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	<title>Mauritius Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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	<title>Mauritius Archive | afrika.info</title>
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		<title>Afrika fordert die Rating-Riesen heraus</title>
		<link>https://afrika.info/afrikanische-ratingagentur-afcra/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 08:57:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mauritius]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit einer von ihr initiierten Ratingagentur will die Afrikanische Union fairere Bewertungen afrikanischer Staaten und Unternehmen ermöglichen. Doch die neue Agentur muss ihre Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit erst beweisen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/afrikanische-ratingagentur-afcra/">Afrika fordert die Rating-Riesen heraus</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit einer von ihr initiierten Ratingagentur will die Afrikanische Union fairere Bewertungen afrikanischer Staaten und Unternehmen ermöglichen.</strong> <strong>Doch die neue Agentur muss ihre Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit erst beweisen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 12. Oktober 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberndorf bei Salzburg – Wer auf internationalen Finanzmärkten Geld aufnehmen will, kommt an Ratingagenturen kaum vorbei. Sie bewerten die Kreditwürdigkeit von Staaten und Unternehmen und beeinflussen damit, zu welchen Bedingungen diese Kredite erhalten oder Anleihen ausgeben können. Weltweit dominieren drei Unternehmen dieses Geschäft: Moody’s, Standard &amp; Poor’s und Fitch Ratings.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Marktmacht will die Afrikanische Union (AU) nun aufbrechen und eine zusätzliche afrikanische Perspektive auf dem internationalen Ratingmarkt etablieren. Am 7. Oktober 2026 fielt in Port Louis auf Mauritius der Startschuss für die <a href="https://africacreditrating.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Credit Rating Agency</a> (AfCRA). Die neue Einrichtung soll wirtschaftliche Risiken in afrikanischen Ländern auf einer breiteren Datengrundlage und unter stärkerer Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten bewerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter dem Vorhaben steht eine langjährige Kritik. Afrikanische Regierungen, Finanzinstitutionen und Ökonom*innen werfen den internationalen Ratingagenturen vor, wirtschaftliche Risiken teilweise zu hoch einzuschätzen und damit die Finanzierungskosten zu verteuern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Ziel ist keine Vorzugsbehandlung für afrikanische Staaten. Es geht um mehr Genauigkeit, Transparenz und die Berücksichtigung des jeweiligen Kontexts bei der Bewertung von Kreditrisiken“, erklärte <a href="https://www.uneca.org/fr/node/11981" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Claver Gatete</a>, Exekutivsekretär der UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA), in einer Rede, die bei der Gründungsveranstaltung in seinem Namen verlesen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Agentur soll deshalb nicht einfach bessere Bewertungen vergeben, sondern eine zusätzliche, unabhängige Einschätzung liefern. Das betonte AU-Kommissionsvorsitzender <a href="https://www.au.int/en/pressreleases/20261007/auc-chairperson-helps-officially-launch-africa-credit-rating-agency-afcra" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mahmoud Ali Youssouf</a> bei der offiziellen Eröffnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der hohe Preis schlechter Ratings</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Folgen Kredit-Ratings haben können, zeigt sich besonders bei Staatsanleihen. Wird ein Land als risikoreicher eingestuft, verlangen Investor*innen in der Regel höhere Zinsen. Für Regierungen bedeutet das zusätzliche Kosten, die ihre finanziellen Spielräume für Infrastruktur, Bildung und Gesundheitsversorgung einschränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach <a href="https://www.au.int/en/newsevents/20261007/launch-africa-credit-rating-agency" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Angaben der Afrikanischen Union</a> stieg der Auslandsschuldendienst afrikanischer Länder von 61 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 auf 163 Milliarden Dollar im Jahr 2024. Diese Entwicklung hat unterschiedliche Ursachen: steigende Schuldenstände, internationale Zinsentwicklungen, Wechselkursrisiken und wirtschaftliche Schwierigkeiten einzelner Länder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen mögliche Verzerrungen bei der Bewertung von Kreditrisiken. Eine <a href="https://www.undp.org/press-releases/more-objective-credit-ratings-could-save-billions-african-countries-development" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Untersuchung des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP)</a> aus dem Jahr 2023 bezifferte die möglichen finanziellen Folgen solcher Verzerrungen auf rund 74,5 Milliarden US-Dollar. Die Schätzung umfasst zusätzliche Zinskosten und entgangene Finanzierungsmöglichkeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass die Kritik an den internationalen Agenturen nicht ohne Substanz ist, zeigt eine wissenschaftliche Untersuchung, die im Juni 2026 bei einer<a href="https://www.chathamhouse.org/events/all/standard-event/how-might-african-credit-rating-agency-improve-continents-financing" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Veranstaltung der britischen Denkfabrik Chatham House</a> vorgestellt wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der deutsche Ökonom Torsten Schmidt vom <a href="https://www.rwi-essen.