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	<title>Landraub Archive | afrika.info</title>
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	<description>Changing Perceptions</description>
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	<title>Landraub Archive | afrika.info</title>
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		<title>Landraub nach Kolonialherrenart</title>
		<link>https://afrika.info/landraub-nach-kolonialherrenart/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2015 17:26:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Mosambik]]></category>
		<category><![CDATA[Namibia]]></category>
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		<category><![CDATA[Land Grabbing]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Afrika nimmt die Zahl der Zwangsvertreibungen in Verbindung mit dem Phänomen des Land Grabbing zu. So muss eine wachsende Mehrheit von Menschen ihre Farmen verlassen, um einer Minderheit einflussreicher Politiker, Unternehmer und Konzerne Platz zu machen, die Böden und Immobilien verschachern.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Jeffrey Moyo | 22. April 2015</p>



<p class="wp-block-paragraph">Harare (IPS/afr). In Afrika nimmt die Zahl der Zwangsvertreibungen in Verbindung mit dem Phänomen des Land Grabbing zu. So muss eine wachsende Mehrheit von Menschen ihre Farmen verlassen, um einer Minderheit einflussreicher Politiker, Unternehmer und Konzerne Platz zu machen, die Böden und Immobilien verschachern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Bereits unsere Vorväter hatten den Landklau durch die Kolonialherren vor mehr als einem Jahrhundert erlebt&#8220;, meint dazu Claris Madhuku, Leiterin der simbabwischen Pro-Demokratie-Gruppe &#8222;Platform for Youth Development&#8220; (PYD). &#8222;Die Geschichte wiederholt sich, und diesmal sind es unsere eigenen politischen Entscheidungsträger und Geschäftsleute, die unser Land stehlen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Owen Dliwayo, Programmleiter von &#8222;Youth Dialogue Action Network&#8220;, einer weiteren lokalen Aktivistengruppe, macht vor allem multinationale Unternehmen für die in den meisten afrikanischen Ländern stattfindende Entwicklung verantwortlich. Als Beispiel führt er das Biotreibstoffprojekt im Bezirk Chipinge in der Provinz Manicaland im Südosten Simbabwes an. &#8222;Tausende Dorfbewohner mussten wegen einer riesigen Zuckerplantage verschwinden.&#8220; Laut PYD wurden 1.754 Haushalte für das 2008 angelaufene Projekt geopfert, für dessen Umsetzung mehr als 40.000 Hektar Land dem Zuckerrohranbau zugewiesen wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="gescheiterte-landreform-in-simbabwe">Gescheiterte Landreform in Simbabwe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor 15 Jahren hatte Simbabwe ein umstrittenes Landreformprojekt durchgeführt, das die kolonialen Landeigentumsverhältnisse zugunsten der schwarzen Bevölkerung verändern sollte. Doch Aktivisten zufolge hat es dem Land im südlichen Afrika geschadet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Zu behaupten, dass afrikanische Staaten wie Simbabwe das Landproblem gelöst haben, stimmt nicht&#8220;, sagt Terry Mutsvanga, ein preisgekrönter simbabwischer Menschenrechtsaktivist, im IPS-Gespräch. &#8222;Vielmehr wurde das, was den weißen Farmern weggenommen wurde, vor allem an die politischen Eliten verteilt. Der Landklau in Afrika trägt wie die Kolonialzeit zu einer Perpetuierung der wirtschaftlichen Ungleichheit bei.