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	<title>Malawi Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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	<title>Malawi Archive | afrika.info</title>
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		<title>Fremdenfeindlichkeit bremst Entwicklung</title>
		<link>https://afrika.info/fremdenfeindlichkeit-suedafrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2026 09:40:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdenfeindlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fremdenfeindlichkeit in Südafrika hat Zehntausende Migrantin*innen aus anderen afrikanischen Ländern zur Rückkehr in ihre Heimat gezwungen. Die Gewalt löst nicht nur eine humanitäre Krise aus, sondern gefährdet auch Entwicklungsziele und Afrikas Vision einer stärkeren regionalen Integration.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/fremdenfeindlichkeit-suedafrika/">Fremdenfeindlichkeit bremst Entwicklung</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Fremdenfeindlichkeit in Südafrika</strong> hat Zehntausende Migrantin*innen aus anderen afrikanischen Ländern zur Rückkehr in ihre Heimat gezwungen. Die Gewalt löst nicht nur eine humanitäre Krise aus, sondern gefährdet auch Entwicklungsziele und Afrikas Vision einer stärkeren regionalen Integration.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Charles Mpaka | 1. September 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blantyre, Malawi (IPS/afr) – Als Rahim Ali Ende Juli in sein Heimatdorf im zentralmalawischen Distrikt Dowa zurückkehrte, lagen sieben Jahre in Südafrika hinter ihm. „Es ist eine Erleichterung, und ich bin der Regierung dankbar, dass sie mich sicher nach Hause gebracht hat“, erzählt der 33-Jährige gegenüber der Nachrichtenagentur IPS. „Die Lage in Südafrika war schrecklich, und viele von uns hatten keine Möglichkeit, dieser Gewalt zu entkommen.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ali gehörte zu Zehntausenden Malawier*innen, die in den vergangenen Monaten aus Südafrika zurückkehrten. Nach Angaben der malawischen Katastrophenschutzbehörde hatte die Regierung bis zum Abschluss ihrer Rückholaktion am 12. August 56.723 Staatsbürger*innen nach Malawi gebracht. Fast 900 Busse waren dafür über mehrere Monate im Einsatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Malawi drängen jedes Jahr bis zu 270.000 junge Menschen auf den Arbeitsmarkt. Ihnen stehen nach<a href="https://www.worldbank.org/en/news/press-release/2026/02/24/malawi-economic-monitor-stabilizing-the-economy-to-unlock-private-investment-and-create-jobs" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> jüngsten Daten der Weltbank</a> lediglich rund 40.000 neue formelle Arbeitsplätze gegenüber, die die malawische Wirtschaft jährlich schafft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Rahim Ali keine reguläre Beschäftigung fand, verdingte er sich auf Mais- und Tabakfeldern in seiner Umgebung, rodete Land und half bei der Ernte. 2013 brachte er genug Geld zusammen, um einen Friseursalon zu eröffnen. In seinem ländlichen Heimatort lud er außerdem Mobiltelefone auf und verkaufte Ladegeräte und Batterien. Das Einkommen sei nicht hoch gewesen, erzählt er, habe aber gereicht, um ein kleines Haus zu mieten und für sich selbst zu sorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Tod seines Vaters im Jahr 2017 brach diese bescheidene Unabhängigkeit zusammen. Als Ältester der Familie musste Rahim Ali nun für seine zwei Schwestern und seinen Bruder sorgen – für Essen, Kleidung und Schulgebühren. „Mit dem Einkommen aus einem Friseursalon wurde es für uns wirklich schwierig“, erinnert er sich.</p>



<h2 id="h-zwischen-ausbeutung-und-hoffnung" class="wp-block-heading">Zwischen Ausbeutung und Hoffnung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">2019 lud ihn ein ehemaliger Schulkollege ein, ihm nach Südafrika zu folgen. Rahim Ali zögerte keine Sekunde. Gemeinsam mit seinem Freund arbeitete er auf einer Erdbeerfarm in Johannesburg, wo er damals 412 Rand pro Woche (rund 27 Euro) verdiente.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den folgenden fünf Jahren fand Rahim Ali auf verschiedenen Farmen Beschäftigung. Die Arbeit sei hart gewesen. Vorgesetzte hätten „uns einfach ausgepeitscht und uns in einer Sprache beschimpft, die wir nicht verstanden“. Pausen habe es kaum gegeben. Wer krankheitsbedingt nicht arbeiten konnte, bekam keinen Lohn. Arbeitsplatzsicherheit habe es ebenfalls nicht gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Trotzdem war der Lohn besser als das, was ich für eine ähnliche Arbeit hier in Malawi bekommen hätte“, sagt Rahim Ali. „Außerdem sind die Lebenshaltungskosten dort deutlich niedriger. Deshalb konnte ich Geld sparen und meine Geschwister unterstützen.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-migranten-malawi-c-alaister-russell-ips-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-6717" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-migranten-malawi-c-alaister-russell-ips-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-migranten-malawi-c-alaister-russell-ips-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-migranten-malawi-c-alaister-russell-ips-1200-800-639x426.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-migranten-malawi-c-alaister-russell-ips-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-migranten-malawi-c-alaister-russell-ips-1200-800.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Malawische Migrant*innen warten am 29. Juni 2026 vor dem malawischen Konsulat in Woodmead, Johannesburg, auf die Abfahrt eines Busses im Rahmen der Rückführungsmaßnahmen. (Foto: Alaister Russell/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">2024 fand er eine neue Stelle als Hilfskraft in einem Geschäft eines indischen Eigentümers, das Solarmodule verkaufte. Im Mai 2026 drang eine Gruppe südafrikanischer Bürger*innen in den Laden ein und forderte den Besitzer auf, seine aus anderen afrikanischen Ländern stammenden Beschäftigten zu entlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rahim Ali verlor seinen Arbeitsplatz und konnte bald weder Lebensmittel noch seine Miete bezahlen. Sein Vermieter setzte ihn vor die Tür. Schließlich schloss er sich seinen Landsleuten an, die beim malawischen Konsulat kampierten, wo die Regierung ihre Rückkehr in ihr Heimatland organisierte.</p>



<h2 id="h-wiederkehrende-fremdenfeindliche-gewalt" class="wp-block-heading">Wiederkehrende fremdenfeindliche Gewalt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mobilisiert von der Bewegung „March and March“ vertrieben südafrikanische Bürger zwischen April und Juni 2026 Ausländer*innen aus ihren Wohnungen und von ihren Arbeitsplätzen. Nach eigener Darstellung richtete sich die Aktion gegen Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war nicht das erste Mal, dass Südafrika von fremdenfeindlicher Gewalt erschüttert wurde. 2008 kamen innerhalb von zwei Wochen mehr als 60 ausländische Staatsangehörige ums Leben, mindestens 100.000 Menschen wurden vertrieben. 2019 setzte eine abgespaltene Gewerkschaft südafrikanischer Lkw-Fahrer Hunderte Lastwagen in Brand, um die Entlassung ausländischer Fahrer zu erzwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 2022 und 2025 registrierte <a href="https://www.xenowatch.ac.za/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Xenowatch</a>, eine Plattform zur Beobachtung fremdenfeindlicher Diskriminierung in Südafrika, 406 fremdenfeindliche Vorfälle. 75 davon endeten tödlich. Allein 2025 wurden 151 Vorfälle registriert. Zwischen Januar und Mai 2026 bestätigte Xenowatch 22 Fälle, 14 davon waren gewalttätig.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-anti-migration-marsch-jabulani-soweto-c-alaister-russell-ips-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-6716" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-anti-migration-marsch-jabulani-soweto-c-alaister-russell-ips-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-anti-migration-marsch-jabulani-soweto-c-alaister-russell-ips-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-anti-migration-marsch-jabulani-soweto-c-alaister-russell-ips-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-anti-migration-marsch-jabulani-soweto-c-alaister-russell-ips-1200-800-639x426.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/09/suedafrika-anti-migration-marsch-jabulani-soweto-c-alaister-russell-ips-1200-800.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Teilnehmer*innen einer Demonstration gegen Migrant*innen ziehen am 29. Juni 2026 durch Jabulani in Soweto. (Foto: Alaister Russell/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Als die jüngste Gewaltwelle eskalierte, erklärte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa, Opportunisten hätten die wirtschaftliche Frustration vieler Südafrikaner*innen ausgenutzt und die Proteste angeheizt. Die Gewalt entspreche nicht der Politik der südafrikanischen Regierung gegenüber ausländischen Staatsangehörigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ramaphosa erklärte allerdings auch, illegale Migration belaste den Wohnungs- und Gesundheitssektor des Landes. Seine Regierung werde dagegen „im Rahmen des Gesetzes“ vorgehen.</p>



<h2 id="h-kritik-am-umgang-der-regierung" class="wp-block-heading">Kritik am Umgang der Regierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Loren Landau, Mitbegründer von Xenowatch, wirft der Regierung vor, nicht konsequent genug gegen die Organisator*innen fremdenfeindlicher Mobilisierungen einzuschreiten. „Zunächst sagt die Regierung, es gebe keine Fremdenfeindlichkeit, sondern Frustration, Fehlinformationen und Kriminelle – und man werde dagegen vorgehen. Gleichzeitig kündigt sie an, einige der von March and March angesprochenen Probleme aufzugreifen: stärkere Grenzkontrollen, mehr Abschiebungen und verstärkte Kontrollen am Arbeitsplatz“, meint Landau gegenüber IPS.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solange die Verantwortlichen für fremdenfeindliche Kampagnen nicht zur Verantwortung gezogen würden, so Landau, würden sie Migrant*innen weiterhin für ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen oder zur Erlangung politischer Macht instrumentalisieren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Landau ergänzt, dass die Schwere der jüngsten fremdenfeindlichen Angriffe und die daraus resultierenden Rückführungen hätten Südafrikas Ruf auf dem Kontinent „stark geschädigt“ und die Prozesse der regionalen Integration in den Bereichen Arbeit, Handel und Investitionen zurückgeworfen haben.</p>



