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	<title>Ernährung Archive | afrika.info</title>
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	<description>Changing Perceptions</description>
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	<title>Ernährung Archive | afrika.info</title>
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		<title>Das stille Verschwinden der Wanderfische</title>
		<link>https://afrika.info/wanderfische/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 15:06:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Kizito Makoye]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Ostafrika gehen die Bestände wandernder Süßwasserfische dramatisch zurück. Die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen ist gefährdet. Ursachen sind vor allem Staudämme, Überfischung und der Klimawandel.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/wanderfische/">Das stille Verschwinden der Wanderfische</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 26. März 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rufiji, Tansania (IPS/afr) – Schon zu Beginn der Auktion auf dem Fischmarkt von Nangurukuru in der südlichen Region Lindi in Tansania ist die Krise deutlich spürbar. Holzkanus, die einst mit reichen Fängen vom Rufiji-Fluss zurückkehrten, bringen heute nur noch einen Bruchteil dessen ein, was sie früher gefangen haben. Händler*innen suchen vergeblich nach einem Kambale, wie der Afrikanische Raubwels hier genannt wird. Die Welsart, die im Durchschnitt zwischen 70 und 100 Zentimeter lang wird, prägte einst den Markt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die großen Kambale sind heutzutage nur noch schwer zu finden“, sagt der 68-jährige Fischer Hamisi Juma. Der Afrikanische Raubwels wanderte während saisonaler Überschwemmungen zum Laichen den Rufiji-Fluss hinauf. Das Ausbleiben des Fisches gefährdet die Ernährungssicherheit von Tausenden Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Afrikanische Raubwels zählt zu den wandernden Süßwasserfischen und damit zu den am stärksten bedrohten Wirbeltieren der Welt. Durch die Zerschneidung von Flussläufen, Verschmutzung, Überfischung und den Klimawandel werden die Bestände zunehmend dezimiert. Ihr Überleben hängt davon ab, dass Flüsse frei fließen können. Doch in ganz Afrika werden Flüsse immer häufiger aufgestaut oder umgeleitet.</p>



<h2 id="h-eine-lebensgrundlage-bricht-weg" class="wp-block-heading">Eine Lebensgrundlage bricht weg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Fisch ist unsere wichtigste Proteinquelle“, sagt Asha Mrope, eine Händlerin auf dem Markt von Nangurukuru. „Wenn sie verschwinden, ist jeder zu Hause davon betroffen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Biologe Zeb Hogan von der University of Nevada in Reno ist Hauptautor einer neuen <a href="https://www.cms.int/publication/global-assessment-migratory-freshwater-fishes" target="_blank" rel="noreferrer noopener">globalen Studie über wandernde Süßwasserfische</a>. Er bestätigt, dass der Rückgang eine direkte Bedrohung für die Ernährungssicherheit von insbesondere einkommensschwachen Ländern darstellt.&nbsp;</p>



<iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d5244549.948846103!2d36.36309347077529!3d-6.174475171614761!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x1858de4fe80e2a3f%3A0xbf4c81d229927cdd!2sRufiji%2C%20Tanzania!5e0!3m2!1sen!2sde!4v1774537509688!5m2!1sen!2sde" width="100%" height="550" style="border:0;" allowfullscreen="" loading="lazy" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">In Tansania sei diese Abhängigkeit vom Rufiji bis zum Viktoriasee sichtbar. „Fische aus dem Viktoriasee, der beispielsweise Bestände an Nilbarsch und anderen Arten beherbergt, sind ein Grundnahrungsmittel und versorgen Millionen von Menschen im Norden Tansanias mit Nahrung“, sagt Hogan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Warnung des Berichts, dass wandernde Süßwasserfische zu den am stärksten gefährdeten Wirbeltieren gehören, ist daher mehr als nur ein biologischer Alarm. Praktisch gesehen weist sie auf eine wachsende Bedrohung der Ernährungssicherheit für Gemeinschaften hin, denen nur wenige erschwingliche Alternativen zur Verfügung stehen.</p>



<h2 id="h-warum-die-wanderwege-der-fische-verschwinden" class="wp-block-heading">Warum die Wanderwege der Fische verschwinden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Ausmaß des Problems zu verstehen, muss man dem Weg der Fische folgen. Viele Arten im Rufiji sind auf saisonale Hochwasser angewiesen, um sich durch Flüsse, Feuchtgebiete und Auen zu bewegen, wo sie Nahrung finden und sich fortpflanzen. Wird dieser Rhythmus unterbrochen, breiten sich die Schäden schnell im gesamten Ökosystem aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Staut man einen Fluss auf, zerstört man technisch gesehen die biologischen Signale, denen Fische seit Tausenden von Jahren folgen“, erklärt Hilda Mpangala von der Abteilung für Aquakultur an der Universität Dar es Salaam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hogan ergänzt, dass Staudämme diesen Kreislauf auf verschiedene Weise beeinträchtigen: „Staudämme stören die Fischwanderungen – indem sie die Laichwanderungen flussaufwärts blockieren, die Ausbreitung junger Fische flussabwärts verlangsamen und die Flussströmungen verändern, die notwendig sind, um Wanderungen auszulösen oder junge Fische in die Auen zu verteilen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Fische ihre Laichgebiete nicht mehr erreichen können, sinken die Bestände und die Fangmengen gehen zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kraftwerk Julius Nyerere, eines der größten Infrastrukturprojekte Afrikas, verdeutlicht dieses Dilemma. Für Tansania verspricht das Laufwasserkraftwerk am Rufiji mehr Strom und wirtschaftliches Wachstum, gefährdet jedoch zugleich die Fischbestände in einem der wichtigsten Flüsse des Landes.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="JULIUS NYERERE 2,115 MW HYDROPOWER PROJECT, TANZANIA Progress Video July 2024" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/oyGysDpaPu8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Werbevideo für die Julius Nyerere Hydropower Station: Das Laufwasserkraftwerk verfügt über eine installierte Kapazität von 2.115 Megawatt, im April 2025 wurde die neunte und letzte Turbine in Betrieb genommen. Geplant und errichtet wurde es von den ägyptischen Unternehmen Arab Contractors und Elsewedy Electric.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für Zeb Hogan ist das Prinzip klar: „Wenn man Flüsse gesund und frei fließend hält, bleiben die aquatischen Ökosysteme fischreich – zum Wohle der Menschen und der Umwelt.“</p>



<h2 id="h-ein-verlust-mit-kulturellen-folgen" class="wp-block-heading">Ein Verlust mit kulturellen Folgen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ältere Fischer am Rufiji erinnern sich an einen anderen Fluss. „Früher haben wir Kambale mit einem Gewicht von 30 Kilogramm gefangen”, erzählt Juma. “Heutzutage bekommt man kaum noch welche.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Gemeinden bedeutet der Verlust der Fische mehr als nur entgangene Einnahmen. Fische sind mit Erinnerungen, Zeremonien und Identität verbunden. Ihr Verschwinden macht sich nicht nur auf den Tellern bemerkbar, sondern auch in den Geschichten, die die Menschen über den Fluss und das Leben erzählen, das er einst ermöglichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt der Klimawandel, der den Druck auf die Fischpopulationen weiter erhöht. In ganz Ostafrika verändern sich die Niederschlagsmuster und damit die Hochwasserzyklen, von denen viele Arten für ihre Wanderung und Fortpflanzung abhängig sind. Lange Dürreperioden senken den Wasserstand, während plötzlicher Starkregen zerstörerische Überschwemmungen auslösen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Problem ist die Überfischung. Da weniger Fische verfügbar sind, greifen einige Fischer zu Netzen mit kleineren Maschen, wodurch auch Jungfische gefangen werden, bevor sie sich fortpflanzen können.</p>



<h2 id="h-ein-problem-uber-grenzen-hinweg" class="wp-block-heading">Ein Problem über Grenzen hinweg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In ganz Afrika sichern große Flusssysteme wie der Nil, der Kongo und der Niger den Lebensunterhalt von Hunderen Millionen Menschen. Doch viele dieser Flüsse stehen unter zunehmendem Druck durch Staudämme, Verschmutzung, Klimaschocks und mangelhafte Bewirtschaftung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue, von den Vereinten Nationen unterstützte globale Studie schätzt, dass die Populationen wandernder Süßwasserfische seit 1970 um 81 Prozent zurückgegangen sind – einer der stärksten Rückgänge, die je für eine Gruppe von Wirbeltieren verzeichnet wurden. Der Bericht identifiziert 325 Arten, die dringend internationaler Schutzmaßnahmen bedürfen, darunter 42 in Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders akut ist das Problem in Afrika, wo viele Flüsse und Seen nationale Grenzen überschreiten. Der Bericht nennt die Flusssysteme des Nils, des Kongo und des Niger-Tschadsees als vorrangige Gebiete für Zusammenarbeit. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800.jpg" alt="" class="wp-image-5416" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800.jpg 1200w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2026/03/afrikanischer-raubwels-wikimedia-1200-800-639x426.jpg 639w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Afrikanischer Raubwels (Clarias gariepinus) wandert den Sabie River im Kruger Nationalpark in Südafrika flussaufwärts. (Foto: <a href="https://www.flickr.com/people/65695019@N07">Bernard DUPONT</a>, Wikimedia, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0">CC BY-SA 2.0</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40725384">Link</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Deshalb ist es so wichtig, dass Länder zusammenarbeiten, um die Bewirtschaftung und den Schutz von Wanderfischen und Fischbeständen, die sich über internationale Grenzen erstrecken, zu verbessern“, sagt Hogan. „Über 49 Prozent der Erdoberfläche sind von grenzüberschreitenden Flüssen bedeckt – es handelt sich also nicht um ein lokales oder nationales Problem, sondern um ein globales Problem, das internationale Zusammenarbeit erfordert.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Fische kennen keine Grenzen“, ergänzt Hilda Mpangala. „Aber allzu oft tun dies unsere politischen Maßnahmen.“</p>