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">2010 hatte der simbabwische Online-Nachrichtendienst &#8222;ZimOnline&#8220; berichtet, dass 2.200 Angehörige der schwarzen simbabwischen Elite fast 40 Prozent der 14 Millionen Hektar Land kontrollieren, die man den weißen Farmern abgenommen hatte, die wiederum Flächen von einer Größe zwischen 250 und 4.000 Hektar bewirtschaftet hatten. Allein Simbabwes Präsident Robert Mugabe und seine Familie sollen 14 Farmen mit einer Gesamtgröße von mindestens 16.000 Hektar besitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Ostafrika, das geht aus einem Vortrag des ugandischen Umweltexperten Joshua Zake zum Thema &#8218;Land Grabbing: Das stumme Leid für Kleinbauern in Uganda&#8216; aus dem Jahre 2011 hervor, sind es wenige reiche und einflussreiche Persönlichkeiten, die sich an Land, das traditionell von Armen genutzt wurde, bereichern. Zake ist bei &#8218;Environmental Alert&#8216; für das Umwelt- und Ressourcenprogramm zuständig und koordiniert die Arbeitsgruppe der Organisation für ugandische Wälder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie er berichtet, sind in Afrika und insbesondere in seinem Land der unterirdische Öl- und Mineralienreichtum die Triebfedern für den großflächigen Landraub. In Simbabwe wurden seit der Entdeckung von Diamanten im Jahr 2005 mehr als 800 Familien aus Chiadzwa in Manicaland vertrieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="namibia-landraub-auch-in-den-stadten">Namibia: Landraub auch in den Städten </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Land Grabbing findet auch in den Städten statt. &#8222;Infolge der Landflucht besteht eine hohe Nachfrage nach Grundstücken für den Bau von Häusern und Wohneinheiten&#8220;, bestätigt Etuna Nujoma, ein Immobilienunternehmer mit Sitz in der namibischen Hauptstadt Windhuk. &#8222;Neben den Reichen und Mächtigen ziehen auch korrupte Politiker ihren Vorteil aus der hohen Immobiliennachfrage. Sie filetieren die städtischen Grundstücke und teilen sie untereinander auf, um sie dann zu exorbitanten Preisen und zu Lasten der Armen teuer weiterzuverkaufen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im letzten Jahr hatten Slumbewohner am Rande der namibischen Ferien- und Küstenstadt Swakopmund Gemeindeland besetzt, nachdem die Absicht korrupter Behördenvertreter, sich gegenseitig Land zuzuschanzen, bekannt geworden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Simbabwe vergeben Mitglieder der regierenden Zanu-PF-Partei Grundstücke an Personen, die zwischen 10 und 20 US-Dollar – je nach Lage – für ein 30 bis 50 Quadratmeter großes Grundstück zu zahlen bereit sind, wie Andrew Nyanyadzi von der Zanu-PF bestätigt. &#8222;Wir brauchen die Genehmigung der Lokalbehörden nicht. Weil es das Land ist, für das unsere Freiheitshelden gekämpft haben, steht es uns frei, es zu erschwinglichen Preisen an Parteianhänger zu verkaufen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Harare haben sich militante Gruppen, die der Zanu-PF nahestehen, städtische Grundstücke unter den Nagel gerissen. So berichtet Precious Shumba, Leiterin der Bürgergruppe &#8222;Harare Residents Trust&#8220;, dass sich die Polizei nicht traue, einzugreifen. In dem dicht besiedelten Stadtteil Hatcliffe hätten sich Wohnbaukooperativen im Besitz von Zanu-PF-Führern Land illegal angeeignet, obwohl es Personen und Organisationen in Simbabwe verboten sei, Land zu veräußern, das ihnen nicht gehöre.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="schlupflocher-fur-investoren-in-mosambik">Schlupflöcher für Investoren in Mosambik</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Mosambik ist der Staat der einzige Landbesitzer. So ist es in der Landesverfassung festgeschrieben. Wohl erlaubt das Land- und Bodengesetz Privatpersonen die Nutzung von Grundstücken, doch Schlupflöcher führen dazu, dass die nationalen Landrechte privaten Interessen geopfert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So geht aus einer Untersuchung des Nationalen Bauernverbands aus dem letzten Jahr hervor, dass der Landklau in Mosambik ein Ausmaß erreicht habe, das an Kolonialzeiten erinnere. Unternehmen mit besten Verbindungen zu den Behörden haben sich demnach hunderttausende Hektar Farmland gesichert und die Kleinbauern vertrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie die Non-Profit-Organisation GRAIN berichtet, ist es für Bauern im Norden von Mosambik schwer, sich gegenüber dem Landhunger ausländischer Agrounternehmen zu behaupten. Mosambikanern werde weisgemacht, dass die Projekte der Entwicklung förderlich seien. Doch Caesar Guebuza und andere Bauern wissen aus Erfahrung, dass das nicht stimmt. &#8222;Agrarinvestitionen ausländischer Unternehmen nützen uns gar nichts, sondern bringen uns um unser Land&#8220;, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wirtschaftswissenschaftler machen vor allem den Staat dafür verantwortlich, dass ausländische Investoren inzwischen große Flächen an kommunalen Grundstücken besitzen. &#8222;Die Regierungen sind bekannt dafür, dass sie die Interessen ausländischer Unternehmen vertreten und diesen Land zuweisen, das nach geltendem Gewohnheitsrecht den lokalen Bauern gehört&#8220;, sagt der simbabwische Experte Kingston Nyakurukwa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hilfsorganisation &#8222;ActionAid Tanzania&#8220; hat unlängst gewarnt, dass die Neue Allianz für Ernährungssicherheit in Afrika, die 7,57 Milliarden Euro in die Entwicklung der afrikanischen Landwirtschaft und Ernährungssicherheit investieren will, dazu führen wird, dass Afrikaner um ihr hart verdientes Geld gebracht werden, da sie dann die Agrarerzeugnisse kaufen müssen. Zuckerrohrplantagen, Reisfelder und andere Agrarprojekte, die mit Geldern der Neuen Allianz finanziert würden, führten zur Vertreibung lokaler Kleinbauern. Der Traum vom großen Geld münde in die Landlosigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir hier in Tansania werden durch die Gelder der Investoren von unserem angestammten Land vertrieben. Wir haben keine Wahl, ob wir umziehen wollen oder nicht&#8220;, so Moses Malunguja, ein lokaler Bauer. &#8222;Wir werden zur Annahme von finanziellen Abfindungen oder Alternativland gezwungen.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Eine Tabakpflanzerin in der simbabwischen Provinz Mashonaland Central packt zusammen, nachdem sie einen Termin zur Räumung ihrer Farm erhalten hat. (Foto: Jeffrey Moyo/IPS)</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Viel Land für Investoren in Mosambik</title>
		<link>https://afrika.info/viel-land-fuer-investoren-in-mosambik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Mar 2013 09:47:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mosambik]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Land Grabbing]]></category>
		<category><![CDATA[Landraub]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[William Mapote]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bauernverbände in Mosambik haben der Regierung vorgeworfen, den Ausverkauf des Landes an ausländische Agrarinvestoren zu betreiben. Dabei seien die Investoren vor allem an bereits landwirtschaftlich genutzten Böden interessiert. Tausenden lokalen Gemeinschaften und Kleinbauern, die über keine offiziellen Landtitel verfügen, droht die Vertreibung.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von William Mapote | 5. März 2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">Maputo (IPS/afr). Bauernverbände in Mosambik haben der Regierung vorgeworfen, den Ausverkauf des Landes an ausländische Agrarinvestoren zu betreiben. Dabei seien die Investoren vor allem an bereits landwirtschaftlich genutzten Böden interessiert. Tausenden lokalen Gemeinschaften und Kleinbauern, die über keine offiziellen Landtitel verfügen, droht die Vertreibung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir von der Nationalen Bauernvereinigung (UNAC) fürchten, dass Mosambikanern innerhalb kürzester Zeit das Land ausgehen wird, weil die Regierung ausländischen Konzernen den Zugang zu riesigen und angeblich ungenutzten Agrarflächen verspricht&#8220;, sagt der UNAC-Sprecher João Palate gegenüber IPS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Zentrums für Investitionsförderung verfügt Mosambik über rund 19 Millionen Hektar Land, das für land- und forstwirtschaftliche Zwecke geeignet ist. Bewirtschaftet würden derzeit gerade einmal 5,6 Millionen Hektar Land. &#8222;Die Investoren interessieren sich aber vor allem für die Böden, die bereits von den Kleinbauern beackert werden&#8220;, warnt Palate.