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	<title>Industrie Archive | afrika.info</title>
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	<description>Changing Perceptions</description>
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	<title>Industrie Archive | afrika.info</title>
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		<title>Zama Zamas: Monatelang unter Tage</title>
		<link>https://afrika.info/zama-zamas/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2023 08:22:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesotho]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Südafrika boomt der illegale Bergbau. Reiche Auftraggeber rekrutieren arme Arbeiter, die in stillgelegten südafrikanischen Minen nach Bodenschätzen schürfen. Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal, Rivalität schürt Fremdenhass und Gewalt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Fawzia Moodley* | 26. Januar 2023</p>



<p class="wp-block-paragraph">Johannesburg (IPS/afr). In Südafrika boomt der illegale Bergbau. Reiche Auftraggeber rekrutieren arme Arbeiter, die in stillgelegten südafrikanischen Minen nach Bodenschätzen schürfen. Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal, Rivalität schürt Fremdenhass und Gewalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die illegalen Minenarbeiter, die überwiegend aus Lesotho, Mosambik und Simbabwe stammen, werden auf isiZulu „Zama Zamas“ genannt. Frei übersetzt werden darunter Menschen verstanden, “die immer wieder ihr Glück versuchen”.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Paps Lethoko ist Vorsitzender der “National Association of Artisanal Miners” (NAAM) &#8211; einer&nbsp; Interessensvertretung für Kumpel im Kleinbergbau. Er berichtet, dass die Zama Zamas oft Monate in den unterirdischen Schächten verbringen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tätigkeit ist enorm gefährlich: Erst zu Jahresbeginn sind acht Bergleute in einer Mine in Driekop, Limpopo, erstickt. Heftige Regenfälle hatten Erde in den Ausgang gespült und die Zama Zamas eingeschlossen. Im November 2022 verloren 21 Minenarbeiter bei einem Schachteinsturz in Krugersdorp ihr Leben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gutes Geschäft für kriminelle Syndikate</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auftraggeber der Zama Zamas sind in kriminellen Syndikaten organisiert und verdienen sich mit den illegalen Bergleuten eine goldene Nase. So betreiben sie z. B. unterirdische Imbissbuden, in denen Wucherpreise für Lebensmittel verlangt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Imbisse verkaufen Brot für 200 Rand (Normalpreis 20 Rand) und Fischkonserven für 300 Rand (Normalpreis 25 Rand)”, schildert Lethoko. “Nach monatelangem Ausharren in den klaustrophobischen und gefährlichen Katakomben erhalten die Bergleute am Ende etwa 30.000 Rand (ca. 1.800 US-Dollar). Sie müssen davon aber die enormen Preise für Nahrungsmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs bezahlen.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Lethoko werden die meisten stillgelegten Schächte in Klerksdorp, einer Bergbaustadt in der Nordwestprovinz, von einem wohlhabenden Politiker aus Lesotho betrieben. Wer dort arbeiten will, muss investieren. „Die Arbeiter werden gezwungen, den Sicherheitskräften bis zu 20.000 Rand (ca. 1.700 US-Dollar) zu bezahlen, um die Minen betreten zu dürfen. Sie werden schlechter behandelt als Sklaven &#8211; genauso wie von Bergbauunternehmen während der Apartheid.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unter Verdacht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Südafrika werden die Zama Zamas häufig mit Gewaltexzessen in Verbindung gebracht. Am 28. Juli 2022 wurden bei Krugersdorp acht Frauen, die auf einem ehemaligen Minengelände ein Musikvideo drehen wollten, vergewaltigt und beraubt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einer nachfolgenden Razzia der Polizei wurden zwei Zama Zamas erschossen, 84 Verdächtige wurden festgenommen. Später wurden 14 der illegalen Bergleute wegen Vergewaltigung und schweren Diebstahls angeklagt. Die Anklage wurde später fallen gelassen, nachdem die DNA-Abgleiche keine Übereinstimmungen ergeben hatten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kleinbergleute fürchten um ihren Ruf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einheimische Minenarbeiter, die sich mit traditionellem Kleinbergbau über Wasser halten, befürchten angesichts solcher Vorfälle Nachteile für ihre Berufsausübung. “Wir haben versucht, Genossenschaften zu gründen und Genehmigungen für einen legalen Betrieb zu erhalten”, schildert Lethoko, “aber die Bergbauunternehmen, die Medien und sogar die Polizei werfen uns mit kriminellen Zama Zamas in einen Topf.