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	<title>Tansania Archive | afrika.info</title>
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	<description>Changing Perceptions</description>
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	<title>Tansania Archive | afrika.info</title>
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		<title>Das stille Verschwinden der Wanderfische</title>
		<link>https://afrika.info/wanderfische/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 15:06:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Ostafrika gehen die Bestände wandernder Süßwasserfische dramatisch zurück. Die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen ist gefährdet. Ursachen sind vor allem Staudämme, Überfischung und der Klimawandel.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/wanderfische/">Das stille Verschwinden der Wanderfische</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 26. März 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rufiji, Tansania (IPS/afr) – Schon zu Beginn der Auktion auf dem Fischmarkt von Nangurukuru in der südlichen Region Lindi in Tansania ist die Krise deutlich spürbar. Holzkanus, die einst mit reichen Fängen vom Rufiji-Fluss zurückkehrten, bringen heute nur noch einen Bruchteil dessen ein, was sie früher gefangen haben. Händler*innen suchen vergeblich nach einem Kambale, wie der Afrikanische Raubwels hier genannt wird. Die Welsart, die im Durchschnitt zwischen 70 und 100 Zentimeter lang wird, prägte einst den Markt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die großen Kambale sind heutzutage nur noch schwer zu finden“, sagt der 68-jährige Fischer Hamisi Juma. Der Afrikanische Raubwels wanderte während saisonaler Überschwemmungen zum Laichen den Rufiji-Fluss hinauf. Das Ausbleiben des Fisches gefährdet die Ernährungssicherheit von Tausenden Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Afrikanische Raubwels zählt zu den wandernden Süßwasserfischen und damit zu den am stärksten bedrohten Wirbeltieren der Welt. Durch die Zerschneidung von Flussläufen, Verschmutzung, Überfischung und den Klimawandel werden die Bestände zunehmend dezimiert. Ihr Überleben hängt davon ab, dass Flüsse frei fließen können. Doch in ganz Afrika werden Flüsse immer häufiger aufgestaut oder umgeleitet.</p>



<h2 id="h-eine-lebensgrundlage-bricht-weg" class="wp-block-heading">Eine Lebensgrundlage bricht weg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Fisch ist unsere wichtigste Proteinquelle“, sagt Asha Mrope, eine Händlerin auf dem Markt von Nangurukuru. „Wenn sie verschwinden, ist jeder zu Hause davon betroffen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Biologe Zeb Hogan von der University of Nevada in Reno ist Hauptautor einer neuen <a href="https://www.cms.int/publication/global-assessment-migratory-freshwater-fishes" target="_blank" rel="noreferrer noopener">globalen Studie über wandernde Süßwasserfische</a>. Er bestätigt, dass der Rückgang eine direkte Bedrohung für die Ernährungssicherheit von insbesondere einkommensschwachen Ländern darstellt.&nbsp;</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In Tansania sei diese Abhängigkeit vom Rufiji bis zum Viktoriasee sichtbar. „Fische aus dem Viktoriasee, der beispielsweise Bestände an Nilbarsch und anderen Arten beherbergt, sind ein Grundnahrungsmittel und versorgen Millionen von Menschen im Norden Tansanias mit Nahrung“, sagt Hogan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Warnung des Berichts, dass wandernde Süßwasserfische zu den am stärksten gefährdeten Wirbeltieren gehören, ist daher mehr als nur ein biologischer Alarm. Praktisch gesehen weist sie auf eine wachsende Bedrohung der Ernährungssicherheit für Gemeinschaften hin, denen nur wenige erschwingliche Alternativen zur Verfügung stehen.</p>



<h2 id="h-warum-die-wanderwege-der-fische-verschwinden" class="wp-block-heading">Warum die Wanderwege der Fische verschwinden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Ausmaß des Problems zu verstehen, muss man dem Weg der Fische folgen. Viele Arten im Rufiji sind auf saisonale Hochwasser angewiesen, um sich durch Flüsse, Feuchtgebiete und Auen zu bewegen, wo sie Nahrung finden und sich fortpflanzen. Wird dieser Rhythmus unterbrochen, breiten sich die Schäden schnell im gesamten Ökosystem aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Staut man einen Fluss auf, zerstört man technisch gesehen die biologischen Signale, denen Fische seit Tausenden von Jahren folgen“, erklärt Hilda Mpangala von der Abteilung für Aquakultur an der Universität Dar es Salaam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hogan ergänzt, dass Staudämme diesen Kreislauf auf verschiedene Weise beeinträchtigen: „Staudämme stören die Fischwanderungen – indem sie die Laichwanderungen flussaufwärts blockieren, die Ausbreitung junger Fische flussabwärts verlangsamen und die Flussströmungen verändern, die notwendig sind, um Wanderungen auszulösen oder junge Fische in die Auen zu verteilen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Fische ihre Laichgebiete nicht mehr erreichen können, sinken die Bestände und die Fangmengen gehen zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kraftwerk Julius Nyerere, eines der größten Infrastrukturprojekte Afrikas, verdeutlicht dieses Dilemma. Für Tansania verspricht das Laufwasserkraftwerk am Rufiji mehr Strom und wirtschaftliches Wachstum, gefährdet jedoch zugleich die Fischbestände in einem der wichtigsten Flüsse des Landes.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="JULIUS NYERERE 2,115 MW HYDROPOWER PROJECT, TANZANIA Progress Video July 2024" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/oyGysDpaPu8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Werbevideo für die Julius Nyerere Hydropower Station: Das Laufwasserkraftwerk verfügt über eine installierte Kapazität von 2.115 Megawatt, im April 2025 wurde die neunte und letzte Turbine in Betrieb genommen. Geplant und errichtet wurde es von den ägyptischen Unternehmen Arab Contractors und Elsewedy Electric.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für Zeb Hogan ist das Prinzip klar: „Wenn man Flüsse gesund und frei fließend hält, bleiben die aquatischen Ökosysteme fischreich – zum Wohle der Menschen und der Umwelt.“</p>



<h2 id="h-ein-verlust-mit-kulturellen-folgen" class="wp-block-heading">Ein Verlust mit kulturellen Folgen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ältere Fischer am Rufiji erinnern sich an einen anderen Fluss. „Früher haben wir Kambale mit einem Gewicht von 30 Kilogramm gefangen”, erzählt Juma. “Heutzutage bekommt man kaum noch welche.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Gemeinden bedeutet der Verlust der Fische mehr als nur entgangene Einnahmen. Fische sind mit Erinnerungen, Zeremonien und Identität verbunden. Ihr Verschwinden macht sich nicht nur auf den Tellern bemerkbar, sondern auch in den Geschichten, die die Menschen über den Fluss und das Leben erzählen, das er einst ermöglichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt der Klimawandel, der den Druck auf die Fischpopulationen weiter erhöht. In ganz Ostafrika verändern sich die Niederschlagsmuster und damit die Hochwasserzyklen, von denen viele Arten für ihre Wanderung und Fortpflanzung abhängig sind. Lange Dürreperioden senken den Wasserstand, während plötzlicher Starkregen zerstörerische Überschwemmungen auslösen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Problem ist die Überfischung. Da weniger Fische verfügbar sind, greifen einige Fischer zu Netzen mit kleineren Maschen, wodurch auch Jungfische gefangen werden, bevor sie sich fortpflanzen können.</p>



<h2 id="h-ein-problem-uber-grenzen-hinweg" class="wp-block-heading">Ein Problem über Grenzen hinweg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In ganz Afrika sichern große Flusssysteme wie der Nil, der Kongo und der Niger den Lebensunterhalt von Hunderen Millionen Menschen. Doch viele dieser Flüsse stehen unter zunehmendem Druck durch Staudämme, Verschmutzung, Klimaschocks und mangelhafte Bewirtschaftung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue, von den Vereinten Nationen unterstützte globale Studie schätzt, dass die Populationen wandernder Süßwasserfische seit 1970 um 81 Prozent zurückgegangen sind – einer der stärksten Rückgänge, die je für eine Gruppe von Wirbeltieren verzeichnet wurden. Der Bericht identifiziert 325 Arten, die dringend internationaler Schutzmaßnahmen bedürfen, darunter 42 in Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders akut ist das Problem in Afrika, wo viele Flüsse und Seen nationale Grenzen überschreiten. Der Bericht nennt die Flusssysteme des Nils, des Kongo und des Niger-Tschadsees als vorrangige Gebiete für Zusammenarbeit. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5416" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Afrikanischer Raubwels (Clarias gariepinus) wandert den Sabie River im Kruger Nationalpark in Südafrika flussaufwärts. (Foto: <a href="https://www.flickr.com/people/65695019@N07">Bernard DUPONT</a>, Wikimedia, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0">CC BY-SA 2.0</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40725384">Link</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Deshalb ist es so wichtig, dass Länder zusammenarbeiten, um die Bewirtschaftung und den Schutz von Wanderfischen und Fischbeständen, die sich über internationale Grenzen erstrecken, zu verbessern“, sagt Hogan. „Über 49 Prozent der Erdoberfläche sind von grenzüberschreitenden Flüssen bedeckt – es handelt sich also nicht um ein lokales oder nationales Problem, sondern um ein globales Problem, das internationale Zusammenarbeit erfordert.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Fische kennen keine Grenzen“, ergänzt Hilda Mpangala. „Aber allzu oft tun dies unsere politischen Maßnahmen.“</p>



<h2 id="h-ernahrungssicherheit-in-gefahr" class="wp-block-heading">Ernährungssicherheit in Gefahr</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für politische Entscheidungsträger*innen verdeutlicht der Rückgang der Wanderfischbestände ein schwieriges Spannungsfeld zwischen Entwicklung und ökologischem Überleben. Wasserkraft trägt dazu bei, den Zugang zu Strom zu verbessern und wirtschaftliches Wachstum anzukurbeln. Werden Flusssysteme jedoch verändert, ohne die ökologischen Kosten vollständig zu berücksichtigen, können die Folgen gravierend sein – insbesondere für arme Gemeinden, die direkt von der Fischerei abhängig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hogan formuliert diese Abwägung in pragmatischen Begriffen: „Ja, Wasserkraft ist entscheidend für die Entwicklung“, sagt er, „deshalb kommt es darauf an, den Nutzen der Wasserkraft zu maximieren und gleichzeitig die Umweltkosten zu minimieren. Das kann erreicht werden, indem Staudämme an geeigneten Standorten errichtet und gut geplant und betrieben werden. Ein guter Staudamm ist einer, bei dem der wirtschaftliche Nutzen die Umweltkosten bei weitem überwiegt. Leider werden viele ‚schlechte‘ Staudämme gebaut, bei denen der wirtschaftliche Nutzen weit geringer ist als die Umweltkosten.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er fordert zudem, dass alte Staudämme, die keinen Zweck mehr erfüllen, zurückgebaut werden, damit Wanderfische wieder Zugang zu ihren historischen Lebensräumen erhalten. “Dieser Ansatz hat sich bei der Wiederherstellung der Bestände von Wanderfischen als sehr erfolgreich erwiesen”, meint Hogan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Gewährleistung der Energiesicherheit sollten vermehrt erneuerbare Energiequellen wie Solar- und Windkraft genutzt werden, so Hogan. Gleichzeitig sollten Flüsse in Schutzgebieten als frei fließende Gewässer erhalten bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade in Tansania, wo Bevölkerungswachstum und Urbanisierung sowohl den Bedarf an Nahrungsmitteln als auch an Energie steigern, wird dieser Balanceakt immer dringlicher. „Wenn wir unsere Fischbestände verlieren, verlieren wir auch unsere Nahrung, unsere Arbeitsplätze und unsere Lebensweise“, klagt die Händlerin Asha Mrope.</p>