<h2 id="h-ernahrungssicherheit-in-gefahr" class="wp-block-heading">Ernährungssicherheit in Gefahr</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für politische Entscheidungsträger*innen verdeutlicht der Rückgang der Wanderfischbestände ein schwieriges Spannungsfeld zwischen Entwicklung und ökologischem Überleben. Wasserkraft trägt dazu bei, den Zugang zu Strom zu verbessern und wirtschaftliches Wachstum anzukurbeln. Werden Flusssysteme jedoch verändert, ohne die ökologischen Kosten vollständig zu berücksichtigen, können die Folgen gravierend sein – insbesondere für arme Gemeinden, die direkt von der Fischerei abhängig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hogan formuliert diese Abwägung in pragmatischen Begriffen: „Ja, Wasserkraft ist entscheidend für die Entwicklung“, sagt er, „deshalb kommt es darauf an, den Nutzen der Wasserkraft zu maximieren und gleichzeitig die Umweltkosten zu minimieren. Das kann erreicht werden, indem Staudämme an geeigneten Standorten errichtet und gut geplant und betrieben werden. Ein guter Staudamm ist einer, bei dem der wirtschaftliche Nutzen die Umweltkosten bei weitem überwiegt. Leider werden viele ‚schlechte‘ Staudämme gebaut, bei denen der wirtschaftliche Nutzen weit geringer ist als die Umweltkosten.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er fordert zudem, dass alte Staudämme, die keinen Zweck mehr erfüllen, zurückgebaut werden, damit Wanderfische wieder Zugang zu ihren historischen Lebensräumen erhalten. “Dieser Ansatz hat sich bei der Wiederherstellung der Bestände von Wanderfischen als sehr erfolgreich erwiesen”, meint Hogan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Gewährleistung der Energiesicherheit sollten vermehrt erneuerbare Energiequellen wie Solar- und Windkraft genutzt werden, so Hogan. Gleichzeitig sollten Flüsse in Schutzgebieten als frei fließende Gewässer erhalten bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade in Tansania, wo Bevölkerungswachstum und Urbanisierung sowohl den Bedarf an Nahrungsmitteln als auch an Energie steigern, wird dieser Balanceakt immer dringlicher. „Wenn wir unsere Fischbestände verlieren, verlieren wir auch unsere Nahrung, unsere Arbeitsplätze und unsere Lebensweise“, klagt die Händlerin Asha Mrope.</p>



<h2 id="h-lokales-wissen-gefragt" class="wp-block-heading">Lokales Wissen gefragt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Expert*innen betonen, dass sich der Rückgang verlangsamen – und in manchen Fällen sogar umkehren – lässt, wenn Regierungen rasch handeln. Zu den dringendsten Maßnahmen zählen der Schutz von Wanderkorridoren, die Wiederherstellung ökologischer Mindestabflüsse, die Verbesserung von Fischpassagen an Staudämmen, strengere Fischereivorschriften sowie Investitionen in Forschung und Monitoring. Viele wandernde Arten sind nach wie vor kaum erforscht, insbesondere in Afrika – was eine wirksame Politik zusätzlich erschwert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Zeb Hogan beginnen die realistischsten Lösungen bei den Menschen, die die Flüsse am besten kennen: „Man muss mit den lokalen Gemeinschaften zusammenarbeiten, um sie zu befähigen, die Bewirtschaftung der Fischerei zu verbessern, und die Gemeinschaften untereinander sowie mit der Regierung vernetzen, damit sie gemeinsam an einer besseren Bewirtschaftung arbeiten“, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die internationale Zusammenarbeit sei entscheidend. Länder müssten Daten austauschen und sich auf gemeinsame Richtlinien und Vorschriften festlegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Nangurukuru lichtet sich der Markt, während die Sonne höher steigt. Die wenigen Fische, die angeliefert wurden, sind schnell verkauft. Die Händler*innen packen ihre Körbe zusammen. Die Fischer sitzen im Schatten, flicken ihre Netze und bereiten sich auf einen weiteren ungewissen Tag am Fluss vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Fluss ist immer noch da“, meint der Fischer Hamisi Juma nachdenklich. „Aber es ist nicht mehr derselbe Fluss, den wir kannten.“ (Ende)(Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein Fischhändler auf dem Markt von Rufiji wartet gespannt auf die Ankunft der Boote mit dem Tagesfang (Foto: Kizito Makoye/IPS).</p>
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		<item>
		<title>Nigeria: Sintflut verschärft Hunger und Terror</title>
		<link>https://afrika.info/sintflut-nigeria/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2024 14:49:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Boko Haram]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Naturkatastrophen]]></category>
		<category><![CDATA[Oritro Karim]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 9. September brach der Alau-Damm zehn Kilometer südöstlich der Stadt Maiduguri im Nordosten von Nigeria. Zuvor hatten die wochenlangen, sintflutartigen Regenfälle den 1986 eröffneten Damm schwer beschädigt. 40 Prozent der Stadt wurden überflutet.  </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Oritro Karim | 17. September 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (IPS/afr). Am 9. September brach der Alau-Damm zehn Kilometer südöstlich der Stadt Maiduguri im Nordosten von Nigeria. Zuvor hatten die wochenlangen, sintflutartigen Regenfälle den 1986 eröffneten Damm schwer beschädigt. 40 Prozent der Stadt wurden überflutet.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Maiduguri ist die Haupstadt des Bundesstaates Borno im Nordosten von <a href="https://afrika.info/kategorie/nigeria/">Nigeria</a>, die Metropoloregion zählt rund zwei Millionen Einwohner*innen. Ali Ndume, ein Vertreter für Borno South, beschreibt das Ausmaß der Zerstörung: „Häuser, Institutionen, Behörden und Unternehmen wurden von den Fluten überschwemmt. Viele Menschen sind eingeschlossen.” Ndume fordert von der Regierung Sofortmaßnahmen: “Ich befürchte, dass sich die Situation noch verschlimmern könnte, wenn die Bundesregierung nicht sofort eingreift.”</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Laut Berichten der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind etwa 40 Prozent von Maiduguri von Hochwasser überflutet, insgesamt sind über 240.000 Menschen betroffen. Wasserschäden haben zum Zusammenbruch wichtiger Infrastruktur geführt, darunter Brücken, Straßen, Stromversorgungssysteme, Gesundheitseinrichtungen und Schulen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zonenkoordinator der <a href="https://nema.gov.ng/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">National Emergency Management Agency</a> (NEMA), Surajo Garba, teilte mit, dass etwa 23.000 Wohnhäuser unter Wasser stehen. Wie viele Menschen bei der Katastrophe ihr Leben verloren haben, ist noch unbekannt. NEMA-Sprecher Ezekiel Manzo schätzt, dass mindestens 30 Zivilist*innen getötet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Ali Abatcha Don Best, Generaldirektor des Sanda Kyarimi Parks in Maiduguri, sind 80 Prozent der Tiere des Zoos in den Wassermassen umgekommen. Er fügte hinzu, dass Krokodile und giftige Schlangen in menschliche Siedlungen gespült worden seien, und forderte die Bevölkerung auf, wachsam zu sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ernährungskrise und Boko Haram</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sintflut verschärft bereits bestehende humanitäre Krisen im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas. Laut NEMA hat das Hochwasser erhebliche Schäden am Ackerland verursacht, etwa 110.000 Hektar sind davon betroffen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Einige der von den Überschwemmungen betroffenen Gebiete in den Bundesstaaten Borno, Adamawa und Yobe sind mit einer Nahrungsmittel- und Ernährungskrise konfrontiert, die 4,8 Millionen Menschen betrifft und das Leben von 230.000 Kindern durch akute Unterernährung gefährdet“, erklärt Stéphane Dujarric, Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Folgen für die Wirtschaft Nigerias sind beträchtlich. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) trägt die Landwirtschaft etwa 22,35 Prozent zum nigerianischen Bruttoinlandsprodukt bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Terrorgruppe Boko Haram nutzt das Desaster für Überfälle, da die Polizei mit der Versorgung von Flutopfern beschäftigt ist. Am 1. September fielen 50 Extremisten auf Motorrädern im Dorf Mafa im Bundesstaat Yobe ein, der östlich an Borno angrenzt. Die Terroristen steckten Häuser in Brand und eröffneten das Feuer auf Besucher*innen des Markts. Laut Polizeisprecher Dungus Abdulkarim kamen bei dem Terrorakt mindestens 100 Menschen ums Leben. Viele Dorfbewohner*innen werden immer noch vermisst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die UNO, das Welternährungsprogramm (WFP) und andere humanitäre Organisationen versuchen vor Ort bestmöglich Hilfe zu leisten. Ihnen läuft allerdings die Zeit davon: Denn der mit 927 Millionen Dollar dotierte Hilfsplan für Nigeria ist erst zu 46 Prozent finanziert. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Überflutungen in Lagos, Nigeria (Archivbild, Foto: Shutterstock)</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bokashi statt Chemiedünger</title>