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung</a> in Essen berichtete, sein Forschungsteam habe eine statistisch signifikante negative Abweichung bei afrikanischen Staatsratings festgestellt. Im verwendeten Modell lag diese bei etwa einer halben bis einer Ratingstufe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr afrikanisches Kapital mobilisieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Ratingagentur verfolgt noch ein weiteres Ziel: Sie soll dazu beitragen, afrikanisches Kapital stärker für Investitionen in afrikanischen Ländern verfügbar zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der simbabwische Ökonom Misheck Mutize, einer der maßgeblichen Architekten von AfCRA, sieht darin eine wichtige Aufgabe. Afrikanische Pensionsfonds, Versicherungen und andere institutionelle Anleger benötigen verlässliche Informationen, um Risiken einzuschätzen und Investitionsentscheidungen zu treffen, betonte er bei der <a href="https://www.chathamhouse.org/events/all/standard-event/how-might-african-credit-rating-agency-improve-continents-financing" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Chatham-House-Diskussion</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Teil ihres Kapitals wird bislang außerhalb des Kontinents angelegt. Zusätzliche Ratings könnten helfen, Investitionsmöglichkeiten in afrikanischen Märkten sichtbarer und besser vergleichbar zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">AfCRA will deshalb nicht nur Staaten bewerten, sondern auch Unternehmen, Finanzinstitutionen und regionale Gebietskörperschaften. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung lokaler Kapitalmärkte und der Bewertung von Anleihen in nationalen Währungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach <a href="https://au.int/en/newsevents/20261007/launch-africa-credit-rating-agency" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Angaben der Afrikanischen Union</a> verfügen derzeit nur 32 ihrer 55 Mitgliedstaaten über ein Rating der drei großen internationalen Agenturen. Für die übrigen 23 Länder könnte AfCRA eine zusätzliche Möglichkeit schaffen, ihre Kreditwürdigkeit gegenüber potenziellen Investor*innen darzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Raymond Gilpin, Chefökonom des UNDP-Regionalbüros für Afrika, sieht darin einen möglichen Vorteil. Bei der <a href="https://www.chathamhouse.org/events/all/standard-event/how-might-african-credit-rating-agency-improve-continents-financing" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Chatham-House-Diskussion</a> argumentierte er, dass internationale Investor*innen viele afrikanische Volkswirtschaften und deren institutionelle Besonderheiten nur unzureichend kennen. Eine bessere Informationsgrundlage könne deshalb zu fundierteren Investitionsentscheidungen beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob daraus tatsächlich mehr Investitionen entstehen, hängt jedoch davon ab, ob Anleger*innen die neuen Bewertungen akzeptieren und in ihren Entscheidungen berücksichtigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Moody’s verteidigt seine Methoden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationalen Ratingagenturen weisen die Kritik zurück. Sie betonen, dass ihre Bewertungen auf standardisierten Methoden beruhen und Kreditrisiken weltweit vergleichbar machen sollen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marie Diron, eine leitende Rating-Expertin bei Moody’s, erklärte im Rahmen der <a href="https://www.chathamhouse.org/events/all/standard-event/how-might-african-credit-rating-agency-improve-continents-financing" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Chatham-House-Diskussion</a>, dass genau diese internationale Vergleichbarkeit für Investor*innen entscheidend sei. Sie müssten die Kreditwürdigkeit eines Staates mit jener anderer Länder vergleichen können, unabhängig von deren geografischer Lage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diron erläuterte zudem, dass Moody’s neben wirtschaftlichen Kennzahlen auch die Qualität staatlicher Institutionen und die Regierungsführung berücksichtigt. Entscheidend sei außerdem, wie widerstandsfähig ein Staat finanziell und institutionell gegenüber Krisen ist.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unabhängigkeit als größte Herausforderung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gründung von AfCRA ist das Ergebnis eines mehrjährigen politischen Prozesses. Die Afrikanische Union unterstützte das Vorhaben bereits 2018. Die institutionelle Vorbereitung wurde vom <a href="https://au.int/en/aprm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">African Peer Review Mechanism</a> begleitet, einer AU-Einrichtung zur gegenseitigen Überprüfung von Regierungsführung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hauptsitz der afrikanischen Ratingagentur befindet sich in Port Louis, der Hauptstadt von Mauritius. Der Inselstaat wurde unter anderem wegen seines etablierten Finanzsektors, seiner regulatorischen Rahmenbedingungen und seiner internationalen Anbindung ausgewählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">AfCRA soll als privatwirtschaftlich organisierte und eigenfinanzierte Einrichtung arbeiten. Nach dem vorgesehenen Modell dürfen Regierungen keine Unternehmensanteile halten. Damit wollen die Initiator*innen politische Einflussnahme auf die Rating-Entscheidungen verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kritiker*innen bezweifeln allerdings, dass Investor*innen einer Agentur vertrauen werden, die von den Regierungen der von ihr bewerteten Länder gegründet wurde. Vor allem die mangelnde Transparenz über die Eigentümerstruktur und die institutionelle Organisation der neuen Agentur werden bemängelt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der britische Rechtswissenschaftler Daniel Cash, der das APRM bei Rating-Fragen berät, formuliert die Herausforderung gegenüber der Nachrichenplattform <a href="https://www.semafor.com/article/10/07/2026/africas-first-credit-rating-agency-set-to-launch" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Semafor</a> so: „Glaubwürdigkeit bei Kredit-Ratings wird erworben, nicht verkündet.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Port Louis auf Mauritius ist Sitz der neuen afrikanischen Ratingagentur AfCRA. (Foto: David-S / Shutterstock.com)</p>
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		<title>Atempause für Impfungen nutzen </title>