<h2 id="h-fremdenfeindlichkeit-gefahrdet-die-entwicklungsziele" class="wp-block-heading">Fremdenfeindlichkeit gefährdet die Entwicklungsziele</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kester Chuwuma Onor argumentiert in seiner Forschungsarbeit „<a href="https://www.researchgate.net/publication/398890742_Xenophobia_In_South_Africa_and_the_Realities_of_Actualizing_SDG_8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Xenophobia In South Africa and the Realities of Actualising SDG 8</a>“ , dass Südafrika ohne Frieden und Partnerschaft mit anderen Ländern große Schwierigkeiten haben werde, die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Dies gelte insbesondere für SDG 8, das menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum zum Ziel hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen und sehen auch SDG 1 – die Beendigung von Armut – gefährdet. Justice K. Musya und Eric Blanco Niyitunga argumentieren in ihrer Studie „<a href="https://ujcontent.uj.ac.za/esploro/outputs/journalArticle/Xenophobia-as-a-barrier-to-South/9958708707691" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Xenophobia as a Barrier to South Africa’s National Development Plan and SDGs</a>“, dass fremdenfeindliche Angriffe die Geschäfte ausländischer Unternehmen beeinträchtigen und diese dazu veranlassen, das Land zu verlassen. Dies führe zu Arbeitsplatzverlusten, steigender Arbeitslosigkeit und negativen Folgen für das Wirtschaftswachstum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer <a href="https://www.afrobarometer.org/feature/african-insights-2026-beyond-borders-citizen-perspectives-on-a-shifting-global-order/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">aktuellen Umfrage</a> stellte das panafrikanische Forschungsnetzwerk Afrobarometer fest, dass 56 Prozent der Afrikanerinnen und Afrikaner die Freizügigkeit über Staatsgrenzen hinweg unterstützen, damit Menschen in anderen Ländern leben und arbeiten können. Mindestens 40 Prozent sprachen sich hingegen dafür aus, die grenzüberschreitende Mobilität einzuschränken, um Arbeitsplätze und andere Chancen zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Boniface Dulani, Afrobarometer-Forscher und Politikwissenschaftler an der University of Malawi, befürchtet, dass die jüngsten massenhaften Vertreibungen in Südafrika bei vielen Menschen auf dem Kontinent den Eindruck verstärken werden, die regionalen und kontinentalen Bestrebungen nach stärkerer Integration und grenzüberschreitender Freizügigkeit existierten nur auf dem Papier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass die südafrikanische Regierung die Verantwortlichen für die jüngste Gewalt nicht festgenommen und strafrechtlich verfolgt habe, führt Dulani auch auf wahltaktische Überlegungen zurück. In Südafrika finden im November 2026 Kommunalwahlen statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Angesichts der angespannten politischen Lage in einem wichtigen Wahljahr muss die Untätigkeit der Regierung auch vor dem Hintergrund gesehen werden, dass ein hartes Vorgehen von Teilen der Opposition politisch ausgeschlachtet werden könnte“, sagt Dulani.</p>



<h2 id="h-streit-um-die-kosten-der-ruckfuhrungen" class="wp-block-heading">Streit um die Kosten der Rückführungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das südafrikanische Innenministerium hat inzwischen von Malawi sowie von Äthiopien und Nigeria die Erstattung von fast 300 Millionen Rand – rund 19 Millionen US-Dollar – verlangt. Diese Summe habe Südafrika nach eigenen Angaben für die Rückführung von mindestens 82.000 ausländischen Staatsangehörigen aufgewendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Landau zufolge steht diese Forderung in direktem Widerspruch zu Ramaphosas Ankündigung, nach den Protesten die Beziehungen zu den Ländern der Region wieder verbessern zu wollen: „Dann diese Rechnung zu schicken, ist eine Beleidigung. Man tritt jemanden noch, wenn er bereits am Boden liegt. Aber das geschieht aus innenpolitischen Gründen, um zu zeigen, dass die Regierung die Interessen Südafrikas an die erste Stelle setzt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Malawi wiederum schlugen Parlamentsabgeordnete auf dem Höhepunkt der Rückholaktion, die die Regierung nach eigenen Angaben fast fünf Millionen US-Dollar kostete, ein Verbot vor: Malawier*innen sollten nicht mehr ohne gültige Dokumente nach Südafrika reisen dürfen, um dort im informellen Sektor Arbeit zu suchen.</p>



<h2 id="h-neustart-in-malawi" class="wp-block-heading">Neustart in Malawi</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Rahim Ali haben die politischen Debatten unmittelbare Folgen. Als er 2019 nach Südafrika kam, besaß er einen Pass und erhielt an der Grenze ein 30-Tage-Visum. Nach dessen Ablauf geriet er in einen irregulären Aufenthaltsstatus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade das habe ihn gegenüber Arbeitgebern besonders verletzlich gemacht, erklärt er. Wer ohne gültige Aufenthaltserlaubnis arbeite, könne sich gegen Verstöße gegen Arbeitsrechte kaum wehren, ohne zugleich eine Festnahme oder Abschiebung zu riskieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Südafrika will er nicht zurückkehren. Während seiner Jahre dort hatte Rahmin Ali in Malawi ein Grundstück gekauft, auf dem er später ein Haus bauen wollte. Nun möchte er es verkaufen und mit dem Erlös ein kleines Unternehmen gründen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hoffe, dass es funktioniert“, sagt er. „Ich habe genug von dieser Gewalt gesehen.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Einige der mehr als 56.000 Menschen, die von der malawischen Regierung aus Südafrika zurückgeholt wurden, erhalten nach ihrer Ankunft Unterstützung. (Foto: Thomas Kachere/IPS)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Neue Kichererbse trotzt der Dürre</title>
		<link>https://afrika.info/kichererbse-klimawandel-suedliches-afrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 17:10:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Mosambik]]></category>
		<category><![CDATA[Sambia]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Klimaangepasste Kichererbsensorten sollen Landwirten im südlichen Afrika helfen, trotz Dürren und steigender Düngemittelpreise stabile Erträge zu erzielen. Forscher*innen sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit und zu einer widerstandsfähigeren Landwirtschaft.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Klimaangepasste Kichererbsensorten sollen Landwirten im südlichen Afrika helfen, trotz Dürren und steigender Düngemittelpreise stabile Erträge zu erzielen. Forscher*innen sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit und zu einer widerstandsfähigeren Landwirtschaft.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Ignatius Banda | 14. August 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo, Simbabwe (IPS/afr) – Landwirte in Sambia, Malawi und Mosambik profitieren von einer neuen Kichererbsensorte, die nach Angaben von Forscher*innen mit deutlich weniger Stickstoffdünger auskommt. Damit reagiert die Wissenschaft auf ein zentrales Problem vieler afrikanischer Bauern: Die Kosten für Düngemittel sind infolge globaler Handelsstörungen deutlich gestiegen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Sorte zeichnet sich durch einen hohen Nährwert aus. Nach Einschätzung der Forscher*innen kann sie sowohl die Einkommen der Landwirte erhöhen als auch neue Exportmöglichkeiten eröffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahren kämpfen viele Landwirte in Afrika mit niedrigen Erträgen und nährstoffarmen Nutzpflanzen. Die Folgen reichen bis zu Mangelernährung und Wachstumsstörungen, insbesondere bei Kindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Züchtungen gewinnen vor dem Hintergrund des Klimawandels zusätzlich an Bedeutung. Vor allem im Globalen Süden stellt sich zunehmend die Frage, wie sich die Nahrungsmittelproduktion an häufigere Dürren, steigende Temperaturen und unsichere Niederschlagsmuster anpassen lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://www.icrisat.org/">International Crops Research Institute for the Semi-Arid Tropics</a> (ICRISAT)&nbsp;treibt diese Bemühungen gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) voran. Finanziert wird das Projekt über den Benefit-sharing-Fonds (BSF) des <a href="https://www.publiceye.ch/de/archiv/biopiraterie/internationale-konventionen/saatgut-vertrag-fao" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internationalen Saatgut-Vertrags</a>. Ziel ist es, die Abhängigkeit von kostspieligen landwirtschaftlichen Betriebsmitteln zu verringern.</p>