		<link>https://afrika.info/bokashi-statt-chemieduenger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jun 2024 13:09:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Isaiah Esipisu]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim Africa Fertilizer and Soil Health Summit (AFSH24) in Kenias Hauptstadt Nairobi drehte sich alles um die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität in afrikanischen Ländern. Dabei gab es auch durchwegs kritische Stimmen, die den Erfolg von Düngemitteln anzweifelten.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Isaiah Esipisu | 18. Juni 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nairobi (IPS/afr). Beim<a href="https://au.int/en/AFSH-2024" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Africa Fertilizer and Soil Health Summit</a> (AFSH24) in Kenias Hauptstadt Nairobi drehte sich alles um die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität in afrikanischen Ländern. Dabei gab es auch durchwegs kritische Stimmen, die den Erfolg von Düngemitteln anzweifelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut <a href="https://au.int/sites/default/files/documents/43779-doc-Action_Plan_Fertilizer_and_Soil_Health_E.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Angaben der Afrikanischen Union</a> (AU) gelten mehr als 278 Millionen Afrikaner*innen als unterernährt &#8211; das ist ein Fünftel der Gesamtbevölkerung des Kontinents.Die Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und die Klimakrise haben die Verwundbarkeit von afrikanischen Ländern bei der Ernährungssicherheit offenbart. Der AFSH24 hatte daher das Ziel, Maßnahmen zu entwickeln, um das landwirtschaftliche Wachstum in Afrika zu beschleunigen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Africa Fertilizer Summit in Abuja im Juni 2006 liegt der Schwerpunkt der Strategie auf der Erhöhung der Bodenproduktivität durch den verstärkten Einsatz von Düngemitteln. In der <a href="https://www.afdb.org/en/topics-and-sectors/initiatives-partnerships/africa-fertilizer-financing-mechanism/about-affm/abuja-declaration" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Deklaration von Abuja</a> haben die AU-Mitgliedsstaaten damals beschlossen, den Einsatz von Düngemitteln von durchschnittlich acht Kilogramm pro Hektar bis ins Jahr 2015 auf 50 Kilogramm zu steigern. Auch wenn dieses Ziel bislang nicht erreicht werden konnte, gab es in Nairobi starke Zweifel gegen diese Strategie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stickstoffbasierte Dünger führen zu Versauerung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">So wies Kenias Außenminister Musalia Mudavadi bei der Eröffnung des Gipfels darauf hin, dass die Maiserträge an manchen Orten stagnieren, obwohl Düngemittel optimal eingesetzt wurden. “Wir haben beobachtet, dass Düngemittel alleine nicht ausreichend sind, um die landwirtschaftliche Produktivität und Produktion nachhaltig zu steigern”, sagte Mudavadi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestützt werden Mudavadis Einwände von wissenschaftlichen Studien. Ein <a href="https://www.cabi.org/projects/guiding-acid-soil-management-investments-in-africa/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Forschungsprojekt der britischen Organisation CAB International</a>  kam zum Schluss, dass der Einsatz von stickstoffbasierten Düngemitteln in vielen afrikanischen Ländern einen erheblichen Einfluss auf die Versauerung von Böden hat. Laut CAB International sind 15 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen in Afrika von Versauerung betroffen. Die Folge ist eine verminderte Verfügbarkeit von Nährstoffen, wodurch die erhofften Ernteerträge ausbleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Expert*innen plädieren daher für einen vollständigen Wechsel von synthetischen Düngemitteln zu organischen Anbaumethoden. “Die schwere finanzielle Bürde, die afrikanischen Nationen durch den Kauf teurer, importierter Düngemittel auferlegt wird, belastet die lokalen Volkswirtschaften und lenkt Mittel von nachhaltigeren lokalen landwirtschaftlichen Investitionen ab“, sagte etwa Bridget Mugambe, Programmkoordinatorin der <a href="https://afsafrica.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alliance for Food Sovereignty in Africa </a>(AFSA).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mugambe forderte auf dem Gipfel daher Regierungen in ganz Afrika dazu auf, das enorme Potenzial der Agrarökologie zu nutzen. Dadurch können die&nbsp; Ernährungssicherheit und die Ernährungssouveränität gesteigert, Armut und Hunger reduziert und die Biodiversität erhalten werden. Außerdem werde das indigene Wissen auf diese Weise respektiert, meinte Mugambe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bezirk Murang’a ist Pionier in Agrarökologie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia gilt der Bezirk Murang’a, der sich nördlich von Nairobi befindet, als Vorreiter in der Agrarökologie. Die Regionalregierung hat im Jahr 2022 ein <a href="https://muranga.go.ke/wp-content/uploads/2023/11/AGROECOLOGY-ACT1.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gesetz</a> auf den Weg gebracht, das die Nutzung von agrarökologischen Grundsätzen als Weg in die langfristige Ernährungssicherheit festschreibt. Ziel ist es, in Zukunft ausschließlich mit nachhaltigen Anbaumethoden zu arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Hauptgrund, warum wir hier Pionierarbeit leisten mussten, ist, dass unsere Region stark von den Klimaveränderungen betroffen ist”, erklärte Daniel Gitahi von der Bezirksverwaltung in Murang’a, “daher wurde Agrarökologie als prioritäre Anpassungsmaßnahme an das Phänomen betrachtet.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Grund für Gitahi waren die Beobachtungen, dass die Erträge trotz des Einsatzes von Düngemitteln zurückgingen. Auch in Murang’a wurde die Versauerung von Anbauflächen festgestellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Alternativen zu Chemiedüngern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim AFSH24 wurden zahlreiche Alternativen zu synthetischen Düngemitteln präsentiert. U. a. wurde der Einsatz von Bokashi empfohlen. Der fermentierte Kompost kommt aus Japan und bedeutet übersetzt so viel wie &#8222;fermentiertes Allerlei&#8220;. Für die Herstellung kommen Effektive Mikroorganismen (EM) zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus unterschiedlichen Kulturen, wie z. B. Milchsäurebakterien, Hefepilzen und Purpurbakterien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Esther Bett,&nbsp; Geschäftsführerin der NGO <a href="https://www.rodikenya.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">RODI Kenya</a>, ist vom Einsatz von Bokashi restlos überzeugt: “Auf meiner Maisfarm im Bezirk West Pokot haben sich meine Erträge fast verdoppelt”, erzählt sie.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allen Ligare von Mzuri Organics im Bezirk Kakamega setzt hingegen auf einen organischen Dünger, der aus dem Kot der Schwarzen Soldatenfliege hergestellt wird. „Dieser Dünger enthält alle wichtigen Nährstoffe”, sagte Ligare, “er fügt dem Boden organische Substanz hinzu und hilft bei der Speicherung von Bodenfeuchtigkeit.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Synthetischer Dünger, der auf einer Teefarm im Bezirk Kiambu ausgebracht wird. (Foto: Shutterstock.com)&nbsp;</p>
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		<title>Togotia: Comeback für vergessenes Gemüse</title>
		<link>https://afrika.info/togotia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Aug 2023 07:43:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wilson Odhiambo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das afrikanische Blattgemüse Togotia war lange Zeit in Vergessenheit geraten. Nun will ein Forscherteam der Egerton University in Njoro im kenianischen Landkreis Nakuru die vitaminreiche und klimarobuste Sorte zurück auf den Teller bringen. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Wilson Odhiambo | 22. August 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nairobi (IPS/afr). Das afrikanische Blattgemüse Togotia war lange Zeit in Vergessenheit geraten. Nun will ein Forscherteam der Egerton University in Njoro im kenianischen Landkreis Nakuru die vitaminreiche und klimarobuste Sorte zurück auf den Teller bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Togotia und viele andere Gemüsesorten haben ihre Wurzeln in der vorkolonialen Zeit, wo sie eine Delikatesse waren”, erkärt Charles Kihia, Lektor für Biologie an der Egerton University. Allerdings sei das Blattgemüse während der Kolonialzeit von exotischen Gemüsesorten wie Grünkohl oder Spinat verdrängt worden. Auch heute noch wird Togotia (Euracastrum arabicum) von vielen Menschen in <a href="https://afrika.info/kategorie/kenia/">Kenia</a> als Unkraut betrachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit seiner Kollegin Miriam Charimbu hat Kihia ein <a href="https://www.egerton.ac.ke/university-news/research/reviving-togotia-a-forgotten-african-leafy-vegetable-for-nutritional-security-and-climate-adaptation-in-kenya" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Forschungsprojekt</a> gestartet, um das Potenzial von Togotia für die Ernährungssicherheit in Zeiten der Klimakrise zu erheben. Das Forschungsprojekt hat einen Zuschuss vom <a href="https://www.ukri.org/what-we-do/our-main-funds-and-areas-of-support/browse-our-areas-of-investment-and-support/global-challenges-research-fund/">Global Challenge Research Fund</a> (GCRF) in Höhe von 4,9 Millionen Kenia Schilling (ca. 31.000 Euro) erhalten. Beteiligt an dem Projekt sind auch Guillermina Mendiondo (University of Nottingham) und Maud Muchuweti (University of Zimbabwe).