<h2 id="h-lokales-wissen-gefragt" class="wp-block-heading">Lokales Wissen gefragt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Expert*innen betonen, dass sich der Rückgang verlangsamen – und in manchen Fällen sogar umkehren – lässt, wenn Regierungen rasch handeln. Zu den dringendsten Maßnahmen zählen der Schutz von Wanderkorridoren, die Wiederherstellung ökologischer Mindestabflüsse, die Verbesserung von Fischpassagen an Staudämmen, strengere Fischereivorschriften sowie Investitionen in Forschung und Monitoring. Viele wandernde Arten sind nach wie vor kaum erforscht, insbesondere in Afrika – was eine wirksame Politik zusätzlich erschwert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Zeb Hogan beginnen die realistischsten Lösungen bei den Menschen, die die Flüsse am besten kennen: „Man muss mit den lokalen Gemeinschaften zusammenarbeiten, um sie zu befähigen, die Bewirtschaftung der Fischerei zu verbessern, und die Gemeinschaften untereinander sowie mit der Regierung vernetzen, damit sie gemeinsam an einer besseren Bewirtschaftung arbeiten“, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die internationale Zusammenarbeit sei entscheidend. Länder müssten Daten austauschen und sich auf gemeinsame Richtlinien und Vorschriften festlegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Nangurukuru lichtet sich der Markt, während die Sonne höher steigt. Die wenigen Fische, die angeliefert wurden, sind schnell verkauft. Die Händler*innen packen ihre Körbe zusammen. Die Fischer sitzen im Schatten, flicken ihre Netze und bereiten sich auf einen weiteren ungewissen Tag am Fluss vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Fluss ist immer noch da“, meint der Fischer Hamisi Juma nachdenklich. „Aber es ist nicht mehr derselbe Fluss, den wir kannten.“ (Ende)(Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein Fischhändler auf dem Markt von Rufiji wartet gespannt auf die Ankunft der Boote mit dem Tagesfang (Foto: Kizito Makoye/IPS).</p>
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		<title>Klimawandel bremst Tansanias Prestige-Bahn</title>
		<link>https://afrika.info/klimawandel-bremst-tansanias-prestige-bahn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 08:30:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
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		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Tanzania Standard Gauge Railway]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die elektrifizierte Tanzania Standard Gauge Railway gilt als Schlüsselprojekt für klimafreundliche Mobilität. Sie zeigt aber auch, wie verwundbar selbst moderne Infrastruktur gegenüber den Folgen des Klimawandels ist.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 27. Jänner 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dar es Salaam (IPS/afr) – An einem regnerischen Mittwochmorgen herrscht am Terminal der Tanzania Standard Gauge Railway (SGR) in Dodoma, der Hauptstadt Tansanias, reges Treiben. Frauen führen Kleinkinder an der Hand, in ihren Händen baumeln Tüten mit Snacks. Tourist*innen ziehen Rollkoffer hinter sich her, Student*innen scrollen auf ihren Smartphones.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Bahnhof strömen die Passagiere in die Wartehallen. Die Tickets werden zügig gescannt, die Sicherheitskontrollen verlaufen reibungslos. Elektronische Displays kündigen pünktliche Züge an. Dann, gegen Mittag, ändert sich alles. Eine weibliche Stimme tönt aus dem Lautsprecher und verkündet, dass sich die Züge nach Morogoro und Dar es Salaam verspäten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verspätung, so erklärt die Sprecherin, sei auf heftige Regenfälle zurückzuführen, die irgendwo entlang der Strecke zu einer technischen Störung geführt hätten. Die Stunden vergehen, ohne dass ein Zug eintrifft.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-unmut-bei-wartenden-passagieren">Unmut bei wartenden Passagieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Als ich heute Morgen von zu Hause losfuhr, war ich noch ganz unbesorgt“, sagt Neema Msuya, eine Krankenschwester, die nach Dar es Salaam reist, um an einer Beerdigung teilzunehmen. „Der Zug ist normalerweise pünktlich.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Msuya sitzt in der Nähe des Informationsschalters, ihren Koffer zu Füßen, und scrollt durch Instagram, um sich die Zeit zu vertreiben. Stunden später ist ihre Zuversicht dahin. „Wir sind schon viel zu lange hier“, beklagt sie sich. „Und niemand sagt uns klar und deutlich, was los ist.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-1024x683.jpg" alt="Passagiere eilen zum Zug der Tanzania Standard Gauge Railway" class="wp-image-5258" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-c-kizito-makoye-1200.800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fahrgäste eilen in Dodoma zum Zug der Tanzania Standard Gauge Railway (Foto: Kizito Makoye/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für Msuya ist die Verspätung eine große Unannehmlichkeit. Beerdigungen in Tansania folgen strengen kulturellen Zeitvorgaben, und jede Verzögerung kann dazu führen, dass man die Bestattungsriten verpasst. Um sie herum beklagen sich auch andere Fahrgäste über versäumte Termine, Arztbesuche und sogar Gerichtsverhandlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die durch den Regen verursachte Verspätung bietet einen Einblick in ein größeres Problem: Der Klimawandel stellt Tansanias prestigeträchtige Eisenbahn mit niedrigem CO₂-Ausstoß auf eine harte Probe. Doch ist nicht alleine das Klima schuld an der Misere.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-symbol-fur-den-fortschritt">Symbol für den Fortschritt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tansania feierte seine elektrische Bahn beim Start im Jahr 2024 als nationales Vorzeigeprojekt. Das rund zwei Milliarden US-Dollar teure Normalspurbahn, errichtet von einem 50/50-Konsortium aus dem türkischen Bauunternehmen <a href="https://yapimerkezi.com.tr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Yapi Merkezi</a> und dem portugiesischen Konzern <a href="https://www.mota-engil.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mota-Engil</a>, ersetzte die veraltete Meterspurbahn und erschloss den Zentralraum neu – eine wichtige Verkehrsader, die den Hafen von Dar es Salaam mit dem Hinterland und weiter mit den Binnenländern Ruanda, Burundi, Uganda und dem östlichen Teil der Demokratischen Republik Kongo verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit modernen Bahnhöfen, gleitenden Rolltreppen, digitalem Ticketing und geräumigen Waggons wurde die SGR schnell zu einem Symbol für den Fortschritt. Die Reisezeiten sanken drastisch, die Straßen wurden entlastet, da sich der Passagier- und Frachtverkehr von dieselbetriebenen Lastwagen auf die elektrische Bahn verlagerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger als zwei Jahre später ist dieser Optimismus jedoch mit der harten Realität extremer Wetterereignisse kollidiert, die Wissenschaftler*innen mit dem fortschreitenden Klimawandel in Verbindung bringen. </p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-uberschwemmungen-legen-zugverkehr-lahm">Überschwemmungen legen Zugverkehr lahm</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 31. Dezember 2025 stellten die Behörden den Zugverkehr zwischen Dodoma und Morogoro ein, nachdem heftige Regenfälle wichtige Infrastrukturen beschädigt hatten. Hochwasser spülte ein Flussufer weg und legte eine Eisenbahnbrücke gefährlich frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Machibya Masanja, Generaldirektor der <a href="https://www.trc.co.tz/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tanzania Railways Corporation</a> (TRC), bestätigt die Störung, weist jedoch Behauptungen zurück, sie sei auf einen Konstruktionsfehler zurückzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies ist kein Versagen der Konstruktion oder des Baus“, sagt er und fügt hinzu, dass die Brückenfundamente 30 bis 40 Meter tief im Boden verankert seien und für eine Lebensdauer von mindestens 120 Jahren ausgelegt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen macht Masanja menschliche Aktivitäten – insbesondere Landwirtschaft und Besiedlung in Überschwemmungsgebieten – für die Bodenerosion in der Nähe der Strecke verantwortlich. Er kündigt Pläne zum Bau von Dämmen und anderen Kontrollstrukturen an, um den Wasserfluss zu regulieren und gefährdete Abschnitte zu stabilisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-experte-bemangelt-planungsfehler">Experte bemängelt Planungsfehler</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Stadtplaner Honesty Mshana in Dar es Salaam argumentiert jedoch, dass die wiederkehrenden Störungen auf tiefere Mängel in Planung und Umsetzung des millionenschweren Projekts hindeuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Eisenbahn ist nicht robust genug, um Überschwemmungen standzuhalten“, meint Mshana. „Wenn man Millionen von Dollar an öffentlichen Geldern investiert, erwartet man ein System, das klimatischen Belastungen gewachsen ist. Überschwemmungen sind in Tansania kein neues Phänomen. Das hätte in die technischen Entscheidungen einfließen müssen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mshana zufolge verlaufen lange Streckenabschnitte ohne ausreichende Durchlässe, erhöhte Dämme oder verstärkte Entwässerungssysteme durch Überschwemmungsgebiete und Flussbecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist nicht nur ein technisches Versagen“, sagt er. „Es ist ein Planungsfehler. Man kann nicht einfach Entwürfe von anderswo kopieren und sie in eine völlig andere ökologische und klimatische Umgebung übertragen. Resiliente Verkehrssysteme erfordern lokales Wissen, Klimaprognosen und die Bereitschaft, im Vorfeld mehr Geld auszugeben, um später weitaus größere Verluste zu vermeiden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der fortschreitenden Erderwärmung, so warnt er, würden die Kosten solcher Versäumnisse weiter steigen – und Regierungen vor die Wahl stellen, entweder endlose Reparaturen zu finanzieren oder langwierige Betriebsunterbrechungen in Kauf zu nehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-passagiere-zwischen-den-fronten">Passagiere zwischen den Fronten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Passagiere sind diese Erklärungen wenig tröstlich. Am späten Vormittag ist der Bahnhof von Dodoma noch immer voller wartender Fahrgäste. Kinder schlafen auf den Bänken, Geschäftsreisende drängen sich um die Ladestationen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-5240" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-sgr-dodoma-station-2-c-kizito-makoye-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Passagiere im modernen SGR-Bahnhof von Dodoma (Foto: Kizito Makoye/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hatte Termine in Dar es Salam“, klagt der Unternehmensberater Emmanuel Kweka. „Dieser Zug war immer zuverlässig. Deshalb habe ich alles darauf abgestimmt. Jetzt weiß ich nicht, ob ich weiter warten oder einen Bus nehmen soll.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch zeigen viele Fahrgäste Verständnis. „Ich möchte nicht, dass die Züge fahren, wenn es unsicher ist“, sagt Neema Msuya, die Krankenschwester. „Aber die Bahn muss besser vorbereitet sein. Diese Regenfälle sind keine Überraschung mehr.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-dem-klima-ausgesetzt">Dem Klima ausgesetzt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weltweit gelten Eisenbahnen als tragende Säulen des Klimaschutzes. Elektrische Züge verursachen deutlich weniger Emissionen als Straßen- oder Luftverkehr, und für Länder wie Tansania stehen Investitionen in die Schiene im Einklang mit den Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erfahrungen mit der SGR verdeutlichen jedoch ein wachsendes Paradoxon: Infrastruktur, die als klimafreundlich gilt, ist selbst zunehmend den Folgen des Klimawandels ausgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Internationale Studien zu Eisenbahnsystemen zeichnen ein klares Bild: Extreme Niederschläge können Böschungen destabilisieren, Brückenfundamente unterspülen, Gleisanlagen überfluten und Stromversorgungssysteme lahmlegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Probleme der SGR haben zudem Fragen nach Management und Transparenz aufgeworfen. Im Oktober 2025 entgleiste ein Zug kurz nach seiner Abfahrt in Dar es Salaam nahe dem Bahnhof Ruvu. Es gab keine Todesopfer, doch der Vorfall führte zu einer vorübergehenden Betriebseinstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die TRC bezeichnete die Entgleisung als Betriebsunfall ohne Zusammenhang mit den Wetterbedingungen. „Jede neue Eisenbahn hat Anlaufschwierigkeiten“, sagt Edmund Mabhuye, Klimaforscher an der Universität von Dar es Salaam. „Kritisch wird es dann, wenn das Vertrauen der Öffentlichkeit schneller schwindet als die Fähigkeit der Regierung, die Probleme zu beheben.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-vergebliches-warten">Vergebliches Warten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am SGR-Bahnhof in Dodoma bedrängen Fahrgäste das Sicherheitspersonal mit Fragen. Die Displays zeigen weiterhin dieselbe Verspätungen, die Durchsagen beschränken sich auf Entschuldigungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind seit dem Morgen hier und niemand sagt uns, was los ist“, ruft Hamisi Juma, ein Händler aus Morogoro, entnervt. „Sie sagen uns immer wieder, wir sollen warten – aber worauf? Einige von uns haben Kinder und müssen zurück zur Arbeit.