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	<title>Malawi Archive | afrika.info</title>
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	<description>Changing Perceptions</description>
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	<title>Malawi Archive | afrika.info</title>
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		<title>Fruchtfliegen vernichten halbe Mangoernte</title>
		<link>https://afrika.info/fruchtfliegen-vernichten-halbe-mangoernte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Sep 2023 12:28:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Malawi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor wenigen Jahren konnte die simbabwische Landwirtin Eufria Nyadome mit dem Verkauf eines 20-Liter-Eimers frischer Mangos noch 60 US-Dollars verdienen. Heute erhält sie für dieselbe Menge nur mehr ein Drittel. Der Grund dafür sind invasive Fruchtfliegen, die in den Mangos brüten.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 5. September 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo (IPS/afr). Vor wenigen Jahren konnte die simbabwische Landwirtin Eufria Nyadome mit dem Verkauf eines 20-Liter-Eimers frischer Mangos noch 60 US-Dollars verdienen. Heute erhält sie für dieselbe Menge nur mehr ein Drittel. Der Grund dafür sind invasive Fruchtfliegen, die in den Mangos brüten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mangofarm von Eufria Nyadome liegt im Dorf Mhondiwa im Bezirk Murehwa &#8211; knapp 90 Kilometer östlich der Hauptstadt Harare. Und obwohl ihre Farm einen guten Ertrag liefert, muss die Bäuerin die Früchte ihrer Arbeit kübelweise wegwerfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem ist die Orientalische Fruchtfliege (Bactrocera dorsalis), die sich in den letzten drei Jahrzehnten stark in afrikanischen Ländern ausgebreitet hat. Die invasive Art aus Südostasien bedroht mittlerweile die Existenz vieler Bauernfamilien.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Orientalische Fruchtfliege legt ihre Eier bevorzugt auf Mangos, Papayas und Avocados ab. Durch den Fraß der Larven wird das Fruchtfleisch ungenießbar. Allein in Simbabwe fällt die Hälfte der jährlichen Mangoernte in Höhe von 400.000 dem invasiven Schädling zum Opfer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kampf gegen Fruchtfliegen-Plage</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unterstützung im Kampf gegen die Fruchtfliege kommt aus  Kenia. Nyadome und 1.200 weitere Bauern und Bäuerinnen aus dem Bezirk Murehwa konnten an einem Programm des “International Centre of Insect Physiology and Ecology” (ICIPE) mit Sitz in Nairobi teilnehmen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem <a href="http://www.icipe.org/research/plant-health/fruit-fly-ipm/projects/alien-invasive-fruit-flies-southern-africa" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alien Invasive Fruit Fly Project</a> hat das Forschungsinstitut ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Orientalischen Fruchtfliege in Ost- und Südafrika entwickelt, das gemeinsam mit Partnern in Malawi, Mosambik, Sambia und Simbabwe ausgerollt wurde.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine dieser Maßnahmen zielt auf die Abtötung von männlichen Insekten, die durch Köder in Insektizid-Fallen gelockt werden. Die beteiligten Farmer*innen erhalten spezielle Schulungen und eine Grundausstattung mit Ködern, Fallen und Biopestiziden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">“Wir haben gesehen, dass bei konsequenter Anwendung des Pakets die Schäden durch die Fruchtfliege erheblich reduziert und 70 Prozent der Mangoernte gerettet werden können”, sagt der zuständige Projektmanager Shepard Ndlela.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Invasive Arten: Bedrohung für Mensch und Umwelt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Orientalische Fruchtfliege in Simbabwe ist ein Beispiel dafür, wie die Ausbreitung von gebietsfremden Arten oder Neobiota zu einem ernsten Problem werden. In einem am 4. September 2023 veröffentlichten <a href="https://www.ipbes.net/IASmediarelease" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht </a>hat der Weltbiodiversitätsrat (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES) 37.000 Neobiota gelistet, von denen 3.500 negative Auswirkungen auf die Natur und den Menschen haben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Invasive gebietsfremde Arten stellen eine große Bedrohung für die biologische Vielfalt dar und können irreversible Schäden in der Natur verursachen &#8211; einschließlich lokaler und globaler Artensterben &#8211; und auch das menschliche Wohlergehen gefährden“, sagt die britische Ökologin Helen Roy. Gemeinsam mit dem chilenischen Forstwissenschaftler Aníbal Pauchard und dem kanadischen Sozialwissenschaftler Peter Stoett hat sie die Erstellung des Berichts koordiniert, an der 86 Expert*innen aus 49 Ländern beteiligt waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Arten wie die Strandkrabbe, das Wandelröschen, der Nilbarsch, die Wasserhyazinthe oder der Herbst-Heerwurm sind in neue Lebensräume vorgedrungen und bedrohen dort die bestehenden Ökoysteme. Die globalen wirtschaftlichen Folgekosten der biologischen Invasion lagen im Jahr 2019 bei mehr als 423 Mrd. US-Dollar. Seit 1970 hat sich diese Zahl pro Dekade zumindest vervierfacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Problem von Regierungen unterschätzt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Grund für die Ausbreitung von Neobiota gelten wirtschaftliche und demografische Veränderungen, die zu einer ständigen Steigerung der Nutzung von Land- und Meeresflächen führen. Der Klimawandel verschärft die Situation, weil durch die sich ändernden Wetterbedingungen neue Habitate entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pro Jahr werden derzeit rund 200 invasive gebietsfremde Arten erfasst. “Wenn nichts unternommen wird, wird diese Zahlen dramatisch ansteigen und sich auf die Ernährungssicherheit und die menschliche Gesundheit auswirken”, meint der südafrikanische Wissenschaftler Sebataolo Rahlao, der am Bericht als Autor mitgewirkt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Regierungen unterschätzen aber offenbar das Problem. Weltweit verfügen nur 17 Prozent aller Staaten über Gesetze oder Vorschriften, die sich mit invasiven gebietsfremden Arten befassen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Die gute Nachricht ist aber, dass es für fast jeden Kontext und jede Situation Instrumente, Optionen und Maßnahmen gibt, die wirklich funktionieren“, erklärt&nbsp; Aníbal Pauchard. Als beste und kostengünstigste Option nennt er die Prävention, dahinter erst folgen Maßnahmen zur Ausrottung, Eindämmung und Kontrolle von Neobiota.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mangobäuerin Eufria Nyadome ist jedenfalls glücklich darüber, dass die Bekämpfung der Fruchtfliegen-Invasion in ihrem Heimatbezirk funktioniert: “Ich habe sehr viel gelernt über die Fruchtfliegen, die unsere Mangos attackieren. Und ich weiß nun, was ich tun kann, um die Vernichtung unserer Früchte zu vermeiden.” (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Eine Orientalische Fruchtfliege (Bactrocera dorsalis) legt ihre Eier auf die Schale einer Papaya. (Foto: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bactrocera_dorsalis.jpg?uselang=en#Licensing" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gemeinfrei, Agricultural Research Service, Scott Bauer</a>)</p>
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		<title>Impfstoff bringt Wende im Kampf gegen Malaria</title>
		<link>https://afrika.info/impfstoff-bringt-wende-im-kampf-gegen-malaria/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 May 2023 13:53:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kenai]]></category>
