<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	 xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" >

<channel>
	<title>Westsahara Archive | afrika.info</title>
	<atom:link href="https://afrika.info/schlagwort/westsahara/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link></link>
	<description>Changing Perceptions</description>
	<lastBuildDate>Thu, 17 Mar 2022 07:13:52 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://afrika.info/wp-content/uploads/2020/11/cropped-cropped-afrikainfo_logo_4c-32x32.png</url>
	<title>Westsahara Archive | afrika.info</title>
	<link></link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Atempause für Impfungen nutzen </title>
		<link>https://afrika.info/atempause-fuer-impfungen-nutzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2022 07:24:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Burundi]]></category>
		<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Eritrea]]></category>
		<category><![CDATA[Mauritius]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Seychellen]]></category>
		<category><![CDATA[Tschad]]></category>
		<category><![CDATA[Westsahara]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Corona-Pandemie]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[COVID-19]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Tscha]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://afrika.info/?p=1758</guid>

					<description><![CDATA[<p>Afrikanische Länder erleben alle sechs Monate eine Spitze an Corona-Infektionen. Das zeigt ein neuer Bericht des Tony Blair Institute for Global Change. Die Zeit dazwischen müsse besser genutzt werden, um sich auf neue Varianten vorzubereiten, fordern die Autoren.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/atempause-fuer-impfungen-nutzen/">Atempause für Impfungen nutzen </a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Samira Sadeque | 16. März 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (IPS/afr). Afrikanische Länder erleben alle sechs Monate eine Spitze an Corona-Infektionen. Das zeigt ein neuer Bericht des Tony Blair Institute for Global Change. Die Zeit dazwischen müsse besser genutzt werden, um sich auf neue Varianten vorzubereiten, fordern die Autoren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des panafrikanischen Gesundheitsdienstes<a href="https://africacdc.org/covid-19-vaccination/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Africa CDC</a> sind derzeit 12,95% der Menschen auf dem Kontinent zweimal gegen das Coronavirus geimpft. Während die Seychellen oder Mauritius sich einer Durchimpfungsrate von 80% nähern, liegen Burundi, die DR Kongo, der Tschad und die Westsahara deutlich unter einem Prozent. Eritrea hat bislang überhaupt keine Impfungen verabreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marvin Akuagwuagwu ist Datenanalyst am <a href="https://institute.global/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tony Blair Institute for Global Change</a>. Gemeinsam mit Adam Bradshaw hat er den Bericht <a href="https://institute.global/sites/default/files/articles/The-Window-of-Opportunity-to-Vaccinate-Africa.pd f" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Window of Opportunity to Vaccinate Africa</a> verfasst.&nbsp; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Interview mit der Nachrichtenagentur IPS erklärt Akuagwuagwu, dass die Länder mit der niedrigsten Impfrate bei einem neuerlichen Anstieg der Zahlen am stärksten gefährdet seien. Akuagwuagwu rät afrikanischen Regierungen, von Ruanda zu lernen. Der keine ostafrikanische Staat sei für ihn eine Erfolgsgeschichte &#8211; 61% der Bevölkerung sind zweifach geimpft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorbild Ruanda</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Ruanda hat seine Impf- und Testprogramme erheblich ausgeweitet, wodurch die Fallzahlen und die Auswirkungen von COVID-19 verringert worden sind“, sagt Akuagwuagwu. „Mit einer Impfrate von über 60 Prozent und einer Positivitätsrate von weniger als zehn Prozent ist Ruanda ein gutes Beispiel für andere afrikanische Länder &#8211;&nbsp; insbesondere für Länder in Subsahara-Afrika, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verfügbarkeit von Impfstoffen ist jedoch keine Frage der Versorgung, sondern das Ergebnis einer ungerechten Verteilung zugunsten der wohlhabenden Länder. Laut einem <a href="https://www.brookings.edu/blog/africa-in-focus/2022/01/24/vaccine-inequity-ensuring-africa-is-not-left-out/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bericht der Denkfabrik Brookings</a> hat Afrika sechs Prozent der global verfügbaren Impfstoffe erhalten, obwohl auf dem Kontinent 17% der Weltbevölkerung leben.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://afrika.info/corona/"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1000" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika.png" alt="" class="wp-image-1759" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika.png 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-300x240.png 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-768x614.png 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-640x512.png 640w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption>In der epidemiologischen Kurve sind die sechsmonatigen Abstände zwischen den vier Spitzen nachvollziehbar.</figcaption></figure>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-fe48e5de wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button is-style-outline is-style-outline--1"><a class="wp-block-button__link" href="https://afrika.info/corona/" style="border-radius:15px">Corona in Afrika: Daten und Fakten</a></div>