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa 64 Prozent der mosambikanischen Bevölkerung leben in ländlichen Gebieten. Die Landwirtschaft ist die Haupterwerbsquelle der Menschen, von denen 45 Prozent nach Angaben der Menschenrechtsorganisation &#8218;FIAN International&#8216; mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="mehr-als-zehn-agrarentwicklungsprojekte-in-zwei-jahren">Mehr als zehn Agrarentwicklungsprojekte in zwei Jahren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten zwei Jahren hat die mosambikanische Regierung mehr als zehn ausländischen Agrarentwicklungsprojekten ihre Zustimmung gegeben. Der größte Deal ist &#8218;ProSavana&#8216;, das die monokulturelle Bewirtschaftung von mehr als zehn Millionen Hektar Land vorsieht. Nutznießer sind brasilianische und japanische Investoren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir haben Fälle wie in der Provinz Niassa, wo vier ganze Bezirke an &#8218;Chikweti Forests&#8216; verpachtet wurden. Tausende Kleinbauern, die hier seit Generationen lebten, wurden vertrieben &#8222;, berichtet Palate. Chikweti Forests ist ein Ableger des &#8218;Global Solidarity Forest Fund&#8216; mit Sitz in Schweden, das auf 13.000 Hektar Land drei Plantagen hochgezogen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die mosambikanische Verfassung sieht vor, dass alles Land dem Staat gehört und nicht veräußert werden darf. Wohl aber kann es von Einzelpersonen und Gruppen bewirtschaftet werden. Nach geltendem Recht können interessierte Personen bei der zuständigen Provinzregierung einen Antrag auf die Nutzung von maximal 1.000 Hektar Land beantragen. Für Anfragen zu einer Nutzungsfläche von mehr als 10.000 Hektar ist das Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei zuständig. Darüber hinaus kann Land lokalen Gemeinschaften überlassen werden, die dort seit mehr als fünf Jahren ansässig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Bauernsprecher Palate zufolge ist Landbesitz eine Frage der Souveränität. So sollten einheimische Bauern die Nahrungsmittelproduktion dominieren und mit den erforderlichen Anbaupraktiken vertraut gemacht werden. Dass ProSavana Soja für den Export anbauen wird, &#8222;trägt nicht zur Lösung unserer Nahrungsmittelprobleme bei&#8220;, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ProSavana-Projekt wird im Nacala-Entwicklungskorridor umgesetzt – zwischen den Provinzen Nampula, Zambézia und Niassa im Norden Mosambiks. Das dafür ausgewiesene Land wird aber gleichzeitig von tausenden Kleinbauern bewirtschaftet, denen die Vertreibung bevorsteht.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="versprechen-gebrochen">Versprechen gebrochen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Delfina Sidónio musste das Erbe ihrer Eltern, eine fünf Hektar große Farm, in Ruace in der Provinz Zambézia im letzten Jahr aufgeben, weil ihr Land Teil der 10.000 Hektar großen Fläche war, die die Regierung dem portugiesischen Agrarunternehmen &#8218;Quifel&#8216; in Aussicht gestellt hatte. Der Konzern will dort Soja und Sonnenblumen für die Biotreibstoffproduktion anpflanzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die dreifache Mutter hat inzwischen aufgehört, den Zusicherungen des Unternehmens Glauben zu schenken. &#8222;Ich sollte neues Land und eine Abfindung in Höhe von 680 Dollar erhalten&#8220;, berichtet sie. &#8222;Doch bisher wurde mir erst ein Viertel der zugesagten Summe ausgezahlt. Und von dem neuen Grundstück ist nicht mehr die Rede.