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	<title>Landwirtschaft Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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	<title>Landwirtschaft Archive | afrika.info</title>
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		<title>Neue Kichererbse trotzt der Dürre</title>
		<link>https://afrika.info/kichererbse-klimawandel-suedliches-afrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 17:10:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
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		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Klimaangepasste Kichererbsensorten sollen Landwirten im südlichen Afrika helfen, trotz Dürren und steigender Düngemittelpreise stabile Erträge zu erzielen. Forscher*innen sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit und zu einer widerstandsfähigeren Landwirtschaft.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Klimaangepasste Kichererbsensorten sollen Landwirten im südlichen Afrika helfen, trotz Dürren und steigender Düngemittelpreise stabile Erträge zu erzielen. Forscher*innen sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit und zu einer widerstandsfähigeren Landwirtschaft.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Ignatius Banda | 14. August 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo, Simbabwe (IPS/afr) – Landwirte in Sambia, Malawi und Mosambik profitieren von einer neuen Kichererbsensorte, die nach Angaben von Forscher*innen mit deutlich weniger Stickstoffdünger auskommt. Damit reagiert die Wissenschaft auf ein zentrales Problem vieler afrikanischer Bauern: Die Kosten für Düngemittel sind infolge globaler Handelsstörungen deutlich gestiegen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Sorte zeichnet sich durch einen hohen Nährwert aus. Nach Einschätzung der Forscher*innen kann sie sowohl die Einkommen der Landwirte erhöhen als auch neue Exportmöglichkeiten eröffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahren kämpfen viele Landwirte in Afrika mit niedrigen Erträgen und nährstoffarmen Nutzpflanzen. Die Folgen reichen bis zu Mangelernährung und Wachstumsstörungen, insbesondere bei Kindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Züchtungen gewinnen vor dem Hintergrund des Klimawandels zusätzlich an Bedeutung. Vor allem im Globalen Süden stellt sich zunehmend die Frage, wie sich die Nahrungsmittelproduktion an häufigere Dürren, steigende Temperaturen und unsichere Niederschlagsmuster anpassen lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://www.icrisat.org/">International Crops Research Institute for the Semi-Arid Tropics</a> (ICRISAT)&nbsp;treibt diese Bemühungen gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) voran. Finanziert wird das Projekt über den Benefit-sharing-Fonds (BSF) des <a href="https://www.publiceye.ch/de/archiv/biopiraterie/internationale-konventionen/saatgut-vertrag-fao" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internationalen Saatgut-Vertrags</a>. Ziel ist es, die Abhängigkeit von kostspieligen landwirtschaftlichen Betriebsmitteln zu verringern.</p>



<h2 id="h-landwirtschaft-vor-enormen-herausforderungen" class="wp-block-heading">Landwirtschaft vor enormen Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des ICRISAT kommt die Initiative zu einem Zeitpunkt, an dem geopolitische Spannungen, Versorgungsengpässe bei Düngemitteln und steigende Produktionskosten die Landwirtschaft in den Trockengebieten des südlichen Afrikas zunehmend unter Druck setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen die Folgen gestörter globaler Lieferketten, die die Preise für Grundnahrungsmittel in vielen afrikanischen Ländern steigen ließen. Während Regierungen versuchen, die landwirtschaftliche Produktion und die Einkommen der Bauern zu stabilisieren, drängen internationale Finanzinstitutionen weiterhin auf den Abbau von Agrarsubventionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Angesichts weltweit weiter steigender Düngemittelpreise und landwirtschaftlicher Produktionskosten gewinnen widerstandsfähige Hülsenfrüchte wie Kichererbsen zunehmend an Bedeutung, um Landwirten in Malawi und im südlichen Afrika dabei zu helfen, ihre Produktivität aufrechtzuerhalten, die Ernährungssicherheit zu stärken und die Abhängigkeit von teuren landwirtschaftlichen Betriebsmitteln zu verringern“, sagt Himanshu Pathak, Generaldirektor des ICRISAT.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Einschätzung des Forschungsinstituts zeigen die gleichzeitigen klimatischen und wirtschaftlichen Belastungen in mehreren Ländern des südlichen Afrikas, wie dringend die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft gestärkt werden muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Prognosen des <a href="https://fews.net/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Famine Early Warning Systems Network</a> (FEWS NET) unterstreichen den Handlungsbedarf. Demnach werden Länder wie Simbabwe in niederschlagsarmen Regionen bis Anfang 2027 mit Getreidedefiziten rechnen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forscher*innen verweisen zudem darauf, dass die Industrieländer zwar seit Jahren Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel zusagen, die strukturellen Ursachen der Ernährungsunsicherheit in Afrika bislang jedoch nur unzureichend angegangen wurden.</p>



<h2 id="h-neue-kichererbse-punktet-in-allen-belangen" class="wp-block-heading">Neue Kichererbse punktet in allen Belangen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der jüngsten ICRISAT-Studie benötigt die neue Kichererbsensorte einen geringeren Einsatz an Stickstoffdünger. Damit wird sie zu einer attraktiven Option für Landwirte, die mit steigenden Produktionskosten und klimatischen Belastungen konfrontiert sind.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem sei die Kichererbse besonders gut an die semiariden Tropen angepasst &#8211; sie zeige eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit auch gegen Hitze und Dürre, so die Studie. Weitere Vorteile seien ihr hoher Nährstoffgehalt, die lange Haltbarkeit und ihre kulinarische Vielseitigkeit.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In vielen Trockengebieten sehen sich Landwirte mit steigenden Produktionskosten, sinkender Bodenfruchtbarkeit und zunehmend unvorhersehbaren Wetterverhältnissen konfrontiert“, erklärt der Agrarwissenschaftler James Mwololo, der das ICRISAT-Züchtungsprojekt für Hülsenfrüchte leitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Kichererbse entwickelt sich zu einer strategischen Kulturpflanze für die Trockenlandlandwirtschaft, da sie Landwirten einen tragfähigen Weg bietet, ihre Produktivität und ihr Einkommen unter zunehmend schwierigen Anbaubedingungen aufrechtzuerhalten“, fährt Mwololo fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Malawi liegen die Erträge derzeit bei etwas mehr als 800 Kilogramm pro Hektar. Verbesserte Sorten könnten jedoch Erträge von bis zu drei Tonnen pro Hektar erreichen, meint der Agrarexperte. „Durch einen besseren Zugang zu hochwertigem Saatgut wird sich die nationale Produktion gegenüber dem Ausgangswert von 2.570 Tonnen im Jahr 2022 voraussichtlich mehr als verdreifachen, während die Zahl der erreichten landwirtschaftlichen Haushalte bis 2027 von 22.000 auf über 66.000 steigen könnte“, so Mwololo.</p>



<h2 id="h-landwirte-hoffen-auf-bessere-einkommen" class="wp-block-heading">Landwirte hoffen auf bessere Einkommen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Vertreter*innen des Agrarsektor begrüßen das Projekt. Sie sehen in der neuen Kichererbsensorte zusätzliche Marktchancen und erwarten höhere Einkommen für ländliche Haushalte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unsere Partnerschaft mit ICRISAT geht über die traditionelle Entwicklung von verbessertem Saatgut hinaus“, sagte Gloria Pekani, Geschäftsführerin von Milele Agro-Processors in Malawi. „Es geht auch darum, bessere Marktchancen zu schaffen und die Lebensgrundlagen von Landwirten, Verarbeitern und Gemeinden zu sichern, die zunehmend auf widerstandsfähige Nutzpflanzen wie Kichererbsen angewiesen sind“, so Pekani.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Malawi gehört weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt und kämpft mit anhaltender Ernährungsunsicherheit. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an neue agrarwissenschaftliche Ansätze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschung an der neuen Kichererbsensorte soll künftig auch in anderen afrikanischen Ländern zur Stärkung der Ernährungssicherheit beitragen. Pilotprojekte laufen unter anderem in Mosambik, wo bewaffnete Konflikte die landwirtschaftliche Produktion in vielen Regionen zusätzlich erschweren. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Eine Farmerin in Äthiopien begutachtet eine Kichererbsen-Pflanze (Foto: Sunshine Seeds / Shutterstock.com)</p>
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		<title>Honig statt Biokraftstoffe in Kenias Tana-Delta</title>
