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	<title>Sudan Archive | afrika.info</title>
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	<title>Sudan Archive | afrika.info</title>
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		<title>Gold und Gummi für den Krieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 08:05:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sudan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gold und Gummi arabicum zählen zu den wichtigsten Exportgütern des Sudan. Ein neuer UN-Bericht zeigt jedoch, wie beide Rohstoffe zunehmend zur Finanzierung des Bürgerkriegs beitragen – mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gold und Gummi arabicum zählen zu den wichtigsten Exportgütern des Sudan. Ein neuer UN-Bericht zeigt jedoch, wie beide Rohstoffe zunehmend zur Finanzierung des Bürgerkriegs beitragen – mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Oritro Karim | 4. August 2027</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (IPS/afr) – Drei Jahre nach Ausbruch des sudanesischen Bürgerkriegs hat sich die humanitäre Lage dramatisch verschlechtert. Die Vereinten Nationen werfen beiden Konfliktparteien gravierende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht vor. Dazu zählen gezielte Angriffe auf Zivilist*innen in Wohngebieten, weit verbreitete sexuelle Gewalt sowie Attacken auf kritische Infrastruktur, die humanitäre Hilfe erschweren und ganze Gemeinschaften an den Rand des Zusammenbruchs bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um ihre steigenden Militärausgaben zu finanzieren, greifen die Konfliktparteien zunehmend auf die Ausbeutung von Rohstoffen, Handelswegen und wirtschaftlich bedeutenden Regionen zurück. Humanitäre Expert*innen warnen deshalb vor einer sich zunehmend selbst tragenden Kriegswirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sudans riesiger Reichtum an natürlichen Ressourcen sollte der Bevölkerung zugutekommen. Bedauerlicherweise ist das, was wir heute beobachten, alles andere als das. Tatsächlich dient dieser Reichtum nur dazu, die Menschenrechte zu untergraben und Konflikte anzuheizen, was Leid und Elend in enormem Ausmaß mit sich bringt“, sagt der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk. „Diese Kriegswirtschaft muss unterbunden werden, und die internationale Gemeinschaft muss den Rohstoffen und Handelsrouten, die zu ihrer Aufrechterhaltung beitragen, viel mehr Aufmerksamkeit schenken.“</p>



<h2 id="h-gummi-arabicum-als-treibstoff-des-krieges" class="wp-block-heading">Gummi arabicum als Treibstoff des Krieges</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 15. Juli veröffentlichte das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) den Bericht &#8222;<a href="https://www.ohchr.org/en/stories/2026/07/hidden-cost-gum-arabic-inside-sudans-war-economy">Business and Human Rights in Conflict: Gum Arabic from Sudan</a>&#8220; (Wirtschaft und Menschenrechte in Konflikten: Gummi arabicum aus dem Sudan). Darin wird aufgezeigt, wie der illegale Handel mit Gummi arabicum zur Finanzierung sowohl der Rapid Support Forces (RSF) als auch der sudanesischen Streitkräfte (SAF) beiträgt. Darüber hinaus beschreibt der Bericht, wie beide Konfliktparteien erhebliche Einnahmen aus Gold, Vieh und weiteren Rohstoffen erzielen, indem sie Fördergebiete sowie Transport- und Handelsrouten kontrollieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gummi arabicum zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Exportgütern des Sudan. Der aus der Rinde und den Zweigen verschiedener Akazienarten gewonnene Naturstoff wird weltweit in Lebensmitteln, Getränken, Kosmetika und Arzneimitteln verwendet. Für mehr als fünf Millionen Menschen im Sudan bildet seine Gewinnung die wirtschaftliche Lebensgrundlage und ist tief in den ländlichen Gemeinschaften verankert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2023 entfielen rund 70 bis 80 Prozent der weltweiten Rohgummi-arabicum-Exporte auf den Sudan. Der jährliche Exportwert erreichte bis zu 183 Millionen US-Dollar. Heute liegen große Teile des sogenannten Gummi-Arabicum-Gürtels – insbesondere in Kordofan und Darfur – in Gebieten, die von der RSF oder der SAF kontrolliert werden.</p>



<h2 id="h-gewalt-entlang-der-handelsrouten" class="wp-block-heading">Gewalt entlang der Handelsrouten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht zeigt, dass die vom Gummi-arabicum-Handel abhängigen ländlichen Gemeinden erheblichen Sicherheitsrisiken und schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Dazu zählen Plünderungen, Erpressung und willkürliche Inhaftierungen. Gleichzeitig verschlechtert sich der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Nahrungsmitteln, sauberem Wasser, Bildung und Gesundheitsversorgung zunehmend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Händler*innen entlang der Handelskorridore durch die von der RSF kontrollierten Gebiete in Darfur und Kordofan berichten von Warenbeschlagnahmungen, überhöhten Abgaben und Gewalt. Laut OHCHR werden beträchtliche Mengen Gummi arabicum aus West-Kordofan und Darfur über den Südsudan nach Juba sowie in den Tschad, nach Kamerun und Kenia umgeleitet.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinten Nationen berichten zudem, dass die RSF geplündertes Gummi arabicum häufig als Ersatz für reguläre Soldzahlungen verwendet. Zwischen Jänner und Juni 2024 sollen auf diese Weise rund 3.700 Tonnen geplündert worden sein.</p>



<h2 id="h-gold-als-wichtigste-finanzierungsquelle" class="wp-block-heading">Gold als wichtigste Finanzierungsquelle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Gummi arabicum identifiziert das OHCHR Gold als wichtigsten Motor der sudanesischen Kriegswirtschaft. Der Rohstoff gilt als „finanziell bedeutendster Rohstoff im Exportbereich“ und stellt die wichtigste Einnahmequelle sowohl für die RSF als auch für die SAF dar.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der sudanesischen Zentralbank und der Sudanese Mineral Resources Company wurden 2024 in den von der SAF kontrollierten Gebieten rund 65 Tonnen Gold gefördert. Davon wurden 28 Tonnen über Port Sudan exportiert. Die Erlöse beliefen sich auf etwa 1,6 Milliarden US-Dollar und machten 48,5 Prozent der gesamten Exporte des Landes aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Goldproduktion 2025 auf 70 Tonnen anstieg, wurde weiterhin ein erheblicher Teil außer Landes geschmuggelt. Dem Bericht zufolge wurden 2024 lediglich 52 Prozent der Goldexporte über offizielle Kanäle abgewickelt. Gleichzeitig fördern und handeln mit der RSF verbundene Wirtschaftsakteure weiterhin Gold aus Darfur und Kordofan. Zu Beginn des Konflikts hatte die RSF zudem mehr als 1,3 Tonnen Rohgold beschlagnahmt.</p>