		<link>https://afrika.info/atempause-fuer-impfungen-nutzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2022 07:24:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Burundi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Afrikanische Länder erleben alle sechs Monate eine Spitze an Corona-Infektionen. Das zeigt ein neuer Bericht des Tony Blair Institute for Global Change. Die Zeit dazwischen müsse besser genutzt werden, um sich auf neue Varianten vorzubereiten, fordern die Autoren.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Samira Sadeque | 16. März 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (IPS/afr). Afrikanische Länder erleben alle sechs Monate eine Spitze an Corona-Infektionen. Das zeigt ein neuer Bericht des Tony Blair Institute for Global Change. Die Zeit dazwischen müsse besser genutzt werden, um sich auf neue Varianten vorzubereiten, fordern die Autoren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des panafrikanischen Gesundheitsdienstes<a href="https://africacdc.org/covid-19-vaccination/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Africa CDC</a> sind derzeit 12,95% der Menschen auf dem Kontinent zweimal gegen das Coronavirus geimpft. Während die Seychellen oder Mauritius sich einer Durchimpfungsrate von 80% nähern, liegen Burundi, die DR Kongo, der Tschad und die Westsahara deutlich unter einem Prozent. Eritrea hat bislang überhaupt keine Impfungen verabreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marvin Akuagwuagwu ist Datenanalyst am <a href="https://institute.global/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tony Blair Institute for Global Change</a>. Gemeinsam mit Adam Bradshaw hat er den Bericht <a href="https://institute.global/sites/default/files/articles/The-Window-of-Opportunity-to-Vaccinate-Africa.pd f" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Window of Opportunity to Vaccinate Africa</a> verfasst.&nbsp; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Interview mit der Nachrichtenagentur IPS erklärt Akuagwuagwu, dass die Länder mit der niedrigsten Impfrate bei einem neuerlichen Anstieg der Zahlen am stärksten gefährdet seien. Akuagwuagwu rät afrikanischen Regierungen, von Ruanda zu lernen. Der keine ostafrikanische Staat sei für ihn eine Erfolgsgeschichte &#8211; 61% der Bevölkerung sind zweifach geimpft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorbild Ruanda</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Ruanda hat seine Impf- und Testprogramme erheblich ausgeweitet, wodurch die Fallzahlen und die Auswirkungen von COVID-19 verringert worden sind“, sagt Akuagwuagwu. „Mit einer Impfrate von über 60 Prozent und einer Positivitätsrate von weniger als zehn Prozent ist Ruanda ein gutes Beispiel für andere afrikanische Länder &#8211;&nbsp; insbesondere für Länder in Subsahara-Afrika, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verfügbarkeit von Impfstoffen ist jedoch keine Frage der Versorgung, sondern das Ergebnis einer ungerechten Verteilung zugunsten der wohlhabenden Länder. Laut einem <a href="https://www.brookings.edu/blog/africa-in-focus/2022/01/24/vaccine-inequity-ensuring-africa-is-not-left-out/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht der Denkfabrik Brookings</a> hat Afrika sechs Prozent der global verfügbaren Impfstoffe erhalten, obwohl auf dem Kontinent 17% der Weltbevölkerung leben.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://afrika.info/corona/"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1000" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika.png" alt="" class="wp-image-1759" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika.png 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-300x240.png 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-768x614.png 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-640x512.png 640w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption>In der epidemiologischen Kurve sind die sechsmonatigen Abstände zwischen den vier Spitzen nachvollziehbar.</figcaption></figure>



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</div>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im IPS-Gespräch zieht Marvin Akuagwuagwu Lehren aus dem bisherigen Verlauf der Pandemie. Nachfolgend folgen Auszüge aus dem Interview:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Sie haben erwähnt, dass Afrika ungefähr alle sechs Monate von einer neuen Welle getroffen wird. Wie wirkt sich das konkret auf den afrikanischen Kontinent aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Marvin Akuagwuagwu:</strong> Wir haben einen Trend identifiziert, dass etwa alle sechs Monate eine COVID-19-Welle in Afrika auftritt. Dies war bei Beta, Delta und Omikron der Fall.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Omikron war wie eine Sturzflut – sie richtete schwere Schäden an, führte aber zum Glück nicht zu einem Massensterben. Allerdings haben wir beim nächsten Mal vielleicht nicht so viel Glück – die nächste Variante könnte schwerwiegender sein, insbesondere in Ländern mit niedrigem Schutzniveau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet, dass wir jetzt ein Zeitfenster haben, um Afrika gegen COVID-19 zu impfen, bevor die nächste Variante kommt. Wir müssen rasch Fortschritte erzielen, um das WHO-Ziel zu erreichen, 70% der Bevölkerung zu impfen. Das Tony Blair Insitute arbeitet mit einer Reihe von Ländern in ganz Afrika zusammen, um die Einführung von Impfstoffen zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Warum glauben Sie, dass Lockdowns vorsichtiger angegangen werden und „nicht immer die beste Vorgehensweise“ sind?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Akuagwuagwu:</strong> Lockdowns sind effektiv, aber aufgrund ihrer negativen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen sind sie nicht immer die beste Vorgehensweise zur Bekämpfung von COVID-19.