		<link>https://afrika.info/honig-statt-biokraftstoffe-in-kenias-tana-delta/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 10:34:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Chemtai Kirui]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im kenianischen Tana-Delta zeigt ein Naturschutzprojekt, wie sich Umwelt- und Wirtschaftspolitik verbinden lassen: Statt großflächiger Biokraftstoffplantagen setzen Gemeinden, Behörden und internationale Partner auf Imkerei, nachhaltige Landwirtschaft und Renaturierung.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Chemtai Kirui | 15. Mai 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Golbanti, Kenia (IPS/afr) – Lydia Hagodana steht neben einem Bienenstock in Golbanti im Tana-Delta. Ein leises, gleichmäßiges Summen liegt in der Luft, während die Bienen unablässig ein- und ausfliegen. Vorsichtig hebt sie den Deckel eines Stocks an, um dessen Gewicht abzuschätzen. „Dieser Bienenstock gehört mir“, sagt sie. „Ich habe zwei davon.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hagodana ist eines von 25 Mitgliedern der Frauengruppe von Golbanti. Gemeinsam verwalten die Frauen rund 50 Bienenstöcke. Jedes Mitglied besitzt zwei davon und erntet mehrmals im Jahr Honig. Ein Teil der Einnahmen bleibt bei den einzelnen Frauen, ein anderer fließt in eine gemeinsame Sparkasse, mit der eine kleine Gemüsefarm der Gemeinschaft finanziert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bienenstöcke stehen am südlichen Ufer des Tana-Flusses, wo sich der Strom in zahlreiche Kanäle verzweigt und so das untere Delta bildet. Während der Regenzeit verwandelt sich die Region in weitläufige Überschwemmungsgebiete, die Zugvögel anziehen und Lebensraum für Flusspferde, Krokodile sowie die seltenen Küsten-Topis bieten – eine stark gefährdete Antilopenart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Waldstreifen entlang des Flussufers beherbergt zudem zwei vom Aussterben bedrohte Primatenarten: den Tana-Stummelaffen und die Tana-Mangabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen Jahren hat sich die Imkerei zu einer wichtigen alternativen Einkommensquelle entwickelt – in einer Region, deren Bevölkerung traditionell von Landwirtschaft, Fischerei und Viehzucht lebt. Besonders für Frauen bedeutet die Imkerei eine neue wirtschaftliche Perspektive jenseits körperlich schwerer Arbeit und männlich dominierter Tätigkeitsfelder.</p>



<h2 id="h-plane-fur-industrielle-nutzung" class="wp-block-heading">Pläne für industrielle Nutzung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 2007 entstanden Pläne für großflächige Biokraftstoffprojekte im Tana-Delta. Investoren betrachteten die Region als weitgehend ungenutztes Land. Große Flächen sollten mit Pflanzen wie Jatropha und Zuckerrohr bepflanzt werden, um daraus Biodiesel und Ethanol zu gewinnen. Die kenianische Regierung sah darin eine Chance für wirtschaftliche Entwicklung, Investitionen und neue Arbeitsplätze im Rahmen ihrer Entwicklungsstrategie „Vision 2030“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies stand im Zusammenhang mit der Politik der Europäischen Union, Biokraftstoffe mit fossilen Brennstoffen zu mischen“, meint Dr. Paul Matiku, Geschäftsführer der Umweltorganisation <a href="https://naturekenya.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nature Kenya</a>. „Afrika wurde als ein Ort mit ‚brachliegendem‘ Land angesehen, das für den Anbau dieser Pflanzen, darunter Jatropha und Zuckerrohr, umgewandelt werden könnte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Rodungen begannen. An manchen Orten wurden Felder umgepflügt, noch bevor ansässige Bauernfamilien ihre Habseligkeiten in Sicherheit bringen konnten. Zudem wurde ein Wildtierkorridor, den Elefanten und andere Tierarten nutzten, durch die geplanten Plantagen zerschnitten.</p>



<h2 id="h-erfolgreicher-widerstand" class="wp-block-heading">Erfolgreicher Widerstand</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zukunft des ökologisch wertvollen Deltas war zunehmend ungewiss. „Wir standen vor der Herausforderung, zu entscheiden, wohin sich das Tana-Delta entwickeln sollte“, erzählt Matiku, der den juristischen Widerstand gegen die Projekte mit angeführt hatte. „Man kann Wildtiergebiete und landwirtschaftliche Flächen nicht in Kraftstoff für Autos umwandeln. Wir mussten alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um das zu verhindern.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Koalition aus Naturschutzorganisationen und lokalen Gemeinden klagte schließlich gegen die Regierung. Im Februar 2013 stoppte Richterin Mumbi Ngugi die geplanten Großprojekte und urteilte, dass die Rechte der lokalen Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt worden seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Gericht entschied, dass niemand ohne einen gemeinsam mit der Bevölkerung erarbeiteten Flächennutzungsplan weitermachen dürfe“, sagte Matiku.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In den darauffolgenden zwei Jahren kartierten Gemeinden, Bezirksbehörden und Naturschutzgruppen gemeinsam das Delta. Im Rahmen des „Tana Delta Land Use Plan“ von 2025 wurde die Region erstmals offiziell in Zonen für Weidewirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz unterteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verfügte das Delta erstmals über ein verbindliches Regelwerk für seine Nutzung. Doch eine zentrale Frage blieb offen: Kann Naturschutz auch wirtschaftlich tragfähig sein?</p>



<h2 id="h-vom-brachliegenden-land-zur-naturokonomie" class="wp-block-heading">Vom „brachliegenden Land“ zur Naturökonomie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Unterstützung des <a href="https://www.unep.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Umweltprogramms der Vereinten Nationen</a> (UNEP) begannen Forscher*innen, den ökonomischen Wert der Ökosysteme des Deltas zu berechnen. Damit wurde das Gebiet neu bewertet – nicht länger als „brachliegendes Land“, sondern als funktionierende Naturökonomie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Projektpartner wandten sich daraufhin an die <a href="https://www.thegef.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Globale Umweltfazilität</a> (GEF), den weltweit größten multilateralen Umweltfonds. Nach einem technischen Prüfungsverfahren genehmigte die GEF im Jahr 2018 im Rahmen ihrer Restaurierungsinitiative einen Zuschuss von 3,3 Millionen US-Dollar für die Renaturierung des Tana-Deltas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Zusammenarbeit mit UNEP und Nature Kenya unterstützte das Programm u. a. die Ausarbeitung von Dokumenten zur Umsetzung des Landnutzungsplans in geltendes Recht. Zwischen 2019 und 2024 wurden insgesamt 29 Richtlinien und Rechtsinstrumente verabschiedet, um Landnutzung, Naturschutz und Klimaschutz zu regulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind von lose koordinierten Naturschutzprojekten zu einem rechtsbasierten Governance-Rahmen übergegangen, der Landnutzung, Klimawandel und Bürgerbeteiligung integriert“, sagt Mathew Babwoya Buya, Umweltbeauftragter des Tana River County.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das County Tana River reservierte mindestens zwei Prozent seines Entwicklungsbudgets für Klimaresilienz und die Wiederherstellung von Ökosystemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Haushaltsjahr 2024/25 belief sich das Gesamtbudget des Bezirks auf rund 8,87 Milliarden kenianische Schilling (68,76 Millionen US-Dollar). Davon entfielen etwa drei Milliarden Schilling (23 Millionen US-Dollar) auf Entwicklungsprojekte. Rund 60 Millionen Schilling (460.000 US-Dollar) pro Jahr wurden für die Wiederherstellung von Ökosystemen bereitgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Projektunterlagen zufolge mobilisierte das Programm insgesamt rund 36,8 Millionen US-Dollar an Kofinanzierungsmitteln – etwa elf Dollar für jeden Dollar GEF-Förderung.</p>



<h2 id="h-neue-wertschopfungsketten-gesucht" class="wp-block-heading">Neue Wertschöpfungsketten gesucht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Tana-Delta-Projekt zeigt, was möglich ist, wenn die Eigenverantwortung des Landes stark ist und die Prioritäten klar aufeinander abgestimmt sind”, sagte Ulrich Apel, leitender Umweltexperte bei der GEF. “Diese Hebelwirkung spiegelt ein tiefes nationales Engagement, eine starke Beteiligung einer Vielzahl von Interessengruppen sowie klare Verbindungen zu Wertschöpfungsketten und lokalen Geschäftsmöglichkeiten wider. Der integrierte, landschaftsbezogene Ansatz des Projekts ermöglicht es, mehrere Herausforderungen gleichzeitig anzugehen, was es zu einer attraktiven Plattform für Partner macht, gemeinsam mit der GEF zu investieren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großteil dieser Finanzierung stammt jedoch weiterhin von öffentlichen Stellen und internationalen Entwicklungspartnern. Lediglich rund 341.000 US-Dollar – weniger als ein Prozent der Gesamtsumme – entfallen auf direkte Investitionen des Privatsektors.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird deshalb nach ähnlichen Wertschöpfungsketten wie der Honigproduktion gesucht. Im Bereich der Aquakultur unterstützt die Mastercard Foundation gemeinsam mit TechnoServe ein Programm für rund 650 junge Unternehmer*innen im Tana River County. Vor Ort wird derzeit erprobt, wie sich dieses Modell in nachhaltige kommerzielle Investitionen überführen lässt.</p>



