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	<title>Infrastruktur Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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		<title>Spitzentechnologien treiben Afrikas Wandel</title>
		<link>https://afrika.info/spitzentechnologien-treiben-afrikas-wandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 09:14:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In seinem Gastkommentar zeigt Claver Gatete, Exekutivsekretär der United Nations Economic Commission for Africa, warum ein Übergang zu innovationsgetriebenem Wachstum unerlässlich ist, um zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Claver Gatete | 21. April 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-style:normal;font-weight:700">Afrikas Wirtschaft ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten gewachsen – doch der tiefgreifende Strukturwandel ist bislang ausgeblieben. Angesichts globaler Umbrüche und technologischer Dynamiken steht der Kontinent nun vor einer entscheidenden Weichenstellung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-style:normal;font-weight:700">In seinem Gastkommentar zeigt <a href="https://www.uneca.org/executive-secretary" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Claver Gatete</a>, Exekutivsekretär der United Nations Economic Commission for Africa, warum ein Übergang zu innovationsgetriebenem Wachstum unerlässlich ist, um zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5575" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Claver Gatete, Exekutivsekretär der United Nations Economic Commission for Africa (Bild: Busani Bafana/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Addis Abeba, 20. April (AR/IPS/afr) – Afrikas Wachstumsgeschichte der letzten zwei Jahrzehnte ist real, aber noch nicht transformativ.&nbsp; Auf dem gesamten Kontinent ist das BIP eher aufgrund einer höheren Zahl an Arbeitskräften, mehr Kapital und eines Rohstoff-Superzyklus gestiegen als durch echte Produktivitäts- und Innovationsgewinne. Zu wenige Arbeitskräfte sind aus der Subsistenzlandwirtschaft in produktivere Bereiche der verarbeitenden Industrie und moderne Dienstleistungen gewechselt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das jüngste Africa Business Forum in Addis Abeba (16. bis 17. Februar 2026, Anm.) zu Ende ging, kristallisierte sich eine klare Botschaft heraus: Wenn Afrika in den kommenden zehn Jahren die Millionen hochwertiger Arbeitsplätze schaffen will, die seine jungen Menschen benötigen, muss es sich entschlossen von einem inputgetriebenen Wachstum abwenden und auf ein innovationsgetriebenes Wachstum setzen, das von Daten und Spitzentechnologien angetrieben wird.</p>



<h2 id="h-notwendiger-kurswechsel" class="wp-block-heading">Notwendiger Kurswechsel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unser <a href="https://www.uneca.org/stories/africa%E2%80%99s-economic-outlook-to-remain-solid-in-2026-despite-trade-uncertainty%2C-says-un-report" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wirtschaftsbericht für Afrika 2026</a> erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierungen erkennen, dass dieser Kurswechsel nicht mehr optional ist. Er ist der einzige glaubwürdige Weg zu einer widerstandsfähigen, inklusiven und nachhaltigen Entwicklung inmitten von Klimaschocks, verschärften Finanzierungsbedingungen, geopolitischen Herausforderungen und raschem technologischen Wandel.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zukunftstechnologien – von künstlicher Intelligenz und fortschrittlicher Datenanalyse bis hin zum Internet der Dinge, Robotik und Lösungen für saubere Energie – gestalten bereits jetzt die Wertschöpfungsketten in Landwirtschaft, verarbeitendem Gewerbe, Dienstleistungssektor und öffentlicher Verwaltung neu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage für afrikanische Entscheidungsträger und Branchenführer lautet nicht, ob diese Technologien den Arbeitsmarkt verändern werden, sondern ob der Kontinent diese Transformation selbst gestalten oder sich lediglich nach den Vorgaben anderer daran anpassen wird.</p>



<h2 id="h-qualifikationen-fur-die-zukunft" class="wp-block-heading">Qualifikationen für die Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorbereitung auf die Berufe der Zukunft beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme der Herausforderungen in puncto Qualifikation. Heute erreicht nur ein kleiner Teil der afrikanischen Kinder im Alter von zehn Jahren die Mindestanforderungen an Lesekompetenz; die Einschulungsquote in der technischen und beruflichen Bildung ist nach wie vor niedrig; und die Zahl der Studierenden an Hochschulen liegt weit hinter dem globalen Durchschnitt zurück. Dies ist ein Rezept für den Ausschluss aus einer technologieintensiven Weltwirtschaft.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Länder benötigen umfassende nationale Qualifikationsvereinbarungen, die grundlegendes Lernen, MINT-Bildung und digitale Kompetenz in den Mittelpunkt der Wirtschaftsstrategie stellen und nicht nur als Zusatz betrachten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet Lehrplanreformen, die Problemlösung, Programmieren, Datenkompetenz und Kreativität in den Vordergrund stellen; eine groß angelegte Fortbildung der Lehrkräfte; sowie starke Partnerschaften zwischen Universitäten, Berufsbildungseinrichtungen und der Industrie, um sicherzustellen, dass die Ausbildung auf die tatsächliche Nachfrage des Arbeitsmarktes abgestimmt ist.</p>



<h2 id="h-erfolgsbeispiele-in-afrikanischen-landern" class="wp-block-heading">Erfolgsbeispiele in afrikanischen Ländern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erfreulicherweise bewegen sich einige Länder bereits in diese Richtung.&nbsp; So schafft beispielsweise Kenias Ökosystem für digitale Innovation – von Mobile Money über plattformbasierte Logistik bis hin zum E-Commerce – neue Berufe in den Bereichen Fintech, digitales Marketing, Datendienste und Plattformmanagement, die vor einem Jahrzehnt kaum existierten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruanda hat sich als afrikanischer Teststandort für neue Technologien positioniert und investiert massiv in Breitband, digitale öffentliche Dienste und Programmierschulen, um Arbeitskräfte auszubilden, die für datengesteuerte und KI-gestützte Tätigkeiten bereit sind.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Ägypten, Marokko und Südafrika entstehen durch Wertschöpfungsketten in den Bereichen Automobilindustrie und erneuerbare Energien neue Aufgaben in der fortschrittlichen Fertigung, der Batterietechnologie sowie der Solar- und Windtechnik.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tanger, die Stadt, in der im vergangenen Monat die <a href="https://www.uneca.org/eca-events/cfm2026">UNECA-Konferenz der Minister für Finanzen und wirtschaftliche Entwicklung</a> stattfand, verfügt über einen Hafen für Spitzentechnologien auf Weltklasse-Niveau, der es mit vielen Industrieländern aufnehmen kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Beispiele zeigen, dass Länder, wenn sie Bildung, Industriepolitik und digitale Strategie aufeinander abstimmen, beginnen können, ihre Arbeitsmärkte auf die Industrien der Zukunft auszurichten.</p>



<h2 id="h-umdenken-erforderlich" class="wp-block-heading">Umdenken erforderlich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Qualifikationen allein reichen nicht aus, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Arbeitnehmer brauchen produktive Unternehmen, die sie einstellen, und Unternehmen benötigen ein förderliches Umfeld, um innovativ sein zu können. Aus diesem Grund betont der Bericht die Bedeutung einer Industrie- und Innovationspolitik, die Spitzentechnologien gezielt in die produktiven Sektoren Afrikas integriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Landwirtschaft beispielsweise werden die Arbeitsplätze der Zukunft in den Bereichen klimafreundliche Landwirtschaft, Agrardaten-Dienstleistungen, präzise Verteilung von Betriebsmitteln und digitale Beratung liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um dieses Potenzial auszuschöpfen, sind Investitionen in Bewässerung, Breitbandnetze im ländlichen Raum, Datenplattformen sowie die Unterstützung von <a href="https://afrika.info/leistungen/innovation-scouting" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Startups</a> im Agrarsektor erforderlich, die Spitzentechnologie – von Sensoren über Satellitenbilder bis hin zu KI-basierten Beratungsdiensten – an die lokalen Gegebenheiten anpassen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im verarbeitenden Gewerbe können Regierungen Industrieparks und Sonderwirtschaftszonen nutzen, um Unternehmen anzuziehen, die Automatisierung, intelligente Logistik und fortschrittliche Werkstoffe einsetzen, und gleichzeitig Technologietransfer und die Entwicklung lokaler Zulieferer aushandeln, um qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen.</p>



<h2 id="h-datenwirtschaft-als-wachstumsmotor" class="wp-block-heading">Datenwirtschaft als Wachstumsmotor</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig muss Afrika Daten als strategischen Wirtschaftsfaktor betrachten und nicht als Nebensache. Daten bilden die Grundlage für Spitzentechnologien in allen Sektoren – doch ein Großteil der Daten des Kontinents wird im Ausland gespeichert und verarbeitet, sodass vor Ort nur ein begrenzter Wert generiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufbau einer Datenwirtschaft, die Arbeitsplätze schafft, bedeutet Investitionen in Rechenzentren, Cloud-Infrastruktur, Hochleistungsrechner und sichere Konnektivität sowie die Entwicklung klarer Regeln für Datenverwaltung, Datenschutz, grenzüberschreitende Datenströme und Wettbewerb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bedeutet auch, lokale Unternehmen zu unterstützen, die entlang der Datenwertschöpfungskette tätig sind – von der Erfassung und Kennzeichnung bis hin zu Analysen und KI-Dienstleistungen – und junge Menschen mit den Fähigkeiten auszustatten, die sie benötigen, um als Dateningenieure, Analysten, Ethiker und Produktmanager zu arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Afrika weiterhin Rohdaten exportiert und gleichzeitig hochwertige digitale Dienstleistungen importiert, wird es seine traditionelle Rohstofffalle lediglich in digitaler Form reproduzieren.</p>



<h2 id="h-finanzierung-von-innovation" class="wp-block-heading">Finanzierung von Innovation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das Finanzierungsmodell für Innovation und Arbeitsplätze muss sich ändern. Traditionelle Bankensysteme, die sich auf besicherte Kredite konzentrieren, sind für risikoreiche, von immateriellen Vermögenswerten getriebene Technologieunternehmen schlecht geeignet. Afrikanische Länder können beginnen, diese Lücke zu schließen, indem sie Blended-Finance-Fazilitäten, Innovationsanleihen, öffentliche Risikokapitalfonds und regionale Kreditlinien schaffen, die privates Kapital für Sektoren mit hoher Produktivität mobilisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das öffentliche Beschaffungswesen kann hier ein wirkungsvoller Hebel sein: Durch die Gestaltung innovationsfreundlicher Ausschreibungen und die Reservierung von Platz für lokale Digital- und Technologieanbieter können Regierungen eine vorhersehbare Nachfrage schaffen, die Startups und KMU dabei hilft, zu wachsen und Personal einzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Länder experimentieren bereits mit Sandboxen und Innovationswettbewerben in den Bereichen Fintech, E-Health und Govtech. Das zeigt, wie Politik neue, Arbeitsplätze schaffende Ökosysteme ankurbeln kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All dies ist nicht ohne Risiko.</p>



