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	<title>Kenia Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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	<title>Kenia Archive | afrika.info</title>
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		<title>Africa Now! Afrikanische Stimmen auf Ö1</title>
		<link>https://afrika.info/africa-now/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2026 09:30:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
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		<category><![CDATA[Radio Afrika International]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit dem Programmschwerpunkt „Africa Now!“ rückt Ö1 ab Ende Oktober die Vielfalt afrikanischer Gesellschaften in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Radio Afrika International setzt der Sender dabei auf Journalist*innen aus afrikanischen Ländern, die ihre Perspektiven einbringen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/africa-now/">Africa Now! Afrikanische Stimmen auf Ö1</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit dem Programmschwerpunkt „Africa Now!“ rückt Ö1 ab Ende Oktober die Vielfalt afrikanischer Gesellschaften in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Radio Afrika International setzt der Sender dabei auf Journalist*innen aus afrikanischen Ländern, die ihre Perspektiven einbringen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 29. Oktober 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberndorf bei Salzburg (afr) – Wer über afrikanische Länder berichtet, entscheidet auch darüber, welche Geschichten erzählt werden und wer dabei zu Wort kommt. In der <a href="https://afrika.info/leistungen/vortraege-und-keynotes/afrika-berichterstattung-vortrag/" data-type="page" data-id="7087">Afrika-Berichterstattung</a> dominieren häufig Konflikte, politische Krisen und humanitäre Katastrophen. Wirtschaftliche Innovationen, kulturelle Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen erhalten dagegen oft weniger Aufmerksamkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Radiosender Ö1 will diesen Blick mit seinem Programmschwerpunkt <a href="https://oe1.orf.at/africanow" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Africa Now!“</a> erweitern. Ab 30. Oktober stehen zahlreiche Sendungen im Zeichen afrikanischer Lebenswelten, Ideen und Zukunftsperspektiven. Das Programm entsteht in Zusammenarbeit mit <a href="https://radioafrika.net/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Radio Afrika International</a>, das sein journalistisches Netzwerk auf dem Kontinent einbringt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bemerkenswert ist dabei nicht nur die thematische Vielfalt, sondern vor allem der Zugang: Afrikanische Journalist*innen aus rund 20 Ländern berichten über Entwicklungen und Fragen, die ihre Gesellschaften beschäftigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Medienprofis aus Afrika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Damit greift „Africa Now!“ eine grundlegende Frage der internationalen Berichterstattung auf: Wer bestimmt, welche Themen wichtig sind, und wessen Perspektiven prägen das öffentliche Bild?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn ein differenziertes Verständnis afrikanischer Gesellschaften entsteht nicht allein dadurch, dass Medien häufiger über wirtschaftliche Erfolge oder kulturelle Leistungen berichten. Entscheidend ist ebenso, afrikanische Fachleute, Journalist*innen, Künstler*innen und gesellschaftliche Initiativen als eigenständige Stimmen wahrzunehmen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ansatz von „Africa Now!“ entspricht einem journalistischen Grundgedanken, den auch afrika.info seit seiner Gründung verfolgt: Afrikanische Gesellschaften sollen nicht auf Krisen und Defizite reduziert werden. Ihre unterschiedlichen Erfahrungen, Interessen und Entwicklungen verdienen eine eigenständige und differenzierte Darstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür ist die Zusammenarbeit mit afrikanischen Journalist*innen dringend notwendig. Sie sind näher am Geschehen dran und haben einen anderen Blickwinkel auf die Ereignisse in ihren Ländern.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ö1 stellt elf dieser Medienprofis auf seiner Website vor:</h3>



<ul class="wp-block-list liste-mit-abstand">
<li><strong>Miriam Angil aus Kenia</strong> ist Journalistin, Moderatorin und TV-Produzentin. Mit ihrer eigenen Produktionsplattform <a href="https://sajenproductions.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sajen Productions</a> möchte sie insbesondere Geschichten und Perspektiven sichtbar machen, die in der etablierten Berichterstattung wenig Beachtung finden.</li>



<li><strong>Alhassan Bala aus Nigeria</strong> beschäftigt sich unter anderem mit Desinformation und Medienkompetenz. Er gründete die Hausa-sprachige Faktencheck-Plattform <a href="https://alkalanci.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alkalanci</a>, die Falschinformationen und Propaganda in Nordnigeria und der Sahelzone untersucht.</li>



<li><strong>Patrick Wasso aus Burundi</strong> berichtet seit vielen Jahren über Politik, gesellschaftliche Entwicklungen und grenzüberschreitenden Handel in der Region der Großen Seen. Er ist freier Jouranlist für <a href="https://www.bbc.com/gahuza" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BBC Gahuza</a> und arbeitet unter anderem für Associated Press, France 24 und Radio France Internationale.</li>



<li><strong>Albert Oppong-Ansah aus Ghana</strong> ist auf Wissenschafts- und Umweltjournalismus spezialisiert. Seine Themen reichen vom Klimawandel über Luftverschmutzung bis zu erneuerbaren Energien. Dabei geht es ihm auch darum, politische Verantwortung sichtbar zu machen und gesellschaftliche Lösungsansätze aufzuzeigen.</li>



<li><strong>Eyasu Zekarias aus Äthiopien</strong> beschäftigt sich mit Wirtschafts- und Finanzthemen sowie Umweltpolitik. Als Journalist und Faktenchecker berichtet er über Entwicklungen in Äthiopien und den Nachbarländern.</li>



<li><strong>Henri Joël Abissi aus Benin</strong> arbeitet als Radioreporter und Videograf für den Fernsehsender <a href="https://www.youtube.com/channel/UCV2YGpOhPxNGSSw5KZ-F5wQ" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Canal 1 Culture</a>. Er widmet sich besonders dem kulturellen Erbe seines Landes, der ländlichen Entwicklung und lokalen Initiativen.</li>



<li><strong>Herminio José aus Mosambik</strong> lebt in Maputo und glaubt an Journalismus im Dienst der Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt seiner journalistischen Arbeit steht die Frage, wie sich politische Entscheidungen konkret auf den Alltag der Menschen auswirken.</li>



<li><strong>Jean Leonard Karuranga aus Ruanda</strong> arbeitet als Journalist, Medienproduzent und Videograf in Kigali. Darüber hinaus ist er als Videodokumentarist für das <a href="https://www.irdp.rw/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Institute of Research and Dialogue for Peace</a> (IRDP) in Kigali tätig.</li>



<li><strong>Augustin Wamenya aus der DR Kongo</strong> berichtet aus Goma in der Provinz Nord-Kivu. Seine journalistischen Schwerpunkte sind die Konflikte in der Region der Großen Seen, Umweltfragen und Sport.</li>



<li><strong>Ignatius Bahizi aus Uganda</strong> verfügt über langjährige Erfahrung im Radiojournalismus. Er beschäftigt sich insbesondere mit internationalen Beziehungen sowie politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Ostafrika.</li>



<li><strong>Venuste Alexandre Nshimiyimana</strong>, geboren in <strong>Ruanda</strong>, ist Journalist und Medienunternehmer in Belgien. Er arbeitete mehr als zwei Jahrzehnte für den BBC World Service und mehrere Jahre für Voice of America. Sein besonderes Anliegen ist es, jenseits der täglichen Schlagzeilen die unterschiedlichen gesellschaftlichen Realitäten afrikanischer Länder sichtbar zu machen.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Afrikanische Perspektiven in vielen Facetten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie vielfältig diese Perspektiven sein können, zeigt das Programm. Den Auftakt bildet am 30. Oktober die Ö1-Sendung „Im Gespräch“ mit dem Wasser- und Energieexperten Paul Yillia. Er berichtet über seine Rückkehr nach Sierra Leone und seine Arbeit mit der Organisation TENN, die sich unter anderem mit Solarenergie, Trinkwasser und Stromversorgung beschäftigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im „Radiokolleg“ stehen vom 2. bis 5. November lokale Initiativen im Mittelpunkt, die wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen aufgreifen, Geschlechtergerechtigkeit fördern und neue Handlungsmöglichkeiten schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Sendungen beschäftigen sich mit der Kulturszene in Senegal, der Gnawa-Musik aus Marokko oder zeitgenössischen afrikanischen Komponistinnen. Das Technologiemagazin „matrix“ untersucht am 6. November am Beispiel Ugandas die Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen und die Frage, wer Zugang zu sensiblen Daten der Bürgerinnen erhält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schwerpunkt beschränkt sich damit nicht auf Erfolgsgeschichten. Auch politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Konflikte bleiben Teil der Berichterstattung. Sie werden jedoch um Perspektiven ergänzt, die im europäischen Medienalltag häufig zu kurz kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich wird dieser Ansatz in der Ö1-Reihe „Gedanken für den Tag“. Vom 2. bis 7. November kommen Menschen aus verschiedenen afrikanischen Ländern zu Wort und sprechen über ihren Alltag, ihre Hoffnungen und ihre Vorstellungen von gesellschaftlicher Veränderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit der Rolle der Medien in Mali und der Stellung von Journalistinnen in Burkina Faso, Niger und Mali. Weitere Themen sind Frauen in Wissenschaft und Entwicklung, religiöse und kulturelle Lebenswelten sowie politische und wirtschaftliche Veränderungen in der Demokratischen Republik Kongo. (Ende)</p>



<p class="afrika-hinweis wp-block-paragraph">Zum Programmschwerpunkt <a href="https://oe1.orf.at/africanow" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Africa Now!&#8220;</a> auf Ö1</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Shutterstock.com</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Digital Africa: Von Yaba in die Silicon Savannah</title>
		<link>https://afrika.info/leistungen/vortraege-und-keynotes/afrika-innovation-startups-vortrag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2026 12:01:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Welche Ideen und Geschäftsmodelle entstehen in Afrikas Tech-Szene? Martin Sturmer nimmt Sie mit auf eine Reise zu Gründer*innen und Innovationsstandorten, die neue Perspektiven auf den Kontinent eröffnen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Ideen und Geschäftsmodelle entstehen in Afrikas Tech-Szene?</strong> Martin Sturmer nimmt Sie mit auf eine Reise zu Gründer*innen und Innovationsstandorten, die neue Perspektiven auf den Kontinent eröffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Yaba in Lagos bis zur Silicon Savannah in Kenia: In vielen afrikanischen Ländern entwickeln Unternehmer*innen digitale Lösungen für Herausforderungen ihres Alltags. Sie gestalten neue Angebote im Finanzwesen, im Gesundheitsbereich und in weiteren Branchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vortrag stellt Innovationsstandorte und ihre Rahmenbedingungen vor. Er zeigt, was afrikanische Gründer*innen antreibt und welche Anregungen sich daraus für Unternehmen und Organisationen in Europa ergeben können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das erwartet Sie im Vortrag</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Innovationsstandorte im Überblick:</strong> Einblicke in Nigeria, Kenia, Südafrika und Ägypten.</li>



<li><strong>Branchen im Wandel:</strong> Digitale Geschäftsmodelle von FinTech bis E-Health.</li>



<li><strong>Menschen hinter den Ideen:</strong> Afrikanische Gründer*innen und ihre Unternehmen.</li>



<li><strong>Kapital und Perspektiven:</strong> Die Rolle von Investor*innen und die Chancen und Herausforderungen der Startup-Szene.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Für wen ist der Vortrag geeignet?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vortrag richtet sich an Unternehmen, Innovationsverantwortliche, Wirtschaftseinrichtungen und Organisationen, die sich für afrikanische Märkte und neue Geschäftsmodelle interessieren. Er eignet sich für Konferenzen, Unternehmensveranstaltungen und Innovationstage.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Über den Vortragenden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Martin Sturmer ist Afrikanist und Gründer von afrika.info. Er beschäftigt sich mit wirtschaftlichen Entwicklungen und <a href="https://afrika.info/leistungen/innovation-scouting/" data-type="page" data-id="41">Innovationen in afrikanischen Ländern</a> und vermittelt Perspektiven aus dem Netzwerk von afrika.info.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Afrikanische Innovationen entdecken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sie möchten neue Perspektiven auf Innovation und Unternehmertum in Afrika kennenlernen? Kontaktieren Sie uns für Ihre Veranstaltung.</p>