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele ist es nicht die Verspätung selbst, die sie aufbringt, sondern das Schweigen darüber. „Sagen Sie es doch einfach, wenn ein Zug ausfällt“, fordert der Student Peter Mwinyi vom Bahnpersonal. „Wenn er Verspätung hat, erklären Sie uns warum. Was die Leute wütend macht, ist, im Unklaren gelassen zu werden. Dann fühlt man sich betrogen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-2-560-neue-schienenkilometer">2.560 neue Schienenkilometer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tanzania Standard Gauge Railway (SGR) ist ein ehrgeiziges Eisenbahnprojekt zur Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur in Tansania und ein zentrales Vorhaben des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/East_African_Railway_Master_Plan" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ostafrikanischen Eisenbahn-Masterplans</a>. Die moderne Normalspurstrecke verbindet den Hafen von Dar es Salaam mit dem Landesinneren sowie perspektivisch mit den Nachbarstaaten Ruanda, Burundi und Uganda.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-1024x683.png" alt="" class="wp-image-5248" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-1024x683.png 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-300x200.png 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-768x512.png 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800-640x427.png 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/01/tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800.png 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Streckenverlauf der Tanzania Standard Gauge Railway: Der grün eingefärbte Abschnitt zwischen Dar es Salaam und Dodoma ist bereits in Betrieb, die weiteren Abschnitte nach Mwanza und Kigoma (rot) sind in Errichtung. [<a href="https://www.google.com/maps/d/u/0/edit?mid=1VBUOeWTaAdVYGCtt_tSvDmeyQZ7iF3g&amp;usp=sharing" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zur interaktiven Karte bei Google MyMaps</a>]</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bau des SGR-Netzes begann im April 2017, und bereits heute sind zwei bedeutende Teilabschnitte in Betrieb: Der Personenverkehr zwischen Dar es Salaam und Morogoro wurde am 14. Juni 2024 in aufgenommen, am 25. Juli 2025 wurde der Streckenabschnitt Morogoro–Dodoma offiziell eröffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer geplanten Gesamtlänge von über 2.560 Kilometer zielt die SGR darauf ab, Transportzeiten und -kosten erheblich zu reduzieren, den Güter- und Personenverkehr effizienter zu gestalten sowie die regionale wirtschaftliche Integration und nachhaltige Entwicklung zu fördern.  (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Magufuli Express der Tanzania Standard Gauge Railway (Foto: Shutterstock.com, Storyteller25, bearbeitet)</p>
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			<media:title type="html">Passagiere eilen zum Zug der Tanzania Standard Gauge Railway</media:title>
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			<media:title type="html">Passagiere im modernen SGR-Bahnhof in Dodoma</media:title>
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			<media:title type="html">tanzania-standard-gauge-railway-stations-1200-800</media:title>
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	</item>
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		<title>Tansania im Ausnahmezustand</title>
		<link>https://afrika.info/tansania-im-ausnahmezustand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Nov 2025 11:13:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei den Wahlen in Tansania kam es zu schweren Unruhen mit hunderten Toten. Die Regierung verhängte von 29. Oktober bis 3. November nächtliche Ausgangssperren sowie einen totalen Internet Shutdown. Kizito Makoye erlebte den Ausnahmezustand in Dar es Salaam hautnah mit.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 5. November 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Wahlen in Tansania kam es zu schweren Unruhen mit hunderten Toten. Die Regierung verhängte von 29. Oktober bis 3. November nächtliche Ausgangssperren sowie einen totalen Internet Shutdown. Kizito Makoye erlebte den Ausnahmezustand in Dar es Salaam hautnah mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dar es Salaam (IPS/afr). Manzese, ein sonst pulsierender Stadtteil der tansanischen Wirtschaftsmetropole Dar es Salaam, wirkt an diesem Morgen wie ausgestorben. Wo sich normalerweise im Berufsverkehr Gemüsehändler*innen, Streetfood-Verkäufer*innen und Motorradtaxis drängen, liegt heute eine unheimliche Stille über den staubigen Straßen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rollläden der Verkaufsstände sind fest verschlossen, die hölzernen Marktstände leergeräumt, und in der Luft hängt ein schwerer, beißender Geruch von verbranntem Gummi. Seit Tagen steht das wirtschaftliche Leben still – die Bewohner*innen konnten weder Lebensmittel kaufen noch grundlegende Dienstleistungen in Anspruch nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich kann immer noch nicht fassen, was ich gesehen habe“, sagt Abel Nteena, ein 36-jähriger Autorikschafahrer. Seine Stimme zittert, als er sich an den Morgen des 31. Oktober erinnert. „Maskierte Männer in Schwarz mit roten Armbinden tauchten plötzlich auf. Sie fingen an, auf uns zu schießen, als wir an der Tankstelle anstanden. Sie sprachen Swahili, aber ihr Akzent war seltsam – und ihre Haut war ungewöhnlich dunkel. Sie schrien, wir sollten laufen, und eröffneten das Feuer.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei seiner Kollegen seien getroffen worden und lägen nun im Krankenhaus, erzählt Nteena. „Einer wurde in die Brust, ein anderer ins Bein getroffen. Ich weiß nicht einmal, ob sie es schaffen werden.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-unruhen-legen-die-stadt-lahm">Unruhen legen die Stadt lahm</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Angriff war nur einer von vielen, die Dar es Salaam nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen vom 29. Oktober erschütterten. Die Gewalt forderte nach Schätzungen landesweit Hunderte Todesopfer, manche Quellen sprechen sogar von über 1.000. Um die Lage zu beruhigen, verhängte die Regierung in Dar es Salaam eine nächtliche Ausgangssperre – mit gravierenden wirtschaftlichen Folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Millionen Menschen, die auf den informellen Handel angewiesen sind, war die Ausgangssperre ein existenzieller Schlag. Geschäfte und Märkte schließen bereits am frühen Nachmittag, der öffentliche Nahverkehr fährt nur eingeschränkt, und Banken sowie Filialen für mobile Geldtransfers schließen lange vor Sonnenuntergang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich war gerade dabei, Milch zu kaufen, als ich Schüsse hörte“, berichtet Neema Nkulu, eine 31-jährige Mutter von drei Kindern aus dem Verwaltungsbezirk Bunju. „Die Leute schrien und fielen zu Boden. Ich sah einen blutenden Mann in der Nähe des Ladens. Ich ließ alles fallen und rannte los.“ Dann sagt sie leise: „Die Kugel eines Scharfschützen traf die Scheibe des Ladens genau dort, wo ich gestanden hatte. Gott sei Dank bin ich noch am Leben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Mobile-Money-Dienste nur eingeschränkt verfügbar sind, können viele Menschen nicht an ihr Guthaben gelangen. „Ich habe zwar Geld auf meinem Handy, aber die Filialen haben geschlossen, und ich kann es nicht abheben“, sagt Neema. „Meine Kinder haben seit zwei Tagen nichts Richtiges gegessen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-kampf-ums-uberleben">Kampf ums Überleben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Dar es Salaam, wo fast sechs Millionen Menschen vom täglichen Verdienst leben, löste die Ausgangssperre eine Kettenreaktion von Notlagen aus. Lebensmittelpreise stiegen dramatisch, weil Lieferfahrzeuge aufgrund von Unsicherheit und Treibstoffmangel feststecken. Der Preis für Maismehl – ein Grundnahrungsmittel – hat sich binnen einer Woche verdoppelt. Gleichzeitig trieben die höheren Treibstoffkosten die Fahrpreise im Nahverkehr in die Höhe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Früher habe ich jeden Abend gebratenen Fisch verkauft“, sagt der 39-jährige Rashid Pilo, der einen Straßenimbiss in Bunju betreibt. „Meine Kunden waren Büroangestellte, die sich auf dem Heimweg etwas kauften. Aber jetzt eilen wegen der Ausgangssperre alle früh nach Hause. Ich habe fast alles verloren. Eine Nacht ohne Verkauf bedeutet kein Essen für meine Familie.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Krankenhäusern von Mwananyamala und Mabwepande seien die Leichenhallen überfüllt, berichten Mitabeitende, die anonym blieben möchten. Leichensäcke gingen zur Neige. Offizielle Opferzahlen veröffentlicht die Regierung nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Immer wieder werden Leichen eingeliefert“, berichtet ein erschütterter Krankenhausmitarbeiter. „Manche haben Schusswunden, andere wurden geschlagen. Die Familien haben Angst, sie abzuholen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-angst-und-schweigen">Angst und Schweigen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schwer bewaffnete Soldaten patrouillieren an Kreuzungen, gepanzerte Fahrzeuge fahren ununterbrochen Streife, und willkürliche Hausdurchsuchungen sind zur Routine geworden. Viele Menschen trauen sich kaum noch vor die Tür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin zu drei Geldautomaten gegangen, aber keiner funktionierte“, sagt Richard Masawe, ein 46-jähriger Computerspezialist. „Das Internet war ausgefallen, und selbst Mobile Banking ging nicht. Ich konnte nichts kaufen und kein Geld an meine Familie schicken. Es fühlte sich an, als wären wir von der Außenwelt abgeschnitten.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung begründet den totalen Internet Shutdown mit einer „vorübergehenden Sicherheitsmaßnahme“. Menschenrechtsorganisationen hingegen sehen darin den Versuch, Berichterstattung und Kritik zu unterdrücken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Verkehr ist weitgehend lahmgelegt. „Wir haben nur noch Treibstoff für einen halben Tag“, sagt Walid Masato, Leiter einer Tankstelle. „Die Lieferungen bleiben aus. Die Straßen sind unsicher.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-wirtschaft-am-abgrund-zerbrochenes-vertrauen">Wirtschaft am Abgrund, zerbrochenes Vertrauen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Der informelle Sektor, in dem über 80 Prozent Bevölkerung arbeiten, ist am stärksten betroffen“, erklärt der Wirtschaftswissenschaftler Jerome Mchau. Er schätzt, dass die Wirtschaft wöchentlich bis zu 150 Millionen US-Dollar verlieren könnte. „Die Preise für Lebensmittel und Kraftstoffe steigen rasant, das Vertrauen der Konsument*innen bricht ein.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausgangssperre hat auch die Logistiknetze lahmgelegt. Lastwägen mit lebensnotwendigen Gütern aus den zentralen Regionen Dodoma, Morogoro und Mbeya konnten die Küste nicht erreichen, was zu Lieferengpässen in den Städten führte. „Wir beobachten Panikkäufe“, sagt Mchau. „Die Menschen horten Reis, Nudeln und Mehl.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Intensität der Gewalt kam für die meisten Beobachter*innen überraschend. „Tansania galt lange als Leuchtfeuer des Friedens und der Demokratie in Afrika“, sagt der politische Kommentator Michael Bante. „Doch jetzt verlieren viele das Vertrauen in staatliche Institutionen. Oppositionelle Stimmen werden unterdrückt, Gemeinschaften spalten sich.“ Er betont, dass Präsidentin Samia Suluhu Hassan die Nation nur durch transparente Aufklärung und Dialog einen könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgesehen von den wirtschaftlichen Folgen hat die Gewalt das Vertrauen zwischen Bürger*innen und Regierung untergraben. Viele Menschen fühlen sich von einem System verraten, das einst für Stabilität stand.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-eine-nation-unter-schock">Eine Nation unter Schock</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Teilen von Dar es Salaam prägen Trauer und Ungewissheit den Alltag. Auf dem Manzese-Markt versammeln sich Frauen still in kleinen Gruppen und flüstern über vermisste Angehörige. Verkohlte Überreste von Kiosken und Motorrädern liegen auf den Straßen. Ein schwacher Rauchgeruch hängt in der Luft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nichts wird mehr so ​​sein wie vorher“, sagt Neema Nkulu, die junge Mutter, die nur knapp einem Scharfschützenangriff entkam. „Früher fühlten wir uns hier sicher. Jetzt zucke ich bei jedem Motorradgeräusch zusammen. Ich kann meine Kinder nicht einmal mehr zur Schule schicken.