass nach der Einstellung der Datenerfassung durch die <a href="https://coronavirus.jhu.edu/map.html">John Hopkins University</a> (per 10. März 2023) und <a href="https://africacdc.org/covid-19/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa CDC</a> (per 1. Jänner 2023) keine ausreichende Grundlage mehr gegeben war.<br></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://afrika.info/corona/chronik/">Chronik einer Ausbreitung: 14. Februar 2020 (erster Corona-Fall in Afrika) bis 5. März 2023</a></li>



<li><a href="https://afrika.info/corona/hintergrund/">Hintergrund zum Datenerfassungsprojekt von afrika.info</a></li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Stand: 5. März 2023</h2>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button has-custom-font-size is-style-fill" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-red-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>12.267.951</strong><br>(+5.319 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>257.774 Todesfälle</strong><br>(+16 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-green-cyan-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>11.893.778 genesene Personen</strong><br>(+11.288 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-cyan-blue-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>116.399 aktive Fälle</strong><br>(-5.985 zur Vorwoche)</a></div>
</div>



<div style="height:1px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="epidemiologische-kurve">Epidemiologische Kurve</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die epidemiologische Kurve zeigt den täglichen Zuwachs an positiv getesteten Personen. Der Übersichtlichkeit halber werden die wöchentlichen Durchschnittswerte dargestellt.</p>



<iframe title="Epidemiologische Kurve für Afrika (Wochenschnitt)" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-nFw1H" src="https://datawrapper.dwcdn.net/nFw1H/91/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="800" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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<h2 class="wp-block-heading" id="7-tage-inzidenz-in-afrikanischen-staaten">7-Tage-Inzidenz in afrikanischen Staaten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 7-Tage-Inzidenz beträgt für den gesamten Kontinent derzeit <strong>0,37</strong> (+0,14 zur Vorwoche). Am höchsten ist die 7-Tage-Inzidenz in Südafrika (5,73). Dahinter folgen Eswatini (5,71), Mauritius (2,73), Botswana (2,62) und Sambia (1,54). 19 afrikanische Staaten haben in der letzten Woche ihre Infektionszahlen nicht aktualisiert.</p>



<iframe title="Karte: Das Coronavirus in Afrika" aria-label="Karte" id="datawrapper-chart-y4fZm" src="https://datawrapper.dwcdn.net/y4fZm/421/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="538" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();
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<hr class="wp-block-separator has-css-opacity is-style-default"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="entwicklung-der-aktiven-corona-infektionen">Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen</h2>



<iframe title="Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen in Afrika" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-GZgId" src="https://datawrapper.dwcdn.net/GZgId/432/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="600" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="die-wichtigsten-zahlen-im-zeitlichen-verlauf">Die wichtigsten Zahlen im zeitlichen Verlauf</h2>



<iframe title="Tabelle: Coronavirus in Afrika" aria-label="Tabelle" id="datawrapper-chart-0hxhf" src="https://datawrapper.dwcdn.net/0hxhf/405/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="1634" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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		<item>
		<title>Sterbender Tschadsee verschärft Krise</title>