<a class="afrika-event-link" href="https://afrika.info/kontakt/">
				Vortrag anfragen →
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		<item>
		<title>Dangotes Milliardenprojekt in Lamu</title>
		<link>https://afrika.info/dangote-raffinerie-lamu-landkonflikt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2026 16:10:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Aliko Dangote]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Lamu]]></category>
		<category><![CDATA[Landrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der nigerianische Unternehmer Aliko Dangote plant in Kenia eine der größten Ölraffinerien der Welt. Kurz vor dem Spatenstich ziehen 133 Menschen aus dem Landkreis Lamu vor Gericht. Sie fürchten um Land, das ihre Familien seit Generationen nutzen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/dangote-raffinerie-lamu-landkonflikt/">Dangotes Milliardenprojekt in Lamu</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der nigerianische Unternehmer Aliko Dangote plant in Kenia eine der größten Ölraffinerien der Welt. Kurz vor dem Spatenstich ziehen 133 Menschen aus dem Landkreis Lamu vor Gericht. Sie fürchten um Land, das ihre Familien seit Generationen nutzen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 29. September 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberndorf bei Salzburg (afr) – Es ist ein Börsengang der Superlative: Seit Mitte September werden Anteile an der Dangote Petroleum Refinery im Wert von rund 1,6 Milliarden US-Dollar angeboten. Die gesamte Raffinerie wird dabei mit rund 47 Milliarden Dollar bewertet. Gelingt die Platzierung, wäre es der größte Börsengang, den es bislang in Afrika gegeben hat.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachfrage sei „enorm“, erklärte Aliko Dangote laut der Nachrichtenagentur <a href="https://www.reuters.com/business/energy/nigerias-dangote-says-lagos-refinery-ipo-attracts-enormous-investor-demand-2026-09-29/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Reuters</a> am 29. September 2026. Afrikas reichster Mann nannte aber keine konkreten Zeichnungszahlen. Die Einnahmen sollen unter anderem die weitere Expansion seines Ölgeschäfts finanzieren. Die Raffinerie bei Lagos soll ihre Kapazität auf 1,4 Millionen Barrel pro Tag verdoppeln. Und in Kenia plant Dangote bereits das nächste Milliardenprojekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Lamu an der kenianischen Küste soll eine Raffinerie entstehen, die täglich 700.000 Barrel Rohöl verarbeiten kann. Die Kosten werden derzeit auf rund 15,5 bis 16 Milliarden Dollar geschätzt. Am 30. September 2026 soll Präsident William Ruto gemeinsam mit Dangote den symbolischen Spatenstich setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch während in Lamu die Vorbereitungen für die Zeremonie laufen, beschäftigt das Projekt bereits ein Gericht. Nach Angaben der kenianischen Wirtschaftszeitung <a href="https://www.businessdailyafrica.com/bd/corporate/companies/lamu-locals-sue-over-displacement-ahead-of-refinery-launch-5612654" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Business Daily</a> haben 133 Bewohner*innen aus dem Dorf Mvinjeni in der Region Chandavai haben das kenianische Umwelt- und Landgericht angerufen. Sie sagen, dass ihre Familien Teile des für die Entwicklung vorgesehenen Gebietes seit Generationen bewohnen, bewirtschaften und als Weideland nutzen. Formelle Eigentumstitel besitzen viele von ihnen nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Raffinerie für Ostafrika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kenias Regierung ist die Raffinerie ein Schlüsselprojekt. Sie soll nicht nur den heimischen Markt versorgen, sondern Treibstoff für mehrere Länder der Region produzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dangote hat ostafrikanischen Regierungen insgesamt bis zu 30 Prozent Beteiligung an dem Projekt angeboten. Kenia und Ruanda gehören zu den Ländern, die Interesse gezeigt haben. Dangote selbst will mit seinem Konzern 70 Prozent halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Präsident Ruto verbindet mit der Investition große Erwartungen. Am 10. Juli 2026 sagte er laut der keniansichen Zeitung <a href="https://www.the-star.co.ke/news/2026-07-10-ruto-lamu-refinery-will-create-60000-youth-job" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Star</a>, die Raffinerie könne bis zu 60.000 Arbeitsplätze schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Dangote wäre Lamu der nächste Schritt einer rasanten Expansion seines Energiegeschäfts. Seine Raffinerie bei Lagos wurde 2023 eröffnet. Bei einem Leistungstest im Juni 2026 verarbeitete sie nach <a href="https://www.reuters.com/business/energy/nigerias-dangote-refinery-tops-700000-barrels-day-test-2026-06-04/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Angaben des Unternehmens</a> mehr als 700.000 Barrel Rohöl täglich. Mittlerweile exportiert die Anlage Treibstoffe in andere afrikanische Länder sowie nach Europa, in die USA und nach Saudi-Arabien. Lamu soll dieses Modell für Ostafrika wiederholen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Familien ohne Grundbuch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt um Chandavai macht deutlich, wie kompliziert bereits die Landfrage ist. Die 133 Kläger*innen geben an, dass sie das betroffene Gebiet seit Generationen bewohnen und bewirtschaften. Auf dem Land befänden sich Häuser, Felder und Bäume, aber auch Moscheen, religiöse Stätten und Gräber.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewohner*innen argumentieren, dass ihre tatsächliche Nutzung des Landes bei staatlichen Entscheidungen berücksichtigt werden müsse, auch wenn sie keine formellen Eigentumstitel besitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Klage werfen sie staatlichen Stellen vor, ihre Interessen bei der Entwicklung des Gebietes nicht ausreichend berücksichtigt zu haben. Einige Familien seien durch frühere Infrastrukturprojekte bereits verdrängt worden. Sie verlangen unter anderem eine Erfassung der tatsächlich Betroffenen, eine Bewertung ihres Besitzes sowie Entschädigung und gegebenenfalls Umsiedlung, bevor weitere Arbeiten stattfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über diese Vorwürfe und die geltend gemachten Landrechte hat das Gericht bislang nicht entschieden. Am 25. September 2026 ordnete Richterin Jane Onyango an, dass auf dem umstrittenen Grundstück LR No. 13061 im Gebiet Hindi/Manda Magogoni bis zur nächsten Anhörung am 14. Oktober 2026 der <a href="https://www.the-star.co.ke/news/2026-09-28-court-declines-to-stop-lamu-refinery-launch" target="_blank" rel="noreferrer noopener">bestehende Zustand gewahrt</a> werden muss . Einen ausdrücklichen Stopp der für den 30. September geplanten Zeremonie verfügte sie nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut <a href="https://www.reuters.com/business/energy/dangote-says-kenya-court-ruling-wont-halt-refinery-launch-may-affect-site-2026-09-29/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Reuters</a> erklärte die Dangote Group am 29. September, der Spatenstich werde deshalb wie vorgesehen stattfinden. Aktivitäten auf dem von der gerichtlichen Anordnung betroffenen Grundstück könnten allerdings eingeschränkt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Klarheit gefordert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Widerstand in Lamu richtet sich dabei nicht grundsätzlich gegen Investitionen. Genau diese Unterscheidung betonen lokale Vertreter*innen. Sie verlangen vor allem Klarheit darüber, welches Land genau benötigt wird, wer Anspruch auf Entschädigung hat und wie Menschen vor Ort wirtschaftlich von der Raffinerie profitieren sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Frage nach Arbeitsplätzen beschäftigt die Region. Wie die staatliche <a href="https://www.kenyanews.go.ke/lamu-leaders-demand-priority-for-local-youth-in-sh2-2-trillion-refinery-project/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kenya News Agency</a> berichtet, haben Vertreter*innen aus Lamu gefordert, dass bei Beschäftigung und Aufträgen Menschen aus der Region bevorzugt berücksichtigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt um die Industrialisierung im Lamu County ist nicht neu. Die Altstadt von Lamu, die zum UNESCO-Welterbe gehört, liegt in derselben Küstenregion. Der Landkreis ist seit Jahren ein Schwerpunkt des Lamu Port–South Sudan–Ethiopia Transport Corridor, kurz LAPSSET. Häfen, Straßen, Pipelines und Industrieanlagen sollen Kenias nördliche Küste stärker mit dem Hinterland und den Nachbarstaaten verbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon lange vor Dangotes Plänen war innerhalb des Korridors eine Ölraffinerie vorgesehen. Eine <a href="https://nema.go.ke/wp-content/uploads/2025/03/SEA-037-Final-SEA-Report-MMW-min.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">strategische Umweltprüfung</a> ging dabei noch von einer wesentlich kleineren Anlage mit rund 125.000 Barrel Tageskapazität aus. Dangotes geplante Raffinerie wäre mit 700.000 Barrel mehr als fünfmal so groß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die ökologische Dimension ist bedeutend. Die Küstenregion verfügt über Mangroven, Korallenriffe und wichtige marine Lebensräume. Fischerei bildet für zahlreiche Haushalte eine wichtige Einkommensgrundlage. Welche konkreten Auswirkungen eine Raffinerie dieser Größenordnung hätte, lässt sich allerdings erst anhand der projektspezifischen Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung belastbar beurteilen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Woher kommt das Öl?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wirtschaftlich sind zentrale Fragen offen. Eine Raffinerie mit einer Kapazität von 700.000 Barrel pro Tag braucht enorme Mengen Rohöl. Kenia produziert derzeit noch kein Erdöl in kommerziellem Umfang. Als mögliche Lieferquellen gelten unter anderem die Ölvorkommen im kenianischen Turkana sowie Öl aus Uganda und Südsudan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für diese Optionen fehlt jedoch bislang die notwendige oder ausreichend ausgebaute Transportinfrastruktur. Alternativ könnte Rohöl per Schiff importiert werden. Damit wäre die Raffinerie stärker den Preisen und Schwankungen des internationalen Ölmarktes ausgesetzt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Präsident Ruto hat zudem eine Pipeline von den Ölfeldern im Lokichar-Becken in Turkana nach Lamu ins Gespräch gebracht. Doch auch dieses Vorhaben befindet sich nicht in einer Phase, in der es die Versorgung einer Raffinerie bereits sicherstellen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt die Finanzierung. Dangote will das Milliardenprojekt mit einer Mischung aus Eigenmitteln, Anleihen und Kapitalmarktfinanzierung stemmen. Der derzeit laufende Börsengang seiner nigerianischen Raffinerie zeigt, welche Dimensionen Dangotes Energiegeschäft inzwischen erreicht hat. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Aliko Dangote bei der Eröffnung der Dangote-Raffinerie am 22. Mai 2023 in Lekki, nahe der nigerianischen Metropole Lagos. (Foto: Aspectum, Shutterstock.com)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/dangote-raffinerie-lamu-landkonflikt/">Dangotes Milliardenprojekt in Lamu</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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		<title>Moove wird elftes Unicorn in Afrika</title>
		<link>https://afrika.info/moove-unicorn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2026 08:16:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
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		<category><![CDATA[Moove]]></category>
		<category><![CDATA[Ride-Hailing]]></category>
		<category><![CDATA[Startups]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das in Lagos gegründete Mobilitätsunternehmen Moove ist zum Unicorn aufgestiegen: Nach einer Finanzierungsrunde über 250 Millionen US-Dollar wird das Startup nun mit 2,1 Milliarden Dollar bewertet. Es ist das elfte "Einhorn" in Afrika.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/moove-unicorn/">Moove wird elftes Unicorn in Afrika</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das in Lagos gegründete Mobilitätsunternehmen Moove ist zum Unicorn aufgestiegen: Nach einer Finanzierungsrunde über 250 Millionen US-Dollar wird das Startup nun mit 2,1 Milliarden Dollar bewertet.</strong> <strong>Es ist das elfte &#8222;Einhorn&#8220; in Afrika.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 7. September 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberndorf bei Salzburg (afr) – Als Ladi Delano und Jide Odunsi <a href="https://www.moove.io/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Moove</a> 2020 in Lagos gründeten, wollten sie zunächst ein alltägliches Problem lösen: Viele Fahrer*innen für Ride-Hailing-Plattformen hatten kaum Zugang zu Krediten für den Kauf eines eigenen Fahrzeugs. Beim Ride-Hailing werden Fahrten über Plattformen wie Uber vermittelt, die Fahrer*innen und Fahrgäste über Apps zusammenbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moove entwickelte dafür ein Finanzierungsmodell, das unter anderem die tatsächlichen Einnahmen und die Produktivität der Fahrer*innen berücksichtigt. Das Unternehmen startete nach eigenen Angaben mit 76 Fahrzeugen in Lagos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind in Lagos mit einer einfachen Erkenntnis gestartet: Die Nachfrage nach Mobilität ist groß, aber das Angebot kann nicht wachsen, wenn Kapital, Technologie und Betrieb nicht zusammenspielen“, sagt Mitgründer und Co-CEO Ladi Delano anlässlich der jüngsten Finanzierungsrunde. (Quelle: <a href="https://www.mubadala.com/en/news/moove-raises-250-million-at-2-1-billion-valuation-to-scale-the-global-infrastructure-layer-for-autonomous-mobility" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mubadala</a>)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sechs Jahre später ist aus dieser Idee ein Unternehmen mit Milliardenbewertung geworden.</p>



