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	<title>Klima Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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		<title>Gold für eine selbstbestimmte Zukunft</title>
		<link>https://afrika.info/josephine-sembeyo-gold-kenia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 06:59:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[FGM]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die junge Kenianerin Josephine Sembeyo Mancha hat bei der U20-Weltmeisterschaft in Oregon Gold über 1.500 Meter gewonnen. Ausgebildet wurde sie im Magnolia Athletics Camp am Fuß des Kilimandscharo, das jungen Läuferinnen Sport und Schulbildung ermöglichen will.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/josephine-sembeyo-gold-kenia/">Gold für eine selbstbestimmte Zukunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die junge Kenianerin Josephine Sembeyo Mancha hat bei der U20-Weltmeisterschaft in Oregon Gold über 1.500 Meter gewonnen. Ausgebildet wurde sie im Magnolia Athletics Camp am Fuß des Kilimandscharo, das jungen Läuferinnen Sport und Schulbildung ermöglichen will. Doch ausgerechnet zum Zeitpunkt ihres größten Erfolgs ist die Zukunft des Camps ungewiss: Nach einem Streit um Eigentumsverhältnisse ist der Betrieb derzeit ausgesetzt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Robert Kibet und Martin Sturmer | 24. August 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Loitokitok, Kenia (IPS/afr) – Es war ein äußerst knappes Finale: Am 9. August gewann Josephine Sembeyo Mancha bei der <a href="https://worldathletics.org/news/previews/day-five-women-track-oregon-26" target="_blank" rel="noreferrer noopener">U20-Weltmeisterschaft in Eugene, Oregon</a> Gold über 1.500 Meter. Die 19-jährige Kenianerin setzte sich in 4:16,73 Minuten mit nur vier Hundertstelsekunden Vorsprung vor der US-Amerikanerin Claire Stegall durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Sembeyo ist der Titel der bislang größte Erfolg ihrer jungen Karriere. Doch ihre Geschichte handelt von mehr als sportlichem Erfolg. Sie trainierte im <a href="https://www.magnoliaathleticcamp.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Magnolia Athletics Camp</a> in Loitokitok am Fuß des Kilimandscharo. Das Camp unterstützte junge Läuferinnen dabei, Leistungssport und Schulbildung miteinander zu verbinden. Einige von ihnen fanden dort zugleich einen Weg aus Frühverheiratung und weiblicher Genitalverstümmelung.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen ist der Betrieb des Camps allerdings ausgesetzt. Gründer Robert Saruni führt die Schließung auf einen internen Streit um Eigentumsverhältnisse zurück. Gegenüber der kenianischen Nachrichtenplattform <a href="https://citizen.digital/article/magnolia-camp-closure-due-to-land-tussle-says-saruni-n388520" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Citizen Digital</a> erklärte er, die Mädchen seien zunächst in den Aprilferien nach Hause geschickt worden, während der Konflikt geklärt werden sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Sarunis Darstellung schaltete sich daraufhin die staatliche Kinderbehörde ein. Da zu diesem Zeitpunkt erforderliche Unterlagen für den Betrieb einer Einrichtung, in der Minderjährige untergebracht werden, nicht vorgelegen hätten und zugleich der Streit um das Camp andauerte, habe die Behörde die Schließung angeordnet. Saruni hofft nach eigenen Angaben, dass die offenen Fragen geklärt werden und die Athletinnen künftig wieder in der Einrichtung trainieren können.</p>



<h2 id="h-sport-und-schule-unter-einem-dach" class="wp-block-heading">Sport und Schule unter einem Dach</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als IPS-Reporter Robert Kibet das Magnolia Athletics Camp wenige Wochen vor Sembeyos Goldmedaille besuchte, lebten und trainierten dort 45 Mädchen und junge Frauen aus Familien, deren Lebensgrundlage traditionell die Viehhaltung ist. Das Programm finanzierte Schulbildung, Unterkunft, Verpflegung und sportliches Training.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch vor der Weltmeisterschaft hatte Sembeyo gegenüber IPS davon gesprochen, was der Sport und das Camp für sie und ihre Familie bedeuteten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Leben war für uns nicht einfach“, erzählt Sembeyo. Ihr Vater habe eine zweite Frau geheiratet und ihre Mutter mit den Kindern zurückgelassen. „Was meine Mutter durchgemacht hat, motiviert mich jeden Tag. Ich möchte im Sport und in der Ausbildung erfolgreich sein, damit ich eines Tages sie und meine Geschwister unterstützen kann.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trainer Andrew Lesuuda sagte damals, das Camp sei nicht allein mit dem Ziel gegründet worden, Lauftalente zu entdecken. Es sollte den Teilnehmerinnen auch ermöglichen, ihre Ausbildung fortzusetzen und persönliche Perspektiven zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Leichtathletik gibt ihnen die Möglichkeit zu träumen, aber Bildung schafft die Grundlage für eine Zukunft jenseits des Sports“, erklärte Lesuuda.</p>



<h2 id="h-sport-gegen-fruhverheiratung-und-fgm" class="wp-block-heading">Sport gegen Frühverheiratung und FGM</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einige der Mädchen, die nach Magnolia kamen, stammen aus Gemeinschaften, in denen ihre Bildungs- und Zukunftschancen eingeschränkt sind. Zu den Risiken zählen Frühverheiratung und weibliche Genitalverstümmelung (FGM).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von <a href="https://www.unicef.org/press-releases/over-230-million-girls-and-women-alive-today-have-been-subjected-female-genital" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UNICEF</a> haben weltweit mehr als 230 Millionen heute lebende Mädchen und Frauen FGM erfahren. Obwohl die Praxis in vielen Ländern zurückgeht, reichen die bisherigen Fortschritte nicht aus, um das UN-Nachhaltigkeitsziel zu erreichen, FGM bis 2030 zu beenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia ist weibliche Genitalverstümmelung seit 2011 verboten. Dennoch wird die Praxis weiterhin ausgeübt, wobei es erhebliche regionale Unterschiede gibt. Nach der <a href="https://www.knbs.or.ke/reports/kdhs-2022/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kenya Demographic and Health Survey</a> von 2022 haben 15 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren FGM erfahren. 2014 waren es noch 21 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Daten zeigen zugleich deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Bei den 15- bis 19-Jährigen lag der Anteil 2022 bei neun Prozent, bei Frauen zwischen 45 und 49 Jahren bei 23 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation der Mädchen in Kenia steht dabei in einem größeren Zusammenhang. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ltgGhDMKa_Q" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sarah Hendriks</a> von UN Women verweist darauf, dass bislang kein Staat der Welt vollständige rechtliche Gleichstellung zwischen Frauen und Männern erreicht hat. In fast drei Viertel aller Staaten ermöglichen die gesetzlichen Rahmenbedingungen weiterhin Kinderehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Mädchen aus benachteiligten Gemeinschaften können Bildung und wirtschaftliche Perspektiven deshalb entscheidend sein, um ihren eigenen Lebensweg bestimmen zu können.</p>



<h2 id="h-eine-zweite-chance-durch-das-laufen" class="wp-block-heading">Eine zweite Chance durch das Laufen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sembeyo befürchtete nach eigenen Angaben vor ihrer Aufnahme in das Camp, ihre Schulbildung abbrechen zu müssen und früh verheiratet zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne Magnolia, glaubt sie, hätte sich ihr Leben völlig anders entwickelt. Im Camp habe sie die Möglichkeit bekommen, weiter zur Schule zu gehen, zu trainieren und Zukunftspläne zu entwickeln.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-1024x683.jpg" alt="Läuferinnen des Magnolia Athletics Camp beim Training in Loitokitok" class="wp-image-6514" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-639x426.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Läuferinnen des Magnolia Athletics Camp bei ihrem täglichen Training in Loitokitok, Kenia. (Foto: Robert Kibet/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Alltag begann noch vor Sonnenaufgang mit dem ersten Lauftraining. Danach besuchte sie die Schule. Am Nachmittag folgte eine weitere Trainingseinheit, am Abend standen Hausaufgaben an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Training bringe sie ihrem Traum ein Stück näher, erzählte Sembeyo damals – und der Möglichkeit, das Leben ihrer Familie zu verändern.</p>



<h2 id="h-wenn-die-durre-zukunftschancen-bedroht" class="wp-block-heading">Wenn die Dürre Zukunftschancen bedroht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch für andere Teilnehmerinnen war das Camp eng mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft verbunden. Jeska Lenawatop, eine 1.500-Meter-Läuferin aus dem Dorf Lkuroto im Samburu County im Norden Kenias, half vor ihrer Aufnahme in Magnolia ihrer Familie bei der Versorgung von Ziegen und Schafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Viehhaltung bildet für viele Familien in der Region die wirtschaftliche Lebensgrundlage. Wiederkehrende Dürren haben jedoch große Viehbestände vernichtet und damit den wirtschaftlichen Druck auf die Haushalte erhöht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lenawatop erzählt, dass auch ihre Familie Tiere und damit einen wichtigen Teil ihres Einkommens verloren habe. Ihre eigenen Zukunftsaussichten seien dadurch immer unsicherer geworden. „Dieses Camp gab mir die Chance, weiter zur Schule zu gehen und meine Ziele zu verfolgen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnliche Erfahrungen schildert Felister Naimutie, die über 400 und 800 Meter antritt und aus Lolgorian in Kilgoris stammt. Sie habe erlebt, wie Dürren das Leben vieler Familien erschwerten und die Zukunftsmöglichkeiten von Mädchen zusätzlich einschränkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bildung und Leichtathletik hätten ihr neue Perspektiven eröffnet. Das Camp sei für sie deshalb weit mehr als ein Trainingszentrum.</p>



<h2 id="h-mehr-als-nachwuchsforderung" class="wp-block-heading">Mehr als Nachwuchsförderung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der kenianische Leichtathletikverband <a href="https://www.athleticskenya.or.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Athletics Kenya</a> unterstützt Programme wie Magnolia. Barnaba Korir, zuständig für die Nachwuchsförderung, betont, dass sie jungen Talenten nicht nur sportliche Perspektiven eröffnen, sondern ihnen auch ermöglichen, weiter zur Schule zu gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sport könne jungen Menschen Selbstvertrauen vermitteln, Führungsqualitäten stärken und neue Möglichkeiten eröffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Zeitpunkt von Kibets Besuch arbeitete das Magnolia Athletics Camp nach eigenen Angaben auch mit Eltern, Lehrer*innen, lokalen Führungspersönlichkeiten und Aktivist*innen gegen FGM zusammen. Ziel war es, Familien von der Bedeutung der Schulbildung für Mädchen zu überzeugen und Praktiken wie FGM entgegenzuwirken.</p>



