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	<title>Bergbau Archive | afrika.info</title>
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	<description>Changing Perceptions</description>
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	<title>Bergbau Archive | afrika.info</title>
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		<title>Mit der Spitzhacke für Gleichberechtigung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 May 2025 08:10:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der tansanischen Bergbauindustrie sehen sich Frauen mit Diskriminierung, Landrechtsproblemen und mangelnder Finanzierung konfrontiert. In einem von Männern dominierten Sektor kämpfen sie um Anerkennung und ihre Existenzgrundlage kämpfen.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 22. Mai 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dar es Salaam (IPS/afr). Unter der sengenden Sonne in Geita im Nordwesten von Tansania wischt sich Neema Mushi den staubverkrusteten Schweiß aus dem Gesicht. Dann rammt sie erneut ihre Spitzhacke in die Erde. Eine Staubwolke steigt auf und bedeckt ihre zerschlissene Kleidung – doch das stört sie kaum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit acht Jahren gräbt und siebt sie im männderdominierten Goldabbaugebiet von Geita, immer in der Hoffnung auf einen Fund. Es ist ein Knochenjob – mühsam und voller Hürden. „Ich will selbst eine Mine besitzen“, sagt Mushi. „Aber in dieser Branche werden Frauen bei Landrechten einfach übergangen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz harter Arbeit über viele Jahre hinweg leben Frauen wie Neema Mushi am Rande des Existenzminimums. Sie erzählt, dass sie eines Abends einen kleinen Goldsplitter entdeckt hatte. Doch bevor sie ihn einstecken konnte, tauchte ein männlicher Minenarbeiter auf. „Das ist mein Platz“, knurrte er sie an und riss ihr den Fund aus der Hand. Mushi weiß: In einem System, das nicht für Frauen wie sie gedacht ist, hat sie keine Chance.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal versuchte sie, ein Abbaugebiet auf ihren Namen registrieren zu lassen. Der Beamte im örtlichen Büro blickte kaum von seinen Papieren auf. „Sie brauchen die Zustimmung Ihres Mannes“, murmelte er. Mushi zögerte – sie hat keinen Mann, aber drei Kinder zu ernähren. „Dann suchen Sie sich einen männlichen Partner“, meinte der Beamte und wies sie ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst durch den Beitritt zur Frauenkooperative „Umoja wa Wanawake Wachimbaji“ – auf Deutsch „Vereinigung der Minenarbeiterinnen“ – konnte Mushi die Schulgebühren für ihre Kinder bezahlen. Heute sieht sie sie mit sauberen Uniformen zur Schule gehen – und hat mehr als nur Gold gefunden: Hoffnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Patriarchale Strukturen zerschlagen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tansania ist der viertgrößte Goldproduzent Afrikas, der Bergbau trägt rund zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Zwischen einer und zwei Millionen Menschen arbeiten im kleingewerblichen und handwerklichen Bergbau – immerhin ein Drittel davon sind Frauen. Doch trotz ihrer Zahl kämpfen sie um Anerkennung, werden vom Landbesitz ausgeschlossen, erhalten kaum Kredite und erfahren Diskriminierung in einem von Männern dominierten Umfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jahrelang arbeitete Mushi informell am Rande lizenzierter Minen, wo sie in aussortierten Steinen nach Gold suchte. Ohne eigene Lizenz war sie auf Zwischenhändler angewiesen, die ihr das Gold zu Dumpingpreisen abkauften. „Wenn du kein eigenes Abbaugebiet hast, bist du ihnen ausgeliefert“, sagt sie. „Sie können dich jederzeit vertreiben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar erlaubt das tansanische Bergbaugesetz Frauen theoretisch den Besitz von Lizenzen, doch in der Praxis gelingt dies nur wenigen. Die Verfahren sind komplex und teuer. „Die meisten Minengebiete gehen an Männer oder große Unternehmen“, erklärt Alpha Ntayomba, Bergbauaktivist und Direktor der NGO „Population and Development Initiative“ (PDI). „Frauen arbeiten meist auf geliehenem Land oder als Hilfskräfte auf fremden Claims.