<h2 id="h-landwirtschaft-vor-enormen-herausforderungen" class="wp-block-heading">Landwirtschaft vor enormen Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des ICRISAT kommt die Initiative zu einem Zeitpunkt, an dem geopolitische Spannungen, Versorgungsengpässe bei Düngemitteln und steigende Produktionskosten die Landwirtschaft in den Trockengebieten des südlichen Afrikas zunehmend unter Druck setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen die Folgen gestörter globaler Lieferketten, die die Preise für Grundnahrungsmittel in vielen afrikanischen Ländern steigen ließen. Während Regierungen versuchen, die landwirtschaftliche Produktion und die Einkommen der Bauern zu stabilisieren, drängen internationale Finanzinstitutionen weiterhin auf den Abbau von Agrarsubventionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Angesichts weltweit weiter steigender Düngemittelpreise und landwirtschaftlicher Produktionskosten gewinnen widerstandsfähige Hülsenfrüchte wie Kichererbsen zunehmend an Bedeutung, um Landwirten in Malawi und im südlichen Afrika dabei zu helfen, ihre Produktivität aufrechtzuerhalten, die Ernährungssicherheit zu stärken und die Abhängigkeit von teuren landwirtschaftlichen Betriebsmitteln zu verringern“, sagt Himanshu Pathak, Generaldirektor des ICRISAT.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Einschätzung des Forschungsinstituts zeigen die gleichzeitigen klimatischen und wirtschaftlichen Belastungen in mehreren Ländern des südlichen Afrikas, wie dringend die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft gestärkt werden muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Prognosen des <a href="https://fews.net/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Famine Early Warning Systems Network</a> (FEWS NET) unterstreichen den Handlungsbedarf. Demnach werden Länder wie Simbabwe in niederschlagsarmen Regionen bis Anfang 2027 mit Getreidedefiziten rechnen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forscher*innen verweisen zudem darauf, dass die Industrieländer zwar seit Jahren Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel zusagen, die strukturellen Ursachen der Ernährungsunsicherheit in Afrika bislang jedoch nur unzureichend angegangen wurden.</p>



<h2 id="h-neue-kichererbse-punktet-in-allen-belangen" class="wp-block-heading">Neue Kichererbse punktet in allen Belangen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der jüngsten ICRISAT-Studie benötigt die neue Kichererbsensorte einen geringeren Einsatz an Stickstoffdünger. Damit wird sie zu einer attraktiven Option für Landwirte, die mit steigenden Produktionskosten und klimatischen Belastungen konfrontiert sind.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem sei die Kichererbse besonders gut an die semiariden Tropen angepasst &#8211; sie zeige eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit auch gegen Hitze und Dürre, so die Studie. Weitere Vorteile seien ihr hoher Nährstoffgehalt, die lange Haltbarkeit und ihre kulinarische Vielseitigkeit.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In vielen Trockengebieten sehen sich Landwirte mit steigenden Produktionskosten, sinkender Bodenfruchtbarkeit und zunehmend unvorhersehbaren Wetterverhältnissen konfrontiert“, erklärt der Agrarwissenschaftler James Mwololo, der das ICRISAT-Züchtungsprojekt für Hülsenfrüchte leitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Kichererbse entwickelt sich zu einer strategischen Kulturpflanze für die Trockenlandlandwirtschaft, da sie Landwirten einen tragfähigen Weg bietet, ihre Produktivität und ihr Einkommen unter zunehmend schwierigen Anbaubedingungen aufrechtzuerhalten“, fährt Mwololo fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Malawi liegen die Erträge derzeit bei etwas mehr als 800 Kilogramm pro Hektar. Verbesserte Sorten könnten jedoch Erträge von bis zu drei Tonnen pro Hektar erreichen, meint der Agrarexperte. „Durch einen besseren Zugang zu hochwertigem Saatgut wird sich die nationale Produktion gegenüber dem Ausgangswert von 2.570 Tonnen im Jahr 2022 voraussichtlich mehr als verdreifachen, während die Zahl der erreichten landwirtschaftlichen Haushalte bis 2027 von 22.000 auf über 66.000 steigen könnte“, so Mwololo.</p>