&#8220; Sidónio ist eine von mehr als 200 Kleinbauern, die durch den Deal ihr Land verloren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="nichts-als-lugen">&#8222;Nichts als Lügen&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Land war unser Leben, es hat uns ernährt&#8220;, meint Ernesto Elias, der Leiter des Kleinbauernverbands in Ruace. &#8222;Am Anfang hatte uns der Konzern neues Agrarland versprochen. Wir sollten Hilfe bei der Infrastruktur und Wasserversorgung erhalten und entschädigt werden. Doch wenige Monate später haben sich die Versprechen als Lügen herausgestellt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Quifel-Sprecher in Gurue in Zambézia weist die Anschuldigungen zurück. &#8222;Wir sind dabei, unseren gegenüber den Gemeinschaften eingegangenen Verpflichtungen bis spätestens Juni nachzukommen&#8220;, versichert er. &#8222;Dann wird niemand mehr den Vorwurf des Land Grabbing in Ruace erheben, vielmehr wird dann von einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und den Investoren zur Entwicklung des Agrarsektors die Rede sein.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Mahomed Valá, Beamter im Agrarministerium, gegenüber IPS berichtet, weiß die Regierung um die Beschwerden der Menschen in Ruace. Doch in diesem Stadium könne sie nichts anderes tun, als die beiden Konfliktparteien anzuhalten, in den Dialog zu treten. &#8222;In dem Streit geht es vordergründig um unerfüllte Versprechen&#8220;, räumt er ein. &#8222;Das Unternehmen hat den Menschen Land für die Wiederansiedlung, Saatgut und Infrastrukturen in Aussicht gestellt, seine Versprechen aber bisher nicht eingehalten.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der Farmer Ambrosio Manjate aus dem südmosambikanischen Palmeira. Bauernverbände befürchten, dass Land für Kleinbauern wie ihn bald knapp werden könnte. (Foto: Johannes Myburgh/IPS)</p>



<p class="wp-block-paragraph">| Tags:&nbsp;<a href="https://afrika.info/newsroom/tag/Mosambik">Mosambik</a>,&nbsp;<a href="https://afrika.info/newsroom/tag/Landwirtschaft">Landwirtschaft</a>,&nbsp;<a href="https://afrika.info/newsroom/tag/Ern%C3%A4hrung">Ernährung</a>,&nbsp;<a href="https://afrika.info/newsroom/tag/Landraub">Landraub</a>,&nbsp;<a href="https://afrika.info/newsroom/tag/Land+Grabbing">Land Grabbing</a>,&nbsp;<a href="https://afrika.info/newsroom/tag/William+Mapote">William Mapote</a></p>
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		<item>
		<title>Kamerun: Ehemann tot, Land weg</title>
		<link>https://afrika.info/kamerun-ehemann-tot-land-weg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Oct 2012 15:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Erbrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Land Grabbing]]></category>
		<category><![CDATA[Landraub]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ngala Kilian Chimtom]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Clarisse Kimbi kann von dem bisschen Land, das sie in der Ortschaft Kom in der kamerunischen Nordwestregion besitzt, kaum leben. Für die sechsfache Mutter ist es schwierig, ihre Kinder satt zu bekommen. Dabei ging es der Familie vor fünf Jahren noch recht gut. </p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Ngala Killian Chimtom | 31. Oktober 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yaoundé (IPS/afr). Clarisse Kimbi kann von dem bisschen Land, das sie in der Ortschaft Kom in der kamerunischen Nordwestregion besitzt, kaum leben. Für die sechsfache Mutter ist es schwierig, ihre Kinder satt zu bekommen. Dabei ging es der Familie vor fünf Jahren noch recht gut. Doch der Tod ihres Ehemannes veränderte die Situation gravierend. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Lebzeiten von Kimbis Mann verfügte die Familie über fünf Hektar Land.