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-4454" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eine Gruppe von Minenarbeiterinnen gründete die Kooperative &#8222;Umoja wa Wanawake Wachimbaji&#8220; und kämpfte erfolgreich für eine eigene Bergbaulizenz. (Foto: Kizito Makoye/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen finanzielle Hürden. Der Bergbau erfordert Investitionen in Ausrüstung, Verarbeitung und oft auch Maschinen – doch Banken halten Frauen für nicht kreditwürdig und verweigern ihnen Darlehen. Das hält sie in einem Teufelskreis aus gefährlicher und schlecht bezahlter Arbeit gefangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Frauen im handwerklichen Bergbau stehen ganz unten“, sagt Ntayomba. „Sie machen die härtesten Jobs, wie Steine zerschlagen und Erz in quecksilberverseuchtem Wasser waschen, verdienen aber am wenigsten und sind am stärksten gefährdet.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sexuelle Ausbeutung und Belästigung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sexuelle Belästigung und Nötigung gehören für viele Minenarbeiterinnen zum Alltag. Wer in diesem Geschäft arbeitet, ist oft auf die Gunst männlicher Grubenbesitzer oder Zwischenhändler angewiesen – eine Machtasymmetrie, die Missbrauch begünstigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Einige Frauen sind gezwungen, sexuelle Gefälligkeiten zu leisten, nur um an das Gold zu gelangen, das sie mit abbauen“, berichtet Ntayomba. „Sex wird so zur inoffiziellen Währung in der Branche.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Betroffene schweigen – aus Angst vor Kündigung oder Repressalien. Andere wissen nicht, wie sie sich juristisch wehren können. „Ich kenne Frauen, die entlassen wurden, weil sie die Annäherungsversuche von Mineneigentümern abgelehnt haben“, sagt Ntayomba. „Das System ist gegen sie, und der Mangel an rechtlichem Schutz verschärft die Lage.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gesundheitsrisiken durch Quecksilber</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die gesundheitlichen Risiken sind enorm. Viele Frauen waschen Gold mit bloßen Händen in Quecksilber – einem hochgiftigen Metall, das das Nervensystem schädigt und zu Fehlbildungen führen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die meisten wissen gar nicht, wie gefährlich Quecksilber ist“, erzählt Ntayomba. „Sie mischen es mit den Händen und atmen die Dämpfe ein. Damit setzen sie sich selbst und ihre Kinder langfristigen Gesundheitsgefahren aus.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alpha Ntayomba fordert strengere Vorschriften, mehr Schulungen und sichere Arbeitsbedingungen. Seine Organisation setzt sich für bessere gesetzliche Regelungen, Schutzmaßnahmen und wirtschaftliche Teilhabe von Frauen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Regierung muss Frauen im Bergbau endlich als zentrale Akteurinnen anerkennen“, sagt er. „Dazu gehören rechtliche Absicherung, Sicherheitsstandards und Zugang zu eigenen Abbauflächen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Wandel geht nur schleppend voran. „Frauen im Bergbau verdienen Würde, faire Bezahlung und Schutz vor Ausbeutung“, bekräftigt Ntayomba. „Die Branche darf nicht weiter auf ihrem Leid fußen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Steine brechen, Barrieren überwinden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um ihre Lage zu verbessern, gründeten Mushi und andere Frauen die Kooperative „Umoja wa Wanawake Wachimbaji“. Darin bündelten sie ihre Ressourcen und kämpften gemeinsam für eine eigene Lizenz. Mit Unterstützung der <a href="https://tawoma.or.tz/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tanzania Women Miners Association</a> (TAWOMA) und staatlicher Förderprogramme für Unternehmerinnen erhielten sie schließlich ein kleines Abbaugebiet und investierten in bessere Ausrüstung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir mussten beweisen, dass wir dazugehören“, sagt Anna Mbwambo, Gründungsmitglied der Kooperative. „Zu lange galten Frauen im Bergbau nur als Helferinnen – nicht als eigenständige Minenarbeiterinnen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Mushi hat sich seither vieles zum Guten verändert. „Früher konnte ich kaum die Schulgebühren für meine Kinder aufbringen“, sagt sie. „Heute kann ich sparen – und habe sogar den Traum, mein Geschäft zu erweitern.