<h2 id="h-das-geschaft-mit-dem-honig" class="wp-block-heading">Das Geschäft mit dem Honig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Golbanti, wo Lydia Hagodanas Bienenstöcke am Flussufer stehen, entwickelt sich die Honigproduktion vielversprechend. Das Projekt wird in Partnerschaft mit <a href="https://www.africanbeekeepers.co.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">African Beekeepers Limited</a> (ABL) umgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen stellt moderne Bienenstöcke und technisches Fachwissen bereit, organisiert die Produktion und kauft den Honig zu einem festen Preis auf. Dadurch wird eines der größten Risiken ländlicher Märkte reduziert: starke Preisschwankungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir konnten 76 Landwirten etwa 700.000 KSh (5.400 USD) für den im Delta geernteten Honig auszahlen“, berichtet Ernest Simeoni, Direktor von ABL, mit Blick auf den ersten Produktionszyklus des Projekts.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5675" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bienenzüchter*innen bei der Honigernte im Tana-Delta: Die Bienenstöcke werden von African Beekeepers Limited (ABL) zur Verfügung gestellt. (Foto: Chemtai Kirui/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Simeoni betont, dass sich dieses Modell deutlich von vielen geberfinanzierten Initiativen unterscheide, die meist darauf abzielen, Landwirte in eigenständiger Imkerei auszubilden. „In ganz Kenia gibt es Hunderte moderner Bienenstöcke, aber sie produzieren keinen Honig“, erzählt er. „Was fehlt, ist das Fachwissen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">ABL behält deshalb die Kontrolle über die Produktion und setzt eigene Teams ein, um Bienenvölker zu überwachen, Honig zu ernten und die Verarbeitung zu organisieren. „Wir schulen die Landwirte nicht darin, wie man Imkerei betreibt“, erklärt Semeoni. „Was wir tun, ist Business – wir zeigen, wie man mit Honig Geld verdient.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gemeinschaftsgruppen stellen Land und Schutz für die Bienenstöcke bereit, während das Unternehmen Ernte und Verarbeitung übernimmt. Laut Simeoni sorgt diese Struktur für mehr Verlässlichkeit bei den Produktionsmengen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig warnt er jedoch vor der Fragilität des Modells. Der Zugang zu günstigen Finanzierungen sei begrenzt, und viele Projekte seien weiterhin auf Anschubfinanzierungen durch Geber angewiesen. „Wenn die Geberfinanzierung morgen wegfällt, werden die meisten dieser Projekte eingestellt“, sagt Simeoni.</p>



<h2 id="h-hoffnung-auf-grossere-investitionen" class="wp-block-heading">Hoffnung auf größere Investitionen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über kleinere Wertschöpfungsketten hinaus versucht das County, mit einem Entwicklungsplan namens „Green Heart“ größere Investitionen anzuziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Minjila wurde nach Angaben von Mwanajuma Hiribae, Mitarbeiterin des Tana River County, ein 60 Hektar großes Gelände für einen Industriestandort vorgesehen. Dort sollen künftig landwirtschaftliche Verarbeitung, Logistik und umweltfreundliche Produktion angesiedelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir arbeiten daran, eine Investitionsstelle einzurichten, um die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen zu koordinieren“, erzählt Hiribae. Zudem seien Mittel für die Entwicklung eines Masterplans bereitgestellt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Vorhaben befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium. Das Gelände muss zunächst offiziell an die Investitionsbehörde des Bezirks übertragen werden. Vorschläge potenzieller Investoren werden derzeit geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Behördenvertreter betonen, dass jede künftige Entwicklung mit dem Flächennutzungsplan des Deltas und den bestehenden Umweltschutzmaßnahmen vereinbar sein müsse. Bislang bleiben privatwirtschaftliche Investitionen im Tana-Delta jedoch überschaubar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Lydia Hagodana beginnt sich die Honigproduktion inzwischen auszuzahlen. Mit den Einnahmen finanziert sie die Schulgebühren ihrer sechs Kinder, bewirtschaftet einen kleinen Bauernhof und unterstützt den gemeinschaftlichen Gemüseanbau. Einen Teil des Geldes gibt sie aus, einen spart sie, einen investiert sie erneut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit zwei Jahren hält sie Bienen. Früher, sagt sie, sei das Leben deutlich härter gewesen. Heute gebe es zumindest etwas, worauf sie sich verlassen könne. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Lydia Hagodana vor Bienenstöcken in Golbanti im Tana-Delta in Kenia (Foto: Chemtai Kirui/IPS)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Der Klimawandel trifft den Kaffeeanbau</title>
		<link>https://afrika.info/der-klimawandel-trifft-den-kaffeeanbau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Mar 2026 08:54:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
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		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zunehmende Hitzewellen in den wichtigsten Kaffeeanbaugebieten der Welt setzen der Produktion massiv zu. Die Folgen sind geringere Ernten und steigende Verbraucherpreise. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Climate Central.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/der-klimawandel-trifft-den-kaffeeanbau/">Der Klimawandel trifft den Kaffeeanbau</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 3. März 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo, Simbabwe (IPS/afr) – Zunehmende Hitzewellen in den wichtigsten Kaffeeanbaugebieten der Welt setzen der Produktion massiv zu. Die Folgen sind geringere Ernten und steigende Verbraucherpreise. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von <a href="https://go.climatecentral.org/coffee_and_climate" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Climate Central</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Äthiopien und Indonesien – die fünf größten Kaffeeproduzenten – liefern zusammen 75 Prozent des weltweiten Kaffees. Laut der Klimaforschungsorganisation Climate Central mit Sitz in Princeton, USA verzeichneten diese Länder infolge des Klimawandels durchschnittlich 57 zusätzliche Hitzetage pro Jahr von über 30 Grad Celsius.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Steigen die Temperaturen über diesen Schwellenwert, geraten Kaffeepflanzen unter Hitzestress. Das verringert die Erträge, beeinträchtigt die Qualität der Bohnen und erhöht die Anfälligkeit für Krankheiten. Dies wirkt sich zwangsläufig auch auf die Kaffeepreise aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Hitzestress kann sowohl die Qualität als auch die Quantität der Ernten beeinträchtigen, was weniger Kaffee, höhere Preise und somit eine teurere Morgenroutine und Nachmittagsstärkung bedeutet&#8220;, sagt Shel Winkley, Meteorologe bei Climate Central. &#8222;Die Farmer tun ihr Bestes, um sich anzupassen: Sie pflanzen beispielsweise Schattenbäume, die die Kaffeepflanzen auf natürliche Weise kühlen, um die zukünftigen Ernten in unserer sich erwärmenden Welt zu schützen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-lokalaugenschein-im-mutterland-des-kaffees">Lokalaugenschein im Mutterland des Kaffees</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch im Osten Afrikas leiden die Erträge unter der zunehmenden Erwärmung. Äthiopien ist das Mutterland des Kaffees und der fünftgrößte Produzent weltweit. Die Studie weist dort 34 zusätzliche kaffeeschädliche Hitzetage aus. Insgesamt steigt damit die Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius auf 108 pro Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dejene Dadi ist Generaldirektor der <a href="https://www.oromiacoffeeunion.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Oromia Coffee Farmers Cooperatives Union</a> (OCFCU), die mehr als 560.000 Kaffeefarmer vertritt. Er betont, dass der in Äthiopien angebaute Arabica-Kaffee empfindlich auf direkte Sonneneinstrahlung reagiert und ausreichend Schatten benötigt, um hohe Erträge zu sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Um die Kaffeeversorgung zu gewährleisten, müssen die Regierungen gegen den Klimawandel vorgehen“, sagt Dadi und fügt hinzu: „Sie müssen auch mit Kleinbauern und ihren Organisationen zusammenarbeiten und in sie investieren, damit wir die Lösungen, die wir zur Anpassung benötigen, ausweiten können.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-kaum-unterstutzung-fur-klimaanpassung">Kaum Unterstützung für Klimaanpassung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Realität sieht jedoch anders aus: Obwohl kleinbäuerliche Betriebe rund 60 Prozent des weltweiten Kaffeeangebots erzeugen, erhielten sie laut einer <a href="https://www.eaffu.org/wp-content/uploads/2025/10/FINAL_Feeding_the_world_report_EN.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Untersuchung</a> von &#8222;Family Farmers for Climate Action&#8220; lediglich 0,36 Prozent der Finanzmittel, die 2021 für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels erforderlich gewesen wären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei sind die Kosten vergleichsweise gering: Die Anpassung einer ein Hektar großen Farm schlägt durchschnittlich mit 2,19 US-Dollar pro Tag zu Buche – weniger als der Preis für eine Tasse Kaffee in vielen Ländern.</p>



<iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d5737248.385935499!2d34.39766850183878!3d8.13822210533611!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x17adb882f6e6a723%3A0xf45a83bb90208fd8!2sJimma%2C%20Ethiopia!5e0!3m2!1sen!2sde!4v1772529097652!5m2!1sen!2sde" width="100%" height="450" style="border:0;" allowfullscreen="" loading="lazy" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">Die OCFCU setzt z. B. auf energieeffiziente Kochherde, die den Bedarf an Brennholz reduzieren und Waldgebiete schützen, die als natürlicher Schutz für den Kaffeeanbau dienen. Mehr als 19.000 effiziente Holzsparöfen wurden an Kaffeebauern in Jimma (siehe Karte) im Westen Äthiopiens ausgegeben und ersetzen dort traditionelle Feuerstellen. Nach Angaben der Union verringert das Projekt die Emissionen um 20.323 Tonnen Kohlendioxidäquivalente (CO₂e) pro Jahr und halbiert den Brennstoffbedarf.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-massiver-ruckgang-von-anbauflachen-befurchtet">Massiver Rückgang von Anbauflächen befürchtet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im letzten Jahr exportierte Äthiopien 469.000 Tonnen Kaffee, davon rund 40 Prozent in die Europäische Union. Gemeinsam mit Uganda verantwortet das Land nach <a href="https://pulseofafrica.info/news/1141" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Angaben</a> der Internationalen Kaffeeorganisation (ICO) rund 80 Prozent der afrikanischen Kaffeeexporte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weltweit werden täglich schätzungsweise 2,2 Milliarden Tassen Kaffee konsumiert. Laut <a href="https://www.statista.com/chart/8602/top-coffee-drinking-nations/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Statista</a> leben die stärksten Kaffeetrinker*innen in Nordeuropa: Die Niederlande liegen mit einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von über acht Kilogramm an erster Stelle, gefolgt von Finnland, Schweden und Norwegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon bald könnte aber der Kaffeegenuss deutlich teurer werden. Wenn keine wirksamen Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden, könnten die weltweiten Anbauflächen bis 2050 um bis zu 50 Prozent schrumpfen, warnen die Wissenschaftler*innen von Climate Central. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Äthiopischer Rohkaffee (Foto: Monika Sturmer/afrika.info) </p>