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich das Virus weiterentwickelt und wir mehr darüber erfahren, verabschieden sich afrikanische Länder allmählich von generellen Lockdowns. Wir haben jetzt eine Reihe von Instrumenten in der Toolbox, um COVID-19 zu bekämpfen, und ein Lockdown ist nur eine von vielen Optionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Pandemie begann, war noch niemand COVID-19 ausgesetzt – jetzt wurden Milliarden von Menschen infiziert oder geimpft. Es ist nun also ein völlig anderes Spiel, und wir müssen uns daran anpassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Wie wirkt sich die aktuelle Inflation auf die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Akuagwuagwu:</strong> Die aktuelle Inflation wirkt sich insofern auf die von uns vorgeschlagenen Maßnahmen aus, da sie eine angemessene Finanzierung erfordern. Starker politischer Wille und das Engagement der Gemeinschaft sind jedoch Katalysatoren für die Verbesserung dieser Maßnahmen und die Eindämmung der durch die Pandemie verursachten gesundheitlichen und sozialen Ungleichheiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Eine Ihrer Empfehlungen lautet: „Erhöhte Tests und genomische Sequenzierung, um die Übertragung zu reduzieren.“ Wie viele Länder haben die wirtschaftliche Kapazität und das Personal, um dies zu gewährleisten? Wie realistisch ist also dieses Ziel?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Akuagwuagwu:</strong> Wir wissen, dass dies eine erhebliche Herausforderung für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen darstellt, aber die Alternative ist weitaus schlimmer – schwere Krankheiten, Lockdowns und Todesfälle, die auch die Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt betreffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das führt uns zur einer globalen Zusammenarbeit – das Tony Blair Institute for Global Change arbeitet in Afrika daran, eine langfristige Widerstandsfähigkeit der Daten-, Impfstoff- und Testinfrastruktur aufzubauen und eine größere institutionelle Stärke zu schaffen, um zukünftigen COVID-19-Wellen standzuhalten. Wir unterstützen Regierungen beim Aufbau ihrer Kapazitäten und der Bereitstellung von Leistungen für ihre Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir fordern eine&nbsp; globale Führung, um einen weltweiten Pandemieplan zu entwickeln, der den Globalen Süden dabei unterstützt, seine Bevölkerung zu impfen und die Testungen zu steigern. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> In Afrika sind erst 13% zweimal gegen das Coronavirus geimpft. (Foto: Shutterstock.com)</p>
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		<title>Corona in Afrika</title>
		<link>https://afrika.info/corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2021 14:19:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Alle Daten zur Corona-Pandemie in Afrika - vom Auftreten des ersten Falls am 14. Februar 2020 in Ägypten bis zum Ende der Datenerfassung am 5. März 2023.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/corona/">Corona in Afrika</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#eae9e3"><strong>Datenerfassung beendet</strong><br><br>Nach über drei Jahren haben wir das Projekt am 5. März 2023 beendet. Hintergrund für die Entscheidung war, dass nach der Einstellung der Datenerfassung durch die <a href="https://coronavirus.jhu.edu/map.html">John Hopkins University</a> (per 10. März 2023) und <a href="https://africacdc.org/covid-19/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa CDC</a> (per 1. Jänner 2023) keine ausreichende Grundlage mehr gegeben war.<br></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://afrika.info/corona/chronik/">Chronik einer Ausbreitung: 14. Februar 2020 (erster Corona-Fall in Afrika) bis 5. März 2023</a></li>



<li><a href="https://afrika.info/corona/hintergrund/">Hintergrund zum Datenerfassungsprojekt von afrika.info</a></li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Stand: 5. März 2023</h2>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button has-custom-font-size is-style-fill" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-red-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>12.267.951</strong><br>(+5.319 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>257.774 Todesfälle</strong><br>(+16 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-green-cyan-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>11.893.778 genesene Personen</strong><br>(+11.288 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-cyan-blue-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>116.399 aktive Fälle</strong><br>(-5.985 zur Vorwoche)</a></div>
</div>



<div style="height:1px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="epidemiologische-kurve">Epidemiologische Kurve</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die epidemiologische Kurve zeigt den täglichen Zuwachs an positiv getesteten Personen. Der Übersichtlichkeit halber werden die wöchentlichen Durchschnittswerte dargestellt.</p>



<iframe title="Epidemiologische Kurve für Afrika (Wochenschnitt)" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-nFw1H" src="https://datawrapper.dwcdn.net/nFw1H/91/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="800" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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<h2 class="wp-block-heading" id="7-tage-inzidenz-in-afrikanischen-staaten">7-Tage-Inzidenz in afrikanischen Staaten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 7-Tage-Inzidenz beträgt für den gesamten Kontinent derzeit <strong>0,37</strong> (+0,14 zur Vorwoche). Am höchsten ist die 7-Tage-Inzidenz in Südafrika (5,73). Dahinter folgen Eswatini (5,71), Mauritius (2,73), Botswana (2,62) und Sambia (1,54). 19 afrikanische Staaten haben in der letzten Woche ihre Infektionszahlen nicht aktualisiert.</p>



<iframe title="Karte: Das Coronavirus in Afrika" aria-label="Karte" id="datawrapper-chart-y4fZm" src="https://datawrapper.dwcdn.net/y4fZm/421/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="538" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();
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<hr class="wp-block-separator has-css-opacity is-style-default"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="entwicklung-der-aktiven-corona-infektionen">Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen</h2>