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz anhaltender Herausforderungen bewegt sich etwas. Die staatliche Bergbaugesellschaft <a href="https://www.stamico.co.tz/">STAMICO</a>  schult Kleinbergleute in sicheren und effizienteren Abbaumethoden. Die Regierung hat zudem Goldankaufszentren eingerichtet, die für fairere Preise sorgen und die Abhängigkeit von ausbeuterischen Zwischenhändlern reduzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch international wächst der Druck, Frauen im Bergbau stärker zu berücksichtigen. Die Weltbank fordert Reformen für mehr Geschlechtergerechtigkeit, die <a href="https://eiti.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Extractive Industries Transparency Initiative</a> (EITI) setzt sich für inklusive Richtlinien ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hoffnung auf eine neue Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neema Mushi blick auf das Land, das sie und ihre Kolleginnen nun gemeinsam besitzen. Es ist ein kleiner Claim – überschattet von großen, männergeführten Betrieben. Dennoch ist sie stolz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich will, dass meine Töchter sehen, dass Frauen alles erreichen können“, sagt sie. „Sie können arbeiten, besitzen – und erfolgreich sein.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie greift zur Spitzhacke, ihre kräftigen Hiebe zerbersten das Gestein. Mit jedem Schlag kommt sie einer Zukunft näher, in der Frauen im Bergbau nicht nur überleben – sondern aufblühen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Minenarbeiterinnen in Tansania kämpfen um Anerkennung und gegen Diskriminierung in einem von Männern dominierten Sektor (Foto: Kizito Makoye/IPS)</p>
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		<title>Karriere in Afrikas einziger Frauenmine</title>
		<link>https://afrika.info/zimbaqua-karriere-in-afrikas-einziger-frauenmine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Oct 2023 06:38:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Africa Renewal]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Mkhululi Chimoio]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einem blauen Arbeitsanzug und mit einem sechs Kilogramm schweren Hammer betritt die 46-jährige Petiner Makupa das Betriebsgelände von Zimbaqua. Seit nunmehr vier Jahren schürft sie in Afrikas einziger Mine, in der ausschließlich Frauen arbeiten, nach Aquamarinen. </p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Mkhululi Chimoio, Africa Renewal*  | 19. Oktober 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Karoi (AR/afr). In einem blauen Arbeitsanzug und mit einem sechs Kilogramm schweren Hammer betritt die 46-jährige Petiner Makupa das Betriebsgelände von Zimbaqua. Seit nunmehr vier Jahren schürft sie in Afrikas einziger Mine, in der ausschließlich Frauen arbeiten, nach Aquamarinen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuvor hatte ich Petiner Makupa überhaupt nicht vorstellen können, im Bergbau zu arbeiten. “Ich habe zunächst nicht daran geglaubt, dass ich den Job schaffen kann”, erzählt sie. Aber nachdem ihr Mann gesundheitliche Probleme bekommen hatte, war ihr keine andere Wahl geblieben. “Ich musste mich der Herausforderung stellen, damit ich unsere fünf Kinder versorgen und sie in der Schule halten kann”.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz ähnlich klingt die Geschichte von Sylvia Mugova (41). Sie stammt aus Masvingo im Südosten Simbabwes und hat ebenfalls fünf Kinder. „Ich bin verheiratet, aber mein Mann hat eine schlimme Phase durchgemacht, deshalb habe ich mich um die Familie gekümmert“, sagt Mugova. Und fügt nach einer kurzen Pause an: „Früher dachten wir Frauen, dass Bergbau nur etwas für Männer ist. Aber jetzt wissen wir, dass es nichts gibt, was Frauen nicht auch können.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einkommen für Frauen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zimbaqua Mining Company wurde 2018 im Bezirk Karoi im Norden des Landes gegründet. Der Unternehmer Patrick Tendayi Zindoga aus Harare und sein dänischer Geschäftspartner Iver Rosenkrantz haben dort 50 Hektar Land erworben, um wirtschaftliche Perspektiven für Frauen in der Region zu schaffen. 2019 wurden die ersten Mitarbeiterinnen eingestellt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/10/zimbaqua04-768x1024.jpg" alt="In der Mine von Zimbaqua sind ausschließlich Frauen beschäftigt. (Foto: Zimbaqua)" class="wp-image-3032" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/10/zimbaqua04-768x1024.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/10/zimbaqua04-225x300.jpg 225w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/10/zimbaqua04-1152x1536.jpg 1152w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/10/zimbaqua04-640x853.