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schulen in der ganzen Stadt bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Krankenhäuser melden einen Anstieg von Traumata und Angstzuständen. Religiöse Führer haben zu Ruhe und Versöhnung aufgerufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-auf-der-suche-nach-stabilitat">Auf der Suche nach Stabilität</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Präsidentin Samia Suluhu Hassan hat die Wahlen am 29. Oktober offiziellen Ergebnissen zufolge mit 97,66 Prozent der Stimmen gewonnen. Die wichtigsten Oppositionskandidaten waren von der Abstimmung ausgeschlossen. Bereits am Wahltag kam es zu gewaltsamen Protesten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Samia Suluhu Hassan, die die Gewalt öffentlich verurteilt hat, steht nun vor ihrer bisher größten politischen Herausforderung. In einer Fernsehansprache rief sie zur nationalen Einheit auf und versprach, die Angriffe zu untersuchen. Kritiker*innen befürchten jedoch, dass das harte Vorgehen der Regierung die Spannungen weiter verschärfen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Tansania steht an einem Scheideweg“, sagt Michael Bante. „Die Führung muss sich zwischen Repression und Reform entscheiden. Die Welt schaut zu.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Internationale Partner, darunter die Afrikanische Union und die Vereinten Nationen, haben zu Zurückhaltung und Dialog aufgerufen. Diplomatischen Kreisen zufolge sind die Vermittlungsbemühungen jedoch ins Stocken geraten, da beide Seiten auf ihren Positionen beharren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für  den Fischerverkäufer Rashid&nbsp; ist Politik zur Frage des Überlebens geworden. „Mir ist es egal, wer gewinnt oder verliert“, sagt er, während er eine Handvoll Tilapia auf einem kleinen Holzkohlegrill brät. „Ich will nur Frieden, damit ich arbeiten und meine Familie ernähren kann.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-zerbrechliche-hoffnung">Zerbrechliche Hoffnung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Einbruch der Dämmerung liegt Dar es Salaam in gespannter Stille. Die einst belebten Busbahnhöfe und Imbissstände sind wie ausgestorben. Nur Militärpatrouillen duchbrechen die Stille auf den schwach beleuchteten Straßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir haben schon schwere Zeiten durchgemacht“, sagt der Computerspezialist Masawe. „Wenn wir das Vertrauen wiederherstellen können, können wir vielleicht auch unser Land wieder aufbauen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Lösung des Konflikts scheint derzeit aber in weiter Ferne. Die Krise nach den Wahlen in Tansania hat tiefe Spuren in einem Land hinterlassen, das einst als Hort der Stabilität galt. Ob die Regierung von Präsidentin Samia Hassan diese Wunden heilen kann, bleibt abzuwarten. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein Wahlplakat von Präsidentin Samia Suluhu Hassan ist umgeben vom Rauch brennender Reifen, die bei den Unruhen in Dar es Salaam in Brand gesteckt wurden (Foto: Zuberi Mussa/IPS)</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Gefährliche Luftverschmutzung in Dar es Salaam</title>
		<link>https://afrika.info/gefaehrliche-luftverschmutzung-in-dar-es-salaam/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Oct 2025 14:58:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Dar es Salaam]]></category>
		<category><![CDATA[Feinstaub]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Luftverschmutzung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://afrika.info/?p=4787</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Dar es Salaams dicht besiedeltem Marktviertel Kariakoo liegt ein giftiger Schleier aus Diesel, Holzkohle und Staub über den Straßen. Eine neue Studie zeigt: Die Feinstaubwerte in der tansanischen Wirtschaftsmetropole übersteigen die WHO-Richtwerte um ein Vielfaches. </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 6. Oktober 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dar es Salaam (IPS/afr). Ein heißer Nachmittag in Kariakoo, dem geschäftigen Markt der tansanischen Wirtschaftsmetropole Dar es Salaam. In der Luft liegt eine stickige Mischung aus Dieselabgasen, Holzkohlerauch und Staub. Händler*innen binden sich Tücher vor die Nase, um ihre Atemwege zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es gibt einfach zu viele Autos – der giftige Rauch macht das Atmen schwer“, sagt der Gemüsehändler Abdul Hassan, der seit 19 Jahren in Kariakoo arbeitet. Eine neue<a href="https://cleanairjournal.org.za/article/view/17817/24254" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Studie</a> des Dar es Salaam Institute of Technology und des Stockholm Environment Institute bestätigt, was viele Stadtbewohner*innen längst wissen: Die Luft in der tansanischen Küstenmetropole ist ungesund.</p>



<iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d30709.695408175485!2d39.268364062739664!3d-6.820489836544094!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x185c4ba89658a4cd%3A0x2ad2c9cfe76b4dbb!2sKariakoo%20Market%2C%20Swahili%20St%2C%20Dar%20es%20Salaam%2C%20Tansania!5e0!3m2!1sde!2sat!4v1759742999246!5m2!1sde!2sat" width="100%" height="500" style="border:0;" allowfullscreen="" loading="lazy" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">Mit über sieben Millionen Einwohner*innen zählt Dar es Salaam zu den am schnellsten wachsenden Städten Afrikas. Daten von 14 Überwachungsstationen zeigen, dass die Feinstaubkonzentrationen in der Metropole durchwegs die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) überschreiten. Für PM2,5 – das sind Partikel mit einem maximalen Durchmesser von 2,5 Mikrometer – liegt der empfohlene Richtwert bei 15 Mikrogramm je Kubikmeter (µg/m³) im Tagesmittel. Bei größeren Partikeln bis zehn Mikrometer Durchmesser (PM10) gilt ein Richtwert von 45 µg/m³.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Dar es Salaam ist man von diesen Richtwerten meilenweit entfernt. Zu Spitzenzeiten erreichten die täglichen PM2,5-Werte 130 µg/m³ – mehr als das Achtfache der WHO-Empfehlung. Die entsprechenden PM10-Werte waren mit 184 µg/m³ viermal höher als die Richtwerte der WHO.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Luftverschmutzung ist kein unsichtbares Problem – man kann sie riechen und in der Lunge spüren“, sagt die Straßenköchin Neema John, die in der Nähe des Marktes arbeitet. „Meine Kinder husten die ganze Nacht, wenn der Rauch von brennenden Müllhalden in unser Haus zieht.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-spitzenwerte-bei-der-mulldeponie">Spitzenwerte bei der Mülldeponie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Sonderfall stellt die Mülldeponie Pugu Kinyamwezi dar, die etwa 25 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Während einer monatelang unkontrollierten Müllverbrennung wurden hier  Feinstaubkonzentrationen mit einem PM25- Wert von 1.008 µg/m³ bzw. einen PM10-Wert von 2.762 µg/m³ gemessen –  beide Werte lagen damit mehr als 60-mal höher als die WHO-Empfehlung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel=" noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/pugu-dumpsite-c-diego-puente-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-4788" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/pugu-dumpsite-c-diego-puente-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/pugu-dumpsite-c-diego-puente-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/pugu-dumpsite-c-diego-puente-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/pugu-dumpsite-c-diego-puente-1200-800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/pugu-dumpsite-c-diego-puente-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Mülldeponie von Pugu Kinyamwezi in Dar es Salaam ist die größte des Landes. Hier werden Spitzenwerte durch die Belastung mit Feinstaub verzeichnet. (Foto: Diego Puente, <a href="https://www.flickr.com/photos/dpu-ucl/35348546000/in/photolist-VRCxcE" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY 2.0</a>) </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Deutliche Unterschiede machte die Studie zwischen Wohngegenden, Verkehrsknotenpunkten und Industriezonen aus. In den Stadtbezirken Ilala und Kinondoni, wo sich Fabriken und zentrale Kreuzungen befinden, liegt die Belastung durch Feinstaub konstant höher als im vergleichsweise ruhigen Stadtbezirk Kinondoni. Auch die Tageszeit spielt für die Feinstaubbelastung eine Rolle – besonders während der Stoßzeiten am Vormittag und in den Abendstunden steigt die Luftverschmutzung stark an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch das Problem liegt nicht nur in der Müllverbrennung, im Verkehr und in der Industrie. Laut der Studie wird in der Millionenmetropole Dar es Salaam jährlich fast die Hälfte der gesamten Holzkohle Tansanias verbraucht. Da nur 34 Prozent des Stroms des Landes aus sauberer Wasserkraft stammen, sind die meisten Haushalte auf Holzkohle und Brennholz angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Für Familien ist Holzkohle günstiger und leichter zugänglich, aber der Rauch füllt die Häuser mit giftigen Partikeln“, erzählt Fatma Suleiman, die im dicht besiedelten Vorort Mbagala lebt. „Wir wissen, dass es gefährlich ist, aber es ist unsere einzige Möglichkeit, preiswert zu kochen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-notfall-fur-die-offentliche-gesundheit">„Notfall für die öffentliche Gesundheit“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gesundheitsexpert*innen warnen, dass eine hohe Feinstaubbelastung zu schwerwiegenden Erkrankungen wie Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Herzversagen führen kann. Laut <a href="https://data.who.int/countries/834" target="_blank" rel="noreferrer noopener">WHO</a> sind Infektionen der unteren Atemwege die häufigste Todesursache in dem ostafrikanischen Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies ist ein offenkundiger Notfall im Bereich der öffentlichen Gesundheit“, meint Linus Chuwa, ein in Dar es Salaam ansässiger Spezialist für Public Health. „Wenn die PM2,5-Werte die WHO-Standards so stark überschreiten, kann das der Gesundheit der Menschen langfristig schaden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jacqueline Senyagwa, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Stockholm Environment Institute und Mitautorin der Studie, sieht dringenden Handlungsbedarf. Was ihrer Meinung nach fehlt, ist vor allem ein solider nationaler Rahmen zur Überwachung der Luftqualität. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Öffentlichkeit und auch bei politischen Entscheidungsträger*innen fehle es jedoch am Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken der Luftverschmutzung, erklärt die Wissenschaftlerin: „Feste Abfälle sind sichtbar, und die Menschen fordern Maßnahmen. Luftverschmutzung hingegen ist unsichtbar, und ihre Auswirkungen zeigen sich erst nach Jahren – deshalb wird oft zu spät reagiert.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-zuverlassige-daten-gefordert">Zuverlässige Daten gefordert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die mangelnden technischen Kapazitäten und Ressourcen stellen eine Herausforderung dar. „In Tansania gibt es nur sehr wenige Expert*innen für Luftqualität, und die meisten Überwachungsgeräte müssen importiert werden“, so Senyagwa. „Einrichtungen wie das Dar es Salaam Institute of Technology haben erst vor Kurzem mit der Herstellung lokaler Messgeräte begonnen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">So verwundert es nicht, dass die 14 für die Studie errichteten Stationen zur Messung der Luftqualität die ersten im Land sind. Senyagwa drängt auf die Installierung weiterer Anlagen: „Ohne zuverlässige Daten unterschätzen viele Entscheidungsträger*innen das Ausmaß des Problems“, ist sie überzeugt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/rapid-bus-system-c-martin-sturmer-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-4789" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/rapid-bus-system-c-martin-sturmer-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/rapid-bus-system-c-martin-sturmer-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/rapid-bus-system-c-martin-sturmer-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/rapid-bus-system-c-martin-sturmer-1200-800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/rapid-bus-system-c-martin-sturmer-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Schnellbussystem von Dar es Salaam trägt zur Reduzierung des Individualverkehrs und damit der Emissionen bei (Foto: Martin Sturmer/afrika.info)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich verweist Senyagwa auf mögliche praktische Lösungsansätze. Dazu zählt etwa der Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Millionenstadt. Ein Beispiel sei das <a href="https://udart.co.tz/transportation/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rapid-Transit-System</a>: Die Schnellbusse, die seit 2016 auf eigenen Spuren verkehren, befördern im Schnitt 165.000 Fahrgäste pro Tag. Für Senyagwa ist dies ein Beleg dafür, dass der Individualverkehr und damit die Emissionen reduziert werden können.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-sorge-um-die-kinder">Sorge um die Kinder</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück nach Kariakoo: In der Congo Street drängen sich tausende Marktbesucher*innen durch ein Labyrinth aus Holzbuden. Viele sorgen sich wegen der schlechten Luftqualität besonders um ihre Kinder.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mwanaidi Salum, Mutter von drei Kindern, klagt: „Man atmet Rauch, Staub und sogar den Gestank des Mülls ein, der scheinbar nie abgeholt wird. Wenn ich mir die Nase putze, kommt es ganz schwarz heraus.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemüsehändler Abdul Hassan stimmt ihr zu: „Wir können unsere Kinder nicht weiterhin in einer Umgebung großziehen, in der jeder Atemzug gefährlich ist.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Kariakoo ist der größte Markt in Tansania. (Foto: Kizito Makoye/IPS)</p>
