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	<title>Nigeria Archive | afrika.info</title>
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	<description>Changing Perceptions</description>
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	<title>Nigeria Archive | afrika.info</title>
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	<item>
		<title>COP30: Bildung im Zentrum der Klimakrise</title>
		<link>https://afrika.info/cop30-bildung-im-zentrum-der-klimakrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Nov 2025 16:12:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Adenika Oladosu]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[COP30]]></category>
		<category><![CDATA[Joyce Chimbi]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Adenike Oladosu ist eine der führenden Stimmen Afrikas im Kampf für Klimagerechtigkeit. Beim Klimagipfel COP30 in Belém in Brasilien forderte sie die internationale Gemeinschaft auf, Bildung ins Zentrum der Klimaschutzmaßnahmen zu rücken. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Joyce Chimbi | 21. November 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Belém (IPS/afr). Adenike Oladosu ist eine der führenden Stimmen Afrikas im Kampf für Klimagerechtigkeit. Beim Klimagipfel COP30 in Belém in Brasilien forderte sie die internationale Gemeinschaft auf, Bildung ins Zentrum der Klimaschutzmaßnahmen zu rücken.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Adenike Oladosu ist Günderin der &#8222;<a href="https://www.ileadclimateaction.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">I Lead Climate Action Initiative</a>&#8220; &#8211; eine panafrikanische Bewegung, die sich mit Forschung und lokaler Basisarbeit für den Klimaschutz einsetzt.&nbsp; Neben Vanessa Nakate (Uganda) und Elizabeth Wathuti (Kenia) zählt sie zu den führenden Klimagerechtsaktivist*innen Afrikas. Im Jahr 2024 wurde sie von &#8222;<a href="https://www.bbc.co.uk/news/resources/idt-4f79d09b-655a-42f8-82b4-9b2ecebab611" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BBC 100 Women</a>&#8220; als weltweit einflussreichste und inspirierendste Klimapionierin ausgezeichnet.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-kindheit-im-spannungsfeld-von-bildung-und-klimakrise">Kindheit im Spannungsfeld von Bildung und Klimakrise</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Engagment für Oladosu hat viel mit ihren persönlichen Erfahrungen zu tun: Sie wuchs in Zentral-Nigeria auf und erlebte schon früh, wie eng Ernährungssicherheit, Extremwetter und Bildung miteinander verknüpft sind. Überflutungen machten Wege zur Schule unpassierbar, Hitzeperioden und unsichere Ernten führten zu Hunger und sinkenden Schulbesuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Familien schickten ihre Kinder lieber zur Arbeit auf die Felder, was Bildungsbiografien dauerhaft unterbrach. Dazu kamen zunehmende Konflikte zwischen Bäuer*innen und Viehhirten, ausgelöst durch kollabierende Ökosysteme und knapper werdende Ressourcen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2018, nach der Lektüre eines alarmierenden <a href="https://www.ipcc.ch/2018/10/10/ipcc-presents-findings-of-the-special-report-on-global-warming-of-1-5c-at-event-to-discuss-viet-nams-response-to-climate-change/">Bericht des Weltklimarates IPCC</a>, entschloss sich Oladosu, aktiv zu werden. &#8222;Heute&#8220;, sagt sie, &#8222;ist die Klimakrise nicht mehr eine Bedrohung, sondern eine Realität.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-stimme-fur-klimagerechtigkeit">Stimme für Klimagerechtigkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seither hat sie Tausende Menschen in Afrika und auf der ganzen Welt für mehr Klimagerechtigkeit mobilisiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit forscht Oladosu als Fellow am <a href="https://www.rifs-potsdam.de/de/menschen/adenike-oladosu" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Research Institute for Sustainability</a> (RIFS) in Potsdam. Gleichzeitig wirkt sie als Climate Champion von &#8222;<a href="https://www.educationcannotwait.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Education Cannot Wait</a>&#8220; für den weltweit ersten Fonds, der sich der Bildung in Krisensituationen widmet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre zentrale Botschaft: Klimakrise, Vertreibung, Konflikte, Energieunsicherheit und Umweltzerstörung verstärken sich gegenseitig – und bedrohen eine ganze Generation. Laut <a href="https://www.unesco.org/gem-report/en/publication/out-school-numbers-are-growing-sub-saharan-africa">UNESCO</a> besuchen 20 Millionen Kinder in Nigeria keine Schule.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-bildung-ruckt-in-den-fokus-der-klimagesprache">Bildung rückt in den Fokus der Klimagespräche</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund betont Oladosu, dass die Klimaverhandlungen bei der COP30 in Belém in die richtige Richtung gehen. In <a href="https://cop30.br/en/news-about-cop30/education-at-the-core-of-climate-resilience-say-countries-and-the-un-system" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hochrangigen Diskussionen</a> erklärten Staatsvertreter*innen und UN-Organisationen, man wolle in die Vorbereitung junger Menschen auf die Klimakrise investieren – und Bildungseinrichtungen an die neue Realität anpassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oladosu unterstreicht diesen Ansatz: &#8222;Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, was Klimagerechtigkeit für junge Menschen bedeutet.&#8220; Besonders Mädchen, die täglich lange Wege zurücklegen müssen, um Wasser zu holen, verlieren wertvolle Lernzeit. In der Schule müsse Klimawissen vermittelt und Raum für eigene Lösungen geschaffen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Adenike Oladosu appelliert daher eindringlich an die internationale Gemeinschaft. &#8222;Wir müssen die Zukunft von Millionen Mädchen und Jungen schützen, die weltweit an vorderster Front der Klimakrise stehen. Ich möchte, dass die Staats- und Regierungschefs verstehen: Diese Zukunft beginnt jetzt. Bildung muss dringend ins Zentrum der Klimaschutzmaßnahmen rücken.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Adenike Oladosu bei der COP 30 in Belém (Foto: Joyce Chimbi/IPS)</p>
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		<title>Nigeria: Die letzte Zuflucht der Drille </title>
		<link>https://afrika.info/nigeria-die-letzte-zuflucht-der-drille/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2025 10:35:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Drille]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Promise Eze]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Drille gehören zu den am stärksten gefährdeten Affenarten Afrikas. Während ihre Lebensräume in Nigeria und Kamerun immer weiter schwinden, versucht ein Schutzprojekt im Afi Mountain Wildlife Sanctuary, die Tiere zu retten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Promise Eze | 20. Oktober 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Boki (afr/IPS). In den frühen Morgenstunden dreht Gabriel Oshie seine tägliche Runde über die Ranch im Afi Mountain Wildlife Sanctuary. Hinter den elektrisch gesicherten Zäunen warten hunderte Drille ungeduldig auf ihr Frühstück. Oshie füttert sie mit Bananen und anderen Früchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drille zählen zu den seltensten Primatenarten der Welt. Ihr Bestand in freier Wildbahn wird auf weniger als 4.000 Tiere geschätzt. Sie leben in großen Gruppen, die von einem dominanten Männchen angeführt werden, und kommen ausschließlich in Teilen Nigerias, im Südwesten Kameruns sowie auf der Insel Bioko in Äquatorialguinea vor.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/nigeria-gabriel-oshie-c-promise-eze-ips-1200-900-1024x768.jpg" alt="Tierpfleger gabriel Oshie arbeitet bereits seit 23 Jahren auf der Drill Ranch (Foto: Promise Eze/IPS)." class="wp-image-4804" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/nigeria-gabriel-oshie-c-promise-eze-ips-1200-900-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/nigeria-gabriel-oshie-c-promise-eze-ips-1200-900-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/nigeria-gabriel-oshie-c-promise-eze-ips-1200-900-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/nigeria-gabriel-oshie-c-promise-eze-ips-1200-900-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/nigeria-gabriel-oshie-c-promise-eze-ips-1200-900.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Tierpfleger Gabriel Oshie arbeitet bereits seit 23 Jahren auf der Drill Ranch (Foto: Promise Eze/IPS).</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit den etwas größeren Mandrillen bilden sie die Gattung der Mandrillartigen. Ein markanter Unterschied ist sofort erkennbar: Während Drille ein schwarzes Gesicht haben, sind die Gesichter der Mandrille leuchtend rot-blau gefärbt. Auch bei Drillen ist jedoch die Gesäßregion auffällig rot oder blau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gabriel Oshie ist seit 23 Jahren Tierpfleger auf der Drill Ranch im Afi Mountain Wildlife Sanctuary im nigerianischen Bundesstaat Cross River. „Wildtiere sind die Schönheit der Natur“, sagt er. „Wenn man die Drille, die Wälder und die anderen Tiere sieht, kann man ihre Schönheit einfach nur bewundern. Aber es ist traurig, dass Menschen die Tierwelt trotz ihrer Bedeutung zerstören.