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	<title>Südsudan Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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	<title>Südsudan Archive | afrika.info</title>
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		<title>Afrika-Filmtage 2025: Regisseurinnen im Fokus</title>
		<link>https://afrika.info/afrika-filmtage-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2025 10:24:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Von 13. bis 15. Mai 2025 finden die 2. Afrika-Filmtage im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO statt. Mit Filmen wie <i>The Bride</i> von Myriam Birara und <i>Banel &#038; Adama</i> von Ramata-Toulaye Sy liegt der Schwerpunkt heuer auf dem Schaffen afrikanischer Regisseurinnen.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 9. April 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg (afr). Von 13. bis 15. Mai 2025 finden die 2. Afrika-Filmtage im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO statt. Mit Filmen wie&nbsp;<em>The Bride</em>&nbsp;von Myriam Birara und&nbsp;<em>Banel &amp; Adama</em>&nbsp;von Ramata-Toulaye Sy liegt der Schwerpunkt heuer auf dem Schaffen afrikanischer Regisseurinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die afrikanische Filmindustrie erlebt derzeit einen bemerkenswerten Aufschwung. Allein in Nigerias Traumfabrik „Nollywood“ werden pro Jahr mehr als 2.500 Filme produziert. Laut dem UNESCO-Bericht <a href="file:///C:/Users/marti/Downloads/379165eng.pdf">The African Film Industry</a> hat die Branche das Potenzial, über 20 Millionen Arbeitsplätze auf dem Kontinent zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frauen spielen in der afrikanischen Filmindustrie bislang nur eine Nebenrolle – im kontinentalen Schnitt ist lediglich ein Fünftel aller in der Branche beschäftigten Personen weiblich. Allerdings gibt es starke regionale Unterschiede. In der Region Zentralafrika, die Länder wie z. B. Kamerun, Tschad oder DR Kongo umfasst, liegt der Frauenanteil bei unter 10 %. Deutlich besser hingegen ist die Situation in der Region Südliches Afrika mit Staaten wie Botswana, Namibia oder Südafrika. Dort beträgt der Anteil an weiblichen Beschäftigten in der Filmindustrie mehr als 30 %.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Afrikanische Regisseurinnen vor den Vorhang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 2. Afrika-Filmtage in Salzburg, die vom Afro-Asiatischen Institut, der Nachrichtenagentur afrika.info und DAS KINO organisiert werden, holen heuer afrikanische Filmemacherinnen vor den Vorhang. „Regisseurinnen aus afrikanischen Ländern stehen völlig zu Unrecht im Schatten ihrer männlichen Kollegen“, sagt Elke Giacomozzi, Geschäftsführerin des Afro-Asiatischen Instituts in Salzburg. „Dabei können afrikanische Filmemacherinnen mit ihrer visionären Erzählweise und ihrer poetischen Filmsprache immer häufiger auch die Jurys großer Filmfestspiele wie in Cannes oder Berlin überzeugen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Spielfilmdebüts, die besonders hervorstechen, stehen im Mittelpunkt der Afrika-Filmtage: <em>The Bride</em> der ruandischen Filmemacherin Myriam Uwiragiye Birara und <em>Banel &amp; Adama</em> der französisch-senegalesischen Regisseurin Ramata-Toulaye Sy.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine eindringliche Geschichte über Selbstbestimmung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>The Bride</strong> </em>(Ruanda 2023) ist das beeindruckende Debüt der ruandischen Regisseurin Myriam Uwiragiye Birara. Der Film feierte bei der Berlinale 2023 seine Weltpremiere und hat dort eine lobende Erwähnung für den GWFF Best First Feature Film Award erhalten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1000" height="563" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro.jpg" alt="" class="wp-image-4408" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro-300x169.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro-768x432.