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Teure Preise für exotisches Gemüse</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Kihia gehört Togotia zu den vergessenen afrikanischen Blattgemüsen, deren Beitrag zur Ernährungssicherheit von Forschung und Politik bislang weitgehend ignoriert wurde. Die globale Klimakrise stellt die Landwirtschaft in Kenia aber auf eine harte Probe: Das ostafrikanische Land erlebt derzeit eine der schlimmsten Dürreperioden der Geschichte. Ernteausfälle haben erhebliche Preissteigerungen auf den Märkten zur Folge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Dürre hat zu einem Mangel an vielen Gemüsesorten wie Grünkohl und Spinat geführt, die in der Stadt die größte Nachfrage haben”, sagt Nancy Mulu, eine Lebensmittelhändlerin in Kenias Hauptstadt Nairobi. “Die Sorten, die wir gerade bekommen, haben winzige Blätter. Wir sind gezwungen, sie in kleinen Mengen und zu hohen Preisen zu verkaufen. Die Kunden beschweren sich darüber.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mulu bietet auch traditionelle Gemüsesorten wie Terere (Amaranthus hybridus), Managu (Solanum nigrum) und Kunde (Vigna unguiculata) an. “Allerdings bin ich noch keinem Händler in der Stadt begegnet, der Togotia verkauft”, erzählt Mulu. “Man findet es vor allem in dörflichen Gegenden &#8211; und selbst dort behandeln es viele immer noch wie Unkraut.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Robust gegen Klimawandel und Schädlinge</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Miriam Charimbu von der Egerton University betont, dass Togotia eine wichtige Rolle für die Ernährungssicherheit der Bevölkerung spielen kann: “Die Pflanzen gedeihen selbst auf mageren Böden, benötigen nur einen begrenzten Einsatz von Agrochemikalien, reifen innerhalb von zwei Wochen und sind resistent gegen viele Schädlinge.” Außerdem beinhalte Togotia zahreiche lebenswichtige Stoffe wie Vitamin C, Eisen, Zink, Eiweiß und Kalzium, so Charimbu. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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<p class="wp-block-paragraph">Die Forscherin verweist auch darauf, dass das Blattgemüse auch im Anbau wesentlich günstiger kommt: „Die hohen Kosten für landwirtschaftliche Betriebsmittel, die für das exotische Gemüse erforderlich sind, machen den Anbau in Trockenperioden zu einem teuren und nicht nachhaltigen Unterfangen. Da Togotia eine robuste Nutzpflanze ist, hat sie im Vergleich deutlich die Nase vorn.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel des Forscherteams ist es, das hohe Potenzial von Togotia zu demonstrieren. An der Egerton University werden dazu Musterfarmen errichtet, die Landwirt*innen und Gemeinden von den Vorteilen des Blattgemüses überzeugen sollen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verstärkter Anbau im Dürregebieten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings scheint der Weg zu einer breiten Akzeptanz steinig: In Molo und Keresoi, den großen Gemüseanbauzentren im Landkreis Nakuru, hat Togotia noch einen schweren Stand. Hier setzen Landwirt*innen nach wie vor auf Mais, Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und Grünkohl. Togotia wird zumeist als Unkraut gejätet oder an das Vieh verfüttert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Landkreis Baringo aber, das zu den am stärksten von der Dürre betroffenen Regionen des Landes zählt, hat bereits ein Umdenken eingesetzt. Dort zählt Togotia zu den bevorzugten Gemüsesorten der Bevölkerung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forscherteam ist daher überzeugt: Wenn dies auch in anderen Dürregebieten wie Turkana, Marsabit und Samburu gelingt, kann Togotia einen großen Beitrag zur Bewältigung der wiederkehrenden Nahrungsmittelkrisen in Kenia beitragen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Kohl, Mais und Kartoffeln gehören zu den bevorzugten Anbausorten in Kenia. In der Klimakrise wächst das Interesse an vergessenem Blattgemüse wie Togotia. (Foto: Canva)</p>
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		<title>Ägypten sucht nach neuen Weizenlieferanten</title>
		<link>https://afrika.info/aegypten-sucht-nach-neuen-weizenlieferanten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Mar 2022 08:32:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Hisham Allam]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Russland und die Ukraine sind die Kornkammer Ägyptens. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine versucht der nordafrikanische Staat, rasch neue Weizenlieferanten zu finden. Ein Anstieg der subventionierten Brotpreise wird befürchtet.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Hisham Allam | 9. März 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kairo (IPS/afr). Russland und die Ukraine sind die Kornkammer Ägyptens. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine versucht der nordafrikanische Staat, rasch neue Weizenlieferanten zu finden. Ein Anstieg der subventionierten Brotpreise wird befürchtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russland und die Ukraine sind Schlüsselakteure auf dem globalen Getreidemarkt. Laut Angaben des deutschen<a href="https://www.bmel.de/SharedDocs/Meldungen/DE/Presse/2022/220224-agrarmaerkte-ukraine.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährungen</a> zeichneten die beiden Länder zuletzt für 29 Prozent der globalen Weizenexporte verantwortlich. Auf der anderen Seite ist Ägypten der größte Importeur für Weizen weltweit.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allein im Jahr 2021 importierte Ägypten 6,1 Millionen Tonnen Brotweizen: Davon stammten 4,2 Millionen Tonnen &#8211; also mehr als zwei Drittel &#8211; aus Russland und 651.400 Tonnen aus der Ukraine. (Quelle: <a href="https://www.world-grain.com/articles/16546-egypt-seeking-alternatives-to-wheat-from-russia-ukraine">World Grain</a>) </p>



<h2 class="wp-block-heading">Brotpreis ist politisch brisant</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Under the existing program, more than 60 million Egyptians, or nearly two thirds of the population, get 5 loaves of round bread daily for 50 cents a month, little changed since countrywide &#8222;bread riots&#8220; prevented a price hike in the 1970s.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mohamed Elhady ist Inhaber einer Bäckerei im Gouvernement al-Minufiyya. Seit 20 Jahren betreibt er sein Geschäft, das sich 80 Kilometer nördlich von Kairo befindet. Elhady ist aufgrund der aktuellen Entwicklung zutiefst besorgt: „Das staatlich subventionierte Brot verringert die Gewinnspanne der Bäckereien, da wir verpflichtet sind, einen Laib Brot zum staatlich festgelegten Preis zu verkaufen“, erzählt Elhady im Gespräch mit IPS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wurzeln der Subventionierung für Nahrungsmittel in Ägypten lassen sich bis ins Jahr 1941 zurückverfolgen. Derzeit sind rund 63 Millionen Ägypter*innen bezugsberechtigt: Sie erhalten fünf Brotlaibe pro Tag zum Preis von 20 Piaster, das entspricht rund 1,2 Cent.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Brotpreis ist in Ägypten ein politisch brisantes Thema. Im August 2021 kündigte Präsident Abdel Fattah al-Sisi, die Brotpreise erhöhen zu wollen. Eine Steigerung des Brotpreises hat politische Sprengkraft:&nbsp; 1977 musste der damalige Präsident Anwar as-Sadat die Erhöhung des Brotpreises wieder rückgängig machen, nachdem es zu “Brotaufständen” gekommen war.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Preiserhöhungen könnten im April kommen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Elhady glaubt aber, dass die Regierung die Ankündigung des Präsidenten bald in die Tat umsetzen wird. Er rechnet damit, dass die Erhöhung des Brotpreises bis April passieren wird. In diesem Monat wird mit Weizenlieferungen aus neuen Bezugsquellen gerechnet.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Elhady wird eine Preiserhöhung die tägliche Produktionsmenge und damit seine Gewinne verringern. „Sobald die Weizenpreise steigen, wird die Regierung die Zahl der subventionierten Brote von fünf auf drei pro Tag reduzieren oder den Preis für einen Brotlaib erhöhen”, befürchtet Elhady.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem fürchten viele, dass Bürger*innen aus dem Subventionsprogramm ausgeschlossen werden. „Die Menschen werden wählen müssen &#8211; weniger essen oder mehr zahlen“, sagt Elhady.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zeit für Neulieferungen drängt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Woher der Weizen kommen wird, ist derzeit noch nicht klar. Ägyptens wichtigste staatliche Beschaffungsagentur, die General Authority for Supply Commodities (GASC), hat eine zweite Ausschreibung für Weizenlieferungen für den Zeitraum von 13. bis 26. April 2022 veröffentlicht. Eine erste Ausschreibung musste annulliert werden, da nur ein Angebot für Weizen aus Frankreich eingetroffen war. Nach den Vergabekriterien sind aber zumindest zwei Angebote erforderlich, damit ein Zuschlag erteilt werden kann.