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-milliarden-fur-wildtiere-auf-dem-schwarzmarkt">Milliarden für Wildtiere auf dem Schwarzmarkt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Population der Drille ist in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen. Hauptursachen sind Abholzung und Jagd. Besonders der illegale Handel mit Wildtieren gilt mittlerweile als einer der lukrativsten kriminellen Aktivitäten überhaupt – laut <a href="https://www.interpol.int/News-and-Events/News/2023/Illegal-wildlife-trade-has-become-one-of-the-world-s-largest-criminal-activities" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Interpol</a> werden damit jährlich 20 Milliarden US-Dollar umgesetzt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Umschlagplatz entwickelt. Die Grenzen des Landes sind durchlässig, Kontrollen finden nur selten statt. Neben Affen werden auch Elfenbein, Schuppentiere und viele weitere bedrohte Arten geschmuggelt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Zwar haben die nigerianischen Behörden versucht, dem illegalen Handel entgegenzuwirken – etwa durch die Schließung von Buschfleischmärkten oder die Beschlagnahmung geschmuggelter Tiere. Im Juli dieses Jahres meldeten sie die bislang größte Razzia im Bereich des Wildtierhandels: Am internationalen Flughafen von Lagos wurden über 1.600 Vögel abgefangen, die nach Kuwait exportiert werden sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Biodiversität in Nigeria steckt in einer tiefen Krise“, warnt Rita Uwaka von der nigerianischen Umweltorganisation <a href="https://erafoen.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Environmental Rights Action</a>. „Durch die Ausweitung industrieller Plantagen sind große Teile unserer Waldlandschaft zerstört worden. Das hat zu erheblichen Verlusten bei Tier- und Pflanzenarten geführt – mit gravierenden Folgen für Mensch und Klima. Zudem beobachten wir, wie Konzessionsverträge mit großen Agrarkonzernen geschlossen werden, was den Biodiversitätsverlust weiter beschleunigt.“</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-schutzprojekt-fur-drille">Schutzprojekt für Drille</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Drill Ranch wurde von den beiden US-amerikanischen Naturschützer*innen Liza Gadsby und Peter Jenkins im Jahr 1991 gegründet. Heute beherbergt sie mehr als 600 Drille und gilt weltweit als das erfolgreichste Zuchtprojekt dieser Art.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Weg nach Botswana, ausgestattet lediglich mit einem Touristenvisum, kamen Gadsby und Jenkins nach Nigeria. Dort erfuhren sie in Boki von einem Gorilla-Schutzprojekt – und entdeckten neben den Gorillas auch Drille, die damals außerhalb Kameruns als nahezu ausgestorben galten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/nigeria-mandrill-drill-shutterstock-com-1024x683.png" alt="Ein Mandrill (links) ist von einem Drill (rechts) einfach durch die Gesichtsfärbung zu unterscheiden (Fotos: Shutterstock.com)." class="wp-image-4803" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/nigeria-mandrill-drill-shutterstock-com-1024x683.png 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/nigeria-mandrill-drill-shutterstock-com-300x200.png 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/nigeria-mandrill-drill-shutterstock-com-768x512.png 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/nigeria-mandrill-drill-shutterstock-com-640x427.png 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/10/nigeria-mandrill-drill-shutterstock-com.png 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Mandrill (links) ist von einem Drill (rechts) einfach durch die Gesichtsfärbung zu unterscheiden (Fotos: Shutterstock.com).</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Drille waren damals noch weitgehend unbekannt und in ganz Afrika stärker gefährdet als Gorillas“, erzählt Liza Gadsby im Gespräch mit IPS. „Natürlich wussten die Einheimischen schon immer von ihrer Existenz, aber die internationale Gemeinschaft hatte sie damals erst kürzlich wiederentdeckt. Deshalb haben sie uns besonders interessiert.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin gründeten die beiden die Organisation <a href="https://www.pandrillus.org/">Pandrillus</a> in Calabar, der Hauptstadt des Bundesstaates Cross River. Heute arbeitet Pandrillus in Boki erfolgreich mit 18 Gemeinden zusammen. Die Organisation betreibt Aufklärungsarbeit in der lokalen Bevölkerung und stellt Ranger ein. Diese patrouillieren regelmäßig die umliegenden Wälder, um Wilderei zu verhindern. Die Ergebnisse sprechen für sich: Rund 90 Drille wurden bislang freiwillig von Dorfbewohner*innen an das Schutzprojekt übergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeit von Pandrillus ist auch von staatlicher Seite anerkannt: Nach zehnjähriger Lobbyarbeit wurde der Teil des Waldreservats, in dem sich die Ranch befindet, offiziell zum Naturschutzgebiet erklärt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-unsichere-zukunft">Unsichere Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das übergeordnete Ziel des Projekts sei die Wiederauswilderung der Drille, erklärt Ranchmanager Zach Schwenneker. Doch die fortschreitende Abholzung der Wälder im Bundesstaat Cross River erschwert dieses Vorhaben zunehmend. Viele Menschen versuchen, durch den Anbau von Kakao ihren Lebensunterhalt zu sichern – häufig auf Kosten der noch bestehenden Waldflächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die staatliche Unterstützung hat nachgelassen: Während Pandrillus früher regelmäßige Zuschüsse für die Versorgung der Tiere erhielt, ist diese finanzielle Hilfe mittlerweile eingestellt. Heute ist das Projekt fast ausschließlich auf internationale Unterstützung und private Spenden angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umweltschützerin Rita Uwaka erklärt gegenüber IPS, dass Nigeria zwar einen nationalen Aktionsplan zur Erhaltung der biologischen Vielfalt verabschiedet habe, dieser aber kaum wirksam sei: „Die Gesetze wirken zwar auf dem Papier beeindruckend, sind in der Praxis jedoch aufgrund schwacher Überwachungssysteme oft wirkungslos“, sagt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Gabriel Oshie, den engagierten Tierpfleger, steht fest: Der langfristige Erfolg des Projekts hängt entscheidend vom Bewusstsein der Bevölkerung ab. „Ich bin hier, weil ich die Natur schützen möchte“, sagt er. „Ohne uns könnte die Abholzung überhandnehmen, die Wälder zerstören und den Tieren schweren Schaden zufügen.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein Drill hinter einem elektrischen Zaun auf der Drill Ranch im im Afi Mountain Wildlife Sanctuary (Foto: Promise Eze/IPS)</p>
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			<media:title type="html">Gabriel Oshie auf der Drill Farm in Nigeria &#8211; Foto: Promise Eze/IPS</media:title>
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		<title>Nigeria: Solarlösungen aus Plastikmüll</title>
		<link>https://afrika.info/nigeria-solarloesungen-aus-plastikmuell/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Jul 2025 12:19:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Elektrizität]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Promise Eze]]></category>
		<category><![CDATA[Stanley Anigbogu]]></category>
		<category><![CDATA[Startups]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In keinem anderen Land der Erde leben mehr Menschen ohne Strom als in Nigeria. Der junge Energiepionier Stanley Anigbogu möchte dies ändern: Er entwickelt Solarlösungen durch die Wiederverwertung von Abfall.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Promise Eze | 14. Juli 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abuja (IPS/afr). In keinem anderen Land der Erde leben mehr Menschen ohne Strom als in Nigeria. Der junge Energiepionier Stanley Anigbogu möchte dies ändern: Er entwickelt Solarlösungen durch die Wiederverwertung von Abfall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stanley Anigbogu konnte es zunächst gar nicht fassen. Im März erfuhr der 25-Jährige, dass er in London als <a href="https://thecommonwealth.org/news/young-nigerian-energy-innovator-wins-2025-commonwealth-youth-award" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Commonwealth Young Person of the Year 2025</a> ausgezeichnet wird. Für die prestigeträchtige Anerkennung, die den Einsatz junger Menschen für die Erreichung globaler Entwicklungsziele würdigt, hatte es über 800 Bewerbungen gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, den Preis zu gewinnen”, erzählt Anigbogu. “Diese Auszeichnung gibt mir Hoffnung. Sie zeigt, dass die Menschen unsere Arbeit wahrnehmen, und dass sie wichtig ist.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Leuchten aus Plastikflaschen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anigbogu ist Mitbegründer von <a href="https://lightedimpact.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">LightEd</a>. Das Unternehmen baut solarbetriebene Ladestationen aus Plastikabfällen und ausrangierten Schiffscontainern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Orten, die keinen Zugang zu Elektrizität haben. Besonderes Augenmerk gilt der Stromversorgung von Flüchtlingen und vertriebenen Personen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">LightEd hat Solarladestationen in zwei großen Flüchtlingslagern in Nigeria errichtet. Die Menschen nutzen sie zum Aufladen ihrer Handys, Lampen und anderer Kleingeräte. Außerdem erfahren die Bewohner*innen, wie sie aus Plastikflaschen einfache Leuchten herstellen können.