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/the-bride-1-web-c-bora-shingiro-640x360.jpg 640w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>The Bride</em> (Ruanda 2023) ist das Spielfilmdebut von Myriam Birara. Der Film behandelt die Pläne einer jungen Frau, die in Konflikt mit traditionellen Rollenbildern geraten. (Bildrechte: Bora Shingiro)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Handlung von <em>The Bride</em> ist im Jahr 1997 angesiedelt – drei Jahre nach dem Genozid in Ruanda. Eine junge Frau namens Eva träumt davon, Medizin zu studieren. Ihre Pläne werden jedoch jäh unterbrochen: Im Zuge einer traditionellen Ehezeremonie namens „guterura“ wird sie von einer Gruppe Männer entführt und gezwungen zu heiraten. Im Stich gelassen von ihrer konservativen Familie, findet Eva Trost in der Freundschaft mit der Cousine ihres Ehemanns. Durch diese Beziehung entdeckt sie die traumatische Vergangenheit der Familie und steht vor der Entscheidung, zu bleiben oder zu fliehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Publikumsgespräch mit Regisseurin Myriam Birara</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Biraras inszenatorische Präzision und die subtile, aber kraftvolle Darstellung weiblicher Widerstandskraft machen <em>The Bride</em> zu einem Meilenstein im zeitgenössischen afrikanischen Kino“, erklärt Sigrid Gruber von DAS KINO. „Der Film bringt nicht nur soziale Missstände zur Sprache, sondern bietet auch eine Plattform für Frauen, ihre Geschichten selbst zu erzählen – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Diversität und Gleichberechtigung in der Filmbranche.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-819x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4409" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-819x1024.jpg 819w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-240x300.jpg 240w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-768x960.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200-640x800.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/myriam-birara-c-alain-jambo-1200.jpg 1200w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Regisseurin von <em>The Bride</em>, Myriam Birara, wird sich nach der Filmvorführung zu einem Publikumsgespräch online aus Ruanda zuschalten. (Bildrechte: Alain Jambo)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem 70-minütigen Film wird sich Regisseurin <strong>Myriam Uwiragiye Birara</strong> aus Ruanda zu einem Publikumsgespräch online zuschalten, das von Sharon Lagat, Mitglied des Filmbeirats der Afrika-Filmtage, moderiert wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reflexion über Liebe und Tradition</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht weniger berührend ist <em><strong>Banel &amp; Adama</strong></em> (Senegal, Mali, Frankreich 2023) der französisch-senegalesischen Regisseurin Ramata-Toulaye Sy. Der Film handelt von einem jungen Paar, das in einem abgelegenen Dorf im Norden Senegals lebt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1000" height="600" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever.jpg" alt="" class="wp-image-4410" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever-300x180.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever-768x461.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/banel-et-adama-web-best-friend-forever-640x384.jpg 640w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Banel &amp; Adama</em> (Senegal, Mali, Frankreich 2023) von Ramata Toulaye-Sy behandelt die Widersprüche einer leidenschaftlichen Liebe zu den Erwartungen einer traditionell geprägten Gesellschaft. (Bildrechte: Best Friend Forever)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die leidenschaftliche Liebe zwischen Banel und Adama steht im Widerspruch zu den traditionellen Erwartungen ihrer Gemeinschaft. Als Adama seine vorgesehene Rolle als Dorfoberhaupt ablehnt und Banel sich weigert, den konventionellen Pflichten einer Frau nachzukommen, geraten sie in Konflikt mit ihrer Umgebung. Die daraus resultierenden Spannungen führen zu unerwarteten und dramatischen Konsequenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sy inszeniert diese spannungsgeladene Geschichte in eindrucksvollen Bildern, die von der sengenden Hitze der Wüste und der stillen Schönheit der Landschaft durchzogen sind. Ihr Film feierte 2023 Premiere in Cannes und war für die Goldene Palme nominiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weitere Meisterwerke aus dem Sudan, Madagaskar und der DR Kongo</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm der Afrika-Filmtage 2025 bietet darüber hinaus drei weitere überzeugende Produktionen aus dem Sudan, der Demokratischen Republik Kongo und Madagaskar. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In <em><strong>Goodbye Julia</strong></em> (Sudan 2023) – dem Eröffnungsfilm der diesjährigen Afrika-Filmtage – erzählt Regisseur Mohamed Kordofani die auf tragische Weise miteinander verbundene Geschichte von zwei Frauen. Mona, eine muslimische Angehörige der gehobenen nordsudanesischen Mittelklasse, war vor ihrer Ehe eine bekannte Sängerin und führt nun eine glücklose Ehe mit ihrem Ehemann Akram. Nachdem beide den Tod eines christlichen Mannes aus dem Südsudan verursacht haben, versucht Mona, ihre Schuldgefühle zu kompensieren, indem sie Julia, die ahnungslose Witwe des Ermordeten, als ihre Hausgehilfin anstellt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="696" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_.jpg" alt="" class="wp-image-4411" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_-300x209.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_-768x535.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/goodbye-julia-web-www.trigon-film.org_-640x445.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Goodbye Julia</em> (Sudan 2023) von Mohamed Kordofani erzählt eine packende Geschichte um Schuld, Wiedergutmachung und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten in einem zerrissenen Land. (Bildrechte: trigon-film)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In <em><strong>Disco Afrika</strong></em> (Madagaskar 2023) begleitet der madegassische Regisseur Luck Razanajaona den 20-jährigen Kwame auf der Suche nach seiner Identität. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitet Kwame in illegalen Saphirminen. Ein unerwartetes Ereignis zwingt ihn jedoch, in seine Heimatstadt zurückzukehren. Dort trifft er auf seine Mutter und alte Freunde und wird mit der allgegenwärtigen Korruption in seinem Land konfrontiert. Kwame steht vor der Entscheidung zwischen schnellem Geld und Loyalität, zwischen Individualismus und politischem Erwachen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="541" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm.jpg" alt="" class="wp-image-4412" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm-300x162.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm-768x415.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/disco-afrika-web-WeFilm-640x346.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Disco Afrika</em> (Madagaskar 2023) von Luck Razanajaona folgt dem jungen Kwame bei der Suche nach seinem Vater. Dabei muss Kwame Entscheidungen von enormer Tragweite treffen. (Bildrechte: WeFilm)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In seinem fesselnden Spielfilmdebüt <em><strong>Omen</strong></em> (DR Kongo, Belgien 2023) beleuchtet der belgisch-kongolesische Regisseur und bekannte Rapper Baloji eindrucksvoll den Konflikt zwischen modernen Lebensweisen und traditionellen Überzeugungen in der heutigen kongolesischen Gesellschaft. In <em>Omen</em> kehrt ein junger Mann namens Koffi nach Jahren in Belgien mit seiner schwangeren, weißen Verlobten Alice in seine Heimatstadt Kinshasa zurück. Dort hofft er auf eine Versöhnung mit seiner Familie. Doch alte Traditionen und tief verwurzelte Aberglauben stellen sich Koffi in den Weg, da er als „zabolo“ – ein vermeintlicher Zauberer – gebrandmarkt wurde.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="644" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men.jpg" alt="" class="wp-image-4413" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men-300x193.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men-768x495.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/omen-web-wrong-men-640x412.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Omen</em> (DR Kongo, Belgien 2023) ist das Spielfilmdebut des belgisch-kongolesischen Regisseurs und Rappers Baloji. Der Film behandelt die Konflikte zwischen modernen Lebensweisen und traditionellen Überzeugungen in fesselnden Bildern. (Bildrechte: Grandfilm / Wrong Men)</figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Programmübersicht</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Dienstag, 13. Mai 2025, DAS KINO</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>19:30 Uhr: <em>Goodbye Julia</em> (Sudan 2023)<br>120 Min., Arabisch mit Untertitel in Deutsch</li>



<li>Im Anschluss: Empfang mit Spezialitäten aus Äthiopien</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Mittwoch, 14. Mai 2025, DAS KINO</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>18:00 Uhr: <em>Disco Afrika</em> (Madagaskar 2023)<br>81 Min., Malagasy mit Untertitel in Englisch</li>