</div>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im IPS-Gespräch zieht Marvin Akuagwuagwu Lehren aus dem bisherigen Verlauf der Pandemie. Nachfolgend folgen Auszüge aus dem Interview:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Sie haben erwähnt, dass Afrika ungefähr alle sechs Monate von einer neuen Welle getroffen wird. Wie wirkt sich das konkret auf den afrikanischen Kontinent aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Marvin Akuagwuagwu:</strong> Wir haben einen Trend identifiziert, dass etwa alle sechs Monate eine COVID-19-Welle in Afrika auftritt. Dies war bei Beta, Delta und Omikron der Fall.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Omikron war wie eine Sturzflut – sie richtete schwere Schäden an, führte aber zum Glück nicht zu einem Massensterben. Allerdings haben wir beim nächsten Mal vielleicht nicht so viel Glück – die nächste Variante könnte schwerwiegender sein, insbesondere in Ländern mit niedrigem Schutzniveau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet, dass wir jetzt ein Zeitfenster haben, um Afrika gegen COVID-19 zu impfen, bevor die nächste Variante kommt. Wir müssen rasch Fortschritte erzielen, um das WHO-Ziel zu erreichen, 70% der Bevölkerung zu impfen. Das Tony Blair Insitute arbeitet mit einer Reihe von Ländern in ganz Afrika zusammen, um die Einführung von Impfstoffen zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Warum glauben Sie, dass Lockdowns vorsichtiger angegangen werden und „nicht immer die beste Vorgehensweise“ sind?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Akuagwuagwu:</strong> Lockdowns sind effektiv, aber aufgrund ihrer negativen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen sind sie nicht immer die beste Vorgehensweise zur Bekämpfung von COVID-19.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich das Virus weiterentwickelt und wir mehr darüber erfahren, verabschieden sich afrikanische Länder allmählich von generellen Lockdowns. Wir haben jetzt eine Reihe von Instrumenten in der Toolbox, um COVID-19 zu bekämpfen, und ein Lockdown ist nur eine von vielen Optionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Pandemie begann, war noch niemand COVID-19 ausgesetzt – jetzt wurden Milliarden von Menschen infiziert oder geimpft. Es ist nun also ein völlig anderes Spiel, und wir müssen uns daran anpassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Wie wirkt sich die aktuelle Inflation auf die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Akuagwuagwu:</strong> Die aktuelle Inflation wirkt sich insofern auf die von uns vorgeschlagenen Maßnahmen aus, da sie eine angemessene Finanzierung erfordern. Starker politischer Wille und das Engagement der Gemeinschaft sind jedoch Katalysatoren für die Verbesserung dieser Maßnahmen und die Eindämmung der durch die Pandemie verursachten gesundheitlichen und sozialen Ungleichheiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS:</strong> Eine Ihrer Empfehlungen lautet: „Erhöhte Tests und genomische Sequenzierung, um die Übertragung zu reduzieren.“ Wie viele Länder haben die wirtschaftliche Kapazität und das Personal, um dies zu gewährleisten? Wie realistisch ist also dieses Ziel?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Akuagwuagwu:</strong> Wir wissen, dass dies eine erhebliche Herausforderung für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen darstellt, aber die Alternative ist weitaus schlimmer – schwere Krankheiten, Lockdowns und Todesfälle, die auch die Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt betreffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das führt uns zur einer globalen Zusammenarbeit – das Tony Blair Institute for Global Change arbeitet in Afrika daran, eine langfristige Widerstandsfähigkeit der Daten-, Impfstoff- und Testinfrastruktur aufzubauen und eine größere institutionelle Stärke zu schaffen, um zukünftigen COVID-19-Wellen standzuhalten. Wir unterstützen Regierungen beim Aufbau ihrer Kapazitäten und der Bereitstellung von Leistungen für ihre Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir fordern eine&nbsp; globale Führung, um einen weltweiten Pandemieplan zu entwickeln, der den Globalen Süden dabei unterstützt, seine Bevölkerung zu impfen und die Testungen zu steigern. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> In Afrika sind erst 13% zweimal gegen das Coronavirus geimpft. (Foto: Shutterstock.com)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/atempause-fuer-impfungen-nutzen/">Atempause für Impfungen nutzen </a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		
