<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Karlos Zurutuza Archive | afrika.info</title>
	<atom:link href="https://afrika.info/schlagwort/karlos-zurutuza/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link></link>
	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
	<lastBuildDate>Wed, 23 Feb 2022 09:09:54 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.1</generator>
	<item>
		<title>Tuareg wollen ein demokratisches Mali</title>
		<link>https://afrika.info/tuareg-wollen-ein-demokratisches-mali/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2014 14:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mali]]></category>
		<category><![CDATA[Azawad]]></category>
		<category><![CDATA[Karlos Zurutuza]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[MNLA]]></category>
		<category><![CDATA[Tuareg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test.afrika.info/?p=948</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Regierung von Mali und Tuareg-Rebellen von Azawad, einem Gebiet im Norden des westafrikanischen Landes, haben in Algier erneut Friedensgespräche geführt. Über die politischen Ziele der Tuareg-Rebellen sprach IPS exklusiv mit Moussa Ag Assarid, Sprecher der Nationalen Bewegung für die Befreiung von Azawad (MNLA).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/tuareg-wollen-ein-demokratisches-mali/">Tuareg wollen ein demokratisches Mali</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Karlos Zurutuza | 4. August 2014</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lekorne, Frankreich (IPS/afr). Die Regierung von Mali und Tuareg-Rebellen von Azawad, einem Gebiet im Norden des westafrikanischen Landes, haben in Algier erneut Friedensgespräche geführt. Über die politischen Ziele der Tuareg-Rebellen sprach IPS exklusiv mit Moussa Ag Assarid, Sprecher der Nationalen Bewegung für die Befreiung von Azawad (MNLA).</p>



<p class="wp-block-paragraph">2012 hatten die Aufständischen das Territorium nach der Vertreibung der malischen Armee für unabhängig erklärt. &nbsp;&#8222;Wir wollen einen demokratischen, säkularen und multiethnischen Tuareg-Staat&#8220;, sagte Moussa Ag Assarid.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Beratungen vom 16. bis 24. Juli zwischen der Regierung in Bamako und Repräsentanten von sechs bewaffneten Gruppen aus dem Norden Malis waren Diplomaten aus Mauretanien, dem Niger, dem Tschad, aus Burkina Faso und der Wirtschaftsgemeinschaft der Westafrikanischen Staaten (ECOWAS) sowie Vertreter internationaler Organisationen zugegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS: Sie haben im April 2012 die Unabhängigkeit ihres Staates verkündet, den bisher aber niemand anerkannt hat. Wie erklären Sie sich das?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Moussa Ag Assarid: Wir sind nicht für einen Tuareg-Staat, sondern für ein säkulares, demokratisches und multi-ethnisches Staatsmodell. Wir Tuareg machen vielleicht die Mehrheit der Einwohner von Azawad aus. Dort leben aber auch Araber und Angehörige der Volksgruppen Songhai und Peula. Wir arbeiten in enger Abstimmung mit ihnen zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der Unabhängigkeit Malis 1960 haben die Menschen in Azawad wiederholt erklärt, dass sie nicht Teil des Landes sein wollten. Wir erhalten Unterstützung von vielen Völkern in aller Welt. Die Staaten und internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen wollen jedoch nicht mit der etablierten Ordnung brechen. Deshalb sprechen die UN und Mali von &#8222;Dschihadismus&#8220; und nicht von dem legitimen Freiheitskampf der Menschen in Azawad.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich beobachten wir, wie sich die Weltordnung durch wichtige Bewegungen in Nordafrika, im Nahen Osten und sogar, wie im Falle der Ukraine, in Europa verändert. Das ist ein eindeutiger Beweis dafür, dass die Globalisierung und Verwaltung der Welt fehlgeschlagen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS: Die Intervention Frankreichs während des Krieges 2012 hat den Rebellen anscheinend in die Hände gespielt. Wie sehen Sie den Einfluss der früheren Kolonialmacht in der Region?