<li>20:00 Uhr: <em>The Bride</em> (Ruanda 2023)<br>73 Min., Kinyarwanda mit Untertitel in Englisch</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss: Regiegespräch mit Myriam Uwiragiye Birara</p>



<h3 class="wp-block-heading">Donnerstag, 15. Mai 2025, DAS KINO</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>18:00 Uhr: <em>Omen</em> (DR Kongo, Belgien 2023)<br>90 Min., Französisch, Swahili mit Untertitel in Deutsch</li>



<li>20:00 Uhr: <em>Banel &amp; Adama</em> (Senegal, Mali, Frankreich 2023)<br>87 Min., Pulaar mit Untertitel in Englisch</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Filmauswahl durch breites Gremium an Expert*innen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Afrika-Filmtage werden von zahlreichen öffentlichen Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen unterstützt: Land Salzburg, Stadt Salzburg, Pinto Africa, Österreichische Entwicklungszusammenarbeit, Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Katholische Frauenbewegung, gendup &#8211; Universität Salzburg, Südwind Salzburg, SEI SO FREI, Referat Weltkirche der Erzdiözese Salzburg, EZA Fairer Handel GmbH, Afrika-Plattform</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Auswahl der Filme wurden Expert*innen für das afrikanische Kino ebenso miteinbezogen wie Vertreter*innen der afrikanischen Diaspora in Österreich. Außerdem wirkten die Teams von Filminitiativ Köln e.V. und Afrikanische Filmtage München im Auswahlprozess mit. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">Weitere Informationen zum Programm der Afrika-Filmtage inklusive der Trailer gibt es auf der Website: <a href="https://afrikafilmtage.at">https://afrikafilmtage.at</a>.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Corona in Afrika</title>
		<link>https://afrika.info/corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2021 14:19:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Alle Daten zur Corona-Pandemie in Afrika - vom Auftreten des ersten Falls am 14. Februar 2020 in Ägypten bis zum Ende der Datenerfassung am 5. März 2023.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/corona/">Corona in Afrika</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#eae9e3"><strong>Datenerfassung beendet</strong><br><br>Nach über drei Jahren haben wir das Projekt am 5. März 2023 beendet. Hintergrund für die Entscheidung war, dass nach der Einstellung der Datenerfassung durch die <a href="https://coronavirus.jhu.edu/map.html">John Hopkins University</a> (per 10. März 2023) und <a href="https://africacdc.org/covid-19/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa CDC</a> (per 1. Jänner 2023) keine ausreichende Grundlage mehr gegeben war.<br></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://afrika.info/corona/chronik/">Chronik einer Ausbreitung: 14. Februar 2020 (erster Corona-Fall in Afrika) bis 5. März 2023</a></li>



<li><a href="https://afrika.info/corona/hintergrund/">Hintergrund zum Datenerfassungsprojekt von afrika.info</a></li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Stand: 5. März 2023</h2>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button has-custom-font-size is-style-fill" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-red-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>12.267.951</strong><br>(+5.319 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>257.774 Todesfälle</strong><br>(+16 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-green-cyan-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>11.893.778 genesene Personen</strong><br>(+11.288 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-cyan-blue-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>116.399 aktive Fälle</strong><br>(-5.985 zur Vorwoche)</a></div>
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<h2 class="wp-block-heading" id="epidemiologische-kurve">Epidemiologische Kurve</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die epidemiologische Kurve zeigt den täglichen Zuwachs an positiv getesteten Personen. Der Übersichtlichkeit halber werden die wöchentlichen Durchschnittswerte dargestellt.</p>



<iframe title="Epidemiologische Kurve für Afrika (Wochenschnitt)" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-nFw1H" src="https://datawrapper.dwcdn.net/nFw1H/91/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="800" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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<h2 class="wp-block-heading" id="7-tage-inzidenz-in-afrikanischen-staaten">7-Tage-Inzidenz in afrikanischen Staaten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 7-Tage-Inzidenz beträgt für den gesamten Kontinent derzeit <strong>0,37</strong> (+0,14 zur Vorwoche). Am höchsten ist die 7-Tage-Inzidenz in Südafrika (5,73). Dahinter folgen Eswatini (5,71), Mauritius (2,73), Botswana (2,62) und Sambia (1,54). 19 afrikanische Staaten haben in der letzten Woche ihre Infektionszahlen nicht aktualisiert.</p>