<h2 id="h-zahlreiche-herausforderungen" class="wp-block-heading">Zahlreiche Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zukunftstechnologien automatisieren bereits Routineaufgaben und gestalten Wertschöpfungsketten neu – auf eine Weise, die Arbeitsplätze verdrängen, soziale und geschlechtsspezifische Ungleichheiten vergrößern und die digitale Kluft vertiefen kann. Insgesamt werden Arbeitsplätze nicht verschwinden, aber sie werden sich wandeln – und einige werden wegfallen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorbereitung auf diesen Umbruch erfordert robuste Sozialschutzsysteme, aktive Arbeitsmarktpolitik und gezielte Unterstützung für Frauen und Jugendliche beim Zugang zu Ausbildung, Finanzierung und Technologie.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem muss den Themen Cybersicherheit, Datenschutz und Plattformregulierung ernsthafte Aufmerksamkeit gewidmet werden, um ausbeuterische Praktiken zu verhindern, Rechte zu schützen und das Vertrauen in digitale Systeme aufrechtzuerhalten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Regulierung zu weit hinter der Innovation zurückbleibt, wird der Arbeitsmarkt die Anpassungskosten durch Informalität, Unterbeschäftigung und soziale Spannungen auffangen.</p>



<h2 id="h-afrikas-potenziale-im-globalen-kontext" class="wp-block-heading">Afrikas Potenziale im globalen Kontext</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika startet diese Reise mit erheblichen Vorteilen.&nbsp;Der Kontinent verfügt über die jüngste Bevölkerung der Welt, riesige Vorkommen an kritischen Mineralien, die für saubere Energie und die Technologieproduktion unerlässlich sind, sowie über einige der besten Solarressourcen des Planeten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Vorzüge können neue Wellen grüner Industrialisierung – in den Bereichen Batterien, Elektromobilität, grüner Wasserstoff, saubere Energie und digitale Infrastruktur – untermauern und vielfältige, zukunftsorientierte Arbeitsplätze in den Bereichen Ingenieurwesen, Bauwesen, Instandhaltung, Daten und Dienstleistungen schaffen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch um dieses Potenzial in die Realität umzusetzen, müssen die Länder die Bequemlichkeit eines inputgetriebenen Wachstums hinter sich lassen und eine anspruchsvollere Agenda verfolgen: eine Agenda, die Kompetenzen, Innovationsökosysteme, Daten und Spitzentechnologien in den Mittelpunkt der Wirtschaftsstrategie stellt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der AfCFTA als unserem Marshall-Plan verfügen wir über die Regeln und die Plattform für eine kontinentale Skalierung, die zu gemeinsamem Wohlstand in Form von Arbeitsplätzen führt, die durch die Nutzung von Daten und Spitzentechnologien geschaffen werden.</p>



<h2 id="h-weichenstellung-fur-die-zukunft" class="wp-block-heading">Weichenstellung für die Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeitsplätze der Zukunft werden heute gestaltet – durch die Art und Weise, wie Afrika seine Kinder ausbildet, seine Daten reguliert, seine Innovatoren finanziert und seine Infrastruktur plant.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn afrikanische Länder entschlossen und zielgerichtet handeln, können sie einen Arbeitsmarkt gestalten, der produktiver, inklusiver und widerstandsfähiger ist als der, den sie geerbt haben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie zögern, läuft der Kontinent Gefahr, ein Konsument der Technologien anderer und ein Lieferant von billigen Arbeitskräften und Rohstoffen zu bleiben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich ist die eigentliche Frage einfach: Wird Afrika Spitzentechnologien nutzen, um das Wirtschaftswachstum und den Strukturwandel zu beschleunigen, oder am Rande der Branchen bleiben, die das 21. Jahrhundert prägen?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahl ist klar; das Zeitfenster ist eng; und die Zeit, Afrikas Arbeitskräfte auf die Spitzentechnologie-Wirtschaft vorzubereiten, ist jetzt. So können wir ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum auf dem Kontinent sicherstellen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Student*innen der neuen Shanahan University Onitsha (SUO) im Bundesstaat Anambra, Nigeria (Foto: Goallord-Creativity, Shutterstock.com)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das stille Verschwinden der Wanderfische</title>
		<link>https://afrika.info/wanderfische/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 15:06:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Ostafrika gehen die Bestände wandernder Süßwasserfische dramatisch zurück. Die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen ist gefährdet. Ursachen sind vor allem Staudämme, Überfischung und der Klimawandel.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 26. März 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rufiji, Tansania (IPS/afr) – Schon zu Beginn der Auktion auf dem Fischmarkt von Nangurukuru in der südlichen Region Lindi in Tansania ist die Krise deutlich spürbar. Holzkanus, die einst mit reichen Fängen vom Rufiji-Fluss zurückkehrten, bringen heute nur noch einen Bruchteil dessen ein, was sie früher gefangen haben. Händler*innen suchen vergeblich nach einem Kambale, wie der Afrikanische Raubwels hier genannt wird. Die Welsart, die im Durchschnitt zwischen 70 und 100 Zentimeter lang wird, prägte einst den Markt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die großen Kambale sind heutzutage nur noch schwer zu finden“, sagt der 68-jährige Fischer Hamisi Juma. Der Afrikanische Raubwels wanderte während saisonaler Überschwemmungen zum Laichen den Rufiji-Fluss hinauf. Das Ausbleiben des Fisches gefährdet die Ernährungssicherheit von Tausenden Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Afrikanische Raubwels zählt zu den wandernden Süßwasserfischen und damit zu den am stärksten bedrohten Wirbeltieren der Welt. Durch die Zerschneidung von Flussläufen, Verschmutzung, Überfischung und den Klimawandel werden die Bestände zunehmend dezimiert. Ihr Überleben hängt davon ab, dass Flüsse frei fließen können. Doch in ganz Afrika werden Flüsse immer häufiger aufgestaut oder umgeleitet.</p>



<h2 id="h-eine-lebensgrundlage-bricht-weg" class="wp-block-heading">Eine Lebensgrundlage bricht weg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Fisch ist unsere wichtigste Proteinquelle“, sagt Asha Mrope, eine Händlerin auf dem Markt von Nangurukuru. „Wenn sie verschwinden, ist jeder zu Hause davon betroffen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Biologe Zeb Hogan von der University of Nevada in Reno ist Hauptautor einer neuen <a href="https://www.cms.int/publication/global-assessment-migratory-freshwater-fishes" target="_blank" rel="noreferrer noopener">globalen Studie über wandernde Süßwasserfische</a>. Er bestätigt, dass der Rückgang eine direkte Bedrohung für die Ernährungssicherheit von insbesondere einkommensschwachen Ländern darstellt.&nbsp;</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In Tansania sei diese Abhängigkeit vom Rufiji bis zum Viktoriasee sichtbar. „Fische aus dem Viktoriasee, der beispielsweise Bestände an Nilbarsch und anderen Arten beherbergt, sind ein Grundnahrungsmittel und versorgen Millionen von Menschen im Norden Tansanias mit Nahrung“, sagt Hogan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Warnung des Berichts, dass wandernde Süßwasserfische zu den am stärksten gefährdeten Wirbeltieren gehören, ist daher mehr als nur ein biologischer Alarm. Praktisch gesehen weist sie auf eine wachsende Bedrohung der Ernährungssicherheit für Gemeinschaften hin, denen nur wenige erschwingliche Alternativen zur Verfügung stehen.</p>



<h2 id="h-warum-die-wanderwege-der-fische-verschwinden" class="wp-block-heading">Warum die Wanderwege der Fische verschwinden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Ausmaß des Problems zu verstehen, muss man dem Weg der Fische folgen. Viele Arten im Rufiji sind auf saisonale Hochwasser angewiesen, um sich durch Flüsse, Feuchtgebiete und Auen zu bewegen, wo sie Nahrung finden und sich fortpflanzen. Wird dieser Rhythmus unterbrochen, breiten sich die Schäden schnell im gesamten Ökosystem aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Staut man einen Fluss auf, zerstört man technisch gesehen die biologischen Signale, denen Fische seit Tausenden von Jahren folgen“, erklärt Hilda Mpangala von der Abteilung für Aquakultur an der Universität Dar es Salaam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hogan ergänzt, dass Staudämme diesen Kreislauf auf verschiedene Weise beeinträchtigen: „Staudämme stören die Fischwanderungen – indem sie die Laichwanderungen flussaufwärts blockieren, die Ausbreitung junger Fische flussabwärts verlangsamen und die Flussströmungen verändern, die notwendig sind, um Wanderungen auszulösen oder junge Fische in die Auen zu verteilen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Fische ihre Laichgebiete nicht mehr erreichen können, sinken die Bestände und die Fangmengen gehen zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kraftwerk Julius Nyerere, eines der größten Infrastrukturprojekte Afrikas, verdeutlicht dieses Dilemma. Für Tansania verspricht das Laufwasserkraftwerk am Rufiji mehr Strom und wirtschaftliches Wachstum, gefährdet jedoch zugleich die Fischbestände in einem der wichtigsten Flüsse des Landes.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="JULIUS NYERERE 2,115 MW HYDROPOWER PROJECT, TANZANIA Progress Video July 2024" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/oyGysDpaPu8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Werbevideo für die Julius Nyerere Hydropower Station: Das Laufwasserkraftwerk verfügt über eine installierte Kapazität von 2.115 Megawatt, im April 2025 wurde die neunte und letzte Turbine in Betrieb genommen. Geplant und errichtet wurde es von den ägyptischen Unternehmen Arab Contractors und Elsewedy Electric.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für Zeb Hogan ist das Prinzip klar: „Wenn man Flüsse gesund und frei fließend hält, bleiben die aquatischen Ökosysteme fischreich – zum Wohle der Menschen und der Umwelt.“</p>



<h2 id="h-ein-verlust-mit-kulturellen-folgen" class="wp-block-heading">Ein Verlust mit kulturellen Folgen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ältere Fischer am Rufiji erinnern sich an einen anderen Fluss. „Früher haben wir Kambale mit einem Gewicht von 30 Kilogramm gefangen”, erzählt Juma. “Heutzutage bekommt man kaum noch welche.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Gemeinden bedeutet der Verlust der Fische mehr als nur entgangene Einnahmen. Fische sind mit Erinnerungen, Zeremonien und Identität verbunden. Ihr Verschwinden macht sich nicht nur auf den Tellern bemerkbar, sondern auch in den Geschichten, die die Menschen über den Fluss und das Leben erzählen, das er einst ermöglichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt der Klimawandel, der den Druck auf die Fischpopulationen weiter erhöht. In ganz Ostafrika verändern sich die Niederschlagsmuster und damit die Hochwasserzyklen, von denen viele Arten für ihre Wanderung und Fortpflanzung abhängig sind. Lange Dürreperioden senken den Wasserstand, während plötzlicher Starkregen zerstörerische Überschwemmungen auslösen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Problem ist die Überfischung. Da weniger Fische verfügbar sind, greifen einige Fischer zu Netzen mit kleineren Maschen, wodurch auch Jungfische gefangen werden, bevor sie sich fortpflanzen können.</p>