<h2 id="h-appell-an-staaten-und-unternehmen" class="wp-block-heading">Appell an Staaten und Unternehmen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Gold ist der wichtigste und entscheidende finanzielle Treiber, während Gummi arabicum für zusätzliche Liquidität sorgt und verdeutlicht, wie sich der Krieg auf Agrarrohstoffe und globale Handelswege ausgeweitet hat“, sagte Dr. Abdelmonem Mukhtar, Geschäftsführer des Centre for Evidence and Data-Based Policy. „Sollte sich herausstellen, dass eine Lieferkette direkt oder indirekt zur Finanzierung von Konfliktparteien beiträgt, können neben Reputations- und Geschäftsrisiken auch regulatorische, zivilrechtliche oder ethische Verantwortlichkeiten entstehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Türk betonte die Notwendigkeit einer strengeren Aufsicht und forderte die UN-Mitgliedstaaten auf, Rechenschaftspflicht und Kontrollmechanismen auszubauen. Ziel sei es, sicherzustellen, dass der Rohstoffhandel im Sudan nicht zur Finanzierung von Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht beiträgt, sondern stattdessen zur Linderung des Leids der Zivilbevölkerung. Zugleich appellierte er an Unternehmen, den Schutz der Menschenrechte stärker in den Mittelpunkt ihrer Geschäftstätigkeit zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unternehmen können nicht einfach wie gewohnt weitermachen, wenn sie aus konfliktbetroffenen Wertschöpfungsketten beziehen“, sagte Türk. „Sie sollten eine verstärkte, konfliktsensible Sorgfaltspflicht für Menschenrechte walten lassen, einschließlich einer strengeren Überprüfung von Transportwegen, Zwischenhändlern, Dokumentation und möglicher Umkennzeichnung, und sicherstellen, dass betroffene Menschen Zugang zu sicheren und wirksamen Beschwerde- und Reaktionsmechanismen haben.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Goldsucher im Sudan (Foto: Maciek67, Shutterstock.com)</p>
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		<title>1000 Tage Krieg im Sudan: Die Welt schaut weg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 16:54:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Firmin]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Krieg im Sudan ist exakt 1000 Tage alt. Die Kampfhandlungen haben am 15. April 2023 begonnen, Frieden ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Die Gewalt eskaliert weiter, die Hungersnot nimmt nie dagewesene Ausmaße an. Und die Welt schaut weg.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Andrew Firmin* | 8. Januar 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg im Sudan ist exakt 1000 Tage alt. Die Kampfhandlungen haben am 15. April 2023 begonnen, Frieden ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Die Gewalt eskaliert weiter, die Hungersnot nimmt nie dagewesene Ausmaße an. Und die Welt schaut weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">London (IPS/afr). <a href="https://www.theguardian.com/global-development/2025/dec/05/rsf-massacres-sudanese-city-el-fasher-slaughterhouse-satellite-images" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Satellitenbilder</a> von al-Faschir in Nord-Dafur zeigen aufgetürmte Leichen, die auf eine Massenbestattung oder Einäscherung warten. Unterdessen versucht die Miliz der Rapid Support Forces (RSF), das Ausmaß ihrer Verbrechen zu <a href="https://www.bbc.com/news/articles/c75veyzz2g2o" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vertuschen</a>. Nachdem die Stadt im November von der RSF eingenommen wurde, gelten bis&nbsp; zu 150.000 Einwohner*innen von al-Fashir weiterhin als vermisst. Die arabische Miliz hat die Stadt ethnisch von ihren nicht-arabischen Einwohnern gesäubert. Die niedrigste Opferschätzung geht von <a href="https://uk-crime.co.uk/sarah-champion-2025-speech-on-gaza-and-sudan/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">60.000 Toten</a> aus.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Massaker ist das bislang schrecklichste Kapitel im Krieg zwischen den RSF und den sudanesischen Streitkräften, der durch einen Machtkampf zwischen Militärführern im April 2023 ausgelöst wurde. Beide Seiten haben Gräueltaten begangen, darunter Hinrichtungen, außergerichtliche Tötungen und sexuelle Gewalt. Es ist schwierig, genaue Zahlen zu ermitteln, aber Schätzungen zufolge wurden mindestens 150.000 Menschen getötet. Rund neun Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben, und fast vier Millionen sind über die Grenze geflohen. Etwa 25 Millionen Menschen sind nun von einer Hungersnot bedroht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zivilgesellschaftliche und humanitäre Organisationen helfen so gut sie können, aber sie befinden sich in der Schusslinie. Tod, Gewalt, Entführung und Inhaftierung zählen zu den Bdrohungsszenarien. Darüber hinaus haben sie mit Notverordnungen und bürokratischen Beschränkungen zu kämpfen,&nbsp; die Hilfsmaßnahmen sowie die Versammlungs-, Meinungs- und Bewegungsfreiheit einschränken. Währenddessen blockieren Truppen die Lieferung von Hilfsgütern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Berichterstattung über den Konflikt ist schwierig und gefährlich. Fast die gesamte Medieninfrastruktur wurde zerstört, viele Zeitungen haben ihre Veröffentlichung eingestellt. Beide Konfliktparteien nehmen Journalist*innen ins Visier, sodass viele ins Exil gezwungen wurden. Umfangreiche Desinformationskampagnen verschleiern, was vor Ort geschieht. Das Schicksal von <a href="https://www.theguardian.com/global-development/2025/nov/02/he-told-the-world-what-was-happening-in-el-fasher-then-they-sought-him-out-how-sudan-lost-a-true-hero-of-the-war" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mohamed Khamis Douda</a>, Sprecher des Flüchtlingslagers Zamzam, veranschaulicht die Gefahr: Er blieb in al-Fashir, um internationale Medien mit wichtigen Informationen zu versorgen. Als die RSF einmarschierte, suchten sie ihn und töteten ihn.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-zentrale-rolle-der-vereinigten-arabischen-emirate-nbsp">Zentrale Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate&nbsp;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sudan wird manchmal als vergessener Krieg bezeichnet, aber es ist zutreffender zu sagen, dass die Welt ihn bewusst ignoriert – und das kommt mehreren mächtigen Staaten gelegen. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind der größte Unterstützer der RSF. Sie leugnen das zwar. Jedoch sind Waffen, die von den VAE hergestellt oder von ihren Verbündeten geliefert wurden, an Orten gefunden wurden, die aus der Kontrolle der RSF zurückerobert wurden. Ohne die Unterstützung der VAE hätte die RSF den Krieg wahrscheinlich schon verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren haben die VAE daran gearbeitet, ihren Einfluss in mehreren afrikanischen Staaten auszubauen. Sie haben eine Reihe von Infrastrukturprojekten in Afrika entwickelt, darunter einen geplanten Hafen an der sudanesischen Küste des Roten Meeres. Sie haben große Investitionen in die Landwirtschaft im Sudan getätigt und erhalten den größten Teil des dort geförderten <a href="https://www.chathamhouse.org/2025/03/gold-and-war-sudan/04-how-sudans-gold-sector-connects-regional-conflict-ecosystem" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Goldes</a>.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die VAE sind offenbar zu dem Schluss gekommen, dass die Kontrolle durch die RSF der beste Weg ist, um ihren Einfluss zu sichern und ihre Interessen zu schützen &nbsp;– auch auf Kosten von Menschenleben. Als Reaktion darauf hat die sudanesische Regierung Schritte unternommen, um die Beziehungen zu Russland zu verbessern. Es wurde berichtet, dass sie Russland möglicherweise erlauben wird, einen permanenten Marinestützpunkt am Roten Meer zu errichten.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-wenig-druck-von-aussen">Wenig Druck von außen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die VAE stehen nur unter geringem internationalem Druck. Westliche Staaten, die eng mit ihnen verbunden sind &#8211; darunter Großbritannien und die USA &#8211; spielen ihre Rolle herunter. Die britische Regierung liefert weiterhin <a href="https://www.middleeasteye.net/news/uk-allowed-arms-exports-uae-after-being-told-weapons-given-rsf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Waffen an die VAE</a>, obwohl sie weiß, dass diese an die RSF weitergegeben werden. Zudem hat ein Whistleblower die britische Regierung beschuldigt, Warnungen vor einem möglichen Völkermord im Sudan aus einer Risikobewertungsanalyse entfernt zu haben, um die VAE zu schützen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Europäische Union und Großbritannien reagierten auf die Gräueltaten in el-Fashir mit <a href="https://www.theguardian.com/world/2025/dec/12/uk-sanctions-four-rsf-commanders-heinous-violence-against-sudan-civilians" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sanktionen gegen vier RSF-Führer</a>. Auch die USA wollen weitere Sanktionen in Erwägung ziehen, aber diese Maßnahmen reichen nie bis zu den Persönlichkeiten in der Regierung der VAE.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der UN-Sicherheitsrat, in dem Großbritannien als ständiges Mitglied die Führungsrolle für die Beendigung des Konflikts im Sudan innehat, war ebenfalls erwartungsgemäß ineffektiv. Russland hat angekündigt, jede Resolution Großbritanniens mit einem Veto zu blockieren. Dennoch lehnte Großbritannien im Juni das <a href="https://www.theguardian.com/global-development/2025/sep/24/siege-sudan-city-el-fasher-rsf#:~:text=UK%20refuses%20to%20hand%20over%20responsibility" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Angebot afrikanischer Staaten</a> ab, die Verantwortung an sie abzutreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ägypten unterstützt die sudanesische Regierung nachdrücklich, und auch Saudi-Arabien zeigt sich einigermaßen kooperativ. Gemeinsam mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA haben sie sich zu einem Forum namens „Quad“ zusammengeschlossen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der konkurrierenden Interessen gab es im September Anlass zur Hoffnung, als die Quad eine dreimonatige humanitäre Waffenruhe aushandelte, gefolgt von einem neunmonatigen Übergang zur Zivilregierung. Beide Seiten akzeptierten den Plan, doch die RSF kämpfte weiter, woraufhin die sudanesische Regierung den Vorschlag ablehnte.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-niedrige-us-zolle-fur-vae">Niedrige US-Zölle für VAE</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ob und wann die Kämpfe eingestellt werden, hängt möglicherweise von den diplomatischen Launen der USA ab. US-Präsident Donald Trump scheint sich seit kurzem stärker für den Konflikt zu interessieren, wahrscheinlich aufgrund eines Besuchs des saudischen Herrschers Mohammed bin Salman im Weißen Haus im November.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trump möchte vielleicht behaupten, einen weiteren Konflikt beendet zu haben, um seinen offensichtlichen Wunsch nach dem Friedensnobelpreis zu erfüllen. Aber es ist schwer, Fortschritte zu erkennen. Die US-Regierung scheint derzeit nicht bereit, Druck auf die VAE auszuüben. Eine Möglichkeit dafür wären Zölle&nbsp;– ein grobes Instrument, das Trump bereits eingesetzt hat, um anderen Staaten Vereinbarungen aufzuzwingen. Die Tatsache, dass die Trump-Regierung derzeit Zölle zum niedrigsten Satz von zehn Prozent erhebt, zeigt ihre anhaltende Freundlichkeit gegenüber den VAE.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktivist*innen versuchen, mehr Aufmerksamkeit auf die zentrale Rolle der VAE in diesem Konflikt zu lenken. Ein Schwerpunkt dabei ist Basketball: Die NBA hat einen umfangreichen und wachsenden <a href="https://www.theguardian.com/sport/2025/dec/13/nba-uae-sudan-sportswashing-rsf-war-crimes" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sponsorenvertrag mit den VAE</a> abgeschlossen, die ihren internationalen Ruf durch Sport aufzupolieren wollen. <a href="https://www.speakoutonsudan.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aktivist*innen</a> der Zivilgesellschaft fordern die NBA auf, diese Partnerschaft zu beenden. Dieses Engagement könnte dazu beitragen, dass der Sudan auf der Agenda der USA weiter nach oben rückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Gemeinschaft hat die Macht, das Töten zu beenden, aber zuerst muss sie die Rolle der VAE und ihrer westlichen Verbündeten bei der Ermöglichung dieses Tötens anerkennen. Alle am Konflikt Beteiligten innerhalb und außerhalb des Sudan müssen ihre engstirnigen Eigeninteressen beiseite lassen. Die VAE, ihre Verbündeten und die anderen Quad-Staaten sollten stärker unter Druck gesetzt werden, als ersten Schritt zum Frieden einen echten Waffenstillstand zu vermitteln und ihren Einfluss auf die Kriegsparteien zu nutzen, um sicherzustellen, dass sie sich daran halten. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Andrew Firmin ist Chefredakteur von <a href="https://www.civicus.org/">CIVICUS</a>. Das Ziel der internationalen Nonprofit-Organisation mit Hauptsitz in Johannesburg ist die Stärkung der Zivilgesellschaft.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Am 8. November 2025 protestierten tausende Menschen in London gegen die Unterstützung von Kriegsparteien im Sudan. Dieser Mann zeigt ein Bild von Muhammad bin Zayid Al Nahyan, Herrscher von Abu Dhabi und Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate. (Foto: SunshineMunu, Shutterstock.com)</p>
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		<title>Afrika-Cup &#8211; das Finale</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Sep 2025 17:02:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Fußball verbindet – Menschen, Kulturen, Herzen. Erleben Sie das Finale des Africa Cup of Nations live in einem interkulturellen Umfeld.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading" id="h-public-viewing-und-come-together">Public Viewing und Come Together</h2>