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			<media:title type="html">Pugu Kinyamwezi Mülldeponie &#8211; Pugu Dampo &#8211; Foto. Diego Puente / Flickr</media:title>
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			<media:title type="html">Rapid Transit in Dar es Salaam &#8211; Foto: Martin Sturmer</media:title>
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		<title>Junge Agripreneure kämpfen um Kapital</title>
		<link>https://afrika.info/junge-agripreneure-kaempfen-um-kapital/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2025 15:28:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[Tansania]]></category>
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		<category><![CDATA[Chemtai Kirui]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Winnie Wambui lehnt sich mit dem Mikrofon in der Hand nach vorne, ihr Blick wandert durch den Saal, bis sie eine erhobene Hand entdeckt. Dann die Frage, die viele im Saal beantwortet wollen wissen: Wie ist es ihr gelungen, aus einem Uniprojekt ein florierendes Unternehmen zu entwickeln?</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Chemtai Kirui | 17. September 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dakar (IPS/afr). Winnie Wambui lehnt sich mit dem Mikrofon in der Hand nach vorne, ihr Blick wandert durch den Saal, bis sie eine erhobene Hand entdeckt. Dann die Frage, die viele im Saal beantwortet wollen wissen: Wie ist es ihr gelungen, aus einem Uniprojekt ein florierendes Unternehmen zu entwickeln?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 24-jährige Jungunternehmerin betreibt die <a href="https://circularacceleration.com/harcourt-agri-eco-farm/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Harcourt Agri-Eco Farm</a> in Juja, eine Stadt 30 km nördlich von Nairobi. Mit Hilfe schwarzer Soldatenfliegen recycelt ihr achtköpfiges Team monatlich 30 Tonnen organischer Abfälle zu Tierfutter – und erzielt dabei einen Umsatz von mindestens 1.000 US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wambui erinnert sich zurück an ihre ersten Experimente, die sich im Jahr 2022 an der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology durchgeführt hatte: „Damals hätte ich nicht damit gerechnet, dass daraus eine Farm oder ein Unternehmen werden würde.“</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Harcourt Agro Eco Farm" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/nwtqcoNBQHQ?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Videobeitrag von GrowthAfrica über die Arbeit von Winnie Wambui und die Harcourt Agri-Eco Farm</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte von Winnie Wambui steht exemplarisch für die Hoffnung, die viele in Afrikas Jugend setzen. Auf dem <a href="https://afs-forum.org/summit/2025/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Food Systems Forum</a> (AFSF, 31. August &#8211; 5. September, ) in Dakar stand die junge Generation ins Rampenlicht: Junge Agrarunternehmer*innen teilten sich die Bühne mit Staatsoberhäuptern – ein symbolischer Schritt in einer Region, in der fast 400 Millionen Menschen unter 35 Jahre alt sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unser Durchschnittsalter liegt bei nur 19 Jahren”, sagt Claver Gatete, Exekutivsekretär der UN-Wirtschaftskommisson für Afrika (UNECA). “Und bis 2050 wird jeder dritte junge Mensch auf der Welt Afrikaner oder Afrikanerin sein. Wenn man den Jugendlichen Land, Geld, Technologie und Märkte gibt, könnten sie nicht nur Afrika, sondern auch die ganze Welt ernähren.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-grosse-plane-und-eine-noch-grossere-lucke">Große Pläne – und eine noch größere Lücke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vision ist ehrgeizig. Mit <a href="https://au.int/en/caadp" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CAADP 3.0</a>, einer Weiterentwicklung des kontinentalen Landwirtschaftsplans der Afrikanischen Union, sollen Investitionen von 100 Milliarden US-Dollar mobilisiert, die landwirtschaftliche Produktion um 45 Prozent gesteigert und die Einbindung junger Menschen massiv ausgeweitet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Realität zeigt ein anderes Bild: Afrika verfügt zwar über rund 65 Prozent des ungenutzten Ackerlandes der Welt, dennoch muss der Kontinent pro Jahr Lebensmittel im Wert von über 500 Milliarden US-Dollar importieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem fehlt es an Finanzierungsmodellen, nur drei bis vier Prozent der Bankkredite fließen in den Agrarsektor. „Wir haben uns auf Zuschüsse und Hilfen verlassen, um die Landwirtschaft über Wasser zu halten, und dadurch ist der Agrarsektor in eine Risikowahrnehmungsfalle geraten“, warnt Adesuwa Ifedi, Vizepräsident für Afrika der Entwicklungsorganisation <a href="https://www.heifer.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Heifer International</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Jungunternehmen können nicht wachsen oder scheitern ganz, weil ihnen die Kredite fehlen. Erfolgsgeschichten wie Winnie Wambui sind daher selten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der tansanische Unternehmer Nelson Joseph Kisanga berichtet von einem steinigen Weg. Einst Banker, verlor er beim Einstieg in die Geflügelzucht fast alles. Heute führt er mit seiner Frau ein erfolgreiches Gewürzunternehmen namens Get Aroma Spices, das mehr als 50.000 Bauern in Südtansania einbindet und nun auch nach Ghana expandiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In meiner Heimat heißt es, dass Landwirtschaft nichts für junge Leute ist“, bedauert Kisanga. „Skalierung bedeutet Kredite zu hohen Zinsen &#8211; selbst heute noch. Es gibt keinen anderen Weg.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-viel-applaus-wenig-transparenz">Viel Applaus, wenig Transparenz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forum bot symbolische Anerkennung und einzelne Unterstützungen für die Jungunternehmer*innen. Die sichtbarste Initiative war der <a href="https://gogettaz.africa/2025-gogettaz-agripreneur-prize/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">GoGettaz Agripreneur Prize</a>. Die mit jeweils 50.000 US-Dollar dotierte Auszeichnung ging an den Ägypter Naglaa Mohammad, der landwirtschaftliche Abfälle in Naturprodukte verwandelt, und an den Ugander Samuel Muyita, der Nanotechnologie einsetzt, um Ernteverluste bei Obst und Gemüse zu reduzieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hat Senegal ein 22,5 Millionen US-Dollar schweres Pilotprojekt für gemeinschaftliche landwirtschaftliche Genossenschaften gestartet. Und das Vereinigte Königreich (UK), die Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA) und die Afrikanische Union (AU) haben ein Handelsprogramm in der Höhe von 6,7 Millionen US-Dollar angekündigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wie viel von den Vorhaben tatsächlich bei den Gründer*innen tatsächlich ankommt, bleibt unklar. „Wir kennen dieses Muster schon früher: Große Versprechen auf dem Gipfel, aber wenig Klarheit oder Nachverfolgung darüber, wie viel davon tatsächlich bei Jugendlichen und Kleinbauern ankommt – dem Rückgrat der afrikanischen Nahrungsmittelproduktion“, beklagt Famara Diédhiou, Programmmanagerin für Nahrungsmittelsysteme in einem zivilgesellschaftlichen Netzwerk im Senegal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So endete das Forum in Dakar zwar mit viel Symbolik, aber mit wenig harten Zahlen. Junge Unternehmer*innen wie Wambui oder Kisanga bleiben gefordert, Sichtbarkeit und Netzwerke selbst zu schaffen. „Jede Sichtbarkeit ist Geld“, sagt Kisanga. „So überlebt man.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Winnie Wambui beim Africa Food Systems Forum in Dakar (Foto: Chemtai Kirui/IPS)</p>
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			<media:title type="html">Junge Agripreneure kämpfen um Kapital &#124; afrika.info</media:title>
			<media:description type="html">Junge Agripreneure in Afrika werden zwar von der Politik hofiert, es fehlt aber nach wie vor an Finanzierungsmodellen.</media:description>
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			<media:keywords>Chemtai Kirui,Landwirtschaft,Senegal,Tansania,Wirtschaft,Agripreneure</media:keywords>
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		<title>Mit der Spitzhacke für Gleichberechtigung</title>
		<link>https://afrika.info/mit-der-spitzhacke-fuer-gleichberechtigung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 May 2025 08:10:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der tansanischen Bergbauindustrie sehen sich Frauen mit Diskriminierung, Landrechtsproblemen und mangelnder Finanzierung konfrontiert. In einem von Männern dominierten Sektor kämpfen sie um Anerkennung und ihre Existenzgrundlage kämpfen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 22. Mai 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dar es Salaam (IPS/afr). Unter der sengenden Sonne in Geita im Nordwesten von Tansania wischt sich Neema Mushi den staubverkrusteten Schweiß aus dem Gesicht. Dann rammt sie erneut ihre Spitzhacke in die Erde. Eine Staubwolke steigt auf und bedeckt ihre zerschlissene Kleidung – doch das stört sie kaum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit acht Jahren gräbt und siebt sie im männderdominierten Goldabbaugebiet von Geita, immer in der Hoffnung auf einen Fund. Es ist ein Knochenjob – mühsam und voller Hürden. „Ich will selbst eine Mine besitzen“, sagt Mushi. „Aber in dieser Branche werden Frauen bei Landrechten einfach übergangen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz harter Arbeit über viele Jahre hinweg leben Frauen wie Neema Mushi am Rande des Existenzminimums. Sie erzählt, dass sie eines Abends einen kleinen Goldsplitter entdeckt hatte. Doch bevor sie ihn einstecken konnte, tauchte ein männlicher Minenarbeiter auf. „Das ist mein Platz“, knurrte er sie an und riss ihr den Fund aus der Hand. Mushi weiß: In einem System, das nicht für Frauen wie sie gedacht ist, hat sie keine Chance.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal versuchte sie, ein Abbaugebiet auf ihren Namen registrieren zu lassen. Der Beamte im örtlichen Büro blickte kaum von seinen Papieren auf. „Sie brauchen die Zustimmung Ihres Mannes“, murmelte er. Mushi zögerte – sie hat keinen Mann, aber drei Kinder zu ernähren. „Dann suchen Sie sich einen männlichen Partner“, meinte der Beamte und wies sie ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst durch den Beitritt zur Frauenkooperative „Umoja wa Wanawake Wachimbaji“ – auf Deutsch „Vereinigung der Minenarbeiterinnen“ – konnte Mushi die Schulgebühren für ihre Kinder bezahlen. Heute sieht sie sie mit sauberen Uniformen zur Schule gehen – und hat mehr als nur Gold gefunden: Hoffnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Patriarchale Strukturen zerschlagen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tansania ist der viertgrößte Goldproduzent Afrikas, der Bergbau trägt rund zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Zwischen einer und zwei Millionen Menschen arbeiten im kleingewerblichen und handwerklichen Bergbau – immerhin ein Drittel davon sind Frauen. Doch trotz ihrer Zahl kämpfen sie um Anerkennung, werden vom Landbesitz ausgeschlossen, erhalten kaum Kredite und erfahren Diskriminierung in einem von Männern dominierten Umfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jahrelang arbeitete Mushi informell am Rande lizenzierter Minen, wo sie in aussortierten Steinen nach Gold suchte. Ohne eigene Lizenz war sie auf Zwischenhändler angewiesen, die ihr das Gold zu Dumpingpreisen abkauften. „Wenn du kein eigenes Abbaugebiet hast, bist du ihnen ausgeliefert“, sagt sie. „Sie können dich jederzeit vertreiben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar erlaubt das tansanische Bergbaugesetz Frauen theoretisch den Besitz von Lizenzen, doch in der Praxis gelingt dies nur wenigen. Die Verfahren sind komplex und teuer. „Die meisten Minengebiete gehen an Männer oder große Unternehmen“, erklärt Alpha Ntayomba, Bergbauaktivist und Direktor der NGO „Population and Development Initiative“ (PDI). „Frauen arbeiten meist auf geliehenem Land oder als Hilfskräfte auf fremden Claims.