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/lampenwerkstatt-stanley-anigbogu-c-lighted-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-4533" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/lampenwerkstatt-stanley-anigbogu-c-lighted-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/lampenwerkstatt-stanley-anigbogu-c-lighted-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/lampenwerkstatt-stanley-anigbogu-c-lighted-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/lampenwerkstatt-stanley-anigbogu-c-lighted-1200-800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/lampenwerkstatt-stanley-anigbogu-c-lighted-1200-800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schüler*innen lernen, wie sie aus Plastikflaschen einfache Lampen herstellen. (Foto: LightEd)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich möchte, dass Kinder in Flüchtlingslagern auch nachts lernen können”, beschreibt Anigbogu seine Motivation. “Eine gute Beleuchtung verleiht ein Gefühl von Sicherheit. Sie spart Kosten, da man keine Kerzen oder Kerosin mehr kaufen muss, sondern nur noch eine Lampe auflädt. Außerdem gibt es keine Gesundheitsrisiken, die bei herkömmlichen Beleuchtungen durch das Einatmen von Rauch und Dämpfen bestehen.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">43 Prozent der Bevölkerung ohne Stromversorgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anigbogu weiß, was es heißt, ohne Licht auszukommen. Während seiner Kindheit in seiner Heimatstadt Onitsha im Süden Nigerias hatte er manchmal nur wenige Stunden Strom pro Woche. Häufig musste er Kerzen oder Petroleumlampen anzünden, um seine Schulaufgaben machen zu können.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Erfahrung hat Anigbogus Neugier geweckt. Er wollte wissen, wie Elektrizität funktioniert. Bereits im Alter von 15 Jahren begann er, einfache Haushaltsgeräte aus gebrauchten Teilen zu konstruieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="575" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/solar-ladestation-luftbild-c-lighted-1200-680-1024x575.jpg" alt="" class="wp-image-4534" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/solar-ladestation-luftbild-c-lighted-1200-680-1024x575.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/solar-ladestation-luftbild-c-lighted-1200-680-300x169.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/solar-ladestation-luftbild-c-lighted-1200-680-768x432.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/solar-ladestation-luftbild-c-lighted-1200-680-640x360.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/07/solar-ladestation-luftbild-c-lighted-1200-680.jpg 1210w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Luftaufnahme einer solarbetriebenen Ladestation von LightEd (Foto: LightEd)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Heute gilt Anigbogu in seinem Heimatland als Visionär für die nachhaltige Energiewende: Dank der Lösungen von LightEd konnten bislang über 10.000 Flüchtlinge und vertriebene Personen mit sauberer Elektrizität versorgt werden. Mit einem kleinen Team gleichgesinnter junger Menschen hat er 6.000 Studierende ausgebildet und über 20.000 Kilogramm Abfall wiederverwertet.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria ist das Land mit der höchsten Zahl von Menschen ohne Elektrizität. Laut Angaben der<a href="https://www.worldbank.org/en/news/press-release/2021/02/05/nigeria-to-improve-electricity-access-and-services-to-citizens" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Weltbank</a> haben 85 Millionen Nigerianer*innen keinen Zugang zum Stromnetz. Das bedeutet, dass etwa 43 Prozent der Bevölkerung ohne regelmäßige Stromversorgung leben müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ladestationen für Friedensdialog</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Stanley Anigbogu weiß, dass die Einbindung der Bevölkerung entscheidend für den Erfolg ist. Nach der Sekundarschule war er zum Studium in Marokko. Dort gründete er ein Startup, das Energie aus Orangenschalen gewinnen wollte. Das Projekt scheiterte, aber Anigbogu gewann wertvolle Erkenntnisse. „Ich habe viele Fehler gemacht, weil ich das Geschäft nicht gut genug verstanden habe“, gibt er heute offen zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Corona-Lockdowns im Jahr 2020 kehrte Anigbogu nach Nigeria zurück. Er wollte etwas Nützliches tun, um armen Gemeinden zu helfen. Heute hört er genau hin, was die Menschen benötigen: “Die Lösungen, die wir anbieten, entstehen unmittelbar aus den Bedürfnissen der Gemeinschaften”, sagt Anigbogu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das größte Problem beschreibt Anigbogu die Skalierung. Es sei nicht einfach, die richtigen Strategien und Strukturen für eine Expansion in neue Regionen und Länder zu finden, meint er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein neuestes Vorhaben ist der Bau von Ladestationen, die auch als Räume für den Friedensdialog dienen. &#8222;Ich arbeite mit den Gewinnern des <a href="https://thecommonwealth.org/news/cd2025/inaugural-commonwealth-peace-prize-winners-nigeria-lauded-their-contributions" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Commonwealth-Friedenspreises</a> zusammen, die heuer auch aus Nigeria kommen”, erzählt Anigbogu. “Gemeinsam diskutieren wir über den Bau einer Ladestation, die als Raum für den Dialog zwischen den Generationen und den Religionen dient. In Nigeria, wo es viele religiöse Konflikte gibt, glaube ich, dass es eine gute Idee ist, den Zugang zu Energie zu nutzen, um Menschen unterschiedlichen Glaubens zusammenzubringen.” (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Stanley Anigbogu mit Kindern vor einer solarbetriebenen Ladestation von LightEd (Foto: LightEd)</p>
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			<media:title type="html">Schüler*innen LightEd</media:title>
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			<media:title type="html">Luftaufnahme einer solarbetriebenen Ladestation von LightEd (Foto: LightEd)</media:title>
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		<title>35 Visa für eine Reise durch Afrika</title>
		<link>https://afrika.info/35-visa-fuer-eine-reise-durch-afrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Mar 2025 12:13:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[AfCFTA]]></category>
		<category><![CDATA[Busani Bafana]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aliko Dangote ist der reichste Mensch Afrikas. Forbes taxiert das Vermögen des nigerianischen Unternehmers aktuell auf 23,4 Milliarden US-Dollar. Im Jänner machte Dangote auf dem Africa CEO Forum in Kigal, Ruanda, seinem Ärger über die fehlende Reisefreiheit in Afrika Luft.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 10. März 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo (IPS/afr). Aliko Dangote ist der reichste Mensch Afrikas. <a href="https://www.forbes.com/profile/aliko-dangote/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Forbes</a> taxiert das Vermögen des nigerianischen Unternehmers aktuell auf 23,4 Milliarden US-Dollar. Im Jänner machte Dangote auf dem Africa CEO Forum in Kigal, Ruanda, seinem Ärger über die fehlende Reisefreiheit in Afrika Luft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Als jemand, der Afrika groß machen will, muss ich 35 verschiedene Visa beantragen”, klagte Dangote. Er sprach damit vielen Wirtschaftstreibenden aus der Seele, die mit den restriktiven Reisebedingungen afrikanischer Länder zu kämpfen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kürzlich veröffentlichte „<a href="https://www.visaopenness.org/">Africa Visa Openness Index 2024</a>“ zeigt, wie schwer es Afrikaner*innen gemacht wird, innerhalb ihres eigenen Kontinents zu reisen. Nur vier Staaten – Benin, Gambia, Ruanda und die Seychellen – gewährten im Jahr 2024 visafreie Einreisen. Seit Anfang 2025 verlangt auch Ghana für Reisende aus anderen afrikanischen Ländern kein Visum mehr.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefahr für Afrikanische Freihandelszone</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die restriktive Visapolitik der meisten afrikanischen Länder belastet die Wirtschaftsbeziehungen auf dem Kontinent. Der innerafrikanische Handel machte im Jahr 2023 lediglich <a href="https://media.afreximbank.com/afrexim/African-Trade-Report_2024.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">14,9 Prozent </a>des gesamten Handelsvolumens aus.  Zum Vergleich: In der EU wurden im selben Jahr <a href="https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Intra-EU_trade_in_goods_-_main_features" target="_blank" rel="noreferrer noopener">61,4 Prozent </a> der Waren innerhalb der Gemeinschaft gehandelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bedenken hinsichtlich illegaler Migration, Terrorismus und wirtschaftlicher Destabilisierung sind die Hauptgründe, warum sich viele afrikanische Staaten weiterhin abschotten. Es gebe aber Belege dafür, dass diese Befürchtungen übertrieben sind, betont Francis Ikome von der Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA). Ikome warnt, dass ohne Personenfreizügigkeit die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone (AfCFTA) zum Scheitern verurteilt sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfCFTA soll die 1,4 Milliarden Menschen des Kontinents in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum vereinen. Nur vier Länder haben allerdings bislang das von der Afrikanischen Union (AU) im Jahr 2018 verabschiedete Protokoll zur Personenfreizügigkeit ratifiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Migrationsforscher Alan Hirsch, emeritierter Professor an der Nelson Mandela School of Public Governance der Universität von Kapstadt, weist auf das gegenseitige Misstrauen afrikanischer Staaten hin: &#8222;Die Zurückhaltung mancher Länder hängt mit ihrer Besorgnis über die Qualität der Dokumente und der Systeme in einigen Ländern zusammen. Außerdem haben sie Sicherheitsbedenken angesichts der Existenz terroristischer Organisationen in einigen Teilen Afrikas. Darüber hinaus befürchten sie, dass es sich bei den Reisenden um Wirtschaftsflüchtlinge handeln könnte, die das Land nicht mehr verlassen wollen.