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die GASC hat Ende Februar als Frist für die Einreichung von Angeboten für die neue Ausschreibung festgelegt . Neben Russland und der Ukraine holte die Beschaffungsagentur Angebote aus den USA, Kanada, Frankreich, Bulgarien, Australien, Polen, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Rumänien, Serbien, Ungarn, Paraguay und Kasachstan ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von Salah Hamza, Berater des Ministry of Supply and Internal Trade, werden in Ägypten pro Tag 275 Millionen Brotlaibe pro Tag produziert. Der Weizenbedarf pro Monat beträgt 900.000 Tonnen. “Der strategische Vorrat reicht für die nächsten fünf Monate”, so Hamza, “zusätzlich rechnen wir noch mit vier Millionen Tonnen, die aus der heimischen Ernte bis Mitte April erwartet werden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz des Krieges habe ein ägyptisches Schiff mit einer Ladung von 60 Tonnen Weizen die Ukraine verlassen und sei auf dem Weg nach Ägypten, so Hamza. „Diese Lieferung wurde bereits nach einer internationalen Ausschreibung im Dezember 2021 in der Ukraine für 361 US-Dollar pro Tonne bestellt”, sagt Hamza. Die Schiffsfracht sei Teil einer 300.000-Tonnen-Lieferung, die bis März 2022 eintreffen werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Preis für Weizen wird unterdessen immer höher: Im Februar dieses Jahres ist der Preis für einen Ardeb Weizen (150 Kilogramm) im Vergleich zum Februar 2021 um 65 Prozent angestiegen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der Krieg in der Ukraine beeinträchtigt die Weizenlieferungen nach Ägypten. Der Preis für das subventionierte Brot könnte bald steigen. (Foto: Abdelfatah Farag/IPS)</p>
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		<title>Trotz Ernährungskrise verfault das Gemüse</title>
		<link>https://afrika.info/trotz-ernaehrungskrise-verfault-das-gemuese/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Feb 2020 13:14:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Ignatius Banda]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Simbabwe ist mit einer schweren Ernährungskrise konfrontiert. Acht Millionen Menschen - also in etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung - sind von Ernährungsunsicherheit betroffen. Gleichzeitig verfault auf den Lebensmittelmärkten das Gemüse.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Ignatius Banda&nbsp;| 8. Februar 2020</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo (IPS/afr). Simbabwe ist mit einer schweren Ernährungskrise konfrontiert. Acht Millionen Menschen &#8211; also in etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung &#8211; sind von Ernährungsunsicherheit betroffen. Gleichzeitig verfault auf den Lebensmittelmärkten das Gemüse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem großen Markt in der Innenstadt von Bulawayo ist verfaultes Gemüse im Normalfall ein Anzeichen von Überfluss. Davon kann nun keine Rede sein: Tomaten, Kohl und Gurken welken vor sich hin, weil viele Menschen sich kein Gemüse mehr leisten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir können das Gemüse nicht einfach verschenken, nur weil wir befürchten, dass es verrotten wird&#8220;, sagt die Marktfrau Mihla Hadebe. &#8222;Und selbst wenn wir die Preise senken &#8211; die Leute haben einfach kein Geld. Deshalb verfault das Gemüse einfach.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Preise für Obst und Gemüse haben in den letzten Monaten stark angezogen: Im Dezember kostete ein Bund Grünkohl noch zwei Simbabwe-Dollar (0,5 Cent), nun beträgt der Preis fünf Simbabwe-Dollar (1,25 Cent). Die Bauern rechtfertigen den Anstieg damit, dass die ausbleibenden Regenfälle zu einer schlechten Ernte geführt hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sei es aber schwierig, die durch Verfaulung entstandenden Verluste an Lebensmitteln zu quantifizieren. Allerdings wird angenommen, dass der Schwund erheblich ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="jedes-dritte-kleinkind-leidet-an-unterernahrung">Jedes dritte Kleinkind leidet an Unterernährung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ernährungskrise trifft den Binnenstaat im Süden von Afrika hart. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hält fest, dass vor allem Kinder betroffen sind. &#8222;In Simbabwe leidet fast jedes dritte Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung&#8220;, erklärt James Maiden, Sprecher von UNICEF Simbabwe. &#8222;93 Prozent der Kinder zwischen sechs Monaten und zwei Jahren bekommen nicht das Mindestmaß an Lebensmittel. Im ganzen Land leiden etwa 34.000 Kinder an akuter Unterernährung.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst Gegenstrategien funktionieren nicht mehr. In den letzten Jahren sind viele Familien in Simbabwe dazu übergegangen, ihre Lebensmittel in Gemeinschaftsgärten mit eigeneer Wasserversorgung zu produzieren. Selbst diese Projekte leiden aber mittlerweile unter den extremen Wetterbedingungen. &#8222;Was nun passiert, ist schrecklich&#8220;, sagt Judith Siziba, die in einem Gemeinschaftsgarten in Bulawayo Gemüse für ihre Familie anbaut. &#8222;Wir haben zwar ein Bohrloch, aber unser Gemüse leidet unter der Hitze.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ihre Mitstreiterinnen ist Siziba davon ausgegangen, dass das Wasser aus der Bohrung auch dann ausreicht, wenn es nicht regnet. Die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Die Rekordtemperaturen haben den Grundwasserspiegel dramatisch absinken lassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="200-millionen-us-dollar-an-nahrungsmittelhilfe-benotigt">200 Millionen US-Dollar an Nahrungsmittelhilfe benötigt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schwache Einkommen, die Zunahme von Ernteausfällen und die daraus resultierende Verteuerung von Lebensmitteln hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen in Simbabwe auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind. Laut dem Welternährungsprogramm (WFP) ist bereits die Hälfte der Menschen in Simbabwe mit Ernährungsunsicherheit konfrontiert. Die enorme Zahl von derzeit acht Millionen Menschen könnte weiter steigen, so das WFP.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das WFP arbeitet daran, die Anzahl der Mitarbeiter zu verdoppeln. &#8222;Wir wollen vor allem jene 4,1 Millionen Menschen unterstützen, die an Hunger leiden&#8220;, sagt Isheeta Sumra, Sprecherin des WFP in Simbabwe. &#8222;Nach dem derzeitigen Stand der Dinge brauchen wir dringend 200 Millionen US-Dollar, um bis Mitte 2020 durchzukommen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nathan Hayes, Analyst bei der &#8222;Economist Intelligence Unit&#8220; (EIU), ist davon überzeugt, dass das Land zu langsam auf die Nahrungsmittel- und Ernährungskrise reagiert hat: &#8222;Schwache Regenfälle haben die Nahrungsmittelkrise verschärft. Die anhaltende Wirtschaftskrise hat zur Folge, dass die sozialen Sicherheitsnetze gekürzt wurden und viele Familien schutzbedürftig sind. Sie können sich nicht mehr jeden Tag die erforderlichen Lebensmittel leisten.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Obwohl Simbabwe unter einer Ernährungskrise leidet, bleiben die Marktfrauen häufig auf ihrem Gemüse sitzen. (Foto: Michelle Chifamba/IPS)</p>
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		<title>Bauern stoppen die Wüste</title>
		<link>https://afrika.info/bauern-stoppen-die-wueste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jun 2017 14:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Burkina Faso]]></category>
		<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Busani Bafana]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wüstenbildung hat ein enormes Ausmaß erreicht und gefährdet die Ernährungssicherheit von Millionen von Menschen. Afrikanische Bauern wie Margaret Gauti Mpofu aus Simbabwe oder Yacouba Sawadogo aus Burkina Faso haben der Desertifikation den Kampf angesagt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 22. Juni 2017</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bulawayo (IPS/afr). Die Wüstenbildung hat ein enormes Ausmaß erreicht und gefährdet die Ernährungssicherheit von Millionen von Menschen. Afrikanische Bauern wie Margaret Gauti Mpofu aus Simbabwe oder Yacouba Sawadogo aus Burkina Faso haben der Desertifikation den Kampf angesagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeden Morgen marschiert die Bäuerin Margaret Gauti Mpofu (54) zu ihrem 5.000 Quadratmeter großen Grundstück in Hyde Park, etwa 20 Kilometer westlich der Stadt Bulawayo. Aus einem 20-Liter-Plastikeimer streut Mpofu gekonnt Kuhmist unter das Blattgemüse und die Zwiebeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Bewässerung verwendet Margaret Mpofu behandeltes Abwasser, geht dabei aber äußerst behutsam vor: &#8222;Bei jeder Bewässerung verliert die Erde an Fruchtbarkeit, weil der wertvolle Oberboden weggeschwemmt wird&#8220;, erklärt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mpofus Art, ihr Feld zu bestellen, ist nur ein winziger Beitrag im Kampf gegen das globale Problem der Wüstenbildung. Der Prozess bezeichnet die Verödung von Land in wasserarmen, halbtrockenen und trockenen Gebieten. Bei der Ausbreitung der Desertifikation spielen landwirtschaftliche Praktiken &#8211; wie etwa Brandrodung, falsche Bewässerung oder Überweidung &#8211; und der Klimawandel eine große Rolle.