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-4454" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/05/tansania-minenarbeiterinnen-ips-1200-800-2.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eine Gruppe von Minenarbeiterinnen gründete die Kooperative &#8222;Umoja wa Wanawake Wachimbaji&#8220; und kämpfte erfolgreich für eine eigene Bergbaulizenz. (Foto: Kizito Makoye/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen finanzielle Hürden. Der Bergbau erfordert Investitionen in Ausrüstung, Verarbeitung und oft auch Maschinen – doch Banken halten Frauen für nicht kreditwürdig und verweigern ihnen Darlehen. Das hält sie in einem Teufelskreis aus gefährlicher und schlecht bezahlter Arbeit gefangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Frauen im handwerklichen Bergbau stehen ganz unten“, sagt Ntayomba. „Sie machen die härtesten Jobs, wie Steine zerschlagen und Erz in quecksilberverseuchtem Wasser waschen, verdienen aber am wenigsten und sind am stärksten gefährdet.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sexuelle Ausbeutung und Belästigung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sexuelle Belästigung und Nötigung gehören für viele Minenarbeiterinnen zum Alltag. Wer in diesem Geschäft arbeitet, ist oft auf die Gunst männlicher Grubenbesitzer oder Zwischenhändler angewiesen – eine Machtasymmetrie, die Missbrauch begünstigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Einige Frauen sind gezwungen, sexuelle Gefälligkeiten zu leisten, nur um an das Gold zu gelangen, das sie mit abbauen“, berichtet Ntayomba. „Sex wird so zur inoffiziellen Währung in der Branche.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Betroffene schweigen – aus Angst vor Kündigung oder Repressalien. Andere wissen nicht, wie sie sich juristisch wehren können. „Ich kenne Frauen, die entlassen wurden, weil sie die Annäherungsversuche von Mineneigentümern abgelehnt haben“, sagt Ntayomba. „Das System ist gegen sie, und der Mangel an rechtlichem Schutz verschärft die Lage.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gesundheitsrisiken durch Quecksilber</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die gesundheitlichen Risiken sind enorm. Viele Frauen waschen Gold mit bloßen Händen in Quecksilber – einem hochgiftigen Metall, das das Nervensystem schädigt und zu Fehlbildungen führen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die meisten wissen gar nicht, wie gefährlich Quecksilber ist“, erzählt Ntayomba. „Sie mischen es mit den Händen und atmen die Dämpfe ein. Damit setzen sie sich selbst und ihre Kinder langfristigen Gesundheitsgefahren aus.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alpha Ntayomba fordert strengere Vorschriften, mehr Schulungen und sichere Arbeitsbedingungen. Seine Organisation setzt sich für bessere gesetzliche Regelungen, Schutzmaßnahmen und wirtschaftliche Teilhabe von Frauen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Regierung muss Frauen im Bergbau endlich als zentrale Akteurinnen anerkennen“, sagt er. „Dazu gehören rechtliche Absicherung, Sicherheitsstandards und Zugang zu eigenen Abbauflächen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Wandel geht nur schleppend voran. „Frauen im Bergbau verdienen Würde, faire Bezahlung und Schutz vor Ausbeutung“, bekräftigt Ntayomba. „Die Branche darf nicht weiter auf ihrem Leid fußen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Steine brechen, Barrieren überwinden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um ihre Lage zu verbessern, gründeten Mushi und andere Frauen die Kooperative „Umoja wa Wanawake Wachimbaji“. Darin bündelten sie ihre Ressourcen und kämpften gemeinsam für eine eigene Lizenz. Mit Unterstützung der <a href="https://tawoma.or.tz/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tanzania Women Miners Association</a> (TAWOMA) und staatlicher Förderprogramme für Unternehmerinnen erhielten sie schließlich ein kleines Abbaugebiet und investierten in bessere Ausrüstung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir mussten beweisen, dass wir dazugehören“, sagt Anna Mbwambo, Gründungsmitglied der Kooperative. „Zu lange galten Frauen im Bergbau nur als Helferinnen – nicht als eigenständige Minenarbeiterinnen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Mushi hat sich seither vieles zum Guten verändert. „Früher konnte ich kaum die Schulgebühren für meine Kinder aufbringen“, sagt sie. „Heute kann ich sparen – und habe sogar den Traum, mein Geschäft zu erweitern.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz anhaltender Herausforderungen bewegt sich etwas. Die staatliche Bergbaugesellschaft <a href="https://www.stamico.co.tz/">STAMICO</a>  schult Kleinbergleute in sicheren und effizienteren Abbaumethoden. Die Regierung hat zudem Goldankaufszentren eingerichtet, die für fairere Preise sorgen und die Abhängigkeit von ausbeuterischen Zwischenhändlern reduzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch international wächst der Druck, Frauen im Bergbau stärker zu berücksichtigen. Die Weltbank fordert Reformen für mehr Geschlechtergerechtigkeit, die <a href="https://eiti.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Extractive Industries Transparency Initiative</a> (EITI) setzt sich für inklusive Richtlinien ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hoffnung auf eine neue Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neema Mushi blick auf das Land, das sie und ihre Kolleginnen nun gemeinsam besitzen. Es ist ein kleiner Claim – überschattet von großen, männergeführten Betrieben. Dennoch ist sie stolz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich will, dass meine Töchter sehen, dass Frauen alles erreichen können“, sagt sie. „Sie können arbeiten, besitzen – und erfolgreich sein.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie greift zur Spitzhacke, ihre kräftigen Hiebe zerbersten das Gestein. Mit jedem Schlag kommt sie einer Zukunft näher, in der Frauen im Bergbau nicht nur überleben – sondern aufblühen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Minenarbeiterinnen in Tansania kämpfen um Anerkennung und gegen Diskriminierung in einem von Männern dominierten Sektor (Foto: Kizito Makoye/IPS)</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Schwammzüchterinnen entrinnen der Armut</title>
		<link>https://afrika.info/schwammzuechterinnen-entrinnen-der-armut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2025 13:35:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Vaterlaus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Marine Cultures]]></category>
		<category><![CDATA[Sansibar]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Jambiani an der Ostküste Sansibars wagen Frauen den Sprung in eine neue Zukunft - mit nachhaltiger Schwammzucht. Sie schaffen damit eine Lebensgrundlage, die obendrein die Ökosysteme des Indischen Ozeans schützt.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 10. April 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jambiani, Sansibar (IPS/afr). Früh am Morgen, wenn sich das Meer langsam zurückzieht, bindet Zulfa Abdallah ihr Kopftuch fest, setzt die Schwimmbrille auf und steckt den Schnorchel an den Kopf. Dann watet sie entschlossen in das brusttiefe Wasser vor dem Dorf Jambiani auf Sansibar. Der Indische Ozean ist ihr Arbeitsplatz – und ihre Hoffnung. Denn inmitten von Armut und Klimawandel finden Frauen wie sie dort eine neue Perspektive.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher verdiente Abdallah ihr Geld mit dem Anbau von <a href="https://afrika.info/sansibars-frauen-machen-mehr-aus-seetang/">Meeresalgen</a>. Doch steigende Wassertemperaturen haben diese Lebensgrundlage zerstört. An ihre Stelle ist nun ein anderes Produkt getreten: Meeresschwämme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist wie eine Wunderpflanze, die mir mein Leben zurückgegeben hat”, sagt die 34-Jährige, während sie die porösen Gebilde prüft, die an Seilen unter Wasser hängen. „Sie brauchen Geduld und Fürsorge – wie ein Baby. Aber wie bei Kindern bekommt man auch viel zurück.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit vier Jahren betreibt Abdallah ihre Schwammzucht bereits. Die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern wurde von der Schweizer Organisation <a href="https://www.marinecultures.org/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Marine Cultures</a> ausgebildet. Ihre Unterwasserfarm besteht aus einem Netz aus Seilen, die zwischen Bojen gespannt sind. An den Seilen hängen die Schwämme, die sanft vom Indischen Ozean bewegt werden. Jeder einzelne Schwamm muss regelmäßig gereinigt, gepflegt und vor Fressfeinden geschützt werden. Die Arbeit ist hart – aber sie verändert Leben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr Einkommen, mehr Selbstständigkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Früher brachte ihr die Arbeit mit Meeresalgen kaum 30 US-Dollar im Monat – zu wenig, um ihre Familie zu ernähren. Heute verdient sie durch die Schwammzucht etwa das Dreifache. Sie konnte das Haus ihrer Mutter renovieren, neue Möbel kaufen und Geld für ein eigenes Grundstück zur Seite legen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Viele Frauen dachten zunächst, ich verschwende meine Zeit“, erinnert sich Abdallah an die anfänglichen Zweifel ihrer Nachbarinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ihre Erfolgsgeschichte ist kein Einzelfall mehr. In den letzten zehn Jahren hat Marine Cultures rund ein Dutzend Frauen im Dorf Jambiani ausgebildet – ehemals arme Algenbäuerinnen, aus denen heute selbstbewusste Unternehmerinnen geworden sind. Sie alle brechen mit gesellschaftlichen Erwartungen in einer noch immer patriarchal geprägten Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lange hat man gesagt, Frauen gehören ins Haus“, erzählt Ausbilderin Nasir Haji. „Aber diese Frauen beweisen, dass sie nicht nur arbeiten, sondern auch ein gutes Einkommen verdienen können.“ Haji ist die erste Frau in Sansibar, die den Beruf als Schwammzüchterin ergriffen hat – vor mittlerweile zehn Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Meeresschwämme, die in touristischen Läden zwischen 15 und 30 US-Dollar pro Stück kosten, werden als Bade- und Kosmetikartikel oder zur Babypflege verkauft. Eine lokale Kooperative sorgt dafür, dass die Bäuerinnen 70 Prozent der Einnahmen erhalten. Der Rest deckt die Betriebskosten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es fühlt sich gut an, sein eigenes Geld zu verdienen”, sagt Abdallah, “ich kann es ausgeben, wie ich will.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Herausforderungen unter Wasser</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz reibungslos verlief der Wechsel von der Algenzucht auf Schwammfarmen aber nicht. 2018 zerstörte eine Massenvermehrung winziger Schlangensterne fast die Hälfte der Schwämme. Im Jahr darauf bedrohte eine dichte Grünalgenblüte die Jungpflanzen. Doch die Frauen lernten, mit Rückschlägen umzugehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir entwickeln immer wieder neue Methoden, um Krankheiten zu vermeiden und die Schwämme gesund zu halten“, erklärt Abdallah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile sorgt das Projekt auch außerhalb Sansibars für Aufmerksamkeit. Marine Cultures arbeitet mit weiteren Küstengemeinden auf dem tansanischen Festland, Madagaskar und den Seychellen zusammen, um das Modell zu verbreiten. Gründer Christian Vaterlaus ist überzeugt, dass die Schwammzucht sowohl die Wirtschaft stärken als auch Meeresökosysteme schützen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nachhaltige, gemeinschaftsbasierte Aquakultur ist ein Gewinn für alle“, sagt Vaterlaus. “Sie sichert den Menschen, die es am dringendsten brauchen, ein Einkommen und trägt zum Umweltschutz bei.