<pre class="wp-block-verse"><strong>Termin:</strong> 18. Jänner 2026, 19:00 Uhr<br><strong>Ort:</strong> Afro-Asiatisches Institut, Imaculada, Wiener-Philharmoniker-Gasse 2, 5020 Salzburg<br><strong>Eintritt:</strong> frei</pre>



<p class="wp-block-paragraph">Fußball verbindet – Menschen, Kulturen, Herzen. Erleben Sie das Finale des <strong>Africa Cup of Nations</strong> live in einem interkulturellen Umfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Können die Kicker der Côte d&#8217;Ivoire den Titel aus 2024 verteidigen? Oder holt die Heimmannschaft Marokko den begehrten Pokal? Oder sorgt gar ein krasser Außenseiter wie Simbabwe oder Botswana für eine Überraschung?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 35. Africa Cup findet vom <strong>21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko</strong> statt. Das Land wird damit nach 1988 das zweite Mal Gastgeber des Turniers sein. Insgesamt werden von den 24 teilnehmenden Nationen 52 Spiele ausgetragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <strong>Finale wird am 18. Jänner 2026</strong> im neu errichteten Stade Moulay Abdallah in Rabat ausgetragen. Anpfiff: 20:00 Uhr</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-teilnehmende-nationalteams">Teilnehmende Nationalteams</h2>