<h2 id="h-250-millionen-us-dollar-frisches-kapital" class="wp-block-heading">250 Millionen US-Dollar frisches Kapital</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang August 2026 gab Moove eine weitere große Finanzierungsrunde über 250 Millionen US-Dollar bekannt. Die sogenannte Series-C-Runde richtet sich typischerweise an bereits etablierte Startups, die weiteres Wachstum finanzieren wollen. Die Unternehmensbewertung liegt nun bei 2,1 Milliarden US-Dollar. Damit überschreitet Moove deutlich die Milliardenschwelle, ab der nicht börsennotierte Startups als „Unicorns“ bezeichnet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi. Woven Capital, der Wachstumsfonds von Toyota, und Ion Pacific fungierten als Co-Lead-Investoren. Auch BlueCrest Capital Management und Sona Capital beteiligten sich. Zu den bisherigen Geldgebern von Moove zählen unter anderem Uber, BlackRock und die japanische Finanzgruppe MUFG.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moove ist damit das elfte von der Nachrichtenagentur afrika.info erfasste Startup, das in einem afrikanischen Land gegründet wurde und eine Milliardenbewertung erreicht hat. Sechs davon wurden in Nigeria gegründet: Jumia, Interswitch, OPay, Flutterwave, Andela und nun eben Moove.</p>



<h3 id="h-unicorns-in-afrika" class="wp-block-heading">Unicorns in Afrika</h3>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table><thead><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">Nummer</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Unternehmen</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Gründungsland</th><th class="has-text-align-center" data-align="center">Jahr</th></tr></thead><tbody><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://group.jumia.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jumia Group</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2016</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">2</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://www.interswitchgroup.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Interswitch</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2019</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">3</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://www.fawry.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fawry</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Ägypten</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2020</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">4</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://opayweb.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">OPay</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2021</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">5</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://www.wave.com/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wave Mobile Money</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Senegal</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2021</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">6</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://flutterwave.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flutterwave</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2021</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">7</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://andela.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Andela</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2021</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">8</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://mnt-halan.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MNT-Halan</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Ägypten</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2023</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">9</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://moniepoint.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Moniepoint</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2024</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">10</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://tyme.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tyme Group</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Südafrika</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2024</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">11</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://www.moove.io/">Moove</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2026</td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption">afrika.info, Stand: 7. September 2026</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufstieg ist auch deshalb bemerkenswert, weil Moove bei seiner Finanzierungsrunde 2024 noch mit rund 750 Millionen US-Dollar bewertet worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moove ist inzwischen kein ausschließlich nigerianisches Unternehmen mehr. Der Firmensitz befindet sich heute in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen in 29 Städten in 13 Ländern tätig, betreibt rund 42.000 Fahrzeuge und beschäftigt weltweit mehr als 2.000 Mitarbeiter*innen. Der annualisierte wiederkehrende Umsatz (Annual Recurring Revenue, ARR) soll laut Eigenangaben bei 420 Millionen US-Dollar liegen.</p>



<h2 id="h-autonomes-fahren-als-neues-geschaftsfeld" class="wp-block-heading">Autonomes Fahren als neues Geschäftsfeld</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geschäftsmodell hat sich in den letzten Jahren allerdings deutlich verändert. Die Finanzierung von Fahrzeugen für Ride-Hailing-Fahrer*innen bleibt zwar, doch Moove richtet seinen Blick zunehmend auf eine Technologie, bei der Fahrer*innen überhaupt nicht mehr vorgesehen sind: autonome Fahrzeuge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen will einen Teil des neuen Kapitals dafür einsetzen, selbstfahrende Fahrzeugflotten zu finanzieren und zu betreiben. Dazu baut Moove sogenannte „Nests“ – weitgehend automatisierte Betriebszentren, in denen autonome Fahrzeuge geladen, gewartet und für ihren Einsatz vorbereitet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Delano sieht darin einen neuen Infrastrukturmarkt. „Jede große technologische Revolution wird zu einem Wettlauf um Infrastruktur“, erklärte er anlässlich der Finanzierungsrunde. Für autonomes Fahren brauche es neben der Fahrzeugtechnologie unter anderem Flotten, Ladeinfrastruktur, Wartung, Datensysteme und einen Betrieb rund um die Uhr.</p>



<h2 id="h-partnerschaft-mit-waymo" class="wp-block-heading">Partnerschaft mit Waymo</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit Waymo, dem auf autonomes Fahren spezialisierten Unternehmen des Google-Mutterkonzerns Alphabet. Im Rahmen seiner Partnerschaft mit Waymo ist Moove bereits in Phoenix und Miami tätig; ein weiterer Einsatz in London ist angekündigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Finanzierungsrunde soll diesen Bereich erheblich ausbauen. Nach Angaben von Mitgründer Ladi Delano soll das Team um rund 350 Mitarbeiter*innen wachsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verschiebt sich die Identität von Moove. Das Unternehmen entstand als Fintech, das Menschen den Zugang zu Fahrzeugen erleichtern wollte. Nun möchte es zu einem wichtigen Dienstleister einer Mobilitätsbranche werden, in der autonome Flotten eine immer größere Rolle spielen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Delano ist das kein Bruch mit der ursprünglichen Idee. „Das ist keine Abkehr von unserer Mission, sondern ihr umfassendster Ausdruck“, sagte er zur neuen Strategie.</p>



<h2 id="h-nigeria-bleibt-wichtiger-startup-markt" class="wp-block-heading">Nigeria bleibt wichtiger Startup-Markt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mooves Milliardenbewertung fällt in eine Phase, in der sich die Finanzierung von Startups in afrikanischen Ländern nach dem deutlichen Rückgang der Jahre 2023 und 2024 wieder stabilisiert hat. Nach den von afrika.info ausgewerteten Daten wurden 2025 insgesamt 3,83 Milliarden US-Dollar in afrikanische Startups investiert – der dritthöchste Jahreswert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2015. Seit 2019 entfielen mehr als 80 Prozent der Investitionen auf die “Big Four” – Nigeria, Kenia, Südafrika und Ägypten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2026 ergibt sich bislang ein gemischteres Bild. Laut der auf afrikanische Startup-Finanzierungen spezialisierten Datenplattform “Africa: The Big Deal” nahmen Startups in afrikanischen Ländern im ersten Halbjahr rund 1,36 Milliarden US-Dollar auf – sechs Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2025. Auffällig war die Konzentration auf wenige große Finanzierungsrunden. Fintech sowie Logistik und Transport vereinten 76 Prozent des eingesammelten Kapitals auf sich. (Ende)</p>



<p class="afrika-hinweis wp-block-paragraph">afrika.info beobachtet seit dem Jahr 2015 die Entwicklung der Startup-Ökosysteme in afrikanischen Ländern. Unser <a href="https://afrika.info/leistungen/innovation-scouting/">Innovation Scouting</a> erfasst Investitionstrends, wichtige Märkte und Sektoren sowie die Entwicklung der Unicorns.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Straßenverkehr in Lagos, Nigeria, mit Wegweisern nach Victoria Island und Ikoyi (Foto: Tolu Owoeye, Shutterstock.com)</p>
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		<title>Gold für eine selbstbestimmte Zukunft</title>
		<link>https://afrika.info/josephine-sembeyo-gold-kenia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 06:59:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[FGM]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Leichtathlethik]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die junge Kenianerin Josephine Sembeyo Mancha hat bei der U20-Weltmeisterschaft in Oregon Gold über 1.500 Meter gewonnen. Ausgebildet wurde sie im Magnolia Athletics Camp am Fuß des Kilimandscharo, das jungen Läuferinnen Sport und Schulbildung ermöglichen will.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die junge Kenianerin Josephine Sembeyo Mancha hat bei der U20-Weltmeisterschaft in Oregon Gold über 1.500 Meter gewonnen. Ausgebildet wurde sie im Magnolia Athletics Camp am Fuß des Kilimandscharo, das jungen Läuferinnen Sport und Schulbildung ermöglichen will. Doch ausgerechnet zum Zeitpunkt ihres größten Erfolgs ist die Zukunft des Camps ungewiss: Nach einem Streit um Eigentumsverhältnisse ist der Betrieb derzeit ausgesetzt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Robert Kibet und Martin Sturmer | 24. August 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Loitokitok, Kenia (IPS/afr) – Es war ein äußerst knappes Finale: Am 9. August gewann Josephine Sembeyo Mancha bei der <a href="https://worldathletics.org/news/previews/day-five-women-track-oregon-26" target="_blank" rel="noreferrer noopener">U20-Weltmeisterschaft in Eugene, Oregon</a> Gold über 1.500 Meter. Die 19-jährige Kenianerin setzte sich in 4:16,73 Minuten mit nur vier Hundertstelsekunden Vorsprung vor der US-Amerikanerin Claire Stegall durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Sembeyo ist der Titel der bislang größte Erfolg ihrer jungen Karriere. Doch ihre Geschichte handelt von mehr als sportlichem Erfolg. Sie trainierte im <a href="https://www.magnoliaathleticcamp.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Magnolia Athletics Camp</a> in Loitokitok am Fuß des Kilimandscharo. Das Camp unterstützte junge Läuferinnen dabei, Leistungssport und Schulbildung miteinander zu verbinden. Einige von ihnen fanden dort zugleich einen Weg aus Frühverheiratung und weiblicher Genitalverstümmelung.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Kenya’s Josephine Sembeyo Mancha Wins Gold in Thrilling 1500m Final | U20 World Championships" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/diThJmYoUHM?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen ist der Betrieb des Camps allerdings ausgesetzt. Gründer Robert Saruni führt die Schließung auf einen internen Streit um Eigentumsverhältnisse zurück. Gegenüber der kenianischen Nachrichtenplattform <a href="https://citizen.digital/article/magnolia-camp-closure-due-to-land-tussle-says-saruni-n388520" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Citizen Digital</a> erklärte er, die Mädchen seien zunächst in den Aprilferien nach Hause geschickt worden, während der Konflikt geklärt werden sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Sarunis Darstellung schaltete sich daraufhin die staatliche Kinderbehörde ein. Da zu diesem Zeitpunkt erforderliche Unterlagen für den Betrieb einer Einrichtung, in der Minderjährige untergebracht werden, nicht vorgelegen hätten und zugleich der Streit um das Camp andauerte, habe die Behörde die Schließung angeordnet. Saruni hofft nach eigenen Angaben, dass die offenen Fragen geklärt werden und die Athletinnen künftig wieder in der Einrichtung trainieren können.</p>



<h2 id="h-sport-und-schule-unter-einem-dach" class="wp-block-heading">Sport und Schule unter einem Dach</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als IPS-Reporter Robert Kibet das Magnolia Athletics Camp wenige Wochen vor Sembeyos Goldmedaille besuchte, lebten und trainierten dort 45 Mädchen und junge Frauen aus Familien, deren Lebensgrundlage traditionell die Viehhaltung ist. Das Programm finanzierte Schulbildung, Unterkunft, Verpflegung und sportliches Training.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch vor der Weltmeisterschaft hatte Sembeyo gegenüber IPS davon gesprochen, was der Sport und das Camp für sie und ihre Familie bedeuteten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Leben war für uns nicht einfach“, erzählt Sembeyo. Ihr Vater habe eine zweite Frau geheiratet und ihre Mutter mit den Kindern zurückgelassen. „Was meine Mutter durchgemacht hat, motiviert mich jeden Tag. Ich möchte im Sport und in der Ausbildung erfolgreich sein, damit ich eines Tages sie und meine Geschwister unterstützen kann.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trainer Andrew Lesuuda sagte damals, das Camp sei nicht allein mit dem Ziel gegründet worden, Lauftalente zu entdecken. Es sollte den Teilnehmerinnen auch ermöglichen, ihre Ausbildung fortzusetzen und persönliche Perspektiven zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Leichtathletik gibt ihnen die Möglichkeit zu träumen, aber Bildung schafft die Grundlage für eine Zukunft jenseits des Sports“, erklärte Lesuuda.</p>