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Assarid: Die Franzosen sind immer da gewesen, sogar nach der Unabhängigkeit Malis. Denn sie haben große strategische Interessen in der Region und sie sind abhängig von Bodenschätzen wie etwa Uran. Man könnte sagen, dass unsere Unabhängigkeit sowohl von der internationalen Gemeinschaft als auch von Frankreich konfisziert worden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die malischen Soldaten sind durch UN-Truppen ersetzt worden. Die Armee von Mali verübt jedoch weiterhin alle möglichen Übergriffe gegen die Bevölkerung, von willkürlichen Festnahmen bis zu Deportationen und Verschleppungen. All dies geschieht, ohne dass die französischen und die UN-Soldaten einen Finger krümmen. Die Regierung in Bamako fordert unterdessen Frankreich auf, sie in ihrem angeblichen Kampf gegen uns &#8222;Dschihadisten&#8220; zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem bereitet uns die Medienblockade Sorgen. Reporter erhalten keinen Zugang zu Azawad. Die Nachrichten werden durch Journalisten in Bamako gefiltert, die vom &#8222;Norden Malis&#8220; sprechen, statt über unseren Kampf zu berichten. Sie machen sich damit zu Sprechern und Verteidigern des Staates Mali.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS: Inwieweit ist der Staat Mali in Azawad tatsächlich präsent?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Assarid: Die Armee und Regierungsvertreter sind 2012 geflohen. Der Staat ist nur in Zonen wie Gao und Timbuktu präsent, die von der französischen Armee geschützt werden. Die Regierung in Paris hat etwa 1.000 Soldaten in das Gebiet entsandt, während die Vereinten Nationen ungefähr 8.000 Blauhelme im ganzen Land stationiert haben. Zwischen 12.000 und 15.000 Kämpfer gehören der MNLA an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir stimmen uns mit der Arabischen Bewegung für Azawad und dem Hohen Rat für die Einheit von Azawad ab. Gemeinsam mit diesen Gruppen kontrollieren wir 90 Prozent von Azawad. Wir leben dort aber unter extrem schwierigen Bedingungen. Weder von Mali noch von Algerien erhalten wir irgendwelche Unterstützung. Wir müssen mit einer schrecklichen Dürre fertigwerden. Wie eh und je leben wir von dem Fleisch und der Milch unserer Ziegen. Wir kämpfen mit von uns beschlagnahmten Waffen der malischen Armee und der Dschihadisten sowie mit Waffen, die wir früher von Libyen bekommen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS: Viele behaupten, dass MNLA-Mitglieder während des Bürgerkriegs in Libyen 2011 auf der Seite des Machthabers Muammar al Gaddafi kämpften. Stimmt das?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Assarid: Die Medien verdrehen nach wie vor die Fakten. Gaddafi gewährte den Tuareg die libysche Staatsbürgerschaft, benutzte sie aber später dazu, in Palästina, im Libanon und im Tschad zu kämpfen. 1990 gingen sie nach Azawad zurück, um gegen die Armee Malis zu kämpfen. Selbst wenn wir die Möglichkeit gehabt hätten, wäre uns nicht der Fehler unterlaufen, 2011 gegen das libysche Volk zu kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gaddafi gab den Tuareg Waffen, damit sie in Bengasi kämpfen. Sie entschieden sich jedoch, nach Kidal zu gehen und dort die MNLA zu gründen. Es ist völlig falsch zu behaupten, dass die MNLA von Tuareg, die aus Libyen kamen, gebildet wurde. Viele unserer Kämpfer sind niemals dort gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>IPS: Geben islamistische Extremisten in Azawad noch großen Anlass zur Sorge?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Assarid: Im Januar 2013 griffen Al Qaeda im islamischen Maghreb (AQMI), die Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO), eine Splittergruppe von AQMI und Ansar Dine die malische Armee an der Grenze zu Azawad an. Malis Präsident bat Paris um Hilfe, um diese Gruppen zu entmachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir, die MNLA, kämpfen aber bereits seit Juni 2012 gegen die Dschihadisten. Die USA, Großbritannien und Frankreich behaupten, gegen Al Qaeda zu kämpfen, doch in Wirklichkeit führen wir die Gefechte vor Ort. Von Ansar Dine hat es seit über einem Jahr kein Lebenszeichen mehr gegeben. AQMI und MUJAO sind aber noch aktiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine ungeheuerliche Sache, dass Bamako früher enge Verbindungen zu AQMI unterhielt und sogar Ansar Dine unterstützte. Dessen Führer ist zwar ein Tuareg, doch die Leute, die unter seinem Befehl stehen, sind Kriminelle. Die einst von Bamako unterstützten Dschihadisten sind heute stärker als die malische Armee. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Moussa Ag Assarid, Sprecher der MNLA (Foto: Karlos Zurutuza/IPS)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/tuareg-wollen-ein-demokratisches-mali/">Tuareg wollen ein demokratisches Mali</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Westsahara: Vergessene Krise</title>