<iframe title="Karte: Das Coronavirus in Afrika" aria-label="Karte" id="datawrapper-chart-y4fZm" src="https://datawrapper.dwcdn.net/y4fZm/421/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="538" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();
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<h2 class="wp-block-heading" id="entwicklung-der-aktiven-corona-infektionen">Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen</h2>



<iframe title="Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen in Afrika" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-GZgId" src="https://datawrapper.dwcdn.net/GZgId/432/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="600" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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<h2 class="wp-block-heading" id="die-wichtigsten-zahlen-im-zeitlichen-verlauf">Die wichtigsten Zahlen im zeitlichen Verlauf</h2>



<iframe title="Tabelle: Coronavirus in Afrika" aria-label="Tabelle" id="datawrapper-chart-0hxhf" src="https://datawrapper.dwcdn.net/0hxhf/405/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="1634" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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		<title>Reich an Erdöl, arm an Basisdiensten</title>
		<link>https://afrika.info/reich-an-erdoel-arm-an-basisdiensten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Dec 2012 11:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Südsudan]]></category>
		<category><![CDATA[Charlton Doki]]></category>
		<category><![CDATA[Erdöl]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Verkauf von Erdöl brachte dem Südsudan zwischen 2005 und Januar 2012 Einnahmen von rund zehn Milliarden US-Dollar. Seither stehen die Produktionsanlagen wegen eines Streits mit dem Sudan still. Entwicklungsexperten drängen die Regierung in Juba jedoch dazu, möglichst sofort in Land und Leute zu investieren.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Charlton Doki | 21. Dezember 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Juba (IPS/afr). Der Verkauf von Erdöl brachte dem Südsudan zwischen 2005 und Januar 2012 Einnahmen von rund zehn Milliarden US-Dollar. Seither stehen die Produktionsanlagen wegen eines Streits mit dem Sudan still. Entwicklungsexperten drängen die Regierung in Juba jedoch dazu, möglichst sofort in Land und Leute zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ölförderung wurde nach einem Streit mit dem Nachbarland über Transitgebühren eingestellt. In den nächsten Monaten soll die Produktion jedoch wieder anlaufen. Darauf haben sich beide Staaten im September geeinigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leben Nelson Moro, Wissenschaftler an der Fakultät für Frieden und Entwicklung an der Universität von Juba ist der Ansicht, dass die Regierung einen Teil der Öleinnahmen zur Finanzierung der dringend benötigten Infrastruktur verwenden sollte. Nur auf diese Weise könne die Entwicklung des Südsudan vorangetrieben werden. &#8222;Die Einnahmen müssen so genutzt werden, dass sie dem gesamten Land zugutekommen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung fördert zwar die Grund- und weiterführenden Schulen sowie Krankenhäuser in den Hauptstädten mehrerer Bundesstaaten. Doch die Zuwendungen sind unzureichend. In manchen Kliniken werden Gehälter und Medikamente von Nichtregierungsorganisationen gezahlt. In einigen Bildungseinrichtungen würde es ohne die Unterstützung unabhängiger Gruppen keine Lehrbücher und kein Schreibpapier geben. &#8222;Die Regierung muss die Öleinnahmen anders verwalten, damit Entwicklungsprojekte für die gesamte Bevölkerung möglich werden&#8220;, betont Moro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Teilen des Landes sei die Nahrungsversorgung nicht gewährleistet, berichtet er. Im Bezirk Yei im Bundesstaat Central Equatoria oder in Western Equatoria würden dagegen ausreichend Lebensmittel produziert. &#8222;Wir brauchen Straßen in die Gebiete, in denen die Nahrungsmittel angebaut werden.