<iframe title="Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen in Afrika" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-GZgId" src="https://datawrapper.dwcdn.net/GZgId/432/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="600" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="die-wichtigsten-zahlen-im-zeitlichen-verlauf">Die wichtigsten Zahlen im zeitlichen Verlauf</h2>



<iframe title="Tabelle: Coronavirus in Afrika" aria-label="Tabelle" id="datawrapper-chart-0hxhf" src="https://datawrapper.dwcdn.net/0hxhf/405/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="1634" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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		<item>
		<title>Die wirtschaftlichen Folgen von Corona</title>
		<link>https://afrika.info/die-wirtschaftlichen-folgen-der-corona-pandemie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 07:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Auswirkungen der Corona-Pandemie für Afrika sind enorm. In vielen Ländern steigen Arbeitslosigkeit, Armut und Staatsverschuldung. Experten fordern eine sorgfältige Neuausrichtung der politischen Prioritäten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Martin Sturmer&nbsp;| 18. Februar 2021</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberndorf bei Salzburg (afr). Die Auswirkungen der Corona-Pandemie für Afrika sind enorm. In vielen Ländern steigen Arbeitslosigkeit, Armut und Staatsverschuldung. Experten fordern eine sorgfältige Neuausrichtung der politischen Prioritäten. Digitalisierung, Klimaresilienz und dem Binnenhandel kommen eine Schlüsselrolle zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht &#8222;<a href="https://www.un.org/development/desa/dpad/document_gem/global-economic-monitoring-unit/world-economic-situation-and-prospects-wesp-report/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">World Economic Situation and Prospects 2021</a>&#8220;&nbsp; des &#8222;Department of Economic and Social Affairs&#8220; der Vereinten Nationen (UN DESA) weist für Afrika im Jahr 2020 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 3,4 Prozent aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die afrikanischen Länder kämpfen angesichts der Corona-Pandemie mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Problemen. Niedrige Rohstoffpreise, der Zusammenbruch des Tourismus und geringere Rücküberweisungen haben den Volkswirtschaften im letzten Kalenderjahr schwer zugesetzt. Dazu kamen Einschränkungen aufgrund nationaler Lockdowns, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="sechs-lander-in-aktuer-schuldennot">Sechs Länder in aktuer &#8222;Schuldennot&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als einer der größten wirtschaftlichen Herausforderungen beschreibt der UN-Bericht den Anstieg der Staatsschulden. Im Schnitt ist die Schuldenquote im letzten Jahr um acht Prozent gewachsen. Die Demokratische Republik Kongo, die Seychellen, der Sudan und Sambia verzeichneten sogar eine Zuwachs jenseits der 20-Prozent-Marke. Sechs Länder sind akut in “Schuldennot” und haben Schwierigkeiten, die Kredite zu tilgen: Mosambik, Republik Kongo, São Tomé und Príncipe, Simbabwe, Somalia und Sudan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autoren des Reports betonen, dass die Schuldenkrise zu einer &#8222;brutalen weiteren Verschlechterung der bestehenden Bedingungen&#8220; führen werde. Sie verweisen auf notwendige fiskalische Anpassungen, welche die Aussichten weiter eintrüben würden. Die Warnung im Bericht ist deutlich: &#8222;Vor diesem Hintergrund könnten soziale Unruhen und politische Spannungen leicht eskalieren, die wiederum Instabilität, Gewalt, Binnenvertreibung, Migration und Ernährungsunsicherheit erhöhen könnten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">UN-Generalsekretär António Guterres appellierte anlässlich der Präsentation des Berichts an die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft: &#8222;Wir sind mit der schlimmsten Gesundheits- und Wirtschaftskrise seit 90 Jahren konfrontiert. Während wir um die wachsende Zahl der Todesopfer trauern, müssen wir uns daran erinnern, dass die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, unsere gemeinsame Zukunft bestimmen werden. Lassen Sie uns in eine integrative und nachhaltige Zukunft investieren, die von intelligenten Richtlinien, wirkungsvollen Investitionen und einem starken und effektiven multilateralen System angetrieben wird, das die Menschen in den Mittelpunkt aller sozioökonomischen Bemühungen stellt.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="arbeitslosigkeit-klettert-auf-rekordniveau">Arbeitslosigkeit klettert auf Rekordniveau</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jene afrikanische Volkswirtschaften, die von ihren Rohstoffen abhängig sind, spüren die Folge der Krise besonders stark. Der Verfall der Rohstoffpreise &#8211; vor allem beim Erdöl &#8211; machte Ländern wie Nigeria, Algerien oder Angola schwer zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Tourismusdestinationen wie z. B. Marokko oder Mauritius stiegen Arbeitslosigkeit, Armut und Ungleichheit stark an. Im Schnitt zeichnete der Tourismus in diesen Ländern für mehr als ein Viertel der Beschäftigten und rund 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zunahme der Arbeitslosigkeit sei vor allem in den Städten sichtbar geworden, so der UN-Bericht. In Südafrika lag die Arbeitslosigkeitsquote im dritten Quartal 2020 auf einem Rekordhoch von 30,9 Prozent. In Nigeria betrug die Arbeitslosenquote zur Jahresmitte 27,1 Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="was-es-fur-einen-aufschwung-braucht">Was es für einen Aufschwung braucht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sorgen bereitet den Autoren auch die Inflationsrate, die in Afrika im Jahr 2020 auf 14,5% anstieg. Für 2021 wird mit einer leichten Entspannung gerechnet: Die Inflationsrate soll auf 9% absinken, das Wirtschaftswachstum 3,4 Prozent betragen. Diese Prognose beruht allerdings auf der Annahme, dass die Inlandsnachfrage, die Exporte und die Rohstoffpreise wieder anspringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika brauche eine nachhaltige Wiederbelebung des Wachstums, heißt es in den Empfehlungen des Berichts. Hamid Rashid, der als Direktor der Abteilung für globales Wirtschaftsmonitoring bei UN DESA hauptverantwortlich für die Studie ist, fordert: &#8222;Da Länder mit einer höheren Verschuldung aus der Krise hervorgehen werden, ist eine sorgfältige Neuausrichtung der politischen Prioritäten erforderlich, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken und die Produktivität zu steigern. Dies beinhaltet die Erschließung von Wachstumschancen und die Beschleunigung der Einführung von Technologien sowie die Überbrückung digitaler Ungleichheiten, die Verbesserung der Klimaresilienz und die Förderung der Mobilisierung von Einnahmen im Inland.