<figure class="wp-block-table is-style-regular has-regular-font-size"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">Gruppe A</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Gruppe B</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Gruppe C</th></tr></thead><tbody><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4816" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Marokko.svg_.webp" alt="Marokko Flagge"> Marokko</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4824" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Aegypten.svg_.webp" alt="Ägypten Flagge"> Ägypten</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img decoding="async" width="15" height="8" class="wp-image-4828" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Nigeria.svg_.webp" alt="Nigeria Flagge"> Nigeria</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4817" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Mali.svg_.webp" alt="Mali Flagge"> Mali</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4825" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Suedafrika.svg_.webp" alt="Südafrika Flagge"> Südafrika</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4829" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Tunesien.svg_.webp" alt="Tunesien Flagge"> Tunesien</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4819" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Sambia.svg_.webp" alt="Sambia Flagge"> Sambia</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4826" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Angola.svg_.webp" alt="Angola Flagge"> Angola</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4830" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Uganda.svg_.webp" alt="Uganda Flagge"> Uganda</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="9" class="wp-image-4820" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Komoren.svg_.webp" alt="Komoren Flagge"> Komoren</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="8" class="wp-image-4827" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Simbabwe.svg_.webp" alt="Simbabwe Flagge"> Simbabwe</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4831" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Tansania.svg_.webp" alt="Tansania Flagge"> Tansania</td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">Gruppe D</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Gruppe E</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Gruppe F</th></tr></thead><tbody><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4832" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Senegal.svg_.webp" alt="Senegal Flagge"> Senegal</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4836" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Algerien.svg_.webp" alt="Algerien Flagge"> Algerien</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4840" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Cote-d-Ivoire.svg_.webp" alt="Côte d'Ivoire Flagge"> Côte d&#8217;Ivoire</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="11" class="wp-image-4833" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-DR-Kongo.svg_.webp" alt="DR Kongo Flagge"> DR Kongo</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4837" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Burkina-Faso.svg_.webp" alt="Burkina Faso Flagge"> Burkina Faso</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4841" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Kamerun.svg_.webp" alt="Kamerun Flagge"> Kamerun</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4834" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Benin.svg_.webp" alt="Benin Flagge"> Benin</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4838" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Aequatorialguinea.svg_.webp" alt="Äquatorialguinea Flagge"> Äquatorialguinea</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="11" class="wp-image-4842" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Gabun.svg_.webp" alt="Gabun Flagge"> Gabun</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4835" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Botswana.svg_.webp" alt="Botswana Flagge"> Botswana</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="8" class="wp-image-4839" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Sudan.svg_.webp" alt="Sudan Flagge"> Sudan</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><img loading="lazy" decoding="async" width="15" height="10" class="wp-image-4843" style="width: 15px;" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/Flagge-Mosambik.svg_.webp" alt="Mosambik Flagge"> Mosambik</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Veranstaltung von Welthaus Graz in Kooperation mit afrika.info, Afrika Plattform Salzburg, Afro-Asiatisches Institut Graz, Afro-Asiatisches Institut Salzburg, Katholische Hochschuljugend, Katholische Hochschulgemeinde und Fachbereich Weltkirche</p>
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		<item>
		<title>Afrika-Filmtage 2025: Regisseurinnen im Fokus</title>
		<link>https://afrika.info/afrika-filmtage-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2025 10:24:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von 13. bis 15. Mai 2025 finden die 2. Afrika-Filmtage im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO statt. Mit Filmen wie <i>The Bride</i> von Myriam Birara und <i>Banel &#038; Adama</i> von Ramata-Toulaye Sy liegt der Schwerpunkt heuer auf dem Schaffen afrikanischer Regisseurinnen.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 9. April 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg (afr). Von 13. bis 15. Mai 2025 finden die 2. Afrika-Filmtage im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO statt. Mit Filmen wie&nbsp;<em>The Bride</em>&nbsp;von Myriam Birara und&nbsp;<em>Banel &amp; Adama</em>&nbsp;von Ramata-Toulaye Sy liegt der Schwerpunkt heuer auf dem Schaffen afrikanischer Regisseurinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die afrikanische Filmindustrie erlebt derzeit einen bemerkenswerten Aufschwung. Allein in Nigerias Traumfabrik „Nollywood“ werden pro Jahr mehr als 2.500 Filme produziert. Laut dem UNESCO-Bericht <a href="file:///C:/Users/marti/Downloads/379165eng.pdf">The African Film Industry</a> hat die Branche das Potenzial, über 20 Millionen Arbeitsplätze auf dem Kontinent zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frauen spielen in der afrikanischen Filmindustrie bislang nur eine Nebenrolle – im kontinentalen Schnitt ist lediglich ein Fünftel aller in der Branche beschäftigten Personen weiblich. Allerdings gibt es starke regionale Unterschiede. In der Region Zentralafrika, die Länder wie z. B. Kamerun, Tschad oder DR Kongo umfasst, liegt der Frauenanteil bei unter 10 %. Deutlich besser hingegen ist die Situation in der Region Südliches Afrika mit Staaten wie Botswana, Namibia oder Südafrika. Dort beträgt der Anteil an weiblichen Beschäftigten in der Filmindustrie mehr als 30 %.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Afrikanische Regisseurinnen vor den Vorhang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 2. Afrika-Filmtage in Salzburg, die vom Afro-Asiatischen Institut, der Nachrichtenagentur afrika.info und DAS KINO organisiert werden, holen heuer afrikanische Filmemacherinnen vor den Vorhang. „Regisseurinnen aus afrikanischen Ländern stehen völlig zu Unrecht im Schatten ihrer männlichen Kollegen“, sagt Elke Giacomozzi, Geschäftsführerin des Afro-Asiatischen Instituts in Salzburg. „Dabei können afrikanische Filmemacherinnen mit ihrer visionären Erzählweise und ihrer poetischen Filmsprache immer häufiger auch die Jurys großer Filmfestspiele wie in Cannes oder Berlin überzeugen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Spielfilmdebüts, die besonders hervorstechen, stehen im Mittelpunkt der Afrika-Filmtage: <em>The Bride</em> der ruandischen Filmemacherin Myriam Uwiragiye Birara und <em>Banel &amp; Adama</em> der französisch-senegalesischen Regisseurin Ramata-Toulaye Sy.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine eindringliche Geschichte über Selbstbestimmung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>The Bride</strong> </em>(Ruanda 2023) ist das beeindruckende Debüt der ruandischen Regisseurin Myriam Uwiragiye Birara. Der Film feierte bei der Berlinale 2023 seine Weltpremiere und hat dort eine lobende Erwähnung für den GWFF Best First Feature Film Award erhalten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="563" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro.jpg" alt="" class="wp-image-4408" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro-300x169.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro-768x432.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro-640x360.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>The Bride</em> (Ruanda 2023) ist das Spielfilmdebut von Myriam Birara. Der Film behandelt die Pläne einer jungen Frau, die in Konflikt mit traditionellen Rollenbildern geraten. (Bildrechte: Bora Shingiro)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Handlung von <em>The Bride</em> ist im Jahr 1997 angesiedelt – drei Jahre nach dem Genozid in Ruanda. Eine junge Frau namens Eva träumt davon, Medizin zu studieren. Ihre Pläne werden jedoch jäh unterbrochen: Im Zuge einer traditionellen Ehezeremonie namens „guterura“ wird sie von einer Gruppe Männer entführt und gezwungen zu heiraten. Im Stich gelassen von ihrer konservativen Familie, findet Eva Trost in der Freundschaft mit der Cousine ihres Ehemanns. Durch diese Beziehung entdeckt sie die traumatische Vergangenheit der Familie und steht vor der Entscheidung, zu bleiben oder zu fliehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Publikumsgespräch mit Regisseurin Myriam Birara</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Biraras inszenatorische Präzision und die subtile, aber kraftvolle Darstellung weiblicher Widerstandskraft machen <em>The Bride</em> zu einem Meilenstein im zeitgenössischen afrikanischen Kino“, erklärt Sigrid Gruber von DAS KINO. „Der Film bringt nicht nur soziale Missstände zur Sprache, sondern bietet auch eine Plattform für Frauen, ihre Geschichten selbst zu erzählen – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Diversität und Gleichberechtigung in der Filmbranche.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="819" height="1024" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-819x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4409" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-819x1024.jpg 819w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-240x300.jpg 240w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-768x960.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-640x800.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Regisseurin von <em>The Bride</em>, Myriam Birara, wird sich nach der Filmvorführung zu einem Publikumsgespräch online aus Ruanda zuschalten. (Bildrechte: Alain Jambo)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem 70-minütigen Film wird sich Regisseurin <strong>Myriam Uwiragiye Birara</strong> aus Ruanda zu einem Publikumsgespräch online zuschalten, das von Sharon Lagat, Mitglied des Filmbeirats der Afrika-Filmtage, moderiert wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reflexion über Liebe und Tradition</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht weniger berührend ist <em><strong>Banel &amp; Adama</strong></em> (Senegal, Mali, Frankreich 2023) der französisch-senegalesischen Regisseurin Ramata-Toulaye Sy. Der Film handelt von einem jungen Paar, das in einem abgelegenen Dorf im Norden Senegals lebt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="600" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever.jpg" alt="" class="wp-image-4410" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever-300x180.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever-768x461.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever-640x384.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Banel &amp; Adama</em> (Senegal, Mali, Frankreich 2023) von Ramata Toulaye-Sy behandelt die Widersprüche einer leidenschaftlichen Liebe zu den Erwartungen einer traditionell geprägten Gesellschaft. (Bildrechte: Best Friend Forever)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die leidenschaftliche Liebe zwischen Banel und Adama steht im Widerspruch zu den traditionellen Erwartungen ihrer Gemeinschaft. Als Adama seine vorgesehene Rolle als Dorfoberhaupt ablehnt und Banel sich weigert, den konventionellen Pflichten einer Frau nachzukommen, geraten sie in Konflikt mit ihrer Umgebung. Die daraus resultierenden Spannungen führen zu unerwarteten und dramatischen Konsequenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sy inszeniert diese spannungsgeladene Geschichte in eindrucksvollen Bildern, die von der sengenden Hitze der Wüste und der stillen Schönheit der Landschaft durchzogen sind. Ihr Film feierte 2023 Premiere in Cannes und war für die Goldene Palme nominiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weitere Meisterwerke aus dem Sudan, Madagaskar und der DR Kongo</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm der Afrika-Filmtage 2025 bietet darüber hinaus drei weitere überzeugende Produktionen aus dem Sudan, der Demokratischen Republik Kongo und Madagaskar. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In <em><strong>Goodbye Julia</strong></em> (Sudan 2023) – dem Eröffnungsfilm der diesjährigen Afrika-Filmtage – erzählt Regisseur Mohamed Kordofani die auf tragische Weise miteinander verbundene Geschichte von zwei Frauen. Mona, eine muslimische Angehörige der gehobenen nordsudanesischen Mittelklasse, war vor ihrer Ehe eine bekannte Sängerin und führt nun eine glücklose Ehe mit ihrem Ehemann Akram. Nachdem beide den Tod eines christlichen Mannes aus dem Südsudan verursacht haben, versucht Mona, ihre Schuldgefühle zu kompensieren, indem sie Julia, die ahnungslose Witwe des Ermordeten, als ihre Hausgehilfin anstellt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="696" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_.jpg" alt="" class="wp-image-4411" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_-300x209.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_-768x535.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_-640x445.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Goodbye Julia</em> (Sudan 2023) von Mohamed Kordofani erzählt eine packende Geschichte um Schuld, Wiedergutmachung und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten in einem zerrissenen Land. (Bildrechte: trigon-film)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In <em><strong>Disco Afrika</strong></em> (Madagaskar 2023) begleitet der madegassische Regisseur Luck Razanajaona den 20-jährigen Kwame auf der Suche nach seiner Identität. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitet Kwame in illegalen Saphirminen. Ein unerwartetes Ereignis zwingt ihn jedoch, in seine Heimatstadt zurückzukehren. Dort trifft er auf seine Mutter und alte Freunde und wird mit der allgegenwärtigen Korruption in seinem Land konfrontiert. Kwame steht vor der Entscheidung zwischen schnellem Geld und Loyalität, zwischen Individualismus und politischem Erwachen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="541" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm.jpg" alt="" class="wp-image-4412" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm-300x162.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm-768x415.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm-640x346.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Disco Afrika</em> (Madagaskar 2023) von Luck Razanajaona folgt dem jungen Kwame bei der Suche nach seinem Vater. Dabei muss Kwame Entscheidungen von enormer Tragweite treffen. (Bildrechte: WeFilm)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In seinem fesselnden Spielfilmdebüt <em><strong>Omen</strong></em> (DR Kongo, Belgien 2023) beleuchtet der belgisch-kongolesische Regisseur und bekannte Rapper Baloji eindrucksvoll den Konflikt zwischen modernen Lebensweisen und traditionellen Überzeugungen in der heutigen kongolesischen Gesellschaft. In <em>Omen</em> kehrt ein junger Mann namens Koffi nach Jahren in Belgien mit seiner schwangeren, weißen Verlobten Alice in seine Heimatstadt Kinshasa zurück. Dort hofft er auf eine Versöhnung mit seiner Familie. Doch alte Traditionen und tief verwurzelte Aberglauben stellen sich Koffi in den Weg, da er als „zabolo“ – ein vermeintlicher Zauberer – gebrandmarkt wurde.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="644" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men.jpg" alt="" class="wp-image-4413" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men-300x193.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men-768x495.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men-640x412.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Omen</em> (DR Kongo, Belgien 2023) ist das Spielfilmdebut des belgisch-kongolesischen Regisseurs und Rappers Baloji. Der Film behandelt die Konflikte zwischen modernen Lebensweisen und traditionellen Überzeugungen in fesselnden Bildern. (Bildrechte: Grandfilm / Wrong Men)</figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Programmübersicht</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Dienstag, 13. Mai 2025, DAS KINO</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>19:30 Uhr: <em>Goodbye Julia</em> (Sudan 2023)<br>120 Min., Arabisch mit Untertitel in Deutsch</li>



<li>Im Anschluss: Empfang mit Spezialitäten aus Äthiopien</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Mittwoch, 14. Mai 2025, DAS KINO</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>18:00 Uhr: <em>Disco Afrika</em> (Madagaskar 2023)<br>81 Min., Malagasy mit Untertitel in Englisch</li>



<li>20:00 Uhr: <em>The Bride</em> (Ruanda 2023)<br>73 Min., Kinyarwanda mit Untertitel in Englisch</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss: Regiegespräch mit Myriam Uwiragiye Birara</p>



<h3 class="wp-block-heading">Donnerstag, 15. Mai 2025, DAS KINO</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>18:00 Uhr: <em>Omen</em> (DR Kongo, Belgien 2023)<br>90 Min., Französisch, Swahili mit Untertitel in Deutsch</li>