<h2 id="h-gold-und-eine-ungewisse-zukunft" class="wp-block-heading">Gold – und eine ungewisse Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Sembeyo ist einer ihrer großen sportlichen Träume inzwischen Wirklichkeit geworden. Bei den kenianischen Ausscheidungen im Mai hatte sie die 1.500 Meter in 4:09,89 Minuten gewonnen und sich damit für die U20-Weltmeisterschaft qualifiziert. Wenige Monate später stand sie in Oregon ganz oben auf dem Siegerpodest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon vor der Weltmeisterschaft hatte die junge Läuferin deutlich gemacht, dass ihre Ziele über den Sport hinausreichen. Sie möchte ihrer Familie helfen und anderen Mädchen zeigen, welche Möglichkeiten ihnen Bildung und Sport eröffnen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mein Traum ist nicht nur, Medaillen für Kenia zu gewinnen“, sagte Sembeyo damals. „Ich möchte auch dafür sorgen, dass meine Mutter und meine Geschwister ein besseres Leben haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen ihrer Träume hat Sembeyo nun verwirklicht. Offen ist dagegen, wie es mit jener Einrichtung weitergeht, die sie auf ihrem Weg dorthin begleitet hat. Für das Magnolia Athletics Camp und die jungen Athletinnen, die dort lebten und trainierten, ist derzeit ungewiss, ob und wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Josephine Sembeyo (in Blau) bei den kenianischen U20-Ausscheidungen im Mai. Dort qualifizierte sie sich für die U20-Weltmeisterschaft in Oregon. (Foto: Robert Kibet/IPS)</p>
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		<title>Salzgewinnung im Wandel</title>
		<link>https://afrika.info/benin-salzgewinnung-im-wandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2026 09:18:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benin]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Neha Banka]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über Jahrhunderte wurde Salz an Benins Küste mit Feuer und Mangrovenholz gewonnen. Heute setzen immer mehr Frauen auf Sonnenenergie. Ein internationales Projekt verbindet Tradition mit Nachhaltigkeit und stärkt Gesundheit, Umwelt und Einkommen.</p>
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]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Jahrhunderte wurde Salz an Benins Küste mit Feuer und Mangrovenholz gewonnen. Heute setzen immer mehr Frauen auf Sonnenenergie. Ein internationales Projekt verbindet Tradition mit Nachhaltigkeit und stärkt Gesundheit, Umwelt und Einkommen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Neha Banka | 9. Juli 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ouidah (IPS/afr) – Es ist kurz vor Mittag. Am Strand nahe dem Dorf Djégbadji im Westen Benins sitzt eine Gruppe von Frauen und siebt Salz, das sie aus dem Wasser des Golfs von Guinea gewonnen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Große Betonbecken, die mit schwarzen Planen abgedeckt sind, tragen weiße Salzablagerungen – ein Zeichen dafür, dass das Meerwasser unter der heißen Mittagssonne langsam verdunstet. Anders als früher wird dafür jedoch kein Feuer mehr benötigt: Die Frauen nutzen Sonnenenergie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Salzgewinnung zählt zu den wichtigsten Einkommensquellen im Süden Benins. Die Frauen arbeiten im Rahmen des Projekts ProSEL Benin – einer Kooperation der Regierung von Benin mit dem <a href="https://www.ibsa-trilateral.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">trilateralen IBSA-Forum</a> von Indien, Brasilien und Südafrika sowie des <a href="https://www.undp.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen</a> (UNDP). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel des Projekts ist es, lokale salzproduzierende Gemeinschaften beim Zugang zu nachhaltigen Energiequellen zu unterstützen und mittelständische Unternehmen für die Produktion und Vermarktung von lokalem Jodsalz aufzubauen.</p>



<h2 id="h-jahrhundertealte-tradition" class="wp-block-heading">Jahrhundertealte Tradition</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„In den Küstenregionen Benins gewinnen Frauen Salz aus den Küstenmarschen”, erklärt Robina Marks, die von 2021 bis 2024 als südafrikanische Botschafterin in Benin und Togo tätig war und maßgeblich an der Umsetzung des von IBSA unterstützten Projekts beteiligt war. “Sie errichten kleine Hütten und kochen Salzwasser in großen Kesseln über offenem Feuer im Inneren der Hütte. Das ist sehr ungesund. Das so gewonnene Salz verkaufen sie dann auf den Märkten und am Straßenrand.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die traditionelle Methode der Salzgewinnung und -verarbeitung wird in Benin seit mindestens dem 15. Jahrhundert praktiziert – überwiegend von Frauen. Dabei sammeln sie salzhaltige Erde, verdampfen das Wasser und filtern die Sole mithilfe von verbranntem Mangrovenholz.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Arbeitsweise belastet die Gesundheit der Frauen sowohl durch die Art der Salzgewinnung als auch durch die Bedingungen, unter denen das Salz verarbeitet wird. Mit dem ProSEL-Benin-Projekt soll diese jahrhundertealte Praxis behutsam weiterentwickelt und der Prozess der Salzgewinnung gesünder sowie umweltfreundlicher gestaltet werden.</p>



<h2 id="h-abholzung-von-mangroven-fur-salzgewinnung" class="wp-block-heading">Abholzung von Mangroven für Salzgewinnung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Gemeinden an der Küste ist die Salzgewinnung eine wichtige Einnahmequelle. Gleichzeitig trägt die traditionelle Herstellung erheblich zur Abholzung der Mangroven bei. Nach Schätzungen von ProSEL Benin werden jedes Jahr rund 20.000 Kubikmeter Mangrovenholz in den Küstenregionen des Landes als Brennstoff für die traditionelle Salzgewinnung gefällt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">UNDP und die Regierung Benins begannen bereits vor rund fünf Jahren mit Gesprächen über die Einführung der neuen Methode. „Die Idee kam aber von den Menschen vor Ort, die diese Bedürfnisse hatten&#8220;, berichtet Aoualé Mohamed Abchir, der von 2020 bis 2024 als UNDP-Repräsentant in Benin tätig war. &#8222;Die Regierung von Benin entwickelte das Projekt und wollte mit dem UNDP zusammenarbeiten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben Abchirs unterstützt ProSEL Benin drei der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030: Geschlechtergleichstellung, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum sowie verantwortungsvollen Konsum und nachhaltige Produktion. Ziel ist es, Frauen in ländlichen Regionen Benins dabei zu helfen, sauberes Salz herzustellen und zu vermarkten, um ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 bewilligte der Verwaltungsrat des IBSA-Fonds für Armuts- und Hungerbekämpfung dem UNDP eine Million US-Dollar für die Umsetzung des Projekts. IBSA ist eine trilateral finanzierte Entwicklungsorganisation des Globalen Südens, die 2004 von Indien, Brasilien und Südafrika gegründet wurde.</p>



<h2 id="h-hohe-kulturelle-bedeutung" class="wp-block-heading">Hohe kulturelle Bedeutung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als die heute 60-jährige Cécile Koffi erstmals mit dem Salzprojekt in Berührung kam, dauerte es eine Weile, bis sie bereit war, von der traditionellen Methode der Salzgewinnung abzuweichen. „Salz hat viele Funktionen und ist für die Frauen dieser Gemeinschaft von grundlegender Bedeutung“, sagt Koffi, während sie ihr gewonnenes Salz betrachtet.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Benin besitzt Salz eine hohe kulturelle Bedeutung, die weit über seine Verwendung als Lebensmittel hinausgeht. „Es wird nicht nur als Nahrungsmittel verwendet, sondern hat auch eine kulturelle Bedeutung”, erläutert Robina Marks. “Es gilt als heilig und wird in vielen Vodoun-Praktiken eingesetzt.”</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-5843" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/07/prosel-benin-ips-1-1200-800.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gemeinsam mit anderen Frauen arbeitet Cécile Koffi mit der neuen Methode der Salzgewinnung, für die kein Feuerholz mehr benötigt wird. (Foto: Neha Banka/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Cécile Koffi gibt einen kleinen Einblick in die Rituale: „Wenn wir zum Markt gehen, um unsere Produkte zu verkaufen, streuen wir Salz auf den Boden und kehren es zusammen, bevor wir unseren Stand aufbauen. Wir glauben, dass dadurch alle bösen Geister verschwinden.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese tief verwurzelten kulturellen Überzeugungen waren einer der Gründe, warum es schwierig war, die Frauen für Veränderungen zu gewinnen und sie für das ProSEL-Benin-Projekt zu begeistern.</p>



<h2 id="h-xwlaje-auf-dem-weg-zur-marke" class="wp-block-heading">Xwlajè: Auf dem Weg zur Marke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Name Xwlajè ist eng mit der ethnischen Gruppe der Xwla verbunden“, erklärt Luc Obale, nationaler Projektleiter von ProSEL Benin. Die Arbeit der Salzproduzentinnen unterliegt zahlreichen traditionellen Regeln und Verboten, etwa in Bezug auf Arbeitstage oder Dorfgottheiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung Benins arbeitet daran, das Salz zertifizieren zu lassen, damit es künftig unter dem Label „Xwlajè“ verkauft werden kann und so seine kulturelle Herkunft sichtbar macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die alte Methode ist die traditionelle Art der Salzgewinnung und hat daher eine besondere Bedeutung”, sagt Abchir. “Manchmal befürchten manche Menschen negative Folgen, wenn man die Produktionsweise ändert. Die Frauen hätten das Salz direkt aus dem Meer gewinnen können, aber es gibt einen Grund, warum sie das vor dem Projekt nicht getan haben.“</p>



<h2 id="h-menschen-fur-den-wandel-gewinnen" class="wp-block-heading">Menschen für den Wandel gewinnen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das ProSEL-Projekt in Benin ist nicht das erste Vorhaben, das die lokale Salzgewinnung sauberer und umweltverträglicher gestalten will. Nach Einschätzung von Cessi Marlene Capo-Chichi, Projektkoordinatorin beim UNDP, war es jedoch besonders erfolgreich, weil es den Verantwortlichen gelang, die Menschen vor Ort für den Wandel zu gewinnen. „Organisationen haben Schwierigkeiten, die lokale Bevölkerung davon zu überzeugen, ihre Gewohnheiten zu ändern“, sagt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 500 Meter vom ProSEL-Projekt entfernt, innerhalb der Grenzen des Dorfes Djégbadji, liegt eine Küstenlagune. Dort gewinnen Frauen in einem Geflecht aus strohgedeckten Hütten weiterhin auf traditionelle Weise Salz. „Diese Art der Salzgewinnung ist mühsamer“,&nbsp; sagt die 45-jährige Julienne Dekon, während sie einen schweren Korb aus Schilfrohr hebt, der mit salzhaltiger Erde aus den umliegenden Sümpfen gefüllt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute verbietet die Regierung Benins das Fällen von Mangroven zur Brennholzgewinnung. Stattdessen werden die Frauen ermutigt, getrocknete Palmblätter und Kokosnussschalen als Brennstoff zu verwenden.</p>



<h2 id="h-festhalten-an-traditioneller-salzgewinnung" class="wp-block-heading">Festhalten an traditioneller Salzgewinnung </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dekon möchte dennoch an der traditionellen Methode festhalten, obwohl viele ihrer Freundinnen nach dem Beitritt zum ProSEL-Projekt inzwischen auf die Salzgewinnung aus Meerwasser umgestiegen sind. Als sie in ihrer Hütte beginnt, das Salzwasser zu kochen, füllt dichter Rauch den kleinen Raum. „Wenn ich viel arbeiten muss, werde ich müde”, erzählt Julienne Dekon, “aber ich weiß nicht viel darüber, wie sich das auf meine Gesundheit auswirkt.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erläutert, warum sie nicht auf die neue Methode umsteigen möchte. “Ich kann auch bei Regen Salz gewinnen, da ich die Erde sammle und drinnen mit dem Kochen beginne. Die beiden Systeme sind zu unterschiedlich“, erklärt Dekon und verweist auf die offenen, wetterabhängigen Verdunstungsbecken am Meer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch die traditionelle Salzgewinnung stößt in der Regenzeit an ihre Grenzen. Von April bis August stehen die tiefer gelegenen Küstensümpfe regelmäßig unter Wasser, auch zwischen September und November kommt es zu Niederschlägen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir drängen die Frauen zum Umstieg auf das ProSEL-System, da das Gebiet, in dem das Salz traditionell gewonnen wird, während der Regenzeit unzugänglich ist”, sagt Abchir. “Es steht komplett unter Wasser, und so findet mehr als die Hälfte des Jahres keine Salzproduktion statt. Wir mussten ihnen Alternativen bieten.“</p>