<h2 id="h-ein-problem-uber-grenzen-hinweg" class="wp-block-heading">Ein Problem über Grenzen hinweg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In ganz Afrika sichern große Flusssysteme wie der Nil, der Kongo und der Niger den Lebensunterhalt von Hunderen Millionen Menschen. Doch viele dieser Flüsse stehen unter zunehmendem Druck durch Staudämme, Verschmutzung, Klimaschocks und mangelhafte Bewirtschaftung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue, von den Vereinten Nationen unterstützte globale Studie schätzt, dass die Populationen wandernder Süßwasserfische seit 1970 um 81 Prozent zurückgegangen sind – einer der stärksten Rückgänge, die je für eine Gruppe von Wirbeltieren verzeichnet wurden. Der Bericht identifiziert 325 Arten, die dringend internationaler Schutzmaßnahmen bedürfen, darunter 42 in Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders akut ist das Problem in Afrika, wo viele Flüsse und Seen nationale Grenzen überschreiten. Der Bericht nennt die Flusssysteme des Nils, des Kongo und des Niger-Tschadsees als vorrangige Gebiete für Zusammenarbeit. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5416" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Afrikanischer Raubwels (Clarias gariepinus) wandert den Sabie River im Kruger Nationalpark in Südafrika flussaufwärts. (Foto: <a href="https://www.flickr.com/people/65695019@N07">Bernard DUPONT</a>, Wikimedia, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0">CC BY-SA 2.0</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40725384">Link</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Deshalb ist es so wichtig, dass Länder zusammenarbeiten, um die Bewirtschaftung und den Schutz von Wanderfischen und Fischbeständen, die sich über internationale Grenzen erstrecken, zu verbessern“, sagt Hogan. „Über 49 Prozent der Erdoberfläche sind von grenzüberschreitenden Flüssen bedeckt – es handelt sich also nicht um ein lokales oder nationales Problem, sondern um ein globales Problem, das internationale Zusammenarbeit erfordert.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Fische kennen keine Grenzen“, ergänzt Hilda Mpangala. „Aber allzu oft tun dies unsere politischen Maßnahmen.“</p>



<h2 id="h-ernahrungssicherheit-in-gefahr" class="wp-block-heading">Ernährungssicherheit in Gefahr</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für politische Entscheidungsträger*innen verdeutlicht der Rückgang der Wanderfischbestände ein schwieriges Spannungsfeld zwischen Entwicklung und ökologischem Überleben. Wasserkraft trägt dazu bei, den Zugang zu Strom zu verbessern und wirtschaftliches Wachstum anzukurbeln. Werden Flusssysteme jedoch verändert, ohne die ökologischen Kosten vollständig zu berücksichtigen, können die Folgen gravierend sein – insbesondere für arme Gemeinden, die direkt von der Fischerei abhängig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hogan formuliert diese Abwägung in pragmatischen Begriffen: „Ja, Wasserkraft ist entscheidend für die Entwicklung“, sagt er, „deshalb kommt es darauf an, den Nutzen der Wasserkraft zu maximieren und gleichzeitig die Umweltkosten zu minimieren. Das kann erreicht werden, indem Staudämme an geeigneten Standorten errichtet und gut geplant und betrieben werden. Ein guter Staudamm ist einer, bei dem der wirtschaftliche Nutzen die Umweltkosten bei weitem überwiegt. Leider werden viele ‚schlechte‘ Staudämme gebaut, bei denen der wirtschaftliche Nutzen weit geringer ist als die Umweltkosten.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er fordert zudem, dass alte Staudämme, die keinen Zweck mehr erfüllen, zurückgebaut werden, damit Wanderfische wieder Zugang zu ihren historischen Lebensräumen erhalten. “Dieser Ansatz hat sich bei der Wiederherstellung der Bestände von Wanderfischen als sehr erfolgreich erwiesen”, meint Hogan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Gewährleistung der Energiesicherheit sollten vermehrt erneuerbare Energiequellen wie Solar- und Windkraft genutzt werden, so Hogan. Gleichzeitig sollten Flüsse in Schutzgebieten als frei fließende Gewässer erhalten bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade in Tansania, wo Bevölkerungswachstum und Urbanisierung sowohl den Bedarf an Nahrungsmitteln als auch an Energie steigern, wird dieser Balanceakt immer dringlicher. „Wenn wir unsere Fischbestände verlieren, verlieren wir auch unsere Nahrung, unsere Arbeitsplätze und unsere Lebensweise“, klagt die Händlerin Asha Mrope.</p>