		<category><![CDATA[Malaria]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Viktoriasee in Ostafrika ist der zweitgrößte Süßwassersee und der größte tropische See der Welt. Das beeindruckende Ökosystem beherbergt eine atemberaubende Vielfalt an Vogel-, Wasser- und Tierarten. Der See ist aber auch ein idealer Nährboden für Mücken, die Malaria übertragen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">23. Mai 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kisumu (AR/WHO/afr). Der Viktoriasee in Ostafrika ist der zweitgrößte Süßwassersee und der größte tropische See der Welt. Das beeindruckende Ökosystem beherbergt eine atemberaubende Vielfalt an Vogel-, Wasser- und Tierarten. Der See ist aber auch ein idealer Nährboden für Mücken, die Malaria übertragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Malaria-Expert*innen bezeichnen die Gebiete rund um das Seeufer als „See-Endemiegebiet“ Kenias. Die meisten Menschen dort haben mit Malaria-Infektionen zu kämpfen, viele haben schreckliche Verluste erlitten. Im Jahr 2021 gab es weltweit 247 Millionen Malaria-Erkrankungen, die zu 619.000 Todesfällen führten. 77 Prozent der Verstorbenen waren Kinder unter fünf Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Als ich aufwuchs, hatte ich mehrere Malaria-Anfälle und ich habe Kinder mit bleibenden Behinderungen leiden sehen“, erzählt Vivienne, Mutter von fünf Kindern aus Chemelil Market, einem ländlichen Dorf außerhalb der Stadt Kisumu. „Meine drei ältesten Kinder kämpfen häufig mit Malaria. Wenn sie krank werden, verlieren sie den Appetit, haben Fieber, Durchfall und Erbrechen und werden sehr schwach.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pilotphase in Kenia, Ghana und Malawi</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die leidvolle Erfahrung mit Malaria war der Grund, warum Vivienne nicht lange überlegen musste, als sie vom weltweit ersten Malaria-Impfstoffs RTS,S/AS01 (oder RTS,S) hörte. Im Jahr 2019 wurde der Impfstoff im Rahmen einer Pilotphase des von der WHO koordinierten „Malaria Vaccine Implementation Program“ (MVIP) in Teilen Kenias sowie in Ghana und Malawi eingeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestartet wurden die Pilotprojekte, um den Nutzen des Impfstoffs für die öffentliche Gesundheit zu bewerten und Rückschlüsse auf die Akzeptanz zu erhalten. Fast vier Jahre später wurde der Malaria-Impfstoff in den drei Ländern an 1,4 Millionen Kindern verabreicht. In Kenia haben 400.000 Kinder zumindest eine Dosis der vierteiligen Impfung erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Gebieten, in denen RTS,S eingesetzt wird, gibt es laut <a href="https://www.who.int/news/item/06-10-2021-who-recommends-groundbreaking-malaria-vaccine-for-children-at-risk" target="_blank" rel="noreferrer noopener">WHO einen 30-prozentigen Rückgang bei schweren Malariafällen</a>. Das gilt selbst für Gegenden, in denen mit Insektiziden behandelte Netze weit verbreitet sind und ein guter Zugang zu Diagnose und Behandlung besteht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Deutlicher Rückgang bei Erkrankungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gregory Ganda, Gesundheitsbeauftragter von Kisumu County, bestätigt den Erfolg der Impfung: „In den letzten Jahren haben wir einen deutlichen Rückgang der Einweisungen aufgrund von Malaria beobachtet. Es ist ein tolles Gefühl, als Arzt darüber nachzudenken, eine Station wegen Mangels an Patient*innen zu schließen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vivienne hatte von der Möglichkeit einer Malaria-Impfung durch Rose Akinyi, ehrenamtliche Gesundheitshelferin der Gemeinde, erfahren. In Kenia fungieren freiwillige Helfer*innen im Gesundheitswesen als wichtiges Bindeglied zwischen Pflegekräften und dem Gesundheitssystem. Akinyi wies Vivienne auf verschiedene Impfungen hin, die in Kenia routinemäßig verabreicht werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viviennes jüngste Kinder Isaac und Moses haben mittlerweile vier bzw. drei Dosen des Impfstoffs erhalten. „Sie leiden viel weniger unter Malaria als meine anderen drei Kinder,“ erzählt Vivienne. „Isaac und Moses sind viel kräftiger. Und als sie einmal doch an Malaria erkrankten, verlief die Krankheit weitaus weniger schwerwiegend.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">28 afrikanische Länder planen Impfungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im benachbarten Homa Bay erhielt Margaret Atienos Tochter Stella kürzlich die dritte Dosis. „Der Impfstoff ist wichtig, weil er mein Kind schützt“, sagt Atieno. „Ich wünschte sogar, es gebe auch eine Möglichkeit für meine größeren Kinder, damit sie genauso geschützt wären wie Stella.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gordon Okomo, Gesundheitsdirektor von Homa Bay County, ist von der neuen Waffe gegen Malaria überzeugt: „Der Impfstoff war ein Wendepunkt und ein Durchbruch“, erklärt er. „Wir haben gesehen, dass die Sterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren zurückgegangen ist. Die Leute dachten nicht, dass wir einen Impfstoff gegen Malaria haben könnten, und jetzt sind alle begeistert.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pilotphase in Kenia umfasst 26 Bezirke. Kürzlich hat das Gesundheitsministerium die Verfügbarkeit des Impfstoffs verdoppelt. Auch außerhalb Kenias ist die Nachfrage nach dem Malaria-Impfstoff groß. Zumindest 28 afrikanische Länder planen, Unterstützung bei der globalen Impfallianz Gavi für die Bereitstellung des Impfstoffs zu beantragen. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">Der englischsprachige Originalbeitrag ist im Mai 2023 in unserem Partnermagazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/july-2022/12-000-births-zero-deaths-malawians-celebrate-hero-midwife-charity-salima" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen erschienen. afrika.info hat den Artikel um die Malaria-Fallzahlen ergänzt.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein erkranktes Kleinkind in einem Krankenhaus im Süden von Kenia. 77 Prozent der Malaria-Todesfälle betreffen Kinder unter fünf Jahren. (Foto: Martin Sturmer)</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Hexenverfolgungen in Malawi nehmen zu</title>
		<link>https://afrika.info/hexenverfolgungen-in-malawi-nehmen-zu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Apr 2023 17:04:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Mpaka]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p> Im Dezember 2022 ging ein Videoclip viral, der zwei ältere Frauen zeigt, wie sie ein Grab mit Erde auffüllen. Die beiden Schwestern sind von einer aufgebrachten Menschenmenge umringt. Ein Mann schlägt eine der beiden Frauen, so dass sie ins offene Grab fällt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Charles Mpaka | 17. April 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blantyre (IPS/afr). Im Dezember 2022 ging ein <a href="https://www.facebook.com/watch/?v=6488951201120901" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Videoclip auf Facebook</a> viral, der zwei ältere Frauen zeigt, wie sie ein Grab in einem Dorf im Bezirk Mzimba mit Erde auffüllen. Die beiden Schwestern sind von einer aufgebrachten Menschenmenge umringt. Ein Mann tritt aus dem Mob hervor und schlägt eine der beiden Frauen, so dass sie ins offene Grab fällt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Name der Frau ist Christina Mphande (77). Was war ihr Verbrechen? Die Menschen im Dorf beschuldigten sie, eine junge Verwandte durch Hexerei getötet zu haben. Als Strafe musste sie die Tote beerdigen, dabei wurde sie von ihrer Schwester unterstützt. Mphande wurde in der Folge aus dem Dorf verbannt, ihre Habseligkeiten und ihr Vieh wurden beschlagnahmt.