<h2 id="h-landwirte-hoffen-auf-bessere-einkommen" class="wp-block-heading">Landwirte hoffen auf bessere Einkommen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Vertreter*innen des Agrarsektor begrüßen das Projekt. Sie sehen in der neuen Kichererbsensorte zusätzliche Marktchancen und erwarten höhere Einkommen für ländliche Haushalte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unsere Partnerschaft mit ICRISAT geht über die traditionelle Entwicklung von verbessertem Saatgut hinaus“, sagte Gloria Pekani, Geschäftsführerin von Milele Agro-Processors in Malawi. „Es geht auch darum, bessere Marktchancen zu schaffen und die Lebensgrundlagen von Landwirten, Verarbeitern und Gemeinden zu sichern, die zunehmend auf widerstandsfähige Nutzpflanzen wie Kichererbsen angewiesen sind“, so Pekani.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Malawi gehört weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt und kämpft mit anhaltender Ernährungsunsicherheit. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an neue agrarwissenschaftliche Ansätze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschung an der neuen Kichererbsensorte soll künftig auch in anderen afrikanischen Ländern zur Stärkung der Ernährungssicherheit beitragen. Pilotprojekte laufen unter anderem in Mosambik, wo bewaffnete Konflikte die landwirtschaftliche Produktion in vielen Regionen zusätzlich erschweren. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Eine Farmerin in Äthiopien begutachtet eine Kichererbsen-Pflanze (Foto: Sunshine Seeds / Shutterstock.com)</p>
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		<title>Fruchtfliegen vernichten halbe Mangoernte</title>
		<link>https://afrika.info/fruchtfliegen-vernichten-halbe-mangoernte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Sep 2023 12:28:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Vor wenigen Jahren konnte die simbabwische Landwirtin Eufria Nyadome mit dem Verkauf eines 20-Liter-Eimers frischer Mangos noch 60 US-Dollars verdienen. Heute erhält sie für dieselbe Menge nur mehr ein Drittel. Der Grund dafür sind invasive Fruchtfliegen, die in den Mangos brüten.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 5. September 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo (IPS/afr). Vor wenigen Jahren konnte die simbabwische Landwirtin Eufria Nyadome mit dem Verkauf eines 20-Liter-Eimers frischer Mangos noch 60 US-Dollars verdienen. Heute erhält sie für dieselbe Menge nur mehr ein Drittel. Der Grund dafür sind invasive Fruchtfliegen, die in den Mangos brüten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mangofarm von Eufria Nyadome liegt im Dorf Mhondiwa im Bezirk Murehwa &#8211; knapp 90 Kilometer östlich der Hauptstadt Harare. Und obwohl ihre Farm einen guten Ertrag liefert, muss die Bäuerin die Früchte ihrer Arbeit kübelweise wegwerfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem ist die Orientalische Fruchtfliege (Bactrocera dorsalis), die sich in den letzten drei Jahrzehnten stark in afrikanischen Ländern ausgebreitet hat. Die invasive Art aus Südostasien bedroht mittlerweile die Existenz vieler Bauernfamilien.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Orientalische Fruchtfliege legt ihre Eier bevorzugt auf Mangos, Papayas und Avocados ab. Durch den Fraß der Larven wird das Fruchtfleisch ungenießbar. Allein in Simbabwe fällt die Hälfte der jährlichen Mangoernte in Höhe von 400.000 dem invasiven Schädling zum Opfer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kampf gegen Fruchtfliegen-Plage</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unterstützung im Kampf gegen die Fruchtfliege kommt aus  Kenia. Nyadome und 1.200 weitere Bauern und Bäuerinnen aus dem Bezirk Murehwa konnten an einem Programm des “International Centre of Insect Physiology and Ecology” (ICIPE) mit Sitz in Nairobi teilnehmen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem <a href="http://www.icipe.org/research/plant-health/fruit-fly-ipm/projects/alien-invasive-fruit-flies-southern-africa" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alien Invasive Fruit Fly Project</a> hat das Forschungsinstitut ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Orientalischen Fruchtfliege in Ost- und Südafrika entwickelt, das gemeinsam mit Partnern in Malawi, Mosambik, Sambia und Simbabwe ausgerollt wurde.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine dieser Maßnahmen zielt auf die Abtötung von männlichen Insekten, die durch Köder in Insektizid-Fallen gelockt werden. Die beteiligten Farmer*innen erhalten spezielle Schulungen und eine Grundausstattung mit Ködern, Fallen und Biopestiziden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">“Wir haben gesehen, dass bei konsequenter Anwendung des Pakets die Schäden durch die Fruchtfliege erheblich reduziert und 70 Prozent der Mangoernte gerettet werden können”, sagt der zuständige Projektmanager Shepard Ndlela.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Invasive Arten: Bedrohung für Mensch und Umwelt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Orientalische Fruchtfliege in Simbabwe ist ein Beispiel dafür, wie die Ausbreitung von gebietsfremden Arten oder Neobiota zu einem ernsten Problem werden. In einem am 4. September 2023 veröffentlichten <a href="https://www.ipbes.net/IASmediarelease" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht </a>hat der Weltbiodiversitätsrat (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES) 37.000 Neobiota gelistet, von denen 3.500 negative Auswirkungen auf die Natur und den Menschen haben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Invasive gebietsfremde Arten stellen eine große Bedrohung für die biologische Vielfalt dar und können irreversible Schäden in der Natur verursachen &#8211; einschließlich lokaler und globaler Artensterben &#8211; und auch das menschliche Wohlergehen gefährden“, sagt die britische Ökologin Helen Roy. Gemeinsam mit dem chilenischen Forstwissenschaftler Aníbal Pauchard und dem kanadischen Sozialwissenschaftler Peter Stoett hat sie die Erstellung des Berichts koordiniert, an der 86 Expert*innen aus 49 Ländern beteiligt waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Arten wie die Strandkrabbe, das Wandelröschen, der Nilbarsch, die Wasserhyazinthe oder der Herbst-Heerwurm sind in neue Lebensräume vorgedrungen und bedrohen dort die bestehenden Ökoysteme. Die globalen wirtschaftlichen Folgekosten der biologischen Invasion lagen im Jahr 2019 bei mehr als 423 Mrd. US-Dollar. Seit 1970 hat sich diese Zahl pro Dekade zumindest vervierfacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Problem von Regierungen unterschätzt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Grund für die Ausbreitung von Neobiota gelten wirtschaftliche und demografische Veränderungen, die zu einer ständigen Steigerung der Nutzung von Land- und Meeresflächen führen. Der Klimawandel verschärft die Situation, weil durch die sich ändernden Wetterbedingungen neue Habitate entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pro Jahr werden derzeit rund 200 invasive gebietsfremde Arten erfasst. “Wenn nichts unternommen wird, wird diese Zahlen dramatisch ansteigen und sich auf die Ernährungssicherheit und die menschliche Gesundheit auswirken”, meint der südafrikanische Wissenschaftler Sebataolo Rahlao, der am Bericht als Autor mitgewirkt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Regierungen unterschätzen aber offenbar das Problem. Weltweit verfügen nur 17 Prozent aller Staaten über Gesetze oder Vorschriften, die sich mit invasiven gebietsfremden Arten befassen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Die gute Nachricht ist aber, dass es für fast jeden Kontext und jede Situation Instrumente, Optionen und Maßnahmen gibt, die wirklich funktionieren“, erklärt&nbsp; Aníbal Pauchard. Als beste und kostengünstigste Option nennt er die Prävention, dahinter erst folgen Maßnahmen zur Ausrottung, Eindämmung und Kontrolle von Neobiota.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mangobäuerin Eufria Nyadome ist jedenfalls glücklich darüber, dass die Bekämpfung der Fruchtfliegen-Invasion in ihrem Heimatbezirk funktioniert: “Ich habe sehr viel gelernt über die Fruchtfliegen, die unsere Mangos attackieren. Und ich weiß nun, was ich tun kann, um die Vernichtung unserer Früchte zu vermeiden.” (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Eine Orientalische Fruchtfliege (Bactrocera dorsalis) legt ihre Eier auf die Schale einer Papaya. (Foto: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bactrocera_dorsalis.jpg?uselang=en#Licensing" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gemeinfrei, Agricultural Research Service, Scott Bauer</a>)</p>
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		<title>Impfstoff bringt Wende im Kampf gegen Malaria</title>
		<link>https://afrika.info/impfstoff-bringt-wende-im-kampf-gegen-malaria/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 May 2023 13:53:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kenai]]></category>
		<category><![CDATA[Malaria]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Viktoriasee in Ostafrika ist der zweitgrößte Süßwassersee und der größte tropische See der Welt. Das beeindruckende Ökosystem beherbergt eine atemberaubende Vielfalt an Vogel-, Wasser- und Tierarten. Der See ist aber auch ein idealer Nährboden für Mücken, die Malaria übertragen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">23. Mai 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kisumu (AR/WHO/afr). Der Viktoriasee in Ostafrika ist der zweitgrößte Süßwassersee und der größte tropische See der Welt. Das beeindruckende Ökosystem beherbergt eine atemberaubende Vielfalt an Vogel-, Wasser- und Tierarten. Der See ist aber auch ein idealer Nährboden für Mücken, die Malaria übertragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Malaria-Expert*innen bezeichnen die Gebiete rund um das Seeufer als „See-Endemiegebiet“ Kenias. Die meisten Menschen dort haben mit Malaria-Infektionen zu kämpfen, viele haben schreckliche Verluste erlitten. Im Jahr 2021 gab es weltweit 247 Millionen Malaria-Erkrankungen, die zu 619.000 Todesfällen führten. 77 Prozent der Verstorbenen waren Kinder unter fünf Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Als ich aufwuchs, hatte ich mehrere Malaria-Anfälle und ich habe Kinder mit bleibenden Behinderungen leiden sehen“, erzählt Vivienne, Mutter von fünf Kindern aus Chemelil Market, einem ländlichen Dorf außerhalb der Stadt Kisumu. „Meine drei ältesten Kinder kämpfen häufig mit Malaria. Wenn sie krank werden, verlieren sie den Appetit, haben Fieber, Durchfall und Erbrechen und werden sehr schwach.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pilotphase in Kenia, Ghana und Malawi</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die leidvolle Erfahrung mit Malaria war der Grund, warum Vivienne nicht lange überlegen musste, als sie vom weltweit ersten Malaria-Impfstoffs RTS,S/AS01 (oder RTS,S) hörte. Im Jahr 2019 wurde der Impfstoff im Rahmen einer Pilotphase des von der WHO koordinierten „Malaria Vaccine Implementation Program“ (MVIP) in Teilen Kenias sowie in Ghana und Malawi eingeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestartet wurden die Pilotprojekte, um den Nutzen des Impfstoffs für die öffentliche Gesundheit zu bewerten und Rückschlüsse auf die Akzeptanz zu erhalten. Fast vier Jahre später wurde der Malaria-Impfstoff in den drei Ländern an 1,4 Millionen Kindern verabreicht. In Kenia haben 400.000 Kinder zumindest eine Dosis der vierteiligen Impfung erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Gebieten, in denen RTS,S eingesetzt wird, gibt es laut <a href="https://www.who.int/news/item/06-10-2021-who-recommends-groundbreaking-malaria-vaccine-for-children-at-risk" target="_blank" rel="noreferrer noopener">WHO einen 30-prozentigen Rückgang bei schweren Malariafällen</a>. Das gilt selbst für Gegenden, in denen mit Insektiziden behandelte Netze weit verbreitet sind und ein guter Zugang zu Diagnose und Behandlung besteht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Deutlicher Rückgang bei Erkrankungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gregory Ganda, Gesundheitsbeauftragter von Kisumu County, bestätigt den Erfolg der Impfung: „In den letzten Jahren haben wir einen deutlichen Rückgang der Einweisungen aufgrund von Malaria beobachtet. Es ist ein tolles Gefühl, als Arzt darüber nachzudenken, eine Station wegen Mangels an Patient*innen zu schließen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vivienne hatte von der Möglichkeit einer Malaria-Impfung durch Rose Akinyi, ehrenamtliche Gesundheitshelferin der Gemeinde, erfahren. In Kenia fungieren freiwillige Helfer*innen im Gesundheitswesen als wichtiges Bindeglied zwischen Pflegekräften und dem Gesundheitssystem. Akinyi wies Vivienne auf verschiedene Impfungen hin, die in Kenia routinemäßig verabreicht werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viviennes jüngste Kinder Isaac und Moses haben mittlerweile vier bzw. drei Dosen des Impfstoffs erhalten. „Sie leiden viel weniger unter Malaria als meine anderen drei Kinder,“ erzählt Vivienne. „Isaac und Moses sind viel kräftiger. Und als sie einmal doch an Malaria erkrankten, verlief die Krankheit weitaus weniger schwerwiegend.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">28 afrikanische Länder planen Impfungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im benachbarten Homa Bay erhielt Margaret Atienos Tochter Stella kürzlich die dritte Dosis. „Der Impfstoff ist wichtig, weil er mein Kind schützt“, sagt Atieno. „Ich wünschte sogar, es gebe auch eine Möglichkeit für meine größeren Kinder, damit sie genauso geschützt wären wie Stella.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gordon Okomo, Gesundheitsdirektor von Homa Bay County, ist von der neuen Waffe gegen Malaria überzeugt: „Der Impfstoff war ein Wendepunkt und ein Durchbruch“, erklärt er. „Wir haben gesehen, dass die Sterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren zurückgegangen ist. Die Leute dachten nicht, dass wir einen Impfstoff gegen Malaria haben könnten, und jetzt sind alle begeistert.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pilotphase in Kenia umfasst 26 Bezirke. Kürzlich hat das Gesundheitsministerium die Verfügbarkeit des Impfstoffs verdoppelt. Auch außerhalb Kenias ist die Nachfrage nach dem Malaria-Impfstoff groß. Zumindest 28 afrikanische Länder planen, Unterstützung bei der globalen Impfallianz Gavi für die Bereitstellung des Impfstoffs zu beantragen. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">Der englischsprachige Originalbeitrag ist im Mai 2023 in unserem Partnermagazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/july-2022/12-000-births-zero-deaths-malawians-celebrate-hero-midwife-charity-salima" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen erschienen. afrika.info hat den Artikel um die Malaria-Fallzahlen ergänzt.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein erkranktes Kleinkind in einem Krankenhaus im Süden von Kenia. 77 Prozent der Malaria-Todesfälle betreffen Kinder unter fünf Jahren. (Foto: Martin Sturmer)</p>
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		<title>Hexenverfolgungen in Malawi nehmen zu</title>