<h2 id="h-sport-gegen-fruhverheiratung-und-fgm" class="wp-block-heading">Sport gegen Frühverheiratung und FGM</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einige der Mädchen, die nach Magnolia kamen, stammen aus Gemeinschaften, in denen ihre Bildungs- und Zukunftschancen eingeschränkt sind. Zu den Risiken zählen Frühverheiratung und weibliche Genitalverstümmelung (FGM).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von <a href="https://www.unicef.org/press-releases/over-230-million-girls-and-women-alive-today-have-been-subjected-female-genital" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UNICEF</a> haben weltweit mehr als 230 Millionen heute lebende Mädchen und Frauen FGM erfahren. Obwohl die Praxis in vielen Ländern zurückgeht, reichen die bisherigen Fortschritte nicht aus, um das UN-Nachhaltigkeitsziel zu erreichen, FGM bis 2030 zu beenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia ist weibliche Genitalverstümmelung seit 2011 verboten. Dennoch wird die Praxis weiterhin ausgeübt, wobei es erhebliche regionale Unterschiede gibt. Nach der <a href="https://www.knbs.or.ke/reports/kdhs-2022/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kenya Demographic and Health Survey</a> von 2022 haben 15 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren FGM erfahren. 2014 waren es noch 21 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Daten zeigen zugleich deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Bei den 15- bis 19-Jährigen lag der Anteil 2022 bei neun Prozent, bei Frauen zwischen 45 und 49 Jahren bei 23 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation der Mädchen in Kenia steht dabei in einem größeren Zusammenhang. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ltgGhDMKa_Q" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sarah Hendriks</a> von UN Women verweist darauf, dass bislang kein Staat der Welt vollständige rechtliche Gleichstellung zwischen Frauen und Männern erreicht hat. In fast drei Viertel aller Staaten ermöglichen die gesetzlichen Rahmenbedingungen weiterhin Kinderehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Mädchen aus benachteiligten Gemeinschaften können Bildung und wirtschaftliche Perspektiven deshalb entscheidend sein, um ihren eigenen Lebensweg bestimmen zu können.</p>



<h2 id="h-eine-zweite-chance-durch-das-laufen" class="wp-block-heading">Eine zweite Chance durch das Laufen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sembeyo befürchtete nach eigenen Angaben vor ihrer Aufnahme in das Camp, ihre Schulbildung abbrechen zu müssen und früh verheiratet zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne Magnolia, glaubt sie, hätte sich ihr Leben völlig anders entwickelt. Im Camp habe sie die Möglichkeit bekommen, weiter zur Schule zu gehen, zu trainieren und Zukunftspläne zu entwickeln.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-1024x683.jpg" alt="Läuferinnen des Magnolia Athletics Camp beim Training in Loitokitok" class="wp-image-6514" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-639x426.jpg 639w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/08/kenia-magnolia-camp-ips-robert-kibet-1200-800.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Läuferinnen des Magnolia Athletics Camp bei ihrem täglichen Training in Loitokitok, Kenia. (Foto: Robert Kibet/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Alltag begann noch vor Sonnenaufgang mit dem ersten Lauftraining. Danach besuchte sie die Schule. Am Nachmittag folgte eine weitere Trainingseinheit, am Abend standen Hausaufgaben an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Training bringe sie ihrem Traum ein Stück näher, erzählte Sembeyo damals – und der Möglichkeit, das Leben ihrer Familie zu verändern.</p>



<h2 id="h-wenn-die-durre-zukunftschancen-bedroht" class="wp-block-heading">Wenn die Dürre Zukunftschancen bedroht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch für andere Teilnehmerinnen war das Camp eng mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft verbunden. Jeska Lenawatop, eine 1.500-Meter-Läuferin aus dem Dorf Lkuroto im Samburu County im Norden Kenias, half vor ihrer Aufnahme in Magnolia ihrer Familie bei der Versorgung von Ziegen und Schafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Viehhaltung bildet für viele Familien in der Region die wirtschaftliche Lebensgrundlage. Wiederkehrende Dürren haben jedoch große Viehbestände vernichtet und damit den wirtschaftlichen Druck auf die Haushalte erhöht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lenawatop erzählt, dass auch ihre Familie Tiere und damit einen wichtigen Teil ihres Einkommens verloren habe. Ihre eigenen Zukunftsaussichten seien dadurch immer unsicherer geworden. „Dieses Camp gab mir die Chance, weiter zur Schule zu gehen und meine Ziele zu verfolgen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnliche Erfahrungen schildert Felister Naimutie, die über 400 und 800 Meter antritt und aus Lolgorian in Kilgoris stammt. Sie habe erlebt, wie Dürren das Leben vieler Familien erschwerten und die Zukunftsmöglichkeiten von Mädchen zusätzlich einschränkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bildung und Leichtathletik hätten ihr neue Perspektiven eröffnet. Das Camp sei für sie deshalb weit mehr als ein Trainingszentrum.</p>



<h2 id="h-mehr-als-nachwuchsforderung" class="wp-block-heading">Mehr als Nachwuchsförderung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der kenianische Leichtathletikverband <a href="https://www.athleticskenya.or.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Athletics Kenya</a> unterstützt Programme wie Magnolia. Barnaba Korir, zuständig für die Nachwuchsförderung, betont, dass sie jungen Talenten nicht nur sportliche Perspektiven eröffnen, sondern ihnen auch ermöglichen, weiter zur Schule zu gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sport könne jungen Menschen Selbstvertrauen vermitteln, Führungsqualitäten stärken und neue Möglichkeiten eröffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Zeitpunkt von Kibets Besuch arbeitete das Magnolia Athletics Camp nach eigenen Angaben auch mit Eltern, Lehrer*innen, lokalen Führungspersönlichkeiten und Aktivist*innen gegen FGM zusammen. Ziel war es, Familien von der Bedeutung der Schulbildung für Mädchen zu überzeugen und Praktiken wie FGM entgegenzuwirken.</p>



<h2 id="h-gold-und-eine-ungewisse-zukunft" class="wp-block-heading">Gold – und eine ungewisse Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Sembeyo ist einer ihrer großen sportlichen Träume inzwischen Wirklichkeit geworden. Bei den kenianischen Ausscheidungen im Mai hatte sie die 1.500 Meter in 4:09,89 Minuten gewonnen und sich damit für die U20-Weltmeisterschaft qualifiziert. Wenige Monate später stand sie in Oregon ganz oben auf dem Siegerpodest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon vor der Weltmeisterschaft hatte die junge Läuferin deutlich gemacht, dass ihre Ziele über den Sport hinausreichen. Sie möchte ihrer Familie helfen und anderen Mädchen zeigen, welche Möglichkeiten ihnen Bildung und Sport eröffnen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mein Traum ist nicht nur, Medaillen für Kenia zu gewinnen“, sagte Sembeyo damals. „Ich möchte auch dafür sorgen, dass meine Mutter und meine Geschwister ein besseres Leben haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen ihrer Träume hat Sembeyo nun verwirklicht. Offen ist dagegen, wie es mit jener Einrichtung weitergeht, die sie auf ihrem Weg dorthin begleitet hat. Für das Magnolia Athletics Camp und die jungen Athletinnen, die dort lebten und trainierten, ist derzeit ungewiss, ob und wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Josephine Sembeyo (in Blau) bei den kenianischen U20-Ausscheidungen im Mai. Dort qualifizierte sie sich für die U20-Weltmeisterschaft in Oregon. (Foto: Robert Kibet/IPS)</p>
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		<title>Honig statt Biokraftstoffe in Kenias Tana-Delta</title>
		<link>https://afrika.info/honig-statt-biokraftstoffe-in-kenias-tana-delta/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 10:34:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Chemtai Kirui]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://afrika.info/?p=5670</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im kenianischen Tana-Delta zeigt ein Naturschutzprojekt, wie sich Umwelt- und Wirtschaftspolitik verbinden lassen: Statt großflächiger Biokraftstoffplantagen setzen Gemeinden, Behörden und internationale Partner auf Imkerei, nachhaltige Landwirtschaft und Renaturierung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/honig-statt-biokraftstoffe-in-kenias-tana-delta/">Honig statt Biokraftstoffe in Kenias Tana-Delta</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Chemtai Kirui | 15. Mai 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Golbanti, Kenia (IPS/afr) – Lydia Hagodana steht neben einem Bienenstock in Golbanti im Tana-Delta. Ein leises, gleichmäßiges Summen liegt in der Luft, während die Bienen unablässig ein- und ausfliegen. Vorsichtig hebt sie den Deckel eines Stocks an, um dessen Gewicht abzuschätzen. „Dieser Bienenstock gehört mir“, sagt sie. „Ich habe zwei davon.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hagodana ist eines von 25 Mitgliedern der Frauengruppe von Golbanti. Gemeinsam verwalten die Frauen rund 50 Bienenstöcke. Jedes Mitglied besitzt zwei davon und erntet mehrmals im Jahr Honig. Ein Teil der Einnahmen bleibt bei den einzelnen Frauen, ein anderer fließt in eine gemeinsame Sparkasse, mit der eine kleine Gemüsefarm der Gemeinschaft finanziert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bienenstöcke stehen am südlichen Ufer des Tana-Flusses, wo sich der Strom in zahlreiche Kanäle verzweigt und so das untere Delta bildet. Während der Regenzeit verwandelt sich die Region in weitläufige Überschwemmungsgebiete, die Zugvögel anziehen und Lebensraum für Flusspferde, Krokodile sowie die seltenen Küsten-Topis bieten – eine stark gefährdete Antilopenart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Waldstreifen entlang des Flussufers beherbergt zudem zwei vom Aussterben bedrohte Primatenarten: den Tana-Stummelaffen und die Tana-Mangabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen Jahren hat sich die Imkerei zu einer wichtigen alternativen Einkommensquelle entwickelt – in einer Region, deren Bevölkerung traditionell von Landwirtschaft, Fischerei und Viehzucht lebt. Besonders für Frauen bedeutet die Imkerei eine neue wirtschaftliche Perspektive jenseits körperlich schwerer Arbeit und männlich dominierter Tätigkeitsfelder.</p>



<h2 id="h-plane-fur-industrielle-nutzung" class="wp-block-heading">Pläne für industrielle Nutzung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 2007 entstanden Pläne für großflächige Biokraftstoffprojekte im Tana-Delta. Investoren betrachteten die Region als weitgehend ungenutztes Land. Große Flächen sollten mit Pflanzen wie Jatropha und Zuckerrohr bepflanzt werden, um daraus Biodiesel und Ethanol zu gewinnen. Die kenianische Regierung sah darin eine Chance für wirtschaftliche Entwicklung, Investitionen und neue Arbeitsplätze im Rahmen ihrer Entwicklungsstrategie „Vision 2030“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies stand im Zusammenhang mit der Politik der Europäischen Union, Biokraftstoffe mit fossilen Brennstoffen zu mischen“, meint Dr. Paul Matiku, Geschäftsführer der Umweltorganisation <a href="https://naturekenya.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nature Kenya</a>. „Afrika wurde als ein Ort mit ‚brachliegendem‘ Land angesehen, das für den Anbau dieser Pflanzen, darunter Jatropha und Zuckerrohr, umgewandelt werden könnte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Rodungen begannen. An manchen Orten wurden Felder umgepflügt, noch bevor ansässige Bauernfamilien ihre Habseligkeiten in Sicherheit bringen konnten. Zudem wurde ein Wildtierkorridor, den Elefanten und andere Tierarten nutzten, durch die geplanten Plantagen zerschnitten.</p>



<h2 id="h-erfolgreicher-widerstand" class="wp-block-heading">Erfolgreicher Widerstand</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zukunft des ökologisch wertvollen Deltas war zunehmend ungewiss. „Wir standen vor der Herausforderung, zu entscheiden, wohin sich das Tana-Delta entwickeln sollte“, erzählt Matiku, der den juristischen Widerstand gegen die Projekte mit angeführt hatte. „Man kann Wildtiergebiete und landwirtschaftliche Flächen nicht in Kraftstoff für Autos umwandeln. Wir mussten alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um das zu verhindern.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Koalition aus Naturschutzorganisationen und lokalen Gemeinden klagte schließlich gegen die Regierung. Im Februar 2013 stoppte Richterin Mumbi Ngugi die geplanten Großprojekte und urteilte, dass die Rechte der lokalen Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt worden seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Gericht entschied, dass niemand ohne einen gemeinsam mit der Bevölkerung erarbeiteten Flächennutzungsplan weitermachen dürfe“, sagte Matiku.</p>



<iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d5129278.753942641!2d37.60170148993518!3d-0.856496225322335!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x1816308bb35bd24f%3A0xc7eb1c5fce423195!2sGolbanti%2C%20Kenya!5e0!3m2!1sen!2sde!4v1778841444648!5m2!1sen!2sde" width="100%" height="500" style="border:0;" allowfullscreen="" loading="lazy" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">In den darauffolgenden zwei Jahren kartierten Gemeinden, Bezirksbehörden und Naturschutzgruppen gemeinsam das Delta. Im Rahmen des „Tana Delta Land Use Plan“ von 2025 wurde die Region erstmals offiziell in Zonen für Weidewirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz unterteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verfügte das Delta erstmals über ein verbindliches Regelwerk für seine Nutzung. Doch eine zentrale Frage blieb offen: Kann Naturschutz auch wirtschaftlich tragfähig sein?</p>