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mphande lebt in der Zwischenzeit in sicherer Entfernung zu ihrem Heimatdorf. Der Vorfall hat aber schwere psychische und physische Spuren hinterlassen: Sie wird immer noch von Alpträumen geplagt. Außerdem hat sie bei dem Angriff einige Zähne verloren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Anstieg bei der Ermordung älterer Frauen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schicksal von Christina Mphande ist längst kein Einzelfall. In Malawi kommt es immer öfter zu Übergriffen gegen ältere Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Christina Mphande kann sogar von Glück reden, dass sie den Angriff überlebt hat. Laut dem “Malawi Network of Older Persons Organizations” (MANEPO) wurden in den ersten beiden Monaten des heurigen Jahres bereits fünf ältere Frauen getötet. Im gesamten Jahr 2022 waren es 15 Todesfälle &#8211; 13 mehr als noch im Jahr zuvor. In den meisten Fällen war der Vorwurf der Hexerei das Motiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Landesdirektor von MANEPO, Andrew Kavala, verurteilt die Übergriffe entschieden: „Als Gesellschaft haben wir unsere älteren Menschen im Stich gelassen. Wir haben eine ungerechtfertigte Wut auf sie. Aus Frustration über eigene Missstände lassen wir unseren Zorn an unschuldigen Menschen aus. Das ist eine Tragödie.“ Viele Menschen in Malawi würden Hexerei und Magie für ihr persönliches Unglück verantwortlich machen, so Kavala.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Koloniales Gesetz unter Beschuss</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hexenjagd hat in Malawi eine lange Geschichte. Bereits die britische Kolonialregierung erließ 1911 ein Gesetz, das Übergriffen Einhalt gebieten sollte. Der “Witchcraft Act” schreibt fest, dass Hexerei nicht existiert. Behauptungen, die andere Menschen der Hexerei bezichtigen, sind demnach strafbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die koloniale Gesetzgebung könnte aber bald der Vergangenheit angehören: Die Regierung richtete eine Sonderkommission unter dem Vorsitz von Richter Robert Chinangwa ein, um die Zeitmäßigkeit des Gesetzes zu überprüfen. Die Kommission kam in ihrem Ende 2021 veröffentlichten Bericht zum Schluss, dass die Existenz von Hexerei nicht als zweifelhaft, sondern als schlüssig angesehen werden sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es gibt Hexerei oder zumindest einen Glauben an Hexerei unter Malawiern“, heißt es in dem Bericht. Und weiter: „Es ist nicht richtig zu behaupten, dass es in Malawi keine Hexerei gibt, nur weil deren Ausübung auf bloßem Glauben beruht.” Die Kommission sprach sich folglich für eine Reform des Gesetzes aus. U. a. sollen Menschen, die Hexerei ausüben, gerichtlich verfolgt werden können.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschenrechtsorganisationen reagierten entsetzt. Sie gaben eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie ausführten, dass Hexen oder Zauberer per Defintion Personen seien, die heimlich übernatürliche Kräfte für böse Zwecke einsetzen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor Gericht wäre aber ein solcher Beweis nicht zu erbringen, heißt es in der Erklärung: “Es ist eine gute Rechtspraxis, dass die Staatsanwaltschaft die Schuldfrage zweifelsfrei beweisen muss, damit es zu einer Verurteilung kommt. Hexerei beinhaltet jedoch den Einsatz übernatürlicher Kräfte. Deshalb wäre es sehr schwierig, entsprechende Anschuldigungen vor Gericht zu beweisen.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Polizei ist oft machtlos</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz gegenteiliger Empfehlungen der Sonderkommission ist der Witchcraft Act von 1911 nach wie vor in Kraft. Dennoch ist die malawische Polizei häufig machtlos bei der Ahndung von Straftaten. Polizeisprecher Peter Kalaya: “In einer Gesellschaft, in der eine Mehrheit an Hexerei glaubt, gibt es einen großen Widerstand gegen die Strafverfolgung.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation wird auch durch die Tatsache erschwert, dass sich die Übergriffe zumeist in ländlichen Gebieten &#8211; weit entfernt von der nächsten Polizeistation &#8211; ereignen. Laut Kalaya sei es daher schwer, schnell einzugreifen, die Opfer zu retten und die Täter festzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Wycliffe Masoo, Direktor für Behinderten- und Seniorenrechte bei der “Malawi Human Rights Commission” (MHRC), bleibt in der ganzen Debatte aber vor allem eine Frage offen: “Wenn es Hexerei tatsächlich gibt &#8211; warum wird sie dann offenbar nur von älteren Menschen praktiziert?”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit anderen Menschenrechtsorganisationen fordert Masoo rechtliche Rahmenbedingungen für ältere Menschen, um sie vor Übergriffen zu bewahren. Eine entsprechende Gesetzesvorlage hat es bislang aber nicht ins Parlament geschafft. Masoo drängt außerdem darauf, dass mehr in Aufklärung und Bildung investiert wird als bisher. „Nur das wird ältere Frauen schützen“, ist er überzeugt. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Christina Mphande ist vom Angriff auf ihre Person schwer gezeichnet. (Foto: Charles Mpaka/IPS)</p>
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		<item>
		<title>12.000 Geburten: Eine Hebamme als Heldin</title>
		<link>https://afrika.info/12000-geburten-eine-hebamme-als-heldin-malawi/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Aug 2022 14:51:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Audrey Simango]]></category>
		<category><![CDATA[Charity Salima]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn die 63-jährige Charity Salima durch die Straßen von Lilongwe geht, rufen viele Mütter aufgeregt ihren Vornamen: “Charity! Charity!”. Die Frauen gehen mit ihren Babys auf die Hebamme zu und sagen: „Hier ist dein Enkelkind.“ </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Audrey Simango, Africa Renewal* | 10. August 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lilongwe (AR/afr). Wenn die 63-jährige Charity Salima durch die Straßen von Lilongwe geht, rufen viele Mütter aufgeregt ihren Vornamen: “Charity! Charity!”. Die Frauen gehen mit ihren Babys auf die Hebamme zu und sagen: „Hier ist dein Enkelkind.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Charity Salima ist solche offenen Zuneigungsbekundungen inzwischen gewohnt: Seit dem Jahr 2008 hat sie in der von ihr gegründeten Achikondi-Frauenklinik 12.000 Geburten begleitet &#8211; ohne dabei bislang einen einzigen Todesfall betrauert haben zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Achikondi-Frauenklinik befindet sich in der Area 23, einem ärmlichen Stadtteil im Südosten von Malawis Hauptstadt Lilongwe. Nach 26 Jahren im öffentlichen Gesundheitssektor in Malawi hat Salima 2008 die Entbindungsstation ins Leben gerufen. Der Name der Klinik ist Programm: Aus der malawischen Amtssprache Chichewa übersetzt heißt Achikondi auf Deutsch soviel wie Liebe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kostenfreie Entbindungsstation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Charity Salima ist selbst dreifache Mutter und hat drei Enkelkinder. Ihre Kraft für den herausfordernden Beruf schöpft sie aus der Freude, die sie bei den Geburten erlebt. „Wenn eine Frau in den Wehen zu uns kommt, bei uns entbindet und mit ihrem Wonneproppen nach Hause geht &#8211; dann macht mich das wirklich glücklich”, schildert Salima im Gespräch mit Africa Renewal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum sie die Klinik ausgerechnet in einem ärmlichen Stadtteil wie der Area 23 gegründet hat? “Es tat mir weh, wenn schwangere Frauen lange Wegstrecken zurücklegen mussten, um Geburtshilfe und Medikamente zu erhalten”, erklärt Salima. “Also dachte ich, dass diese Dienste näher zu den Menschen kommen müssten. Wie Sie wissen, können Wehen jederzeit einsetzen &#8211; nachts oder tagsüber.