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="nur-110-kilometer-asphaltierte-strassen">Nur 110 Kilometer asphaltierte Straßen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher gibt es im Südsudan nur in der Hauptstadt Juba asphaltierte Straßen von insgesamt 110 Kilometern Länge, von denen eine bis zur Grenze zu Uganda verläuft. Zudem sind viele Landesteile ausschließlich über den Luftweg zu erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moro zufolge muss der der Bildungs- und Gesundheitsbereich stärker gefördert werden. Gerade junge Menschen müssten gut ausgebildet werden, damit sie Arbeit fänden. &#8222;Und damit sie das Land überhaupt voranbringen können, brauchen sie eine solide Gesundheitsversorgung.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der meisten der etwa neun Millionen Südsudanesen haben keinen Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums verfügt das Land derzeit nur über 120 Mediziner, knapp hundert registrierte Krankenschwestern und weniger als 150 Hebammen. In manchen ländlichen Gebieten erreichen Patienten die nächste Krankenstation erst nach einem mehrtägigen Fußmarsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im globalen Vergleich weist der Südsudan einige der schlechtesten Gesundheitsindikatoren auf. Nach Angaben des UN-Bevölkerungsfonds UNFPA gehört die Müttersterblichkeitsrate mit 2.054 Todesfällen gegenüber 100.000 Lebendgeburten zu den höchsten der Welt. In den wenigen und deshalb hoffnungslos überfüllten Krankenhäusern fehlen Medikamente, Geräte und Fachpersonal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weltbankberater Kenyi Spencer ist der Meinung, dass die Erdöleinnahmen unbedingt zur Entwicklung des Agrarsektors verwendet werden müssen. &#8222;Die Landwirtschaft wird der eigentliche Motor für die Wirtschaft des Südsudans sein. Die Regierung muss aber entsprechende Maßnahmen ergreifen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Spencer hält es für dringend erforderlich, dass der Staat ein größeres Augenmerk auf Bildung legt. Die hohe Analphabetenrate behindere jegliche Entwicklungsbemühungen, kritisiert er. 2011 hatte die Regierung den Anteil der Menschen, die weder lesen noch schreiben können, mit 73 Prozent angegeben.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="praktische-berufsausbildung-gefordert">Praktische Berufsausbildung gefordert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Südsudan ist seit Juli 2011 unabhängig und somit Afrikas jüngster Staat. Aufgrund des jahrzehntelangen Bürgerkriegs konnten nur wenige Menschen zur Schule gehen. &#8222;Wir brauchen eher eine praktische als eine theoretische Ausbildung&#8220;, meint Spencer. Damit das Land Fortschritte mache, würden Klempner, Elektriker, Mechaniker oder Schreiner benötigt. Auch in diese Bereiche müsse Geld aus den Öleinnahmen fließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen im Land hoffen, dass mit der Wiederaufnahme der Ölförderung die harten staatlichen Sparmaßnahmen gelockert werden. So erhalten beispielsweise Staatsbedienstete seit Februar weniger Gehalt. Die Erdölgeschäfte hatten 98 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt des Landes beigetragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die tiefen wirtschaftlichen Einschnitte provozieren im Südsudan Gewalt. Anfang September griffen etwa 30 Polizisten im Zentrum des Landes aus Zorn über die Kürzung ihrer Gehälter einen Polizeiinspektor an und verletzten ihn durch einen Schuss in den Arm. In der gleichen Region hatten zuvor Wildhüter einen Vorgesetzten zusammengeschlagen, nachdem ihnen eine Kürzung der Gehälter angekündigt worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Moro erklärt, müssen Beschäftigte an den Universitäten auf fast 75 Prozent ihrer Einkünfte verzichten. Sobald die Ölförderung wieder anlaufe, stehe die Regierung in der Pflicht, die Bezüge der Staatsdiener anzuheben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Staatspräsident Salva Kir versprach im November, mit den Öleinnahmen die Dienstleistungen zu verbessern. 40 Prozent des Staatshaushalts gehen zurzeit in den Verteidigungssektor. Größere Summen sind zudem durch Korruption in dunklen Kanälen versickert. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Schülerin im Südsudan, wo die Analphabetenrate mehr als 70 Prozent beträgt. (Foto: John Robinson/IPS)</p>
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		<title>Südsudan: Arm und ungebildet</title>
		<link>https://afrika.info/suedsudan-arm-und-ungebildet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jul 2012 08:47:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Südsudan]]></category>