<h2 id="h-vom-brachliegenden-land-zur-naturokonomie" class="wp-block-heading">Vom „brachliegenden Land“ zur Naturökonomie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Unterstützung des <a href="https://www.unep.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Umweltprogramms der Vereinten Nationen</a> (UNEP) begannen Forscher*innen, den ökonomischen Wert der Ökosysteme des Deltas zu berechnen. Damit wurde das Gebiet neu bewertet – nicht länger als „brachliegendes Land“, sondern als funktionierende Naturökonomie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Projektpartner wandten sich daraufhin an die <a href="https://www.thegef.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Globale Umweltfazilität</a> (GEF), den weltweit größten multilateralen Umweltfonds. Nach einem technischen Prüfungsverfahren genehmigte die GEF im Jahr 2018 im Rahmen ihrer Restaurierungsinitiative einen Zuschuss von 3,3 Millionen US-Dollar für die Renaturierung des Tana-Deltas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Zusammenarbeit mit UNEP und Nature Kenya unterstützte das Programm u. a. die Ausarbeitung von Dokumenten zur Umsetzung des Landnutzungsplans in geltendes Recht. Zwischen 2019 und 2024 wurden insgesamt 29 Richtlinien und Rechtsinstrumente verabschiedet, um Landnutzung, Naturschutz und Klimaschutz zu regulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind von lose koordinierten Naturschutzprojekten zu einem rechtsbasierten Governance-Rahmen übergegangen, der Landnutzung, Klimawandel und Bürgerbeteiligung integriert“, sagt Mathew Babwoya Buya, Umweltbeauftragter des Tana River County.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das County Tana River reservierte mindestens zwei Prozent seines Entwicklungsbudgets für Klimaresilienz und die Wiederherstellung von Ökosystemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Haushaltsjahr 2024/25 belief sich das Gesamtbudget des Bezirks auf rund 8,87 Milliarden kenianische Schilling (68,76 Millionen US-Dollar). Davon entfielen etwa drei Milliarden Schilling (23 Millionen US-Dollar) auf Entwicklungsprojekte. Rund 60 Millionen Schilling (460.000 US-Dollar) pro Jahr wurden für die Wiederherstellung von Ökosystemen bereitgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Projektunterlagen zufolge mobilisierte das Programm insgesamt rund 36,8 Millionen US-Dollar an Kofinanzierungsmitteln – etwa elf Dollar für jeden Dollar GEF-Förderung.</p>



<h2 id="h-neue-wertschopfungsketten-gesucht" class="wp-block-heading">Neue Wertschöpfungsketten gesucht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Tana-Delta-Projekt zeigt, was möglich ist, wenn die Eigenverantwortung des Landes stark ist und die Prioritäten klar aufeinander abgestimmt sind”, sagte Ulrich Apel, leitender Umweltexperte bei der GEF. “Diese Hebelwirkung spiegelt ein tiefes nationales Engagement, eine starke Beteiligung einer Vielzahl von Interessengruppen sowie klare Verbindungen zu Wertschöpfungsketten und lokalen Geschäftsmöglichkeiten wider. Der integrierte, landschaftsbezogene Ansatz des Projekts ermöglicht es, mehrere Herausforderungen gleichzeitig anzugehen, was es zu einer attraktiven Plattform für Partner macht, gemeinsam mit der GEF zu investieren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großteil dieser Finanzierung stammt jedoch weiterhin von öffentlichen Stellen und internationalen Entwicklungspartnern. Lediglich rund 341.000 US-Dollar – weniger als ein Prozent der Gesamtsumme – entfallen auf direkte Investitionen des Privatsektors.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird deshalb nach ähnlichen Wertschöpfungsketten wie der Honigproduktion gesucht. Im Bereich der Aquakultur unterstützt die Mastercard Foundation gemeinsam mit TechnoServe ein Programm für rund 650 junge Unternehmer*innen im Tana River County. Vor Ort wird derzeit erprobt, wie sich dieses Modell in nachhaltige kommerzielle Investitionen überführen lässt.</p>



<h2 id="h-das-geschaft-mit-dem-honig" class="wp-block-heading">Das Geschäft mit dem Honig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Golbanti, wo Lydia Hagodanas Bienenstöcke am Flussufer stehen, entwickelt sich die Honigproduktion vielversprechend. Das Projekt wird in Partnerschaft mit <a href="https://www.africanbeekeepers.co.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">African Beekeepers Limited</a> (ABL) umgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen stellt moderne Bienenstöcke und technisches Fachwissen bereit, organisiert die Produktion und kauft den Honig zu einem festen Preis auf. Dadurch wird eines der größten Risiken ländlicher Märkte reduziert: starke Preisschwankungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir konnten 76 Landwirten etwa 700.000 KSh (5.400 USD) für den im Delta geernteten Honig auszahlen“, berichtet Ernest Simeoni, Direktor von ABL, mit Blick auf den ersten Produktionszyklus des Projekts.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5675" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/05/beekeeping-tana-river-delta-ips-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bienenzüchter*innen bei der Honigernte im Tana-Delta: Die Bienenstöcke werden von African Beekeepers Limited (ABL) zur Verfügung gestellt. (Foto: Chemtai Kirui/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Simeoni betont, dass sich dieses Modell deutlich von vielen geberfinanzierten Initiativen unterscheide, die meist darauf abzielen, Landwirte in eigenständiger Imkerei auszubilden. „In ganz Kenia gibt es Hunderte moderner Bienenstöcke, aber sie produzieren keinen Honig“, erzählt er. „Was fehlt, ist das Fachwissen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">ABL behält deshalb die Kontrolle über die Produktion und setzt eigene Teams ein, um Bienenvölker zu überwachen, Honig zu ernten und die Verarbeitung zu organisieren. „Wir schulen die Landwirte nicht darin, wie man Imkerei betreibt“, erklärt Semeoni. „Was wir tun, ist Business – wir zeigen, wie man mit Honig Geld verdient.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gemeinschaftsgruppen stellen Land und Schutz für die Bienenstöcke bereit, während das Unternehmen Ernte und Verarbeitung übernimmt. Laut Simeoni sorgt diese Struktur für mehr Verlässlichkeit bei den Produktionsmengen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig warnt er jedoch vor der Fragilität des Modells. Der Zugang zu günstigen Finanzierungen sei begrenzt, und viele Projekte seien weiterhin auf Anschubfinanzierungen durch Geber angewiesen. „Wenn die Geberfinanzierung morgen wegfällt, werden die meisten dieser Projekte eingestellt“, sagt Simeoni.</p>



<h2 id="h-hoffnung-auf-grossere-investitionen" class="wp-block-heading">Hoffnung auf größere Investitionen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über kleinere Wertschöpfungsketten hinaus versucht das County, mit einem Entwicklungsplan namens „Green Heart“ größere Investitionen anzuziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Minjila wurde nach Angaben von Mwanajuma Hiribae, Mitarbeiterin des Tana River County, ein 60 Hektar großes Gelände für einen Industriestandort vorgesehen. Dort sollen künftig landwirtschaftliche Verarbeitung, Logistik und umweltfreundliche Produktion angesiedelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir arbeiten daran, eine Investitionsstelle einzurichten, um die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen zu koordinieren“, erzählt Hiribae. Zudem seien Mittel für die Entwicklung eines Masterplans bereitgestellt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Vorhaben befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium. Das Gelände muss zunächst offiziell an die Investitionsbehörde des Bezirks übertragen werden. Vorschläge potenzieller Investoren werden derzeit geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Behördenvertreter betonen, dass jede künftige Entwicklung mit dem Flächennutzungsplan des Deltas und den bestehenden Umweltschutzmaßnahmen vereinbar sein müsse. Bislang bleiben privatwirtschaftliche Investitionen im Tana-Delta jedoch überschaubar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Lydia Hagodana beginnt sich die Honigproduktion inzwischen auszuzahlen. Mit den Einnahmen finanziert sie die Schulgebühren ihrer sechs Kinder, bewirtschaftet einen kleinen Bauernhof und unterstützt den gemeinschaftlichen Gemüseanbau. Einen Teil des Geldes gibt sie aus, einen spart sie, einen investiert sie erneut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit zwei Jahren hält sie Bienen. Früher, sagt sie, sei das Leben deutlich härter gewesen. Heute gebe es zumindest etwas, worauf sie sich verlassen könne. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Lydia Hagodana vor Bienenstöcken in Golbanti im Tana-Delta in Kenia (Foto: Chemtai Kirui/IPS)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Spitzentechnologien treiben Afrikas Wandel</title>
		<link>https://afrika.info/spitzentechnologien-treiben-afrikas-wandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 09:14:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In seinem Gastkommentar zeigt Claver Gatete, Exekutivsekretär der United Nations Economic Commission for Africa, warum ein Übergang zu innovationsgetriebenem Wachstum unerlässlich ist, um zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Claver Gatete | 21. April 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-style:normal;font-weight:700">Afrikas Wirtschaft ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten gewachsen – doch der tiefgreifende Strukturwandel ist bislang ausgeblieben. Angesichts globaler Umbrüche und technologischer Dynamiken steht der Kontinent nun vor einer entscheidenden Weichenstellung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-style:normal;font-weight:700">In seinem Gastkommentar zeigt <a href="https://www.uneca.org/executive-secretary" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Claver Gatete</a>, Exekutivsekretär der United Nations Economic Commission for Africa, warum ein Übergang zu innovationsgetriebenem Wachstum unerlässlich ist, um zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5575" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/04/claver-gatete-ips-busani-bafana-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Claver Gatete, Exekutivsekretär der United Nations Economic Commission for Africa (Bild: Busani Bafana/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Addis Abeba, 20. April (AR/IPS/afr) – Afrikas Wachstumsgeschichte der letzten zwei Jahrzehnte ist real, aber noch nicht transformativ.&nbsp; Auf dem gesamten Kontinent ist das BIP eher aufgrund einer höheren Zahl an Arbeitskräften, mehr Kapital und eines Rohstoff-Superzyklus gestiegen als durch echte Produktivitäts- und Innovationsgewinne. Zu wenige Arbeitskräfte sind aus der Subsistenzlandwirtschaft in produktivere Bereiche der verarbeitenden Industrie und moderne Dienstleistungen gewechselt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das jüngste Africa Business Forum in Addis Abeba (16. bis 17. Februar 2026, Anm.) zu Ende ging, kristallisierte sich eine klare Botschaft heraus: Wenn Afrika in den kommenden zehn Jahren die Millionen hochwertiger Arbeitsplätze schaffen will, die seine jungen Menschen benötigen, muss es sich entschlossen von einem inputgetriebenen Wachstum abwenden und auf ein innovationsgetriebenes Wachstum setzen, das von Daten und Spitzentechnologien angetrieben wird.</p>



<h2 id="h-notwendiger-kurswechsel" class="wp-block-heading">Notwendiger Kurswechsel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unser <a href="https://www.uneca.org/stories/africa%E2%80%99s-economic-outlook-to-remain-solid-in-2026-despite-trade-uncertainty%2C-says-un-report" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wirtschaftsbericht für Afrika 2026</a> erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierungen erkennen, dass dieser Kurswechsel nicht mehr optional ist. Er ist der einzige glaubwürdige Weg zu einer widerstandsfähigen, inklusiven und nachhaltigen Entwicklung inmitten von Klimaschocks, verschärften Finanzierungsbedingungen, geopolitischen Herausforderungen und raschem technologischen Wandel.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zukunftstechnologien – von künstlicher Intelligenz und fortschrittlicher Datenanalyse bis hin zum Internet der Dinge, Robotik und Lösungen für saubere Energie – gestalten bereits jetzt die Wertschöpfungsketten in Landwirtschaft, verarbeitendem Gewerbe, Dienstleistungssektor und öffentlicher Verwaltung neu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage für afrikanische Entscheidungsträger und Branchenführer lautet nicht, ob diese Technologien den Arbeitsmarkt verändern werden, sondern ob der Kontinent diese Transformation selbst gestalten oder sich lediglich nach den Vorgaben anderer daran anpassen wird.</p>