		<link>https://afrika.info/hexenverfolgungen-in-malawi-nehmen-zu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Apr 2023 17:04:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Mpaka]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p> Im Dezember 2022 ging ein Videoclip viral, der zwei ältere Frauen zeigt, wie sie ein Grab mit Erde auffüllen. Die beiden Schwestern sind von einer aufgebrachten Menschenmenge umringt. Ein Mann schlägt eine der beiden Frauen, so dass sie ins offene Grab fällt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Charles Mpaka | 17. April 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blantyre (IPS/afr). Im Dezember 2022 ging ein <a href="https://www.facebook.com/watch/?v=6488951201120901" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Videoclip auf Facebook</a> viral, der zwei ältere Frauen zeigt, wie sie ein Grab in einem Dorf im Bezirk Mzimba mit Erde auffüllen. Die beiden Schwestern sind von einer aufgebrachten Menschenmenge umringt. Ein Mann tritt aus dem Mob hervor und schlägt eine der beiden Frauen, so dass sie ins offene Grab fällt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Name der Frau ist Christina Mphande (77). Was war ihr Verbrechen? Die Menschen im Dorf beschuldigten sie, eine junge Verwandte durch Hexerei getötet zu haben. Als Strafe musste sie die Tote beerdigen, dabei wurde sie von ihrer Schwester unterstützt. Mphande wurde in der Folge aus dem Dorf verbannt, ihre Habseligkeiten und ihr Vieh wurden beschlagnahmt.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mphande lebt in der Zwischenzeit in sicherer Entfernung zu ihrem Heimatdorf. Der Vorfall hat aber schwere psychische und physische Spuren hinterlassen: Sie wird immer noch von Alpträumen geplagt. Außerdem hat sie bei dem Angriff einige Zähne verloren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Anstieg bei der Ermordung älterer Frauen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schicksal von Christina Mphande ist längst kein Einzelfall. In Malawi kommt es immer öfter zu Übergriffen gegen ältere Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Christina Mphande kann sogar von Glück reden, dass sie den Angriff überlebt hat. Laut dem “Malawi Network of Older Persons Organizations” (MANEPO) wurden in den ersten beiden Monaten des heurigen Jahres bereits fünf ältere Frauen getötet. Im gesamten Jahr 2022 waren es 15 Todesfälle &#8211; 13 mehr als noch im Jahr zuvor. In den meisten Fällen war der Vorwurf der Hexerei das Motiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Landesdirektor von MANEPO, Andrew Kavala, verurteilt die Übergriffe entschieden: „Als Gesellschaft haben wir unsere älteren Menschen im Stich gelassen. Wir haben eine ungerechtfertigte Wut auf sie. Aus Frustration über eigene Missstände lassen wir unseren Zorn an unschuldigen Menschen aus. Das ist eine Tragödie.“ Viele Menschen in Malawi würden Hexerei und Magie für ihr persönliches Unglück verantwortlich machen, so Kavala.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Koloniales Gesetz unter Beschuss</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hexenjagd hat in Malawi eine lange Geschichte. Bereits die britische Kolonialregierung erließ 1911 ein Gesetz, das Übergriffen Einhalt gebieten sollte. Der “Witchcraft Act” schreibt fest, dass Hexerei nicht existiert. Behauptungen, die andere Menschen der Hexerei bezichtigen, sind demnach strafbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die koloniale Gesetzgebung könnte aber bald der Vergangenheit angehören: Die Regierung richtete eine Sonderkommission unter dem Vorsitz von Richter Robert Chinangwa ein, um die Zeitmäßigkeit des Gesetzes zu überprüfen. Die Kommission kam in ihrem Ende 2021 veröffentlichten Bericht zum Schluss, dass die Existenz von Hexerei nicht als zweifelhaft, sondern als schlüssig angesehen werden sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es gibt Hexerei oder zumindest einen Glauben an Hexerei unter Malawiern“, heißt es in dem Bericht. Und weiter: „Es ist nicht richtig zu behaupten, dass es in Malawi keine Hexerei gibt, nur weil deren Ausübung auf bloßem Glauben beruht.” Die Kommission sprach sich folglich für eine Reform des Gesetzes aus. U. a. sollen Menschen, die Hexerei ausüben, gerichtlich verfolgt werden können.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschenrechtsorganisationen reagierten entsetzt. Sie gaben eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie ausführten, dass Hexen oder Zauberer per Defintion Personen seien, die heimlich übernatürliche Kräfte für böse Zwecke einsetzen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor Gericht wäre aber ein solcher Beweis nicht zu erbringen, heißt es in der Erklärung: “Es ist eine gute Rechtspraxis, dass die Staatsanwaltschaft die Schuldfrage zweifelsfrei beweisen muss, damit es zu einer Verurteilung kommt. Hexerei beinhaltet jedoch den Einsatz übernatürlicher Kräfte. Deshalb wäre es sehr schwierig, entsprechende Anschuldigungen vor Gericht zu beweisen.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Polizei ist oft machtlos</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz gegenteiliger Empfehlungen der Sonderkommission ist der Witchcraft Act von 1911 nach wie vor in Kraft. Dennoch ist die malawische Polizei häufig machtlos bei der Ahndung von Straftaten. Polizeisprecher Peter Kalaya: “In einer Gesellschaft, in der eine Mehrheit an Hexerei glaubt, gibt es einen großen Widerstand gegen die Strafverfolgung.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation wird auch durch die Tatsache erschwert, dass sich die Übergriffe zumeist in ländlichen Gebieten &#8211; weit entfernt von der nächsten Polizeistation &#8211; ereignen. Laut Kalaya sei es daher schwer, schnell einzugreifen, die Opfer zu retten und die Täter festzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Wycliffe Masoo, Direktor für Behinderten- und Seniorenrechte bei der “Malawi Human Rights Commission” (MHRC), bleibt in der ganzen Debatte aber vor allem eine Frage offen: “Wenn es Hexerei tatsächlich gibt &#8211; warum wird sie dann offenbar nur von älteren Menschen praktiziert?”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit anderen Menschenrechtsorganisationen fordert Masoo rechtliche Rahmenbedingungen für ältere Menschen, um sie vor Übergriffen zu bewahren. Eine entsprechende Gesetzesvorlage hat es bislang aber nicht ins Parlament geschafft. Masoo drängt außerdem darauf, dass mehr in Aufklärung und Bildung investiert wird als bisher. „Nur das wird ältere Frauen schützen“, ist er überzeugt. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Christina Mphande ist vom Angriff auf ihre Person schwer gezeichnet. (Foto: Charles Mpaka/IPS)</p>
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		<title>12.000 Geburten: Eine Hebamme als Heldin</title>
		<link>https://afrika.info/12000-geburten-eine-hebamme-als-heldin-malawi/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Aug 2022 14:51:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Audrey Simango]]></category>
		<category><![CDATA[Charity Salima]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn die 63-jährige Charity Salima durch die Straßen von Lilongwe geht, rufen viele Mütter aufgeregt ihren Vornamen: “Charity! Charity!”. Die Frauen gehen mit ihren Babys auf die Hebamme zu und sagen: „Hier ist dein Enkelkind.“ </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Audrey Simango, Africa Renewal* | 10. August 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lilongwe (AR/afr). Wenn die 63-jährige Charity Salima durch die Straßen von Lilongwe geht, rufen viele Mütter aufgeregt ihren Vornamen: “Charity! Charity!”. Die Frauen gehen mit ihren Babys auf die Hebamme zu und sagen: „Hier ist dein Enkelkind.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Charity Salima ist solche offenen Zuneigungsbekundungen inzwischen gewohnt: Seit dem Jahr 2008 hat sie in der von ihr gegründeten Achikondi-Frauenklinik 12.000 Geburten begleitet &#8211; ohne dabei bislang einen einzigen Todesfall betrauert haben zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Achikondi-Frauenklinik befindet sich in der Area 23, einem ärmlichen Stadtteil im Südosten von Malawis Hauptstadt Lilongwe. Nach 26 Jahren im öffentlichen Gesundheitssektor in Malawi hat Salima 2008 die Entbindungsstation ins Leben gerufen. Der Name der Klinik ist Programm: Aus der malawischen Amtssprache Chichewa übersetzt heißt Achikondi auf Deutsch soviel wie Liebe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kostenfreie Entbindungsstation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Charity Salima ist selbst dreifache Mutter und hat drei Enkelkinder. Ihre Kraft für den herausfordernden Beruf schöpft sie aus der Freude, die sie bei den Geburten erlebt. „Wenn eine Frau in den Wehen zu uns kommt, bei uns entbindet und mit ihrem Wonneproppen nach Hause geht &#8211; dann macht mich das wirklich glücklich”, schildert Salima im Gespräch mit Africa Renewal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum sie die Klinik ausgerechnet in einem ärmlichen Stadtteil wie der Area 23 gegründet hat? “Es tat mir weh, wenn schwangere Frauen lange Wegstrecken zurücklegen mussten, um Geburtshilfe und Medikamente zu erhalten”, erklärt Salima. “Also dachte ich, dass diese Dienste näher zu den Menschen kommen müssten. Wie Sie wissen, können Wehen jederzeit einsetzen &#8211; nachts oder tagsüber.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Charity Salima ist es keine Seltenheit, dass Frauen auch spät in der Nacht an ihre Tür klopfen und um Hilfe bitten. Trotzdem sind die Leistungen der Achimondi-Frauenklinik kostenfrei. Die Patientinnen werden aber gebeten, eine freiwillige Spende zur Deckung der Strom- und Wasserrechnung zu leisten. Aus Geldmangel können die meisten Frauen dieser Bitte aber nicht nachkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Klinik am Laufen zu halten, ist Charity Salima auf Spenden angewiesen. Finanzielle Unterstützung kommt vor allem aus Schottland, etwa von der <a href="https://www.freedomfromfistula.org.uk/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Freedom from Fistula Foundation</a> in Perth und Student*innen des <a href="https://www.gwc.org.uk/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">George Watson’s College</a> in Edinburgh.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kampf gegen Kindersterblichkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kopfzerbrechen bereitet Charity Salima aber die hohe Kindersterblichkeit in Malawi. Laut UNICEF erleben 3,9 Prozent aller Kleinkinder ihren fünften Geburtstag nicht. Als Hauptursachen für die hohe Sterblichkeitsraten gelten Frühgeburten, Atemstillstand, fehlender Sauerstoffe, Traumata und bakterielle Infektionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Kinderleben könnten gerettet werden. Stanley Samusodza ist Experte für öffentliche Gesundheit und hat als Pfleger in vielen Ländern des südlichen Afrika gearbeitet. Für ihn ist die hohe Geburtensterblichkeit in Malawi auf einen “Cocktail von Faktoren” zurückzuführen, der u. a. aus der Unterfinanzierung öffentlicher Krankenhäuser, schwach ausgebildeten Hebammen und fehlenden bzw. zu späten Diagnosen bei Vorerkrankungen besteht. Im Gegenzug würden gut ausgestattete Privatkliniken bei Entbindungen hohe Gebühren veranschlagen, die sich die meisten Frauen einfach nicht leisten könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Charity Salima müssen gute Hebammen mehr können, als nur über ein Diplom zu verfügen. “Als Hebamme nutze ich meine Ohren zum Hören und meine Nase zum Riechen”, sagt sie. “Wenn eine Frau das Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht geboren hat, muss ich schnell den Grund dafür ermitteln können. Möglicherweise muss sie rasch in ein Krankenhaus. In der Arbeit als Hebamme gibt es kein Trial-and-Error.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Internationale Auszeichnungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Salima leistet auch viel Aufklärungsarbeit in traditionellen Gemeinschaften. So versucht sie Chiefs dafür zu sensibilisieren, dass Babys in Entbindungskliniken zur Welt gebracht werden und nicht zu Hause, wo in der Regel nur ungeschulte Geburtshelferinnen zur Verfügung stehen würden. Schwangeren Teenagern steht sie mit Rat und Tat zur Seite: “Ich sage jungen Mädchen, dass sie in jedem Fall mit der Schule weitermachen sollen.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für ihre bemerkenswerte Arbeit hat Salima viele Auszeichnungen erhalten. Im Jahr 2019 verlieh ihr die englische Königin Elizabeth II. den <a href="https://www.pointsoflight.gov.uk/malawis-florence-nightingale/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Commonwealth Point of Light</a>. Der Preis würdigt herausragende Persönlichkeiten, die in ihrer Gemeinde etwas zum Positiven verändern. 2020 wurde Salima vom malawischen Präsidenten Lazarus Chakwera für ihre Lebensleistung geehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit ihren 63 Jahren weiß Charity Salima aber, dass sie ihren Beruf als Hebamme nicht mehr ewig ausüben wird können. Es ist ihr deshalb ein großes Anliegen, ihre Nachfolge bald zu regeln. Deshalb kümmert sich derzeit um die Ausbildung junger Krankenschwestern &#8211; eine davon wird hoffentlich in ihre Fußstapfen treten. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Raphael Obonyo ist Politikanalyst und Journalist aus Kenia. Der englischsprachige Originalbeitrag ist im Juni 2023 in unserem Partnermagazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/july-2022/12-000-births-zero-deaths-malawians-celebrate-hero-midwife-charity-salima" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen erschienen.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> In Malawi ist die Kindersterblichkeit hoch &#8211; 3,9 Prozent der Kinder erleben ihren 5. Geburtstag nicht. (Foto: UNFPA/Africa Renewal)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/12000-geburten-eine-hebamme-als-heldin-malawi/">12.000 Geburten: Eine Hebamme als Heldin</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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		<item>
		<title>Corona in Afrika</title>
		<link>https://afrika.info/corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2021 14:19:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Algerien]]></category>
		<category><![CDATA[Angola]]></category>
		<category><![CDATA[Äquatorialguinea]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alle Daten zur Corona-Pandemie in Afrika - vom Auftreten des ersten Falls am 14. Februar 2020 in Ägypten bis zum Ende der Datenerfassung am 5. März 2023.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/corona/">Corona in Afrika</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#eae9e3"><strong>Datenerfassung beendet</strong><br><br>Nach über drei Jahren haben wir das Projekt am 5. März 2023 beendet. Hintergrund für die Entscheidung war, dass nach der Einstellung der Datenerfassung durch die <a href="https://coronavirus.jhu.edu/map.html">John Hopkins University</a> (per 10. März 2023) und <a href="https://africacdc.org/covid-19/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa CDC</a> (per 1. Jänner 2023) keine ausreichende Grundlage mehr gegeben war.<br></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://afrika.info/corona/chronik/">Chronik einer Ausbreitung: 14. Februar 2020 (erster Corona-Fall in Afrika) bis 5. März 2023</a></li>