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2023/10/zimbaqua04-rotated.jpg 1512w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">In der Mine von Zimbaqua sind ausschließlich Frauen beschäftigt. (Foto: Zimbaqua)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wie in vielen anderen ländlichen Gebieten in Simbabwe herrscht in Karoi eine hohe Arbeitslosigkeit. Für Frauen gibt es nur wenige Möglichkeiten, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Viele arbeiten auf den Feldern, auf denen Tabak und Mais angebaut werden. Andere haben bislang illegal nach Edelsteinen gegraben und mussten sich dabei manchmal sogar als Männer verkleiden, um Belästigungen zu entgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gründer Iver Rosenkrantz erinnert sich an die nicht ganz einfachen Anfangszeiten von Zimbaqua: “Alle waren davon überzeugt, dass wir scheitern würden. In ländlichen Regionen in Simbabwe wird von Frauen erwartet, dass sie zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern. Viele von ihnen stammen aus armen, rauen Verhältnissen. Jetzt haben sie ein stabiles Einkommen und sind super motiviert.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aufstieg zur Managerin</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zimbaqua beschäftigt 35 Frauen in allen Bereichen &#8211; von der Schürferin über die Baggerfahrerin und Sprengstoffexpertin bis hin zur Managerin. Eine der Frauen, die bei Zimbaqua Karriere gemacht hat, ist die 35-jährige Minenmanagerin Rumbidzai Gwinji. Nach einem Bachelor in Umweltschutz war die alleinerziehende Mutter als selbstständige Beraterin für Bergbauunternehmen im ganzen Land unterwegs. So lernte sie auch Zimbaqua kennen &#8211; und blieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In den meisten Bergbauunternehmen in Simbabwe haben Frauen selten eine Chance, eine offene Stelle zu bekommen“, erzählt Gwinji. „Wir sind anders und haben ein Umfeld geschaffen, das den Bedürfnissen von Frauen entgegenkommt. Unsere Erfahrungen zeigen, dass Frauen genauso hart arbeiten und genauso gute Leistungen erbringen können wie ihre männlichen Kollegen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hellblauen Edelsteine sind weltweit begehrt. Für Aquamarine in bester Qualität &#8211; den sogenannten “Double Blue” &#8211; werden zwischen 500 und 1.000 US-Dollar pro Karat bezahlt. Diese sind aber auch im Bezirk Karoi selten. Zwar haben die Frauen bislang 60 Tonnen industriellen Aquamarin geschürft, davon hatten aber nur 14 Kilogramm Edelstein-Qualität.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefragte Edelsteine</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch macht die wachsende Nachfrage Mut: Die Aquamarine von Zimbaqua sind zunehmend auch international gefragt. Die Edelsteine sind u. a. in noblen Schmuckläden in Metropolen wie London oder New York erhältlich. Auch der Wiener Juwelier Felix Köck-Marek bezieht für die Aquamarin-Kollektion von <a href="https://www.fenajewellery.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">FENA Daily Jewellery</a> Edelsteine von Zimbaqua.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Simbabwe sind rund zehn Prozent der insgesamt 535.000 Mitarbeitenden im Kleinbergwerken Frauen. Die Erfolge von Zimbaqua sind auch der Regierung in Harare nicht verborgen geblieben. Pfungwa Kunaka, Ständiger Sekretär in Simbabwes Bergbauministerium, lobt den Ansatz des Unternehmens: „Die Regierung steht voll und ganz hinter Zimbaqua und anderen Unternehmen im Bergbausektor, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Frauen sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten.” (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">Mkhululi Chimoio ist ein in Simbabwe geborener Investigativjournalist mit Wohnsitz in Südafrika. Der Beitrag stammt aus unserem Partnermagazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/news/giving-hope-zimbabwean-women-miners" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen und wurde von der afrika.info-Redaktion ergänzt.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Minenmanagerin Rumbidzai Gwinji hat bei Zimbaqua Karriere gemacht. (Foto: Zimbaqua)</p>
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		<title>Zama Zamas: Monatelang unter Tage</title>