		<category><![CDATA[Charlton Doki]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Jahr nach der Unabhängigkeit des Südsudans sehen die Frauen in dem afrikanischen Land ihre Hoffnungen enttäuscht. Die Staatsgründung hat ihnen bisher keine politischen, wirtschaftlichen und sozialen Fortschritte beschert. Die meisten von ihnen können weder lesen noch schreiben und leben unterhalb der Armutsgrenze.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Charlton Doki | 17. Juli 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Juba (IPS/afr). Ein Jahr nach der Unabhängigkeit des Südsudans sehen die Frauen in dem afrikanischen Land ihre Hoffnungen enttäuscht. Die Staatsgründung hat ihnen bisher keine politischen, wirtschaftlichen und sozialen Fortschritte beschert. Die meisten von ihnen können weder lesen noch schreiben und leben unterhalb der Armutsgrenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frauenbewegungen zeigen sich darüber besorgt, dass sich die Regierung des jüngsten Staates der Welt und der 54. Nation Afrikas nach einem mehr als 20-jährigen Bürgerkrieg nicht ausreichend für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der weiblichen Bevölkerung einsetzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="wirtschaftskrise-und-nahrungsengpasse">Wirtschaftskrise und Nahrungsengpässe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Feiern zum ersten Unabhängigkeitstag am 9. Juli wurden zudem durch die gravierende Wirtschaftskrise überschattet. Die Regierung hatte im Januar beschlossen, wegen eines Streits mit dem Sudan über die Nutzung von Pipelines die gesamte Erdölproduktion stillzulegen. Die Einnahmen aus diesem Bereich machen 98 Prozent der gesamten Einnahmen des Südsudans aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Nahrungsversorgung ist kritisch. Wie das Welternährungsprogramm (WFP) im Juni erklärte, werden Ende des Jahres mehr als die Hälfte der 8,2 Millionen Einwohner des Landes auf Lebensmittelhilfen angewiesen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Flüchtlingslager Jamam im Bundesstaat Oberer Nil bahnt sich derweil eine humanitäre Krise an. Nach UN-Angaben halten sich dort etwa 200.000 Menschen auf, die vor dem Konflikt im Bundesstaat Blauer Nil geflohen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen liegt die statistische Sterblichkeitsrate bei Kindern in dem Camp mittlerweile bei täglich 2,8 pro 10.000. Bei zwei pro 10.000 spricht man bereits von einer Notlage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Führende Vertreterinnen von Frauenorganisationen haben erklärt, dass sie im ersten Jahr der Unabhängigkeit hohe Erwartungen hatten. Nicht wenige sind inzwischen darüber ernüchtert, dass der anfänglichen Euphorie keine konkreten Verbesserungen gefolgt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Frauen sind politisch, wirtschaftlich und sozial gesehen in einer schlechten Lage. Die Regierung muss Maßnahmen ergreifen, um den Herausforderungen zu begegnen und zu erreichen, dass Frauen ihr Leben in dem neuen unabhängigen Staat genießen können&#8220;, sagt Lorna Merekaje vom &#8222;South Sudan Domestic Election Monitoring and Observation Programme&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beraterin des Gouverneurs des Bundesstaats Zentral-Äquatoria, Helen Murshali Boro, sichert zu, dass den Frauen geholfen werde. &#8222;Die Meinungsfreiheit ermöglicht es ihnen, sich frei zu äußern. Daher werden ihre Probleme nicht vom Schirm verschwinden, bis sie in den nächsten Jahren gelöst werden.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="frauen-leben-meist-in-armut">Frauen leben meist in Armut</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bis dahin bleibt der Alltag für viele Frauen schwierig. Wie früher, als der Südsudan noch Teil des Sudans war, leben die Einwohnerinnen des Landes in Armut, sagt Lona James Elia, die Leiterin der Frauenorganisation &#8218;Voice for Change&#8216;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine 2009 durchgeführte staatliche Untersuchung über die Einkommensverhältnisse der Haushalte, die in diesem Juni veröffentlicht wurde, belegt, dass mehr als die Hälfte der 8,2 Millionen Südsudanesen mit umgerechnet weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen müssen. Bei den meisten Armen handelt es sich demnach um Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Elia zudem kritisierte, kann die Regierung des Südsudans vor allem in den ländlichen Regionen nach wie vor keine Versorgung von Schwangeren und Müttern garantieren. Laut dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF ist nur bei 19 Prozent der Geburten ausgebildetes medizinisches Personal anwesend. Der staatlichen Studie zufolge haben 30 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu einer grundlegenden ärztlichen Betreuung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den wenigen Krankenhäusern mangelt es an Fachpersonal und angemessener Ausstattung. Für viele Frauen in ländlichen Gebieten sind die nächstgelegenen Geburtskliniken immer noch zu weit entfernt. 