&nbsp;Die Erträge reichten nicht nur für den Nahrungsmitteleigenbedarf. Ein Teil ging in den Verkauf. In einem Land, in dem 40 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben, sind dies gute Voraussetzungen, um ein halbwegs sorgenfreies Leben zu führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch als Kimbis Mann verstarb, war es mit den guten Zeiten rasch vorbei. &#8222;Er war erst einen Tag unter der Erde, da rückte meine Schwiegerfamilie an und nahm sich das Land, das mein Mann und ich 27 Jahre bewirtschaftet hatten&#8220;, berichtet die Witwe. Wie viele Frauen ihres Landes ist sie ein Opfer des traditionellen Erbrechts, das Land ausschließlich den Männern zuspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Hinterbliebenen heißt es den Gürtel enger zu schnallen. Kimbi musste zwei ihrer Kinder aus der Schule nehmen, weil sie das Schulgeld nicht mehr zahlen konnte. Zwar hat Präsident Paul Biya 2004 per Dekret bestimmt, dass der Besuch der Grundschule kostenlos ist. Doch bis heute werden die Eltern zur Zahlungen der Schulgebühren angehalten, um die schlecht ausgestatteten Bildungseinrichtungen am Laufen zu halten.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="hauptproduzentinnen-ohne-land">Hauptproduzentinnen ohne Land</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Nationalen Statistikamts stellen Frauen in Kamerun 52 Prozent der 20 Millionen Menschen zählenden Bevölkerung. Und obwohl sie in dem zentralafrikanischen Land 80 Prozent des Nahrungsmittelbedarfs produzieren, besitzen sie laut dem Kamerunischen Netzwerk für Geschlechtergerechtigkeit gerade einmal zwei Prozent des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wenn wir von einer gerechten und gleichberechtigten Gesellschaft reden wollen, müssen wir dafür sorgen, dass mindestens 35 Prozent des Landes in Frauenhand gelangt&#8220;, meint Judith Awondo, die Koordinatorin der Organisation, im IPS-Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl das Landbesitzgesetz von 1974 Kamerunern den gleichberechtigten Zugang zu Land zusichert, sorgen Gewohnheitsrechte und traditionelle Praktiken dafür, dass Frauen leer ausgehen und in Armut versinken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Da Frauen der Zugang zu den produktiven Ressourcen versperrt ist, befinden sie sich in einer schwächeren Position, was Agrarproduktion und Wirtschaftswachstum, Ernährungssicherheit, Familieneinkommen und politische Mitsprache angeht&#8220;, erläutert Fon Nsoh, Koordinator der Kamerunischen Bewegung für das Recht auf Nahrung, einer lokalen Nichtregierungsorganisation. Eine Haushaltsumfrage von 2007 ergab, dass 52 Prozent der Kameruner, die in armen Haushalten leben, Frauen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem, Frauen und Gemeinschaften den Zugang zu Land zu sichern, wird durch die Landnahmen multinationaler Konzerne und durch die reichen Eliten im Lande erschwert. Ein Beispiel ist der Grand Grab des in New York ansässigen Unternehmens &#8218;Herakles-Farms&#8216; in Kameruns Süd-West-Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 7. November 2011 hatte der High Court des Bezirks Kupé-Muanenguba in der Süd-West-Region den Projektstopp verfügt. Dennoch macht das Unternehmen, das sich mit einem 99 Jahre laufenden Pachtvertrag über 73.000 Hektar Land gesichert hat, mit dem Anbau von Ölpalmen in der Region weiter. Die Vertragsbedingungen bezeichnet Nsoh als &#8222;skandalös&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das US-amerikanische Oakland-Institut und die internationale Umweltorganisation Greenpeace haben in einem Bericht gewarnt, dass sich das als Hotspot der Artenvielfalt bezeichnete und zwischen vier großen Schutzgebieten befindliche Areal negativ auf 45.000 Menschen auswirken könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umweltgruppen werfen Herakles Farms vor, trotz zweier einstweiliger Verfügungen und der fehlenden Zustimmung der Regierung und gegen den Widerstand der Anrainer mit dem Vorhaben weiterzumachen. &#8222;Es gibt tausende Menschen, die dort ihr Land verlieren könnten. Das