<li>20:00 Uhr: <em>Banel &amp; Adama</em> (Senegal, Mali, Frankreich 2023)<br>87 Min., Pulaar mit Untertitel in Englisch</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Filmauswahl durch breites Gremium an Expert*innen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Afrika-Filmtage werden von zahlreichen öffentlichen Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen unterstützt: Land Salzburg, Stadt Salzburg, Pinto Africa, Österreichische Entwicklungszusammenarbeit, Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Katholische Frauenbewegung, gendup &#8211; Universität Salzburg, Südwind Salzburg, SEI SO FREI, Referat Weltkirche der Erzdiözese Salzburg, EZA Fairer Handel GmbH, Afrika-Plattform</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Auswahl der Filme wurden Expert*innen für das afrikanische Kino ebenso miteinbezogen wie Vertreter*innen der afrikanischen Diaspora in Österreich. Außerdem wirkten die Teams von Filminitiativ Köln e.V. und Afrikanische Filmtage München im Auswahlprozess mit. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">Weitere Informationen zum Programm der Afrika-Filmtage inklusive der Trailer gibt es auf der Website: <a href="https://afrikafilmtage.at">https://afrikafilmtage.at</a>.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/afrika-filmtage-2025/">Afrika-Filmtage 2025: Regisseurinnen im Fokus</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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		<title>The Village Next to Paradise</title>
		<link>https://afrika.info/veranstaltungen/the-village-next-to-paradise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Sep 2024 15:39:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://afrika.info/?page_id=4095</guid>

					<description><![CDATA[<p>Filmpremiere und Gespräch mit Regisseur Mo Harawe In einem abgelegenen Dorf in Somalia kämpft Mamargade, ein alleinerziehender Vater, mit den Herausforderungen des täglichen Lebens. Seine Schwester Araweelo sucht nach ihrer&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Filmpremiere und Gespräch mit Regisseur Mo Harawe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In einem abgelegenen Dorf in Somalia kämpft Mamargade, ein alleinerziehender Vater, mit den Herausforderungen des täglichen Lebens. Seine Schwester Araweelo sucht nach ihrer Scheidung bei ihm ein neues Zuhause.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cigaal, sein Sohn, wird in den Turbulenzen dieser zerbrechlichen Familie manchmal übersehen. Als auch noch die einzige Schule des Dorfs geschlossen wird, muss Cigaal sich etwas einfallen lassen. Trotz unterschiedlicher Ziele in einer komplexen Welt findet die Familie durch Liebe, Vertrauen und Zuversicht ihren eigenen Weg. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="The Village Next to Paradise | Trailer" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/CFGfiTZJ_7A?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an den Film lädt Das Kino zum Filmgespräch mit dem preisgekrönten somalisch-österreichischen Drehbuchautor und Regisseur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo_Harawe" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mo Harawe</a> ein.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Termin:&nbsp;</strong>Dienstag, 5. November 2024, 19:30 Uhr</li>



<li><strong>Ort:</strong> Das Kino, Giselakai 11, 5020 Salzburg</li>



<li><strong>Sprache:&nbsp;</strong>Somali OmU (Original mit deutschen Untertitel)</li>



<li><strong>Tickets: </strong><a href="https://daskino.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">daskino.at</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Veranstaltung von Das Kino in Kooperation mit<strong>&nbsp;</strong>Afro-Asiatisches Institut Salzburg und afrika.info</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> © Filmladen</p>
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		<title>Gruppe Wagner weitet Aktivitäten in Afrika aus</title>
		<link>https://afrika.info/gruppe-wagner-weitet-aktivitaeten-in-afrika-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 May 2023 07:39:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Libyen]]></category>
		<category><![CDATA[Mali]]></category>
		<category><![CDATA[Mosambik]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralafrikanische Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppe Wagner]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://afrika.info/?p=2505</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Söldner der Gruppe Wagner haben seit 2017 in fünf afrikanischen Ländern militärische Operationen durchgeführt. Das private russische Militärunternehmen verfolgt aber auch zunehmend politische und wirtschaftliche Interessen auf dem Kontinent.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Fawzia Moodley und Martin Sturmer | 30. Mai 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Johannesburg/Oberndorf bei Salzburg (IPS/afr). Die Söldner der Gruppe Wagner haben seit 2017 in fünf afrikanischen Ländern militärische Operationen durchgeführt. Das private russische Militärunternehmen verfolgt aber auch zunehmend politische und wirtschaftliche Interessen auf dem Kontinent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der US-Denkfabrik &#8222;<a href="https://russianpmcs.csis.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Center for Strategic &amp; International Studies</a>&#8220;  waren russische Privatarmeen in den letzten zehn Jahren in 18 afrikanischen Staaten aktiv. Die bekannteste unter ihnen ist die Gruppe Wagner, die seit der Invasion in der Ukraine für internationale Schlagzeilen sorgt. Der Einfluss des privaten Militärunternehmens in Afrika geht mittlerweile weit über Sicherheitsfragen hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die “Global Initiative Against Transnational Organized Crime” hat kürzlich die Studie “<a href="https://globalinitiative.net/wp-content/uploads/2023/02/J-Stanyard-T-Vircoulon-J-Rademeyer-The-Grey-Zone-Russias-military-mercenary-and-criminal-engagement-in-Africa-GITOC-February-2023.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Grey Zone: Russia&#8217;s Military, Mercenary and Criminal Engagement in Africa</a>” veröffentlicht. Der Bericht macht deutlich, dass die Gruppe Wagner bereits seit dem Jahr 2017 in Afrika aktiv ist. Seitdem hat das Militärunternehmen Truppen in fünf Länder entsandt: Libyen, Mali, Mosambik, Sudan und die Zentralafrikanische Republik.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Längst beschränkt sich aber die Gruppe Wagner nicht mehr auf militärische Interventionen. Die Studie zeigt, dass es zunehmend auch um politischen und wirtschaftlichen Einfluss geht. Im Interview mit der Nachrichtenagentur IPS sagt Julia Stanyard, Co-Autorin der Studie, dass die Gruppe Wagner mittlerweile ein Netzwerk an politisch einflussreichen Unternehmen, wie z. B. Bergbaufirmen, unterhalte: “Sie zielt offenbar auf instabile Regierungen ab, die in Bürgerkriege verwickelt sind, bildet Bündnisse mit der herrschenden Elite und bietet ihnen militärische Unterstützung und Waffen an.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wagner in der Zentralafrikanischen Republik</h2>