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Europäer*innen sind bevorzugt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sabelo Mbokazi, Leiter der Abteilung für Beschäftigung, Arbeit und Migration bei der AU-Kommission, verweist auf das Paradoxon, dass sich Europäer*innen auf dem Kontinent einfacher fortbewegen können als Afrikaner*innen. Joy Kategekwa, Direktorin des Regional Integration Coordination Office bei der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB), ergänzt: “Wir sprechen leidenschaftlich gerne über Panafrikanismus, schließen aber die Bevölkerung Afrika mit Hilfe von Visas aus.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2016 gibt es zwar einen panafrikanischen Pass, der grenzenloses Reisen in Afrika ermöglicht. Allerdings wurde dieser Pass bislang nur an afrikanische Staatsoberhäupter, Außenminister*innen und bei der AU akkkreditierte Diplomat*innen ausgegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Migrationsforscher Alan Hirsch glaubt, dass es für einen panafrikanischen Pass ohnehin zu früh ist. Er verweist aber darauf, dass Regionalpässe &#8211; wie z. B. jene der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) und der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) &#8211; bereits heute ein großer Erfolg sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Eine LKW-Schlange in Livingstone, Sambia, am Grenzübergang zu Simbabwe (Foto: Rainer Lesniewski / Shutterstock.com)</p>
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		<title>Nigerias &#8222;Happy City&#8220; versinkt im Atlantik</title>
		<link>https://afrika.info/ayetoro-nigerias-happy-city-versinkt-im-atlantik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2025 15:09:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Ort Ayetoro an der Südwestküste von Nigeria ist durch den Klimawandel praktisch unbewohnbar geworden. Der steigende Meeresspiegel hat bereits 90 Prozent der Fläche überschwemmt. Die Regierung sieht tatenlos zu, wie “The Happy City” zunehmend verschwindet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Promise Eze | 9. Januar 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ayetoro (IPS/afr). Der Ort Ayetoro an der Südwestküste von Nigeria ist durch den Klimawandel praktisch unbewohnbar geworden. Der steigende Meeresspiegel hat bereits 90 Prozent der Fläche überschwemmt. Die Regierung sieht tatenlos zu, wie “The Happy City” zunehmend verschwindet.<br><br>Im Jahr 2021 wurde das Zuhause von Ojajuni Olufunsho vom Atlantik fortgespült. Heute lebt die 53-Jährige mit ihren fünf Kindern in einer Notunterkunft aus Holz und Aluminiumblechen. Ihre einst florierende Schneiderei wurde von den Wassermassen komplett zerstört. Olufunsho kämpft um das Überleben ihrer Familie, indem sie alte Kleidungsstücke flickt. „Früher war ich eine bekannte Schneiderin und habe auch Kleidung verkauft, aber das Wasser hat alles vernichtet”, erzählt sie unter Tränen.</p>



<iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d6958494.584094284!2d4.042229342397366!3d10.530056366405546!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x103f385a9dc6ac7b%3A0x273348d907375ecd!2sAiyetoro%2C%20Ondo%2C%20Nigeria!5e0!3m2!1sde!2sat!4v1736434119755!5m2!1sde!2sat" width="100%" height="600" style="border:0;" allowfullscreen="" loading="lazy" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">Der steigende Meeresspiegel setzt die Einwohner*innen von Ayetoro immer stärker unter Druck: Einheimische bezeugen, dass mittlerweile 90 Prozent des Ortes überschwemmt wurden. Straßen, Häuser, Schulen und sogar Friedhöfe wurden Opfer der Flut, Tausende Bewohner*innen sind obdachlos geworden. „Viele Menschen haben die Stadt verlassen“, sagt Omoyele Thompson, der PR-Beauftragte von Ayetoro. Er verweist auf offizielle Zahlen, wonach die Zahl der Bewohner*innen von rund 30.000 im Jahr 2006 auf mittlerweile 5.000 gesunken sei.<br><br>„Eigentum im Wert von mehreren Millionen Dollar wurde zerstört”, erzählt Omoyele Thompson weiter. “Hunderte von Wohnhäusern, darunter ein Entbindungszentrum und Fabriken, wurden weggeschwemmt. Viele Menschen müssen nun in Baracken hausen.”</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-6-ips-1200-1024x768.jpg" alt="Blick auf die Baracken von Ayetoro, die in Wasserlachen stehen." class="wp-image-4269" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-6-ips-1200-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-6-ips-1200-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-6-ips-1200-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-6-ips-1200-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-6-ips-1200.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Viele Menschen müssen in Ayetoro in Baracken hausen. (Foto: Promise Eze/IPS)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Lebensraum von 117 Millionen Menschen bedroht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der ganzen Welt stehen Küstenorte vor der Herausforderung, sich gegen die steigenden Meeresspiegel zu schützen. Besonders drastisch ist die Situation allerdings auf Europas südlichem Nachbarkontinent: Das&nbsp;<a href="https://africacenter.org/spotlight/rising-sea-levels-besieging-africas-booming-coastal-cities-lagos-dakar-alexandria-maputo-nile/">African Centre for Strategic Studies</a>&nbsp;prognostiziert, dass der Meeresspiegel an den Küsten Afrikas im Jahr 2030 um 0,3 Meter höher liegen wird als noch 1990. Damit ist der Lebensraum von 117 Millionen Menschen bedroht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria mit seiner ausgedehnten Küste am Golf von Guinea zählt zu jenen Ländern, die am stärksten vom ansteigenden Meeresspiegel betroffen sein könnten. Laut USAID könnte ein Anstieg des Meeresspiegels um 0,5 Meter bis zum Ende des Jahrhunderts die Umsiedelung von bis zu 53 Millionen Nigerianer*innen erforderlich machen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Expert*innen sind üerzeugt, dass die Ayetoro ohne schützende Eingriffe bald nur noch auf Fotos und in Geschichtsbüchern existieren wird. Die nigerianische Regierung zeigt aber bislang kaum Ambitionen, den Küstenort bei entsprechenden Vorkehrungen zu unterstützen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das verblassende Juwel am Atlantik</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ayetoro wurde 1947 von christlich-apostolischen Missionaren gegründet und galt einst als ein Leuchtturm der Selbstversorgung und des Fortschritts. Der gemeinschaftsorientierte Lebensstil des Ortes, der auf religiösen Werten basierte, Den Beinamen “The Happy City” („Die glückliche Stadt“) erhielt der Ort aufgrund des gemeinschaftsorientieren Lebensstils, der auf religiösen Werten basierte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-1-ips-1200-1024x768.jpg" alt="Das Ortschild von Ayetoro mit dem Beinamen &quot;The Happy City&quot;" class="wp-image-4270" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-1-ips-1200-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-1-ips-1200-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-1-ips-1200-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-1-ips-1200-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-1-ips-1200.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Ortschild von Ayetoro mit dem Beinamen &#8222;The Happy City&#8220; erinnert an bessere Zeiten. (Foto: Promise Eze/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1960er und 1970er Jahren wurde Ayetoro für seine beispielhaften Entwicklungen in Sektoren wie Landwirtschaft, Industrie und Bildung bekannt. Hier wurde auch die erste Werft Nigerias errichtet, durch die Branchen wie Bootsbau und Fischerei profitierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die einst schönen Strände und die blühende Infrastruktur sind heute jedoch nur noch eine blasse Erinnerung. Aus dem Juwel am Atlantik ist ein Mahnmal der Zerstörung durch den Klimawandel geworden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtige Einrichtungen wie die erste Kirche, der Markt, der Fußballplatz oder die Gemeindebücherei wurden überschwemmt oder zerstört. Sogar der Palast des Monarchen von Ayetoro, der bislang ein Symbol für das reiche kulturelle Erbe des Ortes war, ist von Wasser und Schlamm umgeben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das einzige noch existierende Krankenhaus ist in einem nicht mehr tragbaren Zustand. Qualifiziertes Gesundheitspersonal hat Ayetoro in großer Zahl den Rücken zugekehrt. In Notfällen müssen Kranke mit dem Boot in Spitäler benachbarter Gemeinden transportiert werden. Es wird immer wieder von Todesfällen berichtet, die sich während des Krankentransportes ereignen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der steigende Meeresspiegel zerstört nicht nur die Anwesen und die Infrastruktur von Ayetoro, sondern entzieht der Bevölkerung auch ihre Lebensgrundlage. Das Ackerland und die Quellen sind durch Salzwasser verunreinigt, Landwirtschaft wird dadurch nahezu unmöglich. Thompson, der für die Rechte der Bevölkerung von Ayetoro kämpft, sagt: „Die Menschen leben in völliger Armut, weil sie ihre Geschäftsgrundlage verloren haben.