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		<title>Wenn die Dürre die Kindheit raubt</title>
		<link>https://afrika.info/wenn-die-duerre-die-kindheit-raubt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 13:48:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Somalia]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Kibet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Norden Kenias zwingt eine anhaltende Dürre Familien zu existenziellen Entscheidungen: Wasser oder Schule, Überleben oder Zukunft. Besonders Kinder zahlen den höchsten Preis – mit Hunger, Bildungsabbrüchen und wachsender Unsicherheit.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Robert Kibet | 24. Februar 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mandera, Kenia (IPS/afr) – Jeden Morgen vor Sonnenaufgang macht sich die zehnjährige Amina Adan auf den Weg zu einer schwindenden Wasserstelle am Rande der Stadt Rhamu im Bezirk Mandera im Nordosten Kenias. Eigentlich sollte sie im Klassenzimmer sitzen. Stattdessen schleppt sie einen gelben Kanister, der fast so groß wie sie selbst ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Mutter, Fatuma Adan, beschreibt die Lage nüchtern. Es gehe längst nicht mehr um die Entscheidung zwischen Bildung und Hausarbeit, sondern zwischen Wasser und Überleben. &#8222;Wenn es kein Wasser gibt, gibt es auch keine Nahrung und keine Schule&#8220;, erklärt Fatuma. &#8222;Die Kinder müssen helfen, sonst schaffen wir es nicht durch den Tag.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aminas Alltag steht exemplarisch für eine sich zuspitzende Krise in Kenias ariden und semi-ariden Gebieten (ASALs). Dort droht die anhaltende Dürre die hart erkämpfte Fortschritte in Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit und Bildung – den Kernbereichen der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) – zunichtezumachen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-eine-durre-uberlastet-ganze-systeme">Eine Dürre überlastet ganze Systeme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der kenianischen <a href="https://ndma.go.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">National Drought Management Authority</a> (NDMA) befindet sich Mandera weiterhin in der Alarmphase. Die kurzen Regenfälle zwischen Oktober und Dezember 2025 erreichten lediglich 30 bis 60 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Wasserstellen sind versiegt, Weideland ist verdorrt, Viehbestände brechen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Landesweite Erhebungen zur Lebensmittel- und Ernährungssicherheit zeigen: Mehr als 2,15 Millionen Menschen in Kenias ASAL-Bezirken benötigen dringend humanitäre Hilfe. Über 800.000 Kinder im Alter von sechs bis 59 Monaten müssen wegen akuter Unterernährung behandelt werden. Im Bezirk Mandera steigen die Aufnahmen in ambulante Therapieprogramme, während Familien ihre Vorräte aufbrauchen und die Milchproduktion drastisch sinkt.</p>



<iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d8151846.7302262!2d35.94000292032992!3d3.938888252880981!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x17c1f9ebcc5c0523%3A0xc32b6001a5143d17!2sRhamu%2C%20Kenya!5e0!3m2!1sen!2sde!4v1771940959740!5m2!1sen!2sde" width="100%" height="450" style="border:0;" allowfullscreen="" loading="lazy" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Krise reicht weit über Kenia hinaus. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind am Horn von Afrika – in Kenia, Somalia und Äthiopien – fast 24 Millionen Menschen von akuter Wasserunsicherheit betroffen. UNICEF warnt, dass 2,7 Millionen Kinder in der Region aufgrund dürrebedingter Vertreibungen bereits nicht mehr zur Schule gehen; weitere vier Millionen sind gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;„&#8220;Diese Klimakatastrophen sind keine einmaligen Notfälle mehr&#8220;, sagt ein Bildungsbeauftragter des Bezirks Mandera. &#8222;Sie sind struktureller Natur und beeinflussen, wie – oder ob – Kinder wachsen, lernen und sich entwickeln.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-unterbrochene-bildung-verlorene-zukunft">Unterbrochene Bildung – verlorene Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Mandera spüren Schulen die Folgen unmittelbar. Lehrer*innen berichten von schrumpfenden Klassen, weil Familien auf der Suche nach Weideland und Wasser weiterziehen. Andere Kinder bleiben zurück, kämpfen jedoch mit Hunger und Erschöpfung – konzentriertes Lernen ist kaum möglich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdikadir Adan Alio, Bildungsbeamter in Mandera, bestätigt den starken Rückgang der Anwesenheit in besonders betroffenen Schulen. Mädchen seien überproportional betroffen, da sie traditionell für das Wasserholen und die Hausarbeit verantwortlich sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Entwicklungsexpert*innen gehen die Folgen weit über kurzfristige Lernrückstände hinaus. Unterbrochene Bildung schwächt das Humankapital, mindert langfristig wirtschaftliche Produktivität und reduziert die Fähigkeit von Gemeinschaften, sich an zukünftige Klimaschocks anzupassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn Kinder Jahr für Jahr die Schule versäumen, wird der Schaden generationsübergreifend“, warnt der Bildungsexperte Ali Abdi, der im Norden Kenias tätig ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-hunger-krankheit-gefahrdung">Hunger, Krankheit, Gefährdung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gesundheitsfachkräfte sprechen von einem gefährlichen Kreislauf aus Hunger, Krankheit und wachsender Verwundbarkeit. Wassermangel verschlechtert die hygienischen Bedingungen und erhöht das Risiko von Durchfallerkrankungen, die besonders für unterernährte Kinder lebensbedrohlich sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mobile Kliniken in abgelegenen Gebieten Mandera untersuchen Kinder auf Unterernährung, verteilen therapeutische Spezialnahrung und überweisen schwere Fälle an Stabilisierungszentren. Diese Angebote entstehen durch Kooperationen zwischen Bezirksregierungen und humanitären Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Früherkennung rettet Leben&#8220;, sagt ein Ernährungsspezialist in Mandera, &#8222;aber die Fallzahlen steigen weiter, und die Entfernungen, die die Familien zurücklegen müssen, werden immer größer.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Verlust ihrer Lebensgrundlagen greifen Familien zunehmend zu negativen Bewältigungsstrategien. Humanitäre Organisationen berichten von wachsendem Risiko für Kinderarbeit, Frühehen und geschlechtsspezifische Gewalt – insbesondere in abgelegenen Siedlungen mit schwachen sozialen Sicherungssystemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mädchen sind besonders gefährdet. Wenn Ressourcen knapp werden, wird ihre Bildung häufig zuerst eingeschränkt. &#8222;Die Dürre nimmt uns nicht nur Nahrung und Wasser&#8220;, sagt ein Gemeindevorsteher in Mandera. &#8222;Sie nimmt den Kindern auch ihre Sicherheit und Würde.&#8220;<br></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-was-hilft-integrierte-kindzentrierte-losungen">Was hilft: integrierte, kindzentrierte Lösungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der dramatischen Lage zeigen Erfahrungen aus Mandera und anderen ASAL-Bezirken, dass koordinierte Maßnahmen Kinder wirksam schützen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mobile Gesundheits- und Ernährungskliniken – unterstützt von Organisationen wie UNICEF und Save the Children – erreichen nomadische und vertriebene Familien. Sie verbinden Untersuchungen, Impfungen und Gesundheitsdienste für Mütter und reduzieren lange Anfahrtswege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geldtransferprogramme, die staatliche Stellen mit Partnern wie World Vision umsetzen, ermöglichen Haushalten, Ausgaben flexibel an ihren dringendsten Bedürfnissen auszurichten. Studien belegen, dass solche Transfers negative Bewältigungsstrategien deutlich verringern und den Schulbesuch auch in Krisenzeiten stabilisieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Investitionen in Wassertransporte, die Sanierung von Bohrlöchern und klimaresistente Wasserinfrastruktur verbessern zusätzlich die Versorgung in Dürregebieten. Zwar sind diese Maßnahmen kostenintensiv, doch Expert*innen sehen sie als entscheidend an, um wiederkehrende Notlagen langfristig zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gemeindebasierte Ansätze erweisen sich als wirksam: Geschulte Freiwillige führen Untersuchungen auf Haushaltsebene durch, identifizieren gefährdete Kinder frühzeitig und vermitteln Familien an Unterstützungsangebote.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Diese Maßnahmen sind am wirksamsten, wenn sie kombiniert werden&#8220;, sagt ein Manager eines humanitären Programms. &#8222;Gesundheit allein reicht nicht aus. Wasser, Nahrung, Einkommen und Schutz müssen Hand in Hand gehen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-zwischen-nothilfe-und-strukturellem-wandel">Zwischen Nothilfe und strukturellem Wandel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz lebensrettender Programme bleiben Lücken. Finanzierungszyklen sind häufig kurz, Maßnahmen reagieren eher auf akute Krisen, statt präventiv zu wirken. Lokale Behörden betonen, dass klimaresistente Lebensgrundlagen – etwa dürreresistente Landwirtschaft, Viehversicherungen und alternative Einkommensquellen – entscheidend seien, um den Kreislauf zu durchbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungsexpert*innen warnen: Ohne nachhaltige Investitionen wird die Dürre weiterhin Fortschritte bei mehreren SDGs untergraben und immer neue, langfristig teurere Notfallmaßnahmen erzwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Frage ist nicht, ob die Dürre zurückkehren wird&#8220;, sagt Eunice Koech, Klimaexpertin der <a href="https://igad.int/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Intergovernmental Authority on Development</a> (IGAD). &#8222;Die Frage ist, ob die Systeme stark genug sein werden, um Kinder zu schützen, wenn es soweit ist.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Rhamu bleibt Fatuma Adan nur Hoffnung. Sie wünscht sich, dass ihre Tochter bald wieder ganztags zur Schule gehen kann. &#8222;Ich möchte, dass Amina lernt&#8220;, sagt sie. &#8222;Aber zuerst müssen wir leben.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Wasserholen statt Schule heißt es für viele Kinder in den von Dürre betroffenen Gebieten in Kenia.(Foto: Charles Kariuki/IPS)</p>