		<media:thumbnail url="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-150x150.png" />
		<media:content url="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika.png" medium="image">
			<media:title type="html">20220315-epidemiologische-kurve-afrika</media:title>
			<media:thumbnail url="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/03/20220315-epidemiologische-kurve-afrika-150x150.png" />
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Westsahara: Vergessene Krise</title>
		<link>https://afrika.info/westsahara-vergessene-krise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Jun 2012 09:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Westsahara]]></category>
		<category><![CDATA[DARS]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratische Arabische Republik Sahara]]></category>
		<category><![CDATA[Karlos Zurutuza]]></category>
		<category><![CDATA[Polisario]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test.afrika.info/?p=1116</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nach dem Grenzübertritt in Tindouf im Westen Algeriens in Richtung Wüste verschwindet die Straße im Sand. 20 Kilometer später zeigt ein Schild das Ende der Reise an: "Willkommen in der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS)". Ein Soldat im Kampfanzug lässt sich nur noch schnell die Pässe zeigen, dann ist das Ziel erreicht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/westsahara-vergessene-krise/">Westsahara: Vergessene Krise</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Karlos Zurutuza | 27. Juni 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bir Lehlu (IPS/afr). Nach dem Grenzübertritt in Tindouf im Westen Algeriens in Richtung Wüste verschwindet die Straße im Sand. 20 Kilometer später zeigt ein Schild das Ende der Reise an: &#8222;Willkommen in der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS)&#8220;. Ein Soldat im Kampfanzug lässt sich nur noch schnell die Pässe zeigen, dann ist das Ziel erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">82 Staaten haben die DARS als souveränen Staat anerkannt. Doch für die Vereinten Nationen ist sie ein Gebiet, das im Dekolonisierungsprozess steckengeblieben ist – seit dem Abzug der Spanier 1976, um genau zu sein, als die ehemalige Kolonialmacht die Westsahara in den Händen Marokkos und Mauretaniens zurückließ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Waffenstillstandsabkommen von 1991 wird der Großteil des DARS-Territoriums einschließlich des Gebiets an der Atlantikküste von Marokko kontrolliert. Ein kleiner, weitgehend unbewohnter und wirtschaftlich uninteressanter Teil der Wüste, der als die &#8222;Befreiten Gebiete&#8220; bekannt ist, verblieb unter der Kontrolle der sahrauischen Befreiungsfront Polisario.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die in den von Marokko besetzten Gebieten verbotene Widerstandsgruppe wird von Algerien unterstützt und von den UN als legitime Vertretung des sahrauischen Volkes anerkannt. Fast alle rund 250.000 Sahrauis leben jedoch in den algerischen Flüchtlingslagern von Tindouf, etwa 1.465 Kilometer südwestlich von Algier entfernt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fluchtlinge-seit-37-jahren">Flüchtlinge seit 37 Jahren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierungsgebäude sind trotz aller Bescheidenheit leicht zu erkennen, erheben sie sich aus einem Meer von Lehmhütten. Die Sahraui-Flüchtlinge, die alle von ausländischer Hilfe abhängen, hätten nie gedacht, solange in den Lagern bleiben zu müssen. Inzwischen sind es 37 Jahre – Ende offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Polisario genießt den breiten Rückhalt der Wüstenbewohner, von denen viele nur allzu gern zu den Waffen greifen würden, um für die lang ersehnte Unabhängigkeit zu kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leben in den Lagern ist zwar schwierig, aber immer noch besser als in den &#8222;Befreiten Gebieten&#8220; – ein geopolitisches Niemandsland, in der ausschließlich die Polisario das Sagen hat. Hier gibt es kaum Wasser, keinen Strom, keine Krankenhäuser. Ein unwirtlicher Ort, der ausschließlich von Nomaden und den Polisario-Soldaten bewohnt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Hauptquartier der zweiten Bataillon in Bir Lehlu, der Verwaltungshauptstadt 400 Kilometer westlich von Tindouf, hockt ein Soldat auf einem der wenigen Bäume und sucht mit den Augen den Horizont ab. Auf Anordnung seines Kommandanten springt er auf den Boden und verschwindet in einem Erdloch. Eine Minute später taucht er aus einem anderen, 50 Meter weiter entfernt, wieder auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Im Fall