<p class="wp-block-paragraph">So geschehen in der Zentralafrikanischen Republik, wo sich die Regierung gegen mehrere Rebellenarmeen zur Wehr setzt. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt im März 2016 wandte sich Präsident Faustin-Archange Touadéra an Russland.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem Treffen des russischen Außenministers Sergei Lawrow und Touadéra in Sotschi im Oktober 2017, wurden zunächst russische Militärausbilder entsandt und Waffen geliefert. Kurz darauf folgten die ersten Wagner-Truppen: Laut <a href="https://www.theguardian.com/world/2023/feb/02/wagner-mercenaries-sustain-losses-in-fight-for-central-african-republic-gold" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schätzungen des britischen Guardian</a> waren seit 2018 an die 1.000 Söldner der russischen Privatarmee in der Zentralafrikanischen Republik stationiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spätestens seit der Präsidentschaftswahl im Dezember 2020 sichert die Gruppe Wagner Faustin-Archange Touadéra das politische Überleben. Gemeinsam mit Truppen der ruandischen Armee blockierten die Söldner zunächst den Vormarsch von Rebellen auf die Hauptstadt Bangui. Im Anschluss führten sie von Jänner bis März 2021 eine erfolgreiche Gegenoffensive durch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lukratives Geschäft mit Diamanten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegenzug erhielt die Gruppe Wagner von der zentralafrikanischen Regierung Wirtschafts- und Bergbaukonzessionen. Ein Beispiel ist das 2019 gegründete Unternehmen Diamville, das im Diamantenhandel aktiv ist.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer <a href="https://drive.google.com/file/d/1RyxkBKTP7BEVEtoQ3LV0jzxzJFrelHbJ/view?usp=sharing" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Recherche</a> des Mediennetzwerks “European Investigative Collaborations” (EIC), der französischen Organisation “All Eyes on Wagner” und dem britischen “Dossier Center” zufolge, gehört Diamville der Gruppe Wagner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht belegt, dass der Handel mit Diamanten für die Gruppe Wegner ein lukratives Geschäft ist: Zwischen Oktober 2019 und Jänner 2022 wurden knapp 1.000 Karat exportiert &#8211; der Großteil davon ging nach Dubai. Der Wert der Diamanten liegt bei zwölf Millionen US-Dollar.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gräueltaten an Zivilist*innen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Von Menschenrechtsorganisationen werden der Gruppe Wagner zahlreiche Gräueltaten gegen Zivilist*innen vorgebrochen. Laut dem deutschen Nachrichtenmagazin “<a href="https://www.spiegel.de/ausland/wagner-gruppe-wie-die-russische-soeldnergruppen-mit-diamanten-aus-afrika-geschaefte-macht-a-18c4f0ea-d74d-43c4-a121-9132d6347f2a" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Spiegel</a>” überfielen die Söldner Dörfer, raubten, brandschatzten und mordeten. Mehr als 750 Zivilist*innen sollen ihnen bereits zum Opfer gefallen sein.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gruppe Wagner mit Sitz in St. Petersburg wurde 2014 gegründet. Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin gilt als enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Bis 2019 hat Prigoschin die Existenz der Privatarmee abgestritten. Erst 2022 räumte er ein, die Truppe gegründet zu haben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben militärischen Einsätzen ist die Gruppe Wagner auch an russischen Desinformations- und Progagandakampagnen aktiv.&nbsp; Die NGO <a href="https://lens.civicus.org/russias-boots-on-the-ground-in-africa/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Civicus</a> mit Sitz in Johannesburg warnt auch davor, dass die Söldnerarmee Maßnahmen gegen die Zivilgesellschaft setzt. In der Zentralafrikanischen Republik lässt Präsident Touadéra kritische Stimmen unterdrücken. “Humanitäre Helfer und unabhängige Journalisten zählen zu den Opfern von Gewalt und Einschüchterung durch Wagner-Truppen”, berichtet die NGO. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Angehörige der Gruppe Wagner schützen den Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik Faustin-Archange Touadéra (Foto: Clément Di Roma/VOA, gemeinfrei, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=115316332" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Link</a>).</p>
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		<title>Afrikas Grüne Mauer wächst zu langsam</title>
		<link>https://afrika.info/afrikas-gruene-mauer-waechst-zu-langsam/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2022 13:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Burkina Faso]]></category>
		<category><![CDATA[Dschibuti]]></category>
		<category><![CDATA[Eritrea]]></category>
		<category><![CDATA[Mali]]></category>
		<category><![CDATA[Mauretanien]]></category>
		<category><![CDATA[Niger]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[Tschad]]></category>
		<category><![CDATA[Great Green Wall]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://afrika.info/?p=1630</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vor 15 Jahren wurde die Great Green Wall Initiative gegründet. Geht es nach dem Willen der Initiator*innen, soll Afrikas Grüne Mauer nach ihrer geplanten Fertigstellung im Jahr 2030 als neues Weltwunder gelten. Die bislang erzielten Fortschritte sind aber zu gering, um den Plan einhalten zu können.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 3. März 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberndorf bei Salzburg (afr). Vor 15 Jahren wurde die Great Green Wall Initiative gegründet. Geht es nach dem Willen der Initiator*innen, soll Afrikas Grüne Mauer nach ihrer geplanten Fertigstellung im Jahr 2030 als neues Weltwunder gelten. Die bislang erzielten Fortschritte sind aber zu gering, um den Plan einhalten zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Afrikas Grüne Mauer &#8211; das ist ein 15 Kilometer breiter Grüngürtel, der sich auf einer Länge von über 8.000 Kilometern vom Senegal im Westen bis nach Dschibuti im Osten erstrecken soll. Das Ziel der <a href="https://www.greatgreenwall.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Great Green Wall Initiative</a> (GGWI) lautet, die verwüsteten Landschaften Afrikas zu rekultivieren und das Leben von Millionen von Menschen zu verbessern.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="940" height="788" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/great-green-wall-path-and-countries-edit.png" alt="" class="wp-image-1646" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/great-green-wall-path-and-countries-edit.png 940w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/great-green-wall-path-and-countries-edit-300x251.png 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/great-green-wall-path-and-countries-edit-768x644.png 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/great-green-wall-path-and-countries-edit-640x537.png 640w" sizes="auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px" /><figcaption>Verlauf von Afrikas Grüner Mauer: Die dunkelgrün eingefärbten Länder markieren die Gründungsmitglieder der GGWI, die Staaten in hellgrün sind seit dem Jahr 2010 dazugekommen. (Infografik: afrika.info, Canva)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der<a href="https://www.unccd.int/actions/great-green-wall-initiative" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung</a> (UNCCD) &#8211; einem Schlüsselpartner der GGWI &#8211; wird die enorme Aufpflanzung 250 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre binden und zehn Millionen grüne Arbeitsplätze schaffen. Im Endausbau soll die Great Green Wall mit einer Fläche von 100 Millionen Hektar an wiederhergestelltem Land dreimal so groß sein wie das Great-Barrier-Riff vor der Nordostküste Australiens. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die GGWI wurde Ende Jänner 2007 von der Afrikanischen Union ins Leben gerufen (<a href="https://au.int/sites/default/files/decisions/9556-assembly_en_29_30_january_2007_auc_the_african_union_eighth_ordinary_session.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Decision 137/VIII</a>). Laut aktuellem<a href="https://static1.squarespace.com/static/564a15a0e4b0773edf86e3b4/t/61405d535bb5817a154b1ea0/1631608150286/GGW+Factsheet+V2.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Factsheet</a> der Initiative konnten in den letzten 15 Jahren 17,8 Millionen Hektar Land rekultiviert werden. Knapp 18 Prozent des Vorhabens seien also bereits umgesetzt, so die GGWI.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="irrefuhrende-zahlen">Irreführende Zahlen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nick Pasiecznik (Stiftung Tropenbos International, Niederlande) und Chris Reij (World Resources Institute, Washington DC) zeigen sich in einem <a href="https://www.welthungerhilfe.de/welternaehrung/rubriken/entwicklungspolitik-agenda-2030/gruener-guertel-entlang-der-sahara/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Beitrag für das Fachjournal Welternährung</a> der Welthungerhilfe pessimistisch, dass das Projekt bis 2030 fertiggestellt werden kann. Die beiden Experten schreiben, dass in den beteiligten Staaten pro Jahr gemeinsam nur eine Million Hektar wieder begrünt wird. Bei diesem Tempo würde es also noch 82 Jahre dauern, bis Afrikas Grüne Mauer die geplante Dimension erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch der von der GGWI genannte Fortschritt ist irreführend. Die 17,8 Millionen Hektar beziehen sich nämlich nicht auf das eigentliche Kerngebiet sondern auf die gesamte GWWI-Region, die mittlerweile 21 Staaten umfasst. Als Kernzone wurden Trockengebiete in den elf Gründungsländern mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von maximal 400 Millimeter definiert. Ab dem Jahr 2010 wurde aber der Ansatz erweitert: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;weg vom Pflanzen eines Baumgürtels quer durch die Wüste – und hin zu einer geförderten Begrünung und der nachhaltigen Bodenbewirtschaftung in einem größeren Gebiet, das auch gemäßigt feuchte Regionen weiter südlich einschließt.&#8220;</p><cite>Nick Pasiecznik, Chris Reji in <a href="https://www.welthungerhilfe.de/welternaehrung/rubriken/entwicklungspolitik-agenda-2030/gruener-guertel-entlang-der-sahara/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Welternährung</a></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen beinhalten also auch Begrünungsmaßnahmen in jenen zehn Ländern, die nicht zur Kernzone zählen. Zieht man aber nur das ursprüngliche Vorhaben in Betracht, dann wurden laut <a href="https://catalogue.unccd.int/1551_GGW_Report_ENG_Final_040920.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Statusbericht</a> der UNCCD bis 2019 lediglich 3,6 Millionen Hektar Land rekultiviert. Damit beträgt der eigentliche Fertigsstellunggrad bemessen am Zielwert von 100 Millionen Hektar nicht einmal vier Prozent.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="tabelle-rekultivierte-flache-in-den-elf-ggwi-grundungsstaaten">Tabelle: Rekultivierte Fläche in den elf GGWI-Gründungsstaaten</h3>



<div class="wp-block-columns are-vertically-aligned-center is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:100%">
<figure class="wp-block-table is-style-regular"><table><thead><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">Staat</th><th class="has-text-align-center" data-align="center">Interventionsfläche in Hektar</th><th class="has-text-align-center" data-align="center">Rekultivierte Fläche in Hektar</th></tr></thead><tbody><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Äthiopien</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">13.200.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2.006.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Burkina Faso</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">13.300.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">53.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Djibouti</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">340.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">130</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Eritrea</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">12.400.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">501.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Mali</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">44.400.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">6.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Mauretanien</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">1.650.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">3.400</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Niger</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">47.300.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">809.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">17.400.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">3.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Senegal</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">800.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">119.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Sudan</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2.300.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">88.000</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">Tschad</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">3.000.000</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">16.000</td></tr></tbody><tfoot><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left"><strong>Gesamt</strong></td><td class="has-text-align-center" data-align="center"><strong>156.090.000</strong></td><td class="has-text-align-center" data-align="center"><strong>3.604.530</strong></td></tr></tfoot></table><figcaption>Quelle: <a href="https://catalogue.unccd.int/1551_GGW_Report_ENG_Final_040920.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UNCCD</a></figcaption></figure>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading" id="mehr-geld-fur-die-umsetzung">Mehr Geld für die Umsetzung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Fertigstellung von Afrikas Grüner Mauer bis 2030 erfolgen soll, dann muss die Rekultivierung der Böden deutlich schneller erfolgen als derzeit. Um den Zeitplan zu halten, braucht es laut UNCCD jährlich 3,6 Milliarden US-Dollar bis 4,6 Milliarden US-Dollar. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 11. Jänner 2021 wurden beim <a href="https://www.un.org/sustainabledevelopment/blog/2021/01/one-planet-summit-2/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">One Planet Summit</a> in Paris 14,3 Milliarden US-Dollar zugesagt. Diese Summe hat sich UNCCD-Angaben mittlerweile auf über 19 Milliarden US-Dollar erhöht.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="The Great Green Wall | Offizieller Trailer OmU Deutsch HD | Jetzt im Kino | Earth Day" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/gCl05qDDacc?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption>Trailer von &#8222;The Great Green Wall&#8220; mit Inna Modja</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die UNCCD versucht indes auch, weltweit die Öffentlichkeit für Afrikas Grüne Mauer stärker zu sensibilisieren und weitere Unterstützung von öffentlichen und privaten Geldgeber*innen zu erhalten. Im Zentrum der Kampagne &#8222;Growing a World Wonder&#8220; steht der Film &#8222;The Great Green Wall&#8220;, der die malische Sängerin Inna Modja auf ihrer Reise durch den Sahel begleitet. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Afrikas Grüne Mauer schreitet voran &#8211; allerdings zu langsam, um die geplante Fertigstellung bis 2030 zu erreichen. (Foto: Great Green Wall Initiative)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Corona in Afrika</title>
		<link>https://afrika.info/corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2021 14:19:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alle Daten zur Corona-Pandemie in Afrika - vom Auftreten des ersten Falls am 14. Februar 2020 in Ägypten bis zum Ende der Datenerfassung am 5. März 2023.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/corona/">Corona in Afrika</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#eae9e3"><strong>Datenerfassung beendet</strong><br><br>Nach über drei Jahren haben wir das Projekt am 5. März 2023 beendet. Hintergrund für die Entscheidung war, dass nach der Einstellung der Datenerfassung durch die <a href="https://coronavirus.jhu.edu/map.html">John Hopkins University</a> (per 10. März 2023) und <a href="https://africacdc.org/covid-19/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa CDC</a> (per 1. Jänner 2023) keine ausreichende Grundlage mehr gegeben war.<br></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://afrika.info/corona/chronik/">Chronik einer Ausbreitung: 14. Februar 2020 (erster Corona-Fall in Afrika) bis 5. März 2023</a></li>