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="desertifikation-befeuert-migration">Desertifikation befeuert Migration</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die rapide Wüstenbildung hat enorme Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit des Planeten. Weltweit leben mehr als 2,6 Milliarden Menschen von der Landwirtschaft. Laut dem&nbsp;<a href="http://www2.unccd.int/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung</a>&nbsp;(UNCCD) ist bereits die Hälfte aller Agrarflächen rund um den Erdball von Verödung betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es soll noch viel schlimmer kommen: Nach UNCCD-Angaben verliert die Erde jedes Jahr zwölf Millionen Hektar an Ackerland, das sind 23 Hektar pro Minute. 1,5 Milliarden Menschen in über 100 Ländern sind von der voranschreitenden Desertifikation betroffen. Die ökonomischen Kosten der Misere belaufen sich auf 490 Milliarden US-Dollar pro Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Entzug von Lebensräumen durch Landverödung gilt auch als wesentlicher Faktor für die wachsende Migration. Der diesjährige &#8218;Welttag für die Bekämpfung der Wüstenbildung und der Dürre&#8216; am 17. Juni stand daher ganz im Zeichen dieser Problematik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weltweit ist die Zahl von Migranten von 222 Millionen im Jahr 2010 auf 244 Millionen im Jahr 2015 gestiegen, zeigt eine&nbsp;<a href="http://www.un.org/sustainabledevelopment/blog/2016/01/244-million-international-migrants-living-abroad-worldwide-new-un-statistics-reveal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Statistik</a>&nbsp;der Vereinten Nationen. Laut UNCCD ist der Anstieg eine Folge von Umweltzerstörung, fehlender Ernährungssicherheit, politischer Instabilität und Armut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Migration ist ein Anzeichen für das wachsende Gefühl der Hoffnungslosigkeit, das aufgrund von fehlenden Wahlmöglichkeiten oder den Verlust des Lebensunterhalts entsteht,&#8220; sagt UNCCD-Exekutivsekretärin&nbsp;<a href="http://www2.unccd.int/about-us/executive-secretary" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Monique Barbut</a>. Sie plädiert daher für deutlich mehr Investitionen in den Agrarsektor, um auch das hohe Beschäftigungspotenzial der Landwirtschaft zu entfesseln.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="yacouba-sawadogo-und-sein-grunes-wunder">Yacouba Sawadogo und sein grünes Wunder</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat im Jahr 1994 beschlossen, jährlich am 17. Juni den &#8218;Welttag für die Bekämpfung der Wüstenbildung und der Dürre&#8216; zu begehen. Das globale Symposium zum Welttag fand heuer in Burkina Faso statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem westafrikanischen Land hat der Landwirt Yacouba Sawadogo eindrucksvoll demonstriert, wie auf totem Land neues Leben entstehen kann. Der Mitsiebziger aus dem Dorf Gourga im Norden von Burkina Faso hat in den letzten 30 Jahren ein blühendes Paradies erschaffen. Auf der 15 Hektar großen Fläche, die Mitte der 1980-er Jahre als völlig unfruchtbar galt, wachsen heute 60 verschiedene Bäume und Sträuche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sawadogo gilt spätestens seit der Dokumentation &#8218;The Man Who Stopped the Desert&#8216; des britischen Filmemachers Mark Dodd als Legende. Die Grundlage für Sawadogos Erfolgrezept bildet die traditionelle Anbautechnik Zaï. Dabei werden Löcher in den harten Boden gegraben, in denen sich während der Regenzeit Wasser sammelt und der Aussaat Feuchtigkeit spendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yacouba Sawadogo hat das Zaï-System entscheidend verbessert. Er gräbt größere Löcher und füllt sie mit Kompost auf, um die Feuchtigkeit besser speichern zu können. Die Qualität des Komposts wird durch den Einsatz von Termiten erhöht. Niedrige Steinreihen regulieren den Wasserfluss während der Regenzeit, damit das Oberflächenwasser besser aufgenommen werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von&nbsp;<a href="https://monde-diplomatique.de/artikel/!396922" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Le Monde Diplomatique</a>&nbsp;wird die von Sawagodo entwickelte Technik in der Zwischenzeit von Hunderttausenden Bauern in der Sahelzone angwendet. In Burkina Faso und den Nachbarstaaten Niger und Mali wurden dadurch Millionen Hektar Ödland in fruchtbare Gebiete verwandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Dokumentation &#8218;The Man Who Stopped the Desert&#8216; streut der Geograf Chris Reij von der Freien Universität in Amsterdam Sawadogo Rosen: &#8222;Yacoubas Alleingang hat einen größeren Effekt für den Boden- und Wasserschutz im Sahel erzielt als alle nationalen und internationalen Forschungsprogramme zusammen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur das: Yacouba Sawadogo hat mit seinem Ansatz für Ernährungssicherheit gesorgt und damit auch ein Rezept gegen die Migration gefunden. Während der Hungersnot im Sahel in den 1970-er und 1980-er Jahren wanderte ein Viertel der Dorfbevölkerung im nördlichen Burkina Faso in die Städte ab. Laut Chris Reij hat seit Einführung des verbesserten Zaï-Systems im Jahr 1985 keine Familie mehr die Region verlassen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Margaret Gauti Mpofu düngt die Pflanzen auf ihrer Farm in Hyde Park bei Bulawayo mit Kuhmist. (Foto: Busani Bafana/IPS)</p>
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		<title>Mit Reis aus der Armut</title>
		<link>https://afrika.info/mit-reis-aus-der-armut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Mar 2016 15:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Benin]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Busani Bafana]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Reis ist nach Mais der zweitwichtigste Kalorienlieferant für die Bevölkerung in Subsahara-Afrika. Für das "Africa Rice Center" in Cotonou im westafrikanischen Benin sind die Getreidekörner der Schlüssel in der Armutsbekämpfung. Allerdings wird derzeit in Afrika weit mehr Reis gegessen als angebaut. Durch die starke Urbanisierung wächst der Reiskonsum jährlich um sechs Prozent.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 8. März 2016</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cotonou (afr/IPS). Reis ist nach Mais der zweitwichtigste Kalorienlieferant für die Bevölkerung in Subsahara-Afrika. Für das &#8222;Africa Rice Center&#8220; in Cotonou im westafrikanischen Benin sind die Getreidekörner der Schlüssel in der Armutsbekämpfung. Allerdings wird derzeit in Afrika weit mehr Reis gegessen als angebaut. Durch die starke Urbanisierung wächst der Reiskonsum jährlich um sechs Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Reis ist für die Ernährungssicherheit in Afrika enorm wichtig&#8220;, sagt der stellvertretende Generaldirektor des&nbsp;<a href="http://africarice.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Rice Centers</a>, Marco Wopereis. &#8222;Die Nachfrage nach Reis ist riesig und kommt vor allem daher, dass immer mehr Menschen in den Städten ihre Nahrungsmittel einfach lagern und rasch zubereiten wollen. Reis ist für diese Zwecke einfach perfekt geeignet.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen&nbsp;<a href="http://www.fao.org/economic/est/publications/rice-publications/rice-market-monitor-rmm/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">FAO</a>&nbsp;schätzt die globale Produktion für geschliffenen oder weißen Reis derzeit auf 491 Millionen Tonnen pro Jahr. Prognosen zeigen aber, dass die Weltbevölkerung in 25 Jahren zusätzlich 110 Millionen Tonnen an geschliffenem Reis verbrauchen wird. Ein Drittel dieses Zuwachses geht dabei auf das Konto von Afrika.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="afrika-kann-nur-60-prozent-der-nachfrage-decken">Afrika kann nur 60 Prozent der Nachfrage decken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Reis wird in 40 von 54 afrikanischen Ländern angebaut und gilt als Hauteinnahmequelle von 35 Millionen Kleinbauern. Dennoch können afrikanische Produzenten derzeit nur 60 Prozent der Nachfrage decken. In Summe müssen die Länder des Kontinents jährlich 12,5 Millionen Tonnen Reis im Wert von fünf Millionen US-Dollar importieren. Dieser Wert entspricht nahezu einem Drittel der weltweiten Reiseinfuhren und macht Afrika zum größten Reisimporteur der Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings beginnt sich die Situation allmählich zu verändern, sagt Wopereis. Der Niederländer ist überzeugt, dass die Getreidekörner in Afrika einen Ausweg aus der Armut bedeuten können. Der Strategieplan von Africa Rice für die Jahre von 2011 bis 2020 rückt daher die Ertragserhöhung und Qualitätsverbesserung von afrikanischem Reis in den Vordergrund. &#8222;Nach 2008 haben wir einen gewaltigen Anstieg in der Produktion erlebt&#8220;, meint Wopereis. &#8222;Die Ausbeute konnte bis zum Jahr 2012 um 30 Prozent erhöht werden, das bedeutete im Durchschnitt einen Ertrag von 2,1 Tonnen pro Hektar.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wopereis betont, dass es Investitionen durch öffentliche und private Sektoren benötigt, um die Reisproduktion in Afrika anzukurbeln. &#8222;Wenn wir die Produktion nicht erhöhen, muss immer mehr importiert werden. Das führt uns letztendlich wieder in eine Krise wie im Jahr 2008.