“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gebrochene Versprechen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mai 2024 half Omoyele Thompson mit, einen friedlichen Protest zu organisieren. Tausende Einwohner*innen &#8211; darunter Kinder und ältere Menschen &#8211; forderten die Regierung auf, endlich Maßnahmen zu ergreifen. Doch wie schon in der Vergangenheit passierte nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung in Abuja hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit leeren Versprechen auf die Hilferufe aus Ayetoro geantwortet. Bereits im Jahr 2000 hatte sich Gemeindebürger*innen in zahlreichen Briefen an die Regierung gewandt und Hilfe gebeten. Vier Jahre später schien Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. Die Regierung beauftragte die Niger Delta Development Commisson mit dem Ayetoro Shore Protection Project, das unter anderem den Bau eines Deiches vorsah. Aber Millionen von US-Dollar, die für das Projekt vorgesehen waren, verschwanden in dunklen Kanälen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2009 wurde der Auftrag schließlich an ein anderes Unternehmen, Dredging Atlantic, übertragen. Aber auch diese Firma setzte keine der angekündigten Maßnahmen um.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Idowu Oyeneyin, die 38-jährige Mutter dreier Kinder, ist wütend, dass niemand für die gescheiterten Projekte zur Rechenschaft gezogen wurde. Sie sagt, Politiker*innen würden die Gemeinde ohnehin nur zu Wahlzeiten besuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der steigende Meeresspiegel an der Küste hat meiner Familie enormes Leid zugefügt”, erzählt Oyeneyin. “Mein Lebensmittelgeschäft wurde durch die Fluten völlig zerstört. Es war nicht nur ein Geschäft – es war unsere Haupteinnahmequelle. Nun kann ich es mir nicht einmal mehr leisten, gut für meine Kinder zu sorgen.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oyeneyins Kinder besuchen die einzige verbliebene Schule von Ayetoro. Diese besteht aus einzelnen Holzhütten, die auf Stelzen errichtet wurden und durch instabile Stege miteinander verbunden sind. Aufgrund der wiederkehrenden Fluten musste der Standort der Schule bereits mehrmals verlegt werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-5-ips-1200-1024x768.jpg" alt="Blick in die einzig verbliebene Schule von Ayetoro" class="wp-image-4271" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-5-ips-1200-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-5-ips-1200-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-5-ips-1200-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-5-ips-1200-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-5-ips-1200.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blick in die einzig verbliebene Schule von Ayetoro (Foto: Promise Eze/IPS)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Der Fluch der fossilen Brennstoffe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anfälligkeit für den steigenden Meeresspiegel wird durch die Ölförderung in der Region noch verstärkt. Ayetoro liegt in einer erdölreichen Region, die vor 30 Jahren in das Blickfeld großer Ölkonzerne rückte. Die schonungslose Ausbeutung von Öl- und Gasvorkommen hat zu enormen Umweltverschmutzungen geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Akinwuwa Omobolanle, die Gemahlin des ehemaligen Königs von Ayetoro, fordert daher, dass lokale und internationale Ölkonzerne ihre Aktivitäten in der Region völlig einstellen: „Die Erdölbohrungen im Meer und die Ankunft von Ausländern, die in den 1990er Jahren in Ayetoro natürliche Ressourcen entdeckten, sind eine der Hauptursachen für das, was uns jetzt bevorsteht. Seitdem sie mit der Ölförderung begonnen haben, eskalieren die Probleme.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Zikorah Ibeh, Programmmanagerin bei der Menschenrechts- und Umweltorganisation Corporate Accountability and Public Participation Africa (CAPPA), macht deutlich: „Während der Anstieg des Meeresspiegels zweifellos auf die globale Erwärmung zurückzuführen ist, ist die Notlage von Ayetoro &#8211; wie die vieler ölreicher Gemeinden im Nigerdelta &#8211; auch eine direkte Folge des rücksichtslosen Extraktivismus multinationaler Öl- und Gaskonzerne. Jahrzehntelang haben diese Konzerne nahezu ungestraft agiert und eine Spur der Umweltzerstörung hinterlassen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ibeh kritisiert, dass die nigerianischen Regierungen der letzten Jahrzehnte die Konzerne nicht zur Verantwortung gezogen haben. Stattdessen hätten sie sich für die Komplizenschaft entschieden. “Sie haben Unternehmensinteressen und Einnahmequellen über das Wohlergehen von Gemeinden wie Ayetoro gestellt”, sagt Ibeh. “Diese Nachlässigkeit hat die Stadt doppelt verwundbar gemacht: Erstens gegenüber den globalen Auswirkungen des Klimawandels und zweitens gegenüber der ungezügelten Gier profitorientierter Industrien, die die Umwelt als entbehrlich betrachten.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Große Skepsis gegenüber&nbsp;Industrienationen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den in Ayetoro verbliebenen Bewohner*innen läuft die Zeit davon. Sie versuchen auf eigenen Antrieb, sich vor den Wassermassen zu schützen, allerdings ohne großen Erfolg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir haben versucht, lokale Barrieren zu errichten, um die Flut aufzuhalten“, sagt Ojajuni Oluwale, ein Vater von sieben Kindern, der bereits zwei Häuser verloren hat. „Wir haben versucht, uns mit Sandsäcken zu schützen. Aber wenn das Meer kommt, schwemmt es diese einfach weg.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-3-ips-1200-1024x768.jpg" alt="Ojajuni Oluwale hat bereits zwei Häuser durch die Wassermassen Häuser verloren." class="wp-image-4272" style="width:717px;height:auto" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-3-ips-1200-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-3-ips-1200-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-3-ips-1200-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-3-ips-1200-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-3-ips-1200.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ojajuni Oluwale hat bereits zwei Häuser durch die Wassermassen Häuser verloren. (Bild: Promise Eze/IPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen in Ayetoro sind wütend, weil sie sich im Stich gelassen fühlen &#8211; nicht nur von der eigenen Regierung, sondern auch von den reichen Nationen. Im Jahr 2023 waren die Staaten der G20 für&nbsp;<a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/umwelt-energie/umwelt/G20_CO2.html">83 Prozent der globalen fossilen CO2-Emissione</a>n verantwortlich.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es besteht weit verbreitete Skepsis, dass die Industrienationen ihre Verpflichtungen zur Bewältigung der Klimafolgen einhalten. Bei der Klimakonferenz COP29 in Baku im November 2024 wurde eine Einigung erzielt, dass Entwicklungsländer bis zum Jahr 2035 jährlich 300 Milliarden US-Dollar zur Bekämpfung des Klimawandels erhalten sollen. Vertreter*innen aus dem Globalen Süden bezeichneten diese Summe als völlig unzureichend. Nigerias Gesandte Nkiruka Maduekwe drückte es sogar noch deutlicher aus: „Das ist ein Witz“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nigerianische Klimaexpertin Tolulope Gbenro ist vor allem besorgt darüber, dass die Gelder auch die betroffenen Menschen erreichen. Sie merkt an, dass die Klimafinanzierung derzeit etwas unorganisiert sei und es an einem klaren und einheitlichen Ansatz fehle. „Es ist eine Sache, über genügend Mittel zu verfügen, um den Bedarf zu decken. Eine ganz andere Sache ist jedoch, die richtigen Rechenschafts-, Überwachungs- und Prüfungsinstrumente zu haben, um sicherzustellen, dass die Mittel ordnungsgemäß ausbezahlt werden und zu den am stärksten gefährdeten Gruppen gelangen.”</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-4-ips-1200-1024x768.jpg" alt="Der Friseursalon von Emmanuel Aralu wurde Opfer der Fluten." class="wp-image-4274" style="width:717px;height:auto" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-4-ips-1200-1024x768.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-4-ips-1200-300x225.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-4-ips-1200-768x576.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-4-ips-1200-640x480.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2025/01/ayetoro-4-ips-1200.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Friseursalon von Emmanuel Aralu wurde Opfer der Fluten. (Foto: Promise Eze/IPS)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Steigende psychische Belastungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Währenddessen warten die Menschen in Ayetoro weiterhin auf Hilfe, um die endgültige Zerstörung abzuwenden. Bewohner*innen berichten, dass auch die damit verbundenen psychischen Belastungen kaum noch zu bewältigen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Trauma ist unerträglich“, sagt Emmanuel Aralu, der seinen Friseurladen an das Meer verloren hat. „Der gesamte Laden wurde über Nacht ausgelöscht. Nicht ein einziger Artikel konnte gerettet werden. Jetzt muss ich darum kämpfen, über die Runden zu kommen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aralu fährt fort: „Ich muss für etwas leiden, das ich nicht verursacht habe. Die Ölförderung entzieht unseren Offshore-Gebieten Ressourcen, doch die Gewinne kommen Städten wie Abuja und Lagos zugute. Wir müssen die Hauptlast des Schadens tragen. Das ist emotional erschöpfend.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Akinwuwa Omobolanle, ein Bewohnerin von Ayetoro, zeigt auf den Sumpf, der durch wiederkehrende Überschwemmungen entstanden ist. (Foto: Promise Eze/IPS)</p>
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			<media:title type="html">Ayetoro, Nigeria</media:title>
			<media:description type="html">Blick auf die Baracken von Ayetoro, die in Wasserlachen stehen.</media:description>
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			<media:title type="html">Ortschild von Ayetoro, Nigeria</media:title>