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Charity Salima ist es keine Seltenheit, dass Frauen auch spät in der Nacht an ihre Tür klopfen und um Hilfe bitten. Trotzdem sind die Leistungen der Achimondi-Frauenklinik kostenfrei. Die Patientinnen werden aber gebeten, eine freiwillige Spende zur Deckung der Strom- und Wasserrechnung zu leisten. Aus Geldmangel können die meisten Frauen dieser Bitte aber nicht nachkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Klinik am Laufen zu halten, ist Charity Salima auf Spenden angewiesen. Finanzielle Unterstützung kommt vor allem aus Schottland, etwa von der <a href="https://www.freedomfromfistula.org.uk/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Freedom from Fistula Foundation</a> in Perth und Student*innen des <a href="https://www.gwc.org.uk/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">George Watson’s College</a> in Edinburgh.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kampf gegen Kindersterblichkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kopfzerbrechen bereitet Charity Salima aber die hohe Kindersterblichkeit in Malawi. Laut UNICEF erleben 3,9 Prozent aller Kleinkinder ihren fünften Geburtstag nicht. Als Hauptursachen für die hohe Sterblichkeitsraten gelten Frühgeburten, Atemstillstand, fehlender Sauerstoffe, Traumata und bakterielle Infektionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Kinderleben könnten gerettet werden. Stanley Samusodza ist Experte für öffentliche Gesundheit und hat als Pfleger in vielen Ländern des südlichen Afrika gearbeitet. Für ihn ist die hohe Geburtensterblichkeit in Malawi auf einen “Cocktail von Faktoren” zurückzuführen, der u. a. aus der Unterfinanzierung öffentlicher Krankenhäuser, schwach ausgebildeten Hebammen und fehlenden bzw. zu späten Diagnosen bei Vorerkrankungen besteht. Im Gegenzug würden gut ausgestattete Privatkliniken bei Entbindungen hohe Gebühren veranschlagen, die sich die meisten Frauen einfach nicht leisten könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Charity Salima müssen gute Hebammen mehr können, als nur über ein Diplom zu verfügen. “Als Hebamme nutze ich meine Ohren zum Hören und meine Nase zum Riechen”, sagt sie. “Wenn eine Frau das Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht geboren hat, muss ich schnell den Grund dafür ermitteln können. Möglicherweise muss sie rasch in ein Krankenhaus. In der Arbeit als Hebamme gibt es kein Trial-and-Error.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Internationale Auszeichnungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Salima leistet auch viel Aufklärungsarbeit in traditionellen Gemeinschaften. So versucht sie Chiefs dafür zu sensibilisieren, dass Babys in Entbindungskliniken zur Welt gebracht werden und nicht zu Hause, wo in der Regel nur ungeschulte Geburtshelferinnen zur Verfügung stehen würden. Schwangeren Teenagern steht sie mit Rat und Tat zur Seite: “Ich sage jungen Mädchen, dass sie in jedem Fall mit der Schule weitermachen sollen.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für ihre bemerkenswerte Arbeit hat Salima viele Auszeichnungen erhalten. Im Jahr 2019 verlieh ihr die englische Königin Elizabeth II. den <a href="https://www.pointsoflight.gov.uk/malawis-florence-nightingale/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Commonwealth Point of Light</a>. Der Preis würdigt herausragende Persönlichkeiten, die in ihrer Gemeinde etwas zum Positiven verändern. 2020 wurde Salima vom malawischen Präsidenten Lazarus Chakwera für ihre Lebensleistung geehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit ihren 63 Jahren weiß Charity Salima aber, dass sie ihren Beruf als Hebamme nicht mehr ewig ausüben wird können. Es ist ihr deshalb ein großes Anliegen, ihre Nachfolge bald zu regeln. Deshalb kümmert sich derzeit um die Ausbildung junger Krankenschwestern &#8211; eine davon wird hoffentlich in ihre Fußstapfen treten. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Raphael Obonyo ist Politikanalyst und Journalist aus Kenia. Der englischsprachige Originalbeitrag ist im Juni 2023 in unserem Partnermagazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/july-2022/12-000-births-zero-deaths-malawians-celebrate-hero-midwife-charity-salima" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen erschienen.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> In Malawi ist die Kindersterblichkeit hoch &#8211; 3,9 Prozent der Kinder erleben ihren 5. Geburtstag nicht. (Foto: UNFPA/Africa Renewal)</p>
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		<title>Frauen vermieten Motorradtaxis</title>
		<link>https://afrika.info/frauen-vermieten-motorradtaxis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Mar 2021 07:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Deogracias Kalima]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Ray Mwareya]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p> Auf den Straßen von Lunzu im Süden von Malawi ist der Lärm der Motorradtaxis allgegenwärtig. Die Flitzer, die überwiegend aus China stammen, werden ausschließlich von Männern gelenkt. Doch das eigentliche Geschäft machen Frauen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Ray Mwareya and Deogracias Kalima, Africa Renewal*&nbsp;| 10. März 2021</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lunzu (AR/afr). Auf den Straßen von Lunzu im Süden von Malawi ist der Lärm der Motorradtaxis allgegenwärtig. Die Flitzer, die überwiegend aus China stammen, werden ausschließlich von Männern gelenkt. Doch das eigentliche Geschäft machen Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Fahren von Motorradtaxis ist in Malawi reine Männersache. Frauen aus der 17.000-Einwohner-Stadt Lunzu ziehen allerdings die Fäden im Transportgeschäft auf den motorisierten Zweirädern: Sie kaufen die Motorräder an und vermieten sie dann an männliche Fahrer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vermietung ist ein gutes Geschäft. &#8222;Der Deal ist, dass wir 65 Prozent der Tageseinnahmen behalten &#8211; der Rest bleibt dem Fahrer&#8220;, sagt Sarah Showe. Sie ist eine 40 Unternehmerinnen, die sich im &#8222;Lunzu Women’s Motorcycle Club&#8220; organisiert haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="motorrad-clubs-in-frauenhand">Motorrad-Clubs in Frauenhand</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Frauen in Malawi selbst keine Motorradtaxis lenken &#8211; das hat mit traditionellen Rollenbildern und mit geschlechtsspezifischer Gewalt zu tun. Laut einer&nbsp;<a href="https://bmcpublichealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12889-018-6220-0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie</a>&nbsp;wird ein Drittel aller malawischen Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren Opfer von sexuellem Missbrauch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;In gesellschaftlicher Hinsicht ist es zutiefst verpönt, dass Frauen Motorradtaxis lenken und an Taxiständen mit Männern um Passagiere buhlen&#8220;, sagt Sarah Showe. Und erzählt, wie es ihrer Freundin Lomu Thomsonu ergangen ist. Die Lehrerin wollte sich sich über die Normen hinwegzusetzen und Motorräder auch an Frauen vermieten. &#8222;Die Lenkerinnen wurde von Kunden beleidigt&#8220;, erzählt Showe, &#8222;und in der Nacht weigerten sich männliche Fahrgäste, für den Transport zu zahlen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">2017 hatten dann einige Frauen die Idee, den &#8222;Lunzu Women’s Motorcycle Fund Club&#8220; ins Leben zu rufen. Das Geschäftsmodell findet bereits einige Nachahmerinnen, wie Carter Mavhiza bestätigt: &#8222;In der Nachbarstadt Blantyre mit ihren 800.000 Einwohnern gibt es mittlerweile zehn solcher Clubs mit jeweils 40 Mitgliedern.