<h2 id="h-viel-uberzeugungsarbeit-notwendig" class="wp-block-heading">Viel Überzeugungsarbeit notwendig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb konzentriere sich das Projekt darauf, den Frauen einen dauerhaften Zugang zu Meerwasser zu ermöglichen. So können sie ganzjährig Salz gewinnen und ein regelmäßiges Einkommen erzielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Salzgewinnung aus Meerwasser ist weniger aufwendig”, erklärt Abchir. “Man nimmt einfach das Wasser und lässt es von der Sonne verdunsten. Man muss es nicht kochen, und es ist sicherer. Außerdem kann man damit mehr Geld verdienen.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zwischen dem traditionell hergestellten Salz und dem ProSEL-Salz ist auf den ersten Blick sichtbar: Das herkömmliche Salz ist gelblich-braun mit grauen Streifen – eine Färbung, die durch den fehlenden Filterprozess entsteht. Das im Rahmen von ProSEL produzierte Salz hingegen ist weiß, sauber und mit Jod angereichert, das die Frauen kurz vor dem Abfüllen in die Verpackungen mischen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Kilogramm traditionell hergestelltes Salz kostet auf den lokalen Märkten und am Straßenrand etwa 800 westafrikanische CFA-Francs (rund zwei US-Dollar). Die gleiche Menge ProSEL-Salz wird für etwa 1.000 CFA-Francs verkauft.</p>



<h2 id="h-vom-lokalen-projekt-in-den-handel" class="wp-block-heading">Vom lokalen Projekt in den Handel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Studie von ProSEL sind in Benin rund 4.000 Frauen in der Salzgewinnung tätig. Dennoch importiert das Land den Großteil seines Salzes aus Ghana, Senegal und Indien, da die heimische Produktion nur einen Bruchteil des tatsächlichen Bedarfs deckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Projektverantwortlichen wurde schnell klar, dass es nicht genügte, den Frauen eine sauberere Salzproduktion zu vermitteln. Ebenso wichtig war es, neue Absatzmärkte zu erschließen. Einer davon könnte das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen in Benin sein, das jährlich mehr als eine Million Schulkinder mit Mahlzeiten versorgt. Derzeit prüft das WFP, ob künftig Salz aus den von Frauen geführten ProSEL-Kooperativen bezogen werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Regierung Benins verfolgt ehrgeizige Pläne für das lokal gewonnene Salz. Im Dezember 2025 zertifizierte die beninische Lebensmittelsicherheitsbehörde ABSSA (Agence Béninoise de Sécurité Sanitaire des Aliments) das Salz für den öffentlichen Verzehr. Damit wurde der Weg für den Verkauf unter dem Label „Xwlajè“ frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen ist das Xwlajè-Salz in sieben Supermarktketten in Cotonou sowie in weiteren Geschäften in Porto-Novo, Cotonou und Comè erhältlich. „Darüber hinaus werden Schritte unternommen, um das Xwlajè-Salz in den Duty-Free-Shops des internationalen Flughafens Cotonou zu vermarkten“, sagt Obale.</p>



<h2 id="h-neues-verfahren-macht-weniger-arbeit" class="wp-block-heading">Neues Verfahren macht weniger Arbeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Abchir ergänzt, dass ein Arbeitsgang, der früher rund sechs Stunden dauerte, heute nur noch etwa zwei Stunden beansprucht. Die eigentliche Herausforderung sei jedoch gewesen, Menschen zu überzeugen, die seit Generationen nach denselben Methoden arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er räumt ein, dass das Projekt ohne das Vertrauen der Frauen, ihrer Ehemänner, der Bürgermeister sowie der lokalen Gemeindevorsteher kaum erfolgreich gewesen wäre. „Das einheimische Team ging zu den Frauen, verstand ihre Bedürfnisse und fand Akzeptanz. Es ist sehr schwierig in Benin, wenn Fremde kommen und ihnen vorschreiben, was sie zu tun haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen Jahren hat die Regierung Benins den Tourismus zu einem Schwerpunkt ihrer Entwicklungspolitik gemacht. Die traditionellen Methoden der Salzgewinnung sollen dabei helfen, Besucher*innen die Kultur des Landes näherzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ProSEL-Projekt verfolgt jedoch nicht das Ziel, die traditionelle Salzgewinnung vollständig zu verdrängen, betont Obale. „Die moderne Salzproduktionsanlage befindet sich in unmittelbarer Nähe des traditionellen Produktionsstandorts, damit die Touristen den Unterschied zwischen den beiden Produktionsmethoden erkennen können“, sagt er.</p>



<h2 id="h-finanzielle-unabhangigkeit-fur-frauen" class="wp-block-heading">Finanzielle Unabhängigkeit für Frauen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die junge Mutter Mireille Adjovi ist mit ihrem schlafenden Säugling auf dem Rücken zur Arbeit auf das ProSEL-Gelände gekommen. „Mit dem Geld, das ich verdiene, kann ich für meine Kinder sorgen”, sagt Adjovi. “ Ich kann sie zur Schule schicken. An mich selbst denke ich zuletzt: Mein Mann und meine Kinder stehen an erster Stelle. Die Männer geben zwar Geld für den Haushalt, aber die Frauen leiden immer noch sehr. Wenn Frauen etwas brauchen, geben die Männer einfach so viel Geld, wie sie wollen, nicht das, was sie wirklich brauchen. Die Männer denken nicht an die Frauen. Deshalb hilft mir dieses Projekt, mein eigenes Geld zu verdienen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Frauen wie Adjovi bedeutet die Salzgewinnung weit mehr, als eine jahrhundertealte Tradition fortzuführen. Sie kennt weder die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen noch die Bedeutung der Abkürzung IBSA. Doch die Arbeit bei ProSEL Benin ermöglicht es ihr, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden stärker in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig in einer von Frauen geführten Kooperative mitzuwirken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie sich mit den anderen Frauen auf dem Gelände austauscht, denkt sie auch an die hart erkämpfte Unabhängigkeit und Selbstständigkeit, die ihr das Projekt eröffnet hat. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Julienne Dekon gewinnt Salz noch nach dem traditionellen Verfahren. (Foto: Neha Banka/IPS)</p>
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		<title>Biofouling bedroht Tansanias Korallenriffe</title>
		<link>https://afrika.info/biofouling-bedroht-tansanias-korallenriffe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 11:02:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Biofouling]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Schifffahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Korallenriffe vor Tansania geraten zunehmend unter Druck. Expert*innen warnen, dass sich invasive Organismen über bewachsene Schiffsrümpfe verbreiten. Sie fordern daher strengere internationale Regeln zum Umgang mit sogenanntem Biofouling.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 11. Juni 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mafia, Tansania (IPS/afr) – Die Meereswissenschaftlerin Asha Mgeni gleitet durch die warmen Gewässer vor der tansanischen Insel Mafia. Unter ihr erstreckt sich ein scheinbar intaktes Korallenriff, durch das Schwärme kleiner Fische ziehen. Doch dann entdeckt Mgeni etwas Beunruhigendes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen den Korallenästen haben sich invasive Organismen angesiedelt, die das natürliche Wachstum und die Artenvielfalt des Riffs beeinträchtigen. „Die gab es hier früher nicht“, sagt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Küstengemeinden Tansanias sind Korallenriffe weit mehr als beeindruckende Unterwasserlandschaften. Sie sichern Fischbestände, schützen die Küsten vor Erosion und Sturmfluten und bilden die Grundlage für wichtige Wirtschaftszweige wie Fischerei und Tourismus.</p>



<h2 id="h-unsichtbare-gefahr-unter-wasser" class="wp-block-heading">Unsichtbare Gefahr unter Wasser</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Wissenschaftler*innen warnen vor einer zunehmenden Bedrohung: dem sogenannten Biofouling. Darunter versteht man die Ansiedlung von Organismen wie Algen, Muscheln und Seepocken an technischen Oberflächen wie etwa Schiffsrümpfen. Diese Organismen können über weite Distanzen transportiert werden und sich in neuen Ökosystemen ausbreiten, wo sie heimische Arten verdrängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lange Zeit galt Ballastwasser als Hauptursache für die Einschleppung invasiver aquatischer Arten“, erklärt Will Griffiths, technischer Projektanalyst bei der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO). Ballastwasser wird von Schiffen aufgenommen, um bei geringer Beladung die Stabilität zu gewährleisten. „Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass Biofouling ein immer größeres Problem darstellt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Mwanahija Shalli, Professorin für Meeres- und Küstenressourcenmanagement an der Universität Dar es Salaam, warnt vor den Folgen. Die marine Biodiversität sichere die Lebensgrundlage von Millionen Menschen entlang der Küsten. „Invasive Wasserarten bedrohen Ökosysteme und Fischereien, indem sie einheimische Arten verdrängen“, sagt sie. „Wenn wir Biofouling nicht wirksam bekämpfen, gefährden wir wichtige Fortschritte im Naturschutz.“</p>



<h2 id="h-schiffsrumpfe-transportieren-invasive-arten" class="wp-block-heading">Schiffsrümpfe transportieren invasive Arten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat sich eine internationale Allianz unter Führung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), der Globalen Umweltfazilität (GEF) und der IMO zusammengeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das „<a href="https://www.glofouling.imo.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">GloFouling Partnerships Project</a>“ unterstützt Staaten dabei, ihre Vorschriften zu verschärfen, Überwachungssysteme auszubauen und technische Kapazitäten zu stärken. Ziel ist es, die Verbreitung invasiver Arten durch den internationalen Schiffsverkehr einzudämmen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/06/biofouling-aaron-smulktis-unsplash-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5768" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/06/biofouling-aaron-smulktis-unsplash-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/06/biofouling-aaron-smulktis-unsplash-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/06/biofouling-aaron-smulktis-unsplash-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/06/biofouling-aaron-smulktis-unsplash-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/06/biofouling-aaron-smulktis-unsplash-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Arbeiter inspiziert im Trockendock von Staten Island, NY das Biofouling am Rumpf eines Schiffes (Foto:  <a href="https://unsplash.com/de/fotos/ein-mann-der-auf-einem-grossen-boot-in-einem-trockendock-arbeitet-wjVbMOGkfOA" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aaron Smulktis, Unsplash</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Schutz der Meeresökosysteme verspricht das Projekt auch positive Klimaeffekte. „Biofouling verändert die Hydrodynamik von Schiffen und erhöht den Strömungswiderstand“, erläutert Griffiths. „Dadurch steigen Treibstoffverbrauch und Treibhausgasemissionen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andrew Hume, leitender Umweltexperte der GEF, verweist auf das erhebliche Einsparpotenzial: „Bereits das Entfernen einer dünnen Schleimschicht vom Schiffsrumpf kann die Treibhausgasemissionen eines Schiffes um bis zu 25 Prozent reduzieren.“</p>