eines Luftangriffs der marokkanischen Streitkräfte können wir uns nur unterirdisch in Sicherheit bringen. So wie das auch die orangenen Eidechsen tun, die Sie hier überall sehen können&#8220;, witzelt Sidi Mohamed Baaya, einer der Bataillonsoffiziere. Der Ausbau der unterirdischen Höhlen habe Priorität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Baracke, die mehr einem Polisario-Geschichtsmuseum gleicht, berichtet Baaya über die &#8222;größte&#8220; Infrastruktur, die jemals in der Westsahara gebaut worden ist: die 2.500 Kilometer lange &#8222;Mauer&#8220;. Der Wall, den die Franzosen in den 1980er Jahren entworfen hatten und der das Gebiet von Nord nach Süd durchschneidet, ist ein komplexes Konstrukt aus Steinwällen, Gräben und Stacheldraht, das die wirtschaftlich produktivsten Teile des Landes absperrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir bilden unsere Männer darin aus, die Mauer unbemerkt zu erklettern, damit sie die marokkanischen Truppen gegebenenfalls von hinten angreifen können&#8220;, erläutert der Polisario-Vertreter. Bis zum Waffenstillstand 1991 gehörten Vorstöße in die feindlichen Reihen zur Normalität in einem Krieg, der 1975 begann und 16 Jahre andauern sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 23-jährige Mohamed Murad wurde in einem der Tindouf-Flüchtlingslager geboren. Er ist Mitglied der motorisierten Militäreinheit, die den Landstreifen längs der Mauer kontrolliert. &#8222;Seit der Entführung von drei humanitären Helfern – zwei Spaniern und einem Italiener – vor sieben Monaten, patrouillieren wir jeden Tag rund um die Uhr. Wir wollen Angriffe der Terroristen auf Journalisten und Helfer verhindern&#8220;, erläutert Murat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter der Entführung der drei humanitären Helfer im Oktober in Tindouf werden Mitglieder eines Al-Kaida-Ablegers vermutet. Der Zwischenfall wird von der Polisario sehr ernst genommen. Denn solche Zwischenfälle könnten die internationalen Geber davon abhalten, die dringend benötigten Helfer und Hilfsgüter zu schicken, die für die Sahrauis überlebenswichtig sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="japanischer-pickup-mit-flugzeugabwehrraketen-bestuckt">Japanischer Pickup mit Flugzeugabwehrraketen bestückt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Patrouillen steht der Polisario ein japanischer Pickup zur Verfügung, der mit Fliegerabwehrkanonen bestückt ist. &#8222;Wir waren die ersten, die über Leichtfahrzeuge mit schwerem Geschütz verfügten&#8220;, berichtet der 60-jährige Salama Abdallahi stolz. Er gehört der Bewegung bereits seit 1974 an und ist einer von vielen Veteranen, die sich zum Bleiben entschlossen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdallahi wurde in Bojador geboren, einer Küstenstadt im Süden der von Marokko kontrollierten Sahara. Abgesehen davon, dass die jungen Soldaten von seinen langjährigen Kampferfahrungen profitieren, können sie sich mit Hilfe seiner Erinnerungen ein Bild von dem Land machen, dass ihre Eltern aufgeben mussten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa 100 Kilometer nordöstlich von Bir Lehlu trifft man auf Zeugnisse des kulturellen sahrauischen Erbes: Die antiken Gesteinsgravuren sind nach Aussagen der wenigen Archäologen in der Region 5.000 Jahre alt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ein-nomadenleben">Ein Nomadenleben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den kurzen Augenblicken, in denen der Sandsturm nachlässt, sind in der Ferne Nomadenzelte zu sehen. In einem lebt Nuna Bumra Mohamed. Sie erlaubt ihren Gästen einen Blick in den 30 Quadratmeter großen und mit leuchtend roten Teppichen ausgelegten Wohnraum zu werfen. Sie selbst trägt eine grüne Melfa, ein traditionelles Kleidungsstück der sahrauischen Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch über ihrem Zelt weht die obligatorische sahrauische Fahne mit ihrem grünen, weißen und schwarzen Streifen und einem roten Stern in der Mitte. &#8222;Wir haben davon gehört, dass Terroristen aus Mali und Mauretanien kommen&#8220;, berichtet Bumra, nachdem sie ihren Besuchern einen Becher Ziegenmilch hingestellt hat. &#8222;Doch wir fühlen uns unter dem Schutz der Polisario sicher.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was den Menschen größere Sorgen bereite, sei der Mangel an Wasser, erläutert Bumra. Trotz der schwierigen Lebensbedingungen hat sie einen Umzug in ein Flüchtlingslager nie in Erwägung gezogen.&#8220; Ich könnte nicht in einem fremden Land leben&#8220;, sagt sie. &#8222;Außerdem will ich nicht den einzigen Teil des Landes verlassen, der von uns kontrolliert wird.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Polisario-Patrouille in den &#8222;Befreiten Gebieten&#8220; (Bild: Karlos Zurutuza/IPS)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/westsahara-vergessene-krise/">Westsahara: Vergessene Krise</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		
	</item>
	</channel>
</rss>