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Meeresbiologe Leonard Chauka von der Universität Dar es Salaam lobt das Projekt: „Die Schwammzucht ist eine Lebensader für Frauen, da sie ein stabiles Einkommen sichert, ohne die Meeresressourcen zu erschöpfen. Ökologisch gesehen sind Schwämme natürliche Filter – sie reinigen das Wasser und schaffen Lebensraum für Meereslebewesen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mut und Perspektiven</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Frauen wie die 31-jährige Hindu Rajabu ist das Projekt mehr als nur ein Job. Früher konnte sie ihre Kinder kaum ernähren. Jetzt spart sie für ihr eigenes Haus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin stolz auf mich“, sagt sie, während sie vorsichtig Algen von einem Schwamm streift.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-4400" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/04/jambiani-sansibar-meeresschwaemme-2-kizito-makoye.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hindu Rajabu (rechts im Bild) und ihre Kollegin sortieren getrocknete Schwämme für den Verkauf. (Foto: Kizito Makoye/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Doch es gibt auch kulturelle Hürden. Schwimmen gilt in vielen Teilen Sansibars noch immer als Tabu für Frauen. Marine Cultures hat Schwimmkurse für die Schwammfarmerinnen zur Pflicht gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hatte große Angst vor dem Meer“, erzählt Abdallah, „aber nachdem ich schwimmen gelernt habe, fühle ich mich sicher und es macht mir tatsächlich Spaß, draußen meine Schwämme zu pflegen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück an Land versammeln sich die Frauen in einem kleinen Verarbeitungszentrum, um ihre Schwämme für den Markt vorzubereiten. Sie reinigen, sortieren und verpacken jeden einzelnen liebevoll. Jeder Schwamm bekommt ein Etikett, auf dem steht: “Nachhaltig gezüchtet in Sansibar“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Sonne untergeht, kehrt Aballah mit ihrer Ausrüstung nach Hause zurück. Ihre Kinder laufen ihr entgegen, ihr Lachen vermischt sich mit dem Rauschen der Wellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Meer schenkt uns eine echte Chance, etwas Besseres aufzubauen“, sagt sie. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Nasir Haji reinigt Schwämme im Indischen Ozean vor Jambiani an der Ostküste Sansibars. (Foto: Kizito Makoye/IPS)<br></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Kein US-Geld mehr: HIV-Notstand in Tansania</title>
		<link>https://afrika.info/hiv-notstand-in-tansania/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 09:57:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Aids]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[USAID]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Donald Trump die US-Auslandshilfen per Dekret eingefroren. In Tansania gibt es damit für HIV-Infizierte keine kostenfreien antiretroviralen Medikamente mehr. Die Folgen sind katastrophal.  </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 10. Februar 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bagamoyo (IPS/afr). Um 9:00 Uhr steht Mariam Msemwa in der Schlange vor der HIV/AIDS-Station des Bagamoyo District Hospitals an der Küste des Indischen Ozeans in Tansania. Die 19-jährige war schon viele Male hier gewesen, um sich ihre monatliche Dosis antiretroviraler Medikamente (ARV) abzuholen. Aber heute ist alles anders. Als sie an die Reihe kommt, teilt ihr die Krankenschwester mit: „Es gibt keine kostenlosen Medikamente mehr“, sagt sie. „Du musst dir diese ab sofort selbst kaufen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort ist für Mariam Msemwa ein Schock. Kaufen? Womit denn? Ihre Mutter ist Gemüseverkäuferin, sie können sich kaum die nächste Mahlzeit leisten. Die Medikamente sind bislang immer kostenlos gewesen und wurden im Rahmen eines von den USA finanzierten Programms bereitgestellt. Doch nun liegt dieses Programm auf Eis. „Ich weiß nicht, was ich tun soll“, sagt Msemwa verzweifelt. „Ohne dieses Medikament werde ich sterben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tansanias Kampf gegen HIV stützte sich jahrelang auf die Finanzierung durch den sogenannten “President’s Emergency Plan for AIDS Relief” (PEPFAR) &#8211; eine US-Initiative, die seit 2003 über 110 Milliarden US-Dollar für den weltweiten Kampf gegen HIV/AIDS investiert hat.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Donald Trumps ein präsidiales Dekret erlassen, das anordnete, US-Hilfen für 90 Tage einzufrieren. Ende letzter Woche kündigte Trump an, die US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) zu schließen. Damit fehlen in Tansania plötzlich 450 Millionen US-Dollar zur Finanzierung von antiretroviralen Medikamenten und die entsprechenden Begleitmaßnahmen für fast 1,2 Millionen Patient*innen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">HIV-Strategie bricht zusammen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Catherine Joachim, stellvertretende Direktorin der &#8222;Tanzania Commission for AIDS&#8220; (TACAIDS),&nbsp; telefoniert laufend mit besorgten Gesundheitskräften. „Das ist ein schwerer Schlag, der einen völligen Zusammenbruch unserer HIV-Maßnahmen einläutet“, sagt sie. „Fast zwei Jahrzehnte lang hat PEPFAR Menschen am Leben gehalten. Jetzt werden sie wahrscheinlich leiden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen sind unmittelbar. Im ganzen Land müssen Patient*innen abgewiesen werden. Kliniken, die früher kostenlose antiretrovirale Medikamente zur Verfügung gestellt hatten, haben jetzt keine mehr. Programme zur häuslichen Pflege werden eingestellt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Gestern kam eine Mutter zu mir“, sagt Abdallah Suleiman, der HIV-Infizierte bei der Behandlung der Krankheit berät und begleitet. „Sie bettelte um nur ein paar Tabletten für ihren Sohn, der seit seiner Geburt ARVs bekommen hat. Ich hatte nichts, was ich ihr geben konnte. Nichts.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ende der kostenlosen Versorgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist fast Mittag am geschäftigen Busbahnhof Mbezi in Dar es Salaam. Helena Mkwasi kocht Ugali. Doch das Geschäft mit dem Maisbrei läuft schleppend. Der Verdienst reicht gerade dafür, um Essen für ihre beiden Kinder zu besorgen. Aber Geld ist derzeit nicht ihre größte Sorge. „Jahrelang habe ich meine ARVs umsonst bekommen“, erzählt sie. „Jetzt sagen sie, das ist vorbei. Ich weiß nicht, wie ich das überleben soll.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Alter von 19 Jahren wurde bei Helena Mkwasi HIV diagnostiziert. An den Tag selbst erinnert sie sich kaum &#8211; nur daran, wie ihr Herz raste, als die Krankenschwester den Befund erklärte. Sie dachte, es sei ihr Todesurteil. Dann begann sie mit der antiretroviralen Therapie, und das Medikament wirkte. Ihr Gesundheitszustand besserte sich. Auch ihre Kinder kamen gesund zur Welt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ohne die Medizin werde ich wieder krank werden”, sagt Mkwasi und wirft einen Blick in den brodelnden Kochtopf. “Ich kann dann nicht mehr arbeiten. Was wird mit meinen Kindern passieren?“</p>



<h2 class="wp-block-heading">“Das ist eine Katastrophe”</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Antiretrovirale Medikamente verhindern, dass sich das HI-Virus im Körper vermehrt. Ohne diese Behandlung kann HIV zu AIDS fortschreiten, wodurch das Immunsystem schwer geschädigt wird und lebensbedrohliche Infektionen wie Tuberkulose oder Lungenentzündung verursacht werden. Gesundheitsexpert*innen warnen, dass es alleine in Tansania in den nächsten zwei Jahren mindestens 30.000 zusätzliche HIV-bedingte Todesfälle geben wird, wenn kein Ausweg aus der Krise gefunden wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deogratius Rutatwa, Geschäftsführer des “National Council of People Living With HIV and AIDS”, sitzt an seinem Schreibtisch und sichtet die Unzahl von Berichten über die sich verschlechternde Situation. Sein Telefon klingelt unentwegt. „Das ist eine Katastrophe“, sagt er und reibt sich die Schläfen. „Bei PEPFAR ging es nicht nur darum, Medikamente zu verteilen – das Programm finanzierte auch Bildung, Prävention und die Unterstützung der Gemeinschaft. Jetzt ist alles weg.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Posteingang wird mit verzweifelten Nachrichten von Gesundheitsorganisationen überflutet. „Was machen wir jetzt?“, fragen sie. Aber Rutatwa weiß darauf keine Antworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich wünschte, die Leute, die diese Entscheidungen treffen, könnten sehen, was hier passiert“, meint er. „Sie reden über Budgets und Richtlinien, aber vor Ort geht es um eine Mutter, die kilometerweit läuft, um ihr Kind testen zu lassen. Es geht um einen Teenager, der gerade erfahren hat, dass er positiv ist und Hilfe braucht. Es geht einfach darum, Menschen am Leben zu erhalten.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Leben oder sterben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mary Tarimo hat ihr Leben der Aufgabe verschrieben, HIV-Infizierten bei der Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten zu unterstützen. Als Hauspflegerin des Krankenhauses in Bagamoyo sieht sie tagtäglich nach den Patient*innen und stellt sicher, dass sie ihre Medikamente richtig einnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun muss sie hilflos zusehen, wie Menschen, deren Zustand jahrelang stabil gewesen war, einen Rückfall erleiden. „Es gibt eine Frau, die ich seit 2015 betreue“, erzählt Tarimo. „Sie hat nie eine Dosis ausgelassen. Aber jetzt hat sie aufgehört, ihre Medikamente einzunehmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frau ist Mutter von drei Kindern und verdient ihren Lebensunterhalt als Köchin. Vor wenigen Tagen kam sie weinend zu ihr: „Sie sagte: ‚Mama Tarimo, ich muss mich entscheiden, ob ich meine Kinder ernähren oder meine Medikamente kaufen soll‘“, erinnert sich Tarimo. „Wie reagiert man auf so eine Frage? Was für eine Entscheidung soll das sein?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Bagamoyo spielen sich derzeit viele Tragödien wie diese ab. Die Menschen kommen mit Fieber und Schweißausbrüchen ins Krankenhaus – die ersten Anzeichen opportunistischer Infektionen. Manche bleiben aber auch zuhause, weil sie sich ihre Behandlung schlicht nicht mehr leisten können.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tarimo schüttelt verzweifelt den Kopf. „Das Schlimmste daran? Wir haben Jahrzehnte damit verbracht, dieses Programm aufzubauen und den Menschen klarzumachen, dass HIV kein Todesurteil ist, wenn man die Behandlung durchhält. Und jetzt müssen wir ansehen, wie alles plötzlich auseinanderfällt.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auf der Suche nach Alternativen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der düsteren Aussichten weigert sich die TACAIDS-Mangerin Catherine Joachim einfach aufzugeben: „Wir sprechen mit anderen internationalen Partnern, privaten Geldgebern und unserer eigenen Regierung, um alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. Wir prüfen jede Möglichkeit. Die Menschen haben ein Recht auf Behandlung. Wir werden alles tun, um sicherzustellen, dass sie diese auch bekommen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gesundheitsministerium hat zugesagt, einen Teil seiner Mittel umzuverteilen, um die Verteilung der antiretroviralen Medikamente aufrechtzuerhalten. Doch das Gesundheitsbudget Tansanias reicht nicht aus, um die benötigten 260 US-Dollar pro Patient*in pro Jahr abzudecken.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Realität ist, dass wir diese Lücke ohne externe Unterstützung nicht schließen können“, räumt Deogratius Rutatwa vom “National Council of People Living With HIV and AIDS” ein. „Und das bedeutet, dass Menschen sterben werden.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein Gesundheitsmitarbeiter in Bagamoyo klärt eine junge Frau über HIV/AIDS auf. (Foto: Kizito Shigela/IPS)</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Die App, die Süßkartoffeln rettet</title>