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		<title>Junge Agripreneure kämpfen um Kapital</title>
		<link>https://afrika.info/junge-agripreneure-kaempfen-um-kapital/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2025 15:28:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Chemtai Kirui]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Winnie Wambui lehnt sich mit dem Mikrofon in der Hand nach vorne, ihr Blick wandert durch den Saal, bis sie eine erhobene Hand entdeckt. Dann die Frage, die viele im Saal beantwortet wollen wissen: Wie ist es ihr gelungen, aus einem Uniprojekt ein florierendes Unternehmen zu entwickeln?</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Chemtai Kirui | 17. September 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dakar (IPS/afr). Winnie Wambui lehnt sich mit dem Mikrofon in der Hand nach vorne, ihr Blick wandert durch den Saal, bis sie eine erhobene Hand entdeckt. Dann die Frage, die viele im Saal beantwortet wollen wissen: Wie ist es ihr gelungen, aus einem Uniprojekt ein florierendes Unternehmen zu entwickeln?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 24-jährige Jungunternehmerin betreibt die <a href="https://circularacceleration.com/harcourt-agri-eco-farm/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Harcourt Agri-Eco Farm</a> in Juja, eine Stadt 30 km nördlich von Nairobi. Mit Hilfe schwarzer Soldatenfliegen recycelt ihr achtköpfiges Team monatlich 30 Tonnen organischer Abfälle zu Tierfutter – und erzielt dabei einen Umsatz von mindestens 1.000 US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wambui erinnert sich zurück an ihre ersten Experimente, die sich im Jahr 2022 an der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology durchgeführt hatte: „Damals hätte ich nicht damit gerechnet, dass daraus eine Farm oder ein Unternehmen werden würde.“</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Harcourt Agro Eco Farm" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/nwtqcoNBQHQ?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Videobeitrag von GrowthAfrica über die Arbeit von Winnie Wambui und die Harcourt Agri-Eco Farm</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte von Winnie Wambui steht exemplarisch für die Hoffnung, die viele in Afrikas Jugend setzen. Auf dem <a href="https://afs-forum.org/summit/2025/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Food Systems Forum</a> (AFSF, 31. August &#8211; 5. September, ) in Dakar stand die junge Generation ins Rampenlicht: Junge Agrarunternehmer*innen teilten sich die Bühne mit Staatsoberhäuptern – ein symbolischer Schritt in einer Region, in der fast 400 Millionen Menschen unter 35 Jahre alt sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unser Durchschnittsalter liegt bei nur 19 Jahren”, sagt Claver Gatete, Exekutivsekretär der UN-Wirtschaftskommisson für Afrika (UNECA). “Und bis 2050 wird jeder dritte junge Mensch auf der Welt Afrikaner oder Afrikanerin sein. Wenn man den Jugendlichen Land, Geld, Technologie und Märkte gibt, könnten sie nicht nur Afrika, sondern auch die ganze Welt ernähren.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-grosse-plane-und-eine-noch-grossere-lucke">Große Pläne – und eine noch größere Lücke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vision ist ehrgeizig. Mit <a href="https://au.int/en/caadp" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CAADP 3.0</a>, einer Weiterentwicklung des kontinentalen Landwirtschaftsplans der Afrikanischen Union, sollen Investitionen von 100 Milliarden US-Dollar mobilisiert, die landwirtschaftliche Produktion um 45 Prozent gesteigert und die Einbindung junger Menschen massiv ausgeweitet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Realität zeigt ein anderes Bild: Afrika verfügt zwar über rund 65 Prozent des ungenutzten Ackerlandes der Welt, dennoch muss der Kontinent pro Jahr Lebensmittel im Wert von über 500 Milliarden US-Dollar importieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem fehlt es an Finanzierungsmodellen, nur drei bis vier Prozent der Bankkredite fließen in den Agrarsektor. „Wir haben uns auf Zuschüsse und Hilfen verlassen, um die Landwirtschaft über Wasser zu halten, und dadurch ist der Agrarsektor in eine Risikowahrnehmungsfalle geraten“, warnt Adesuwa Ifedi, Vizepräsident für Afrika der Entwicklungsorganisation <a href="https://www.heifer.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Heifer International</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Jungunternehmen können nicht wachsen oder scheitern ganz, weil ihnen die Kredite fehlen. Erfolgsgeschichten wie Winnie Wambui sind daher selten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der tansanische Unternehmer Nelson Joseph Kisanga berichtet von einem steinigen Weg. Einst Banker, verlor er beim Einstieg in die Geflügelzucht fast alles. Heute führt er mit seiner Frau ein erfolgreiches Gewürzunternehmen namens Get Aroma Spices, das mehr als 50.000 Bauern in Südtansania einbindet und nun auch nach Ghana expandiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In meiner Heimat heißt es, dass Landwirtschaft nichts für junge Leute ist“, bedauert Kisanga. „Skalierung bedeutet Kredite zu hohen Zinsen &#8211; selbst heute noch. Es gibt keinen anderen Weg.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-viel-applaus-wenig-transparenz">Viel Applaus, wenig Transparenz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forum bot symbolische Anerkennung und einzelne Unterstützungen für die Jungunternehmer*innen. Die sichtbarste Initiative war der <a href="https://gogettaz.africa/2025-gogettaz-agripreneur-prize/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">GoGettaz Agripreneur Prize</a>. Die mit jeweils 50.000 US-Dollar dotierte Auszeichnung ging an den Ägypter Naglaa Mohammad, der landwirtschaftliche Abfälle in Naturprodukte verwandelt, und an den Ugander Samuel Muyita, der Nanotechnologie einsetzt, um Ernteverluste bei Obst und Gemüse zu reduzieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hat Senegal ein 22,5 Millionen US-Dollar schweres Pilotprojekt für gemeinschaftliche landwirtschaftliche Genossenschaften gestartet. Und das Vereinigte Königreich (UK), die Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA) und die Afrikanische Union (AU) haben ein Handelsprogramm in der Höhe von 6,7 Millionen US-Dollar angekündigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wie viel von den Vorhaben tatsächlich bei den Gründer*innen tatsächlich ankommt, bleibt unklar. „Wir kennen dieses Muster schon früher: Große Versprechen auf dem Gipfel, aber wenig Klarheit oder Nachverfolgung darüber, wie viel davon tatsächlich bei Jugendlichen und Kleinbauern ankommt – dem Rückgrat der afrikanischen Nahrungsmittelproduktion“, beklagt Famara Diédhiou, Programmmanagerin für Nahrungsmittelsysteme in einem zivilgesellschaftlichen Netzwerk im Senegal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So endete das Forum in Dakar zwar mit viel Symbolik, aber mit wenig harten Zahlen. Junge Unternehmer*innen wie Wambui oder Kisanga bleiben gefordert, Sichtbarkeit und Netzwerke selbst zu schaffen. „Jede Sichtbarkeit ist Geld“, sagt Kisanga. „So überlebt man.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Winnie Wambui beim Africa Food Systems Forum in Dakar (Foto: Chemtai Kirui/IPS)</p>
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		<title>The Chocolate War</title>
		<link>https://afrika.info/veranstaltungen/the-chocolate-war/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Sep 2025 14:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Côte d'Ivoire]]></category>
		<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Filmabend]]></category>
		<category><![CDATA[Kakao]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Miki Mistrati]]></category>
		<category><![CDATA[Terry Collingsworth]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://afrika.info/?page_id=4741</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der dänische Dokumentarfilm „The Chocolate War“ (2022) beleuchtet die dramatische Situation von Kinderarbeit auf Kakaoplantagen in Westafrika und zeigt auf, dass kakaoverarbeitende Unternehmen weiterhin von der Ausbeutung von Kindern profitieren.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/veranstaltungen/the-chocolate-war/">The Chocolate War</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 id="h-filmabend-mit-schokoladenverkostung" class="wp-block-heading">Filmabend mit Schokoladenverkostung</h2>