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nahrungsmittelkrise im Jahr 2008 hatte Regierungen, Hilfsorganisationen und Gebernationen aufgerüttelt. In den Folgejahren wurde in ambitionierte Produktionsprogramme investiert, die zur erwähnten Ertragssteigerung geführt hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="neue-reissorten-gegen-den-klimawandel">Neue Reissorten gegen den Klimawandel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar haben sich mehr als 200 Forscher, Geschäftsleute und Regierungsvertreter aus 20 afrikanischen Ländern zu einer Bestandsaufnahme in Cotonou getroffen. Dabei gab es erste Anzeichen, dass Afrika den Weg aus der Reisabhängigkeit schaffen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Africa Rice hat vor drei Jahren sieben Reissorten entwickelt, die unter dem Namen ARICA (&#8222;Advanced Rice Varieties for Africa&#8220;) vermarktet werden. Diese Sorten haben sich als besonders tolerant gegen Überflutungen, Salze, Eisentoxizität und Kälte erwiesen. Im Vergleich zu der bereits in den 1990-er Jahren entwickelten Züchtung NERICA (&#8222;New Rice for Africa&#8220;) zeichnen sich die ARICA-Sorten auch durch einen höheren Ertrag aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moussa Sie, ein langjähriger Züchter in Dienst von Africa Rice, sieht durch die ARICAs völlig neue Möglichkeiten. Er glaubt, dass die Produktion um mindestens 40 Prozent gesteigert werden kann. Dazu sei die Züchtung weiterer Sorten notwendig, die auf die Bedürfnisse der Reisbauern und die klimatischen Bedingungen abgestimmt sind. &#8222;Wir arbeiten an neuen Sorten, die noch robuster gegenüber den Bedrohungen des Klimawandels sind&#8220;, sagt Sie. &#8222;Denn Reis wird in erster Linie von armen Kleinbauern angebaut, die auf solche Sorten angewiesen sind.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Africa Rice untersucht derzeit in einer Studie, was es braucht, damit Afrika bis ins Jahr 2025 nicht mehr auf Reisimporte angewiesen ist. Die finanziellen Investitionen dafür werden auf 20 Milliarden US-Dollar geschätzt. Darüber hinaus benötigt es ein verbessertes Bodenmanagement, die Vermeidung von Ertragslücken und – dort wo möglich – doppelte Ernten. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Forschungsassistentin Blance Soussous zeigt Packungen mit Parboiled-Reis. (Foto: Busani Bufana/IPS)</p>
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		<title>Ökodorf setzt auf Permakultur</title>
		<link>https://afrika.info/oekodorf-setzt-auf-permakultur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2015 17:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mbom Sixtus]]></category>
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		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Kameruner Joshua Konkankoh hat eine Vision. Er will beweisen, dass nachhaltige Anbaumethoden sehr wohl für Ernährungssicherheit sorgen können. Mit diesem Ziel vor Augen gab er seine Arbeitsstelle bei der Regierung auf, wurde Bauer und gründete "Better World Cameroon". Die Initiative errichtete in Ndanifor das erste Ökodorf Kameruns.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Mbom Sixtus | 19. August 2015</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yaoundé (IPS/afr). Der Kameruner Joshua Konkankoh hat eine Vision. Er will beweisen, dass nachhaltige Anbaumethoden sehr wohl für Ernährungssicherheit sorgen können. Mit diesem Ziel vor Augen gab er seine Arbeitsstelle bei der Regierung auf, wurde Bauer und gründete <a href="http://betterworld-cameroon.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Better World Cameroon</a>. Die Initiative errichtete in Ndanifor das erste Ökodorf Kameruns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation entwickelt Landbewirtschaftungsstrategien auf lokaler Ebene, die sich auf indigenes Wissen stützen, um Nahrungsmittelkrisen und extreme Armut zu mildern. &#8218;Better World Cameroon&#8216; betreibt inzwischen auch das erste und einzige Ökodorf des zentralafrikanischen Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Ndanifor-Permakultur-Ökodorf in Bafut in der Nordwestregion werden die Böden biologisch gedüngt, indem dort stickstoffbindende Bäume mit Mischkulturen zusammengebracht werden. Sind die Bäume ausgewachsen, werden sie von der Mitte her ausgedünnt und die Blätter als Kompost verwendet. Wenn sich die Bäume erholt haben, wird die Prozedur in der folgenden Saison wiederholt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="vorbild-fur-kamerun-und-westafrika">Vorbild für Kamerun und Westafrika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir bilden hier Jugendliche und Bauern auf dem Gebiet der Permakultur aus&#8220;, sagt Konkankoh. &#8222;Ich spreche von &#8218;Permakultur nach afrikanischer Art&#8216;, denn der Begriff wurde von Wissenschaftlern eingeführt. Wir aber passen das Konzept an unsere traditionellen Anbau- und Umweltschutzmethoden an.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ökodorf, das ein Vorbild für Kamerun und ganz Westafrika werden will, ist Mitglied im <a href="http://gen.ecovillage.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Global Ecovillage Network</a>. Permakultur ist ein Konzept, das ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit anstrebt, indem es neben nachhaltigen Anbaumethoden auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen auf naturnahe Kreisläufe abzielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die kamerunische Regierung auf Distanz zu der Initiative bleibt, ermuntern Dorfräte und traditionelle Dorfoberhäupter die Bevölkerung, das Projekt zu unterstützen. Sie halten es für ökologisch, sozial, ökonomisch und spirituell wertvoll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ich war während der UN-Weltdekade &#8222;Bildung für eine nachhaltige Entwicklung&#8220; aktiv auf diesem Gebiet&#8220;, erklärt Konkankoh. &#8222;Als wir untersuchten, warum viele Staaten die Millenniumsentwicklungsziele nicht erreichten, fanden wir heraus, dass Permakultur die richtige Lösung sein kann, um das Ziel der Nachhaltigkeit doch noch zu erreichen, insbesondere in Afrika. Wir folgten der Idee, global zu denken und lokal zu handeln.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die in dem Ökodorf betriebene Permakultur nutzt das begrenzte Ackerland maximal aus. Den Dorfbewohnern wird beigebracht, wie sie auf dem selben Grundstück mehr als eine Sorte anbauen und mit biologischem Dünger hohe Ernten erzielen können. Die Bauern werden dazu motiviert, durch eigene Arbeit Geld zu verdienen und Handel zu treiben statt um finanzielle Hilfen zu bitten. Sie sollen weder Mittelsmännern noch multinationalen Unternehmen ermöglichen, einen Teil der bäuerlichen Verdienste abzuzweigen. &#8222;Wir raten den Bauern, dadurch Nahrungssouveränität zu garantieren, dass sie das produzieren, was sie und ihre Nachbarn auch selbst konsumieren. Also keine &#8218;cash crops&#8216; wie Kakao oder Kaffee.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="neue-techniken-gegen-bodenerosion">Neue Techniken gegen Bodenerosion</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den Farmern wird vermittelt, wie wichtig die Herstellung von natürlichem Dünger ist und wie sie davon noch mehr profitieren, wenn sie ihn an andere Bauern verkaufen. Sie lernen außerdem, mittels innovativer Techniken die Bodenerosion zu begrenzen, Wasserressourcen zu verwalten, Windbrecher zu bauen und Zwischenfruchtbau zu betreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Konkankoh war es ein Fehler, Spiritualität in den Millenniumsentwicklungszielen zu übergehen. &#8222;Die Artenvielfalt wird bei uns dadurch geschützt, dass unser Glaube es uns verbietet, bestimmte Bäume zu fällen oder bestimmte Tiere zu töten, weil wir glauben, dass sie von Geistern geschützt werden&#8220;, sagt Konkankoh. &#8222;Wir wollen dieses Erbe bewahren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Projekt des Ökodorfs sieht vor, so genannte &#8222;spirituelle Wälder&#8220; mit 4.000 Arznei- und Obstbäumen anzulegen, um sogenannte CO2-Senken anzulegen. Fon Abumbi II, das traditionelle Oberhaupt des Dorfes Bafut, ist davon überzeugt, dass der ökologische Anbau von Obst, Gemüse und Arzneipflanzen der Gesundheit der lokalen Bevölkerung dienlich ist. Da viele Unternehmen auf der Welt medizinische Produkte auf natürlicher Pflanzenbasis herstellen, rechnet er damit, dass die Nachfrage nach den Erzeugnissen des Dorfes hoch sein wird und den Bewohnern künftig ein gutes Auskommen sichert.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="hauser-aus-lokal-produzierten-lehmziegeln">Häuser aus lokal produzierten Lehmziegeln</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Häuser in dem Ökodorf sind aus Lehmziegeln und Sandsäcken gebaut und die Dächer mit Gras bedeckt – alles Materialien, die am Ort vorhanden sind. Auch Öfen werden lokal aus Lehm hergestellt. Projektmanagerin Sonita Mbah Neh erklärt, dass diese Öfen die Auswirkungen des Klimawandels mildern, weil weniger Holz verbrannt wird. Die Frauen, die die Öfen herstellen, könnten zudem durch den Verkauf Einkünfte erwirtschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Lanci Abel, dem Bürgermeister der Gemeinde Bafut, versucht die Gemeinde, auch die Dorfbewohner dazu zu motivieren, sich der Permakultur zu widmen. &#8222;Wenn eine Idee neu ist, folgen ihr die Leute nur, wenn sie von den Behörden empfohlen wird&#8220;, sagt er. &#8222;Wir bemühen uns deshalb, die Menschen zu einer Rückkehr zu traditionellen Anbaumethoden zu bewegen, so wie es im Ökodorf vermittelt wird.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abel kritisiert, dass das kamerunische Agrarministerium zu Beginn der Pflanzzeit 2015 in der Südwestregion genetisch modifizierte Setzlinge verteilen ließ. Die Ernten seien mit Erträgen von etwa 30 Prozent äußerst mager geblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgeordnete verlangten auf einer Parlamentssitzung im Juni Rechenschaft von Agrarminister Essimi Menye. Julbert Konango von der Landwirtschaftskammer erklärte, die Saat gehe teils nicht auf, weil die Samen alt seien. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Agrarforschung in dem Land nicht ausreichend finanziert werde und auch zu wenige Agraringenieure zur Verfügung stünden. All dies zeige, dass Kamerun nicht ausreichend auf eine &#8218;Landwirtschaft der zweiten Generation&#8216; vorbereitet sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abel hingegen hält solche Missernten für vermeidbar, wenn die Bauern natürliches Saatgut und biologischen Dünger verwenden. Chemische Düngemittel würden überdies die Böden verseuchen. (afr/IPS)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ndanifor in Bafut im Nordwesten Kameruns &#8211; das Ökodorf will mit nachhaltiger und biologischer Landwirtschaft Ernährungssicherheit gewährleisten. (Foto: Mbom Sixtus/IPS)</p>