&#8220; Mavhiza ist Buchhalter und unterstützt Frauenclubs dabei, faire Preise beim Ankauf der Motorräder zu erzielen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="willkommener-zusatzverdienst">Willkommener Zusatzverdienst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Lunzu sind täglich hunderte Motorradtaxis unterwegs. Sie befördern alles, was am Sozius Platz hat: von Bankangestellten im Anzug über Schulkinder bis hin zu Möbeln und Zementsäcken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geschäft läuft auch deshalb gut, weil der städtische Verkehr von Lunzu schlecht entwickelt ist. &#8222;Die Frauen füllen eine kritische Lücke&#8220;, sagt Mavhiza. &#8222;Hier in Lunzu haben wir kein richtiges Bussystem, auch digitale Taxi-Plattformen wie etwa Uber fehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die meisten Unternehmerinnen bringt die Vermietung von Motorradtaxis für ein lukratives Zusatzeinkommen, das sich obendrein gut mit anderen Aktivitäten verbinden lässt. So kann sich die Bäuerin Chifundo Magombo tagsüber um ihre Landwirtschaft und ihre Kinder kümmern. Das Geschäft mit den Motorrädern läuft parallel &#8211; die meisten Männer bringen die Bikes erst am Abend zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lehrerin Lomu Thomsonu sieht in der neuen Einkommensquelle vor allem eine Altersvorsorge. &#8222;Ich werde eine Rente in Höhe von 7.000 Euro erhalten &#8211; das reicht nicht einmal für zwei Jahre&#8220;, meint Thomsuno. &#8222;Daher halte ich es für einen klugen Schachzug, jetzt in Motorräder zu investieren.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="offentliche-unterstutzung">Öffentliche Unterstützung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Kommunalverwaltungen in Malawi unterstützen die Frauenclubs in ihrem Geschäft. So organisiert etwa die Bezirksverwaltung von Mchinji Darlehen zwischen 250 und 779 US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir beraten die Frauen und verfassen Referenzschreiben, damit sie zinsgünstige Kredite von privaten Finanziers erhalten können&#8220;, sagt Mwaimuna Mwanyali, Stadträtin der gleichnamigen Bezirkshauptstadt Mchinji. &#8222;Auf diese Weise fördern wir die Gleichstellung der Geschlechter in der Motorradtaxi-Branche. Die Einkommen von Frauen werden gestärkt, außerdem sind Frauen bei der Rückzahlung von Krediten zuverlässiger.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In so mancher Stadt hat die Gründung der Motorrad-Clubs dazu geführt, dass mittlerweile mehr Frauen als Männer Gewerkschaften angehören. &#8222;Während Männer die Gewerkschaften weitgehend meiden, haben wir in unserer Stadt bereits 200 Frauen, die gewerkschaftlich engagiert sind&#8220;, erzählt Stacy Harawa, Präsidentin der &#8222;Mzuzu Motorcycle Union&#8220; in der Stadt Mzuzu im nördlichen Malawi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine Monatsgebühr in Höhe von zehn US-Dollar erhalten Mitglieder eine Unfallversicherung. &#8222;Wir beantragen außerdem bei der Steuerbehörde eine Reduktion der Lizenzgebühren, wenn die Unternehmerinnen einer registrierten Gewerkschaft angehören&#8220;, so Harawa weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Sarah Stowe hat sich das Leben entscheidend verbessert, seitdem sie in das Geschäft mit dem Motorradtaxis eingestiegen ist. &#8222;Es fühlt sich super an, Männer zu beschäftigen&#8220;, lacht sie. &#8222;Ich schaffe jetzt Arbeitsplätze und haben sogar meinen Neffen als Fahrer engagiert. Das Blatt hat sich gewendet.&#8220; (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Ray Mwareya und Deogracias Kalima sind Mitarbeiter unseres Partnermagazins&nbsp;<a href="https://www.un.org/africarenewal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a>&nbsp;der Vereinten Nationen.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Motorradtaxis in Lunzu warten auf Fahrgäste &#8211; viele der Motorräder sind im Besitz von Frauen. (Foto: Ray Mwareya und Deogracias Kalima/AR)&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Fischereiverbot soll Buntbarsche retten</title>
		<link>https://afrika.info/fischereiverbot-soll-buntbarsche-retten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jan 2019 12:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Fischerei]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Mabvuto Banda]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Malawisee, der drittgrößte See Afrikas, ist für viele Fischerfamilien die wirtschaftliche Lebensader. Die Überfischung gefährdet nun die Existenz der kleinen Betriebe. Die Regierung hat Rettungsmaßnahmen ergriffen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Mabvuto Banda | 8. Januar 2019</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mangochi (IPS/afr). Der Malawisee, der drittgrößte See Afrikas, ist für viele Fischerfamilien die wirtschaftliche Lebensader. Die Überfischung gefährdet nun die Existenz der kleinen Betriebe. Die Regierung hat Rettungsmaßnahmen ergriffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Malawisee beherbergt die größte Anzahl an endemischen Fischarten der Welt: 90 Prozent der fast 1.000 Arten im See sind nur hier zu finden. Der überwiegende Teil sind Buntbarsche, von denen dem Chambo eine besonders hohe Bedeutung zukommt: Der Speisefisch ist ein wichtiger Proteinlieferant und eine Ernährungsgrundlage für die Bevölkerung am See.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings sind die Bestände im Malawisee in Folge von Überfischung im Laufe der Jahre dramatisch geschrumpft. Betroffen sind vor allem Frauen, die vom Fischhandel leben. Ein Beispiel dafür ist Judith Kananji aus dem Lakeshore-Viertel in Mangochi, einer Stadt am südlichen Zipfel des Sees. Kananji erzählt, dass sie den Handel mit Fischen aufgegeben habe, weil er immer weniger lukrativ geworden sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Problem ist, dass nur noch kleine Fische erhältlich sind, die obendrein viel zu teuer sind&#8220;, sagt Kananji. Früher konnte sie mit größeren Fischen gute Gewinne erzielen. Ihr Kapitaleinsatz hat sich in den letzten acht Jahren aber vervielfacht: Im Jahr 2010 bezahlte sie für den Ankauf von Fischen 137 US-Dollar. Heute muss sie für die gleiche Gewichtsmenge 1.095 Dollar aufbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die &#8222;Southern African Development Community&#8220; (SADC) bestätigt den Rückgang der Fischmenge. Laut ihrem&nbsp;<a href="https://www.sadc.int/files/7614/8724/5617/SADC_Fisheries_Fact_Sheet_Vol.1_No._3__Focus_on_Malawi.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht</a>&nbsp;haben Fischer vor wenigen Jahren täglich bis zu 5.000 Fische gefangen. Heute beträgt die Ausbeute manchmal sogar weniger als 300 Fische.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kananji vermutet, dass der Rückgang an Speisefischen vor allem auf die wachsende Anzahl von gewerblichen Kuttern zurückzuführen sei. Für die Experten der SADC liegt ein Grund aber auch am fallenden Wasserspiegel des Sees, der durch Bevölkerungswachstum, Klimawandel und Abholzung verursacht wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="handlerinnen-und-kinder-leiden">Händlerinnen und Kinder leiden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Leider sind vor allem wir Frauen betroffen&#8220;, erzählt Kananji. &#8222;Wir werden aus dem Geschäft gedrängt, weil die Fischer bei kleinen Fangmengen die Preise erhöhen, um ihre Betriebskosten zu decken. Das wirkt sich zu unserem Nachteil aus, da die Fischpreise auf dem Markt relativ niedrig sind.