		<link>https://afrika.info/sterbender-tschadsee-verschaerft-krise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Feb 2020 13:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Tschad]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralafrikanische Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Flucht]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Leon Usigbe]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Tschadsee war einst das größte Süßwasserreservoir Afrikas und Lebensgrundlage für 30 Millionen Menschen. Seit den 1960er-Jahren ist seine Fläche als Folge von Übernutzung und Klimaerwärmung um 90 Prozent geschrumpft.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Leon Usigbe, Africa Renewal*&nbsp;| 13. Februar 2020</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abuja (AR/afr). Die 20-jährige Phoebe Musa erinnert sich gut an jenen Tag vor fünf Jahren, als Boko-Haram-Milizen ihr Dorf im Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias stürmten. Sie kamen mit Pferden, Motorrädern und Militärfahrzeugen, schossen auf die Menschen und zündeten Dutzende von Gehöften an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mitglieder der islamistischen Terrorgruppe entführten Phoebe Musa aus ihrem Haus, verbanden ihre Augen und zogen sie tief in den nahe gelegenen Sambisa-Wald. Dort blieb sie, bis sie Anfang des Jahres von nigerianischen Truppen gerettet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ich wurde mit drei Terroristen gewaltsam verheiratet und brachte drei Kinder zur Welt&#8220;, erzählte Musa im Interview mit &#8222;Africa Renewal&#8220;. Das Gespräch fand in Durumi, einem Lager für Binnenvertriebene in der Hauptstadt Abuja statt. Ihr jüngstes Kind trug Musa beim Interview auf dem Rücken. Ihre beiden älteren Kinder waren im Busch verhungert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte von Phoebe Musa ist ein Beispiel für die erschütternde humanitäre Lage im Tschadsee-Becken. Nach Angaben des Flüchtlingshochkommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) sind dort fast elf Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Dem UNHCR zufolge fehlt es Tausenden von Binnenvertriebenen am Notwendigsten: Angemessene Unterkünfte, Lebensmittel, Wasser und sanitäre Einrichtungen sind kaum vorhanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Aufgrund der weit verbreiteten Gewalt sind 10,7 Millionen Menschen in der gesamten Region des Tschadsees auf Soforthilfe angewiesen&#8220;, sagt die stellvertretende UN-Generalsekretärin Amina Mohammed. &#8222;Derzeit gelten 2,3 Millionen Menschen in der Region als Vertriebene. Über fünf Millionen Menschen haben Probleme, Zugang zu Nahrungsmitteln zu bekommen, um zu überleben. Eine halbe Million Kinder leiden unter schwerer akuter Unterernährung.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="wasserflache-um-90-prozent-geschrumpft">Wasserfläche um 90 Prozent geschrumpft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tschadsee war einst das größte Süßwasserreservoir Afrikas und Lebensgrundlage für 30 Millionen Menschen. Seit den 1960er-Jahren ist seine Fläche als Folge von Übernutzung und Klimaerwärmung um 90 Prozent geschrumpft.</p>





<p class="wp-block-paragraph">Der im Norden Zentralafrikas gelegene Binnensee grenzt an die vier Länder Tschad, Nigeria, Niger und Kamerun. Das Tschadsee-Becken, das fast acht Prozent des Kontinents umfasst, erstreckt sich jedoch über sieben Länder: Algerien, Libyen, Niger, Nigeria, Kamerun, Tschad und die Zentralafrikanische Republik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Kampf ums Überleben verschärften sich Konflikte zwischen Viehzüchtern und Bauern. Familien, die am See vor allem von Landwirtschaft, Fischerei und Viehzucht gelebt hatten, zogen auf der Suche nach Wasser in andere Gebiete.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="tschadsee-soll-wieder-aufgefullt-werden">Tschadsee soll wieder aufgefüllt werden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die betroffenen Länder führen den Kampf gegen das Elend auf drei Ebenen:</p>



<ol class="wp-block-list"><li>Eine multinationale Task Force, die sich aus Truppen aus Nigeria, Niger, Kamerun, dem Tschad und Benin zusammensetzt, führt Militärschläge gegen die Terroristen durch.</li><li>Die Regierungen setzen Maßnahmen, um den gewaltsamen Konflikt zwischen Hirten und Bauern um Wasser und Weideland zu beenden.</li><li>Ein ehrgeiziger und milliardenschwerer Plan will den Tschadsee wieder befüllen. Dazu soll Wasser aus dem Ubangi-Fluss, der in einer Entfernung von 2.400 Kilometern in der Demokratischen Republik Kongo fließt, umgeleitet werden. Die Initiative wird vom nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari angeführt und von den Mitgliedstaaten der&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschadseebecken-Kommission" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tschadseebecken-Kommission</a>&nbsp;unterstützt.</li></ol>