		<link>https://afrika.info/die-app-die-suesskartoffeln-rettet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Dec 2024 08:04:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war ein glühend heißer Nachmittag in Moshi in Tansanias Kilimanjaro-Region, als Mwajuma Rashid Njau und Mumii Rajab fassungslos vor ihren Feldern standen: Ihre Süßkartoffeln waren von Schädlingen vernichtet worden. Die Hilflosigkeit gehört nun der Vergangenheit an - dank einer App.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 12. Dezember 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moshi (IPS/afr) &#8211; Es war ein glühend heißer Nachmittag in Moshi in Tansanias Kilimanjaro-Region, als Mwajuma Rashid Njau und Mumii Rajab fassungslos vor ihren Feldern standen: Ihre Süßkartoffeln waren von Schädlingen vernichtet worden. Die Hilflosigkeit gehört nun der Vergangenheit an &#8211; dank einer App.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Njau und Rajab sind zwei von über 300 Farmer*innen in Tansania, die eine App namens “Kiazi Bora” (“Gute Kartoffel” auf Kiswahili) benutzen. Die Anwendung wurde speziell für Bauern und Bäuerinnen entwickelt, um sie optimal beim Anbau von orangefarbenen Süßkartoffeln (OFSP, orange-fleshed sweet potatoes) und der Schädlingsbekämpfung zu unterstützen. OFSP sind ein mit Beta-Carotin angereichertes Nahrungsmittel, das den Vitamin-A-Mangel in afrikanischen Ländern bekämpfen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Diese App hat alles verändert“, sagt die 38-jährige Njau mit einem müden, aber hoffnungsvollen Lächeln. „Ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte, aber jetzt schaue ich einfach auf mein Telefon, und es sagt mir genau, was ich tun soll.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sprache als Erfolgsfaktor</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die hohe Akzeptanz der App basiert vor allem auf der hochmodernen KI-Sprachtechnologie. Denn während ähnliche Anwendungen sich oft in Englisch an ihre Nutzer*innen wenden, liefert “Kiazi Bora” klare Anweisungen in der tansanischen Nationalsprache Kiswahili. „Die App spricht mit mir in einer Sprache, die ich deutlich verstehe“, bestätigt Njau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter der App steht die gemeinnützige Organisation <a href="https://seeafricatz.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">SEE Africa</a> mit Sitz in Arusha. “Kiazi Bora” stellte das Entwicklungsteam allerdings vor große Herausforderungen. Laut UNESCO zählt Kiswahili zwar zu den zehn größten Sprachen der Welt und wird von mehr als 200 Millionen Menschen gesprochen. Dennoch standen nicht genügend hochwertige Sprachdaten zur Verfügung, um die KI zu trainieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Problem zu lösen, wandte sich das Team von SEE Africa an die Mozilla Foundation, die seit dem Jahr 2017 das Crowdsourcing-Projekt <a href="https://commonvoice.mozilla.org/en" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Common Voice</a> betreibt. Das Projekt will KI-Anwendungen in unterrepräsentierten Sprachen zugänglich machen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">EM Lewis-Jong ist die Produktdirektorin von Mozilla Common Voice. Sie erklärt, dass das Projekt auf die Kraft der Community setzt: „Wir verwenden ein Crowdsourcing-Modell, bei dem die Leute freiwillig ihre Sprachdaten beitragen“, sagt Lewis-Jong. „Dadurch wird sichergestellt, dass die Daten die wahre Vielfalt der Sprache widerspiegeln, einschließlich unterschiedlicher Akzente und Dialekte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mozilla Foundation geht es auch darum, dass Sprachen nicht auf dem Altar von Vermarktungsinteressen geopfert werden. „Wenn die Datenerstellung gewinnorientierten Unternehmen überlassen wird, werden viele Sprachen der Welt auf der Strecke bleiben“, ist Lewis-Jong überzeugt. „Wir wollen eine Welt, in der die Menschen die Daten erstellen können, die sie brauchen, und ihre Sprache so erfassen, wie sie sie erleben.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">App als Gamechanger</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die 42-jährige Farmerin Rajab ist die App jedenfalls ein Gamechanger. „Früher fühlte ich mich machtlos“, erinnert sie sich. „Wenn die Schädlinge kamen, musste ich einfach zusehen, wie meine Ernte vernichtet wurde. Jetzt kann ich mich wehren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl Njau als auch Rajab haben dank der App ihren Lebensunterhalt deutlich verbessern können. In nur einem Jahr stieg ihr Einkommen von null auf 127 USD pro Monat. So lernten die beiden Frauen etwa, wie sie Süßkartoffeln zu Mehl und Gebäck weiterverarbeiten können. Mit diesen Produkten erzielen sie auf den lokalen Märkten weitaus bessere Preise als mit den Knollen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zusätzliche Einkommen ermöglicht es ihnen, für ihre Familien zu sorgen, in ihre Farmen zu investieren und sich eine bessere Zukunft zu sichern. „Mit dem Geld, das ich verdient habe, konnte ich meine Kinder zur Schule schicken und sogar etwas für Notfälle sparen“, sagt Njau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Njau nennt die App liebevoll ihre “Lehrerin”. Warum das? “Ich habe nie eine Schule abgeschlossen, aber diese App hat mir alles beigebracht, was ich über Landwirtschaft wissen muss. Sie ist wie eine Lehrerin, die immer da ist, wenn ich sie brauche.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rajab teilte ihre Begeisterung für die App rasch mit ihren Verwandten. „Ich erzählte meiner Schwester davon und jetzt baut sie auch OFSP an. Ihre Kinder sind gesünder, und sie verdient jetzt auch Geld mit dem Verkauf von Süßkartoffelmehl“, sagt sie stolz. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Kleinbäuerinnen in der Kilimanjaro-Region bei der Ernte von Süßkartoffeln (Foto: Kizito Makoye/IPS)</p>
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		<title>Unternehmerin verändert die Teeindustrie</title>
		<link>https://afrika.info/kazi-yetu-unternehmerin-veraendert-die-teeindustrie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Feb 2022 07:12:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tahira Nizari]]></category>
		<category><![CDATA[Tee]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Geschmack von Ginger Mint Fusion ist unvergleichlich. Wenn der Tee in einer Tasse an den Tisch kommt, verströmt er sogleich sein einzigartiges Aroma. Jeder Gast im Salt Restaurant in Dar es Salaam wird bestätigen, dass das schmackhafte Getränk wahrscheinlich das beste ist, das derzeit am Markt erhältlich ist.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye und Martin Sturmer | 23. Februar 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dar es Salaam/Oberndorf bei Salzburg (IDN/afr). Der Geschmack von Ginger Mint Fusion ist unvergleichlich. Wenn der Tee in einer Tasse an den Tisch kommt, verströmt er sogleich sein einzigartiges Aroma. Jeder Gast im Salt Restaurant in Dar es Salaam wird bestätigen, dass das schmackhafte Getränk wahrscheinlich das beste ist, das derzeit am Markt erhältlich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Salt Restaurant im wohlhabenden Viertel Oyster Bay in Dar es Salaam ist ein Magnet für Teeliebhaber*innen.&nbsp; Hier werden die Teesorten von <a href="https://kazi-yetu.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kazi Yetu</a> (“Unsere Arbeit” auf KiSwahili) serviert. Das Startup hat sich zum Ziel gesetzt, Arbeitsplätze und Einkommen für Frauen zu schaffen, indem es hochwertige Lebensmittel und Getränke produziert.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter seiner ersten Marke “Tanzania Tea Collection” sorgt Kazi Yetu für die Verarbeitung, die Mischung, die Verpackung und den Export von fair gehandelten Teeprodukten aus Tansania. Da die meisten landwirtschaftliche Produkte aus Afrika oft im Ausland verarbeitet und vermarktet werden, bleibt den Produzent*innen in den Herkunftsländern in der Regel nur ein geringer Anteil.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="made-in-ostafrika">Made in Ostafrika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Missstand hat Tahira Nizari und ihren Ehemann Hendrik Buermann auf den Plan gerufen. Mit ihrem Unternehmen Kazi Yetu, das 2018 gegründet wurde, erhöhen sie die Wertschöpfung für die Produzent*innen von Tee in Tansania. „Wir wollten ein soziales Unternehmen gründen, das Investitionen und Wachstum auf nachhaltige Weise vorantreibt“, erzählt die 33-jährige Nizari im IDN-Interview.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herkunft des Tees und seine Rückverfolgbarkeit spielen für Tahira Nizari eine entscheidende Rolle. „Verbraucher*innen auf der ganzen Welt möchten wissen, woher die Produkte stammen und wie sich die Produktion auf die Menschen in der Lieferkette auswirkt“, sagt sie.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/02/cinnamon-spice-kazi-yetu-1000.jpg" alt="" class="wp-image-1436" width="717" height="717" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/02/cinnamon-spice-kazi-yetu-1000.jpg 1000w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/02/cinnamon-spice-kazi-yetu-1000-300x300.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/02/cinnamon-spice-kazi-yetu-1000-150x150.jpg 150w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/02/cinnamon-spice-kazi-yetu-1000-768x768.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2022/02/cinnamon-spice-kazi-yetu-1000-640x640.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 717px) 100vw, 717px" /><figcaption>Cinnamon Spice von Kazi Yetu: Alle Sorten sind im <a href="https://www.kazi-yetu.com/online-shop/">Online Shop</a> erhältlich. (Foto: Kazi Yetu)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit hat Kazi Yetu acht Teemischungen im Programm &#8211; vom Gewürztee mit Zimt und Kardamom bis zum beruhigenden Kräutertee mit Zitronengras und Moringa. Die Teeblätter stammen von Anbaugebieten am Kilimanjaro und den Usambara-Bergen sowie den Nachbarländern Tansanias. Die Gewürze und Kräuter kommen von Farmen auf dem tansanischen Festland und auf Sansibar.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="arbeitsplatze-fur-frauen">Arbeitsplätze für Frauen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Manufaktur von Kazi Yetu in Dar es Salaam arbeiten ausschließlich Frauen. Derzeit sind 20 Mitarbeiterinnen angestellt, doch Nizari und Buermann verfolgen ehrgeizige Ausbaupläne: 2023 sollen 65 Frauen in der Teemanufaktur beschäftigt sein. Außerdem soll sich die Zahl der zuliefernden Teebauern und -bäuerinnen auf 7.500 erhöhen. „Wir haben gerade unsere erste Teeverpackungsmaschine gekauft und installiert, um höhere Stückzahlen produzieren zu können und mehr Arbeitsplätze für Frauen zu schaffen“, sagt die Gründerin von Kazi Yetu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen wäre wohl rascher gewachsen, wenn nicht die Corona-Pandemie die Pläne durchkreuzt hätte. Die Krise und ihre Folgen haben Kazi Yetu an den Rand des finanziellen Ruins gebracht. Tourist*innen sind der beliebten Safari-Destination Tansania ferngeblieben, der Export per Schiff und Flugzeug hat sich stark verteuert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch trotz des Einbruchs ist Kazi Yetu wieder auf die Beine gekommen. Über das Distributionszentrum in Stuttgart wird der europäische Schlüsselmarkt bearbeitet, auch der <a href="https://kazi-yetu.com/tanzania-tea-collection/shop-online/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Online Shop</a> wird von Deutschland aus betrieben. Nordamerika und der Nahe Osten wurden ebenfalls als wichtige Zielmärkte ins Auge gefasst.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="landwirtschaft-zum-geschaft-machen">Landwirtschaft zum Geschäft machen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nizari, die vor Kazi Yetu in der Entwicklungszusammenarbeit in Ostafrika und Südasien tätig war, möchte junge Menschen in Tansania für die Landwirtschaft begeistern. “Wir schaffen neue Möglichkeiten entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette, die für sie profitabel sind”, meint die Unternehmerin. “Wir ermitteln die spezifischen Bedürfnisse unser Lieferant*innen und unterstützen sie beim Wachstums ihres Geschäfts.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">So habe Kazi Yetu einer Kleinbäuerin aus der Kilimanjaro-Region unter die Arme gegriffen, die einen Solartrockner für ihre Kräuter benötigte. “Wir haben für sie den Solartrockner angekauft, sie zahlt in die Kosten in kleinen Raten zurück”, sagt Nizari.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Region um Afrikas höchsten Gipfel verbindet Tahira Nizari die Herkunft ihrer Familie. Die Unternehmerin ist zwar in Kanada geboren und in Dubai aufgewachsen. Ihre Mutter kommt aber aus Moshi, der Hauptstadt der Region Kilimanjaro. Nizari: „Mein Großvater hatte hier einen Bauernhof und ein Geschäft im Stadtzentrum. Ich wusste immer, dass ich hierher zurückkehren wollte, wo meine Wurzeln liegen.“ (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse"><a href="https://indepthnews.net/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IDN</a> ist die Flaggschiff-Agentur des <a href="https://www.international-press-syndicate.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">International Press Syndicate</a>.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Tahira Nizari mit Teefarmerinnen in Tansania (Foto: Kazi Yetu)</p>
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