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Judith Kananji hat auch Chrissy Mbatata von der Dorfbank ein Darlehen erhalten, um ihren Fischhandel aufzubauen. Derzeit hat Mbatata allerdings Schwierigkeiten, die laufenden Kreditraten zu tilgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Am Anfang war es einfach für mich, den Kredit zu bedienen und meine Familie zu unterstützen&#8220;, sagt Mbatata. &#8222;Ich habe gutes Geld verdient. Nun ist es sogar schwer, kostendeckend zu arbeiten. Ich weiß nicht, woher ich das Geld für die Rückzahlung des Darlehens aufbringen soll.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die schwindende Fischmenge betrifft aber nicht nur die Familienbetriebe. Die Ernährungssicherheit von rund 1,5 Millionen Menschen hängt von den Fischen im Malawi-See ab. Laut Angaben der UNICEF ist es vor allem um die Ernährungssituation der Kinder schlecht bestellt: 46 Prozent sind im Wachstum zurückgeblieben, 21 Prozent sind untergewichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Der Chambo war für uns die billigste Eiweißquelle&#8220;, sagt die vierfache Witwe Angela Malajira, &#8222;jetzt ist er ein Luxus, den wir uns nur noch am Monatsende leisten können. Ein einzelner Fisch kostet 2,4 US-Dollar.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fischereiverbot-greift">Fischereiverbot greift</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung hat gemeinsam mit Fischereiverbänden Maßnahmen ergriffen. Im November und Dezember ist die Fischerei auf dem Malawisee untersagt, damit sich der Fischbestand erholen kann. Die Anrainergemeinden gehen sogar weiter und haben das Fischereiverbot auf fünf Monate bis Ende März ausgedehnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verbot wird von den Fischereiverbänden mit Verständnis aufgenommen, wie Malufu Shaibu, stellvertretender Dorfvorsitzender von Makanjira Beach, bestätigt. Die Bewertung des fünfmonatigen Fischereiverbots habe gezeigt, dass das Fischvolumen in dieser Zeit deutlich zunahm. Shaibu tritt dafür ein, dass das Fischereiverbot auf sechs Monate verlängert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wie Judith Kananji beklagt auch Shaibu, dass sich kommerzielle Fischereibetriebe nicht immer an das Verbot halten. Verstöße werden allerdings mit einer Geldstrafe von 1.095 US-Dollar oder 60 Monaten Gefängnis mit harter Arbeit geahndet. Den Fischereiinspektoren am Malawisee sind bereits mehrere Schwarzfischer ins Netz gegangen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Die Fischhändlerin Judith Twaili vor leeren Trockengestellen (Foto: Mabvuto Banda/IPS)</p>
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		<item>
		<title>Hülsenfrüchte für mehr Ernährungssicherheit</title>
		<link>https://afrika.info/huelsenfruechte-fuer-mehr-ernaehrungssicherheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2016 16:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Busani Bafana]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Elizabeth Mpofu ist eine wahre Kämpferin. Unermüdlich setzt sich die Mutter von drei Kindern für die Verbesserung der Ernährungssicherheit in ihrem Land ein. Gleichzeitig geht sie gegen landwirtschaftliche Praktiken vor, welche die Umwelt zerstören und die Armut von Landwirten weiter verschärfen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/huelsenfruechte-fuer-mehr-ernaehrungssicherheit/">Hülsenfrüchte für mehr Ernährungssicherheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 27. Oktober 2016</p>



<p class="wp-block-paragraph">Masvingo (IPS/afr). Elizabeth Mpofu ist eine wahre Kämpferin. Unermüdlich setzt sich die Mutter von drei Kindern für die Verbesserung der Ernährungssicherheit in ihrem Land ein. Gleichzeitig geht sie gegen landwirtschaftliche Praktiken vor, welche die Umwelt zerstören und die Armut von Landwirten weiter verschärfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mpofu betreibt eine zehn Hektar große Ökofarm in der Provinz Masvingo, etwa 290 km südöstlich der simbabwischen Hauptstadt Harare. Neben Mais baut sie vor allem Hülsenfrüchte an. Trotz der langen Dürreperiode konnte sie gute Erträge erzielen: In der letzten Saison hat sie 150 kg Trockenbohnen geerntet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hülsenfrüchte wie Trockenbohnen und Trockenerbsen sind für Bäuerinnen wie Elisabeth Mpofu ein wichtiges Nahrungsmittel, um die Ernährung ihrer Familien sicherzustellen: Sie sind reich an Eiweiß, weisen eine hohe Resistenz gegen Trockenheit auf und schaffen für Bauern eine zusätzliche Einnahmequelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade in Afrika gelten Hülsenfrüchte als perfektes Nahrungsmittel. Laut dem&nbsp;<a href="http://www.wfp.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen</a>&nbsp;(WFP) leidet ein Viertel der Bevölkerung des Kontinents an Unterernährung, jedes dritte Kind hat eine Wachstumsstörung. Um die ernährungsphysiologischen Vorzüge der Hülsenfrüchte in ein breites Bewusstsein zu rücken, haben die Vereinten Nationen 2016 zum&nbsp;<a href="http://www.fao.org/pulses-2016/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte</a>&nbsp;erklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Hülsenfrüchte sind der Schlüssel für Ernährungssicherheit in Afrika, vor allem unter Berücksichtigung der Klimakrise&#8220;, sagt Elizabeth Mpofu. Bei ihr kommen daher Bohnen und Erbsen häufig auf den Tisch. &#8222;Hülsenfrüchte bieten meiner Familie hohe Nahrungsvielfalt. Außerdem sind sie bei der Verbesserung der Bodenqualität von Vorteil.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Elizabeth Mpofu ist viel beschäftigt. Neben ihrer Tätigkeit als Landwirtin ist sie Generalkoordinatorin der internationalen Bauernbewegung&nbsp;<a href="https://viacampesina.org/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">La Via Campesina</a>, die weltweit mehr als 200 Millionen Mitglieder zählt. Darüber hinaus ist sie eine von sechs Sonderbotschaftern der&nbsp;<a href="http://www.fao.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen</a>&nbsp;(FAO) für Afrika. In dieser Funktion soll sie das Bewusstsein schaffen, welche Rolle Hülsenfrüchten für die Ernährungssicherheit, die menschliche Gesundheit, ertragreiche Böden und den Kampf gegen den Klimawandel spielen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mpofu bricht eine Lanze für einheimisches Anbausorten, die nachweislich seit Generationen für sichere Ernten sorgt. Viele Bauern hätten aber wenig Wissen über den traditionellen Anbau und würden stattdessen auf kommerzielle Hybridsamen setzen. Schwere Ernteausfälle wären die Folgen dieser falschen Entscheidung, so Mpofu.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="erfolg-mit-straucherbsen-in-malawi">Erfolg mit Straucherbsen in Malawi</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schauplatzwechsel ins Nachbarland Malawi. Der Ertrag aus dem Maisanbau hat sich für die Bäuerin Janet Mingo in den letzten Jahren aufgrund des Klimawandels deutlich verschlechtert. Gute Ernten erzielt sie aber mit Straucherbsen, die sie auf ihrem 2.500 Quadratmeter großen Grundstück im Dorf Chikalogwe kultiviert. Chikalogwe liegt im südlichen Bezirk Balaka, der zu den trockensten Gegenden des Landes zählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pro Saison erntet Mingo 1.500 Kilo der nahrhaften Hülsenfrüchte. Mit dem Verkauf ihrer Straucherbsen verdient sie genügend Geld, um andere Nahrungsmittel zu kaufen und den Haushaltsbedarf zu decken. &#8222;Das Leben ist zwar hart&#8220;, sagt sie, &#8222;aber ich verspüre keine Druck.