<h2 class="wp-block-heading" id="milliarden-hilfe-fur-die-region">Milliarden-Hilfe für die Region</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinten Nationen helfen laut Amina Mohammed in der Region vor allem mit humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Außerdem werden Maßnahmen zur Einhaltung der Menschenrechte, zur Stärkung von Justiz und Strafverfolgung sowie zur Prävention und Bekämpfung des Terrorismus gesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu braucht es viel Geld. In den letzten drei Jahren haben die Vereinten Nationen zwei internationale Geberkonferenzen veranstaltet. Im Februar 2017 wurden in Oslo 672 Millionen US-Dollar an Nothilfe zugesagt. Im September 2018 wurden in Berlin weitere 2,17 Milliarden US-Dollar beschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nationale Kommission für Flüchtlinge, Migranten und Binnenvertriebene in Nigeria ist der Ansicht, dass Vertriebene nur zwei dauerhafte Optionen haben: Entweder kehren sie nach Hause zurück, oder sie lassen sich woanders nieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im zuletzt genannten Fall müssen die Regierungen dafür Sorge tragen, dass sich die Vertriebenen in der Gesellschaft integrieren können. Daniel Soetan, nationaler Koordinator der &#8222;Goodwill Ambassadors of Nigeria&#8220;, verteilt mit seiner NGO Hilfsgüter an Binnenvertriebene. Im Gespräch mit “Africa Renewal” fordert er, dass diese Menschen &#8222;bei der Gründung eines Geschäfts oder einer Landwirtschaft unterstützt werden, damit sie für ihre Familien sorgen können.&#8220; (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Der Autor arbeitet für unser Partnermagazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen. Der englischsprachige Originalbeitrag ist in der Ausgabe <a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/issue/december-2019-march-2020" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dezember 2019-März 2020</a> erschienen.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Am Ufer des Tschadsees im Bundesstaat Borno im Norden von Nigeria (Foto:&nbsp;<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Some_small_part_of_Lake_Chad_borno_state.jpg">Sani Ahmad Usman</a>,&nbsp;<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-SA 4.0</a>)</p>
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		<item>
		<title>Hilfe für schrumpfenden Tschadsee</title>
		<link>https://afrika.info/hilfe-fuer-schrumpfenden-tschadsee/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Feb 2013 09:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Niger]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Tschad]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralafrikanische Republik]]></category>
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		<category><![CDATA[Ngala Killian Chimtom]]></category>
		<category><![CDATA[Tschadsee]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn man sich dem Tschadsee von Gulfe, einem kleinen Ort im äußersten Norden Kameruns, aus nähert, bietet sich ein trostloses Bild: Heftige Winde fegen über Sanddünen, Pflanzen welken vor sich hin. Auf weiten Flächen mit karger Vegetation sind ab und zu ein verdorrter Baum und einige versengte Sträucher zu sehen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Ngala Killian Chimtom | 19. Februar 2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gulfe, Kamerun (IPS/afr). Wenn man sich dem Tschadsee von Gulfe, einem kleinen Ort im äußersten Norden Kameruns, aus nähert, bietet sich ein trostloses Bild: Heftige Winde fegen über Sanddünen, Pflanzen welken vor sich hin. Auf weiten Flächen mit karger Vegetation sind ab und zu ein verdorrter Baum und einige versengte Sträucher zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tschadsee, der an die Länder Tschad, Kamerun, Niger und Nigeria grenzt, erstreckte sich früher über eine Fläche von rund 25.000 Quadratkilometern. In den vergangenen 50 Jahren ist er jedoch um 90 Prozent geschrumpft. Seine Gesamtoberfläche beträgt nur 2.500 Quadratkilometer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Infolge des spärlichen Regens bringen Chari und Logone – die beiden größten Flüsse, die in den See münden – von Jahr zu Jahr weniger Wasser. Hirten, Fischer und Bauern, denen der nährstoffreiche Boden über Generationen die Existenz gesichert hatte, können inzwischen nur noch mit Mühe überleben. Der große See trocknet vor ihren Augen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Ufern