		<link>https://afrika.info/westsahara-vergessene-krise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Jun 2012 09:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Westsahara]]></category>
		<category><![CDATA[DARS]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratische Arabische Republik Sahara]]></category>
		<category><![CDATA[Karlos Zurutuza]]></category>
		<category><![CDATA[Polisario]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test.afrika.info/?p=1116</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nach dem Grenzübertritt in Tindouf im Westen Algeriens in Richtung Wüste verschwindet die Straße im Sand. 20 Kilometer später zeigt ein Schild das Ende der Reise an: "Willkommen in der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS)". Ein Soldat im Kampfanzug lässt sich nur noch schnell die Pässe zeigen, dann ist das Ziel erreicht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/westsahara-vergessene-krise/">Westsahara: Vergessene Krise</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Karlos Zurutuza | 27. Juni 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bir Lehlu (IPS/afr). Nach dem Grenzübertritt in Tindouf im Westen Algeriens in Richtung Wüste verschwindet die Straße im Sand. 20 Kilometer später zeigt ein Schild das Ende der Reise an: &#8222;Willkommen in der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS)&#8220;. Ein Soldat im Kampfanzug lässt sich nur noch schnell die Pässe zeigen, dann ist das Ziel erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">82 Staaten haben die DARS als souveränen Staat anerkannt. Doch für die Vereinten Nationen ist sie ein Gebiet, das im Dekolonisierungsprozess steckengeblieben ist – seit dem Abzug der Spanier 1976, um genau zu sein, als die ehemalige Kolonialmacht die Westsahara in den Händen Marokkos und Mauretaniens zurückließ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Waffenstillstandsabkommen von 1991 wird der Großteil des DARS-Territoriums einschließlich des Gebiets an der Atlantikküste von Marokko kontrolliert. Ein kleiner, weitgehend unbewohnter und wirtschaftlich uninteressanter Teil der Wüste, der als die &#8222;Befreiten Gebiete&#8220; bekannt ist, verblieb unter der Kontrolle der sahrauischen Befreiungsfront Polisario.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die in den von Marokko besetzten Gebieten verbotene Widerstandsgruppe wird von Algerien unterstützt und von den UN als legitime Vertretung des sahrauischen Volkes anerkannt. Fast alle rund 250.000 Sahrauis leben jedoch in den algerischen Flüchtlingslagern von Tindouf, etwa 1.465 Kilometer südwestlich von Algier entfernt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fluchtlinge-seit-37-jahren">Flüchtlinge seit 37 Jahren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierungsgebäude sind trotz aller Bescheidenheit leicht zu erkennen, erheben sie sich aus einem Meer von Lehmhütten. Die Sahraui-Flüchtlinge, die alle von ausländischer Hilfe abhängen, hätten nie gedacht, solange in den Lagern bleiben zu müssen. Inzwischen sind es 37 Jahre – Ende offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Polisario genießt den breiten Rückhalt der Wüstenbewohner, von denen viele nur allzu gern zu den Waffen greifen würden, um für die lang ersehnte Unabhängigkeit zu kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leben in den Lagern ist zwar schwierig, aber immer noch besser als in den &#8222;Befreiten Gebieten&#8220; – ein geopolitisches Niemandsland, in der ausschließlich die Polisario das Sagen hat. Hier gibt es kaum Wasser, keinen Strom, keine Krankenhäuser. Ein unwirtlicher Ort, der ausschließlich von Nomaden und den Polisario-Soldaten bewohnt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Hauptquartier der zweiten Bataillon in Bir Lehlu, der Verwaltungshauptstadt 400 Kilometer westlich von Tindouf, hockt ein Soldat auf einem der wenigen Bäume und sucht mit den Augen den Horizont ab. Auf Anordnung seines Kommandanten springt er auf den Boden und verschwindet in einem Erdloch. Eine Minute später taucht er aus einem anderen, 50 Meter weiter entfernt, wieder auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Im Fall eines Luftangriffs der marokkanischen Streitkräfte können wir uns nur unterirdisch in Sicherheit bringen. So wie das auch die orangenen Eidechsen tun, die Sie hier überall sehen können&#8220;, witzelt Sidi Mohamed Baaya, einer der Bataillonsoffiziere. Der Ausbau der unterirdischen Höhlen habe Priorität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Baracke, die mehr einem Polisario-Geschichtsmuseum