		<link>https://afrika.info/zama-zamas/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2023 08:22:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesotho]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Südafrika boomt der illegale Bergbau. Reiche Auftraggeber rekrutieren arme Arbeiter, die in stillgelegten südafrikanischen Minen nach Bodenschätzen schürfen. Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal, Rivalität schürt Fremdenhass und Gewalt.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Fawzia Moodley* | 26. Januar 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Johannesburg (IPS/afr). In Südafrika boomt der illegale Bergbau. Reiche Auftraggeber rekrutieren arme Arbeiter, die in stillgelegten südafrikanischen Minen nach Bodenschätzen schürfen. Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal, Rivalität schürt Fremdenhass und Gewalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die illegalen Minenarbeiter, die überwiegend aus Lesotho, Mosambik und Simbabwe stammen, werden auf isiZulu „Zama Zamas“ genannt. Frei übersetzt werden darunter Menschen verstanden, “die immer wieder ihr Glück versuchen”.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Paps Lethoko ist Vorsitzender der “National Association of Artisanal Miners” (NAAM) &#8211; einer&nbsp; Interessensvertretung für Kumpel im Kleinbergbau. Er berichtet, dass die Zama Zamas oft Monate in den unterirdischen Schächten verbringen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tätigkeit ist enorm gefährlich: Erst zu Jahresbeginn sind acht Bergleute in einer Mine in Driekop, Limpopo, erstickt. Heftige Regenfälle hatten Erde in den Ausgang gespült und die Zama Zamas eingeschlossen. Im November 2022 verloren 21 Minenarbeiter bei einem Schachteinsturz in Krugersdorp ihr Leben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gutes Geschäft für kriminelle Syndikate</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auftraggeber der Zama Zamas sind in kriminellen Syndikaten organisiert und verdienen sich mit den illegalen Bergleuten eine goldene Nase. So betreiben sie z. B. unterirdische Imbissbuden, in denen Wucherpreise für Lebensmittel verlangt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Imbisse verkaufen Brot für 200 Rand (Normalpreis 20 Rand) und Fischkonserven für 300 Rand (Normalpreis 25 Rand)”, schildert Lethoko. “Nach monatelangem Ausharren in den klaustrophobischen und gefährlichen Katakomben erhalten die Bergleute am Ende etwa 30.000 Rand (ca. 1.800 US-Dollar). Sie müssen davon aber die enormen Preise für Nahrungsmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs bezahlen.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Lethoko werden die meisten stillgelegten Schächte in Klerksdorp, einer Bergbaustadt in der Nordwestprovinz, von einem wohlhabenden Politiker aus Lesotho betrieben. Wer dort arbeiten will, muss investieren. „Die Arbeiter werden gezwungen, den Sicherheitskräften bis zu 20.000 Rand (ca. 1.700 US-Dollar) zu bezahlen, um die Minen betreten zu dürfen. Sie werden schlechter behandelt als Sklaven &#8211; genauso wie von Bergbauunternehmen während der Apartheid.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unter Verdacht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Südafrika werden die Zama Zamas häufig mit Gewaltexzessen in Verbindung gebracht. Am 28. Juli 2022 wurden bei Krugersdorp acht Frauen, die auf einem ehemaligen Minengelände ein Musikvideo drehen wollten, vergewaltigt und beraubt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einer nachfolgenden Razzia der Polizei wurden zwei Zama Zamas erschossen, 84 Verdächtige wurden festgenommen. Später wurden 14 der illegalen Bergleute wegen Vergewaltigung und schweren Diebstahls angeklagt. Die Anklage wurde später fallen gelassen, nachdem die DNA-Abgleiche keine Übereinstimmungen ergeben hatten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kleinbergleute fürchten um ihren Ruf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einheimische Minenarbeiter, die sich mit traditionellem Kleinbergbau über Wasser halten, befürchten angesichts solcher Vorfälle Nachteile für ihre Berufsausübung. “Wir haben versucht, Genossenschaften zu gründen und Genehmigungen für einen legalen Betrieb zu erhalten”, schildert Lethoko, “aber die Bergbauunternehmen, die Medien und sogar die Polizei werfen uns mit kriminellen Zama Zamas in einen Topf.