<li><a href="https://afrika.info/corona/hintergrund/">Hintergrund zum Datenerfassungsprojekt von afrika.info</a></li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Stand: 5. März 2023</h2>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button has-custom-font-size is-style-fill" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-red-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>12.267.951</strong><br>(+5.319 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>257.774 Todesfälle</strong><br>(+16 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-green-cyan-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>11.893.778 genesene Personen</strong><br>(+11.288 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-cyan-blue-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>116.399 aktive Fälle</strong><br>(-5.985 zur Vorwoche)</a></div>
</div>



<div style="height:1px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="epidemiologische-kurve">Epidemiologische Kurve</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die epidemiologische Kurve zeigt den täglichen Zuwachs an positiv getesteten Personen. Der Übersichtlichkeit halber werden die wöchentlichen Durchschnittswerte dargestellt.</p>



<iframe title="Epidemiologische Kurve für Afrika (Wochenschnitt)" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-nFw1H" src="https://datawrapper.dwcdn.net/nFw1H/91/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="800" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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<h2 class="wp-block-heading" id="7-tage-inzidenz-in-afrikanischen-staaten">7-Tage-Inzidenz in afrikanischen Staaten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 7-Tage-Inzidenz beträgt für den gesamten Kontinent derzeit <strong>0,37</strong> (+0,14 zur Vorwoche). Am höchsten ist die 7-Tage-Inzidenz in Südafrika (5,73). Dahinter folgen Eswatini (5,71), Mauritius (2,73), Botswana (2,62) und Sambia (1,54). 19 afrikanische Staaten haben in der letzten Woche ihre Infektionszahlen nicht aktualisiert.</p>



<iframe title="Karte: Das Coronavirus in Afrika" aria-label="Karte" id="datawrapper-chart-y4fZm" src="https://datawrapper.dwcdn.net/y4fZm/421/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="538" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();
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<h2 class="wp-block-heading" id="entwicklung-der-aktiven-corona-infektionen">Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen</h2>



<iframe title="Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen in Afrika" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-GZgId" src="https://datawrapper.dwcdn.net/GZgId/432/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="600" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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<h2 class="wp-block-heading" id="die-wichtigsten-zahlen-im-zeitlichen-verlauf">Die wichtigsten Zahlen im zeitlichen Verlauf</h2>