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit für afrikanische Länder, der Verbreitung digitaler Technologien verstärktes Augenmerk einzuräumen und den Ausbau einer erschwinglichen digitalen Infrastruktur voranzutreiben. Auch die Umsetzung der&nbsp;<a href="https://afrika.info/afrika-ein-gemeinsamer-markt-fuer-54-staaten/">Afrikanischen Freihandelszone</a>&nbsp;(AfCFTA) sei ein wichtiger Schritt zur Förderung des innerafrikanischen Handels und damit der Ernährungssicherheit sowie der Produktivität. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Blick vom &#8222;Kenyatta International Conference Center&#8220; in Nairobi (Foto: Martin Sturmer/afr)</p>
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		<title>Erfolge im Kampf gegen den Klimawandel</title>
		<link>https://afrika.info/erfolge-im-kampf-gegen-den-klimawandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2018 16:33:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Mali]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
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		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Sam Otieno]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kein anderer Kontinent ist so stark vom Klimawandel betroffen wie Afrika. Vor allem die landwirtschaftliche Produktion und damit die Ernährungssicherheit der Bevölkerung sind enorm unter Druck geraten. Die Verbreitung neuer Technologien macht aber Hoffnung. Einige Länder haben erstaunliche Erfolge vorzuweisen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Sam Otieno&nbsp;| 22. Mai 2018</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nairobi (IPS/afr). Kein anderer Kontinent ist so stark vom Klimawandel betroffen wie Afrika. Vor allem die landwirtschaftliche Produktion und damit die Ernährungssicherheit der Bevölkerung sind enorm unter Druck geraten. Die Verbreitung neuer Technologien macht aber Hoffnung. Einige Länder haben erstaunliche Erfolge vorzuweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das&nbsp;<a href="https://www.ctc-n.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Climate Technology Centre and Network</a>&nbsp;(CTCN) der UNIDO und die internationale Forschungseinrichtung&nbsp;<a href="http://www.worldagroforestry.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">World Agroforestry Centre</a>&nbsp;(ICRAF) unterstützen afrikanische Länder dabei, fundierte Politik-, Technologie- und Investitionsentscheidungen im Kampf gegen den Klimawandel zu treffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Biogas über Solaranlagen bis hin zu verbessertem Wasserschutz &#8211; auf dem Kontinent gibt es mittlerweile zahlreiche Erfolgsgeschichten zu vermelden. Die zukünftige Herausforderung besteht laut Experten eher darin, die positiven Erfahrungen aus Pilotprojekten breitenwirksam umzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vertreter der Vereinten Nationen loben die Fortschritte, die afrikanische Länder erzielt haben. Trotz vergleichsweise niedriger Budgets werden enorme Anstrengungen unternommen, um den Kampf gegen den Klimawandel durch den Einsatz von neuen Technologien zu verstärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jukka Uosukainen, Direktor von CTCN, betont, dass Innovationen bereits jetzt die Geschicke der Menschen auf dem Kontinent verändern. So habe Mali beispielsweise in ländlichen Gebieten wie Koutiala im Süden des Landes durch die Veränderung von Anbautechniken die Menge der Wasserabflüsse je nach Bodentyp auf bis zu 50 Prozent reduzieren können. &#8222;Dies hat den Ernteertrag in einem Gebiet, das von einer schweren Dürre betroffen war, verbessert und die Qualität der Lebensgrundlagen aufgrund eines Anstiegs des Einkommens erhöht&#8220;, sagt Uosukainen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fortschritte-bei-erneuerbaren-energien">Fortschritte bei erneuerbaren Energien</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien erzielen afrikanische Länder gewaltige Fortschritte. Laut der&nbsp;<a href="http://www.irena.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internationalen Agentur für erneuerbare Energien</a>&nbsp;(International Renewable Energy Agency, IRENA) könnte die installierte Kapazität erneuerbarer Energien in Afrika bis zum Jahr 2030 um 290 Prozent steigen. Zum Vergleich: Für Asien und Lateinamerika werden Steigerungsraten von 161 Prozent bzw. 43 Prozent prognostiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Senegal wurde massiv in die Anschaffung von Biogas-Fermentern investiert, um einen schnelleren Zugang zu sauberer Energie zu ermöglichen. In Mauritius werden Technologien zur Wärmerückgewinnung eingesetzt, die in Industrieanlagen die Abwärme von Gasen zur Erhitzung des Speisewassers nutzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marokko setzt zunehmend auf Photovoltaik. Das gigantische Solarkraftwerk Noor Ouarzazate IV umfasst 137 Quadratkilometer und erzeugt 582 Megawatt erneuerbare Energie für mehr als eine Million Menschen. Bis ins Jahr 2020 will Marokko den Anteil an erneuerbarer Energie auf beeindruckende 42 Prozent erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia wurden in&nbsp;<a href="https://afrika.info/kenia-strom-aus-dampf/">Olkaria</a>&nbsp;südlich von Naivasha Geothermieanlagen mit einer Leistung von 630 Megawatt in Betrieb genommen, die Strom für 500.000 Haushalte und 300.000 kleine und mittlere Unternehmen liefern. Laut Angaben von Analysten hat Kenia allein das Potenzial, aus seinen geothermischen Ressourcen