<h2 id="h-auf-dem-weg-zu-verbindlichen-regeln" class="wp-block-heading">Auf dem Weg zu verbindlichen Regeln</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch sieht Griffiths weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Während für das Management von Ballastwasser inzwischen ein verbindlicher internationaler Rechtsrahmen existiere, seien die Regeln zum Biofouling bislang weitgehend freiwillig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 2023 verabschiedeten <a href="https://www.imo.org/en/ourwork/environment/pages/biofouling.aspx" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IMO-Leitlinien zum Biofouling</a> haben derzeit lediglich Empfehlungscharakter. Einige Staaten gehen jedoch mit gutem Beispiel voran. Australien und Neuseeland verlangen saubere Schiffsrümpfe, verpflichtende Managementpläne, Logbücher und regelmäßige Inspektionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Vorreiter im Globalen Süden nennt Griffiths Brasilien. Dort gilt bereits ein verbindlicher Standard: „Schiffe dürfen bei ihrer Ankunft nicht mehr als Mikrobewuchs aufweisen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von Hume bereitet die GEF derzeit eine zweite Investitionsphase vor. Sie soll weitere Länder bei der Umsetzung der IMO-Leitlinien unterstützen und die internationale Zusammenarbeit stärken. Mittelfristig sollen bis zum Jahr 2030 verbindliche internationale Vorschriften für das Management von Biofouling eingeführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück auf Mafia Island beobachtet Asha Mgeni die Veränderungen unter Wasser mit Sorge. „Sobald sich invasive Arten etabliert haben, wird es sehr viel schwieriger, das ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen“, sagt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Menschen an Tansanias Küsten ist der Kampf gegen Biofouling deshalb weit mehr als eine technische oder ökologische Herausforderung. Es geht um schlicht und ergreifend um den Schutz ihrer Lebensgrundlagen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Frauen am Strand von Mafia Island. Mafia mit ihren Nebeninseln ist die südlichste Inselgruppe des Sansibar-Archipels. (Foto: Shutterstock.com, Steve Barze) </p>
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		<title>Das stille Verschwinden der Wanderfische</title>
		<link>https://afrika.info/wanderfische/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 15:06:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Ostafrika gehen die Bestände wandernder Süßwasserfische dramatisch zurück. Die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen ist gefährdet. Ursachen sind vor allem Staudämme, Überfischung und der Klimawandel.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 26. März 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rufiji, Tansania (IPS/afr) – Schon zu Beginn der Auktion auf dem Fischmarkt von Nangurukuru in der südlichen Region Lindi in Tansania ist die Krise deutlich spürbar. Holzkanus, die einst mit reichen Fängen vom Rufiji-Fluss zurückkehrten, bringen heute nur noch einen Bruchteil dessen ein, was sie früher gefangen haben. Händler*innen suchen vergeblich nach einem Kambale, wie der Afrikanische Raubwels hier genannt wird. Die Welsart, die im Durchschnitt zwischen 70 und 100 Zentimeter lang wird, prägte einst den Markt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die großen Kambale sind heutzutage nur noch schwer zu finden“, sagt der 68-jährige Fischer Hamisi Juma. Der Afrikanische Raubwels wanderte während saisonaler Überschwemmungen zum Laichen den Rufiji-Fluss hinauf. Das Ausbleiben des Fisches gefährdet die Ernährungssicherheit von Tausenden Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Afrikanische Raubwels zählt zu den wandernden Süßwasserfischen und damit zu den am stärksten bedrohten Wirbeltieren der Welt. Durch die Zerschneidung von Flussläufen, Verschmutzung, Überfischung und den Klimawandel werden die Bestände zunehmend dezimiert. Ihr Überleben hängt davon ab, dass Flüsse frei fließen können. Doch in ganz Afrika werden Flüsse immer häufiger aufgestaut oder umgeleitet.</p>



<h2 id="h-eine-lebensgrundlage-bricht-weg" class="wp-block-heading">Eine Lebensgrundlage bricht weg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Fisch ist unsere wichtigste Proteinquelle“, sagt Asha Mrope, eine Händlerin auf dem Markt von Nangurukuru. „Wenn sie verschwinden, ist jeder zu Hause davon betroffen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Biologe Zeb Hogan von der University of Nevada in Reno ist Hauptautor einer neuen <a href="https://www.cms.int/publication/global-assessment-migratory-freshwater-fishes" target="_blank" rel="noreferrer noopener">globalen Studie über wandernde Süßwasserfische</a>. Er bestätigt, dass der Rückgang eine direkte Bedrohung für die Ernährungssicherheit von insbesondere einkommensschwachen Ländern darstellt.&nbsp;</p>



<iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d5244549.948846103!2d36.36309347077529!3d-6.174475171614761!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x1858de4fe80e2a3f%3A0xbf4c81d229927cdd!2sRufiji%2C%20Tanzania!5e0!3m2!1sen!2sde!4v1774537509688!5m2!1sen!2sde" width="100%" height="550" style="border:0;" allowfullscreen="" loading="lazy" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">In Tansania sei diese Abhängigkeit vom Rufiji bis zum Viktoriasee sichtbar. „Fische aus dem Viktoriasee, der beispielsweise Bestände an Nilbarsch und anderen Arten beherbergt, sind ein Grundnahrungsmittel und versorgen Millionen von Menschen im Norden Tansanias mit Nahrung“, sagt Hogan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Warnung des Berichts, dass wandernde Süßwasserfische zu den am stärksten gefährdeten Wirbeltieren gehören, ist daher mehr als nur ein biologischer Alarm. Praktisch gesehen weist sie auf eine wachsende Bedrohung der Ernährungssicherheit für Gemeinschaften hin, denen nur wenige erschwingliche Alternativen zur Verfügung stehen.</p>



<h2 id="h-warum-die-wanderwege-der-fische-verschwinden" class="wp-block-heading">Warum die Wanderwege der Fische verschwinden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Ausmaß des Problems zu verstehen, muss man dem Weg der Fische folgen. Viele Arten im Rufiji sind auf saisonale Hochwasser angewiesen, um sich durch Flüsse, Feuchtgebiete und Auen zu bewegen, wo sie Nahrung finden und sich fortpflanzen. Wird dieser Rhythmus unterbrochen, breiten sich die Schäden schnell im gesamten Ökosystem aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Staut man einen Fluss auf, zerstört man technisch gesehen die biologischen Signale, denen Fische seit Tausenden von Jahren folgen“, erklärt Hilda Mpangala von der Abteilung für Aquakultur an der Universität Dar es Salaam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hogan ergänzt, dass Staudämme diesen Kreislauf auf verschiedene Weise beeinträchtigen: „Staudämme stören die Fischwanderungen – indem sie die Laichwanderungen flussaufwärts blockieren, die Ausbreitung junger Fische flussabwärts verlangsamen und die Flussströmungen verändern, die notwendig sind, um Wanderungen auszulösen oder junge Fische in die Auen zu verteilen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Fische ihre Laichgebiete nicht mehr erreichen können, sinken die Bestände und die Fangmengen gehen zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kraftwerk Julius Nyerere, eines der größten Infrastrukturprojekte Afrikas, verdeutlicht dieses Dilemma. Für Tansania verspricht das Laufwasserkraftwerk am Rufiji mehr Strom und wirtschaftliches Wachstum, gefährdet jedoch zugleich die Fischbestände in einem der wichtigsten Flüsse des Landes.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="JULIUS NYERERE 2,115 MW HYDROPOWER PROJECT, TANZANIA Progress Video July 2024" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/oyGysDpaPu8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Werbevideo für die Julius Nyerere Hydropower Station: Das Laufwasserkraftwerk verfügt über eine installierte Kapazität von 2.115 Megawatt, im April 2025 wurde die neunte und letzte Turbine in Betrieb genommen. Geplant und errichtet wurde es von den ägyptischen Unternehmen Arab Contractors und Elsewedy Electric.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für Zeb Hogan ist das Prinzip klar: „Wenn man Flüsse gesund und frei fließend hält, bleiben die aquatischen Ökosysteme fischreich – zum Wohle der Menschen und der Umwelt.“</p>



<h2 id="h-ein-verlust-mit-kulturellen-folgen" class="wp-block-heading">Ein Verlust mit kulturellen Folgen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ältere Fischer am Rufiji erinnern sich an einen anderen Fluss. „Früher haben wir Kambale mit einem Gewicht von 30 Kilogramm gefangen”, erzählt Juma. “Heutzutage bekommt man kaum noch welche.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Gemeinden bedeutet der Verlust der Fische mehr als nur entgangene Einnahmen. Fische sind mit Erinnerungen, Zeremonien und Identität verbunden. Ihr Verschwinden macht sich nicht nur auf den Tellern bemerkbar, sondern auch in den Geschichten, die die Menschen über den Fluss und das Leben erzählen, das er einst ermöglichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt der Klimawandel, der den Druck auf die Fischpopulationen weiter erhöht. In ganz Ostafrika verändern sich die Niederschlagsmuster und damit die Hochwasserzyklen, von denen viele Arten für ihre Wanderung und Fortpflanzung abhängig sind. Lange Dürreperioden senken den Wasserstand, während plötzlicher Starkregen zerstörerische Überschwemmungen auslösen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Problem ist die Überfischung. Da weniger Fische verfügbar sind, greifen einige Fischer zu Netzen mit kleineren Maschen, wodurch auch Jungfische gefangen werden, bevor sie sich fortpflanzen können.</p>



<h2 id="h-ein-problem-uber-grenzen-hinweg" class="wp-block-heading">Ein Problem über Grenzen hinweg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In ganz Afrika sichern große Flusssysteme wie der Nil, der Kongo und der Niger den Lebensunterhalt von Hunderen Millionen Menschen. Doch viele dieser Flüsse stehen unter zunehmendem Druck durch Staudämme, Verschmutzung, Klimaschocks und mangelhafte Bewirtschaftung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue, von den Vereinten Nationen unterstützte globale Studie schätzt, dass die Populationen wandernder Süßwasserfische seit 1970 um 81 Prozent zurückgegangen sind – einer der stärksten Rückgänge, die je für eine Gruppe von Wirbeltieren verzeichnet wurden. Der Bericht identifiziert 325 Arten, die dringend internationaler Schutzmaßnahmen bedürfen, darunter 42 in Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders akut ist das Problem in Afrika, wo viele Flüsse und Seen nationale Grenzen überschreiten. Der Bericht nennt die Flusssysteme des Nils, des Kongo und des Niger-Tschadsees als vorrangige Gebiete für Zusammenarbeit. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5416" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Afrikanischer Raubwels (Clarias gariepinus) wandert den Sabie River im Kruger Nationalpark in Südafrika flussaufwärts. (Foto: <a href="https://www.flickr.com/people/65695019@N07">Bernard DUPONT</a>, Wikimedia, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0">CC BY-SA 2.0</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40725384">Link</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Deshalb ist es so wichtig, dass Länder zusammenarbeiten, um die Bewirtschaftung und den Schutz von Wanderfischen und Fischbeständen, die sich über internationale Grenzen erstrecken, zu verbessern“, sagt Hogan. „Über 49 Prozent der Erdoberfläche sind von grenzüberschreitenden Flüssen bedeckt – es handelt sich also nicht um ein lokales oder nationales Problem, sondern um ein globales Problem, das internationale Zusammenarbeit erfordert.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Fische kennen keine Grenzen“, ergänzt Hilda Mpangala. „Aber allzu oft tun dies unsere politischen Maßnahmen.“</p>



<h2 id="h-ernahrungssicherheit-in-gefahr" class="wp-block-heading">Ernährungssicherheit in Gefahr</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für politische Entscheidungsträger*innen verdeutlicht der Rückgang der Wanderfischbestände ein schwieriges Spannungsfeld zwischen Entwicklung und ökologischem Überleben. Wasserkraft trägt dazu bei, den Zugang zu Strom zu verbessern und wirtschaftliches Wachstum anzukurbeln. Werden Flusssysteme jedoch verändert, ohne die ökologischen Kosten vollständig zu berücksichtigen, können die Folgen gravierend sein – insbesondere für arme Gemeinden, die direkt von der Fischerei abhängig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hogan formuliert diese Abwägung in pragmatischen Begriffen: „Ja, Wasserkraft ist entscheidend für die Entwicklung“, sagt er, „deshalb kommt es darauf an, den Nutzen der Wasserkraft zu maximieren und gleichzeitig die Umweltkosten zu minimieren. Das kann erreicht werden, indem Staudämme an geeigneten Standorten errichtet und gut geplant und betrieben werden. Ein guter Staudamm ist einer, bei dem der wirtschaftliche Nutzen die Umweltkosten bei weitem überwiegt. Leider werden viele ‚schlechte‘ Staudämme gebaut, bei denen der wirtschaftliche Nutzen weit geringer ist als die Umweltkosten.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er fordert zudem, dass alte Staudämme, die keinen Zweck mehr erfüllen, zurückgebaut werden, damit Wanderfische wieder Zugang zu ihren historischen Lebensräumen erhalten. “Dieser Ansatz hat sich bei der Wiederherstellung der Bestände von Wanderfischen als sehr erfolgreich erwiesen”, meint Hogan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Gewährleistung der Energiesicherheit sollten vermehrt erneuerbare Energiequellen wie Solar- und Windkraft genutzt werden, so Hogan. Gleichzeitig sollten Flüsse in Schutzgebieten als frei fließende Gewässer erhalten bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade in Tansania, wo Bevölkerungswachstum und Urbanisierung sowohl den Bedarf an Nahrungsmitteln als auch an Energie steigern, wird dieser Balanceakt immer dringlicher. „Wenn wir unsere Fischbestände verlieren, verlieren wir auch unsere Nahrung, unsere Arbeitsplätze und unsere Lebensweise“, klagt die Händlerin Asha Mrope.</p>