<iframe title="Tabelle: Coronavirus in Afrika" aria-label="Tabelle" id="datawrapper-chart-0hxhf" src="https://datawrapper.dwcdn.net/0hxhf/405/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="1634" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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		<item>
		<title>Die wirtschaftlichen Folgen von Corona</title>
		<link>https://afrika.info/die-wirtschaftlichen-folgen-der-corona-pandemie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 07:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
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		<category><![CDATA[Mosambik]]></category>
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		<category><![CDATA[COVID-19]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Auswirkungen der Corona-Pandemie für Afrika sind enorm. In vielen Ländern steigen Arbeitslosigkeit, Armut und Staatsverschuldung. Experten fordern eine sorgfältige Neuausrichtung der politischen Prioritäten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Martin Sturmer&nbsp;| 18. Februar 2021</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberndorf bei Salzburg (afr). Die Auswirkungen der Corona-Pandemie für Afrika sind enorm. In vielen Ländern steigen Arbeitslosigkeit, Armut und Staatsverschuldung. Experten fordern eine sorgfältige Neuausrichtung der politischen Prioritäten. Digitalisierung, Klimaresilienz und dem Binnenhandel kommen eine Schlüsselrolle zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht &#8222;<a href="https://www.un.org/development/desa/dpad/document_gem/global-economic-monitoring-unit/world-economic-situation-and-prospects-wesp-report/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">World Economic Situation and Prospects 2021</a>&#8220;&nbsp; des &#8222;Department of Economic and Social Affairs&#8220; der Vereinten Nationen (UN DESA) weist für Afrika im Jahr 2020 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 3,4 Prozent aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die afrikanischen Länder kämpfen angesichts der Corona-Pandemie mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Problemen. Niedrige Rohstoffpreise, der Zusammenbruch des Tourismus und geringere Rücküberweisungen haben den Volkswirtschaften im letzten Kalenderjahr schwer zugesetzt. Dazu kamen Einschränkungen aufgrund nationaler Lockdowns, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="sechs-lander-in-aktuer-schuldennot">Sechs Länder in aktuer &#8222;Schuldennot&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als einer der größten wirtschaftlichen Herausforderungen beschreibt der UN-Bericht den Anstieg der Staatsschulden. Im Schnitt ist die Schuldenquote im letzten Jahr um acht Prozent gewachsen. Die Demokratische Republik Kongo, die Seychellen, der Sudan und Sambia verzeichneten sogar eine Zuwachs jenseits der 20-Prozent-Marke. Sechs Länder sind akut in “Schuldennot” und haben Schwierigkeiten, die Kredite zu tilgen: Mosambik, Republik Kongo, São Tomé und Príncipe, Simbabwe, Somalia und Sudan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autoren des Reports betonen, dass die Schuldenkrise zu einer &#8222;brutalen weiteren Verschlechterung der bestehenden Bedingungen&#8220; führen werde. Sie verweisen auf notwendige fiskalische Anpassungen, welche die Aussichten weiter eintrüben würden. Die Warnung im Bericht ist deutlich: &#8222;Vor diesem Hintergrund könnten soziale Unruhen und politische Spannungen leicht eskalieren, die wiederum Instabilität, Gewalt, Binnenvertreibung, Migration und Ernährungsunsicherheit erhöhen könnten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">UN-Generalsekretär António Guterres appellierte anlässlich der Präsentation des Berichts an die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft: &#8222;Wir sind mit der schlimmsten Gesundheits- und Wirtschaftskrise seit 90 Jahren konfrontiert. Während wir um die wachsende Zahl der Todesopfer trauern, müssen wir uns daran erinnern, dass die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, unsere gemeinsame Zukunft bestimmen werden. Lassen Sie uns in eine integrative und nachhaltige Zukunft investieren, die von intelligenten Richtlinien, wirkungsvollen Investitionen und einem starken und effektiven multilateralen System angetrieben wird, das die Menschen in den Mittelpunkt aller sozioökonomischen Bemühungen stellt.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="arbeitslosigkeit-klettert-auf-rekordniveau">Arbeitslosigkeit klettert auf Rekordniveau</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jene afrikanische Volkswirtschaften, die von ihren Rohstoffen abhängig sind, spüren die Folge der Krise besonders stark. Der Verfall der Rohstoffpreise &#8211; vor allem beim Erdöl &#8211; machte Ländern wie Nigeria, Algerien oder Angola schwer zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Tourismusdestinationen wie z. B. Marokko oder Mauritius stiegen Arbeitslosigkeit, Armut und Ungleichheit stark an. Im Schnitt zeichnete der Tourismus in diesen Ländern für mehr als ein Viertel der Beschäftigten und rund 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zunahme der Arbeitslosigkeit sei vor allem in den Städten sichtbar geworden, so der UN-Bericht. In Südafrika lag die Arbeitslosigkeitsquote im dritten Quartal 2020 auf einem Rekordhoch von 30,9 Prozent. In Nigeria betrug die Arbeitslosenquote zur Jahresmitte 27,1 Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="was-es-fur-einen-aufschwung-braucht">Was es für einen Aufschwung braucht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sorgen bereitet den Autoren auch die Inflationsrate, die in Afrika im Jahr 2020 auf 14,5% anstieg. Für 2021 wird mit einer leichten Entspannung gerechnet: Die Inflationsrate soll auf 9% absinken, das Wirtschaftswachstum 3,4 Prozent betragen. Diese Prognose beruht allerdings auf der Annahme, dass die Inlandsnachfrage, die Exporte und die Rohstoffpreise wieder anspringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika brauche eine nachhaltige Wiederbelebung des Wachstums, heißt es in den Empfehlungen des Berichts. Hamid Rashid, der als Direktor der Abteilung für globales Wirtschaftsmonitoring bei UN DESA hauptverantwortlich für die Studie ist, fordert: &#8222;Da Länder mit einer höheren Verschuldung aus der Krise hervorgehen werden, ist eine sorgfältige Neuausrichtung der politischen Prioritäten erforderlich, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken und die Produktivität zu steigern. Dies beinhaltet die Erschließung von Wachstumschancen und die Beschleunigung der Einführung von Technologien sowie die Überbrückung digitaler Ungleichheiten, die Verbesserung der Klimaresilienz und die Förderung der Mobilisierung von Einnahmen im Inland.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit für afrikanische Länder, der Verbreitung digitaler Technologien verstärktes Augenmerk einzuräumen und den Ausbau einer erschwinglichen digitalen Infrastruktur voranzutreiben. Auch die Umsetzung der&nbsp;<a href="https://afrika.info/afrika-ein-gemeinsamer-markt-fuer-54-staaten/">Afrikanischen Freihandelszone</a>&nbsp;(AfCFTA) sei ein wichtiger Schritt zur Förderung des innerafrikanischen Handels und damit der Ernährungssicherheit sowie der Produktivität. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Blick vom &#8222;Kenyatta International Conference Center&#8220; in Nairobi (Foto: Martin Sturmer/afr)</p>
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		<title>Lebensader Nil in Gefahr</title>
		<link>https://afrika.info/lebensader-nil-in-gefahr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Oct 2018 13:14:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Maged Srour]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Nil ist 6.582 Kilometer lang und eine Lebensader für fast eine halbe Milliarde Menschen. Die Nutzungsrechte für das Nilwasser liegen größtenteils bei Ägypten. Andere Anrainerstaaten drängen zunehmend auf eine Umverteilung. Vor allem Wasserkraftprojekte in Äthiopien bergen Konfliktpotenzial.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Maged Srour | 22. Oktober 2018</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rom (IPS/afr). Der Nil ist 6.582 Kilometer lang und eine Lebensader für fast eine halbe Milliarde Menschen. Die Nutzungsrechte für das Nilwasser liegen größtenteils bei Ägypten. Andere Anrainerstaaten drängen zunehmend auf eine Umverteilung. Vor allem Wasserkraftprojekte in Äthiopien bergen Konfliktpotenzial.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Im Moment denke ich nicht, dass es eine konkrete und unmittelbare Gefahr für einen Konflikt zwischen Ägypten, Sudan und Äthiopien gibt,&#8220; sagt Maurizio Simoncelli, Vizepräsident des internationalen Forschungsinstituts&nbsp;<a href="http://www.archiviodisarmo.it/index.php/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Archivio Disarmo</a>&nbsp;mit Sitz in Rom. Simoncelli sieht aber ein zunehmendes Konfliktpotenzial, wenn es in baldiger Zukunft zu keiner gemeinsamen Vereinbarung über die Umverteilung des Nilwasser komme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ägypten versucht weiterhin, die Kontrolle über die Nutzung des Flusses zu gewährleisten. Dabei beruft sich das nordafrikanische Land auf Verträge mit dem Sudan aus den Jahren 1929 und 1959, die den beiden Staaten rund 89 Prozent der Wassernutzungsrechte zugestehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den im Vertrag geschätzten 84 Milliarden Kubikmeter Nilwasser verdunsten im Durchschnitt etwa 10 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Der Rest in Höhe von 75 Milliarden Kubikmeter verteilt sich mit 55,5 Milliarden auf Ägypten und 18,5 Milliarden auf den Sudan.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="agypten-besteht-auf-bisherigen-verteilungsschlussel">Ägypten besteht auf bisherigen Verteilungsschlüssel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die acht anderen Anrainerstaaten müssen sich mit marginalen Anteilen begnügen. Kairo rechtfertigt diesen Verteilungsschlüssel mit der völligen Abhängigkeit von Nilwasser. Da Ägypten ein trockenes Land sei, könne es ohne ausreichende Wassermengen nicht überleben. Im Gegensatz dazu gäbe es in den anderen Anrainerstaaten genügend Regen erhalten, um eine Landwirtschaft ohne Bewässerungssystem zu bewerkstelligen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Aus ägyptischer Sicht ist diese Position verständlich&#8220;, mein Matteo Colombo vom&nbsp;<a href="https://www.ispionline.it/en" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Italienischen Institut für Internationale Politikwissenschaft</a>&nbsp;(ISPI). &#8222;Es ist richtig, dass Kairo keine alternativen Wasserressourcen hat. Ohne den Nil würde Ägypten sterben.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niederschläge in Äthiopien führen jedes Jahr dazu, dass der Nil in Ägypten über seine Ufer tritt. Wenn die Nilschwemme zurückgeht, düngt der an Nährstoffen und Mineralien reiche Schlamm die Ackerböden.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="in-athiopien-entsteht-die-grosste-talsperre-afrikas">In Äthiopien entsteht die größte Talsperre Afrikas</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Problem für Ägypten besteht darin, dass es geografisch gesehen das Messer nicht an der Seite des Griffs hält&#8220;, warnt Colombo. Er drängt daher auf die Schaffung eines regionalen Forums, das auf die Zusammenarbeit mit den anderen Nil-Anrainerstaaten abzielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine solche Kooperation erscheint dringend erforderlich. In Uganda und Äthiopien entstehen große Wasserkraftwerke, welche die Durchflussmengen nach Kairo deutlich verringern könnten. So wird der &#8222;Grand Ethiopian Renaissance Dam&#8220; in Äthiopien, der sich seit 2011 in Bau befindet, nach seiner Fertigstellung das größte Wasserkraftwerk des Kontinents sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung in Addis Abeba rechtfertigt das Vorhaben damit, dass fast 90 Prozent des Abflusses aus dem äthiopischen Staatsgebiet stammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Konflikte zwischen den Anrainerstaaten zu lösen, wurde im Jahr 1999 die&nbsp;<a href="http://www.nilebasin.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nilbeckeninitiative</a>&nbsp;(NBI) ins Leben gerufen. Allerdings ist die Arbeit der Initiative, der die zehn Anrainerstaaten beigetreten sind, aufgrund politischer Querelen bislang zahnlos geblieben. Ägypten hat sich bereits aus etlichen NBI-Gremien zurückgezogen und das Gewicht der Organisation damit stark geschwächt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="nubier-wollen-ihr-land-zuruck">Nubier wollen ihr Land zurück</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wachsender Widerstand gegen Kairo kommt auch von der nubischen Bevölkerung in Südägypten und dem Nordsudan. Während der Errichtung der Assuan-Staudämme (1898-1902 bzw. 1960-1971) wurden große Teile der Bewohner umgesiedelt. In den 1960-er Jahren mussten 120.000 Nubier in neue Dörfer ziehen, von denen kein einziges am Fluss lag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis heute haben sich die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen für die Nubier nicht entscheidend verbessert. Die &#8222;General Nubian Union&#8220; kämpft für Rückkehr der Nubier in ihr angestammtes Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Präsident der Union, Mohamed Azmy, kritisiert die fehlende Gesprächsbereitschaft der Regierung in Kairo: &#8222;Ich denke, wir erleben einen der schlimmsten Momente für uns Nubier. Jedes Mal, wenn wir in den letzten Jahren versuchten, unsere Rechte zu beanspruchen, wollte die Regierung uns nicht zuhören. Erst kürzlich wurden etliche unserer Aktivisten verhaftet.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="initiative-fur-geburtenkontrolle">Initiative für Geburtenkontrolle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Bedrohung für die Wasserversorgung entsteht durch die rasant wachsende Bevölkerung in Ägypten. Die Vereinten Nationen schätzen, dass die Bevölkerung von derzeit 97 Millionen Menschen bis ins Jahr 2030 auf 128 Millionen Menschen anwachsen wird, wenn sich an der derzeitigen Geburtenrate von 3,37 Kindern pro Frau nichts ändert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kairo hat deshalb kürzlich eine Kampagne mit dem Namen &#8222;Itnein Kifaya!&#8220; (&#8222;Zwei sind genug!&#8220;) gestartet, mit der sie versucht, das Bewusstsein für die Kontrolle der Geburtenrate zu erhöhen. &#8222;Ich denke, dies ist eine großartige Initiative der ägyptischen Regierung&#8220;, meint Matteo Colombo vom ISPI in Rom, &#8222;aber sie muss definitiv die gesamte Gesellschaft durchdringen &#8211; und das wird nicht einfach werden.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ägypten ist auf das Nilwasser angewiesen. Doch andere Anrainerstaaten verlangen mehr Nutzungsrechte. (Foto: Shutterstock.com)</p>
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