<li><a href="https://afrika.info/corona/hintergrund/">Hintergrund zum Datenerfassungsprojekt von afrika.info</a></li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Stand: 5. März 2023</h2>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button has-custom-font-size is-style-fill" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-red-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>12.267.951</strong><br>(+5.319 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>257.774 Todesfälle</strong><br>(+16 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-green-cyan-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>11.893.778 genesene Personen</strong><br>(+11.288 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-cyan-blue-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>116.399 aktive Fälle</strong><br>(-5.985 zur Vorwoche)</a></div>
</div>



<div style="height:1px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="epidemiologische-kurve">Epidemiologische Kurve</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die epidemiologische Kurve zeigt den täglichen Zuwachs an positiv getesteten Personen. Der Übersichtlichkeit halber werden die wöchentlichen Durchschnittswerte dargestellt.</p>



<iframe title="Epidemiologische Kurve für Afrika (Wochenschnitt)" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-nFw1H" src="https://datawrapper.dwcdn.net/nFw1H/91/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="800" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
</script>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="7-tage-inzidenz-in-afrikanischen-staaten">7-Tage-Inzidenz in afrikanischen Staaten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 7-Tage-Inzidenz beträgt für den gesamten Kontinent derzeit <strong>0,37</strong> (+0,14 zur Vorwoche). Am höchsten ist die 7-Tage-Inzidenz in Südafrika (5,73). Dahinter folgen Eswatini (5,71), Mauritius (2,73), Botswana (2,62) und Sambia (1,54). 19 afrikanische Staaten haben in der letzten Woche ihre Infektionszahlen nicht aktualisiert.</p>



<iframe title="Karte: Das Coronavirus in Afrika" aria-label="Karte" id="datawrapper-chart-y4fZm" src="https://datawrapper.dwcdn.net/y4fZm/421/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="538" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();
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<hr class="wp-block-separator has-css-opacity is-style-default"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="entwicklung-der-aktiven-corona-infektionen">Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen</h2>



<iframe title="Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen in Afrika" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-GZgId" src="https://datawrapper.dwcdn.net/GZgId/432/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="600" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="die-wichtigsten-zahlen-im-zeitlichen-verlauf">Die wichtigsten Zahlen im zeitlichen Verlauf</h2>