<h2 id="h-lokales-wissen-gefragt" class="wp-block-heading">Lokales Wissen gefragt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Expert*innen betonen, dass sich der Rückgang verlangsamen – und in manchen Fällen sogar umkehren – lässt, wenn Regierungen rasch handeln. Zu den dringendsten Maßnahmen zählen der Schutz von Wanderkorridoren, die Wiederherstellung ökologischer Mindestabflüsse, die Verbesserung von Fischpassagen an Staudämmen, strengere Fischereivorschriften sowie Investitionen in Forschung und Monitoring. Viele wandernde Arten sind nach wie vor kaum erforscht, insbesondere in Afrika – was eine wirksame Politik zusätzlich erschwert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Zeb Hogan beginnen die realistischsten Lösungen bei den Menschen, die die Flüsse am besten kennen: „Man muss mit den lokalen Gemeinschaften zusammenarbeiten, um sie zu befähigen, die Bewirtschaftung der Fischerei zu verbessern, und die Gemeinschaften untereinander sowie mit der Regierung vernetzen, damit sie gemeinsam an einer besseren Bewirtschaftung arbeiten“, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die internationale Zusammenarbeit sei entscheidend. Länder müssten Daten austauschen und sich auf gemeinsame Richtlinien und Vorschriften festlegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Nangurukuru lichtet sich der Markt, während die Sonne höher steigt. Die wenigen Fische, die angeliefert wurden, sind schnell verkauft. Die Händler*innen packen ihre Körbe zusammen. Die Fischer sitzen im Schatten, flicken ihre Netze und bereiten sich auf einen weiteren ungewissen Tag am Fluss vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Fluss ist immer noch da“, meint der Fischer Hamisi Juma nachdenklich. „Aber es ist nicht mehr derselbe Fluss, den wir kannten.“ (Ende)(Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein Fischhändler auf dem Markt von Rufiji wartet gespannt auf die Ankunft der Boote mit dem Tagesfang (Foto: Kizito Makoye/IPS).</p>
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		<item>
		<title>Der Klimawandel trifft den Kaffeeanbau</title>
		<link>https://afrika.info/der-klimawandel-trifft-den-kaffeeanbau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Mar 2026 08:54:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
		<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Busani Bafana]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zunehmende Hitzewellen in den wichtigsten Kaffeeanbaugebieten der Welt setzen der Produktion massiv zu. Die Folgen sind geringere Ernten und steigende Verbraucherpreise. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Climate Central.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 3. März 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo, Simbabwe (IPS/afr) – Zunehmende Hitzewellen in den wichtigsten Kaffeeanbaugebieten der Welt setzen der Produktion massiv zu. Die Folgen sind geringere Ernten und steigende Verbraucherpreise. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von <a href="https://go.climatecentral.org/coffee_and_climate" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Climate Central</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Äthiopien und Indonesien – die fünf größten Kaffeeproduzenten – liefern zusammen 75 Prozent des weltweiten Kaffees. Laut der Klimaforschungsorganisation Climate Central mit Sitz in Princeton, USA verzeichneten diese Länder infolge des Klimawandels durchschnittlich 57 zusätzliche Hitzetage pro Jahr von über 30 Grad Celsius.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Steigen die Temperaturen über diesen Schwellenwert, geraten Kaffeepflanzen unter Hitzestress. Das verringert die Erträge, beeinträchtigt die Qualität der Bohnen und erhöht die Anfälligkeit für Krankheiten. Dies wirkt sich zwangsläufig auch auf die Kaffeepreise aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Hitzestress kann sowohl die Qualität als auch die Quantität der Ernten beeinträchtigen, was weniger Kaffee, höhere Preise und somit eine teurere Morgenroutine und Nachmittagsstärkung bedeutet&#8220;, sagt Shel Winkley, Meteorologe bei Climate Central. &#8222;Die Farmer tun ihr Bestes, um sich anzupassen: Sie pflanzen beispielsweise Schattenbäume, die die Kaffeepflanzen auf natürliche Weise kühlen, um die zukünftigen Ernten in unserer sich erwärmenden Welt zu schützen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-lokalaugenschein-im-mutterland-des-kaffees">Lokalaugenschein im Mutterland des Kaffees</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch im Osten Afrikas leiden die Erträge unter der zunehmenden Erwärmung. Äthiopien ist das Mutterland des Kaffees und der fünftgrößte Produzent weltweit. Die Studie weist dort 34 zusätzliche kaffeeschädliche Hitzetage aus. Insgesamt steigt damit die Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius auf 108 pro Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dejene Dadi ist Generaldirektor der <a href="https://www.oromiacoffeeunion.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Oromia Coffee Farmers Cooperatives Union</a> (OCFCU), die mehr als 560.000 Kaffeefarmer vertritt. Er betont, dass der in Äthiopien angebaute Arabica-Kaffee empfindlich auf direkte Sonneneinstrahlung reagiert und ausreichend Schatten benötigt, um hohe Erträge zu sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Um die Kaffeeversorgung zu gewährleisten, müssen die Regierungen gegen den Klimawandel vorgehen“, sagt Dadi und fügt hinzu: „Sie müssen auch mit Kleinbauern und ihren Organisationen zusammenarbeiten und in sie investieren, damit wir die Lösungen, die wir zur Anpassung benötigen, ausweiten können.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-kaum-unterstutzung-fur-klimaanpassung">Kaum Unterstützung für Klimaanpassung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Realität sieht jedoch anders aus: Obwohl kleinbäuerliche Betriebe rund 60 Prozent des weltweiten Kaffeeangebots erzeugen, erhielten sie laut einer <a href="https://www.eaffu.org/wp-content/uploads/2025/10/FINAL_Feeding_the_world_report_EN.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Untersuchung</a> von &#8222;Family Farmers for Climate Action&#8220; lediglich 0,36 Prozent der Finanzmittel, die 2021 für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels erforderlich gewesen wären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei sind die Kosten vergleichsweise gering: Die Anpassung einer ein Hektar großen Farm schlägt durchschnittlich mit 2,19 US-Dollar pro Tag zu Buche – weniger als der Preis für eine Tasse Kaffee in vielen Ländern.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die OCFCU setzt z. B. auf energieeffiziente Kochherde, die den Bedarf an Brennholz reduzieren und Waldgebiete schützen, die als natürlicher Schutz für den Kaffeeanbau dienen. Mehr als 19.000 effiziente Holzsparöfen wurden an Kaffeebauern in Jimma (siehe Karte) im Westen Äthiopiens ausgegeben und ersetzen dort traditionelle Feuerstellen. Nach Angaben der Union verringert das Projekt die Emissionen um 20.323 Tonnen Kohlendioxidäquivalente (CO₂e) pro Jahr und halbiert den Brennstoffbedarf.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-massiver-ruckgang-von-anbauflachen-befurchtet">Massiver Rückgang von Anbauflächen befürchtet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im letzten Jahr exportierte Äthiopien 469.000 Tonnen Kaffee, davon rund 40 Prozent in die Europäische Union. Gemeinsam mit Uganda verantwortet das Land nach <a href="https://pulseofafrica.info/news/1141" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Angaben</a> der Internationalen Kaffeeorganisation (ICO) rund 80 Prozent der afrikanischen Kaffeeexporte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weltweit werden täglich schätzungsweise 2,2 Milliarden Tassen Kaffee konsumiert. Laut <a href="https://www.statista.com/chart/8602/top-coffee-drinking-nations/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Statista</a> leben die stärksten Kaffeetrinker*innen in Nordeuropa: Die Niederlande liegen mit einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von über acht Kilogramm an erster Stelle, gefolgt von Finnland, Schweden und Norwegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon bald könnte aber der Kaffeegenuss deutlich teurer werden. Wenn keine wirksamen Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden, könnten die weltweiten Anbauflächen bis 2050 um bis zu 50 Prozent schrumpfen, warnen die Wissenschaftler*innen von Climate Central. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Äthiopischer Rohkaffee (Foto: Monika Sturmer/afrika.info) </p>
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		<title>Wenn die Dürre die Kindheit raubt</title>
		<link>https://afrika.info/wenn-die-duerre-die-kindheit-raubt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 13:48:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Somalia]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Kibet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Norden Kenias zwingt eine anhaltende Dürre Familien zu existenziellen Entscheidungen: Wasser oder Schule, Überleben oder Zukunft. Besonders Kinder zahlen den höchsten Preis – mit Hunger, Bildungsabbrüchen und wachsender Unsicherheit.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Robert Kibet | 24. Februar 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mandera, Kenia (IPS/afr) – Jeden Morgen vor Sonnenaufgang macht sich die zehnjährige Amina Adan auf den Weg zu einer schwindenden Wasserstelle am Rande der Stadt Rhamu im Bezirk Mandera im Nordosten Kenias. Eigentlich sollte sie im Klassenzimmer sitzen. Stattdessen schleppt sie einen gelben Kanister, der fast so groß wie sie selbst ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Mutter, Fatuma Adan, beschreibt die Lage nüchtern. Es gehe längst nicht mehr um die Entscheidung zwischen Bildung und Hausarbeit, sondern zwischen Wasser und Überleben. &#8222;Wenn es kein Wasser gibt, gibt es auch keine Nahrung und keine Schule&#8220;, erklärt Fatuma. &#8222;Die Kinder müssen helfen, sonst schaffen wir es nicht durch den Tag.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aminas Alltag steht exemplarisch für eine sich zuspitzende Krise in Kenias ariden und semi-ariden Gebieten (ASALs). Dort droht die anhaltende Dürre die hart erkämpfte Fortschritte in Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit und Bildung – den Kernbereichen der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) – zunichtezumachen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-eine-durre-uberlastet-ganze-systeme">Eine Dürre überlastet ganze Systeme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der kenianischen <a href="https://ndma.go.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">National Drought Management Authority</a> (NDMA) befindet sich Mandera weiterhin in der Alarmphase. Die kurzen Regenfälle zwischen Oktober und Dezember 2025 erreichten lediglich 30 bis 60 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Wasserstellen sind versiegt, Weideland ist verdorrt, Viehbestände brechen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Landesweite Erhebungen zur Lebensmittel- und Ernährungssicherheit zeigen: Mehr als 2,15 Millionen Menschen in Kenias ASAL-Bezirken benötigen dringend humanitäre Hilfe. Über 800.000 Kinder im Alter von sechs bis 59 Monaten müssen wegen akuter Unterernährung behandelt werden. Im Bezirk Mandera steigen die Aufnahmen in ambulante Therapieprogramme, während Familien ihre Vorräte aufbrauchen und die Milchproduktion drastisch sinkt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Doch die Krise reicht weit über Kenia hinaus. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind am Horn von Afrika – in Kenia, Somalia und Äthiopien – fast 24 Millionen Menschen von akuter Wasserunsicherheit betroffen. UNICEF warnt, dass 2,7 Millionen Kinder in der Region aufgrund dürrebedingter Vertreibungen bereits nicht mehr zur Schule gehen; weitere vier Millionen sind gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;„&#8220;Diese Klimakatastrophen sind keine einmaligen Notfälle mehr&#8220;, sagt ein Bildungsbeauftragter des Bezirks Mandera. &#8222;Sie sind struktureller Natur und beeinflussen, wie – oder ob – Kinder wachsen, lernen und sich entwickeln.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-unterbrochene-bildung-verlorene-zukunft">Unterbrochene Bildung – verlorene Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Mandera spüren Schulen die Folgen unmittelbar. Lehrer*innen berichten von schrumpfenden Klassen, weil Familien auf der Suche nach Weideland und Wasser weiterziehen. Andere Kinder bleiben zurück, kämpfen jedoch mit Hunger und Erschöpfung – konzentriertes Lernen ist kaum möglich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdikadir Adan Alio, Bildungsbeamter in Mandera, bestätigt den starken Rückgang der Anwesenheit in besonders betroffenen Schulen. Mädchen seien überproportional betroffen, da sie traditionell für das Wasserholen und die Hausarbeit verantwortlich sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Entwicklungsexpert*innen gehen die Folgen weit über kurzfristige Lernrückstände hinaus. Unterbrochene Bildung schwächt das Humankapital, mindert langfristig wirtschaftliche Produktivität und reduziert die Fähigkeit von Gemeinschaften, sich an zukünftige Klimaschocks anzupassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn Kinder Jahr für Jahr die Schule versäumen, wird der Schaden generationsübergreifend“, warnt der Bildungsexperte Ali Abdi, der im Norden Kenias tätig ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-hunger-krankheit-gefahrdung">Hunger, Krankheit, Gefährdung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gesundheitsfachkräfte sprechen von einem gefährlichen Kreislauf aus Hunger, Krankheit und wachsender Verwundbarkeit. Wassermangel verschlechtert die hygienischen Bedingungen und erhöht das Risiko von Durchfallerkrankungen, die besonders für unterernährte Kinder lebensbedrohlich sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mobile Kliniken in abgelegenen Gebieten Mandera untersuchen Kinder auf Unterernährung, verteilen therapeutische Spezialnahrung und überweisen schwere Fälle an Stabilisierungszentren. Diese Angebote entstehen durch Kooperationen zwischen Bezirksregierungen und humanitären Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Früherkennung rettet Leben&#8220;, sagt ein Ernährungsspezialist in Mandera, &#8222;aber die Fallzahlen steigen weiter, und die Entfernungen, die die Familien zurücklegen müssen, werden immer größer.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Verlust ihrer Lebensgrundlagen greifen Familien zunehmend zu negativen Bewältigungsstrategien. Humanitäre Organisationen berichten von wachsendem Risiko für Kinderarbeit, Frühehen und geschlechtsspezifische Gewalt – insbesondere in abgelegenen Siedlungen mit schwachen sozialen Sicherungssystemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mädchen sind besonders gefährdet. Wenn Ressourcen knapp werden, wird ihre Bildung häufig zuerst eingeschränkt. &#8222;Die Dürre nimmt uns nicht nur Nahrung und Wasser&#8220;, sagt ein Gemeindevorsteher in Mandera. &#8222;Sie nimmt den Kindern auch ihre Sicherheit und Würde.