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2017 hatte zwar das “Department of Mineral Resources and Energy” (DMRE) den Kleinbergbau zum Zweck des Lebensunterhalts für südafrikanische Staatsbürger*innen rechtlich anerkannt. Allerdings ist die Lizenzvergabe teuer und kompliziert. Bisher ist es nur einer Genossenschaft in Kimberley in der Provinz Nordkap gelungen, das Verfahren positiv abzuschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Die Kumpel leben von der Hand in den Mund”, beklagt Lethoko, “die meisten von uns haben weder die erforderlichen Dokumente noch das Geld für den Genehmigungsprozess. Außerdem scheinen die lokalen DMRE-Beamten nicht zu wissen, dass Genossenschaften im Kleinbergbau rechtlich anerkannt werden können.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Konzerne verweigern den Zutritt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Häufig scheitern die Minenarbeiter auch an den Eigeninteressen der Bergbaukonzerne. In der Nordwestprovinz versuchte die NAAM, mit dem Minen-Giganten “Harmony Gold” zu verhandeln. “Der Sicherheitsdienst hat die einheimischen Bergleute aber daran gehindert, in den bereits aufgelassenen Minen zu arbeiten”, erzählt Lethoko, “das Unternehmen erwirkte sogar eine einstweilige Verfügung wegen unbefugten Betretens gegen mich und die Arbeiter.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Tragödie ist, dass die Konzerne in die stillgelegten Minen zurückkehren wollen”, bestätigt Toto Nzamo, Mitglied der “Tujaliano Community Organisation” in Germiston bei Johannesburg. “Sie verfügen jetzt über die Technologie, um den Abbau von Rohstoffen wieder profitabel zu gestalten. Und das unfähige DMRE hindert anständige Menschen daran, ihren Lebensunterhalt rechtmäßig zu verdienen.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fremdenhass und Bandenkriege</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zama Zamas sehen sich indes mit einer zunehmenden Fremdenfeindlichkeit konfrontiert. Nach dem Verbrechen in Krugersdorp machte in der Township Kagiso ein wütender Mob Jagd auf die Minenarbeiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die wachsende Rivalität zwischen verschiedenen Gruppierungen von Zama Zamas endet zunehmend blutig: Im September 2022 wurden sechs illegale Bergleute bei Maraisburg westlich von Johannesburg erschossen. Die Polizei geht von einem Bandenkrieg zwischen Zama Zamas aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um der Gewalt ein Ende zu bereiten, sieht Toto Nzamo die Politik in der Pflicht. Er fordert eine Zusammenarbeit zwischen Innenministerium und dem DMRE, damit qualifizierte Zama Zamas einen Aufenthaltsstatus erhalten. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph">*mit Ergänzungen von Martin Sturmer</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Aufgelassene Schächte der Goldmine von Stilfontein ziehen viele Zama Zamas an. (Foto: beigestellt/IPS)</p>
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		<title>Von der Schulbank in die Goldmine</title>
		<link>https://afrika.info/von-der-schulbank-in-die-goldmine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jul 2012 08:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Burkina Faso]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Tiego Tiemtoré]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der 15-jährige Issa Tinto gräbt in Bompèla im Norden von Burkina Faso nach Gold. Die bittere Armut seiner Familie hat den hageren, hoch aufgeschossenen Jungen, der gut als 20-Jähriger durchgehen könnte, gezwungen, sich auf dieses gefährliche Unternehmen einzulassen, anstatt weiterhin zur Schule zu gehen. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Tiego Tiemtoré | 6. Juli 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ouagadougou (IPS/afr). Der 15-jährige Issa Tinto gräbt in Bompèla im Norden von Burkina Faso nach Gold. Die bittere Armut seiner Familie hat den hageren, hoch aufgeschossenen Jungen, der gut als 20-Jähriger durchgehen könnte, gezwungen, sich auf dieses gefährliche Unternehmen einzulassen, anstatt weiterhin zur Schule zu gehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie tausende andere Jungen hat Tinto die Schule abgebrochen, um auf einem der zahlreichen Goldfelder des westafrikanischen Landes auf gefährliche Schatzsuche zu gehen. Nach Angaben ist es das Ziel des Ministeriums für Bildung und Alphabetisierung, in Burkina Faso 72 Prozent der Kinder einzuschulen. 34 Prozent der Burkiner sollen lesen und schreiben können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der örtliche Elternverband berichtet, dass während des laufenden Schuljahrs allein im Zentralen Norden mehr als 3.000 Kinder die Schule vorzeitig verlassen haben. 