<h2 id="h-qualifikationen-fur-die-zukunft" class="wp-block-heading">Qualifikationen für die Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorbereitung auf die Berufe der Zukunft beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme der Herausforderungen in puncto Qualifikation. Heute erreicht nur ein kleiner Teil der afrikanischen Kinder im Alter von zehn Jahren die Mindestanforderungen an Lesekompetenz; die Einschulungsquote in der technischen und beruflichen Bildung ist nach wie vor niedrig; und die Zahl der Studierenden an Hochschulen liegt weit hinter dem globalen Durchschnitt zurück. Dies ist ein Rezept für den Ausschluss aus einer technologieintensiven Weltwirtschaft.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Länder benötigen umfassende nationale Qualifikationsvereinbarungen, die grundlegendes Lernen, MINT-Bildung und digitale Kompetenz in den Mittelpunkt der Wirtschaftsstrategie stellen und nicht nur als Zusatz betrachten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet Lehrplanreformen, die Problemlösung, Programmieren, Datenkompetenz und Kreativität in den Vordergrund stellen; eine groß angelegte Fortbildung der Lehrkräfte; sowie starke Partnerschaften zwischen Universitäten, Berufsbildungseinrichtungen und der Industrie, um sicherzustellen, dass die Ausbildung auf die tatsächliche Nachfrage des Arbeitsmarktes abgestimmt ist.</p>



<h2 id="h-erfolgsbeispiele-in-afrikanischen-landern" class="wp-block-heading">Erfolgsbeispiele in afrikanischen Ländern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erfreulicherweise bewegen sich einige Länder bereits in diese Richtung.&nbsp; So schafft beispielsweise Kenias Ökosystem für digitale Innovation – von Mobile Money über plattformbasierte Logistik bis hin zum E-Commerce – neue Berufe in den Bereichen Fintech, digitales Marketing, Datendienste und Plattformmanagement, die vor einem Jahrzehnt kaum existierten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruanda hat sich als afrikanischer Teststandort für neue Technologien positioniert und investiert massiv in Breitband, digitale öffentliche Dienste und Programmierschulen, um Arbeitskräfte auszubilden, die für datengesteuerte und KI-gestützte Tätigkeiten bereit sind.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Ägypten, Marokko und Südafrika entstehen durch Wertschöpfungsketten in den Bereichen Automobilindustrie und erneuerbare Energien neue Aufgaben in der fortschrittlichen Fertigung, der Batterietechnologie sowie der Solar- und Windtechnik.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tanger, die Stadt, in der im vergangenen Monat die <a href="https://www.uneca.org/eca-events/cfm2026">UNECA-Konferenz der Minister für Finanzen und wirtschaftliche Entwicklung</a> stattfand, verfügt über einen Hafen für Spitzentechnologien auf Weltklasse-Niveau, der es mit vielen Industrieländern aufnehmen kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Beispiele zeigen, dass Länder, wenn sie Bildung, Industriepolitik und digitale Strategie aufeinander abstimmen, beginnen können, ihre Arbeitsmärkte auf die Industrien der Zukunft auszurichten.</p>



<h2 id="h-umdenken-erforderlich" class="wp-block-heading">Umdenken erforderlich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Qualifikationen allein reichen nicht aus, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Arbeitnehmer brauchen produktive Unternehmen, die sie einstellen, und Unternehmen benötigen ein förderliches Umfeld, um innovativ sein zu können. Aus diesem Grund betont der Bericht die Bedeutung einer Industrie- und Innovationspolitik, die Spitzentechnologien gezielt in die produktiven Sektoren Afrikas integriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Landwirtschaft beispielsweise werden die Arbeitsplätze der Zukunft in den Bereichen klimafreundliche Landwirtschaft, Agrardaten-Dienstleistungen, präzise Verteilung von Betriebsmitteln und digitale Beratung liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um dieses Potenzial auszuschöpfen, sind Investitionen in Bewässerung, Breitbandnetze im ländlichen Raum, Datenplattformen sowie die Unterstützung von <a href="https://afrika.info/leistungen/innovation-scouting" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Startups</a> im Agrarsektor erforderlich, die Spitzentechnologie – von Sensoren über Satellitenbilder bis hin zu KI-basierten Beratungsdiensten – an die lokalen Gegebenheiten anpassen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im verarbeitenden Gewerbe können Regierungen Industrieparks und Sonderwirtschaftszonen nutzen, um Unternehmen anzuziehen, die Automatisierung, intelligente Logistik und fortschrittliche Werkstoffe einsetzen, und gleichzeitig Technologietransfer und die Entwicklung lokaler Zulieferer aushandeln, um qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen.</p>



<h2 id="h-datenwirtschaft-als-wachstumsmotor" class="wp-block-heading">Datenwirtschaft als Wachstumsmotor</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig muss Afrika Daten als strategischen Wirtschaftsfaktor betrachten und nicht als Nebensache. Daten bilden die Grundlage für Spitzentechnologien in allen Sektoren – doch ein Großteil der Daten des Kontinents wird im Ausland gespeichert und verarbeitet, sodass vor Ort nur ein begrenzter Wert generiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufbau einer Datenwirtschaft, die Arbeitsplätze schafft, bedeutet Investitionen in Rechenzentren, Cloud-Infrastruktur, Hochleistungsrechner und sichere Konnektivität sowie die Entwicklung klarer Regeln für Datenverwaltung, Datenschutz, grenzüberschreitende Datenströme und Wettbewerb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bedeutet auch, lokale Unternehmen zu unterstützen, die entlang der Datenwertschöpfungskette tätig sind – von der Erfassung und Kennzeichnung bis hin zu Analysen und KI-Dienstleistungen – und junge Menschen mit den Fähigkeiten auszustatten, die sie benötigen, um als Dateningenieure, Analysten, Ethiker und Produktmanager zu arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Afrika weiterhin Rohdaten exportiert und gleichzeitig hochwertige digitale Dienstleistungen importiert, wird es seine traditionelle Rohstofffalle lediglich in digitaler Form reproduzieren.</p>



<h2 id="h-finanzierung-von-innovation" class="wp-block-heading">Finanzierung von Innovation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das Finanzierungsmodell für Innovation und Arbeitsplätze muss sich ändern. Traditionelle Bankensysteme, die sich auf besicherte Kredite konzentrieren, sind für risikoreiche, von immateriellen Vermögenswerten getriebene Technologieunternehmen schlecht geeignet. Afrikanische Länder können beginnen, diese Lücke zu schließen, indem sie Blended-Finance-Fazilitäten, Innovationsanleihen, öffentliche Risikokapitalfonds und regionale Kreditlinien schaffen, die privates Kapital für Sektoren mit hoher Produktivität mobilisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das öffentliche Beschaffungswesen kann hier ein wirkungsvoller Hebel sein: Durch die Gestaltung innovationsfreundlicher Ausschreibungen und die Reservierung von Platz für lokale Digital- und Technologieanbieter können Regierungen eine vorhersehbare Nachfrage schaffen, die Startups und KMU dabei hilft, zu wachsen und Personal einzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Länder experimentieren bereits mit Sandboxen und Innovationswettbewerben in den Bereichen Fintech, E-Health und Govtech. Das zeigt, wie Politik neue, Arbeitsplätze schaffende Ökosysteme ankurbeln kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All dies ist nicht ohne Risiko.</p>



<h2 id="h-zahlreiche-herausforderungen" class="wp-block-heading">Zahlreiche Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zukunftstechnologien automatisieren bereits Routineaufgaben und gestalten Wertschöpfungsketten neu – auf eine Weise, die Arbeitsplätze verdrängen, soziale und geschlechtsspezifische Ungleichheiten vergrößern und die digitale Kluft vertiefen kann. Insgesamt werden Arbeitsplätze nicht verschwinden, aber sie werden sich wandeln – und einige werden wegfallen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorbereitung auf diesen Umbruch erfordert robuste Sozialschutzsysteme, aktive Arbeitsmarktpolitik und gezielte Unterstützung für Frauen und Jugendliche beim Zugang zu Ausbildung, Finanzierung und Technologie.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem muss den Themen Cybersicherheit, Datenschutz und Plattformregulierung ernsthafte Aufmerksamkeit gewidmet werden, um ausbeuterische Praktiken zu verhindern, Rechte zu schützen und das Vertrauen in digitale Systeme aufrechtzuerhalten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Regulierung zu weit hinter der Innovation zurückbleibt, wird der Arbeitsmarkt die Anpassungskosten durch Informalität, Unterbeschäftigung und soziale Spannungen auffangen.</p>



<h2 id="h-afrikas-potenziale-im-globalen-kontext" class="wp-block-heading">Afrikas Potenziale im globalen Kontext</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika startet diese Reise mit erheblichen Vorteilen.&nbsp;Der Kontinent verfügt über die jüngste Bevölkerung der Welt, riesige Vorkommen an kritischen Mineralien, die für saubere Energie und die Technologieproduktion unerlässlich sind, sowie über einige der besten Solarressourcen des Planeten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Vorzüge können neue Wellen grüner Industrialisierung – in den Bereichen Batterien, Elektromobilität, grüner Wasserstoff, saubere Energie und digitale Infrastruktur – untermauern und vielfältige, zukunftsorientierte Arbeitsplätze in den Bereichen Ingenieurwesen, Bauwesen, Instandhaltung, Daten und Dienstleistungen schaffen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch um dieses Potenzial in die Realität umzusetzen, müssen die Länder die Bequemlichkeit eines inputgetriebenen Wachstums hinter sich lassen und eine anspruchsvollere Agenda verfolgen: eine Agenda, die Kompetenzen, Innovationsökosysteme, Daten und Spitzentechnologien in den Mittelpunkt der Wirtschaftsstrategie stellt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der AfCFTA als unserem Marshall-Plan verfügen wir über die Regeln und die Plattform für eine kontinentale Skalierung, die zu gemeinsamem Wohlstand in Form von Arbeitsplätzen führt, die durch die Nutzung von Daten und Spitzentechnologien geschaffen werden.</p>