<iframe title="Tabelle: Coronavirus in Afrika" aria-label="Tabelle" id="datawrapper-chart-0hxhf" src="https://datawrapper.dwcdn.net/0hxhf/405/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="1634" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Frauen vermieten Motorradtaxis</title>
		<link>https://afrika.info/frauen-vermieten-motorradtaxis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Mar 2021 07:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Deogracias Kalima]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Ray Mwareya]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p> Auf den Straßen von Lunzu im Süden von Malawi ist der Lärm der Motorradtaxis allgegenwärtig. Die Flitzer, die überwiegend aus China stammen, werden ausschließlich von Männern gelenkt. Doch das eigentliche Geschäft machen Frauen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/frauen-vermieten-motorradtaxis/">Frauen vermieten Motorradtaxis</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Ray Mwareya and Deogracias Kalima, Africa Renewal*&nbsp;| 10. März 2021</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lunzu (AR/afr). Auf den Straßen von Lunzu im Süden von Malawi ist der Lärm der Motorradtaxis allgegenwärtig. Die Flitzer, die überwiegend aus China stammen, werden ausschließlich von Männern gelenkt. Doch das eigentliche Geschäft machen Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Fahren von Motorradtaxis ist in Malawi reine Männersache. Frauen aus der 17.000-Einwohner-Stadt Lunzu ziehen allerdings die Fäden im Transportgeschäft auf den motorisierten Zweirädern: Sie kaufen die Motorräder an und vermieten sie dann an männliche Fahrer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vermietung ist ein gutes Geschäft. &#8222;Der Deal ist, dass wir 65 Prozent der Tageseinnahmen behalten &#8211; der Rest bleibt dem Fahrer&#8220;, sagt Sarah Showe. Sie ist eine 40 Unternehmerinnen, die sich im &#8222;Lunzu Women’s Motorcycle Club&#8220; organisiert haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="motorrad-clubs-in-frauenhand">Motorrad-Clubs in Frauenhand</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Frauen in Malawi selbst keine Motorradtaxis lenken &#8211; das hat mit traditionellen Rollenbildern und mit geschlechtsspezifischer Gewalt zu tun. Laut einer&nbsp;<a href="https://bmcpublichealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12889-018-6220-0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie</a>&nbsp;wird ein Drittel aller malawischen Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren Opfer von sexuellem Missbrauch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;In gesellschaftlicher Hinsicht ist es zutiefst verpönt, dass Frauen Motorradtaxis lenken und an Taxiständen mit Männern um Passagiere buhlen&#8220;, sagt Sarah Showe. Und erzählt, wie es ihrer Freundin Lomu Thomsonu ergangen ist. Die Lehrerin wollte sich sich über die Normen hinwegzusetzen und Motorräder auch an Frauen vermieten. &#8222;Die Lenkerinnen wurde von Kunden beleidigt&#8220;, erzählt Showe, &#8222;und in der Nacht weigerten sich männliche Fahrgäste, für den Transport zu zahlen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">2017 hatten dann einige Frauen die Idee, den &#8222;Lunzu Women’s Motorcycle Fund Club&#8220; ins Leben zu rufen. Das Geschäftsmodell findet bereits einige Nachahmerinnen, wie Carter Mavhiza bestätigt: &#8222;In der Nachbarstadt Blantyre mit ihren 800.000 Einwohnern gibt es mittlerweile zehn solcher Clubs mit jeweils 40 Mitgliedern.&#8220; Mavhiza ist Buchhalter und unterstützt Frauenclubs dabei, faire Preise beim Ankauf der Motorräder zu erzielen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="willkommener-zusatzverdienst">Willkommener Zusatzverdienst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Lunzu sind täglich hunderte Motorradtaxis unterwegs. Sie befördern alles, was am Sozius Platz hat: von Bankangestellten im Anzug über Schulkinder bis hin zu Möbeln und Zementsäcken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geschäft läuft auch deshalb gut, weil der städtische Verkehr von Lunzu schlecht entwickelt ist. &#8222;Die Frauen füllen eine kritische Lücke&#8220;, sagt Mavhiza. &#8222;Hier in Lunzu haben wir kein richtiges Bussystem, auch digitale Taxi-Plattformen wie etwa Uber fehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die meisten Unternehmerinnen bringt die Vermietung von Motorradtaxis für ein lukratives Zusatzeinkommen, das sich obendrein gut mit anderen Aktivitäten verbinden lässt. So kann sich die Bäuerin Chifundo Magombo tagsüber um ihre Landwirtschaft und ihre Kinder kümmern. Das Geschäft mit den Motorrädern läuft parallel &#8211; die meisten Männer bringen die Bikes erst am Abend zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lehrerin Lomu Thomsonu sieht in der neuen Einkommensquelle vor allem eine Altersvorsorge. &#8222;Ich werde eine Rente in Höhe von 7.000 Euro erhalten &#8211; das reicht nicht einmal für zwei Jahre&#8220;, meint Thomsuno. &#8222;Daher halte ich es für einen klugen Schachzug, jetzt in Motorräder zu investieren.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="offentliche-unterstutzung">Öffentliche Unterstützung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Kommunalverwaltungen in Malawi unterstützen die Frauenclubs in ihrem Geschäft. So organisiert etwa die Bezirksverwaltung von Mchinji Darlehen zwischen 250 und 779 US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir beraten die Frauen und verfassen Referenzschreiben, damit sie zinsgünstige Kredite von privaten Finanziers erhalten können&#8220;, sagt Mwaimuna Mwanyali, Stadträtin der gleichnamigen Bezirkshauptstadt Mchinji. &#8222;Auf diese Weise fördern wir die Gleichstellung der Geschlechter in der Motorradtaxi-Branche. Die Einkommen von Frauen werden gestärkt, außerdem sind Frauen bei der Rückzahlung von Krediten zuverlässiger.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In so mancher Stadt hat die Gründung der Motorrad-Clubs dazu geführt, dass mittlerweile mehr Frauen als Männer Gewerkschaften angehören. &#8222;Während Männer die Gewerkschaften weitgehend meiden, haben wir in unserer Stadt bereits 200 Frauen, die gewerkschaftlich engagiert sind&#8220;, erzählt Stacy Harawa, Präsidentin der &#8222;Mzuzu Motorcycle Union&#8220; in der Stadt Mzuzu im nördlichen Malawi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine Monatsgebühr in Höhe von zehn US-Dollar erhalten Mitglieder eine Unfallversicherung. &#8222;Wir beantragen außerdem bei der Steuerbehörde eine Reduktion der Lizenzgebühren, wenn die Unternehmerinnen einer registrierten Gewerkschaft angehören&#8220;, so Harawa weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Sarah Stowe hat sich das Leben entscheidend verbessert, seitdem sie in das Geschäft mit dem Motorradtaxis eingestiegen ist. &#8222;Es fühlt sich super an, Männer zu beschäftigen&#8220;, lacht sie. &#8222;Ich schaffe jetzt Arbeitsplätze und haben sogar meinen Neffen als Fahrer engagiert. Das Blatt hat sich gewendet.&#8220; (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Ray Mwareya und Deogracias Kalima sind Mitarbeiter unseres Partnermagazins&nbsp;<a href="https://www.un.org/africarenewal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a>&nbsp;der Vereinten Nationen.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Motorradtaxis in Lunzu warten auf Fahrgäste &#8211; viele der Motorräder sind im Besitz von Frauen. (Foto: Ray Mwareya und Deogracias Kalima/AR)&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Fischereiverbot soll Buntbarsche retten</title>
		<link>https://afrika.info/fischereiverbot-soll-buntbarsche-retten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jan 2019 12:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Fischerei]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Mabvuto Banda]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Malawisee, der drittgrößte See Afrikas, ist für viele Fischerfamilien die wirtschaftliche Lebensader. Die Überfischung gefährdet nun die Existenz der kleinen Betriebe. Die Regierung hat Rettungsmaßnahmen ergriffen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Mabvuto Banda | 8. Januar 2019</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mangochi (IPS/afr). Der Malawisee, der drittgrößte See Afrikas, ist für viele Fischerfamilien die wirtschaftliche Lebensader. Die Überfischung gefährdet nun die Existenz der kleinen Betriebe. Die Regierung hat Rettungsmaßnahmen ergriffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Malawisee beherbergt die größte Anzahl an endemischen Fischarten der Welt: 90 Prozent der fast 1.000 Arten im See sind nur hier zu finden. Der überwiegende Teil sind Buntbarsche, von denen dem Chambo eine besonders hohe Bedeutung zukommt: Der Speisefisch ist ein wichtiger Proteinlieferant und eine Ernährungsgrundlage für die Bevölkerung am See.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings sind die Bestände im Malawisee in Folge von Überfischung im Laufe der Jahre dramatisch geschrumpft. Betroffen sind vor allem Frauen, die vom Fischhandel leben. Ein Beispiel dafür ist Judith Kananji aus dem Lakeshore-Viertel in Mangochi, einer Stadt am südlichen Zipfel des Sees. Kananji erzählt, dass sie den Handel mit Fischen aufgegeben habe, weil er immer weniger lukrativ geworden sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Problem ist, dass nur noch kleine Fische erhältlich sind, die obendrein viel zu teuer sind&#8220;, sagt Kananji. Früher konnte sie mit größeren Fischen gute Gewinne erzielen. Ihr Kapitaleinsatz hat sich in den letzten acht Jahren aber vervielfacht: Im Jahr 2010 bezahlte sie für den Ankauf von Fischen 137 US-Dollar. Heute muss sie für die gleiche Gewichtsmenge 1.095 Dollar aufbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die &#8222;Southern African Development Community&#8220; (SADC) bestätigt den Rückgang der Fischmenge. Laut ihrem&nbsp;<a href="https://www.sadc.int/files/7614/8724/5617/SADC_Fisheries_Fact_Sheet_Vol.1_No._3__Focus_on_Malawi.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht</a>&nbsp;haben Fischer vor wenigen Jahren täglich bis zu 5.000 Fische gefangen. Heute beträgt die Ausbeute manchmal sogar weniger als 300 Fische.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kananji vermutet, dass der Rückgang an Speisefischen vor allem auf die wachsende Anzahl von gewerblichen Kuttern zurückzuführen sei. Für die Experten der SADC liegt ein Grund aber auch am fallenden Wasserspiegel des Sees, der durch Bevölkerungswachstum, Klimawandel und Abholzung verursacht wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="handlerinnen-und-kinder-leiden">Händlerinnen und Kinder leiden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Leider sind vor allem wir Frauen betroffen&#8220;, erzählt Kananji. &#8222;Wir werden aus dem Geschäft gedrängt, weil die Fischer bei kleinen Fangmengen die Preise erhöhen, um ihre Betriebskosten zu decken. Das wirkt sich zu unserem Nachteil aus, da die Fischpreise auf dem Markt relativ niedrig sind.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Judith Kananji hat auch Chrissy Mbatata von der Dorfbank ein Darlehen erhalten, um ihren Fischhandel aufzubauen. Derzeit hat Mbatata allerdings Schwierigkeiten, die laufenden Kreditraten zu tilgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Am Anfang war es einfach für mich, den Kredit zu bedienen und meine Familie zu unterstützen&#8220;, sagt Mbatata. &#8222;Ich habe gutes Geld verdient. Nun ist es sogar schwer, kostendeckend zu arbeiten. Ich weiß nicht, woher ich das Geld für die Rückzahlung des Darlehens aufbringen soll.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die schwindende Fischmenge betrifft aber nicht nur die Familienbetriebe. Die Ernährungssicherheit von rund 1,5 Millionen Menschen hängt von den Fischen im Malawi-See ab. Laut Angaben der UNICEF ist es vor allem um die Ernährungssituation der Kinder schlecht bestellt: 46 Prozent sind im Wachstum zurückgeblieben, 21 Prozent sind untergewichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Der Chambo war für uns die billigste Eiweißquelle&#8220;, sagt die vierfache Witwe Angela Malajira, &#8222;jetzt ist er ein Luxus, den wir uns nur noch am Monatsende leisten können. Ein einzelner Fisch kostet 2,4 US-Dollar.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fischereiverbot-greift">Fischereiverbot greift</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung hat gemeinsam mit Fischereiverbänden Maßnahmen ergriffen. Im November und Dezember ist die Fischerei auf dem Malawisee untersagt, damit sich der Fischbestand erholen kann. Die Anrainergemeinden gehen sogar weiter und haben das Fischereiverbot auf fünf Monate bis Ende März ausgedehnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verbot wird von den Fischereiverbänden mit Verständnis aufgenommen, wie Malufu Shaibu, stellvertretender Dorfvorsitzender von Makanjira Beach, bestätigt. Die Bewertung des fünfmonatigen Fischereiverbots habe gezeigt, dass das Fischvolumen in dieser Zeit deutlich zunahm. Shaibu tritt dafür ein, dass das Fischereiverbot auf sechs Monate verlängert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wie Judith Kananji beklagt auch Shaibu, dass sich kommerzielle Fischereibetriebe nicht immer an das Verbot halten. Verstöße werden allerdings mit einer Geldstrafe von 1.095 US-Dollar oder 60 Monaten Gefängnis mit harter Arbeit geahndet. Den Fischereiinspektoren am Malawisee sind bereits mehrere Schwarzfischer ins Netz gegangen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Die Fischhändlerin Judith Twaili vor leeren Trockengestellen (Foto: Mabvuto Banda/IPS)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hülsenfrüchte für mehr Ernährungssicherheit</title>
		<link>https://afrika.info/huelsenfruechte-fuer-mehr-ernaehrungssicherheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2016 16:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Busani Bafana]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Elizabeth Mpofu ist eine wahre Kämpferin. Unermüdlich setzt sich die Mutter von drei Kindern für die Verbesserung der Ernährungssicherheit in ihrem Land ein. Gleichzeitig geht sie gegen landwirtschaftliche Praktiken vor, welche die Umwelt zerstören und die Armut von Landwirten weiter verschärfen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 27. Oktober 2016</p>