&#8220;<br></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-was-hilft-integrierte-kindzentrierte-losungen">Was hilft: integrierte, kindzentrierte Lösungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der dramatischen Lage zeigen Erfahrungen aus Mandera und anderen ASAL-Bezirken, dass koordinierte Maßnahmen Kinder wirksam schützen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mobile Gesundheits- und Ernährungskliniken – unterstützt von Organisationen wie UNICEF und Save the Children – erreichen nomadische und vertriebene Familien. Sie verbinden Untersuchungen, Impfungen und Gesundheitsdienste für Mütter und reduzieren lange Anfahrtswege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geldtransferprogramme, die staatliche Stellen mit Partnern wie World Vision umsetzen, ermöglichen Haushalten, Ausgaben flexibel an ihren dringendsten Bedürfnissen auszurichten. Studien belegen, dass solche Transfers negative Bewältigungsstrategien deutlich verringern und den Schulbesuch auch in Krisenzeiten stabilisieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Investitionen in Wassertransporte, die Sanierung von Bohrlöchern und klimaresistente Wasserinfrastruktur verbessern zusätzlich die Versorgung in Dürregebieten. Zwar sind diese Maßnahmen kostenintensiv, doch Expert*innen sehen sie als entscheidend an, um wiederkehrende Notlagen langfristig zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gemeindebasierte Ansätze erweisen sich als wirksam: Geschulte Freiwillige führen Untersuchungen auf Haushaltsebene durch, identifizieren gefährdete Kinder frühzeitig und vermitteln Familien an Unterstützungsangebote.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Diese Maßnahmen sind am wirksamsten, wenn sie kombiniert werden&#8220;, sagt ein Manager eines humanitären Programms. &#8222;Gesundheit allein reicht nicht aus. Wasser, Nahrung, Einkommen und Schutz müssen Hand in Hand gehen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-zwischen-nothilfe-und-strukturellem-wandel">Zwischen Nothilfe und strukturellem Wandel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz lebensrettender Programme bleiben Lücken. Finanzierungszyklen sind häufig kurz, Maßnahmen reagieren eher auf akute Krisen, statt präventiv zu wirken. Lokale Behörden betonen, dass klimaresistente Lebensgrundlagen – etwa dürreresistente Landwirtschaft, Viehversicherungen und alternative Einkommensquellen – entscheidend seien, um den Kreislauf zu durchbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungsexpert*innen warnen: Ohne nachhaltige Investitionen wird die Dürre weiterhin Fortschritte bei mehreren SDGs untergraben und immer neue, langfristig teurere Notfallmaßnahmen erzwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Frage ist nicht, ob die Dürre zurückkehren wird&#8220;, sagt Eunice Koech, Klimaexpertin der <a href="https://igad.int/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Intergovernmental Authority on Development</a> (IGAD). &#8222;Die Frage ist, ob die Systeme stark genug sein werden, um Kinder zu schützen, wenn es soweit ist.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Rhamu bleibt Fatuma Adan nur Hoffnung. Sie wünscht sich, dass ihre Tochter bald wieder ganztags zur Schule gehen kann. &#8222;Ich möchte, dass Amina lernt&#8220;, sagt sie. &#8222;Aber zuerst müssen wir leben.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Wasserholen statt Schule heißt es für viele Kinder in den von Dürre betroffenen Gebieten in Kenia.(Foto: Charles Kariuki/IPS)</p>
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		<title>Klimawandel bremst Tansanias Prestige-Bahn</title>
		<link>https://afrika.info/klimawandel-bremst-tansanias-prestige-bahn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 08:30:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Tanzania Standard Gauge Railway]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die elektrifizierte Tanzania Standard Gauge Railway gilt als Schlüsselprojekt für klimafreundliche Mobilität. Sie zeigt aber auch, wie verwundbar selbst moderne Infrastruktur gegenüber den Folgen des Klimawandels ist.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 27. Jänner 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dar es Salaam (IPS/afr) – An einem regnerischen Mittwochmorgen herrscht am Terminal der Tanzania Standard Gauge Railway (SGR) in Dodoma, der Hauptstadt Tansanias, reges Treiben. Frauen führen Kleinkinder an der Hand, in ihren Händen baumeln Tüten mit Snacks. Tourist*innen ziehen Rollkoffer hinter sich her, Student*innen scrollen auf ihren Smartphones.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Bahnhof strömen die Passagiere in die Wartehallen. Die Tickets werden zügig gescannt, die Sicherheitskontrollen verlaufen reibungslos. Elektronische Displays kündigen pünktliche Züge an. Dann, gegen Mittag, ändert sich alles. Eine weibliche Stimme tönt aus dem Lautsprecher und verkündet, dass sich die Züge nach Morogoro und Dar es Salaam verspäten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verspätung, so erklärt die Sprecherin, sei auf heftige Regenfälle zurückzuführen, die irgendwo entlang der Strecke zu einer technischen Störung geführt hätten. Die Stunden vergehen, ohne dass ein Zug eintrifft.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-unmut-bei-wartenden-passagieren">Unmut bei wartenden Passagieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Als ich heute Morgen von zu Hause losfuhr, war ich noch ganz unbesorgt“, sagt Neema Msuya, eine Krankenschwester, die nach Dar es Salaam reist, um an einer Beerdigung teilzunehmen. „Der Zug ist normalerweise pünktlich.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Msuya sitzt in der Nähe des Informationsschalters, ihren Koffer zu Füßen, und scrollt durch Instagram, um sich die Zeit zu vertreiben. Stunden später ist ihre Zuversicht dahin. „Wir sind schon viel zu lange hier“, beklagt sie sich. „Und niemand sagt uns klar und deutlich, was los ist.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-1024x683.jpg" alt="Passagiere eilen zum Zug der Tanzania Standard Gauge Railway" class="wp-image-5258" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fahrgäste eilen in Dodoma zum Zug der Tanzania Standard Gauge Railway (Foto: Kizito Makoye/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für Msuya ist die Verspätung eine große Unannehmlichkeit. Beerdigungen in Tansania folgen strengen kulturellen Zeitvorgaben, und jede Verzögerung kann dazu führen, dass man die Bestattungsriten verpasst. Um sie herum beklagen sich auch andere Fahrgäste über versäumte Termine, Arztbesuche und sogar Gerichtsverhandlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die durch den Regen verursachte Verspätung bietet einen Einblick in ein größeres Problem: Der Klimawandel stellt Tansanias prestigeträchtige Eisenbahn mit niedrigem CO₂-Ausstoß auf eine harte Probe. Doch ist nicht alleine das Klima schuld an der Misere.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-symbol-fur-den-fortschritt">Symbol für den Fortschritt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tansania feierte seine elektrische Bahn beim Start im Jahr 2024 als nationales Vorzeigeprojekt. Das rund zwei Milliarden US-Dollar teure Normalspurbahn, errichtet von einem 50/50-Konsortium aus dem türkischen Bauunternehmen <a href="https://yapimerkezi.com.tr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Yapi Merkezi</a> und dem portugiesischen Konzern <a href="https://www.mota-engil.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mota-Engil</a>, ersetzte die veraltete Meterspurbahn und erschloss den Zentralraum neu – eine wichtige Verkehrsader, die den Hafen von Dar es Salaam mit dem Hinterland und weiter mit den Binnenländern Ruanda, Burundi, Uganda und dem östlichen Teil der Demokratischen Republik Kongo verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit modernen Bahnhöfen, gleitenden Rolltreppen, digitalem Ticketing und geräumigen Waggons wurde die SGR schnell zu einem Symbol für den Fortschritt. Die Reisezeiten sanken drastisch, die Straßen wurden entlastet, da sich der Passagier- und Frachtverkehr von dieselbetriebenen Lastwagen auf die elektrische Bahn verlagerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger als zwei Jahre später ist dieser Optimismus jedoch mit der harten Realität extremer Wetterereignisse kollidiert, die Wissenschaftler*innen mit dem fortschreitenden Klimawandel in Verbindung bringen. </p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-uberschwemmungen-legen-zugverkehr-lahm">Überschwemmungen legen Zugverkehr lahm</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 31. Dezember 2025 stellten die Behörden den Zugverkehr zwischen Dodoma und Morogoro ein, nachdem heftige Regenfälle wichtige Infrastrukturen beschädigt hatten. Hochwasser spülte ein Flussufer weg und legte eine Eisenbahnbrücke gefährlich frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Machibya Masanja, Generaldirektor der <a href="https://www.trc.co.tz/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tanzania Railways Corporation</a> (TRC), bestätigt die Störung, weist jedoch Behauptungen zurück, sie sei auf einen Konstruktionsfehler zurückzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies ist kein Versagen der Konstruktion oder des Baus“, sagt er und fügt hinzu, dass die Brückenfundamente 30 bis 40 Meter tief im Boden verankert seien und für eine Lebensdauer von mindestens 120 Jahren ausgelegt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen macht Masanja menschliche Aktivitäten – insbesondere Landwirtschaft und Besiedlung in Überschwemmungsgebieten – für die Bodenerosion in der Nähe der Strecke verantwortlich. Er kündigt Pläne zum Bau von Dämmen und anderen Kontrollstrukturen an, um den Wasserfluss zu regulieren und gefährdete Abschnitte zu stabilisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-experte-bemangelt-planungsfehler">Experte bemängelt Planungsfehler</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Stadtplaner Honesty Mshana in Dar es Salaam argumentiert jedoch, dass die wiederkehrenden Störungen auf tiefere Mängel in Planung und Umsetzung des millionenschweren Projekts hindeuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Eisenbahn ist nicht robust genug, um Überschwemmungen standzuhalten“, meint Mshana. „Wenn man Millionen von Dollar an öffentlichen Geldern investiert, erwartet man ein System, das klimatischen Belastungen gewachsen ist. Überschwemmungen sind in Tansania kein neues Phänomen. Das hätte in die technischen Entscheidungen einfließen müssen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mshana zufolge verlaufen lange Streckenabschnitte ohne ausreichende Durchlässe, erhöhte Dämme oder verstärkte Entwässerungssysteme durch Überschwemmungsgebiete und Flussbecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist nicht nur ein technisches Versagen“, sagt er. „Es ist ein Planungsfehler. Man kann nicht einfach Entwürfe von anderswo kopieren und sie in eine völlig andere ökologische und klimatische Umgebung übertragen. Resiliente Verkehrssysteme erfordern lokales Wissen, Klimaprognosen und die Bereitschaft, im Vorfeld mehr Geld auszugeben, um später weitaus größere Verluste zu vermeiden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der fortschreitenden Erderwärmung, so warnt er, würden die Kosten solcher Versäumnisse weiter steigen – und Regierungen vor die Wahl stellen, entweder endlose Reparaturen zu finanzieren oder langwierige Betriebsunterbrechungen in Kauf zu nehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-passagiere-zwischen-den-fronten">Passagiere zwischen den Fronten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Passagiere sind diese Erklärungen wenig tröstlich. Am späten Vormittag ist der Bahnhof von Dodoma noch immer voller wartender Fahrgäste. Kinder schlafen auf den Bänken, Geschäftsreisende drängen sich um die Ladestationen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-5240" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Passagiere im modernen SGR-Bahnhof von Dodoma (Foto: Kizito Makoye/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hatte Termine in Dar es Salam“, klagt der Unternehmensberater Emmanuel Kweka. „Dieser Zug war immer zuverlässig. Deshalb habe ich alles darauf abgestimmt. Jetzt weiß ich nicht, ob ich weiter warten oder einen Bus nehmen soll.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch zeigen viele Fahrgäste Verständnis. „Ich möchte nicht, dass die Züge fahren, wenn es unsicher ist“, sagt Neema Msuya, die Krankenschwester. „Aber die Bahn muss besser vorbereitet sein. Diese Regenfälle sind keine Überraschung mehr.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-dem-klima-ausgesetzt">Dem Klima ausgesetzt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weltweit gelten Eisenbahnen als tragende Säulen des Klimaschutzes. Elektrische Züge verursachen deutlich weniger Emissionen als Straßen- oder Luftverkehr, und für Länder wie Tansania stehen Investitionen in die Schiene im Einklang mit den Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erfahrungen mit der SGR verdeutlichen jedoch ein wachsendes Paradoxon: Infrastruktur, die als klimafreundlich gilt, ist selbst zunehmend den Folgen des Klimawandels ausgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Internationale Studien zu Eisenbahnsystemen zeichnen ein klares Bild: Extreme Niederschläge können Böschungen destabilisieren, Brückenfundamente unterspülen, Gleisanlagen überfluten und Stromversorgungssysteme lahmlegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Probleme der SGR haben zudem Fragen nach Management und Transparenz aufgeworfen. Im Oktober 2025 entgleiste ein Zug kurz nach seiner Abfahrt in Dar es Salaam nahe dem Bahnhof Ruvu. Es gab keine Todesopfer, doch der Vorfall führte zu einer vorübergehenden Betriebseinstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die TRC bezeichnete die Entgleisung als Betriebsunfall ohne Zusammenhang mit den Wetterbedingungen. „Jede neue Eisenbahn hat Anlaufschwierigkeiten“, sagt Edmund Mabhuye, Klimaforscher an der Universität von Dar es Salaam. „Kritisch wird es dann, wenn das Vertrauen der Öffentlichkeit schneller schwindet als die Fähigkeit der Regierung, die Probleme zu beheben.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-vergebliches-warten">Vergebliches Warten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am SGR-Bahnhof in Dodoma bedrängen Fahrgäste das Sicherheitspersonal mit Fragen. Die Displays zeigen weiterhin dieselbe Verspätungen, die Durchsagen beschränken sich auf Entschuldigungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind seit dem Morgen hier und niemand sagt uns, was los ist“, ruft Hamisi Juma, ein Händler aus Morogoro, entnervt. „Sie sagen uns immer wieder, wir sollen warten – aber worauf? Einige von uns haben Kinder und müssen zurück zur Arbeit.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele ist es nicht die Verspätung selbst, die sie aufbringt, sondern das Schweigen darüber. „Sagen Sie es doch einfach, wenn ein Zug ausfällt“, fordert der Student Peter Mwinyi vom Bahnpersonal. „Wenn er Verspätung hat, erklären Sie uns warum. Was die Leute wütend macht, ist, im Unklaren gelassen zu werden. Dann fühlt man sich betrogen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-2-560-neue-schienenkilometer">2.560 neue Schienenkilometer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tanzania Standard Gauge Railway (SGR) ist ein ehrgeiziges Eisenbahnprojekt zur Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur in Tansania und ein zentrales Vorhaben des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/East_African_Railway_Master_Plan" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ostafrikanischen Eisenbahn-Masterplans</a>. Die moderne Normalspurstrecke verbindet den Hafen von Dar es Salaam mit dem Landesinneren sowie perspektivisch mit den Nachbarstaaten Ruanda, Burundi und Uganda.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-1024x683.png" alt="" class="wp-image-5248" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-1024x683.png 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-300x200.png 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-768x512.png 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-640x427.png 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800.png 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Streckenverlauf der Tanzania Standard Gauge Railway: Der grün eingefärbte Abschnitt zwischen Dar es Salaam und Dodoma ist bereits in Betrieb, die weiteren Abschnitte nach Mwanza und Kigoma (rot) sind in Errichtung. [<a href="https://www.google.com/maps/d/u/0/edit?mid=1VBUOeWTaAdVYGCtt_tSvDmeyQZ7iF3g&amp;usp=sharing" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zur interaktiven Karte bei Google MyMaps</a>]</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bau des SGR-Netzes begann im April 2017, und bereits heute sind zwei bedeutende Teilabschnitte in Betrieb: Der Personenverkehr zwischen Dar es Salaam und Morogoro wurde am 14. Juni 2024 in aufgenommen, am 25. Juli 2025 wurde der Streckenabschnitt Morogoro–Dodoma offiziell eröffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer geplanten Gesamtlänge von über 2.560 Kilometer zielt die SGR darauf ab, Transportzeiten und -kosten erheblich zu reduzieren, den Güter- und Personenverkehr effizienter zu gestalten sowie die regionale wirtschaftliche Integration und nachhaltige Entwicklung zu fördern.  (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Magufuli Express der Tanzania Standard Gauge Railway (Foto: Shutterstock.com, Storyteller25, bearbeitet)</p>