bis zu 10.000 Megawatt Energie zu erzeugen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="agroforstwirtschaft-auf-dem-vormarsch">Agroforstwirtschaft auf dem Vormarsch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">ICRAF-Generaldirektor Tony Simons sagt, dass die meisten afrikanischen Länder saubere Energietechnologien als Teil ihrer Umweltlösungen wählen. ICRAF unterstützt diese Bemühungen durch Projekte der Agroforstwirtschaft, die Elemente der Landwirtschaft mit jenen der Forstwirtschaft kombiniert. Dabei werden Bäume und landwirtschaftliche Nutzpflanzen auf einer Fläche integriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorteile der Agroforstwirtschaft liegen auf der Hand: Boden- und Wassererosion werden vermindert. Der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid wird reduziert. Das Landschaftsbild wird aufgewertet, da es vielgestaltiger wirkt als eintönige Monokulturflächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ostafrikanischen Ländern wurden im Rahmen des ICRAF-Projekts “Trees for Food Security” umfangreiche Forschungsarbeiten durchgeführt, um die idealen Baumarten für die Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität zu finden und gleichzeitig die Ernährungssicherheit der Bevölkerung zu verbessern.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="satelliten-uberwachen-weidegebiete">Satelliten überwachen Weidegebiete</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kenia hat unter dem Titel &#8222;Green Water&#8220; Projekte initiiert, welche die Wasserknappheit eindämmen und eine effizientere Nutzung ermöglichen sollen. Dadurch konnte n trockenen und halbtrockenen Gebieten eine regelmäßige Wasserversorgung zur Bewirtschaftung von Farmen geschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein positiver Nebeneffekt von &#8222;Green Water&#8220; ist, dass die Konflikte um Wasser zurückgingen. In den trockenen Gebieten des Landes war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen um den Zugang zur lebensnotwendigen Ressource gekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf einen anderen Zugang setzt das &#8222;Kenya Livestock Insurance Program&#8220; (KLIP). Für die nördlichen Teile des Landes wurde ein satellitenbasiertes Versicherungsmodell ins Leben gerufen, um Bauern vor dem Verlust von Nutztieren zu schützen. Ein Satellit beobachtet laufend die Qualität der Weidegebiete. Im Ernstfall werden rechtzeitig Versicherungszahlungen getätigt, damit die Tiere der Landwirte nicht verenden. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> In Olkaria in Kenia wird seit 1981 Energie aus dem extrem heißen Wasserdampf aus der Erdkruste gewonnen. (Foto: Shutterstock.com)</p>
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		<title>Mauritius: &#8222;Sie leben wie die Tiere&#8220;</title>
		<link>https://afrika.info/mauritius-sie-leben-wie-die-tiere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Sep 2016 16:24:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mauritius]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Nasseem Ackbarally]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Mauritius verschärfen sich die Spannungen durch Arbeitskräfte aus dem Ausland. Arbeitsmigranten aus Bangladesch, China, Indien und Madagaskar versuchen ihr Glück vor allem in der verarbeitenden Industrie des Inselstaates. Zunehmend werden sie aber auch als Maurer, Bäcker, Hauswirtschaftshilfen oder Gärtner beschäftigt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Nasseem Ackbarally | 14. September 2016</p>



<p class="wp-block-paragraph">Port Louis (IPS/afr). In Mauritius verschärfen sich die Spannungen durch Arbeitskräfte aus dem Ausland. Arbeitsmigranten aus Bangladesch, China, Indien und Madagaskar versuchen ihr Glück vor allem in der verarbeitenden Industrie des Inselstaates. Zunehmend werden sie aber auch als Maurer, Bäcker, Hauswirtschaftshilfen oder Gärtner beschäftigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem&nbsp;<a href="http://www.doingbusiness.org/reports" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Doing Business Report</a>&nbsp;bewertet die Weltbank die Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Aktivitäten in allen Staaten der Welt. Im Bericht für das Jahr 2016 belegt Mauritius zum achten Mal in Folge den ersten Platz in Afrika. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist eines der höchsten aller Volkswirtschaften des Kontinents.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber der wirtschaftliche Erfolg des Inselstaates im Indischen Ozean hat auch eine Kehrseite. Unternehmen werben zunehmend ausländische Arbeitskräfte an, weil Mauritier immer weniger bereit sind, die schwierigen Bedingungen in der produzierenden Industrie zu akzeptieren. Oft hausen die Arbeitsmigranten in menschenunwürdigen Verhältnissen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="enttauschte-hoffnungen">Enttäuschte Hoffnungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Maqbool (Name von der Redaktion geändert) ist einer dieser Arbeitsmigranten. Der 36-jährige stammt aus Bangladesh und hat vor zwei Jahren seine Frau und die beiden gemeinsamen Kinder in Dhaka zurückgelassen. Über einen Agenten hat er eine Stelle in der verarbeitenden Industrie von Mauritius angeboten bekommen. Lange Zeit hatte er gehofft, seiner Familie nach seiner Rückkehr ein sorgenfreies Leben bieten zu können. Doch es kam anders.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ich habe 150.000 Taka (ca. 2.000 US-Dollar, Anm.) an einen Agenten bezahlt, um diesen Job zu bekommen&#8220;, erzählt Maqbool. &#8222;Es wurde vereinbart, dass ich 675 Dollar im Monat als Lohn erhalten sollte – das ist in unserem Land eine riesige Summe. Ich war zu jedem Opfer bereit, um so ein Einkommen zu bekommen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Maqbools Enttäuschung war natürlich groß, als er erfuhr, dass er nur die Hälfte des versprochenen Gehalts verdient. Er ist aber kein Einzelfall – fast alle ausländischen Arbeitsnehmer erzählen eine ähnliche Geschichte. Um ihre Reise nach Mauritus zu bezahlen, nehmen sie in ihrer Heimat Kredite auf oder verkaufen ihre Ländereien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Insel ist sehr schön, aber es gibt hier kein Geld&#8220;, berichtet Massood (Name von der Redaktion geändert). &#8222;Mein Lohn deckt gerade einmal meine Unkosten. Nur alle drei Monate kann ich meiner Familie ein bisschen Geld schicken.