<h2 id="h-weichenstellung-fur-die-zukunft" class="wp-block-heading">Weichenstellung für die Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeitsplätze der Zukunft werden heute gestaltet – durch die Art und Weise, wie Afrika seine Kinder ausbildet, seine Daten reguliert, seine Innovatoren finanziert und seine Infrastruktur plant.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn afrikanische Länder entschlossen und zielgerichtet handeln, können sie einen Arbeitsmarkt gestalten, der produktiver, inklusiver und widerstandsfähiger ist als der, den sie geerbt haben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie zögern, läuft der Kontinent Gefahr, ein Konsument der Technologien anderer und ein Lieferant von billigen Arbeitskräften und Rohstoffen zu bleiben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich ist die eigentliche Frage einfach: Wird Afrika Spitzentechnologien nutzen, um das Wirtschaftswachstum und den Strukturwandel zu beschleunigen, oder am Rande der Branchen bleiben, die das 21. Jahrhundert prägen?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahl ist klar; das Zeitfenster ist eng; und die Zeit, Afrikas Arbeitskräfte auf die Spitzentechnologie-Wirtschaft vorzubereiten, ist jetzt. So können wir ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum auf dem Kontinent sicherstellen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Student*innen der neuen Shanahan University Onitsha (SUO) im Bundesstaat Anambra, Nigeria (Foto: Goallord-Creativity, Shutterstock.com)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Wenn die Dürre die Kindheit raubt</title>
		<link>https://afrika.info/wenn-die-duerre-die-kindheit-raubt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 13:48:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Somalia]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Kibet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Norden Kenias zwingt eine anhaltende Dürre Familien zu existenziellen Entscheidungen: Wasser oder Schule, Überleben oder Zukunft. Besonders Kinder zahlen den höchsten Preis – mit Hunger, Bildungsabbrüchen und wachsender Unsicherheit.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Robert Kibet | 24. Februar 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mandera, Kenia (IPS/afr) – Jeden Morgen vor Sonnenaufgang macht sich die zehnjährige Amina Adan auf den Weg zu einer schwindenden Wasserstelle am Rande der Stadt Rhamu im Bezirk Mandera im Nordosten Kenias. Eigentlich sollte sie im Klassenzimmer sitzen. Stattdessen schleppt sie einen gelben Kanister, der fast so groß wie sie selbst ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Mutter, Fatuma Adan, beschreibt die Lage nüchtern. Es gehe längst nicht mehr um die Entscheidung zwischen Bildung und Hausarbeit, sondern zwischen Wasser und Überleben. &#8222;Wenn es kein Wasser gibt, gibt es auch keine Nahrung und keine Schule&#8220;, erklärt Fatuma. &#8222;Die Kinder müssen helfen, sonst schaffen wir es nicht durch den Tag.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aminas Alltag steht exemplarisch für eine sich zuspitzende Krise in Kenias ariden und semi-ariden Gebieten (ASALs). Dort droht die anhaltende Dürre die hart erkämpfte Fortschritte in Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit und Bildung – den Kernbereichen der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) – zunichtezumachen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-eine-durre-uberlastet-ganze-systeme">Eine Dürre überlastet ganze Systeme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der kenianischen <a href="https://ndma.go.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">National Drought Management Authority</a> (NDMA) befindet sich Mandera weiterhin in der Alarmphase. Die kurzen Regenfälle zwischen Oktober und Dezember 2025 erreichten lediglich 30 bis 60 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Wasserstellen sind versiegt, Weideland ist verdorrt, Viehbestände brechen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Landesweite Erhebungen zur Lebensmittel- und Ernährungssicherheit zeigen: Mehr als 2,15 Millionen Menschen in Kenias ASAL-Bezirken benötigen dringend humanitäre Hilfe. Über 800.000 Kinder im Alter von sechs bis 59 Monaten müssen wegen akuter Unterernährung behandelt werden. Im Bezirk Mandera steigen die Aufnahmen in ambulante Therapieprogramme, während Familien ihre Vorräte aufbrauchen und die Milchproduktion drastisch sinkt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Doch die Krise reicht weit über Kenia hinaus. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind am Horn von Afrika – in Kenia, Somalia und Äthiopien – fast 24 Millionen Menschen von akuter Wasserunsicherheit betroffen. UNICEF warnt, dass 2,7 Millionen Kinder in der Region aufgrund dürrebedingter Vertreibungen bereits nicht mehr zur Schule gehen; weitere vier Millionen sind gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;„&#8220;Diese Klimakatastrophen sind keine einmaligen Notfälle mehr&#8220;, sagt ein Bildungsbeauftragter des Bezirks Mandera. &#8222;Sie sind struktureller Natur und beeinflussen, wie – oder ob – Kinder wachsen, lernen und sich entwickeln.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-unterbrochene-bildung-verlorene-zukunft">Unterbrochene Bildung – verlorene Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Mandera spüren Schulen die Folgen unmittelbar. Lehrer*innen berichten von schrumpfenden Klassen, weil Familien auf der Suche nach Weideland und Wasser weiterziehen. Andere Kinder bleiben zurück, kämpfen jedoch mit Hunger und Erschöpfung – konzentriertes Lernen ist kaum möglich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdikadir Adan Alio, Bildungsbeamter in Mandera, bestätigt den starken Rückgang der Anwesenheit in besonders betroffenen Schulen. Mädchen seien überproportional betroffen, da sie traditionell für das Wasserholen und die Hausarbeit verantwortlich sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Entwicklungsexpert*innen gehen die Folgen weit über kurzfristige Lernrückstände hinaus. Unterbrochene Bildung schwächt das Humankapital, mindert langfristig wirtschaftliche Produktivität und reduziert die Fähigkeit von Gemeinschaften, sich an zukünftige Klimaschocks anzupassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn Kinder Jahr für Jahr die Schule versäumen, wird der Schaden generationsübergreifend“, warnt der Bildungsexperte Ali Abdi, der im Norden Kenias tätig ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-hunger-krankheit-gefahrdung">Hunger, Krankheit, Gefährdung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gesundheitsfachkräfte sprechen von einem gefährlichen Kreislauf aus Hunger, Krankheit und wachsender Verwundbarkeit. Wassermangel verschlechtert die hygienischen Bedingungen und erhöht das Risiko von Durchfallerkrankungen, die besonders für unterernährte Kinder lebensbedrohlich sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mobile Kliniken in abgelegenen Gebieten Mandera untersuchen Kinder auf Unterernährung, verteilen therapeutische Spezialnahrung und überweisen schwere Fälle an Stabilisierungszentren. Diese Angebote entstehen durch Kooperationen zwischen Bezirksregierungen und humanitären Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Früherkennung rettet Leben&#8220;, sagt ein Ernährungsspezialist in Mandera, &#8222;aber die Fallzahlen steigen weiter, und die Entfernungen, die die Familien zurücklegen müssen, werden immer größer.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Verlust ihrer Lebensgrundlagen greifen Familien zunehmend zu negativen Bewältigungsstrategien. Humanitäre Organisationen berichten von wachsendem Risiko für Kinderarbeit, Frühehen und geschlechtsspezifische Gewalt – insbesondere in abgelegenen Siedlungen mit schwachen sozialen Sicherungssystemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mädchen sind besonders gefährdet. Wenn Ressourcen knapp werden, wird ihre Bildung häufig zuerst eingeschränkt. &#8222;Die Dürre nimmt uns nicht nur Nahrung und Wasser&#8220;, sagt ein Gemeindevorsteher in Mandera. &#8222;Sie nimmt den Kindern auch ihre Sicherheit und Würde.&#8220;<br></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-was-hilft-integrierte-kindzentrierte-losungen">Was hilft: integrierte, kindzentrierte Lösungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der dramatischen Lage zeigen Erfahrungen aus Mandera und anderen ASAL-Bezirken, dass koordinierte Maßnahmen Kinder wirksam schützen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mobile Gesundheits- und Ernährungskliniken – unterstützt von Organisationen wie UNICEF und Save the Children – erreichen nomadische und vertriebene Familien. Sie verbinden Untersuchungen, Impfungen und Gesundheitsdienste für Mütter und reduzieren lange Anfahrtswege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geldtransferprogramme, die staatliche Stellen mit Partnern wie World Vision umsetzen, ermöglichen Haushalten, Ausgaben flexibel an ihren dringendsten Bedürfnissen auszurichten. Studien belegen, dass solche Transfers negative Bewältigungsstrategien deutlich verringern und den Schulbesuch auch in Krisenzeiten stabilisieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Investitionen in Wassertransporte, die Sanierung von Bohrlöchern und klimaresistente Wasserinfrastruktur verbessern zusätzlich die Versorgung in Dürregebieten. Zwar sind diese Maßnahmen kostenintensiv, doch Expert*innen sehen sie als entscheidend an, um wiederkehrende Notlagen langfristig zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gemeindebasierte Ansätze erweisen sich als wirksam: Geschulte Freiwillige führen Untersuchungen auf Haushaltsebene durch, identifizieren gefährdete Kinder frühzeitig und vermitteln Familien an Unterstützungsangebote.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Diese Maßnahmen sind am wirksamsten, wenn sie kombiniert werden&#8220;, sagt ein Manager eines humanitären Programms. &#8222;Gesundheit allein reicht nicht aus. Wasser, Nahrung, Einkommen und Schutz müssen Hand in Hand gehen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-zwischen-nothilfe-und-strukturellem-wandel">Zwischen Nothilfe und strukturellem Wandel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz lebensrettender Programme bleiben Lücken. Finanzierungszyklen sind häufig kurz, Maßnahmen reagieren eher auf akute Krisen, statt präventiv zu wirken. Lokale Behörden betonen, dass klimaresistente Lebensgrundlagen – etwa dürreresistente Landwirtschaft, Viehversicherungen und alternative Einkommensquellen – entscheidend seien, um den Kreislauf zu durchbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungsexpert*innen warnen: Ohne nachhaltige Investitionen wird die Dürre weiterhin Fortschritte bei mehreren SDGs untergraben und immer neue, langfristig teurere Notfallmaßnahmen erzwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Frage ist nicht, ob die Dürre zurückkehren wird&#8220;, sagt Eunice Koech, Klimaexpertin der <a href="https://igad.int/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Intergovernmental Authority on Development</a> (IGAD). &#8222;Die Frage ist, ob die Systeme stark genug sein werden, um Kinder zu schützen, wenn es soweit ist.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Rhamu bleibt Fatuma Adan nur Hoffnung. Sie wünscht sich, dass ihre Tochter bald wieder ganztags zur Schule gehen kann. &#8222;Ich möchte, dass Amina lernt&#8220;, sagt sie. &#8222;Aber zuerst müssen wir leben.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Wasserholen statt Schule heißt es für viele Kinder in den von Dürre betroffenen Gebieten in Kenia.(Foto: Charles Kariuki/IPS)</p>
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		<title>Innovation Scouting: Startups in Afrika</title>
		<link>https://afrika.info/leistungen/innovation-scouting/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 13:26:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Tansania]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die neuesten Entwicklungen zu Startups in Afrika: Investitionen, Länder und Branchen von 2015 bis 2025.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Letztes Update: 2. September 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Afrikas Tech-Szene verfügt über eine beispiellose Innovationskraft: Die Silicon Savannah genießt wegen ihrer Pionierleistungen bei Mobile-Money-Lösungen längst Weltruhm. Doch auch andere Länder und Sektoren haben disruptives Potenzial.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Startups in Nairobi, Lagos, Kairo oder Kapstadt rücken immer stärker ins Blickfeld internationaler Investor*innen. Bis ins Jahr 2022 eilten die Investments von einem Rekordwert zum nächsten. Nach einem Einbruch in den Jahren 2023 und 2024 geht es nun wieder aufwärts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das<strong>&nbsp;Innovation Scouting von afrika.info</strong>&nbsp;sorgt dafür, dass Sie die entscheidenden technologischen Entwicklungen in den hochdynamischen Startup-Ökosystemen Afrikas frühzeitig mitbekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser engmaschiges Netzwerk, unsere langjährige akademische Afrika-Expertise und unsere innovativen Monitoring-Lösungen gewährleisten Ihnen dabei einen entscheidenden Informationsvorsprung.</p>



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<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph" id="h-auf-dieser-seite-finden-sie-antworten-auf-folgende-fragen"><strong>Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf folgende Fragen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie hoch sind die Investitionen, die in afrikanische Startups seit 2015 getätigt wurden?</li>



<li>In welchen afrikanischen Ländern wurde am meisten investiert?</li>



<li>Welche Sektoren und Branchen waren besonders gefragt?</li>



<li>Welche Startups wurden als Unicorn bewertet?</li>



<li>Wie viele Coworking Spaces gibt es in Afrika?</li>
</ul>



<h2 id="h-deutlicher-aufwartstrend-im-jahr-2025" class="wp-block-heading">Deutlicher Aufwärtstrend im Jahr 2025</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Beginn unserer Erhebungen hat sich die Investitionssumme in afrikanische Startups von 186 Mio. US-Dollar im Jahr 2015 auf <strong>4,85 Mrd. US-Dollar</strong> im Jahr 2022 um den Faktor 26 vervielfacht. Einen Beitrag über unsere Arbeit können Sie im österreichischen Startup-Magazin <a href="https://www.trendingtopics.eu/afrika-startups-erwartet-trotz-corona-rekordjahr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><u>Trending Topics</u> </a>lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2023 wurde der starke Aufwärtstrend jäh unterbrochen &#8211; der Abwärtstrend hielt auch 2024 an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2025 wurden wieder deutlich mehr Investitionen getätigt &#8211; <strong>3,83 Mrd. US-Dollar </strong>markierten den drittbesten Jahreswert seit Beginn unserer Aufzeichnungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt wurden seit dem Jahr 2015 damit <strong>22,87 Mrd. US-Dollar</strong> in afrikanische Startups investiert. Die durchschnittliche Investionssumme lag bei rund sechs Mio. US-Dollar.</p>



<div style="height:1px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="zahlen-fakten" class="wp-block-heading">Investitionen in afrikanische Startups 2015-2025 (US-Dollar)</h3>



<div style="height:15px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="min-height:434px" id="datawrapper-vis-3oeQs"><script type="text/javascript" defer src="https://datawrapper.dwcdn.net/3oeQs/embed.js" charset="utf-8" data-target="#datawrapper-vis-3oeQs"></script><noscript><img decoding="async" src="https://datawrapper.dwcdn.net/3oeQs/full.png" alt="" /></noscript></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Anmerkung:</strong> Die Zahlen von 2015 bis 2018 stammen von <a href="https://disruptafrica.gumroad.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Disrupt Africa</a>, die Zahlen ab 2019 aus <a href="https://thebigdeal.gumroad.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa: The Big Deal &#8211; Startup Deals Database</a>.</p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-alpha-channel-opacity has-background" style="background-color:#eae9e3;color:#eae9e3"/>



<h2 id="h-die-big-four" class="wp-block-heading">Die &#8222;Big Four&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">80,6 Prozent aller Investitionen seit 2019 wurden in vier Ländern getätigt. Nigeria, Kenia, Südafrika und Ägypten werden deshalb auch als <strong>&#8222;The Big Four&#8220;</strong> bezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2025 hatte <strong>Südafrika</strong> mit 1,122 Mrd. US-Dollar deutlich die Nase voran, dahinter folgten Kenia (986,3 Mio. US-Dollar), Ägypten (637,2 Mio US-Dollar) und Nigeria (342,8 Mio. US-Dollar).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Betrachtungszeitraum der letzten sieben Jahre konnte <strong>Nigeria</strong> seine Position auf Platz 1 verteidigen. Im westafrikanischen Land wurden seit 2019 <strong>mehr als fünf Milliarden US-Dollar</strong> investiert.</p>