<pre class="wp-block-verse"><strong>Termin:</strong> 5. Dezember 2025, 18:30 Uhr<br><strong>Ort:</strong> Afro-Asiatisches Institut Salzburg, Imaculada (EG), Wiener-Philharmoniker-Gasse 2, 5020 Salzburg<br><strong>Eintritt: </strong>frei</pre>



<p class="wp-block-paragraph">Der dänische Dokumentarfilm <strong>„The Chocolate War“</strong> (2022) beleuchtet die dramatische Situation von Kinderarbeit auf Kakaoplantagen in Westafrika und zeigt auf, dass kakaoverarbeitende Unternehmen weiterhin von der Ausbeutung von Kindern profitieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon vor mehr als zwei Jahrzehnten haben die größten Schokoladenunternehmen mit Unterzeichnung des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Harkin%E2%80%93Engel_Protocol" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Harkin-Engel-Protokolls</a> (2001) versprochen, die schlimmsten Formen von Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen Westafrikas zu beenden. Doch bis heute hat sich daran wenig geändert: Noch immer schuften rund <strong>1,5 Millionen Kinder</strong> (Quelle: <a href="https://www.norc.org/research/projects/assessing-child-labor-in-west-africa-cocoa-farming.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">NORC</a>) unter gefährlichen Bedingungen allein in <strong>Côte d’Ivoire</strong> und <strong>Ghana</strong> – den Hauptanbaugebieten für Kakao.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Dokumentarfilm begleitet den US-amerikanischen Menschenrechtsanwalt <strong>Terry Collingsworth</strong> über fünf Jahre hinweg in seinem beharrlichen Kampf gegen die bewusste Ausbeutung von Kindern auf ivorischen Kakaoplantagen. Als Vertreter von acht Betroffenen reist er wiederholt nach Westafrika, sammelt Beweise und bringt schließlich einen Fall bis vor den Obersten Gerichtshof der USA. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„The Chocolate War“ ist der dritte Film des dänischen Regisseurs <strong>Miki Mistrati</strong>, der sich seit Jahren mit den dunklen Seiten der Schokoladenindustrie auseinandersetzt. Schon 2010 deckte er in „The Dark Side of Chocolate“ die weitverbreitete Kinderarbeit auf westafrikanischen Kakaoplantagen auf.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="The Chocolate War Trailer | CPH:DOX 2022" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/tzlG1WoKfao?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Trailer zu &#8222;The Chocolate War&#8220; von Miki Mistrati</figcaption></figure>



<h2 id="h-schokoladenverkostung-mit-fairer-alternative" class="wp-block-heading">Schokoladenverkostung mit fairer Alternative</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an den Film sind die Besucher*innen eingeladen, Schokoladen des deutsch-ghanaischen Unternehmens fairafric zu verkosten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">fairafric zählt zu den Vorreitern einer fairen Wertschöpfung: Das Unternehmen zahlt die höchsten Kakaoprämien in Westafrika und produziert seine Schokolade vollständig vor Ort in einer solarbetriebenen Fabrik in Suhum, Ghana.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine <a href="https://www.inkota.de/sites/default/files/2025-04/250401_factsheet3_zertifizierung_web.pdf">aktuelle Studie</a> des Inkota-Netzwerks in Berlin (2025) bestätigt: fairafric ist die einzige Marke, die alle sechs geprüften Nachhaltigkeitskriterien vollständig erfüllt.<br><br>Ein Kooperation von Afro-Asiatisches Institut Salzburg, afrika.info, PLUS Green Campus Students Team, Katholische Hochschulgemeinde</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Der ghanaische Kakaofarmer Nicholas Dwamena präsentiert stolz seine Ernte. Durch die Kooperation mit fairafric erzielt er ein besseres Einkommen. (Foto: Martin Sturmer/afrika.info)</p>
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		<title>Die App, die Süßkartoffeln rettet</title>
		<link>https://afrika.info/die-app-die-suesskartoffeln-rettet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Dec 2024 08:04:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war ein glühend heißer Nachmittag in Moshi in Tansanias Kilimanjaro-Region, als Mwajuma Rashid Njau und Mumii Rajab fassungslos vor ihren Feldern standen: Ihre Süßkartoffeln waren von Schädlingen vernichtet worden. Die Hilflosigkeit gehört nun der Vergangenheit an - dank einer App.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 12. Dezember 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moshi (IPS/afr) &#8211; Es war ein glühend heißer Nachmittag in Moshi in Tansanias Kilimanjaro-Region, als Mwajuma Rashid Njau und Mumii Rajab fassungslos vor ihren Feldern standen: Ihre Süßkartoffeln waren von Schädlingen vernichtet worden. Die Hilflosigkeit gehört nun der Vergangenheit an &#8211; dank einer App.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Njau und Rajab sind zwei von über 300 Farmer*innen in Tansania, die eine App namens “Kiazi Bora” (“Gute Kartoffel” auf Kiswahili) benutzen. Die Anwendung wurde speziell für Bauern und Bäuerinnen entwickelt, um sie optimal beim Anbau von orangefarbenen Süßkartoffeln (OFSP, orange-fleshed sweet potatoes) und der Schädlingsbekämpfung zu unterstützen. OFSP sind ein mit Beta-Carotin angereichertes Nahrungsmittel, das den Vitamin-A-Mangel in afrikanischen Ländern bekämpfen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Diese App hat alles verändert“, sagt die 38-jährige Njau mit einem müden, aber hoffnungsvollen Lächeln. „Ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte, aber jetzt schaue ich einfach auf mein Telefon, und es sagt mir genau, was ich tun soll.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sprache als Erfolgsfaktor</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die hohe Akzeptanz der App basiert vor allem auf der hochmodernen KI-Sprachtechnologie. Denn während ähnliche Anwendungen sich oft in Englisch an ihre Nutzer*innen wenden, liefert “Kiazi Bora” klare Anweisungen in der tansanischen Nationalsprache Kiswahili. „Die App spricht mit mir in einer Sprache, die ich deutlich verstehe“, bestätigt Njau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter der App steht die gemeinnützige Organisation <a href="https://seeafricatz.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">SEE Africa</a> mit Sitz in Arusha. “Kiazi Bora” stellte das Entwicklungsteam allerdings vor große Herausforderungen. Laut UNESCO zählt Kiswahili zwar zu den zehn größten Sprachen der Welt und wird von mehr als 200 Millionen Menschen gesprochen. Dennoch standen nicht genügend hochwertige Sprachdaten zur Verfügung, um die KI zu trainieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Problem zu lösen, wandte sich das Team von SEE Africa an die Mozilla Foundation, die seit dem Jahr 2017 das Crowdsourcing-Projekt <a href="https://commonvoice.mozilla.org/en" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Common Voice</a> betreibt. Das Projekt will KI-Anwendungen in unterrepräsentierten Sprachen zugänglich machen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">EM Lewis-Jong ist die Produktdirektorin von Mozilla Common Voice. Sie erklärt, dass das Projekt auf die Kraft der Community setzt: „Wir verwenden ein Crowdsourcing-Modell, bei dem die Leute freiwillig ihre Sprachdaten beitragen“, sagt Lewis-Jong. „Dadurch wird sichergestellt, dass die Daten die wahre Vielfalt der Sprache widerspiegeln, einschließlich unterschiedlicher Akzente und Dialekte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mozilla Foundation geht es auch darum, dass Sprachen nicht auf dem Altar von Vermarktungsinteressen geopfert werden. „Wenn die Datenerstellung gewinnorientierten Unternehmen überlassen wird, werden viele Sprachen der Welt auf der Strecke bleiben“, ist Lewis-Jong überzeugt. „Wir wollen eine Welt, in der die Menschen die Daten erstellen können, die sie brauchen, und ihre Sprache so erfassen, wie sie sie erleben.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">App als Gamechanger</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die 42-jährige Farmerin Rajab ist die App jedenfalls ein Gamechanger. „Früher fühlte ich mich machtlos“, erinnert sie sich. „Wenn die Schädlinge kamen, musste ich einfach zusehen, wie meine Ernte vernichtet wurde. Jetzt kann ich mich wehren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl Njau als auch Rajab haben dank der App ihren Lebensunterhalt deutlich verbessern können. In nur einem Jahr stieg ihr Einkommen von null auf 127 USD pro Monat. So lernten die beiden Frauen etwa, wie sie Süßkartoffeln zu Mehl und Gebäck weiterverarbeiten können. Mit diesen Produkten erzielen sie auf den lokalen Märkten weitaus bessere Preise als mit den Knollen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zusätzliche Einkommen ermöglicht es ihnen, für ihre Familien zu sorgen, in ihre Farmen zu investieren und sich eine bessere Zukunft zu sichern. „Mit dem Geld, das ich verdient habe, konnte ich meine Kinder zur Schule schicken und sogar etwas für Notfälle sparen“, sagt Njau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Njau nennt die App liebevoll ihre “Lehrerin”. Warum das? “Ich habe nie eine Schule abgeschlossen, aber diese App hat mir alles beigebracht, was ich über Landwirtschaft wissen muss. Sie ist wie eine Lehrerin, die immer da ist, wenn ich sie brauche.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rajab teilte ihre Begeisterung für die App rasch mit ihren Verwandten. „Ich erzählte meiner Schwester davon und jetzt baut sie auch OFSP an. Ihre Kinder sind gesünder, und sie verdient jetzt auch Geld mit dem Verkauf von Süßkartoffelmehl“, sagt sie stolz. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Kleinbäuerinnen in der Kilimanjaro-Region bei der Ernte von Süßkartoffeln (Foto: Kizito Makoye/IPS)</p>
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		<title>Bokashi statt Chemiedünger</title>