des Sees holt Mahamat Aboubakar einen winzigen Katzenfisch aus seinem großen Netz. &#8222;Früher brauchte ich das Netz nur kurz auszuwerfen, um Tausende Fische aus dem Wasser zu ziehen. Heute dauert es dagegen einen ganzen Tag, bis ich einen bescheidenen Fang mache&#8220;, erzählt er. Mit den wenigen Fischen lassen sich umgerechnet höchstens zwei US-Dollar verdienen – einen weiteren Tagesverdienst hat Aboubakar nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als der See noch gesund und voller Leben war, verdiente der inzwischen 64-jährige Fischer bis zu 50 Dollar täglich. In Zukunft wird sein Fang wahrscheinlich noch kleiner ausfallen, was ihn weiter in die Armut treibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="eine-katastrophe">&#8222;Eine Katastrophe&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sanusi Imran Abdullahi spricht von einer &#8222;Katastrophe&#8220;. &#8222;Den Anwohnern, die in der Nähe des Sees wohnen, wird bereits ein hoher Tribut abverlangt&#8220;, sagt der Exekutivdirektor der regionalen Tschadsee-Kommission (LCBC), die von den Anrainerstaaten mit dem Ziel gegründet wurde, die Nutzung des Wassers und anderer natürlicher Rohstoffe des Tschadsees zu regeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Experten führen die Krise auf mehrere Faktoren zurück. &#8222;Wüstenbildung, der Klimawandel sowie die kontinuierliche Ableitung von Wasser der Zuflüsse sind als Ursachen zu sehen&#8220;, erklärt der Umweltwissenschaftler Paul Ghogomou von der Universität von Yaounde in Kamerun.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Lake Chad 1963-2001" width="500" height="375" src="https://www.youtube.com/embed/19nhbFGgExA?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption>Die Wasseroberfläche des Tschadsees ist seit den 1960er Jahren um 95 Prozent geschrumpft.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tschadsee bezieht sein Wasser laut Ghogomou zu 90 Prozent aus dem Chari-Fluss, der von seinem Nebenfluss Logone gespeist wird. Der Chari werde jedoch ständig für Bewässerungsprojekte in der Umgebung angezapft. Für die fortschreitende Austrocknung des Tschadsees macht der Experte aber auch den Bau von Staudämmen an den Flüssen Jama&#8217;are und Hadejia im Nordosten Nigerias verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdullahi zufolge bringt aber auch der zunehmende Wasserkonsum der Bevölkerung den See an seine Belastungsgrenze. &#8222;Vor 40 Jahren lebten nur etwa 17 Millionen Menschen im Umkreis des Sees. Inzwischen sind es dagegen etwa 30 Millionen. Die steigende Wassernachfrage der Bevölkerung, die zunehmende Zahl von Nutztieren und die hohe Verdunstung aufgrund des Klimawandels haben gemeinsam dazu geführt, dass sich der See immer weiter verkleinert&#8220;, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bauern und Fischer versuchen so gut es geht mit der Situation umzugehen und sich auf die bevorstehende Krise vorzubereiten. Ahmadou Bello, ein Fischer in Gulfe, ist inzwischen Farmer geworden und baut unter anderem Bohnen, Mais, Reis und Paprika ohne Einsatz von Dünger an. Der schrumpfende See habe sehr fruchtbares Land zurückgelassen, sagt Bello. Sollte sich der Tschadsee jedoch weiter zurückziehen, gäbe es für die Landwirtschaft keine Zukunft.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="wasser-aus-dem-obangui-zur-rettung-des-sees">Wasser aus dem Obangui zur Rettung des Sees</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um nachhaltige Lösungen für die Krise umzusetzen, haben die LCBC-Staaten Kamerun, Niger, Nigeria und die Zentralafrikanische Republik einen ehrgeizigen Plan entwickelt. Sie wollen den See mit dem Wasser des Obangui, eines Nebenflusses des Kongo-Stroms, speisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von Abdullahi beinhaltet das Projekt den Bau eines Rückhaltedamms in Palambo, das stromaufwärts hinter Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, liegt. Das Gebiet soll dann als Wassereinzugsgebiet dienen. Mit Hilfe von Pumpen soll das Wasser dann in den Fafa-Fluss strömen, einem Zufluss des Ouham, von wo es über einen Kanal in Kamerun in den Chari und später in den Tschadsee eingeleitet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Viel Wasser aus dem Kongo-Fluss endet im Meer. Wir nehmen einen Teil, um 30 Millionen Menschen zu retten, die den See zum Überleben brauchen&#8220;, erklärt Abdullahi. Das Projekt soll zudem die Stromversorgung verbessern und