<h2 id="h-lokales-wissen-gefragt" class="wp-block-heading">Lokales Wissen gefragt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Expert*innen betonen, dass sich der Rückgang verlangsamen – und in manchen Fällen sogar umkehren – lässt, wenn Regierungen rasch handeln. Zu den dringendsten Maßnahmen zählen der Schutz von Wanderkorridoren, die Wiederherstellung ökologischer Mindestabflüsse, die Verbesserung von Fischpassagen an Staudämmen, strengere Fischereivorschriften sowie Investitionen in Forschung und Monitoring. Viele wandernde Arten sind nach wie vor kaum erforscht, insbesondere in Afrika – was eine wirksame Politik zusätzlich erschwert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Zeb Hogan beginnen die realistischsten Lösungen bei den Menschen, die die Flüsse am besten kennen: „Man muss mit den lokalen Gemeinschaften zusammenarbeiten, um sie zu befähigen, die Bewirtschaftung der Fischerei zu verbessern, und die Gemeinschaften untereinander sowie mit der Regierung vernetzen, damit sie gemeinsam an einer besseren Bewirtschaftung arbeiten“, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die internationale Zusammenarbeit sei entscheidend. Länder müssten Daten austauschen und sich auf gemeinsame Richtlinien und Vorschriften festlegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Nangurukuru lichtet sich der Markt, während die Sonne höher steigt. Die wenigen Fische, die angeliefert wurden, sind schnell verkauft. Die Händler*innen packen ihre Körbe zusammen. Die Fischer sitzen im Schatten, flicken ihre Netze und bereiten sich auf einen weiteren ungewissen Tag am Fluss vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Fluss ist immer noch da“, meint der Fischer Hamisi Juma nachdenklich. „Aber es ist nicht mehr derselbe Fluss, den wir kannten.“ (Ende)(Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein Fischhändler auf dem Markt von Rufiji wartet gespannt auf die Ankunft der Boote mit dem Tagesfang (Foto: Kizito Makoye/IPS).</p>
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		<title>Klimawandel bremst Tansanias Prestige-Bahn</title>
		<link>https://afrika.info/klimawandel-bremst-tansanias-prestige-bahn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 08:30:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Tanzania Standard Gauge Railway]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die elektrifizierte Tanzania Standard Gauge Railway gilt als Schlüsselprojekt für klimafreundliche Mobilität. Sie zeigt aber auch, wie verwundbar selbst moderne Infrastruktur gegenüber den Folgen des Klimawandels ist.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 27. Jänner 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dar es Salaam (IPS/afr) – An einem regnerischen Mittwochmorgen herrscht am Terminal der Tanzania Standard Gauge Railway (SGR) in Dodoma, der Hauptstadt Tansanias, reges Treiben. Frauen führen Kleinkinder an der Hand, in ihren Händen baumeln Tüten mit Snacks. Tourist*innen ziehen Rollkoffer hinter sich her, Student*innen scrollen auf ihren Smartphones.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Bahnhof strömen die Passagiere in die Wartehallen. Die Tickets werden zügig gescannt, die Sicherheitskontrollen verlaufen reibungslos. Elektronische Displays kündigen pünktliche Züge an. Dann, gegen Mittag, ändert sich alles. Eine weibliche Stimme tönt aus dem Lautsprecher und verkündet, dass sich die Züge nach Morogoro und Dar es Salaam verspäten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verspätung, so erklärt die Sprecherin, sei auf heftige Regenfälle zurückzuführen, die irgendwo entlang der Strecke zu einer technischen Störung geführt hätten. Die Stunden vergehen, ohne dass ein Zug eintrifft.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-unmut-bei-wartenden-passagieren">Unmut bei wartenden Passagieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Als ich heute Morgen von zu Hause losfuhr, war ich noch ganz unbesorgt“, sagt Neema Msuya, eine Krankenschwester, die nach Dar es Salaam reist, um an einer Beerdigung teilzunehmen. „Der Zug ist normalerweise pünktlich.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Msuya sitzt in der Nähe des Informationsschalters, ihren Koffer zu Füßen, und scrollt durch Instagram, um sich die Zeit zu vertreiben. Stunden später ist ihre Zuversicht dahin. „Wir sind schon viel zu lange hier“, beklagt sie sich. „Und niemand sagt uns klar und deutlich, was los ist.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-1024x683.jpg" alt="Passagiere eilen zum Zug der Tanzania Standard Gauge Railway" class="wp-image-5258" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fahrgäste eilen in Dodoma zum Zug der Tanzania Standard Gauge Railway (Foto: Kizito Makoye/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für Msuya ist die Verspätung eine große Unannehmlichkeit. Beerdigungen in Tansania folgen strengen kulturellen Zeitvorgaben, und jede Verzögerung kann dazu führen, dass man die Bestattungsriten verpasst. Um sie herum beklagen sich auch andere Fahrgäste über versäumte Termine, Arztbesuche und sogar Gerichtsverhandlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die durch den Regen verursachte Verspätung bietet einen Einblick in ein größeres Problem: Der Klimawandel stellt Tansanias prestigeträchtige Eisenbahn mit niedrigem CO₂-Ausstoß auf eine harte Probe. Doch ist nicht alleine das Klima schuld an der Misere.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-symbol-fur-den-fortschritt">Symbol für den Fortschritt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tansania feierte seine elektrische Bahn beim Start im Jahr 2024 als nationales Vorzeigeprojekt. Das rund zwei Milliarden US-Dollar teure Normalspurbahn, errichtet von einem 50/50-Konsortium aus dem türkischen Bauunternehmen <a href="https://yapimerkezi.com.tr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Yapi Merkezi</a> und dem portugiesischen Konzern <a href="https://www.mota-engil.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mota-Engil</a>, ersetzte die veraltete Meterspurbahn und erschloss den Zentralraum neu – eine wichtige Verkehrsader, die den Hafen von Dar es Salaam mit dem Hinterland und weiter mit den Binnenländern Ruanda, Burundi, Uganda und dem östlichen Teil der Demokratischen Republik Kongo verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit modernen Bahnhöfen, gleitenden Rolltreppen, digitalem Ticketing und geräumigen Waggons wurde die SGR schnell zu einem Symbol für den Fortschritt. Die Reisezeiten sanken drastisch, die Straßen wurden entlastet, da sich der Passagier- und Frachtverkehr von dieselbetriebenen Lastwagen auf die elektrische Bahn verlagerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger als zwei Jahre später ist dieser Optimismus jedoch mit der harten Realität extremer Wetterereignisse kollidiert, die Wissenschaftler*innen mit dem fortschreitenden Klimawandel in Verbindung bringen. </p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-uberschwemmungen-legen-zugverkehr-lahm">Überschwemmungen legen Zugverkehr lahm</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 31. Dezember 2025 stellten die Behörden den Zugverkehr zwischen Dodoma und Morogoro ein, nachdem heftige Regenfälle wichtige Infrastrukturen beschädigt hatten. Hochwasser spülte ein Flussufer weg und legte eine Eisenbahnbrücke gefährlich frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Machibya Masanja, Generaldirektor der <a href="https://www.trc.co.tz/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tanzania Railways Corporation</a> (TRC), bestätigt die Störung, weist jedoch Behauptungen zurück, sie sei auf einen Konstruktionsfehler zurückzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies ist kein Versagen der Konstruktion oder des Baus“, sagt er und fügt hinzu, dass die Brückenfundamente 30 bis 40 Meter tief im Boden verankert seien und für eine Lebensdauer von mindestens 120 Jahren ausgelegt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen macht Masanja menschliche Aktivitäten – insbesondere Landwirtschaft und Besiedlung in Überschwemmungsgebieten – für die Bodenerosion in der Nähe der Strecke verantwortlich. Er kündigt Pläne zum Bau von Dämmen und anderen Kontrollstrukturen an, um den Wasserfluss zu regulieren und gefährdete Abschnitte zu stabilisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-experte-bemangelt-planungsfehler">Experte bemängelt Planungsfehler</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Stadtplaner Honesty Mshana in Dar es Salaam argumentiert jedoch, dass die wiederkehrenden Störungen auf tiefere Mängel in Planung und Umsetzung des millionenschweren Projekts hindeuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Eisenbahn ist nicht robust genug, um Überschwemmungen standzuhalten“, meint Mshana. „Wenn man Millionen von Dollar an öffentlichen Geldern investiert, erwartet man ein System, das klimatischen Belastungen gewachsen ist. Überschwemmungen sind in Tansania kein neues Phänomen. Das hätte in die technischen Entscheidungen einfließen müssen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mshana zufolge verlaufen lange Streckenabschnitte ohne ausreichende Durchlässe, erhöhte Dämme oder verstärkte Entwässerungssysteme durch Überschwemmungsgebiete und Flussbecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist nicht nur ein technisches Versagen“, sagt er. „Es ist ein Planungsfehler. Man kann nicht einfach Entwürfe von anderswo kopieren und sie in eine völlig andere ökologische und klimatische Umgebung übertragen. Resiliente Verkehrssysteme erfordern lokales Wissen, Klimaprognosen und die Bereitschaft, im Vorfeld mehr Geld auszugeben, um später weitaus größere Verluste zu vermeiden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der fortschreitenden Erderwärmung, so warnt er, würden die Kosten solcher Versäumnisse weiter steigen – und Regierungen vor die Wahl stellen, entweder endlose Reparaturen zu finanzieren oder langwierige Betriebsunterbrechungen in Kauf zu nehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-passagiere-zwischen-den-fronten">Passagiere zwischen den Fronten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Passagiere sind diese Erklärungen wenig tröstlich. Am späten Vormittag ist der Bahnhof von Dodoma noch immer voller wartender Fahrgäste. Kinder schlafen auf den Bänken, Geschäftsreisende drängen sich um die Ladestationen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-5240" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Passagiere im modernen SGR-Bahnhof von Dodoma (Foto: Kizito Makoye/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hatte Termine in Dar es Salam“, klagt der Unternehmensberater Emmanuel Kweka. „Dieser Zug war immer zuverlässig. Deshalb habe ich alles darauf abgestimmt. Jetzt weiß ich nicht, ob ich weiter warten oder einen Bus nehmen soll.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch zeigen viele Fahrgäste Verständnis. „Ich möchte nicht, dass die Züge fahren, wenn es unsicher ist“, sagt Neema Msuya, die Krankenschwester. „Aber die Bahn muss besser vorbereitet sein. Diese Regenfälle sind keine Überraschung mehr.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-dem-klima-ausgesetzt">Dem Klima ausgesetzt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weltweit gelten Eisenbahnen als tragende Säulen des Klimaschutzes. Elektrische Züge verursachen deutlich weniger Emissionen als Straßen- oder Luftverkehr, und für Länder wie Tansania stehen Investitionen in die Schiene im Einklang mit den Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erfahrungen mit der SGR verdeutlichen jedoch ein wachsendes Paradoxon: Infrastruktur, die als klimafreundlich gilt, ist selbst zunehmend den Folgen des Klimawandels ausgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Internationale Studien zu Eisenbahnsystemen zeichnen ein klares Bild: Extreme Niederschläge können Böschungen destabilisieren, Brückenfundamente unterspülen, Gleisanlagen überfluten und Stromversorgungssysteme lahmlegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Probleme der SGR haben zudem Fragen nach Management und Transparenz aufgeworfen. Im Oktober 2025 entgleiste ein Zug kurz nach seiner Abfahrt in Dar es Salaam nahe dem Bahnhof Ruvu. Es gab keine Todesopfer, doch der Vorfall führte zu einer vorübergehenden Betriebseinstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die TRC bezeichnete die Entgleisung als Betriebsunfall ohne Zusammenhang mit den Wetterbedingungen. „Jede neue Eisenbahn hat Anlaufschwierigkeiten“, sagt Edmund Mabhuye, Klimaforscher an der Universität von Dar es Salaam. „Kritisch wird es dann, wenn das Vertrauen der Öffentlichkeit schneller schwindet als die Fähigkeit der Regierung, die Probleme zu beheben.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-vergebliches-warten">Vergebliches Warten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am SGR-Bahnhof in Dodoma bedrängen Fahrgäste das Sicherheitspersonal mit Fragen. Die Displays zeigen weiterhin dieselbe Verspätungen, die Durchsagen beschränken sich auf Entschuldigungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind seit dem Morgen hier und niemand sagt uns, was los ist“, ruft Hamisi Juma, ein Händler aus Morogoro, entnervt. „Sie sagen uns immer wieder, wir sollen warten – aber worauf? Einige von uns haben Kinder und müssen zurück zur Arbeit.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele ist es nicht die Verspätung selbst, die sie aufbringt, sondern das Schweigen darüber. „Sagen Sie es doch einfach, wenn ein Zug ausfällt“, fordert der Student Peter Mwinyi vom Bahnpersonal. „Wenn er Verspätung hat, erklären Sie uns warum. Was die Leute wütend macht, ist, im Unklaren gelassen zu werden. Dann fühlt man sich betrogen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-2-560-neue-schienenkilometer">2.560 neue Schienenkilometer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tanzania Standard Gauge Railway (SGR) ist ein ehrgeiziges Eisenbahnprojekt zur Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur in Tansania und ein zentrales Vorhaben des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/East_African_Railway_Master_Plan" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ostafrikanischen Eisenbahn-Masterplans</a>. Die moderne Normalspurstrecke verbindet den Hafen von Dar es Salaam mit dem Landesinneren sowie perspektivisch mit den Nachbarstaaten Ruanda, Burundi und Uganda.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-1024x683.png" alt="" class="wp-image-5248" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-1024x683.png 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-300x200.png 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-768x512.png 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-640x427.png 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800.png 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Streckenverlauf der Tanzania Standard Gauge Railway: Der grün eingefärbte Abschnitt zwischen Dar es Salaam und Dodoma ist bereits in Betrieb, die weiteren Abschnitte nach Mwanza und Kigoma (rot) sind in Errichtung. [<a href="https://www.google.com/maps/d/u/0/edit?mid=1VBUOeWTaAdVYGCtt_tSvDmeyQZ7iF3g&amp;usp=sharing" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zur interaktiven Karte bei Google MyMaps</a>]</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bau des SGR-Netzes begann im April 2017, und bereits heute sind zwei bedeutende Teilabschnitte in Betrieb: Der Personenverkehr zwischen Dar es Salaam und Morogoro wurde am 14. Juni 2024 in aufgenommen, am 25. Juli 2025 wurde der Streckenabschnitt Morogoro–Dodoma offiziell eröffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer geplanten Gesamtlänge von über 2.560 Kilometer zielt die SGR darauf ab, Transportzeiten und -kosten erheblich zu reduzieren, den Güter- und Personenverkehr effizienter zu gestalten sowie die regionale wirtschaftliche Integration und nachhaltige Entwicklung zu fördern.  (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Magufuli Express der Tanzania Standard Gauge Railway (Foto: Shutterstock.com, Storyteller25, bearbeitet)</p>
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		<title>Chigubhu-Laterne: Licht aus der Flasche</title>
		<link>https://afrika.info/chigubhu-laterne-licht-aus-der-flasche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Dec 2025 17:06:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Elektrizität]]></category>
		<category><![CDATA[Farai Shawn Matiashe]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://afrika.info/?p=5082</guid>