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		<title>COP30: Bildung im Zentrum der Klimakrise</title>
		<link>https://afrika.info/cop30-bildung-im-zentrum-der-klimakrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Nov 2025 16:12:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Adenika Oladosu]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[COP30]]></category>
		<category><![CDATA[Joyce Chimbi]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Adenike Oladosu ist eine der führenden Stimmen Afrikas im Kampf für Klimagerechtigkeit. Beim Klimagipfel COP30 in Belém in Brasilien forderte sie die internationale Gemeinschaft auf, Bildung ins Zentrum der Klimaschutzmaßnahmen zu rücken. </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Joyce Chimbi | 21. November 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Belém (IPS/afr). Adenike Oladosu ist eine der führenden Stimmen Afrikas im Kampf für Klimagerechtigkeit. Beim Klimagipfel COP30 in Belém in Brasilien forderte sie die internationale Gemeinschaft auf, Bildung ins Zentrum der Klimaschutzmaßnahmen zu rücken.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Adenike Oladosu ist Günderin der &#8222;<a href="https://www.ileadclimateaction.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">I Lead Climate Action Initiative</a>&#8220; &#8211; eine panafrikanische Bewegung, die sich mit Forschung und lokaler Basisarbeit für den Klimaschutz einsetzt.&nbsp; Neben Vanessa Nakate (Uganda) und Elizabeth Wathuti (Kenia) zählt sie zu den führenden Klimagerechtsaktivist*innen Afrikas. Im Jahr 2024 wurde sie von &#8222;<a href="https://www.bbc.co.uk/news/resources/idt-4f79d09b-655a-42f8-82b4-9b2ecebab611" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BBC 100 Women</a>&#8220; als weltweit einflussreichste und inspirierendste Klimapionierin ausgezeichnet.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-kindheit-im-spannungsfeld-von-bildung-und-klimakrise">Kindheit im Spannungsfeld von Bildung und Klimakrise</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Engagment für Oladosu hat viel mit ihren persönlichen Erfahrungen zu tun: Sie wuchs in Zentral-Nigeria auf und erlebte schon früh, wie eng Ernährungssicherheit, Extremwetter und Bildung miteinander verknüpft sind. Überflutungen machten Wege zur Schule unpassierbar, Hitzeperioden und unsichere Ernten führten zu Hunger und sinkenden Schulbesuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Familien schickten ihre Kinder lieber zur Arbeit auf die Felder, was Bildungsbiografien dauerhaft unterbrach. Dazu kamen zunehmende Konflikte zwischen Bäuer*innen und Viehhirten, ausgelöst durch kollabierende Ökosysteme und knapper werdende Ressourcen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2018, nach der Lektüre eines alarmierenden <a href="https://www.ipcc.ch/2018/10/10/ipcc-presents-findings-of-the-special-report-on-global-warming-of-1-5c-at-event-to-discuss-viet-nams-response-to-climate-change/">Bericht des Weltklimarates IPCC</a>, entschloss sich Oladosu, aktiv zu werden. &#8222;Heute&#8220;, sagt sie, &#8222;ist die Klimakrise nicht mehr eine Bedrohung, sondern eine Realität.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-stimme-fur-klimagerechtigkeit">Stimme für Klimagerechtigkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seither hat sie Tausende Menschen in Afrika und auf der ganzen Welt für mehr Klimagerechtigkeit mobilisiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit forscht Oladosu als Fellow am <a href="https://www.rifs-potsdam.de/de/menschen/adenike-oladosu" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Research Institute for Sustainability</a> (RIFS) in Potsdam. Gleichzeitig wirkt sie als Climate Champion von &#8222;<a href="https://www.educationcannotwait.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Education Cannot Wait</a>&#8220; für den weltweit ersten Fonds, der sich der Bildung in Krisensituationen widmet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre zentrale Botschaft: Klimakrise, Vertreibung, Konflikte, Energieunsicherheit und Umweltzerstörung verstärken sich gegenseitig – und bedrohen eine ganze Generation. Laut <a href="https://www.unesco.org/gem-report/en/publication/out-school-numbers-are-growing-sub-saharan-africa">UNESCO</a> besuchen 20 Millionen Kinder in Nigeria keine Schule.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-bildung-ruckt-in-den-fokus-der-klimagesprache">Bildung rückt in den Fokus der Klimagespräche</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund betont Oladosu, dass die Klimaverhandlungen bei der COP30 in Belém in die richtige Richtung gehen. In <a href="https://cop30.br/en/news-about-cop30/education-at-the-core-of-climate-resilience-say-countries-and-the-un-system" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hochrangigen Diskussionen</a> erklärten Staatsvertreter*innen und UN-Organisationen, man wolle in die Vorbereitung junger Menschen auf die Klimakrise investieren – und Bildungseinrichtungen an die neue Realität anpassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oladosu unterstreicht diesen Ansatz: &#8222;Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, was Klimagerechtigkeit für junge Menschen bedeutet.&#8220; Besonders Mädchen, die täglich lange Wege zurücklegen müssen, um Wasser zu holen, verlieren wertvolle Lernzeit. In der Schule müsse Klimawissen vermittelt und Raum für eigene Lösungen geschaffen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Adenike Oladosu appelliert daher eindringlich an die internationale Gemeinschaft. &#8222;Wir müssen die Zukunft von Millionen Mädchen und Jungen schützen, die weltweit an vorderster Front der Klimakrise stehen. Ich möchte, dass die Staats- und Regierungschefs verstehen: Diese Zukunft beginnt jetzt. Bildung muss dringend ins Zentrum der Klimaschutzmaßnahmen rücken.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Adenike Oladosu bei der COP 30 in Belém (Foto: Joyce Chimbi/IPS)</p>
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		<title>Victoriafälle: UNESCO-Welterbe unter Druck</title>
		<link>https://afrika.info/victoriafaelle-unesco-welterbe-unter-druck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Sep 2025 13:50:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sambia]]></category>
		<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[UNESCO]]></category>
		<category><![CDATA[Victoriafälle]]></category>
		<category><![CDATA[Welterbe]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Der wunderbarste Anblick, den ich je in Afrika gesehen habe.“ Mit diesen Worten hielt der schottische Missionar und Afrikaforscher David Livingstone am 16. November 1855 seine erste Begegnung mit den mächtigen Wasserfällen des Sambesi fest.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana und Martin Sturmer | 4. September 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo, Oberndorf bei Salzburg (afr/IPS). „Der wunderbarste Anblick, den ich je in Afrika gesehen habe.“ Mit diesen Worten hielt der schottische Missionar und Afrikaforscher David Livingstone am 16. November 1855 seine erste Begegnung mit den mächtigen Wasserfällen des Sambesi fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Livingstone taufte sie zu Ehren der damaligen britischen Königin auf den Namen Victoriafälle. Treffender ist jedoch ihr traditioneller Name. In der Sprache der einheimischen Balozi heißen die Fälle “Mosi-oa-Tunya” – auf Deutsch: „Donnernder Rauch“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Victoriafälle sind mehr als 1.700 Meter breit und stürzen in einer schmalen Schlucht 110 Meter in die Tiefe. Dabei erzeugen die Wassermassen eine gewaltige Gischt, die besonders nach der Regenzeit in bis zu 300 Meter Höhe aufsteigt und weithin sichtbar ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-wasserrisiken-bedrohen-welterbestatten">&#8222;Wasserrisiken&#8220; bedrohen Welterbestätten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings: Durch den Klimawandel verschiebt sich die Regenzeit von Oktober immer weiter nach hinten. In den trockenen Monaten bleibt von der Sturzflut manchmal nur noch ein Rinnsal übrig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein aktueller <a href="https://www.wri.org/insights/water-risks-unesco-world-heritage-sites" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht</a> des World Resources Institute (WRI) zeigt: Die Dürren in der Region werden häufiger und dauern länger. Das WRI hat die sogenannten „Wasserrisiken“ von 1.172 UNESCO-Welterbestätten untersucht. Zu diesen Risiken zählen neben Dürren auch Grundwassermangel, Verschmutzungen und Überschwemmungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ergebnis ist ernüchternd: 73 Prozent der Welterbestätten sind von mindestens einem dieser Risiken betroffen. Beispiele sind der Yellowstone National Park, der 2022 nach einem Hochwasser geschlossen werden musste, oder das Taj Mahal, dessen Fundamente durch die Ableitung von Wasser instabil wurden – und eben auch die Victoriafälle.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-auswirkungen-auf-natur-und-menschen">Auswirkungen auf Natur und Menschen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 1989 gehören die Victoriafälle zum UNESCO-Welterbe. Doch die zunehmenden Dürren bedrohen Artenvielfalt, Landwirtschaft und Tourismus. Tausende Menschen in den Grenzstädten Livingstone (Sambia) und Victoria Falls (Simbabwe) leben vom Besuch der hunderttausenden Tourist*innen, die jedes Jahr zu den Wasserfällen reisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stadt Victoria Falls war Gastgeberin der 15. Vertragsstaatenkonferenz der Ramsar-Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten von 23. bis 31. Juli. Die Konvention besteht seit 1975 und gehört zu den ältesten internationalen Naturschutzabkommen. Revitalisierung von Feuchtgebieten und Aufforstung von Bruchwäldern könnten bedrohte Landschaften wiederherstellen – doch dafür braucht es politischen Willen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Engagierte Gemeinden finden Wege, lebenswichtige Landschaften wie Feuchtgebiete zu schützen und wiederherzustellen“, erklärt Samantha Kuzma, leitende Datenexpertin beim WRI. „Das Problem ist, dass diese Bemühungen nur Stückwerk sind. Weltweit fehlt der politische Wille, der für echte, dauerhafte Veränderungen nötig wäre.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-billionen-us-dollar-erforderlich">Billionen US-Dollar erforderlich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://blogs.worldbank.org/en/water/closing-the--7-trillion-gap--three-lessons-on-financing-water-in" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weltbank</a> schätzt, dass bis 2030 rund sieben Billionen US-Dollar in die globale Wasserinfrastruktur investiert werden müssen, um jahrzehntelange Unterfinanzierung auszugleichen und die nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen. Derzeit trägt der öffentliche Sektor fast 91 Prozent der jährlichen Ausgaben, der private Sektor weniger als zwei Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem Untätigkeit kostspieliger ist als Handeln“, warnt Kuzma. Sie betont, dass die Welt den zentralen Wert des Wassers für Wirtschaft und Gesellschaft besser verstehen müsse. „Sein Wert ist unsichtbar, bis er gefährdet ist.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich wird das am Beispiel der UNESCO-Welterbestätten. „Ihr ökologischer und kultureller Wert ist unbezahlbar, und ganz pragmatisch betrachtet sind sie oft der Dreh- und Angelpunkt der lokalen Wirtschaft“, sagt Kuzma. „Jede Schließung oder Beschädigung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Gemeinden.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Die Victoriafälle in der Trockenzeit (Foto: HandmadePictures/Shutterstock.com)</p>
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		<title>DRC versteigert halbes Land für Erdölsuche</title>
		<link>https://afrika.info/dr-kongo-versteigert-halbes-land-fuer-erdoelsuche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Aug 2025 07:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Erdöl]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Umar Manzoor Shah]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der Entscheidung, Suchlizenzen für Erdöl auf mehr als der Hälfte ihres Staatsgebiets zu versteigern, sorgt die Regierung der DR Kongo für Entsetzen. Umweltorganisationen warnen vor einem Desaster für das Klima, die Artenvielfalt und die Rechte indigener Gemeinschaften.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Umar Manzoor Shah | 19. August 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kinshasa (IPS/afr). Mit der Entscheidung, Suchlizenzen für Erdöl auf mehr als der Hälfte ihres Staatsgebiets zu versteigern, sorgt die Regierung der Demokratischen Republik Kongo (DRC) weltweit für Entsetzen. Umweltorganisationen warnen vor einem Desaster für das Klima, die Artenvielfalt und die Rechte indigener Gemeinschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einem neuen Report der Organisation Earth Insight mit dem Titel &#8222;<a href="https://earth-insight.org/report/drc-oil-expansion/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Forests to Frontlines: Oil Expansion Threats in the DRC</a><em>“</em> sollen 55 Explorationsblöcke mit insgesamt 1,24 Millionen Quadratkilometer für die Suche nach Erdöl freigegeben werden. Das entspricht über 50 Prozent des Staatsgebiets des zentralafrikanischen Landes.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schutzgebiete im Visier</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders brisant ist, dass die betroffenen Gebiete zentrale ökologische Funktionen erfüllen: Über 66 Millionen Hektar intakter Regenwald – das sind 64 Prozent der verbliebenen Wildnisgebiete der DR Kongo – liegen in den geplanten Blöcken. 83.000 Quadratkilometer Schutzgebiete sowie 86.000 Quadratkilometer biodiversitätsrelevante Schlüsselareale überschneiden sich mit den zur Versteigerung freigegebenen Flächen.</p>