		<link>https://afrika.info/bokashi-statt-chemieduenger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jun 2024 13:09:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Isaiah Esipisu]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim Africa Fertilizer and Soil Health Summit (AFSH24) in Kenias Hauptstadt Nairobi drehte sich alles um die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität in afrikanischen Ländern. Dabei gab es auch durchwegs kritische Stimmen, die den Erfolg von Düngemitteln anzweifelten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Isaiah Esipisu | 18. Juni 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nairobi (IPS/afr). Beim<a href="https://au.int/en/AFSH-2024" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Africa Fertilizer and Soil Health Summit</a> (AFSH24) in Kenias Hauptstadt Nairobi drehte sich alles um die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität in afrikanischen Ländern. Dabei gab es auch durchwegs kritische Stimmen, die den Erfolg von Düngemitteln anzweifelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut <a href="https://au.int/sites/default/files/documents/43779-doc-Action_Plan_Fertilizer_and_Soil_Health_E.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Angaben der Afrikanischen Union</a> (AU) gelten mehr als 278 Millionen Afrikaner*innen als unterernährt &#8211; das ist ein Fünftel der Gesamtbevölkerung des Kontinents.Die Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und die Klimakrise haben die Verwundbarkeit von afrikanischen Ländern bei der Ernährungssicherheit offenbart. Der AFSH24 hatte daher das Ziel, Maßnahmen zu entwickeln, um das landwirtschaftliche Wachstum in Afrika zu beschleunigen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Africa Fertilizer Summit in Abuja im Juni 2006 liegt der Schwerpunkt der Strategie auf der Erhöhung der Bodenproduktivität durch den verstärkten Einsatz von Düngemitteln. In der <a href="https://www.afdb.org/en/topics-and-sectors/initiatives-partnerships/africa-fertilizer-financing-mechanism/about-affm/abuja-declaration" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Deklaration von Abuja</a> haben die AU-Mitgliedsstaaten damals beschlossen, den Einsatz von Düngemitteln von durchschnittlich acht Kilogramm pro Hektar bis ins Jahr 2015 auf 50 Kilogramm zu steigern. Auch wenn dieses Ziel bislang nicht erreicht werden konnte, gab es in Nairobi starke Zweifel gegen diese Strategie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stickstoffbasierte Dünger führen zu Versauerung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">So wies Kenias Außenminister Musalia Mudavadi bei der Eröffnung des Gipfels darauf hin, dass die Maiserträge an manchen Orten stagnieren, obwohl Düngemittel optimal eingesetzt wurden. “Wir haben beobachtet, dass Düngemittel alleine nicht ausreichend sind, um die landwirtschaftliche Produktivität und Produktion nachhaltig zu steigern”, sagte Mudavadi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestützt werden Mudavadis Einwände von wissenschaftlichen Studien. Ein <a href="https://www.cabi.org/projects/guiding-acid-soil-management-investments-in-africa/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Forschungsprojekt der britischen Organisation CAB International</a>  kam zum Schluss, dass der Einsatz von stickstoffbasierten Düngemitteln in vielen afrikanischen Ländern einen erheblichen Einfluss auf die Versauerung von Böden hat. Laut CAB International sind 15 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen in Afrika von Versauerung betroffen. Die Folge ist eine verminderte Verfügbarkeit von Nährstoffen, wodurch die erhofften Ernteerträge ausbleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Expert*innen plädieren daher für einen vollständigen Wechsel von synthetischen Düngemitteln zu organischen Anbaumethoden. “Die schwere finanzielle Bürde, die afrikanischen Nationen durch den Kauf teurer, importierter Düngemittel auferlegt wird, belastet die lokalen Volkswirtschaften und lenkt Mittel von nachhaltigeren lokalen landwirtschaftlichen Investitionen ab“, sagte etwa Bridget Mugambe, Programmkoordinatorin der <a href="https://afsafrica.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alliance for Food Sovereignty in Africa </a>(AFSA).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mugambe forderte auf dem Gipfel daher Regierungen in ganz Afrika dazu auf, das enorme Potenzial der Agrarökologie zu nutzen. Dadurch können die&nbsp; Ernährungssicherheit und die Ernährungssouveränität gesteigert, Armut und Hunger reduziert und die Biodiversität erhalten werden. Außerdem werde das indigene Wissen auf diese Weise respektiert, meinte Mugambe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bezirk Murang’a ist Pionier in Agrarökologie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia gilt der Bezirk Murang’a, der sich nördlich von Nairobi befindet, als Vorreiter in der Agrarökologie. Die Regionalregierung hat im Jahr 2022 ein <a href="https://muranga.go.ke/wp-content/uploads/2023/11/AGROECOLOGY-ACT1.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gesetz</a> auf den Weg gebracht, das die Nutzung von agrarökologischen Grundsätzen als Weg in die langfristige Ernährungssicherheit festschreibt. Ziel ist es, in Zukunft ausschließlich mit nachhaltigen Anbaumethoden zu arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Hauptgrund, warum wir hier Pionierarbeit leisten mussten, ist, dass unsere Region stark von den Klimaveränderungen betroffen ist”, erklärte Daniel Gitahi von der Bezirksverwaltung in Murang’a, “daher wurde Agrarökologie als prioritäre Anpassungsmaßnahme an das Phänomen betrachtet.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Grund für Gitahi waren die Beobachtungen, dass die Erträge trotz des Einsatzes von Düngemitteln zurückgingen. Auch in Murang’a wurde die Versauerung von Anbauflächen festgestellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Alternativen zu Chemiedüngern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim AFSH24 wurden zahlreiche Alternativen zu synthetischen Düngemitteln präsentiert. U. a. wurde der Einsatz von Bokashi empfohlen. Der fermentierte Kompost kommt aus Japan und bedeutet übersetzt so viel wie &#8222;fermentiertes Allerlei&#8220;. Für die Herstellung kommen Effektive Mikroorganismen (EM) zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus unterschiedlichen Kulturen, wie z. B. Milchsäurebakterien, Hefepilzen und Purpurbakterien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Esther Bett,&nbsp; Geschäftsführerin der NGO <a href="https://www.rodikenya.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">RODI Kenya</a>, ist vom Einsatz von Bokashi restlos überzeugt: “Auf meiner Maisfarm im Bezirk West Pokot haben sich meine Erträge fast verdoppelt”, erzählt sie.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allen Ligare von Mzuri Organics im Bezirk Kakamega setzt hingegen auf einen organischen Dünger, der aus dem Kot der Schwarzen Soldatenfliege hergestellt wird. „Dieser Dünger enthält alle wichtigen Nährstoffe”, sagte Ligare, “er fügt dem Boden organische Substanz hinzu und hilft bei der Speicherung von Bodenfeuchtigkeit.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Synthetischer Dünger, der auf einer Teefarm im Bezirk Kiambu ausgebracht wird. (Foto: Shutterstock.com)&nbsp;</p>
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		<title>Ökolandbau trotzt dem Klimawandel</title>
		<link>https://afrika.info/oekolandbau-trotzt-dem-klimawandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Sep 2023 14:08:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Farai Shawn Matiashe]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Nelson Mudzingwa (53) Anfang der 2000-er Jahre nach Mashava in die Provinz Masvingo kam, fand er ein vertrocknetes Stück Land vor. Mit ökologischer Landwirtschaft verwandelte er das Ödland in eine fruchtbare Oase.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Farai Shawn Matiashe | 21. September 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo (IPS/afr). Als Nelson Mudzingwa (53) Anfang der 2000er Jahre nach Mashava in die Provinz Masvingo kam, fand er ein vertrocknetes Stück Land vor. Mit ökologischer Landwirtschaft verwandelte er das Ödland in eine fruchtbare Oase. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nelson Mudzingwa erinnert sich gut an seine Ankunft vor mehr als 20 Jahren: Bäume waren in großem Stil gefällt worden, der nahegelegene Fluss war verschlammt, das Vieh verendete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute ist Mudzingwa stolz darauf, dass das Anbaugebiet Shashe als ein Vorzeigebeispiel für den Einsatz ökologischer Landwirtschaft gilt. Durch konsequente Aufforstung, Maßnahmen zur Wassereinsparung und den Anbau von traditionellen Getreidesorten hat er dazu beigetragen, das Brachland zum Blühen zu bringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schule für ökologische Landwirtschaft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn ich auf den Feldern ernte, stelle ich sicher, dass ich Saatgut bereits für die nächste Saison beiseite lege“, erklärt Mudzingwa, der aus Chiwundura in der zentralen Provinz Midlands stammt. Gemeinsam mit anderen Bauernfamilien hat er die Shashe Agroecology School gegründet, um das Wissen über ökologischen Landbau weiterzugeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Shashe kommen mittlerweile Landwirt*innen aus ganz Simbabwe, um die Herausforderungen des Klimawandels bewältigen zu können. Anhaltende Dürreperioden und sintflutartige Regenfälle vernichten die Ernten und damit die Lebensgrundlage vieler Simbabwer*innen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rekordernten mit Hirsesorten&nbsp;&nbsp;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anbaugebiet von Shashe werden mittlerweile Rekordernten eingefahren: Hirsesorten wie Sorghum oder Rapoko haben sich als dürreresistent erwiesen. Die Gülle von Kühen, Schafen, Ziegen, Schweinen und Hühnern wird zu organischem Dünger verarbeitet. Außerdem gibt es in Shashe mehrere Fischteiche, in denen Welse und Brassen gezüchtet werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir füttern die Fische mit Hühnerkot und Würmern”, erklärt Madzwinga, “das Wasser aus den Fischteichen wird nach der Ernte auf die Felder geleitet, da es sehr nährstoffreich ist.