					<description><![CDATA[<p>Stromausfälle prägen den Alltag von Millionen Menschen in Simbabwe – und sie entscheiden darüber, ob Kinder lernen können oder nicht. Die zwölfjährige Monica Ben trotzt dieser Realität mit einer selbstgebauten Lampe aus Recyclingmaterial.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Farai Shawn Matiashe | 15. Dezember 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seke District, Simbabwe (IPS/afr). Wenn Monica Ben von der Schule nach Hause geht, nimmt sie nicht nur einen Stift und ihre Hefte mit, sondern auch ihre Chigubhu-Laterne. Mit ihr bringt sie Licht in den dunklen Raum, in dem sie ihre Hausaufgaben erledigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Monica Ben ist zwölf Jahre alt und Schülerin an der Manyoshwa Primary School im Seke District, der südlich an die Hauptstadt Harare angrenzt. Ihre tragbare Lampe ist als Chigubhu-Laterne bekannt und wird aus Recyclingmaterialien hergestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Kerzen sind teuer“, sagt Monica Ben. “Bevor ich eine Chigubhu-Laterne hatte, musste ich entweder früher in die Schule kommen, um meine Hausaufgaben zu machen, oder ich gab dem Lehrer gar nichts ab.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die kleine Farm ihrer Eltern ist schwer zugänglich und nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen. Monica Ben lädt die Lampe tagsüber in der Schule auf, die über eine Solaranlage verfügt. So ist gewährleistet, dass sie zuhause bis zu vier Stunden Licht hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-19-stunden-pro-tag-ohne-strom">19 Stunden pro Tag ohne Strom</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Chigubhu ist das Shona-Wort für Flasche. Der Name verrät bereits viel über das Produkt: Die Leuchtdioden werden in gebrauchten Plastikflaschen installiert. Erfunden wurde das einfache System von dem jungen Elektroingenieur Aluwaine Tanaka Manyonga. Seine Vision lautet: Licht für jede*n Schüler*in.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manyongas Ambitionen sind eng mit seiner eigenen Biografie verknüpft. Er studierte Elektrotechnik an der University of Zimbabwe in Harare – doch während seiner gesamten Studienzeit war er mit Stromausfällen konfrontiert, die bis zu 19 Stunden pro Tag andauern konnten. Lernen in den Abend- und Nachtstunden wurde dadurch nahezu unmöglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da sich handelsübliche Solarlampen für viele Familien als unerschwinglich erwiesen, entwickelte Manyonga im Jahr 2018 die Chigubhu-Laterne. In Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), der australischen Botschaft in Harare und lokalen Unternehmen wurden bislang mehr als 1.500 Chigubhu-Laternen im ganzen Land verteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Godwin Kadiramwando ist seit 2021 Schulleiter der Manyoshwa Primary School. “Die Erfindung hilft ihnen, ihre schulischen Leistungen zu verbessern”, bestätigt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kadiramwando berichtet, dass Manyonga bereits vor vier Jahren kostenlos eine Solaranlage an der Schule installiert habe. Wenig später erhielten die ersten Schüler*innen ihre eigenen Chigubhu-Laternen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-kompetenztransfer-als-eigentliche-innovation">Kompetenztransfer als eigentliche Innovation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor zwei Jahren entschloss sich Manyonga, den Kindern beizubringen, wie sie die Laternen selbst herstellen können. Diesen Kompetenztransfer bezeichnet er als die eigentliche Innovation des Projekts. “In den Schulungen behandeln wir die Herstellung und die Reparatur der Laternen, aber auch Themen wie Abfallmanagement, Kreislaufwirtschaft und erneuerbare Energien“, erklärt der Erfinder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Monica Ben ist eine von über 100 Schüler*innen der Manyoshwa Primary School, die gelernt haben, wie man die Laternen produziert. Lächelnd beschreibt sie den Herstellungsprozess: „Ich halbiere zunächst eine alte Plastikflasche. Dann nehme ich ein Stück Pappe, markiere es mit einem Bleistift und schneide es zurecht. Schließlich installiere die Kabel für den Schalter und verschließe die Flasche.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile arbeitet Manyonga mit Schulen in ganz Simbabwe zusammen. Landesweit hat er bislang rund 5.000 Schüler*innen unterstützt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-extreme-stromknappheit">Extreme Stromknappheit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einfache Lösungen wie die Chigubhu-Laternen sind in Simbabwe stark gefragt. Nur 44 Prozent der rund 17 Millionen Einwohner*innen des Landes haben Zugang zu Elektrizität. In ländlichen Regionen, in denen mehr als 60 Prozent der Bevölkerung leben, liegt der Stromzugang sogar bei lediglich 20 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch selbst Gemeinden, die an das nationale Stromnetz angeschlossen sind, müssen täglich mehr als zwölf Stunden Stromausfälle hinnehmen. Ursache dafür sind unter anderem die schwankenden Wasserstände der Kariba-Talsperre sowie veraltete Anlagen wie das Wärmekraftwerk Hwange.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schulleiter Godwin Kadiramwando ist daher überzeugt, dass Initiativen wie die Chigubhu-Laternen ein großes Potenzial zur Linderung der Stromknappheit haben. “Unsere Schüler*innen haben bereits begonnen, ihr Know-how an andere Schulen zu vermitteln”, sagt er und ergänzt: “Manche wollen später sogar ein Ingenieurstudium absolvieren.” (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Die zwölfjährige Schülerin Monica Ben mit Chigubhu-Laternen in der Manyoshwa Primary School. (Foto: Farai Shawn Matiashe/IPS)</p>
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		<title>Gefährliche Luftverschmutzung in Dar es Salaam</title>
		<link>https://afrika.info/gefaehrliche-luftverschmutzung-in-dar-es-salaam/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Oct 2025 14:58:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Dar es Salaam]]></category>
		<category><![CDATA[Feinstaub]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Luftverschmutzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Dar es Salaams dicht besiedeltem Marktviertel Kariakoo liegt ein giftiger Schleier aus Diesel, Holzkohle und Staub über den Straßen. Eine neue Studie zeigt: Die Feinstaubwerte in der tansanischen Wirtschaftsmetropole übersteigen die WHO-Richtwerte um ein Vielfaches. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 6. Oktober 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dar es Salaam (IPS/afr). Ein heißer Nachmittag in Kariakoo, dem geschäftigen Markt der tansanischen Wirtschaftsmetropole Dar es Salaam. In der Luft liegt eine stickige Mischung aus Dieselabgasen, Holzkohlerauch und Staub. Händler*innen binden sich Tücher vor die Nase, um ihre Atemwege zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es gibt einfach zu viele Autos – der giftige Rauch macht das Atmen schwer“, sagt der Gemüsehändler Abdul Hassan, der seit 19 Jahren in Kariakoo arbeitet. Eine neue<a href="https://cleanairjournal.org.za/article/view/17817/24254" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Studie</a> des Dar es Salaam Institute of Technology und des Stockholm Environment Institute bestätigt, was viele Stadtbewohner*innen längst wissen: Die Luft in der tansanischen Küstenmetropole ist ungesund.</p>



<iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d30709.695408175485!2d39.268364062739664!3d-6.820489836544094!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x185c4ba89658a4cd%3A0x2ad2c9cfe76b4dbb!2sKariakoo%20Market%2C%20Swahili%20St%2C%20Dar%20es%20Salaam%2C%20Tansania!5e0!3m2!1sde!2sat!4v1759742999246!5m2!1sde!2sat" width="100%" height="500" style="border:0;" allowfullscreen="" loading="lazy" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">Mit über sieben Millionen Einwohner*innen zählt Dar es Salaam zu den am schnellsten wachsenden Städten Afrikas. Daten von 14 Überwachungsstationen zeigen, dass die Feinstaubkonzentrationen in der Metropole durchwegs die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) überschreiten. Für PM2,5 – das sind Partikel mit einem maximalen Durchmesser von 2,5 Mikrometer – liegt der empfohlene Richtwert bei 15 Mikrogramm je Kubikmeter (µg/m³) im Tagesmittel. Bei größeren Partikeln bis zehn Mikrometer Durchmesser (PM10) gilt ein Richtwert von 45 µg/m³.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Dar es Salaam ist man von diesen Richtwerten meilenweit entfernt. Zu Spitzenzeiten erreichten die täglichen PM2,5-Werte 130 µg/m³ – mehr als das Achtfache der WHO-Empfehlung. Die entsprechenden PM10-Werte waren mit 184 µg/m³ viermal höher als die Richtwerte der WHO.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Luftverschmutzung ist kein unsichtbares Problem – man kann sie riechen und in der Lunge spüren“, sagt die Straßenköchin Neema John, die in der Nähe des Marktes arbeitet. „Meine Kinder husten die ganze Nacht, wenn der Rauch von brennenden Müllhalden in unser Haus zieht.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-spitzenwerte-bei-der-mulldeponie">Spitzenwerte bei der Mülldeponie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Sonderfall stellt die Mülldeponie Pugu Kinyamwezi dar, die etwa 25 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Während einer monatelang unkontrollierten Müllverbrennung wurden hier  Feinstaubkonzentrationen mit einem PM25- Wert von 1.008 µg/m³ bzw. einen PM10-Wert von 2.762 µg/m³ gemessen –  beide Werte lagen damit mehr als 60-mal höher als die WHO-Empfehlung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel=" noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/pugu-dumpsite-c-diego-puente-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-4788" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/pugu-dumpsite-c-diego-puente-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/pugu-dumpsite-c-diego-puente-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/pugu-dumpsite-c-diego-puente-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/pugu-dumpsite-c-diego-puente-1200-800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/pugu-dumpsite-c-diego-puente-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Mülldeponie von Pugu Kinyamwezi in Dar es Salaam ist die größte des Landes. Hier werden Spitzenwerte durch die Belastung mit Feinstaub verzeichnet. (Foto: Diego Puente, <a href="https://www.flickr.com/photos/dpu-ucl/35348546000/in/photolist-VRCxcE" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY 2.0</a>) </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Deutliche Unterschiede machte die Studie zwischen Wohngegenden, Verkehrsknotenpunkten und Industriezonen aus. In den Stadtbezirken Ilala und Kinondoni, wo sich Fabriken und zentrale Kreuzungen befinden, liegt die Belastung durch Feinstaub konstant höher als im vergleichsweise ruhigen Stadtbezirk Kinondoni. Auch die Tageszeit spielt für die Feinstaubbelastung eine Rolle – besonders während der Stoßzeiten am Vormittag und in den Abendstunden steigt die Luftverschmutzung stark an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch das Problem liegt nicht nur in der Müllverbrennung, im Verkehr und in der Industrie. Laut der Studie wird in der Millionenmetropole Dar es Salaam jährlich fast die Hälfte der gesamten Holzkohle Tansanias verbraucht. Da nur 34 Prozent des Stroms des Landes aus sauberer Wasserkraft stammen, sind die meisten Haushalte auf Holzkohle und Brennholz angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Für Familien ist Holzkohle günstiger und leichter zugänglich, aber der Rauch füllt die Häuser mit giftigen Partikeln“, erzählt Fatma Suleiman, die im dicht besiedelten Vorort Mbagala lebt. „Wir wissen, dass es gefährlich ist, aber es ist unsere einzige Möglichkeit, preiswert zu kochen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-notfall-fur-die-offentliche-gesundheit">„Notfall für die öffentliche Gesundheit“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gesundheitsexpert*innen warnen, dass eine hohe Feinstaubbelastung zu schwerwiegenden Erkrankungen wie Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Herzversagen führen kann. Laut <a href="https://data.who.int/countries/834" target="_blank" rel="noreferrer noopener">WHO</a> sind Infektionen der unteren Atemwege die häufigste Todesursache in dem ostafrikanischen Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies ist ein offenkundiger Notfall im Bereich der öffentlichen Gesundheit“, meint Linus Chuwa, ein in Dar es Salaam ansässiger Spezialist für Public Health. „Wenn die PM2,5-Werte die WHO-Standards so stark überschreiten, kann das der Gesundheit der Menschen langfristig schaden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jacqueline Senyagwa, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Stockholm Environment Institute und Mitautorin der Studie, sieht dringenden Handlungsbedarf. Was ihrer Meinung nach fehlt, ist vor allem ein solider nationaler Rahmen zur Überwachung der Luftqualität. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Öffentlichkeit und auch bei politischen Entscheidungsträger*innen fehle es jedoch am Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken der Luftverschmutzung, erklärt die Wissenschaftlerin: „Feste Abfälle sind sichtbar, und die Menschen fordern Maßnahmen. Luftverschmutzung hingegen ist unsichtbar, und ihre Auswirkungen zeigen sich erst nach Jahren – deshalb wird oft zu spät reagiert.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-zuverlassige-daten-gefordert">Zuverlässige Daten gefordert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die mangelnden technischen Kapazitäten und Ressourcen stellen eine Herausforderung dar. „In Tansania gibt es nur sehr wenige Expert*innen für Luftqualität, und die meisten Überwachungsgeräte müssen importiert werden“, so Senyagwa. „Einrichtungen wie das Dar es Salaam Institute of Technology haben erst vor Kurzem mit der Herstellung lokaler Messgeräte begonnen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">So verwundert es nicht, dass die 14 für die Studie errichteten Stationen zur Messung der Luftqualität die ersten im Land sind. Senyagwa drängt auf die Installierung weiterer Anlagen: „Ohne zuverlässige Daten unterschätzen viele Entscheidungsträger*innen das Ausmaß des Problems“, ist sie überzeugt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/rapid-bus-system-c-martin-sturmer-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-4789" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/rapid-bus-system-c-martin-sturmer-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/rapid-bus-system-c-martin-sturmer-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/rapid-bus-system-c-martin-sturmer-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/rapid-bus-system-c-martin-sturmer-1200-800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/rapid-bus-system-c-martin-sturmer-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Schnellbussystem von Dar es Salaam trägt zur Reduzierung des Individualverkehrs und damit der Emissionen bei (Foto: Martin Sturmer/afrika.info)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich verweist Senyagwa auf mögliche praktische Lösungsansätze. Dazu zählt etwa der Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Millionenstadt. Ein Beispiel sei das <a href="https://udart.co.tz/transportation/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rapid-Transit-System</a>: Die Schnellbusse, die seit 2016 auf eigenen Spuren verkehren, befördern im Schnitt 165.000 Fahrgäste pro Tag. Für Senyagwa ist dies ein Beleg dafür, dass der Individualverkehr und damit die Emissionen reduziert werden können.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-sorge-um-die-kinder">Sorge um die Kinder</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück nach Kariakoo: In der Congo Street drängen sich tausende Marktbesucher*innen durch ein Labyrinth aus Holzbuden. Viele sorgen sich wegen der schlechten Luftqualität besonders um ihre Kinder.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mwanaidi Salum, Mutter von drei Kindern, klagt: „Man atmet Rauch, Staub und sogar den Gestank des Mülls ein, der scheinbar nie abgeholt wird. Wenn ich mir die Nase putze, kommt es ganz schwarz heraus.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemüsehändler Abdul Hassan stimmt ihr zu: „Wir können unsere Kinder nicht weiterhin in einer Umgebung großziehen, in der jeder Atemzug gefährlich ist.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Kariakoo ist der größte Markt in Tansania. (Foto: Kizito Makoye/IPS)</p>
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		<title>Nigeria: Solarlösungen aus Plastikmüll</title>
		<link>https://afrika.info/nigeria-solarloesungen-aus-plastikmuell/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Jul 2025 12:19:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Elektrizität]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Promise Eze]]></category>
		<category><![CDATA[Stanley Anigbogu]]></category>
		<category><![CDATA[Startups]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In keinem anderen Land der Erde leben mehr Menschen ohne Strom als in Nigeria. Der junge Energiepionier Stanley Anigbogu möchte dies ändern: Er entwickelt Solarlösungen durch die Wiederverwertung von Abfall.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Promise Eze | 14. Juli 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abuja (IPS/afr). In keinem anderen Land der Erde leben mehr Menschen ohne Strom als in Nigeria. Der junge Energiepionier Stanley Anigbogu möchte dies ändern: Er entwickelt Solarlösungen durch die Wiederverwertung von Abfall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stanley Anigbogu konnte es zunächst gar nicht fassen. Im März erfuhr der 25-Jährige, dass er in London als <a href="https://thecommonwealth.org/news/young-nigerian-energy-innovator-wins-2025-commonwealth-youth-award" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Commonwealth Young Person of the Year 2025</a> ausgezeichnet wird. Für die prestigeträchtige Anerkennung, die den Einsatz junger Menschen für die Erreichung globaler Entwicklungsziele würdigt, hatte es über 800 Bewerbungen gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, den Preis zu gewinnen”, erzählt Anigbogu. “Diese Auszeichnung gibt mir Hoffnung. Sie zeigt, dass die Menschen unsere Arbeit wahrnehmen, und dass sie wichtig ist.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Leuchten aus Plastikflaschen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anigbogu ist Mitbegründer von <a href="https://lightedimpact.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">LightEd</a>. Das Unternehmen baut solarbetriebene Ladestationen aus Plastikabfällen und ausrangierten Schiffscontainern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Orten, die keinen Zugang zu Elektrizität haben. Besonderes Augenmerk gilt der Stromversorgung von Flüchtlingen und vertriebenen Personen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">LightEd hat Solarladestationen in zwei großen Flüchtlingslagern in Nigeria errichtet. Die Menschen nutzen sie zum Aufladen ihrer Handys, Lampen und anderer Kleingeräte. Außerdem erfahren die Bewohner*innen, wie sie aus Plastikflaschen einfache Leuchten herstellen können.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/lampenwerkstatt-stanley-anigbogu-c-lighted-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-4533" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/lampenwerkstatt-stanley-anigbogu-c-lighted-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/lampenwerkstatt-stanley-anigbogu-c-lighted-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/lampenwerkstatt-stanley-anigbogu-c-lighted-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/lampenwerkstatt-stanley-anigbogu-c-lighted-1200-800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/lampenwerkstatt-stanley-anigbogu-c-lighted-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schüler*innen lernen, wie sie aus Plastikflaschen einfache Lampen herstellen. (Foto: LightEd)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich möchte, dass Kinder in Flüchtlingslagern auch nachts lernen können”, beschreibt Anigbogu seine Motivation. “Eine gute Beleuchtung verleiht ein Gefühl von Sicherheit. Sie spart Kosten, da man keine Kerzen oder Kerosin mehr kaufen muss, sondern nur noch eine Lampe auflädt. Außerdem gibt es keine Gesundheitsrisiken, die bei herkömmlichen Beleuchtungen durch das Einatmen von Rauch und Dämpfen bestehen.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">43 Prozent der Bevölkerung ohne Stromversorgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anigbogu weiß, was es heißt, ohne Licht auszukommen. Während seiner Kindheit in seiner Heimatstadt Onitsha im Süden Nigerias hatte er manchmal nur wenige Stunden Strom pro Woche. Häufig musste er Kerzen oder Petroleumlampen anzünden, um seine Schulaufgaben machen zu können.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Erfahrung hat Anigbogus Neugier geweckt. Er wollte wissen, wie Elektrizität funktioniert. Bereits im Alter von 15 Jahren begann er, einfache Haushaltsgeräte aus gebrauchten Teilen zu konstruieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="575" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/solar-ladestation-luftbild-c-lighted-1200-680-1024x575.jpg" alt="" class="wp-image-4534" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/solar-ladestation-luftbild-c-lighted-1200-680-1024x575.