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		<title>Über die Hälfte des Agrarlands unbrauchbar</title>
		<link>https://afrika.info/uber-die-haelfte-des-agrarlands-unbrauchbar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jan 2015 18:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Busani Bafana]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Afrika sind etwa 65 Prozent des urbaren Landes zu stark geschädigt, um noch für die Nahrungsproduktion genutzt zu werden. In einem neuen Bericht schildert das "Montpellier Panel" in London, wie die Dreifachbelastung aus Bodendegradation, schlechten Ernten und Bevölkerungswachstum den Kontinent unter Druck setzt.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Busani Bafana | 16. Januar 2015</p>



<p class="wp-block-paragraph">Distrikt Ntungamo, Uganda (IPS/afr). In Afrika sind etwa 65 Prozent des urbaren Landes zu stark geschädigt, um noch für die Nahrungsproduktion genutzt zu werden. In einem neuen Bericht schildert das &#8222;Montpellier Panel&#8220; in London, wie die Dreifachbelastung aus Bodendegradation, schlechten Ernten und Bevölkerungswachstum den Kontinent unter Druck setzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem im Dezember veröffentlichten Report &#8222;<a href="http://ag4impact.org/wp-content/uploads/2014/12/MP_0106_Soil_Report_LR1.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">No Ordinary Matter: Conserving, Restoring and Enhancing Africa&#8217;s Soil</a>&#8220; (*.pdf) empfiehlt das Expertengremium den afrikanischen Regierungen und den Gebern, in Land- und Bodenmanagement zu investieren. Zudem sollen sie im Interesse eines verantwortungsvollen Umgangs mit Land und eines nachhaltigen Bodenmanagements Anreize zum Schutz von Landrechten schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Report wurde im gleichen Monat veröffentlicht, in dem die Vereinten Nationen das Internationale Jahr des Bodens 2015 ausgerufen haben. Der Generaldirektor der Weltagrarorganisation FAO, José Graziano da Silva, würdigte die Entscheidung als wichtigen Schritt zu einer &#8222;echten nachhaltigen Entwicklung für alle und durch alle&#8220;.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ein-drittel-der-boden-weltweit-geschadigt">Ein Drittel der Böden weltweit geschädigt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut&nbsp;<a href="http://www.fao.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">FAO</a>&nbsp;hat der Druck, den Menschen auf die Ressource ausüben, dazu geführt, dass weltweit etwa ein Drittel der Böden, die für die Nahrungsproduktion benötigt werden, verödet ist. Ohne neue Ansätze werde im Jahr 2050 nur noch ein Viertel des urbaren Landes vorhanden sein, das jedem Erdenbürger noch 1960 zur Verfügung stand. Der Organisation zufolge dauert es bis zu 1.000 Jahre, dass sich ein Zentimeter fruchtbarer Boden bilden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Agrarwissenschaftler Moses Tenywa, der an der Makerere-Universität in der ugandischen Hauptstadt Kampala lehrt, drängt die Regierungen Afrikas, sich stärker als bisher für den Erhalt von Erdreich und Gewässern einzusetzen. Meist gingen Bauern mit ihrer Hände Arbeit und finanziellen Mitteln in Vorleistung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Kleinbauern verfügen oft nicht über die ausreichenden Möglichkeiten, um Gewässer und Böden effizient zu schützen. Deshalb muss man ihnen größere Anreize bieten, etwa in Form einer Marktanbindung, die ihnen zu Einkünften und Krediten verhelfen kann&#8220;, sagt Tenywa. Die klimasmarte Landwirtschaft könne die Bodengesundheit fördern. Der Begriff &#8222;klimasmarter Anbau&#8220; meint Aktivitäten wie die Agroforstwirtschaft, den Mischkulturanbau, Fruchtwechsel, effizientere Vorhersagen extremer Wetterphänomene, die Kombination von Pflanzenbau und Tierhaltung sowie ein verbessertes Wassermanagement.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="verluste-von-fast-70-millionen-dollar-in-subsahara-afrika">Verluste von fast 70 Millionen Dollar in Subsahara-Afrika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor die Farmer mit Bodenkonservierungsmethoden vertraut gemacht worden seien, hätten sie Düngemittel ohne Überprüfung ihrer Böden eingesetzt, so Tenywa. Inzwischen jedoch sei es üblich, dass sie die Bodenbeschaffenheit mit entsprechenden Test-Kits untersuchten oder in Labors kontrollieren ließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Bericht des Montpellier Panel sind schätzungsweise 180 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika von der Bodendegradation betroffen, die aufgrund ausbleibender Ernteerträge wirtschaftliche Verluste in Höhe von etwa 68 Milliarden US-Dollar verursacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Belastungen, die die beschädigten Böden in Afrika verursachen, werden in einem unverhältnismäßig hohen Maß von den armen Bauern getragen&#8220;, erklärt Sir Gordon Conway, der Vorsitzende der Gruppe afrikanischer und europäischer Wissenschaftler. &#8222;Probleme wie eine fragile Sicherheit der Böden und ein begrenzter Zugang zu Finanzmitteln führen dazu, dass diese Farmer auf bessere Praktiken im Umgang mit Land verzichten. Diese Methoden würden aber auf längere Sicht die Bodengesundheit fördern.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine gute Bodenqualität sei in Afrika ausschlaggebend für die landwirtschaftliche Produktivität, für den Broterwerb extrem vieler Menschen und für eine zufriedenstellende Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, betont der Entwicklungsexperte Wole Fatunbi vom Forum für Agrarforschung in Afrika (FARA). &#8222;Der Gebrauch einfacher und passender Werkzeuge, die für Kleinbauern erschwinglich sind, sollte weiter untersucht werden. Zugleich ist eine strikte Regulierung der Landnutzung für landwirtschaftliche Zwecke notwendig, um das Ausmaß der Bodendegradation zu reduzieren.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="kompostherstellung-bisher-zu-aufwandig">Kompostherstellung bisher zu aufwändig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Fatunbi hatte vor 15 Jahren eine Reihe von Methoden entwickelt, mit deren Hilfe herkömmliche Düngemittel in der westafrikanischen Savanne durch pflanzliche Dünger ersetzt werden sollten. Die Technologie habe sich nicht durchgesetzt, weil das Sammeln des Materials und die Herstellung des Komposts sehr aufwändig gewesen seien. &#8222;Wenn Technologien den Bauern nicht sofort mehr Einkommen oder Nahrung verschaffen, sind sie nicht willkommen. Denn gute Böden kann man nicht essen&#8220;, so Fatunbi, der dazu rät, Kompost und mineralischen Dünger in Pellet-Form anzubieten, um die Anwendung attraktiver zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Experten zufolge hat sich der Terrassenanbau auf ugandischen und ruandischen Hochplateaus als Erfolgsgeschichte zur Bekämpfung der Bodenerosion herausgestellt. In diesen Ländern seien entsprechende Gesetze eingeführt worden. Außerdem habe sich die Verwendung von organischem Dünger in Savannenlandschaften als Erfolgsmodell für ein Agrarsystem herausgestellt, das Ackerbau und Viehzucht zusammenführe.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="geringere-niederschlage">Geringere Niederschläge</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler weisen indes in einem neuen Bericht ( &#8222;<a href="http://reliefweb.int/report/world/climate-change-security-africa-clear-risks-nuanced-impacts" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Climate Change and Security in Africa</a>&#8222;) auf die verheerenden Folgen des Klimawandels für die Böden hin. Demnach wird der erwartete Temperaturanstieg auf dem Kontinent höher ausfallen als im globalen Durchschnitt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die jährlichen Niederschlagsmengen werden den Voraussagen zufolge mit Ausnahme von Ostafrika fast überall in der Region sinken. Weniger Regen werde gravierende Folgen für die Landwirtschaft in Subsahara-Afrika haben, die zu 75 Prozent von Regenwasser abhänge, heißt es in der Studie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2015 werden in der Region voraussichtlich 22 Prozent weniger Mais, 17 Prozent weniger Hirse, 18 Prozent weniger Erdnüsse und acht Prozent weniger Maniok geerntet werden. (afr/IPS)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Sharia Juma in Lushoto in Tansania versucht die Bodenerosion durch kleinen Terassen zu stoppen. (Foto: Georgina Smith/CIAT,&nbsp;<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-NC-SA 2.0</a>)</p>
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