37 Prozent der armen Familien sind laut dem Bericht mehr als eine Stunde lang unterwegs, um eine Gesundheitseinrichtung zu erreichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="weltweit-hochste-sterblichkeitsrate-bei-gebarenden">Weltweit höchste Sterblichkeitsrate bei Gebärenden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Nach Angaben der Statistikbehörde starben im vergangenen Jahr 2.054 von jeweils 100.000 Gebärenden. Nach Erkenntnissen des Weltbevölkerungsfonds (UNFPA) hat sich die Lage seitdem nicht verbessert. Die Sterblichkeitsrate von Müttern bei der Geburt sei im Südsudan die höchste der Welt, erklärte Kate Gilmore, Vize-Chefin von UNFPA, kürzlich in Juba. Selbst in Afghanistan würden nur halb so viele Frauen bei der Entbindung sterben. In ganz Afrika liegt die Müttersterblichkeitsrat im Durchschnitt bei etwa 500 von 100.000 Geburten und damit um drei Viertel unter dem Stand im Südsudan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Noch immer sterben Frauen bei der Geburt, weil sie keinen Zugang zu den Gesundheitsdiensten haben. Das ist nicht hinnehmbar&#8220;, kritisiert Elia. Die Regierung müsse für den Bereich mehr Geld zur Verfügung stellen, damit sich die Frauen an der Entwicklung des Landes beteiligen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Regierungssprecher Barnaba Marial Benjamin versicherte unterdessen, dass viel für die Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung getan worden sei. &#8222;Wir haben unter anderem damit begonnen, Schulen und Gesundheitszentren zu bauen, die alle Bürger des Sudans – also auch Frauen – in Anspruch nehmen können&#8220;, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem werden Strategien umgesetzt, die sicherstellen sollen, dass 25 Prozent aller öffentlichen Ämter auf nationaler, bundesstaatlicher und Bezirksebene von Frauen besetzt werden. &#8222;Nach der Unabhängigkeit hat der Präsident sechs Frauen in sein Kabinett geholt und mehrere stellvertretende Ministerinnen ernannt&#8220;, erklärt Boro. Unter den insgesamt 29 Ministern sind derzeit vier weiblich. Acht Frauen sind im Rang einer Vize-Ministerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschenrechtsaktivisten erkennen jedoch nicht, dass diese Entwicklungen allen Frauen im Südsudan Vorteile gebracht haben. &#8222;Die Frauen der mittleren und unteren Schichten sind nach wie vor nicht in der Lage, Entscheidungen zugunsten ihrer Geschlechtsgenossinnen zu treffen&#8220;, sagt Merekaje. Auch Boro muss zugeben, dass Bürgerinnen des Südsudans in der Arbeitswelt in untergeordneten Positionen tätig sind. &#8222;Zwar sind mehr Frauen als früher berufstätig. Sie verdienen aber wenig und haben kaum etwas zu sagen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="88-prozent-der-frauen-analphabetinnen">88 Prozent der Frauen Analphabetinnen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Elia führt die Schwierigkeiten darauf zurück, dass die meisten Frauen Analphabetinnen seien und die Anforderungen der Arbeitgeber nicht erfüllen könnten. Nach Untersuchungen des Statistikamtes können 88 Prozent der Südsudanesinnen weder lesen noch schreiben.&#8220;Vor allem Frauen in den unteren Schichten sind weiterhin abhängig von Männern, um überleben zu können&#8220;, kritisiert Elia.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Vereinten Nationen zufolge schließt im Südsudan nur ein Prozent der Mädchen die Grundschule ab. Der Besuch von Grund- und Sekundarschulen in dem Land ist kostenpflichtig, seit die Regierung im Januar nach der Einstellung der Ölproduktion strikte Sparmaßnahmen eingeführt hat. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Eine Krankenschwester im Walgak Primary Health Centre im Bundesstaat Jonglei versorgt eine werdende Mutter. (Foto: Charlton Doki/IPS)</p>
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