dafür sorgen, dass die Flüsse für den Warenverkehr vom Osten in den Westen Afrikas schiffbar sind. Außerdem ist geplant, die Bewässerung der Gebiete und die Agro-Industrie zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Programm ist also nicht nur dazu gedacht, Wasser in den Tschadsee zu leiten&#8220;, sagt er. Die Menschen im Kongo-Becken sollen außerdem die Chance erhalten, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten auszubauen. Allerdings drohen finanzielle Engpässe die Umsetzung des Projekts zu verzögern. Laut Abdullahi belaufen sich die Projektkosten auf stolze 14,5 Milliarden Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierungschefs der Staaten in der Region zeigen zwar politischen Willen zur Unterstützung des Vorhabens. LCBC sucht aber vor allem Hilfe von der internationalen Staatengemeinschaft. &#8222;Wir werden in diesem Jahr eine internationale Geberkonferenz einberufen und sehen, was wir bekommen können. Davon ausgehend werden wir überschlagen, was die Mitgliedsstaaten beitragen können.&#8220; Abdullahi rechnet damit, dass das Projekt größtenteils vom Privatsektor finanziert wird, sofern den Geldgebern garantiert werde, dass sich ihre Investitionen später auszahlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Einschätzung des kanadischen Unternehmens &#8222;CIMA International&#8220;, das im Zusammenhang mit dem Wasserleitungsprojekt Machbarkeitsstudien durchführte, könnte der Tschadsee bereits im Jahr 2025 vollständig verschwunden sein, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der Tschadsee &#8211; hier das Ufer bei Baga in Nigeria &#8211; ist in den letzten Jahren drastisch geschrumpft. Die Austrocknung des Sees treibt Fischer in die Armut. (Bild: Mustapha Muhammad/IPS)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schwere Hungersnot im Tschad</title>
		<link>https://afrika.info/schwere-hungersnot-im-tschad/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 14:25:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tschad]]></category>
		<category><![CDATA[François Djecombé]]></category>
		<category><![CDATA[Hunger]]></category>
		<category><![CDATA[Oxfam]]></category>
		<category><![CDATA[Unicef]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test.afrika.info/?p=1138</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Hungersnot im Tschad nimmt ein immer bedrohlicheres Ausmaß an. In den ländlichen Gebieten suchen Frauen in Ameisenhügeln nach Getreidekörnern, und auch in den Städten leiden zunehmend mehr Menschen an Unterernährung.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von François Djecombé | 4. April 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">N&#8217;Djamena (IPS/afr). Die Hungersnot im Tschad nimmt ein immer bedrohlicheres Ausmaß an. In den ländlichen Gebieten suchen Frauen in Ameisenhügeln nach Getreidekörnern, und auch in den Städten leiden zunehmend mehr Menschen an Unterernährung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Nur Gott weiß, was mit mir und meinen Kindern passieren wird – seit zwei Monaten haben wir nichts mehr zu essen&#8220;, klagt Henriette Sanglar, eine Mutter von vier Kindern aus der tschadischen Hauptstadt N&#8217;Djamena. &#8222;Wir leben wie Bettler.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Krankenschwester Diane Nelmall Koïdéré bestätigt, dass die Hungersnot in der Stadt weiter zunimmt. &#8222;Von den Kindern, die ich heute gesehen habe, sind viele untergewichtig. Man konnte sehen, dass sie in den vergangenen zwei Wochen nichts zu sich genommen haben. Die Kleinsten leiden grausam an Unterernährung.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie schwerwiegend die Hungersnot ist, zeigt sich vor allem daran, dass sogar die Agrarregionen im Süden des Landes betroffen sind. Blandine Karébey zog aus dem Dorf Bépala nach N&#8217;Djamena, um bei ihrem jüngeren Bruder Joseph Ngarmadji zu wohnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mutter von zwei Kindern im Alter von zwei und fünf Jahren will auf keinen Fall in ihr Dorf zurückkehren. Dort sind sämtliche Nahrungsmittelvorräte aufgebraucht. Die Menschen ernähren sich dort von wildwachsenden Früchten und Wurzeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch weit schlimmer als in dem Gürtel um die Hauptstadt, dem &#8222;Brotkorb&#8220; des Tschad, sind die Auswirkungen der Hungersnot in der Sahel-Region spürbar. Dort fallen während der zweimonatigen Regenzeit jährlich normalerweise