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bäuerin Elizabeth Mpofu wurde im Zuge der Landreform unter Präsident Robert Mugabe Anfang der 2000er Jahre nach Mashava umgesiedelt. Die Witwe hat den traditionellen Regenfeldbau aufgegeben und versorgt ihre drei Kinder und ein Enkelkind mit ihrer Farm im ökologischen Anbaugebiet.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Ernteüberschuss verkauft sie auf den Märkten von Mashava und Masvingo. “Die ökologische Landwirtschaft ist der richtige Weg”, sagt Mpofu überzeugt, “ich kann nun für mich und meine Familie sorgen.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Simbabwe lebt von kleinen Landwirtschaften</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mpofu und Mudwzinga werden u. a. von der Organisation <a href="https://www.vsointernational.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Voluntary Service Overseas </a>(VSO) unterstützt. “In Simbabwe tragen Kleinbauern in benachteiligten Gebieten zu mehr als 70 Prozent der Nahrungsmittelproduktion bei”, sagt VSO Regionalmanager Simba Guzha, “diese verfügen jedoch nicht über die Mittel, sich synthetische Düngemittel zu kaufen.”&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Guzha hat die Initiative zur Förderung des Ökolandbaus bislang rund 500 Bäuerinnen und Bauern erreicht. Die ökologische Landwirtschaft fördere den Anbau einheimischer Getreidesorten, sorge für eine gesunde Ernährung und binde gleichzeitig Kohlendioxid aus der Atmosphäre.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">“In Mashava sind die meisten Böden lehmige bis sandige Böden, die anfällig für Übersäuerung und Auswaschung sind und das Gedeihen von Pflanzen kaum unterstützen”, erklärt Guzha. “Der Einsatz organischer Düngemittel und Fruchtwechsel tragen zur Steigerung der mikrobiellen Aktivität bei und sorgen dafür, dass solche Böden auffrischen.”&nbsp; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Die ökologische Landwirtschaft von Eizabeth Mpofu in Shashe (Foto: Farai Shawn Matiashe/IPS)</p>
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		<title>Fruchtfliegen vernichten halbe Mangoernte</title>
		<link>https://afrika.info/fruchtfliegen-vernichten-halbe-mangoernte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Sep 2023 12:28:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Mosambik]]></category>
		<category><![CDATA[Sambia]]></category>
		<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wilson Odhiambo]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor wenigen Jahren konnte die simbabwische Landwirtin Eufria Nyadome mit dem Verkauf eines 20-Liter-Eimers frischer Mangos noch 60 US-Dollars verdienen. Heute erhält sie für dieselbe Menge nur mehr ein Drittel. Der Grund dafür sind invasive Fruchtfliegen, die in den Mangos brüten.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 5. September 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo (IPS/afr). Vor wenigen Jahren konnte die simbabwische Landwirtin Eufria Nyadome mit dem Verkauf eines 20-Liter-Eimers frischer Mangos noch 60 US-Dollars verdienen. Heute erhält sie für dieselbe Menge nur mehr ein Drittel. Der Grund dafür sind invasive Fruchtfliegen, die in den Mangos brüten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mangofarm von Eufria Nyadome liegt im Dorf Mhondiwa im Bezirk Murehwa &#8211; knapp 90 Kilometer östlich der Hauptstadt Harare. Und obwohl ihre Farm einen guten Ertrag liefert, muss die Bäuerin die Früchte ihrer Arbeit kübelweise wegwerfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem ist die Orientalische Fruchtfliege (Bactrocera dorsalis), die sich in den letzten drei Jahrzehnten stark in afrikanischen Ländern ausgebreitet hat. Die invasive Art aus Südostasien bedroht mittlerweile die Existenz vieler Bauernfamilien.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Orientalische Fruchtfliege legt ihre Eier bevorzugt auf Mangos, Papayas und Avocados ab. Durch den Fraß der Larven wird das Fruchtfleisch ungenießbar. Allein in Simbabwe fällt die Hälfte der jährlichen Mangoernte in Höhe von 400.000 dem invasiven Schädling zum Opfer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kampf gegen Fruchtfliegen-Plage</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unterstützung im Kampf gegen die Fruchtfliege kommt aus  Kenia. Nyadome und 1.200 weitere Bauern und Bäuerinnen aus dem Bezirk Murehwa konnten an einem Programm des “International Centre of Insect Physiology and Ecology” (ICIPE) mit Sitz in Nairobi teilnehmen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem <a href="http://www.icipe.org/research/plant-health/fruit-fly-ipm/projects/alien-invasive-fruit-flies-southern-africa" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alien Invasive Fruit Fly Project</a> hat das Forschungsinstitut ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Orientalischen Fruchtfliege in Ost- und Südafrika entwickelt, das gemeinsam mit Partnern in Malawi, Mosambik, Sambia und Simbabwe ausgerollt wurde.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine dieser Maßnahmen zielt auf die Abtötung von männlichen Insekten, die durch Köder in Insektizid-Fallen gelockt werden. Die beteiligten Farmer*innen erhalten spezielle Schulungen und eine Grundausstattung mit Ködern, Fallen und Biopestiziden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">“Wir haben gesehen, dass bei konsequenter Anwendung des Pakets die Schäden durch die Fruchtfliege erheblich reduziert und 70 Prozent der Mangoernte gerettet werden können”, sagt der zuständige Projektmanager Shepard Ndlela.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Invasive Arten: Bedrohung für Mensch und Umwelt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Orientalische Fruchtfliege in Simbabwe ist ein Beispiel dafür, wie die Ausbreitung von gebietsfremden Arten oder Neobiota zu einem ernsten Problem werden. In einem am 4. September 2023 veröffentlichten <a href="https://www.ipbes.net/IASmediarelease" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht </a>hat der Weltbiodiversitätsrat (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES) 37.000 Neobiota gelistet, von denen 3.500 negative Auswirkungen auf die Natur und den Menschen haben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Invasive gebietsfremde Arten stellen eine große Bedrohung für die biologische Vielfalt dar und können irreversible Schäden in der Natur verursachen &#8211; einschließlich lokaler und globaler Artensterben &#8211; und auch das menschliche Wohlergehen gefährden“, sagt die britische Ökologin Helen Roy. Gemeinsam mit dem chilenischen Forstwissenschaftler Aníbal Pauchard und dem kanadischen Sozialwissenschaftler Peter Stoett hat sie die Erstellung des Berichts koordiniert, an der 86 Expert*innen aus 49 Ländern beteiligt waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Arten wie die Strandkrabbe, das Wandelröschen, der Nilbarsch, die Wasserhyazinthe oder der Herbst-Heerwurm sind in neue Lebensräume vorgedrungen und bedrohen dort die bestehenden Ökoysteme. Die globalen wirtschaftlichen Folgekosten der biologischen Invasion lagen im Jahr 2019 bei mehr als 423 Mrd. US-Dollar. Seit 1970 hat sich diese Zahl pro Dekade zumindest vervierfacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Problem von Regierungen unterschätzt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Grund für die Ausbreitung von Neobiota gelten wirtschaftliche und demografische Veränderungen, die zu einer ständigen Steigerung der Nutzung von Land- und Meeresflächen führen. Der Klimawandel verschärft die Situation, weil durch die sich ändernden Wetterbedingungen neue Habitate entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pro Jahr werden derzeit rund 200 invasive gebietsfremde Arten erfasst. “Wenn nichts unternommen wird, wird diese Zahlen dramatisch ansteigen und sich auf die Ernährungssicherheit und die menschliche Gesundheit auswirken”, meint der südafrikanische Wissenschaftler Sebataolo Rahlao, der am Bericht als Autor mitgewirkt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Regierungen unterschätzen aber offenbar das Problem. Weltweit verfügen nur 17 Prozent aller Staaten über Gesetze oder Vorschriften, die sich mit invasiven gebietsfremden Arten befassen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Die gute Nachricht ist aber, dass es für fast jeden Kontext und jede Situation Instrumente, Optionen und Maßnahmen gibt, die wirklich funktionieren“, erklärt&nbsp; Aníbal Pauchard. Als beste und kostengünstigste Option nennt er die Prävention, dahinter erst folgen Maßnahmen zur Ausrottung, Eindämmung und Kontrolle von Neobiota.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mangobäuerin Eufria Nyadome ist jedenfalls glücklich darüber, dass die Bekämpfung der Fruchtfliegen-Invasion in ihrem Heimatbezirk funktioniert: “Ich habe sehr viel gelernt über die Fruchtfliegen, die unsere Mangos attackieren. Und ich weiß nun, was ich tun kann, um die Vernichtung unserer Früchte zu vermeiden.” (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Eine Orientalische Fruchtfliege (Bactrocera dorsalis) legt ihre Eier auf die Schale einer Papaya. (Foto: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bactrocera_dorsalis.jpg?uselang=en#Licensing" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gemeinfrei, Agricultural Research Service, Scott Bauer</a>)</p>
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