<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6aa35d61d3f0f&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6aa35d61d3f0f" class="wp-block-image size-large wp-lightbox-container"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="724" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round-1024x724.png" alt="" class="wp-image-4650" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round-1024x724.png 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round-300x212.png 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round-768x543.png 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round-1536x1086.png 1536w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round-640x453.png 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/08/drc-2025-licencsing-round.png 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><button
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		</button><figcaption class="wp-element-caption">Die Grafik von Earth Insight zeigt die enorme Ausdehnung der 55 zur Versteigerung stehenden Explorationsblöcke. (Quelle:<a href="https://earth-insight.org/report/drc-oil-expansion/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Earth Insight, CC BY-ND</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großangriff auf die Natur kommt überraschend: Noch Anfang des Jahres sorgte die angekündigte Schaffung des <a href="https://www.weforum.org/stories/2025/01/congo-kivu-kinshasa-green-corridor/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Grünen Korridors zwischen Kivu und Kinshasa</a> international für Anerkennung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun jedoch sollen 72 Prozent dieser Vorzeige-Naturschutzfläche für die Erdölsuche freigegeben werden. „Dies ist ein Verrat an den Rechten der Gemeinschaft, dem Klimaschutz und den Versprechungen zum Schutz der Artenvielfalt“, kritisiert Emmanuel Musuyu von der zivilgesellschaftlichen Organisation CORAP.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Cuvette Centrale“ als CO₂-Zeitbombe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit großer Sorge blicken Naturschützer*innen dabei insbesondere auf die “Cuvette Centrale”. Im größten Torfmoor der Welt sind rund 30 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert – bei Freisetzung würde dies den globalen CO₂-Emissionen von drei Jahren entsprechen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bohrungen, Straßenbau und andere Explorationsaktivitäten könnten das empfindliche Feuchtgebiet austrocknen und so zu einer massiven Emission von CO₂ und Methan führen. „Die Cuvette Centrale ist eine der größten terrestrischen Kohlenstoffsenken der Erde – ihre Zerstörung wäre eine globale Katastrophe“, warnt Tyson Miller von Earth Insight.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch aus sozialer Perspektive ist das Vorhaben bedenklich: Rund 39 Millionen Menschen – mehr als ein Drittel der Bevölkerung – leben in den betroffenen Regionen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders betroffen wären die sogenannten Gemeinschaftswälder, die von lokalen Bevölkerungsgruppen bewirtschaftet werden und eigentlich dem Schutz vor industrieller Ausbeutung dienen. 63 Prozent dieser Wälder liegen jedoch innerhalb der geplanten Blöcke. Eine Erdölförderung würde sowohl nationale Gesetze als auch das <a href="https://www.ihrb.org/resources/what-is-free-prior-and-informed-consent-fpic" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Selbstbestimmungsrecht indigener Gruppen</a>&nbsp; verletzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Muanda als abschreckendes Beispiel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar verspricht die Regierung wirtschaftlichen Aufschwung – doch Erfahrungen aus dem einzigen bestehenden Ölfördergebiet des Landes, der Küstenstadt Muanda am Atlantik, zeichnen ein anderes Bild: Die Region gehört nach wie vor zu den ärmsten der DR Kongo, während Umweltschäden, Krankheitsbelastungen und soziale Verwerfungen zunehmen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Muanda ist die am wenigsten entwickelte Ölstadt der Welt“, beklagt Einwohner Alphonse Khonde. „Wir atmen vergiftete Luft, unsere natürlichen Lebensgrundlagen sind verschwunden, und es gibt keine medizinische Versorgung.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Widerstand innerhalb des Landes wächst: Unter dem Motto „<a href="https://ourlandwithoutoil.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Our Land Without Oil</a>“ mobilisiert ein Bündnis von inzwischen über 150 zivilgesellschaftlichen Gruppen mit Protestmärschen und Aktionswochen gegen die Pläne.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kampagnenkoordinator Pascal Mirindi fasst die Position drastisch zusammen: „Wir haben die Wahl: Wir schaufeln mit Erdöl unser eigenes Grab oder bauen eine lebenswerte, würdige und souveräne Zukunft.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der Salonga National Park in der DR Kongo aus der Luft (Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/usaiddrc/44527323461" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flickr, USAID Democratic Republic of Congo, Cody Pope, CC BY-NC-2.0</a>) </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/dr-kongo-versteigert-halbes-land-fuer-erdoelsuche/">DRC versteigert halbes Land für Erdölsuche</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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