knapp 300 Milliliter Regen. Im vergangenen Jahr blieb der Regen ganz aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="halbwustengebiete-hart-getroffen">Halbwüstengebiete hart getroffen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dürre setzte vor allem den Menschen in den Halbwüstengebieten Kanem, Guéra und Salamat im Osten des Landes zu. Die Ernten fielen weitaus geringer aus als sonst und waren oft schon nach drei Monaten aufgezehrt. Aus Verzweiflung ernährten sich die Menschen von den Saatkörnern, die sie eigentlich in der nächsten Saison hätten aussäen müssen, wurden von humanitären Organisationen versorgt oder zogen in die Städte, wo sie sich als Haushaltshilfen und Gärtner verdingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stephen Cockburn, der Koordinator der Hilfsorganisation &#8222;Oxfam International&#8220; für Westafrika, berichtete von verzweifelten Versuchen der Menschen in ländlichen Gebieten, an Nahrungsmittel zu kommen. &#8222;In dem Dorf Tassino im Distrikt Mangalmé in der zentralen Region Guéra suchen die Frauen sogar in Ameisenhaufen nach Getreide, das die Insekten gehortet haben.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Marcel Ouattara vom Weltkinderhilfswerk UNICEF erklärte, sind Frauen und Kinder der Hungersnot besonders schutzlos ausgeliefert. &#8222;Eine Situation, in der die Nahrungsknappheit zu Preiserhöhungen zwischen 100 und 200 Prozent führte, hat verheerende Folgen für die Schwächsten.&#8220; Laut Ouattara sind Familien betroffen, die ohnehin nur einen begrenzten Zugang zur Gesundheitsversorgung haben und denen nun chronische Mangelernährung droht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden hatten die Gefahr bereits im Januar erkannt und angekündigt, Getreide zu subventionierten Preisen bereitzustellen. Zugleich starteten sie einen Hilfsappell an die internationale Gemeinschaft. Im Nationalen Büro für Nahrungssicherheit (ONASA) lagern zurzeit etwa 4.000 Tonnen Getreide. Als die Regierung Anfang des Jahres den Notstand ausrief, kostete ein 100-Kilo-Sack Mais oder Hirse umgerechnet etwa 80 US-Dollar. ONASA bietet die gleiche Menge nun zum Preis von 20 Dollar an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hungernden Menschen sind allerdings nicht der Ansicht, dass ihnen die Regierung ausreichend hilft. Viele haben noch nicht einmal genug Geld für die bezuschussten Lebensmittel. Großhändler nutzen die Lage aus, um umfangreiche Vorräte anzulegen, die sie zu den üblichen Marktpreisen und damit für sie gewinnbringend verkaufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="freie-hand-fur-spekulanten">Freie Hand für Spekulanten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung verfügt über Mittel und Wege, die Preise unter Kontrolle zu halten, doch ging sie bisher nicht gegen die skrupellosen Händler vor. Mehrere Minister beließen es bei Warnungen. Politische Beobachter werfen den Behörden vor, durch ihre Tatenlosigkeit die Korruption zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. März versuchte Agrarminister Adoum Djimet die Öffentlichkeit zu beruhigen, nachdem die Notsituation im Land für negative Schlagzeilen in der internationalen Presse gesorgt hatte. &#8222;Die Regierung ergreift Maßnahmen, um unsere Landsleute zu retten, die von der Hungersnot bedroht sind&#8220;, erklärte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die zugesagte staatliche Hilfe ist bisher ausgeblieben, ohne dass dies ausreichend begründet worden wäre. Da auch die Unterstützung seitens der Hilfsorganisationen schleppend angelaufen ist, sind die Menschen zunehmend verzweifelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Vertreter des Welternährungsprogramms WFP, der ungenannt bleiben wollte, sagte IPS, dass Nahrungsmittel auf dem Weg nach N&#8217;Djamena im Hafen von Douala im Nachbarstaat Kamerun aufgehalten worden seien. Mehrere Organisationen äußerten sich zudem besorgt darüber, dass die Regenzeit knapp bevorsteht. Sollte die Verteilung der Nahrungsmittel nicht rasch beginnen, wären die am schlimmsten von der Hungersnot betroffenen Gebiete bald nicht mehr auf dem Landweg zu erreichen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Frauen aus dem Dorf Azoza suchen in Ameisenhügeln nach Getreide. (Foto: Oxfam International, <a href="https://www.flickr.com/photos/oxfam/6966945417/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-NC-ND 2.0</a>)</p>
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