gleicht, berichtet Baaya über die &#8222;größte&#8220; Infrastruktur, die jemals in der Westsahara gebaut worden ist: die 2.500 Kilometer lange &#8222;Mauer&#8220;. Der Wall, den die Franzosen in den 1980er Jahren entworfen hatten und der das Gebiet von Nord nach Süd durchschneidet, ist ein komplexes Konstrukt aus Steinwällen, Gräben und Stacheldraht, das die wirtschaftlich produktivsten Teile des Landes absperrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir bilden unsere Männer darin aus, die Mauer unbemerkt zu erklettern, damit sie die marokkanischen Truppen gegebenenfalls von hinten angreifen können&#8220;, erläutert der Polisario-Vertreter. Bis zum Waffenstillstand 1991 gehörten Vorstöße in die feindlichen Reihen zur Normalität in einem Krieg, der 1975 begann und 16 Jahre andauern sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 23-jährige Mohamed Murad wurde in einem der Tindouf-Flüchtlingslager geboren. Er ist Mitglied der motorisierten Militäreinheit, die den Landstreifen längs der Mauer kontrolliert. &#8222;Seit der Entführung von drei humanitären Helfern – zwei Spaniern und einem Italiener – vor sieben Monaten, patrouillieren wir jeden Tag rund um die Uhr. Wir wollen Angriffe der Terroristen auf Journalisten und Helfer verhindern&#8220;, erläutert Murat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter der Entführung der drei humanitären Helfer im Oktober in Tindouf werden Mitglieder eines Al-Kaida-Ablegers vermutet. Der Zwischenfall wird von der Polisario sehr ernst genommen. Denn solche Zwischenfälle könnten die internationalen Geber davon abhalten, die dringend benötigten Helfer und Hilfsgüter zu schicken, die für die Sahrauis überlebenswichtig sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="japanischer-pickup-mit-flugzeugabwehrraketen-bestuckt">Japanischer Pickup mit Flugzeugabwehrraketen bestückt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Patrouillen steht der Polisario ein japanischer Pickup zur Verfügung, der mit Fliegerabwehrkanonen bestückt ist. &#8222;Wir waren die ersten, die über Leichtfahrzeuge mit schwerem Geschütz verfügten&#8220;, berichtet der 60-jährige Salama Abdallahi stolz. Er gehört der Bewegung bereits seit 1974 an und ist einer von vielen Veteranen, die sich zum Bleiben entschlossen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdallahi wurde in Bojador geboren, einer Küstenstadt im Süden der von Marokko kontrollierten Sahara. Abgesehen davon, dass die jungen Soldaten von seinen langjährigen Kampferfahrungen profitieren, können sie sich mit Hilfe seiner Erinnerungen ein Bild von dem Land machen, dass ihre Eltern aufgeben mussten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa 100 Kilometer nordöstlich von Bir Lehlu trifft man auf Zeugnisse des kulturellen sahrauischen Erbes: Die antiken Gesteinsgravuren sind nach Aussagen der wenigen Archäologen in der Region 5.000 Jahre alt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ein-nomadenleben">Ein Nomadenleben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den kurzen Augenblicken, in denen der Sandsturm nachlässt, sind in der Ferne Nomadenzelte zu sehen. In einem lebt Nuna Bumra Mohamed. Sie erlaubt ihren Gästen einen Blick in den 30 Quadratmeter großen und mit leuchtend roten Teppichen ausgelegten Wohnraum zu werfen. Sie selbst trägt eine grüne Melfa, ein traditionelles Kleidungsstück der sahrauischen Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch über ihrem Zelt weht die obligatorische sahrauische Fahne mit ihrem grünen, weißen und schwarzen Streifen und einem roten Stern in der Mitte. &#8222;Wir haben davon gehört, dass Terroristen aus Mali und Mauretanien kommen&#8220;, berichtet Bumra, nachdem sie ihren Besuchern einen Becher Ziegenmilch hingestellt hat. &#8222;Doch wir fühlen uns unter dem Schutz der Polisario sicher.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was den Menschen größere Sorgen bereite, sei der Mangel an Wasser, erläutert Bumra. Trotz der schwierigen Lebensbedingungen hat sie einen Umzug in ein Flüchtlingslager nie in Erwägung gezogen.&#8220; Ich könnte nicht in einem fremden Land leben&#8220;, sagt sie. &#8222;Außerdem will ich nicht den einzigen Teil des Landes verlassen, der von uns kontrolliert wird.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Polisario-Patrouille in den &#8222;Befreiten Gebieten&#8220; (Bild: Karlos Zurutuza/IPS)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/westsahara-vergessene-krise/">Westsahara: Vergessene Krise</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