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/solar-ladestation-luftbild-c-lighted-1200-680-300x169.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/solar-ladestation-luftbild-c-lighted-1200-680-768x432.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/solar-ladestation-luftbild-c-lighted-1200-680-640x360.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/solar-ladestation-luftbild-c-lighted-1200-680.jpg 1210w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Luftaufnahme einer solarbetriebenen Ladestation von LightEd (Foto: LightEd)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Heute gilt Anigbogu in seinem Heimatland als Visionär für die nachhaltige Energiewende: Dank der Lösungen von LightEd konnten bislang über 10.000 Flüchtlinge und vertriebene Personen mit sauberer Elektrizität versorgt werden. Mit einem kleinen Team gleichgesinnter junger Menschen hat er 6.000 Studierende ausgebildet und über 20.000 Kilogramm Abfall wiederverwertet.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria ist das Land mit der höchsten Zahl von Menschen ohne Elektrizität. Laut Angaben der<a href="https://www.worldbank.org/en/news/press-release/2021/02/05/nigeria-to-improve-electricity-access-and-services-to-citizens" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Weltbank</a> haben 85 Millionen Nigerianer*innen keinen Zugang zum Stromnetz. Das bedeutet, dass etwa 43 Prozent der Bevölkerung ohne regelmäßige Stromversorgung leben müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ladestationen für Friedensdialog</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Stanley Anigbogu weiß, dass die Einbindung der Bevölkerung entscheidend für den Erfolg ist. Nach der Sekundarschule war er zum Studium in Marokko. Dort gründete er ein Startup, das Energie aus Orangenschalen gewinnen wollte. Das Projekt scheiterte, aber Anigbogu gewann wertvolle Erkenntnisse. „Ich habe viele Fehler gemacht, weil ich das Geschäft nicht gut genug verstanden habe“, gibt er heute offen zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Corona-Lockdowns im Jahr 2020 kehrte Anigbogu nach Nigeria zurück. Er wollte etwas Nützliches tun, um armen Gemeinden zu helfen. Heute hört er genau hin, was die Menschen benötigen: “Die Lösungen, die wir anbieten, entstehen unmittelbar aus den Bedürfnissen der Gemeinschaften”, sagt Anigbogu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das größte Problem beschreibt Anigbogu die Skalierung. Es sei nicht einfach, die richtigen Strategien und Strukturen für eine Expansion in neue Regionen und Länder zu finden, meint er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein neuestes Vorhaben ist der Bau von Ladestationen, die auch als Räume für den Friedensdialog dienen. &#8222;Ich arbeite mit den Gewinnern des <a href="https://thecommonwealth.org/news/cd2025/inaugural-commonwealth-peace-prize-winners-nigeria-lauded-their-contributions" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Commonwealth-Friedenspreises</a> zusammen, die heuer auch aus Nigeria kommen”, erzählt Anigbogu. “Gemeinsam diskutieren wir über den Bau einer Ladestation, die als Raum für den Dialog zwischen den Generationen und den Religionen dient. In Nigeria, wo es viele religiöse Konflikte gibt, glaube ich, dass es eine gute Idee ist, den Zugang zu Energie zu nutzen, um Menschen unterschiedlichen Glaubens zusammenzubringen.” (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Stanley Anigbogu mit Kindern vor einer solarbetriebenen Ladestation von LightEd (Foto: LightEd)</p>
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		<title>Illegaler Sandabbau wird zum Umweltproblem</title>
		<link>https://afrika.info/illegaler-sandabbau-wird-zum-umweltproblem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Oct 2022 13:59:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Jeffrey Moyo]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Chitungwiza, 25 Kilometer südlich der simbabwischen Hauptstadt Harare, schaufeln der 36-jährige Nesbit Gavanga und seine fünf Kollegen Sand auf einen Lastwagen. Die sechs verdienen ihr Geld mit “Sandwilderei”, wie der illegale Abbau von Sand hier genannt wird.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Jeffrey Moyo | 2. Oktober 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chitungwiza (IPS/afr). In Chitungwiza, 25 Kilometer südlich der simbabwischen Hauptstadt Harare, schaufeln der 36-jährige Nesbit Gavanga und seine fünf Kollegen Sand auf einen Lastwagen. Die sechs verdienen ihr Geld mit “Sandwilderei”, wie der illegale Abbau von Sand hier genannt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Gavanga und seine Kollegen stellt die Sandwilderei ihre wichtigste Einnahmequelle dar. Zwischen 30 und 40 US-Dollar bringt ihnen der Verkauf von Sand pro Tag. “Dieses Stück Land hat uns im Laufe der Jahre Geld gebracht, und wir können es uns nicht leisten, es zu verlassen”, erzählt Gavanga. “Wir sind hier, um zu bleiben, und wir sind hier, um den Sand in Geld zu verwandeln.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits seit acht Jahren sind Gavanga und seine Kollegen in der Sandgrube von Chitungwiza tätig. Im Laufe der Jahre haben sich die Sandwilderer einen großen Kundenstamm aufgebaut. Der 34-jährige Melford Mahamba erklärt, wie der Handel abläuft: „Wir bringen unsere Spitzhacken und Schaufeln hierher, und die Kunden kommen mit ihren Lastwagen. Diese befüllen wir mit Sand, für den sie dann bezahlen.”&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schäden für die Umwelt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sandwilderei hat in ganz Simbabwe riesige Narben in der Landschaft hinterlassen. Der Schaden für die Umwelt ist enorm. Nach Angaben der <a href="https://www.ema.co.zw/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Environmental Management Agency</a> (EMA), Simbabwes staatlicher Einrichtung für Umweltschutz, sind 1.694 Hektar Land im Land von Sandwilderei betroffen. 950 Hektar gelten bereits als verödetes Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Umweltschützer Happison Chikova ist klar, dass der illegale Sandabbau zu Problemen für die Natur führt &#8211; vor allem in Gebieten mit hohen Niederschlagsmengen: “Die Sandwilderer beschädigen die Vegetation durch ihre tiefen und breiten Gruben, die während der Regenzeit überflutet werden.” Die Gefahr von Überschwemmungen steigt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Katz-und-Maus-Spiel mit Behörden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden in Chitungwiza führen regelmäßig Razzien durch, um die Sandwilderei zu unterbinden. Oft stehen sie aber auf verlorenem Posten. “Aufgrund unzureichender Ressourcen können wir nicht genug Razzien durchführen, und so kehren die Sandwilderer immer wieder zu ihren illegalen Aktivitäten zurück. Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel“, sagt Lovemore Meya, der PR-Beauftragte der Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sandwilderer Melford Mahimba weiß, wie das Spiel läuft: “Die Behörden verjagen uns, aber wir kommen im Handumdrehen zurück. Manchmal nehmen Sie uns sogar fest. Dann bestechen wir die Beamt*innen und machen einfach weiter.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterdessen läuft das Geschäft mit Sand wie geschmiert? Die Kund*innen sind hauptsächlich Personen, die Häuser bauen wollen, sich aber die hohen Baustoffpreise nicht leisten können. Für die Sandwilderer sind die Gewinne beträchtlich. „Der Sand kostet sechs bis acht US-Dollar pro Kubikmeter”, erzählt Mahamba. Mit Ausnahme der Bestechungsgelder für die Behörden, hätten die Sandwilderer kaum Kosten, so der 34-Jährige.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schützt die Regierungspartei Sandwilderei?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Stadt Masvingo im Südosten des Landes kämpft der Umweltaktivist Kudakwashe Murisi indes gegen die Landverödung. Er macht die Regierung dafür verantwortlich, dass dem illegalen Sandabbau kaum Einhalt geboten werden kann.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sandwilderer sind oft Jugendliche mit guten Verbindungen zur Regierungspartei ZANU-PF”, meint Murisi. “Sie werden von der politischen Führung geschützt. Das macht es sehr schwierig, sie zur Ordnung zu rufen.” Die ZANU-PF ist in Simbabwe seit dem Jahr 1980 Jahren an der Macht. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Nesbit Gavanga baut illegal Sand in Chitungwiza ab. Umweltschützer*innen sind besorgt über die zunehmende Landverödung. (Foto: Jeffrey Moyo/IPS)</p>
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		<title>Simbabwes Straßen fordern hohen Blutzoll</title>
		<link>https://afrika.info/simbabwes-strassen-fordern-hohen-blutzoll/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Apr 2022 08:14:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Busani Bafana]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Straßen]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn Sie nachts in Simbabwe mit dem Auto unterwegs sind, dann achten Sie auf ein Augenpaar auf der Straße. Sie könnten eine Giraffe in einem Schlagloch überfahren. So lautet ein gängiger Witz, der in Simbabwe erzählt wird.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 11. April 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo (IPS/afr). Wenn Sie nachts in Simbabwe mit dem Auto unterwegs sind, dann achten Sie auf ein Augenpaar auf der Straße. Sie könnten eine Giraffe in einem Schlagloch überfahren. So lautet ein gängiger Witz, der in Simbabwe erzählt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn der Witz übertreibt, gar so weit scheint er von der Realität nicht entfernt zu sein. Simbabwes Straßen gelten als gefährlich: Im vergangenen Jahr starben mehr als 2.000 Menschen bei Unfällen, zahlreiche weitere wurden verletzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Jahr hat die Regierung den Zustand des 88.100 Kilometer langen Straßennetzes des Landes als katastrophal eingestuft und ein Sanierungspaket in Höhe von 400 Millionen US-Dollar angekündigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Maßnahme duldet keinen Aufschub: Laut einem im Januar 2022 veröffentlichten <a href="https://unece.org/publications/road-safety-performance-review-zimbabwe" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UN-Bericht</a> sterben in Simbabwe durchschnittlich fünf Menschen pro Tag bei Verkehrsunfällen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht allerdings davon aus, dass die Opferzahl dreimal so hoch ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diskrepanz wird darauf zurückgeführt, dass die Regierung nur Todesfälle am Unfallort zählt. Im Gegensatz dazu erfasst die internationale&nbsp; Praxis die Todesfälle innerhalb von 30 Tagen nach einem Unfall, erklärt die Verkehrssicherheitsforscherin Lee Randall, Gründerin des <a href="http://roadethicsproject.africa/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Road Ethics Project</a>  in Johannesburg. Laut Randall würden afrikanische Länder über nur unzureichende Systeme zur Erfassung von Unfalldaten verfügen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Starker Anstieg bei Todesopfern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der UN-Bericht zur Straßensicherheit in Simbabwe stellte weiters einen starken Anstieg der Todesfälle in den letzten Jahren fest. Zwischen 2011 bis 2019 ist die Zahl der Verkehrstoten um 34 Prozent gewachsen. Rund die Hälfte der jährlich 2.000 Todesopfer entfallen auf Fahrgäste in Bussen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/04/simbabwe-schlagloecher-shutterstock-red-1000-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1826" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/04/simbabwe-schlagloecher-shutterstock-red-1000-768x1024.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/04/simbabwe-schlagloecher-shutterstock-red-1000-225x300.jpg 225w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/04/simbabwe-schlagloecher-shutterstock-red-1000-640x853.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/04/simbabwe-schlagloecher-shutterstock-red-1000.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>Tiefe Schlaglöcher auf den Straßen sind in Simbabwe allgegenwärtig &#8211; diese hier sind durch heftige Regenfälle entstanden. (Bild: Cecil Bo Dzwowa, Shutterstock.com)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Kamerun, Äthiopien und Uganda ist Simbabwe das vierte afrikanische Land, für das ein UN-Bericht zur Straßensicherheit vorliegt. Ende August 2020 hat die UN-Generalversammlung den Zeitraum 2021-2030 zum zweiten Jahrzehnt der Verkehrssicherheit erklärt. Bis Ende der Dekade soll die Zahl der Verkehrstoten und -verletzten weltweit um mindestens 50 Prozent gesenkt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem hohen Blutzoll entsteht durch die unsicheren Straßen auch ein beträchtlicher wirtschaftlicher Schaden: Laut des staatlichen Verkehrssicherheitsrats von Simbabwe ereignen sich pro Jahr durchschnittlich 40.000 Unfälle. Die Kosten werden mit jährlich 406 Millionen US-Dollar beziffert &#8211; das entspricht drei Prozent von Simbabwes Bruttoinlandsprodukt des Jahres 2020.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Notrufnummer fehlt bislang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Lee Randall wären die meisten Verkehrsunfälle vermeidbar, wenn das gesamte Straßenverkehrssystem angemessen betrachtet würde. Dabei sei die Durchsetzung von Straßenverkehrsregeln von entscheidender Bedeutung. Es sei aber klar, dass nicht auf jedem Kilometer Verkehrspolizist*innen positioniert werden können. “Wir müssen den Menschen früh genug Verkehrssicherheitskonzepte antrainieren, um ihr Verhalten im Straßenverkehrssystem ein Leben lang zu beeinflussen“, sagt Randall.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der UN-Bericht empfiehlt außerdem, dass Simbabwe eine Datenbank für Straßenunfälle einrichtet und ihre statistischen Indikatoren verbessert. Außerdem wird die Implementierung eines Meldesystems bei Unfällen vorgeschlagen. Derzeit gibt es in Simbabwe keine nationale dreistellige Notrufnummer, um die rechtzeitige Meldung von Verkehrsunfällen zu erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den stellvertretenden Gesundheitsminister von Simbabwe, John Mangwiro, ist ein solches Meldesystem dringend erforderlich. Denn die zu späte Erstversorgung am Unfallort sei dafür verantwortlich, dass viele Unfallopfer vor der Einlieferung in ein Krankenhaus versterben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sicherheitsproblem durch Import von alten Autos</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Exekutivsekretärin der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Afrika (ECA), Vera Songwe, sieht auch im schlechten Zustand der Fahrzeuge einen Grund für die desolate Verkehrssicherheit in Simbabwe. “Als Kontinent müssen wir den Import von Fahrzeugen stoppen, die nicht dem Standard entsprechen, die am Ende Leben kosten und der wirtschaftlichen Entwicklung schaden“, drängt Songwe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Zahlen der nationalen Statistikbehörde Zimstat importiert Simbabwe jährlich Fahrzeuge im Wert von über 340 Millionen US-Dollar. 2021 hat Simbabwe ein Einfuhrverbot für Gebrauchtfahrzeuge verhängt, die zehn Jahre und älter sind.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verbot hatte bislang allerdings kaum einen Effekt: Für die meisten Simbabwer*innen sind neuere Fahrzeuge unleistbar. Daher finden sich immer wieder Mittel und Wege, alte Autos ins Land zu bringen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Das 88.100 Kilometer lange Straßennetz in Simbabwe ist in einem desolaten Zustand &#8211; ein Sanierungspaket soll Abhilfe schaffen. (Foto: Busani Bafana, IPS)</p>