gilt insbesondere für Bäuerinnen, die nicht Teil der Verhandlungen waren&#8220;, erläutert Nsoh, der mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren versucht, das Landbesitzgesetz von 1974 zu reformieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aktivisten-fordern-gesetzreform">Aktivisten fordern Gesetzreform</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Gesetz von 1974 ist obsolet. Es wurde vor 38 Jahren verabschiedet und wird den Gegebenheiten des modernen Lebens nicht mehr gerecht&#8220;, meint der Aktivist. Danach ist der Staat zu einem &#8222;rationalen&#8220; Umgang mit dem Land unter Berücksichtigung der nationalen Wirtschaftsinteressen berechtigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nsoh kritisiert, dass in dem Gesetz eine Mitsprache der betroffenen Gemeinschaften nicht vorgesehen ist. Er weist ferner darauf hin, dass es etliche Fälle gibt, in denen der Staat Land für Investitionszwecke konfisziert hat, ohne sich vorab mit den dort lebenden Menschen abgesprochen zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nsoh zufolge braucht Kamerun ein Gesetz, dass Gemeinden und Frauen bei Verhandlungen über Land einbezieht. &#8222;Außerdem müssen in den Landbesitzurkunden die Namen beider Eheleute eingetragen sein. Nur so lässt sich das patriarchalische Erbrechtssystem überwinden&#8220;, betont der Aktivist. Die zivilgesellschaftlichen Organisationen setzten sich zudem für eine Vereinfachung des langwierigen Prozesses der Ausstellung von Landtiteln ein. &#8222;Auch hier müssen wir das Gesetz überarbeiten und der ganzen Angelegenheit eine Gendernote gegeben.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang hat die Regierung nicht auf die Forderungen der Zivilgesellschaft reagiert. Dennoch ist Nsoh zuversichtlich, dass sie mitziehen wird. Im letzten Jahr hatte Staatschef Biya bei einer Veranstaltung in Ebolowa in Kameruns Südregion die Notwendigkeit betont, das Landbesitzgesetz zu überarbeiten. (Ende)</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="karte-kom-in-kamerun">Karte: Kom in Kamerun</h2>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der Sohn von Olivier Forgha Koumbou bewässert die Ackerböden auf der Farm in Santa im Nordwesten von Kamerun. (Foto: Ngala Kilian Chimtom, IPS)</p>
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		<title>Enteignete Bauern kämpfen um ihr Land</title>
		<link>https://afrika.info/enteignete-bauern-kaempfen-um-ihr-land/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Sep 2012 13:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mali]]></category>
		<category><![CDATA[Land Grabbing]]></category>
		<category><![CDATA[Landraub]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soumaila T. Diarra]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Mali sind Kleinbauern vor Gericht gezogen, um die Rückgabe ihrer Ländereien zu fordern, die der Staat internationalen Agrarkonzernen zugesprochen hat. Das Verfahren fällt in eine Zeit der politischen Instabilität, in der das Interesse der Großunternehmen an Geschäften in dem westafrikanischen Staat zurückgeht.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Soumaila T. Diarra | 18. September 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bamako (IPS/afr). In Mali sind Kleinbauern vor Gericht gezogen, um die Rückgabe ihrer Ländereien zu fordern, die der Staat internationalen Agrarkonzernen zugesprochen hat. Das Verfahren fällt in eine Zeit der politischen Instabilität, in der das Interesse der Großunternehmen an Geschäften in dem westafrikanischen Staat zurückgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir haben gegen unsere Enteignung geklagt&#8220;, bestätigte Lamine Coulibaly von der Nationalen Koordinationsgruppe der Bauernorganisationen (CNOP), die sich vehement gegen die Vorzugsbehandlung ausländischer Agrarunternehmen durch den malischen Staat zur Wehr setzt. Die nächste Anhörung findet am 27. September vor einem Gericht im zentralmalischen Markala statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die in dem umstrittenen Gebiet lebenden Bauern hoffen nun, dass die Richter der Beschlagnahmung von Grundstücken, die von den Familien bereits seit Generationen bewirtschaftet werden, einen Riegel vorschieben werden. &#8222;Wir sind davon überzeugt, dass wir im Recht sind und den Prozess gewinnen können&#8220;, meint Coulibaly.