<div style="height:1px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="investitionen-in-afrikanische-startups-2021-us-dollar" class="wp-block-heading">Investitionen 2019-2025 nach Ländern (US-Dollar)</h3>



<div style="height:15px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="min-height:538px" id="datawrapper-vis-5k2AX"><script type="text/javascript" defer src="https://datawrapper.dwcdn.net/5k2AX/embed.js" charset="utf-8" data-target="#datawrapper-vis-5k2AX"></script><noscript><img decoding="async" src="https://datawrapper.dwcdn.net/5k2AX/full.png" alt="" /></noscript></div>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-alpha-channel-opacity has-background" style="background-color:#eae9e3;color:#eae9e3"/>



<h2 id="h-sektoren" class="wp-block-heading">Sektoren</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fintech</strong> verzeichnet den Löwenanteil bei Investitionen in afrikanische Startups &#8211; im Betrachtungszeitraum von 2019 bis 2025 betrug der Investitionsanteil 46,5 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2024 lag der Anteil des Fintech-Sektors bei 48 Prozent. Auf den Rängen zwei und drei folgten 2023 Startups aus den Bereichen <strong>Energy &amp; Water</strong> (22 %) und <strong>Logistics &amp; Transport</strong> (8 %).</p>



<div style="height:1px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="investitionen-nach-landern-2021-us-dollar" class="wp-block-heading">Investitionen nach Sektoren 2025 (US-Dollar)</h3>



<div style="height:15px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="min-height:373px" id="datawrapper-vis-feXTB"><script type="text/javascript" defer src="https://datawrapper.dwcdn.net/feXTB/embed.js" charset="utf-8" data-target="#datawrapper-vis-feXTB"></script><noscript><img decoding="async" src="https://datawrapper.dwcdn.net/feXTB/full.png" alt="Donut-diagramm" /></noscript></div>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-alpha-channel-opacity has-background" style="background-color:#eae9e3;color:#eae9e3"/>



<h2 id="h-unicorns-in-afrika" class="wp-block-heading">Unicorns in Afrika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Unicorns werden Startup-Unternehmen bezeichnet, die über eine Bewertung von <strong>1 Mrd. US-Dollar </strong>oder mehr verfügen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/startup-unicorn-shutterstock-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-5185" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/startup-unicorn-shutterstock-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/startup-unicorn-shutterstock-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/startup-unicorn-shutterstock-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/startup-unicorn-shutterstock-1200-800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/startup-unicorn-shutterstock-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das erste Unternehmen in Afrika, das diesen Status errang, war die Africa Internet Group (heute Jumia Group) im Jahr 2016. Lesen Sie dazu unseren Beitrag: <a href="https://afrika.info/das-einhorn-von-yaba/">Das Einhorn von Yaba</a>.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute gibt es <strong>zehn afrikanische Startups</strong>, die als Unicorns bezeichnet werden. Auf anderen Listen ist die Zahl mitunter höher. Für uns ist ausschlaggebend, dass das Startup in einem afrikanischen Land gegründet wurde.</p>



<div style="height:1px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="h-afrikanische-unicorns-2016-2026" class="wp-block-heading">Afrikanische Unicorns 2016-2026</h3>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table><thead><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">Nummer</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Unternehmen</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Gründungsland</th><th class="has-text-align-center" data-align="center">Jahr</th></tr></thead><tbody><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://group.jumia.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jumia Group</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2016</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">2</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://www.interswitchgroup.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Interswitch</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2019</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">3</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://www.fawry.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fawry</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Ägypten</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2020</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">4</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://opayweb.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">OPay</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2021</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">5</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://www.wave.com/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wave Mobile Money</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Senegal</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2021</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">6</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://flutterwave.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flutterwave</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2021</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">7</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://andela.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Andela</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2021</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">8</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://mnt-halan.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MNT-Halan</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Ägypten</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2023</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">9</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://moniepoint.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Moniepoint</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2024</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">10</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://tyme.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tyme Group</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Südafrika</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2024</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">11</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"><a href="https://www.moove.io/">Moove</a></td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Nigeria</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2026</td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption">afrika.info, Stand: 2. September 2026</figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-alpha-channel-opacity has-background" style="background-color:#eae9e3;color:#eae9e3"/>



<h2 id="h-coworking-spaces-in-afrika" class="wp-block-heading">Coworking Spaces in Afrika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Vermittlungsportal <a href="https://coworker.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">coworker.com</a> listet <strong>1.148 Coworking Spaces</strong> (2025: 1.165 / 2024: 1.304) in afrikanischen Ländern (Stand: 8. Januar 2026). Das bedeutet ein Minus von 156 Coworking Spaces seit 2024.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/coworking-afrika-canva-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-5183" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/coworking-afrika-canva-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/coworking-afrika-canva-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/coworking-afrika-canva-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/coworking-afrika-canva-1200-800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/coworking-afrika-canva-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten afrikanischen Coworking Spaces sind wiederum in jenen Ländern zu finden, in denen auch am stärksten in Startups investiert wurde. In den &#8222;Big Four&#8220; &#8211; Nigeria, Kenia, Südafrika und Ägypten &#8211; sind rund 62 Prozent aller Coworking Spaces in Afrika beheimatet.</p>



<div style="height:1px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="h-coworking-spaces-in-afrikanischen-landern" class="wp-block-heading">Coworking Spaces in afrikanischen Ländern</h3>



<div style="height:15px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="min-height:538px" id="datawrapper-vis-Ps7GE"><script type="text/javascript" defer src="https://datawrapper.dwcdn.net/Ps7GE/embed.js" charset="utf-8" data-target="#datawrapper-vis-Ps7GE"></script><noscript><img decoding="async" src="https://datawrapper.dwcdn.net/Ps7GE/full.png" alt="" /></noscript></div>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fotos: </strong>Shutterstock.com, Canva</p>
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		<title>Junge Agripreneure kämpfen um Kapital</title>
		<link>https://afrika.info/junge-agripreneure-kaempfen-um-kapital/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2025 15:28:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Chemtai Kirui]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Winnie Wambui lehnt sich mit dem Mikrofon in der Hand nach vorne, ihr Blick wandert durch den Saal, bis sie eine erhobene Hand entdeckt. Dann die Frage, die viele im Saal beantwortet wollen wissen: Wie ist es ihr gelungen, aus einem Uniprojekt ein florierendes Unternehmen zu entwickeln?</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Chemtai Kirui | 17. September 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dakar (IPS/afr). Winnie Wambui lehnt sich mit dem Mikrofon in der Hand nach vorne, ihr Blick wandert durch den Saal, bis sie eine erhobene Hand entdeckt. Dann die Frage, die viele im Saal beantwortet wollen wissen: Wie ist es ihr gelungen, aus einem Uniprojekt ein florierendes Unternehmen zu entwickeln?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 24-jährige Jungunternehmerin betreibt die <a href="https://circularacceleration.com/harcourt-agri-eco-farm/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Harcourt Agri-Eco Farm</a> in Juja, eine Stadt 30 km nördlich von Nairobi. Mit Hilfe schwarzer Soldatenfliegen recycelt ihr achtköpfiges Team monatlich 30 Tonnen organischer Abfälle zu Tierfutter – und erzielt dabei einen Umsatz von mindestens 1.000 US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wambui erinnert sich zurück an ihre ersten Experimente, die sich im Jahr 2022 an der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology durchgeführt hatte: „Damals hätte ich nicht damit gerechnet, dass daraus eine Farm oder ein Unternehmen werden würde.“</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Harcourt Agro Eco Farm" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/nwtqcoNBQHQ?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Videobeitrag von GrowthAfrica über die Arbeit von Winnie Wambui und die Harcourt Agri-Eco Farm</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte von Winnie Wambui steht exemplarisch für die Hoffnung, die viele in Afrikas Jugend setzen. Auf dem <a href="https://afs-forum.org/summit/2025/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Food Systems Forum</a> (AFSF, 31. August &#8211; 5. September, ) in Dakar stand die junge Generation ins Rampenlicht: Junge Agrarunternehmer*innen teilten sich die Bühne mit Staatsoberhäuptern – ein symbolischer Schritt in einer Region, in der fast 400 Millionen Menschen unter 35 Jahre alt sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unser Durchschnittsalter liegt bei nur 19 Jahren”, sagt Claver Gatete, Exekutivsekretär der UN-Wirtschaftskommisson für Afrika (UNECA). “Und bis 2050 wird jeder dritte junge Mensch auf der Welt Afrikaner oder Afrikanerin sein. Wenn man den Jugendlichen Land, Geld, Technologie und Märkte gibt, könnten sie nicht nur Afrika, sondern auch die ganze Welt ernähren.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-grosse-plane-und-eine-noch-grossere-lucke">Große Pläne – und eine noch größere Lücke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vision ist ehrgeizig. Mit <a href="https://au.int/en/caadp" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CAADP 3.0</a>, einer Weiterentwicklung des kontinentalen Landwirtschaftsplans der Afrikanischen Union, sollen Investitionen von 100 Milliarden US-Dollar mobilisiert, die landwirtschaftliche Produktion um 45 Prozent gesteigert und die Einbindung junger Menschen massiv ausgeweitet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Realität zeigt ein anderes Bild: Afrika verfügt zwar über rund 65 Prozent des ungenutzten Ackerlandes der Welt, dennoch muss der Kontinent pro Jahr Lebensmittel im Wert von über 500 Milliarden US-Dollar importieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem fehlt es an Finanzierungsmodellen, nur drei bis vier Prozent der Bankkredite fließen in den Agrarsektor. „Wir haben uns auf Zuschüsse und Hilfen verlassen, um die Landwirtschaft über Wasser zu halten, und dadurch ist der Agrarsektor in eine Risikowahrnehmungsfalle geraten“, warnt Adesuwa Ifedi, Vizepräsident für Afrika der Entwicklungsorganisation <a href="https://www.heifer.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Heifer International</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Jungunternehmen können nicht wachsen oder scheitern ganz, weil ihnen die Kredite fehlen. Erfolgsgeschichten wie Winnie Wambui sind daher selten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der tansanische Unternehmer Nelson Joseph Kisanga berichtet von einem steinigen Weg. Einst Banker, verlor er beim Einstieg in die Geflügelzucht fast alles. Heute führt er mit seiner Frau ein erfolgreiches Gewürzunternehmen namens Get Aroma Spices, das mehr als 50.000 Bauern in Südtansania einbindet und nun auch nach Ghana expandiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In meiner Heimat heißt es, dass Landwirtschaft nichts für junge Leute ist“, bedauert Kisanga. „Skalierung bedeutet Kredite zu hohen Zinsen &#8211; selbst heute noch. Es gibt keinen anderen Weg.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-viel-applaus-wenig-transparenz">Viel Applaus, wenig Transparenz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forum bot symbolische Anerkennung und einzelne Unterstützungen für die Jungunternehmer*innen. Die sichtbarste Initiative war der <a href="https://gogettaz.africa/2025-gogettaz-agripreneur-prize/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">GoGettaz Agripreneur Prize</a>. Die mit jeweils 50.000 US-Dollar dotierte Auszeichnung ging an den Ägypter Naglaa Mohammad, der landwirtschaftliche Abfälle in Naturprodukte verwandelt, und an den Ugander Samuel Muyita, der Nanotechnologie einsetzt, um Ernteverluste bei Obst und Gemüse zu reduzieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hat Senegal ein 22,5 Millionen US-Dollar schweres Pilotprojekt für gemeinschaftliche landwirtschaftliche Genossenschaften gestartet. Und das Vereinigte Königreich (UK), die Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA) und die Afrikanische Union (AU) haben ein Handelsprogramm in der Höhe von 6,7 Millionen US-Dollar angekündigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wie viel von den Vorhaben tatsächlich bei den Gründer*innen tatsächlich ankommt, bleibt unklar. „Wir kennen dieses Muster schon früher: Große Versprechen auf dem Gipfel, aber wenig Klarheit oder Nachverfolgung darüber, wie viel davon tatsächlich bei Jugendlichen und Kleinbauern ankommt – dem Rückgrat der afrikanischen Nahrungsmittelproduktion“, beklagt Famara Diédhiou, Programmmanagerin für Nahrungsmittelsysteme in einem zivilgesellschaftlichen Netzwerk im Senegal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So endete das Forum in Dakar zwar mit viel Symbolik, aber mit wenig harten Zahlen. Junge Unternehmer*innen wie Wambui oder Kisanga bleiben gefordert, Sichtbarkeit und Netzwerke selbst zu schaffen. „Jede Sichtbarkeit ist Geld“, sagt Kisanga. „So überlebt man.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Winnie Wambui beim Africa Food Systems Forum in Dakar (Foto: Chemtai Kirui/IPS)</p>
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