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		<title>Frauen vermieten Motorradtaxis</title>
		<link>https://afrika.info/frauen-vermieten-motorradtaxis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Mar 2021 07:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Deogracias Kalima]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Ray Mwareya]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>
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					<description><![CDATA[<p> Auf den Straßen von Lunzu im Süden von Malawi ist der Lärm der Motorradtaxis allgegenwärtig. Die Flitzer, die überwiegend aus China stammen, werden ausschließlich von Männern gelenkt. Doch das eigentliche Geschäft machen Frauen.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Ray Mwareya and Deogracias Kalima, Africa Renewal*&nbsp;| 10. März 2021</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lunzu (AR/afr). Auf den Straßen von Lunzu im Süden von Malawi ist der Lärm der Motorradtaxis allgegenwärtig. Die Flitzer, die überwiegend aus China stammen, werden ausschließlich von Männern gelenkt. Doch das eigentliche Geschäft machen Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Fahren von Motorradtaxis ist in Malawi reine Männersache. Frauen aus der 17.000-Einwohner-Stadt Lunzu ziehen allerdings die Fäden im Transportgeschäft auf den motorisierten Zweirädern: Sie kaufen die Motorräder an und vermieten sie dann an männliche Fahrer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vermietung ist ein gutes Geschäft. &#8222;Der Deal ist, dass wir 65 Prozent der Tageseinnahmen behalten &#8211; der Rest bleibt dem Fahrer&#8220;, sagt Sarah Showe. Sie ist eine 40 Unternehmerinnen, die sich im &#8222;Lunzu Women’s Motorcycle Club&#8220; organisiert haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="motorrad-clubs-in-frauenhand">Motorrad-Clubs in Frauenhand</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Frauen in Malawi selbst keine Motorradtaxis lenken &#8211; das hat mit traditionellen Rollenbildern und mit geschlechtsspezifischer Gewalt zu tun. Laut einer&nbsp;<a href="https://bmcpublichealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12889-018-6220-0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie</a>&nbsp;wird ein Drittel aller malawischen Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren Opfer von sexuellem Missbrauch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;In gesellschaftlicher Hinsicht ist es zutiefst verpönt, dass Frauen Motorradtaxis lenken und an Taxiständen mit Männern um Passagiere buhlen&#8220;, sagt Sarah Showe. Und erzählt, wie es ihrer Freundin Lomu Thomsonu ergangen ist. Die Lehrerin wollte sich sich über die Normen hinwegzusetzen und Motorräder auch an Frauen vermieten. &#8222;Die Lenkerinnen wurde von Kunden beleidigt&#8220;, erzählt Showe, &#8222;und in der Nacht weigerten sich männliche Fahrgäste, für den Transport zu zahlen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">2017 hatten dann einige Frauen die Idee, den &#8222;Lunzu Women’s Motorcycle Fund Club&#8220; ins Leben zu rufen. Das Geschäftsmodell findet bereits einige Nachahmerinnen, wie Carter Mavhiza bestätigt: &#8222;In der Nachbarstadt Blantyre mit ihren 800.000 Einwohnern gibt es mittlerweile zehn solcher Clubs mit jeweils 40 Mitgliedern.&#8220; Mavhiza ist Buchhalter und unterstützt Frauenclubs dabei, faire Preise beim Ankauf der Motorräder zu erzielen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="willkommener-zusatzverdienst">Willkommener Zusatzverdienst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Lunzu sind täglich hunderte Motorradtaxis unterwegs. Sie befördern alles, was am Sozius Platz hat: von Bankangestellten im Anzug über Schulkinder bis hin zu Möbeln und Zementsäcken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geschäft läuft auch deshalb gut, weil der städtische Verkehr von Lunzu schlecht entwickelt ist. &#8222;Die Frauen füllen eine kritische Lücke&#8220;, sagt Mavhiza. &#8222;Hier in Lunzu haben wir kein richtiges Bussystem, auch digitale Taxi-Plattformen wie etwa Uber fehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die meisten Unternehmerinnen bringt die Vermietung von Motorradtaxis für ein lukratives Zusatzeinkommen, das sich obendrein gut mit anderen Aktivitäten verbinden lässt. So kann sich die Bäuerin Chifundo Magombo tagsüber um ihre Landwirtschaft und ihre Kinder kümmern. Das Geschäft mit den Motorrädern läuft parallel &#8211; die meisten Männer bringen die Bikes erst am Abend zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lehrerin Lomu Thomsonu sieht in der neuen Einkommensquelle vor allem eine Altersvorsorge. &#8222;Ich werde eine Rente in Höhe von 7.000 Euro erhalten &#8211; das reicht nicht einmal für zwei Jahre&#8220;, meint Thomsuno. &#8222;Daher halte ich es für einen klugen Schachzug, jetzt in Motorräder zu investieren.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="offentliche-unterstutzung">Öffentliche Unterstützung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Kommunalverwaltungen in Malawi unterstützen die Frauenclubs in ihrem Geschäft. So organisiert etwa die Bezirksverwaltung von Mchinji Darlehen zwischen 250 und 779 US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir beraten die Frauen und verfassen Referenzschreiben, damit sie zinsgünstige Kredite von privaten Finanziers erhalten können&#8220;, sagt Mwaimuna Mwanyali, Stadträtin der gleichnamigen Bezirkshauptstadt Mchinji. &#8222;Auf diese Weise fördern wir die Gleichstellung der Geschlechter in der Motorradtaxi-Branche. Die Einkommen von Frauen werden gestärkt, außerdem sind Frauen bei der Rückzahlung von Krediten zuverlässiger.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In so mancher Stadt hat die Gründung der Motorrad-Clubs dazu geführt, dass mittlerweile mehr Frauen als Männer Gewerkschaften angehören. &#8222;Während Männer die Gewerkschaften weitgehend meiden, haben wir in unserer Stadt bereits 200 Frauen, die gewerkschaftlich engagiert sind&#8220;, erzählt Stacy Harawa, Präsidentin der &#8222;Mzuzu Motorcycle Union&#8220; in der Stadt Mzuzu im nördlichen Malawi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine Monatsgebühr in Höhe von zehn US-Dollar erhalten Mitglieder eine Unfallversicherung. &#8222;Wir beantragen außerdem bei der Steuerbehörde eine Reduktion der Lizenzgebühren, wenn die Unternehmerinnen einer registrierten Gewerkschaft angehören&#8220;, so Harawa weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Sarah Stowe hat sich das Leben entscheidend verbessert, seitdem sie in das Geschäft mit dem Motorradtaxis eingestiegen ist. &#8222;Es fühlt sich super an, Männer zu beschäftigen&#8220;, lacht sie. &#8222;Ich schaffe jetzt Arbeitsplätze und haben sogar meinen Neffen als Fahrer engagiert. Das Blatt hat sich gewendet.&#8220; (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Ray Mwareya und Deogracias Kalima sind Mitarbeiter unseres Partnermagazins&nbsp;<a href="https://www.un.org/africarenewal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a>&nbsp;der Vereinten Nationen.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Motorradtaxis in Lunzu warten auf Fahrgäste &#8211; viele der Motorräder sind im Besitz von Frauen. (Foto: Ray Mwareya und Deogracias Kalima/AR)&nbsp;</p>
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		<title>Beendet das Klima den Rohstoff-Boom?</title>
		<link>https://afrika.info/beendet-das-klima-den-rohstoff-boom/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Oct 2019 13:38:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Busani Bafana]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>"Stranded Asset". Zwei Wörter, die es in sich haben. Der Fachbegriff aus der Wirtschaftswelt sorgt in Afrikas rohstoffreichen Ländern derzeit für ordentlich Gesprächsstoff. Unter "Stranded Assets"versteht man Vermögenswerte, deren Ertragskraft oder Marktwert dramatisch sinken - also stranden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 11. Oktober 2019</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo (IPS/afr). &#8222;Stranded Asset&#8220;. Zwei Wörter, die es in sich haben. Der Fachbegriff aus der Wirtschaftswelt sorgt in Afrikas rohstoffreichen Ländern derzeit für ordentlich Gesprächsstoff. Unter &#8222;Stranded Assets&#8220;versteht man Vermögenswerte, deren Ertragskraft oder Marktwert dramatisch sinken &#8211; also stranden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau das könnte mit Afrikas Bodenschätzen passieren, meint Vanessa Ushie, Managerin am &#8222;African Natural Resources Center&#8220; der &#8222;African Development Bank&#8220; (AfDB). &#8222;Stranding impliziert, dass einige natürliche Ressourcen aufgrund des Klimawandels weltweit wirtschaftlich nicht mehr nutzbar sein werden&#8220;, sagt Ushie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der AfDB-Managerin wird die Diskussion um &#8222;Stranded Assets&#8220; zunehmend zu einem politischen Thema mit enormer Sprengkraft. Afrikanische Länder sind in hohem Maße von ihren Bodenschätzen abhängig &#8211; durchschnittlich entfallen 70 Prozent aller Exporte auf Rohstoffe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa 30 Prozent der weltweiten Rohstoffreserven befinden sich in Afrika. Darüber hinaus verfügt der Kontinent über zehn Prozent der globalen Öl- bzw. acht Prozent der Erdgas-Vorräte. Der Klimawandel könnte der Ausbeutung dieser Ressourcen ein Ende setzen &#8211; insbesondere der nicht erneuerbaren Energiequellen wie Kohle, Öl und Gas.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="lasst-sie-im-boden">Lasst sie im Boden! </h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir sind uns des Pariser Abkommens und der Verpflichtung bewusst, die CO2-Emissionen zu senken, um das Ziel einer globalen Erwärmung unter zwei Grad Celsius zu erreichen&#8220;, sagt Ushie. &#8222;Angesichts dieses Ziels muss aber klar sein, dass bestimmte Rohstoffe in der Erde bleiben müssen &#8211; vor allem jene mit den höchsten CO2-Emmissionen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch gerade in der jüngsten Vergangenheit haben etliche afrikanische Nationen Fortschritte bei der Erschließung neuer Rohstoffquellen gefeiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So gab das französische Unternehmen Total im Februar 2019 bekannt, dass es im südafrikanischen Outeniqua-Becken auf ein großes Vorkommen von Gaskondensat gestoßen sei. Kenia machte Ende August als erster ostafrikanischer Ölexporteur Schlagzeilen. Und im westlichen Nachbarland Uganda wurden riesige Erdölvorkommen entdeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wirtschaftsforscher rechnen damit, dass die Debatte um den Klimawandel den Boom bei fossilen Brennstoffen einschränken und das Wirtschaftswachstum afrikanischer Länder negativ beeinflussen wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="entwicklungslander-sind-vorreiter-bei-erneuerbarer-energie">Entwicklungsländer sind Vorreiter bei erneuerbarer Energie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Angesichts des zunehmenden Klimawandels und der damit verbundenen Umstellung auf CO2-arme Produktion ist der afrikanische Bergbausektor ernsthaften Risiken aber auch Chancen ausgesetzt&#8220;, erklärt Ushie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Chancen lägen vor allem im raschen Umstieg auf grüne Energiequellen, so Ushie. Investitionen in Solar-, Wind- und Biomasseprojekte werde die AfDB unterstützen. Insgesamt plane die Bank, bis 17 Milliarden US-Dollar zur Klimafinanzierung für Afrika beizutragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Fatima Denton, Direktorin des Instituts für natürliche Ressourcen der Universität der Vereinten Nationen, sieht große Chancen für den Kontinent. Sie ist überzeugt, dass die sinkenden Technologiekosten für erneuerbare Energien enorme Möglichkeiten biete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der raschen Urbanisierung in den meisten afrikanischen Volkswirtschaften und der steigenden Nachfrage nach Strom haben afrikanische Staaten bereits begonnen, die Investitionen in nachhaltige Energiequellen zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Studie von Bloomberg Finance zeigt, dass der Globale Süden zum Schrittmacher der Energiewende wird. 2017 wurde in den sogenannten Entwicklungsländern eine Gesamtkapazität von 114 Gigawatt an CO2-freiem Strom installiert. Zum Vergleich: In den Industriestaaten waren es lediglich 63 Gigawatt. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der Klimawandel setzt die Rohstoff-Industrie in Afrika unter Druck. (Foto: Busani Bafana/IPS)</p>
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