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Landwirtschaftsexperte Mphatso Gama, der im Auftrag der Regierung im südlichen Malawi arbeitet, empfiehlt schon länger eine Mischkultur aus Mais und Straucherbse. &#8222;Der klimaresistente Straucherbse ist lebensrettend&#8220;, ist Mphatso überzeugt. &#8222;Hülsenfrüchte binden den Stickstoff aus der Luft und steigern so die Bodenerträge. Vor allem die Straucherbse ist für die malawischen Landwirte eine tragfähige Einnahmequelle: Sie ist ein guter Proteinlieferant für Familien, und es gibt einen Markt für sie.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gavin Gibson ist ehemaliger Geschäftsführer der&nbsp;<a href="http://www.cicilsiptic.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Global Pulse Confederation</a>&nbsp;mit Sitz in Dubai. Er betont, dass Hülsenfrüchte immer schon eine wichtige Rolle für die Ernährung der ärmsten Bevölkerungsschichten gespielt haben. Gibson sagt, dass jährlich zwischen 60 und 65 Millionen Tonnen an Hülsenfrüchten produziert werden, allerdings nur etwa sieben bis zehn Millionen Tonnen in den internationalen Handel gelangen. Der überwiegende Teil würde in den Produktionsländern selbst verbraucht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die traditionell größte Anbaunation von Hülsenfrüchten ist Indien, in Afrika besteht noch Nachholbedarf. &#8222;Wir denken aber, dass sich das aus einer ganzen Reihe von Gründen ziemlich rasch ändern kann&#8220;, erklärt Gibson. &#8222;Nicht zuletzt deshalb, weil sich der Anbau in Nordeuropa und in Afrika rapide entwickelt.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="augenbohnen-in-allen-variationen">Augenbohnen in allen Variationen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Nigeria arbeitet das&nbsp;<a href="http://www.iita.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internationale Institut für tropische Landwirtschaft</a>&nbsp;(IITA) an neuen Varianten der Augenbohne, die auch unter dem Namen Kuhbohne bekannt ist. 80 Prozent der bereits am nigerianischen Markt erhältlichen Augenbohnen-Sorten stammen aus dem IITA-Zuchtprogramm. Die Hülsenfrucht gilt als günstiger Eiweißlieferant im Vergleich zu teurem Fleisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es gibt keinen Zweifel, dass Hülsenfrüchte für die Ernährungssicherheit in Afrika sehr wichtig sind&#8220;, meint Christian Fatokun, der für die IITA Kuhbohnen züchtet. &#8222;Abgesehen davon, dass sie eine gute Quelle an pflanzlichem Protein darstellen, sorgen sie für ausreichend Stickstoff in den Böden, von dem wiederum andere Kulturen profitieren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Experten steht die hohe Bedeutung von Hülsenfrüchten außer Frage. Anders verhält es sich offenbar bei den verantwortlichen Entscheidungsträgern. Charles Govati, Vorstand des &#8218;Agriculture Supply Services Consortium&#8216; in Malawi, kritisiert den politischen Stillstand scharf:</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Hülsenfrüchte sind das perfekte Lebensmittel für Afrika, aber ihre Produktion wird von mangelhafter Politik behindert. Es gibt zwar viele Lippenbekenntnisse, aber geringe Produktion, schlechte Böden, Schädlinge und Krankheiten bleiben Herausforderungen. Bauern legen in erster Linie Wert auf Einkommen, in zweiter Linie kommen erst Lebensmittel und Ernährung. Wenn wir wirklich Hülsenfrüchte zur Ernährungssicherheit einsetzen wollen, brauchen wir strukturierte Märkte, um die Produktion anzukurbeln.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Hülsenfrüchte stärken die Ernährungssicherheit und schaffen neue Einkommensquellen für Bäuerinnen. (Foto: Busani Bafana/IPS)</p>
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		<item>
		<title>HIV-Prävention versagt bei jungen Frauen</title>
		<link>https://afrika.info/hiv-praevention-versagt-bei-jungen-frauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2014 06:19:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Botswana]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Lesotho]]></category>
		<category><![CDATA[Malawi]]></category>
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		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Miriam Gathigah]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im südlichen und östlichen Afrika haben die jahrelangen Kampagnen gegen HIV/AIDS junge Frauen nicht vor einer Infektion mit dem Virus schützen können. "Die Prävention schlägt bei jungen Frauen fehl", bestätigt Lillian Mworeko von der Hilfsorganisation "International Community of Women Living with HIV in Eastern Africa" mit Sitz in Uganda.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Miriam Gathigah | 14. November 2014</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nairobi (IPS/afr). Im südlichen und östlichen Afrika haben die jahrelangen Kampagnen gegen HIV/AIDS junge Frauen nicht vor einer Infektion mit dem Virus schützen können. &#8222;Die Prävention schlägt bei jungen Frauen fehl&#8220;, bestätigt Lillian Mworeko von der Hilfsorganisation &#8222;<a href="http://www.icwea.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">International Community of Women Living with HIV in Eastern Africa</a>&#8220; mit Sitz in Uganda.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Erkenntnissen von&nbsp;<a href="http://www.unaids.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UNAIDS</a>&nbsp;entfallen vier von zehn HIV-Neuinfektionen bei Frauen über 15 Jahre auf die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen. Auch die Tatsache, dass die Infektionsrate bei jungen Frauen doppelt bis dreifach so hoch ist wie bei gleichaltrigen Männern gibt Experten Anlass zur Sorge. Untersuchungen bestätigen außerdem, dass weniger als 20 Prozent aller jungen Frauen über ihren HIV-Status Bescheid wissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler führen die hohe HIV-Prävalenz bei Frauen auf die Ungleichbehandlung der Geschlechter und Gewalt gegen Frauen sowie auf einen begrenzten Zugang zu Gesundheitsversorgungsdiensten, zu Bildung und zum Arbeitsmarkt zurück. Außerdem werden Teenager, was ihre sexuelle Aufklärung und die Verfügbarkeit von Kondomen angeht, weitgehend allein gelassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Milly Muchai, eine Spezialistin für Reproduktionsmedizin, warnt, sind Teenager auch deshalb besonders anfällig für eine HIV-Infektion, weil sie sich leichter Verletzungen im Genitalbereich zuziehen als ältere Frauen. Das Risiko einer Ansteckung steige zudem weiter an, wenn die männlichen Geschlechtspartner älter als 20 Jahre seien. Denn mit zunehmendem Alter erhöhe sich bei ihnen die Wahrscheinlichkeit, das Virus in sich zu tragen. Aus dem &#8222;Kenya AIDS Indicator Survey 2012&#8220; geht hervor, dass die HIV-Prävalenz bei Männern unter 24 Jahren gleichbleibend niedrig ist und sich erst danach deutlich erhöht.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fruhe-infektionsgefahr">Frühe Infektionsgefahr</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wegen großer Altersunterschiede zwischen den Geschlechtspartnern infizieren sich Muchai zufolge Frauen in Ostafrika mit dem HI-Virus fünf bis sieben Jahre früher als Männer. Ursachen seien häufig wechselnde Sexualpartnerschaften und ein Verzicht auf Kondome. Frauen, die von ihren Sexualpartnern Geld oder Geschenke annähmen, seien meist nicht in der Lage, die Verwendung von Kondomen einzufordern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Swasiland, Lesotho und Botswana ist die Lage ähnlich. Laut UNAIDS tragen mehr als zehn Prozent der Frauen zwischen 15 und 24 Jahren das Virus in sich. Gang Sun, UNAIDS-Landesdirektor in Botswana, führt den hohen Anteil von HIV-Infektionen bei Mädchen und Frauen trotz der bemerkenswerten Fortschritte bei der Verringerung der Neuansteckungen und Behandlung zu einem Großteil auf die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die HIV-Infektionen bei Frauen zwischen 20 und 24 Jahren liegen demnach in dem Land mit 15 Prozent etwa drei Mal so hoch wie die bei den Männern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Mary Pat Kieffer von der &#8222;<a href="http://www.pedaids.