			<media:description type="html">Das Ortschild von Ayetoro mit dem Beinamen &#34;The Happy City&#34;</media:description>
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			<media:title type="html">Schule von Ayetoro, Nigeria</media:title>
			<media:description type="html">Blick in die einzig verbliebene Schule von Ayetoro</media:description>
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			<media:title type="html">Ojajuni Oluwale, Bewohner von Ayetoro</media:title>
			<media:description type="html">Ojajuni Oluwale hat bereits zwei Häuser durch die Wassermassen Häuser verloren.</media:description>
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			<media:title type="html">Emmanuel Aralu, Bewohner von Ayetoro</media:title>
			<media:description type="html">Der Friseursalon von Emmanuel Aralu wurde Opfer der Fluten.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Nigeria: Sintflut verschärft Hunger und Terror</title>
		<link>https://afrika.info/sintflut-nigeria/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2024 14:49:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Boko Haram]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Naturkatastrophen]]></category>
		<category><![CDATA[Oritro Karim]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 9. September brach der Alau-Damm zehn Kilometer südöstlich der Stadt Maiduguri im Nordosten von Nigeria. Zuvor hatten die wochenlangen, sintflutartigen Regenfälle den 1986 eröffneten Damm schwer beschädigt. 40 Prozent der Stadt wurden überflutet.  </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Oritro Karim | 17. September 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (IPS/afr). Am 9. September brach der Alau-Damm zehn Kilometer südöstlich der Stadt Maiduguri im Nordosten von Nigeria. Zuvor hatten die wochenlangen, sintflutartigen Regenfälle den 1986 eröffneten Damm schwer beschädigt. 40 Prozent der Stadt wurden überflutet.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Maiduguri ist die Haupstadt des Bundesstaates Borno im Nordosten von <a href="https://afrika.info/kategorie/nigeria/">Nigeria</a>, die Metropoloregion zählt rund zwei Millionen Einwohner*innen. Ali Ndume, ein Vertreter für Borno South, beschreibt das Ausmaß der Zerstörung: „Häuser, Institutionen, Behörden und Unternehmen wurden von den Fluten überschwemmt. Viele Menschen sind eingeschlossen.” Ndume fordert von der Regierung Sofortmaßnahmen: “Ich befürchte, dass sich die Situation noch verschlimmern könnte, wenn die Bundesregierung nicht sofort eingreift.”</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Laut Berichten der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind etwa 40 Prozent von Maiduguri von Hochwasser überflutet, insgesamt sind über 240.000 Menschen betroffen. Wasserschäden haben zum Zusammenbruch wichtiger Infrastruktur geführt, darunter Brücken, Straßen, Stromversorgungssysteme, Gesundheitseinrichtungen und Schulen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zonenkoordinator der <a href="https://nema.gov.ng/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">National Emergency Management Agency</a> (NEMA), Surajo Garba, teilte mit, dass etwa 23.000 Wohnhäuser unter Wasser stehen. Wie viele Menschen bei der Katastrophe ihr Leben verloren haben, ist noch unbekannt. NEMA-Sprecher Ezekiel Manzo schätzt, dass mindestens 30 Zivilist*innen getötet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Ali Abatcha Don Best, Generaldirektor des Sanda Kyarimi Parks in Maiduguri, sind 80 Prozent der Tiere des Zoos in den Wassermassen umgekommen. Er fügte hinzu, dass Krokodile und giftige Schlangen in menschliche Siedlungen gespült worden seien, und forderte die Bevölkerung auf, wachsam zu sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ernährungskrise und Boko Haram</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sintflut verschärft bereits bestehende humanitäre Krisen im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas. Laut NEMA hat das Hochwasser erhebliche Schäden am Ackerland verursacht, etwa 110.000 Hektar sind davon betroffen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Einige der von den Überschwemmungen betroffenen Gebiete in den Bundesstaaten Borno, Adamawa und Yobe sind mit einer Nahrungsmittel- und Ernährungskrise konfrontiert, die 4,8 Millionen Menschen betrifft und das Leben von 230.000 Kindern durch akute Unterernährung gefährdet“, erklärt Stéphane Dujarric, Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Folgen für die Wirtschaft Nigerias sind beträchtlich. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) trägt die Landwirtschaft etwa 22,35 Prozent zum nigerianischen Bruttoinlandsprodukt bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Terrorgruppe Boko Haram nutzt das Desaster für Überfälle, da die Polizei mit der Versorgung von Flutopfern beschäftigt ist. Am 1. September fielen 50 Extremisten auf Motorrädern im Dorf Mafa im Bundesstaat Yobe ein, der östlich an Borno angrenzt. Die Terroristen steckten Häuser in Brand und eröffneten das Feuer auf Besucher*innen des Markts. Laut Polizeisprecher Dungus Abdulkarim kamen bei dem Terrorakt mindestens 100 Menschen ums Leben. Viele Dorfbewohner*innen werden immer noch vermisst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die UNO, das Welternährungsprogramm (WFP) und andere humanitäre Organisationen versuchen vor Ort bestmöglich Hilfe zu leisten. Ihnen läuft allerdings die Zeit davon: Denn der mit 927 Millionen Dollar dotierte Hilfsplan für Nigeria ist erst zu 46 Prozent finanziert. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Überflutungen in Lagos, Nigeria (Archivbild, Foto: Shutterstock)</p>
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		<item>
		<title>Nigeria: Dann lieber wieder Brennholz</title>
		<link>https://afrika.info/nigeria-dann-lieber-wieder-brennholz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Apr 2024 09:26:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Peace Oladipo]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Offene Feuerstellen kosten in Nigeria über 130.000 Menschen im Jahr das Leben. Einkommensschwachen Haushalten fehlt es aber an Alternativen: Nach rapiden Preissteigerungen ist Kochgas für viele kein Thema mehr. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Peace Oladipo | 22. April 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">Omu-Aran (IPS/afr). Offene Feuerstellen kosten in Nigeria über 130.000 Menschen im Jahr das Leben. Einkommensschwachen Haushalten fehlt es aber an Alternativen: Nach rapiden Preissteigerungen ist Kochgas für viele kein Thema mehr. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein sonniger Vormittag in der Stadt Omu-Aran im Bundesstaat Kwara im Westen Nigerias. Die 52-jährige Witwe Iyabo Sunday kocht Bohnen und Reis auf dem offenen Feuer. Nach einer starken Erhöhung der Strompreise hatte sie ihren Elektroherd zunächst gegen einen Gaskocher eingetauscht &#8211; aber auch dieser ist mittlerweile Geschichte. “Wegen der instabilen Wirtschaft bin ich wieder zu Brennholz zurückgekehrt”, sagt sie. </p>



<iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d5224579.829690416!2d6.573996420280285!3d7.0550544464066025!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x104820536e944c21%3A0x9be99a6533276362!2sOmu-Aran%20251103%2C%20Kwara%2C%20Nigeria!5e0!3m2!1sen!2sat!4v1713777772225!5m2!1sen!2sat" width="100%" height="450" style="border:0;" allowfullscreen="" loading="lazy" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnlich ergeht es der 41-jährigen Gastronomin Oyedele Christiana, die Fufu &#8211; eine Spezialität aus Maniok und Kochbananen &#8211;&nbsp; verkauft. Die Kochstelle in ihrer Kantine befeuert sie mit Brennholz, obwohl sie aus gesundheitlichen Gründen längst auf Gas umsteigen wollte: “Ich bin nicht so alt, wie ich aussehen, aber das kommt vom Kochen”, seufzt sie, „der Rauch reizt meine Augen und verursacht starken Husten.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Jahr 2022 haben sich die Preise für Kochgas in Nigeria mehr als verdoppelt. Ein Zylinder mit 12,5 Kilogramm Kochgas kostete vor zwei Jahren noch 7.413 Naira, das sind ca. 5,20 Euro. Heute liegt der Preis bei 16.875 Naira oder 11,80 Euro. Angesichts des gesetzlichen Mindestlohns von 30.000 Naira (21 Euro) pro Monat ist das eine enorme Summe. Der Grund für die Preissteigerung liegt vor allem im Wegfall der staatlichen Subventionen für Erdölprodukte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehr COPD bei Frauen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Haushalte in Nigeria können sich Kochgas schlicht nicht mehr leisten. Eine Untersuchung des <a href="https://nigerianstat.gov.ng/news/78" target="_blank" rel="noreferrer noopener">nationalen Statistikamts</a> zeigt, dass 63 Prozent der Bevölkerung zum Kochen Abfälle, Brennholz oder Holzkohle verwenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Folgen für das Klima &#8211; die Beschaffung von Brennholz treibt die Entwaldung stark voran &#8211; stellt diese Kochmethode eine enorme Gefahr für die Gesundheit  dar: Nach Angaben der <a href="https://www.who.int/data/gho/data/indicators/indicator-details/GHO/household-air-pollution-attributable-deaths" target="_blank" rel="noreferrer noopener">WHO</a> starben in Nigeria 132.494 Menschen im Jahr 2019 an der durch offene Feuerstellung verurschachten Luftverschmutzung im Haushalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die nigerianische Umwelttechnologin Aisha Sulaiman zählen vor allem Frauen zu den Leidtragenden. Bei ihnen sei die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) immer häufiger festzustellen. Sulaiman sieht es als Aufgabe der Regierung, saubere Energie wettbewerbsfähig zu machen, um die Akzeptanz bei einkommensschwachen Menschen sicherzustellen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Praktikable Alternativen gefragt</strong>&nbsp;&nbsp;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Energieberater Ibrahim Muhammad sieht die Regierung in der Pflicht und fordert finanzielle Unterstützungen bei der Umstellung auf umwelt- und gesundheitsfreundliche Alternativen. Allerdings müssten diese auch praktikabel sein, fordert er.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">So seien Elektroherde wegen der instabilen Stromversorgung keine Lösung. Und auch die häufig propagierten Solarkocher gingen an der Lebensrealität der Menschen vorbei. “Solarkocher werden normalerweise verwendet, wenn die Sonne scheint”, sagt Muhammad, “aber viele Menschen essen kaum zu Mittag, sondern eher in der Früh und am Abend.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er schlägt daher vor, die Produktion und den Ankauf von Briketts zu fördern: “Briketts ähneln der Holzkohle, sie sind energieeffizient und können aus Agrarabfällen hergestellt werden. Es müssen dafür also keine Bäume gefällt werden.” (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Frauen im Bundesstaat Kwara kehren mit Brennholz aus dem Wald zurück. (Foto: Peace Oladipo/IPS)</p>