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das staatliche &#8222;Office du Niger&#8220;, Betreiber des größten Agrarerschließungsprojektes im westlichen Sahel, will eine Million Hektar Land mit Hilfe ausländischer Investoren &#8222;entwickeln&#8220;. Mali verdankt sein landwirtschaftliches Potenzial einem von der damaligen Kolonialmacht Frankreich 1932 gebauten Stausee.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="abkommen-zwischen-regierung-und-investoren">Abkommen zwischen Regierung und Investoren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bauernverbände sind auf die Unternehmen schlecht zu sprechen, schließlich fanden die Enteignungen im Zusammenhang mit größeren Agrarprojekten statt. So konnte sich die libysche Entwicklungsgesellschaft Malibya ein 100.000 Hektar großes Gebiet sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bauern klagen außerdem gegen die Landvergabe an die Zuckergesellschaft von Markala (SOSUMAR). &#8222;33 Dörfer in Sana in der Region Ségou im Zentrum des Landes sind SOSUMAR zum Opfer gefallen&#8220;, berichtet Massa Koné, einer der von den Enteignungen betroffenen Bauern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die brenzlige politische Lage bringt die Investitionsprojekte zum Erliegen. Das Projekt Malibya ist seit dem Sturz des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi im vergangenen Jahr blockiert. Die Libyer hatten vor Ort bereits eine 40 Kilometer lange Straße und einen ebenso langen Kanal gebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bauernverbände begrüßen indes den Abzug des Mehrheitsaktionärs von SOSUMAR, &#8222;Illovo Sugar&#8220;. Aus einem im Juli auf der Internetseite der Vereinigung der nationalen Bauernverbände veröffentlichten Artikel geht hervor, dass sich das südafrikanische Unternehmen aufgrund der soziopolitischen Krise in Mali aus der Zuckerproduktion des westafrikanischen Landes zurückgezogen habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Bauern zufolge sind bisher Farmen von einer Gesamtgrößte von 800.000 Hektar Land enteignet worden. CNOP zufolge hat SOSUMAR auf den 25.000 Hektar Land, die dem Unternehmen übereignet wurden, lediglich zwei Zuckerrohrpflanzungen von jeweils 140 Hektar Größe betrieben. Die lokalen Bauern konnten ihre Felder nicht bestellen, weil ihnen das Projekt den Zugang versperrte, wie Koné berichtet.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="familienhofe-furchten-um-ihre-existenz">Familienhöfe fürchten um ihre Existenz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Farmer sorgen sich zudem um die Zukunft der Familienlandwirtschaft, von der die Nahrungsversorgung der Bevölkerung abhängt. Boubacar Sow, stellvertretender Direktor des Office du Niger, sieht die traditionellen Familienbetriebe jedoch nicht gefährdet. Wie er erklärt, wird das Land erst mit Hilfe der ausländischen Investoren erschlossen und dann an die Familienlandwirtschaft übergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Widerstand der Bauern gegen die ausländischen Agrarunternehmen bringt die Regierung in Bedrängnis, will sie die landwirtschaftlichen Flächen ausweiten. Wie die Leitung des Office du Niger mitteilte, handelt es sich bei den Agrarflächen, die den Investoren zugewiesen wurden, um brachliegendes Land. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Marktag in Ségou in Mali (Foto: Attila Jandi/Shutterstock.com)</p>
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