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Elizabeth Glaser Paediatric AIDS Foundation</a>&#8220; in Malawi berichtet, steigt die Ansteckungsgefahr für Teenager mit zunehmendem Alter. In Swasiland liegt die HIV-Prävalenz bei 15- bis 17-jährigen Mädchen bei sechs Prozent und steigt auf 43 Prozent an, wenn sie 24 Jahre alt sind. Kieffer macht dafür Armut, mangelnde Sekundarbildung, fehlende Arbeitsplätze und Vergewaltigungen sowie Gewalt von Seiten männlicher Sexualpartner verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mworeki kritisiert, dass es für junge Menschen in der Übergangszeit zwischen Kindheit und Erwachsenenalter keine Reproduktions- und Familienplanungsangebote gibt. &#8222;Auf diese Altersgruppe zugeschnittene Präventions- und Behandlungsangebote fehlen&#8220;, warnt sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aufklarungsunterricht-unzureichend">Aufklärungsunterricht unzureichend</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der UNAIDS-Mitarbeiter Paska Kinuthia arbeitet in Südafrika mit Jugendlichen zusammen. Seiner Meinung nach muss der Aufklärungsunterricht an allen afrikanischen Schulen verbessert werden. &#8222;Durchschnittlich wissen 41 Prozent der jungen Männer und 33 Prozent der Frauen über HIV/AIDS Bescheid&#8220;, erklärt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Experten sind sich darin einig, dass es eine Vielzahl von Problemen gibt, die gelöst werden müssen. So raten sie dazu, restriktive Bestimmungen abzuschaffen, die jungen Menschen den Zugang zu Beratungsstellen und Familienplanungsmethoden versperren. Sun ist der Meinung, dass die Förderung der Geschlechtergerechtigkeit und Jobangebote für junge Leute zur Lösung des Problems beitragen können. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern gilt als einer der Hauptgründe, warum die HIV-Prävention bei jungen Frauen im südlichen und östlichen Afrika fehlschlägt. (Foto: Mercedes Sayagues/IPS).</p>
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		<title>Ökosystem am Sambesi unter Druck</title>
		<link>https://afrika.info/oekosystem-am-sambesi-unter-druck/</link>
		
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		<pubDate>Fri, 15 Jun 2012 09:39:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Angola]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Mosambikaner Jose Chiburre kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als man im Incomati-Fluss noch schwimmen konnte. "Wir waren Kinder und lieferten uns Wettkämpfe", berichtet er. Das war in den 1970er Jahren, als der Fluss sogar in Trockenzeiten ganze 300 Meter breit war.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Nebert Mulenga | 15. Juni 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Harare (IPS/afr). Der Mosambikaner Jose Chiburre kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als man im Incomati-Fluss noch schwimmen konnte. &#8222;Wir waren Kinder und lieferten uns Wettkämpfe&#8220;, berichtet er. Das war in den 1970er Jahren, als der Fluss sogar in Trockenzeiten ganze 300 Meter breit war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Regenzeit verbreiterte sich der Incomati im Magudi-Bezirk in Maputo, wo Chiburre aufgewachsen ist, bis auf 700 Meter. Heute jedoch hat er die Hälfte seiner Breite eingebüßt und verkommt in der Dürreperiode zu einem Rinnsal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chiburre ist längst erwachsen und arbeitet als Umweltwissenschaftler im Sambesi-Flusstal. Dass der Incomati zu einem Schatten seiner selbst geworden ist, erklärt er mit dem erhöhten Wasserbedarf am Oberlauf des Flusses für die Land- und Viehwirtschaft und die Privathaushalte.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="pflanzen-und-tiere-vom-aussterben-bedroht">Pflanzen und Tiere vom Aussterben bedroht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen sind gravierend: So haben Flora und Fauna im Einzugsgebiet des Flusses erheblich gelitten. Die am Incomati endemische Raffia-Palme ist vom Aussterben bedroht, und Klunkerkraniche, Stahlschwalben und Gelbschnabel-Madenhacker sind als gefährdete Arten gelistet. Das gilt auch für größere Tiere wie Pferdeantilopen und Afrikanische Wildhunde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chiburre ist Leiter des &#8222;Joint Zambezi River Basin Environmental Flows Programme&#8220; der Umweltorganisation &#8222;World Wide Fund for Nature&#8220;. Der Erhalt von Flussökosystemen durch die quantitative und qualitative Sicherung des Wassernachschubs und der jährlichen Wasserzyklen gehört zu den Prioritäten der &#8222;Zambezi Watercourse Commission&#8220; (ZAMCOM). Die Organisation ist für die Koordination des Wassermanagements im Sambesi-Becken zuständig, das sich Angola, Botswana, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe und Tansania teilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Im Augenblick versuchen wir alle Akteure zusammenzubringen, um zu sehen, ob es möglich ist, für die Wassermenge in den Wasserläufen zu sorgen, die für den Erhalt des Ökosystems notwendig ist&#8220;, sagt Chiburre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der ersten Phase, die in diesem Monat ausläuft, wurden alle grundlegenden Informationen über die Situation in den drei Sambesi-Anrainerstaaten Mosambik, Sambia und Simbabwe zusammengetragen. Die zweite Phase beschäftigt sich mit den übrigen fünf Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Als Wassernutzer schenken wir der Natur wenig Aufmerksamkeit&#8220;, meint Chiburre. &#8222;Die Folgen sind gravierend. So hat diese Unaufmerksamkeit zur Trockenlegung von Feuchtgebieten insbesondere am Unterlauf des Sambesi in Mosambik geführt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Experten zufolge berichten die Menschen in den Sambesi-Flussebenen bereits von einem Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge, weil weniger Land überflutet und somit weniger Wasser und nährreicher Schlick angespült werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="nachhaltiges-ressourcenmanagement">Nachhaltiges Ressourcenmanagement</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wenn die ökologisch wichtigen Wassermengen nicht vorhanden sind, geht das auch zu Lasten des sozialen Zusammenhalts. Wenn Menschen aus der Not heraus nicht mehr nachhaltig handeln, sind Konflikte programmiert – entweder mit der Natur oder mit anderen Menschen&#8220;, sagt Chiburre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Michael Mutale, Exekutivdirektor des ZAMCOM-Sekretariats in Gaborone, erklärte, ist das Sambesi-Wasserversorgungsprogramm integraler Bestandteil der Bemühungen der Kommission um ein nachhaltiges Ressourcenmanagement. &#8222;Uns geht es darum, die ökologischen und ökonomischen Funktionen von Feuchtgebieten zu bewahren, die Verschmutzung der Gewässer und die Ausbreitung von Wasserpflanzen zu kontrollieren und mit Hilfe einer nachhaltigen Fischerei die regionale Ernährungssicherheit zu gewährleisten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt eine Vielzahl von Faktoren wie Staudämme, Landwirtschaft und Bergbau, die den Wassernachschub für den Sambesi verhindern. Die Erinnerungen eines Jungen, der gesehen hat, wie der Fluss seit seiner Kindheit an Stärke verloren hat, könnten entscheidend sein, um dem 3.000 Kilometer langen Sambesi ein ähnliches Schicksal zu ersparen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> North Bank Power Station am Sambesi in Sambia (Foto: Johannes Myburgh/IPS)</p>
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