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		<item>
		<title>Frauen in Nigeria fordern das Patriarchat heraus</title>
		<link>https://afrika.info/frauen-in-nigeria-fordern-das-patriarchat-heraus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Oct 2023 12:08:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Promise Eze]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bukes Saliu macht sich jeden Morgen zeitig auf den Weg, um dem starken Frühverkehr in Lagos zu entgehen. Ihr Ziel ist ein Lagergebäude in der nigerianischen Küstenmetropole, wo sie als Gabelstaplerfahrerin arbeitet.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Promise Eze | 6. Oktober 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lagos (IPS/afr). Bukes Saliu macht sich jeden Morgen zeitig auf den Weg, um dem starken Frühverkehr in Lagos zu entgehen. Ihr Ziel ist ein Lagergebäude in der nigerianischen Küstenmetropole, wo sie als Gabelstaplerfahrerin arbeitet. Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Berufswahl ist Saliu zu einem Vorbild für viele Frauen geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;„Die Leute sind begeistert, wenn ich ihnen sage, was ich mache”, erzählt Saliu. “Manchmal kommen abfällige Bemerkungen von Männern, mit denen ich zusammenarbeite, aber das lasse ich nicht an mich herankommen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu ihrem Beruf als Gabelstaplerfahrerin kam Saliu im August 2022. Zuvor hatte sie auf WhatsApp das Foto einer Frau erhalten, die selbstbewusst neben einem Stapler posierte. Bukes Saliu wusste sofort, dass sie diesen Beruf auch ausüben möchte. Kurzerhand entschloss sie sich zu einer einschlägigen Ausbildung.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Früher war ich Projektmanager bei einer gemeinnützigen Organisation, aber ich habe den Job&nbsp; für meinen neuen Beruf aufgegeben”, sagt Saliu. “Am ersten Arbeitstag hatte ich zwar etwas Angst, aber jetzt bediene ich die Maschine wie die Männer. Ich glaube, dass Frauen mit am Tisch sitzen sollten, weil sie unterschiedliche Perspektiven, Ideen und Erfahrungen einbringen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Enormer Aufholbedarf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Gleichstellung der Geschlechter ist es in Nigeria schlecht bestellt. Im <a href="https://www3.weforum.org/docs/WEF_GGGR_2023.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gender Gap Index 2023</a> des Weltwirtschaftsforums (WEF) ist Afrikas bevölkerungsreichster Staat mit Rang 130 unter 146 Nationen weit hinten zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Frauen stoßen im Berufsleben an ihre Grenzen, obwohl die nigerianische Verfassung jegliche Form von Diskriminierung verbietet. Als Ursache werden religiöse und&nbsp; kulturelle Traditionen, Vorurteile, begrenzte Bildungschancen und die ungleichen Auswirkungen von Armut genannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Regierung in Nigeria in der Vergangenheit immer wieder versucht hat, die tief verwurzelten Probleme zu lösen, sind die Fortschritte nach wie vor schleppend. In der Politik waren zuletzt sogar Rückschläge zu verzeichnen: Bei den Parlamentswahlen vom 25. Februar 2023 wurden nur drei Frauen in den 109-köpfigen Senat gewählt, in der vorherigen Legislaturperiode hatte es immerhin sieben Senatorinnen gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der Arbeitswelt haben Frauen einen schweren Stand. Unter den mehr als 220 Millionen Bürger*innen Nigerias gehen lediglich 27,1 Millionen Frauen offiziell einer Erwerbstätigkeit nach. Ein großer Teil davon entfällt auf Beschäftigungsverhältnisse, die wenig oder gar keine Qualifikation voraussetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schwimmen gegen den Strom</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch gibt es auch ermutigende Beispiele von Frauen, die angebliche Geschlechtsnormen in Frage stellen und in bislang von Männern dominierte Berufsfelder vorstoßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2022 erlangte die damals 26-jährige Iyeyemi Adediran enorme Aufmerksamkeit in Social Media. Als Lkw-Fahrerin für ein Ölunternehmen überzeugte sie durch außergewöhnliches Können am Steuer.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Meilenstein setzte auch Sandra Aguebor, die als erste weibliche Mechanikerin des Landes bekannt wurde. Mit ihrer 2004 gegründeten <a href="https://ladymechanicinitiative.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lady Mechanic Initiative</a> hat sie 4.000 Mädchen und Frauen ausgebildet und ihnen dadurch neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Schumacherin Faith Oyita gilt in Nigeria als Pionierin. In Makurdi, Hauptstadt des Bundesstaates Benue im Südosten des Landes, stellt sie seit dem Jahr 2015 Schuhe und Taschen her.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Ausbildungszeit war Oyita mit vielen Vorurteilen konfrontiert: “Zu Beginn fragten sich viele, warum ich mich für die Schuhmacherei entschieden habe. Sogar der Mann, der mit unterrichtete, zweifelte an meinem Potenzial. Ich war die einzige Frau unter seinen Lehrlingen. Viele der Männer waren überzeugt, dass ich nur hier bin, weil ich mit ihnen ausgehen wollte. Aber trotz der negativen Bemerkungen habe ich nie aufgegeben.”&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erbe der Kolonialzeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Añuli Aniebo Ola-Olaniyi , Geschäftsführerin der Frauenorganisation HEIR Women Hub in der Hauptstadt Abuja, ist überzeugt, dass die patriarchalen Strukturen ein Erbe der britischen Kolonialzeit sind. Damals wäre mit Unterstützung der Religion die Vorstellung verbreitet worden, dass Männer mehr Macht hätten, so Ola-Olaniyi.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Vieles von dem, was heute passiert, hat nichts damit zu tun, wie wir ursprünglich unser Leben als Frauen in Nigeria geführt haben”,&nbsp; beklagt Ola-Olaniyi. “Frauen waren am Handel mit Waren und Dienstleistungen beteiligt, sie konnten sogar andere Frauen heiraten.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ola-Olaniyi kämpft dafür, dass die kolonialen Narrative korrigiert werden. Mit ihrer Organisation ermutigt sie andere Frauen, sich den Herausforderungen zu stellen: “In dem Land, das uns kolonisiert hat, fahren Frauen Busse und steuern Flugzeuge. Aber Nigeria hat es verabsäumt, seine Frauen zu stärken. Wenn eine Frau in Männerberufe vordringt, dann gilt es als große Leistung. Sie war aber immer dazu in der Lage, es fehlten einfach die Möglichkeiten. Ich glaube, dass Frauen gerade erst beginnen, ihr Potenzial zu erkennen.” (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Die Gabelstaplerfahrerin Bukes Saliu aus Lagos (Bild: Promise Eze/IPS)</p>
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		<title>Grenzenloses Zahlungssystem</title>
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		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Feb 2022 10:57:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fidelis Adele, der CEO von “Solid Graphics” aus Freetown, bestellte  im letzten September einige Drucker in Nigeria. Zusätzlich zum Bestellwert von 10.000 US-Dollar musste er Spesen in Höhe von 165 US-Dollar in Kauf nehmen.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Kingsley Ighobor, Africa Renewal* | 15. Februar 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freetown (AR/afr). Fidelis Adele, der CEO von “Solid Graphics” aus Freetown, bestellte&nbsp; im letzten September einige Drucker in Nigeria. Zusätzlich zum Bestellwert von 10.000 US-Dollar musste er Spesen in Höhe von 165 US-Dollar in Kauf nehmen. Trotzdem dauerte es drei Tage, bis das Geld auf dem Konto des Verkäufers in Nigeria ankam.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe 30 Dollar als Überweisungsgebühr, 35 Dollar als SWIFT-Gebühr und weitere 100 Dollar an Bankgebühren bezahlt“, erzählt Adele im Gespräch mit der UN-Zeitschrift “Africa Renewal”. Alternativen wie “Western Union” oder MoneyGram wären wegen ihrer Wechselkurse nicht in Frage gekommen, so Adele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erfahrung wie Fidelis Adele machen Händler*innen in Afrika jeden Tag, wenn sie grenzüberschreitend tätig werden. Der umständliche und zeitaufwändige Prozess kostet jedes Jahr fünf Milliarden US-Dollar an Gebühren für Geldüberweisungen, weiß Benedict Oramah, Präsident der “African Export-Import Bank” (Afreximbank). Im Interview mit “Africa Renewal” erklärt Oramah: “Wir sind ein armer Kontinent. Wir sollten das Geld nicht auf diese Weise verschwenden.”