<p class="wp-block-paragraph">Masvingo (IPS/afr). Elizabeth Mpofu ist eine wahre Kämpferin. Unermüdlich setzt sich die Mutter von drei Kindern für die Verbesserung der Ernährungssicherheit in ihrem Land ein. Gleichzeitig geht sie gegen landwirtschaftliche Praktiken vor, welche die Umwelt zerstören und die Armut von Landwirten weiter verschärfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mpofu betreibt eine zehn Hektar große Ökofarm in der Provinz Masvingo, etwa 290 km südöstlich der simbabwischen Hauptstadt Harare. Neben Mais baut sie vor allem Hülsenfrüchte an. Trotz der langen Dürreperiode konnte sie gute Erträge erzielen: In der letzten Saison hat sie 150 kg Trockenbohnen geerntet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hülsenfrüchte wie Trockenbohnen und Trockenerbsen sind für Bäuerinnen wie Elisabeth Mpofu ein wichtiges Nahrungsmittel, um die Ernährung ihrer Familien sicherzustellen: Sie sind reich an Eiweiß, weisen eine hohe Resistenz gegen Trockenheit auf und schaffen für Bauern eine zusätzliche Einnahmequelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade in Afrika gelten Hülsenfrüchte als perfektes Nahrungsmittel. Laut dem&nbsp;<a href="http://www.wfp.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen</a>&nbsp;(WFP) leidet ein Viertel der Bevölkerung des Kontinents an Unterernährung, jedes dritte Kind hat eine Wachstumsstörung. Um die ernährungsphysiologischen Vorzüge der Hülsenfrüchte in ein breites Bewusstsein zu rücken, haben die Vereinten Nationen 2016 zum&nbsp;<a href="http://www.fao.org/pulses-2016/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte</a>&nbsp;erklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Hülsenfrüchte sind der Schlüssel für Ernährungssicherheit in Afrika, vor allem unter Berücksichtigung der Klimakrise&#8220;, sagt Elizabeth Mpofu. Bei ihr kommen daher Bohnen und Erbsen häufig auf den Tisch. &#8222;Hülsenfrüchte bieten meiner Familie hohe Nahrungsvielfalt. Außerdem sind sie bei der Verbesserung der Bodenqualität von Vorteil.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Elizabeth Mpofu ist viel beschäftigt. Neben ihrer Tätigkeit als Landwirtin ist sie Generalkoordinatorin der internationalen Bauernbewegung&nbsp;<a href="https://viacampesina.org/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">La Via Campesina</a>, die weltweit mehr als 200 Millionen Mitglieder zählt. Darüber hinaus ist sie eine von sechs Sonderbotschaftern der&nbsp;<a href="http://www.fao.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen</a>&nbsp;(FAO) für Afrika. In dieser Funktion soll sie das Bewusstsein schaffen, welche Rolle Hülsenfrüchten für die Ernährungssicherheit, die menschliche Gesundheit, ertragreiche Böden und den Kampf gegen den Klimawandel spielen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mpofu bricht eine Lanze für einheimisches Anbausorten, die nachweislich seit Generationen für sichere Ernten sorgt. Viele Bauern hätten aber wenig Wissen über den traditionellen Anbau und würden stattdessen auf kommerzielle Hybridsamen setzen. Schwere Ernteausfälle wären die Folgen dieser falschen Entscheidung, so Mpofu.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="erfolg-mit-straucherbsen-in-malawi">Erfolg mit Straucherbsen in Malawi</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schauplatzwechsel ins Nachbarland Malawi. Der Ertrag aus dem Maisanbau hat sich für die Bäuerin Janet Mingo in den letzten Jahren aufgrund des Klimawandels deutlich verschlechtert. Gute Ernten erzielt sie aber mit Straucherbsen, die sie auf ihrem 2.500 Quadratmeter großen Grundstück im Dorf Chikalogwe kultiviert. Chikalogwe liegt im südlichen Bezirk Balaka, der zu den trockensten Gegenden des Landes zählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pro Saison erntet Mingo 1.500 Kilo der nahrhaften Hülsenfrüchte. Mit dem Verkauf ihrer Straucherbsen verdient sie genügend Geld, um andere Nahrungsmittel zu kaufen und den Haushaltsbedarf zu decken. &#8222;Das Leben ist zwar hart&#8220;, sagt sie, &#8222;aber ich verspüre keine Druck.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Landwirtschaftsexperte Mphatso Gama, der im Auftrag der Regierung im südlichen Malawi arbeitet, empfiehlt schon länger eine Mischkultur aus Mais und Straucherbse. &#8222;Der klimaresistente Straucherbse ist lebensrettend&#8220;, ist Mphatso überzeugt. &#8222;Hülsenfrüchte binden den Stickstoff aus der Luft und steigern so die Bodenerträge. Vor allem die Straucherbse ist für die malawischen Landwirte eine tragfähige Einnahmequelle: Sie ist ein guter Proteinlieferant für Familien, und es gibt einen Markt für sie.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gavin Gibson ist ehemaliger Geschäftsführer der&nbsp;<a href="http://www.cicilsiptic.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Global Pulse Confederation</a>&nbsp;mit Sitz in Dubai. Er betont, dass Hülsenfrüchte immer schon eine wichtige Rolle für die Ernährung der ärmsten Bevölkerungsschichten gespielt haben. Gibson sagt, dass jährlich zwischen 60 und 65 Millionen Tonnen an Hülsenfrüchten produziert werden, allerdings nur etwa sieben bis zehn Millionen Tonnen in den internationalen Handel gelangen. Der überwiegende Teil würde in den Produktionsländern selbst verbraucht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die traditionell größte Anbaunation von Hülsenfrüchten ist Indien, in Afrika besteht noch Nachholbedarf. &#8222;Wir denken aber, dass sich das aus einer ganzen Reihe von Gründen ziemlich rasch ändern kann&#8220;, erklärt Gibson. &#8222;Nicht zuletzt deshalb, weil sich der Anbau in Nordeuropa und in Afrika rapide entwickelt.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="augenbohnen-in-allen-variationen">Augenbohnen in allen Variationen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Nigeria arbeitet das&nbsp;<a href="http://www.iita.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internationale Institut für tropische Landwirtschaft</a>&nbsp;(IITA) an neuen Varianten der Augenbohne, die auch unter dem Namen Kuhbohne bekannt ist. 80 Prozent der bereits am nigerianischen Markt erhältlichen Augenbohnen-Sorten stammen aus dem IITA-Zuchtprogramm. Die Hülsenfrucht gilt als günstiger Eiweißlieferant im Vergleich zu teurem Fleisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es gibt keinen Zweifel, dass Hülsenfrüchte für die Ernährungssicherheit in Afrika sehr wichtig sind&#8220;, meint Christian Fatokun, der für die IITA Kuhbohnen züchtet. &#8222;Abgesehen davon, dass sie eine gute Quelle an pflanzlichem Protein darstellen, sorgen sie für ausreichend Stickstoff in den Böden, von dem wiederum andere Kulturen profitieren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Experten steht die hohe Bedeutung von Hülsenfrüchten außer Frage. Anders verhält es sich offenbar bei den verantwortlichen Entscheidungsträgern. Charles Govati, Vorstand des &#8218;Agriculture Supply Services Consortium&#8216; in Malawi, kritisiert den politischen Stillstand scharf:</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Hülsenfrüchte sind das perfekte Lebensmittel für Afrika, aber ihre Produktion wird von mangelhafter Politik behindert. Es gibt zwar viele Lippenbekenntnisse, aber geringe Produktion, schlechte Böden, Schädlinge und Krankheiten bleiben Herausforderungen. Bauern legen in erster Linie Wert auf Einkommen, in zweiter Linie kommen erst Lebensmittel und Ernährung. Wenn wir wirklich Hülsenfrüchte zur Ernährungssicherheit einsetzen wollen, brauchen wir strukturierte Märkte, um die Produktion anzukurbeln.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Hülsenfrüchte stärken die Ernährungssicherheit und schaffen neue Einkommensquellen für Bäuerinnen. (Foto: Busani Bafana/IPS)</p>
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