&#8220; Beide Männer sind frustriert, da sie die Insel in ein paar Monaten verlassen müssen und bis jetzt kaum Geld für die Zeit nach ihrer Rückkehr ansparen haben können.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="auf-der-flucht-vor-der-armut">Auf der Flucht vor der Armut</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Armut, Arbeitslosigkeit und die steigenden Kosten in ihren Heimatländern veranlassen Tausende Menschen aus Bangladesch, China, Indien und Madagaskar, in Mauritius auf Arbeitssuche zu gehen. Auf der Insel sind etwa 40.000 Arbeitsmigranten in der Textilproduktion, am Bau, in Hotels, im Transportgeschäft oder in der Meeresfrüchteindustrie beschäftigt. Die Entbehrungen sind hart: Weit weg von ihrer Familie arbeiten sie häufig von früh bis spät. Trotzdem beträgt ihr Verdienst oft nicht mehr als 150 US-Dollar pro Monat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Deckmantel der Anonymität bestätigt ein Sozialarbeiter eines großen Textilunternehmens, dass die Bedingungen für ausländische Arbeitskräfte extrem hart seien. Die ausländischen Arbeitnehmer würden Tag und Nacht arbeiten und hätten kaum Erholungszeiten. Sie seien in unhygienischen Wohnheimen untergebracht und müssten auf einer dünnen Matratze voller Flöhe und Wanzen schlafen. &#8222;Sie tun mir leid&#8220;, sagt der Sozialarbeiter. &#8222;Sie leben wie die Tiere und sind hilflos. Sie akzeptieren die Dinge, wie sie sind.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diejenigen, die gegen die Arbeitsbedingungen Widerstand leisten, werden nachhause zurückgeschickt. Hunderte von ausländischen Arbeitskräften hat dieses Schicksal im letzten Jahr ereilt, nachdem sie für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gegangen waren und bessere Löhne gefordert hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die&nbsp;<a href="http://www.cmt.mu/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Compagnie Mauricienne du Textile Ltée</a>&nbsp;(CMT) im Zentrum von Mauritius beschäftigt ein paar tausend ausländische Arbeiter. Diese wollen allerdings nicht mit Journalisten sprechen. Der Wachmann am Tor der Textilfabrik erklärt, dass die Arbeiter im letzten Jahr viele Probleme mit ihrem Arbeitgeber und der Polizei gehabt hätten. Daher würden sie Medien jegliche Auskunft verweigern.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fremdenfeindlichkeit-und-rassismus">Fremdenfeindlichkeit und Rassismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die niedrig bezahlten Arbeitsplätze in der Textilindustrie und im verarbeitenden Gewerbe sind bei den einheimischen Kräften wenig beliebt. Um die Industrie auf der Insel am Laufen zu halten, warb die Regierung erstmals im Jahr 1992 um Arbeiter aus dem Ausland. Damals wurde diese Maßnahme als temporäre Maßnahme angekündigt. Im gleichen Jahr wurde mit dem Freihafen eine zollfreie Zone geschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Vierteljahrhundert später ist keine Rede mehr von einer vorübergehenden Regelung. Laut Regierung seien die ausländischen Arbeiter für die Wirtschaft der Insel nun unverzichtbar, weil sie die Einhaltung von Produktionsterminen gewährleisten und so auch Arbeitsplätze für Einheimische erhalten würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gewerkschafter Reeaz Chuttoo ist ganz anderer Meinung: &#8222;Die Regierung argumentiert, dass Ausländer angestellt werden, weil die Einheimischen die Arbeitsplätze verweigern. Die Wahrheit ist aber viel mehr, dass die Regierung die einheimischen Arbeiter durch kurzfristige Verträge verschreckt. So werden z. B. in der öffentlichen Bauwirtschaft Verträge für nur vier Monate abgeschlossen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chuttoo warnt vor dem hohen sozialen Sprengstoff dieser Politik. &#8222;In Mauritius ist gegenüber ausländischen Arbeitern bereits ein Klima von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entstanden&#8220;, behauptet er.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ministerium-weist-vorwurfe-zuruck">Ministerium weist Vorwürfe zurück</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jaynarain Mathurah ist im Arbeitsministerium für Dienstnehmer aus dem Ausland zuständig. Er weist die Vorwürfe zurück und betont, dass ausländische Arbeitnehmer die gleichen Bedingungen wie die Einheimischen genießen würden. &#8222;Wir unterscheiden nicht zwischen In- und Ausländern&#8220;, sagt Maturah. &#8222;Die Vergütungsregelung im Freihafen ist für alle gleich. Außerdem gibt es eine spezielle Einheit, die sich um die Migranten kümmert und sehr schnell eingreift, wenn Probleme mit Arbeitgebern auftreten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Maturah ist überzeugt, dass Ausländer in Mauritius anständig behandelt werden. &#8222;Wir glauben, dass sie gute Löhne erhalten und ihre Arbeits- und Lebensbedingungen passen&#8220;, meint er. &#8222;Abgesehen von ihren Löhnen bekommen sie auch noch Unterkunft, Verpflegung und den Transport zur Verfügung gestellt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Maturah räumt aber ein, dass die zollfreien Sonderwirtschaftszonen – wie eben der Freihafen in Mauritius – dann zum Problem werden können, wenn es dabei um die Schaffung von Arbeitsplätzen geht. Investoren seien immer auf der Suche nach qualifizierten aber billigen Arbeitskräften. Gerade jetzt würden etliche Unternehmer in Mauritius den Ausbau ihrer Aktivitäten planen und viel Personal benötigen. Vor allem die Landwirtschaft und der IT-Sektor würden als neue Zugpferde für Arbeitsmigranten gelten. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Arbeiter aus Bangladesch in Mauritius. Einige von ihnen haben sich verschuldet, um sich die Reise in den Inselstaat leisten zu können. Trotzdem verdienen sie zu wenig, um Geld ansparen zu können. (Foto: Nasseem Ackbarally/IPS)</p>
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