</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="pilotprojekt-in-sechs-landern-in-westafrika">Pilotprojekt in sechs Ländern in Westafrika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Problem zu lösen, hat die Afreximbank das&nbsp; “Pan-African Payments and Settlement Systems”&nbsp; (PAPSS) gestartet. Die Plattform soll&nbsp; grenzüberschreitende Zahlungen in lokalen Währungen erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">PAPSS wurde bislang erfolgreich den sechs Ländern der Westafrikanischen Währungszone (WAMZ) getestet &#8211; dazu zählen Nigeria, Gambia, Sierra Leone, Liberia, Ghana und Guinea. Die Zone sei ideal für den Testballon gewesen, bestätigt Oramah: „Die sechs WAMZ-Länder haben unterschiedliche Währungen. Eines der Länder ist frankophon, und die anderen sind anglophon. Wir haben eine große Wirtschaft wie Nigeria und kleinere Volkswirtschaften. Alles, was in anderen Teilen Afrikas schief gehen kann, wäre in der WAMZ schief gelaufen, und wir hätten Probleme während der Pilotphase erkannt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die operative Einführung von PAPSS wurde bereits Ende September 2021 angekündigt. Der Zentralbanken der Länder arbeiten dabei eng mit der Afreximbank zusammen. Die multilaterale Handelsbank hat 500 Millionen US-Dollar für die Einführung des Zahlungssystems in Westafrika zur Verfügung gestellt, weitere drei Milliarden US-Dollar sollen in den afrikaweiten Ausbau investiert werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Geschäftsführer von PAPSS, Mike Ogbalu sagt, dass während der Pilotphase in Westafrika Bankkonten in verschiedenen Ländern innerhalb von zehn Sekunden belastet und gutgeschrieben wurden. Die Technologie sei robust und könne große Transaktionen bewältigen, so Ogbalu.</p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Der Geldtransfer mit PAPSS erfolgt in einem fünfstufigen Verfahren:</p>



<ol class="wp-block-list"><li>Eine Zahlungsanweisung wird an eine lokale Bank oder einen Zahlungsdienstleister erteilt.</li><li>Die Bank oder der Zahlungsdienstleister übermittelt die Anweisung an PAPSS.</li><li>PAPPS validiert die Zahlungsanweisung.</li><li>PAPPS leitet die Anweisung an die Bank oder den Zahlungsdienstleiter des/der Begünstigten weiter.</li><li>Die Bank oder der Zahlungsdienstleister des/der Begünstigten zahlt den Überweisungsbetrag in lokaler Währung aus.</li></ol>
</div></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="hohe-erwartungen">Hohe Erwartungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Vereinfachung grenzüberschreitender Transaktionen und die Verringerung der Abhängigkeit von harten Währungen soll der innerafrikanische Handel erheblich angekurbelt werden. Derzeit beträgt der Anteil des Handels zwischen afrikanischen Ländern nur bei 17 Prozent des gesamten Handelsvolumen des Kontinents. Außerdem wird erwartet, dass PAPSS zu einer Steigerung der lokalen Wertschöpfung und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beiträgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Wamkele Mene, Generalsekretär der Afrikanischen Freihandelszone (AfCFTA), könnte das neue Zahlungssystem zu einem echten Gamechanger werden: „Es gibt 42 Währungen in Afrika. Wir wollen sicherstellen, dass ein Händler in Ghana ghanaische Cedi an einen Geschäftspartner in Kenia überweisen kann, der dann kenianische Schilling erhält“, sagt Mene gegenüber “Africa Renewal”.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unternehmer Fidelis Adele hatte bislang noch nichts von PAPSS gehört. Nun ist er aber zuversichtlich, dass ihm das Zahlungssystem in seinem Business helfen wird. „Wenn ich in Freetown Leones zu einer Bank bringen könnte, um Drucker in Nigeria zu bezahlen, und das Geld sofort auf dem Konto des Begünstigten in Nigeria eingezahlt wird, wäre das außergewöhnlich“, sagt er. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Kingsley Ighobor ist Chefredakteur unseres Partnermagazins&nbsp;<a href="https://www.un.org/africarenewal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a>&nbsp;der Vereinten Nationen. Der englischsprachiger Originalbeitrag stammt aus der <a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/issue/november-2021">Ausgabe November 2021</a>.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Headquarter der “Central Bank of Nigeria” in Abuja (Foto: Tayvay, Shutterstock.com)</p>
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		<title>Impfstart in Nigeria</title>
		<link>https://afrika.info/impfstart-in-nigeria/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Apr 2021 07:07:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[COVID-19]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Leon Usigbe]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 2. März hat Nigeria 3,92 Millionen Dosen das COVID-19-Impfstoffs von AstraZeneca erhalten. Das war allerdings nur der Beginn: Die Regierung rechnet für heuer mit 84 Millionen Dosen an Impfstoffen. Bei der Finanzierung helfen auch Unternehmen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Leon Usigbe, Africa Renewal* | 08. April 2021</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abuja (AR/afr). Am 2. März hat Nigeria 3,92 Millionen Dosen das COVID-19-Impfstoffs von AstraZeneca erhalten. Das war allerdings nur der Beginn: Die Regierung rechnet für heuer mit 84 Millionen Dosen an Impfstoffen. Bei der Finanzierung helfen auch Unternehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der nigerianische Gesundheitsminister Osagie Ehanire sagt, dass aufgrund von Vereinbarungen mit der Afrikanischen Export-Import-Bank (Afreximbank) die Lieferung von Impfstoffen in dieser Größenordnung garantiert seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">70 Millionen Impfstoffe von Johnson &amp; Johnson sollen von der Afrikanischen Union bereitgestellt werden, 13,76 Millionen Dosen AstraZeneca werden von der internationalen Impfstoffinitiative COVAX zugewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Finanzierung des Vorhabens mobilisiert die Regierung in Abjuja auch die Wirtschaft. So hat der nigerianische Telekommunikationsriese MTN 25 Millionen US-Dollar gespendet, um 1,4 Millionen Impfstoffe zu bestellen. Davon wurden bereits 300.000 Dosen AstraZeneca im März geliefert. Weitere Großunternehmen sollen diesem Beispiel folgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="impfungen-fur-70-prozent-der-bevolkerung-bis-2020">Impfungen für 70 Prozent der Bevölkerung bis 2020</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Boss Mustapha ist der Vorsitzende der COVID-19 Task Force der Regierung, die alle Maßnahmen zur Eindämmung Corona-Pandemie koordiniert. Mustapha hofft, dass lokale Pharmaunternehmen innerhalb eines Jahres in der Lage sein werden, COVID-19-Impfstoffe in Nigeria herzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ziel der Regierung sei es, bis 2022 genügend Impfstoffe für 70 Prozent der Bevölkerung zu haben, so Mustapha. Er verweist darauf, dass Nigeria im Umgang mit landesweiten Impfprogrammen langjährige Erfahrung habe. So sei es etwa gelungen,&nbsp;<a href="https://www.bbc.com/news/world-africa-53887947" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Polio</a>&nbsp;auszurotten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit etwa 200 Millionen Einwohnern ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land des Kontinents.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="skepsis-gegen-impfung-gross">Skepsis gegen Impfung groß</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sorgen bereitet Mustapha allerdings die weitverbreitete Skepsis gegenüber den COVID-19-Impfstoffen. Laut einer Umfrage der &#8222;National Primary Healthcare Development Agency&#8220; will derzeit nur die Hälfte der Bevölkerung geimpft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Sicherheit der Impfungen zu demonstrieren, ließen sich Präsident Muhammadu Buhari und Vizepräsident Yemi Osinbajo vor laufenden Fernsehkameras impfen. &#8222;Ich habe meinen ersten Stich erhalten und möchte allen berechtigten Nigerianern empfehlen, dasselbe zu tun, damit wir vor dem Virus geschützt werden&#8220;, sagte Buhari bei seiner Impfung am 6. März.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um für eine effiziente Verteilung des Impfstoffe zu gewährleisten, hat Nigeria eine digitale Registrierung eingeführt. Laut Faisal Shuaib, Exekutivdirektor der &#8222;National Primary Health Care Development Agency&#8220;, können sich alle Personen ab 18 Jahren für die Impfung vormerken lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reihenfolge der Impfungen erfolgt nach Priorisierungsgruppen. Schlüsselkräfte im Gesundheitsbereich sollen als erste an die Reihe kommen, auch ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen werden bevorzugt geimpft. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Leon Usigbe ist Mitarbeiter unseres Partnermagazins&nbsp;<a href="https://www.un.org/africarenewal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a>&nbsp;der Vereinten Nationen.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Nigerias Präsident Muhammadu Buhari ließ sich am 6. März öffentlichkeitswirksam vor laufenden TV-Kameras impfen (Foto:&nbsp;<a href="https://twitter.com/MBuhari/status/1368174685662380036/photo/1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Muhammadu Buhari auf Twitter</a>).</p>
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