15 Prozent der Abbrecher sind auf die Goldfelder abgewandert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wenn wir nicht aufpassen, setzen wir unsere Bildungsziele aufs Spiel&#8220;, warnte der Bildungsexperte Albert Kaboré, Vorsitzender der Nichtregierungsorganisation &#8222;Savoir&#8220;, die sich für die Bildungsförderung im Land einsetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ich habe letztes Jahr mitten in der 6. Klasse die Schule verlassen, und bin mit drei Freunden hierher gekommen, um nach Gold zu graben&#8220;, sagte Tinto gegenüber IPS. In den vergangenen vier Monaten hat er umgerechnet 31 US-Dollar verdient. Die Hälfte davon bekam seine Mutter. Das übrige Geld reichte, um seine abgerissene Kleidung gegen ein paar neue Stücke einzutauschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 16-jährige Stéphane Bationo, der seit fünf Monaten nach Gold gräbt, hat sich für einen Verdienst von umgerechnet 70 Dollar ein Fahrrad gekauft. Er wäre lieber weiter zur Schule gegangen. &#8222;Doch als mein Vater starb, musste sich mein Onkel um viele Kinder kümmern und konnte das Schulgeld für mich nicht aufbringen&#8220;, bedauerte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktivisten und Behörden warnen vor dem zunehmenden Abwandern aus den Schulen, das die bildungspolitischen Bemühungen des westafrikanischen Landes gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern weltweit. 50 Prozent seiner Bevölkerung von etwa 16,8 Millionen Menschen leben unter der Armutsgrenze. Doch das westafrikanische Land hat sich in den vergangenen zehn Jahren nach Südafrika, Ghana und Mali zu Afrikas viertgrößtem Bergbaugebiet entwickelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="goldrausch-in-burkina-faso">Goldrausch in Burkina Faso</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Gold ist zum wichtigsten Exportgut des Landes geworden und hat 2011 etwa 420 Milliarden CFA (umgerechnet 840 Millionen US-Dollar) eingebracht&#8220;, erklärte Madou Traoré, Beamter im Ministerium für Energie und Bergbau. &#8222;Seit 2008 ist die Förderung von 5,4 Tonnen auf 32,6 Tonnen im Jahr 2011 gestiegen. 2012 wird mit 40 Tonnen gerechnet&#8220;, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Folglich wird an immer mehr Lagerstätten nach Gold gesucht. &#8222;Es gibt heute 691 gültige Lizenzen für eine Exploration, und neben acht Mangan- und Zinkminen wird hierzulande an mehr als 200 Stellen nach Gold gegraben&#8220;, stellte der Beamte fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überall trifft man auf den wichtigsten Goldfeldern im nördlichen Sahel, im mittleren Norden, auf dem Zentralplateau, im Südwesten, in der Region Cascades sowie im Zentrum auf Kinder, die nach Gold graben, das Gestein zertrümmern, es transportieren und waschen oder als Wasserträger oder Küchenhelfer schuften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Sie werden physisch und wirtschaftlich ausgebeutet und sind schutzlos dem Gift in ihrer Umgebung und vielerlei Übergriffen ausgesetzt&#8220;, klagte Evelyne Ouédraogo. Die Medizinstudentin befasst sich in ihrer Doktorarbeit mit den gesundheitlichen Schäden von Patienten, die auf den Goldminen gearbeitet haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Polizeibeamter, der auf Anonymität bestand, beklagte die Untätigkeit der Behörden, die nichts gegen die Ausbeutung der Kinder unternehmen. &#8222;Sie sind in erster Linie verantwortlich. Die Armut darf nicht dazu führen, dass wir die Zukunft und Gesundheit der Kinder aufs Spiel setzen&#8220;, betonte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen hat das Sozialministerium einen nationalen Beirat beauftragt, Strategien für das Überleben, den Schutz und die Entwicklung der in den Minen und Steinbrüchen arbeitenden Kinder auszuarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Schulabbrecher Tinto steht schon heute fest: Er wird später einmal keines seiner Kinder in einer Goldmine arbeiten lassen. &#8222;Das ist viel zu gefährlich&#8220;, betonte er. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein jugendlicher Goldgräber kommt nach einer &#8222;Mining Session&#8220; an die Oberfläche. (Bild: themepap, <a href="https://www.flickr.com/photos/themepap/4144267675/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-NC 2.0</a>).</p>
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