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2017 hatte zwar das “Department of Mineral Resources and Energy” (DMRE) den Kleinbergbau zum Zweck des Lebensunterhalts für südafrikanische Staatsbürger*innen rechtlich anerkannt. Allerdings ist die Lizenzvergabe teuer und kompliziert. Bisher ist es nur einer Genossenschaft in Kimberley in der Provinz Nordkap gelungen, das Verfahren positiv abzuschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Die Kumpel leben von der Hand in den Mund”, beklagt Lethoko, “die meisten von uns haben weder die erforderlichen Dokumente noch das Geld für den Genehmigungsprozess. Außerdem scheinen die lokalen DMRE-Beamten nicht zu wissen, dass Genossenschaften im Kleinbergbau rechtlich anerkannt werden können.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Konzerne verweigern den Zutritt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Häufig scheitern die Minenarbeiter auch an den Eigeninteressen der Bergbaukonzerne. In der Nordwestprovinz versuchte die NAAM, mit dem Minen-Giganten “Harmony Gold” zu verhandeln. “Der Sicherheitsdienst hat die einheimischen Bergleute aber daran gehindert, in den bereits aufgelassenen Minen zu arbeiten”, erzählt Lethoko, “das Unternehmen erwirkte sogar eine einstweilige Verfügung wegen unbefugten Betretens gegen mich und die Arbeiter.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Tragödie ist, dass die Konzerne in die stillgelegten Minen zurückkehren wollen”, bestätigt Toto Nzamo, Mitglied der “Tujaliano Community Organisation” in Germiston bei Johannesburg. “Sie verfügen jetzt über die Technologie, um den Abbau von Rohstoffen wieder profitabel zu gestalten. Und das unfähige DMRE hindert anständige Menschen daran, ihren Lebensunterhalt rechtmäßig zu verdienen.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fremdenhass und Bandenkriege</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zama Zamas sehen sich indes mit einer zunehmenden Fremdenfeindlichkeit konfrontiert. Nach dem Verbrechen in Krugersdorp machte in der Township Kagiso ein wütender Mob Jagd auf die Minenarbeiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die wachsende Rivalität zwischen verschiedenen Gruppierungen von Zama Zamas endet zunehmend blutig: Im September 2022 wurden sechs illegale Bergleute bei Maraisburg westlich von Johannesburg erschossen. Die Polizei geht von einem Bandenkrieg zwischen Zama Zamas aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um der Gewalt ein Ende zu bereiten, sieht Toto Nzamo die Politik in der Pflicht. Er fordert eine Zusammenarbeit zwischen Innenministerium und dem DMRE, damit qualifizierte Zama Zamas einen Aufenthaltsstatus erhalten. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph">*mit Ergänzungen von Martin Sturmer</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Aufgelassene Schächte der Goldmine von Stilfontein ziehen viele Zama Zamas an. (Foto: beigestellt/IPS)</p>
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		<title>Die Zukunft liegt im Agribusiness</title>
		<link>https://afrika.info/die-zukunft-liegt-im-agribusiness/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 May 2017 18:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[AfDB]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Akinwumi Adesina]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dr. Akinwumi Adesina ist seit dem Jahr 2015 Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB). Davor war er Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in Nigeria. In seinem Gastkommentar spricht er sich klar für eine Kommerzialisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft aus.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Akinwumi Adesina&nbsp;| 18. Mai 2017</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Akinwumi Adesina ist seit dem Jahr 2015 Präsident der&nbsp;<a href="http://www.afdb.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Afrikanischen Entwicklungsbank</a>&nbsp;(AfDB). Davor war er Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in Nigeria. In seinem Gastkommentar spricht er sich klar für eine Kommerzialisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abidjan (IPS/afr). Keine Region der Welt hat die Industrialisierung der Wirtschaft erreicht ohne vorher die eigene Landwirtschaft zu modernisieren. In Afrika erwirtschaftet das Agrarwesen 16,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 60 Prozent der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft involviert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Agrarsektor ist also der Schlüssel für beschleunigtes Wachstum, Diversifizierung und Schaffung von Arbeitsplätzen für afrikanische Volkswirtschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang sind allerdings die Leistungen des Sektors hinter ihren Möglichkeiten zurück geblieben. So liegen die Getreideerträge in Afrika deutlich unter dem globalen Durchschnitt. Es fehlt am Zugang zu landwirtschaftlichen Betriebsmitteln, wie hochwertiges Saatgut, Maschinen und Bewässerungsanlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Vergangenheit wurde Landwirtschaft vor allem als ein Bereich der humanitären Entwicklungshilfe betrachtet. Armutsbekämpfung lautete das Ziel. Kaum jemand sah darin einen Wirtschaftsfaktor, der auch für Wohlstand sorgen kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="riesiges-potenzial">Riesiges Potenzial</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika verfügt über riesiges Potenzial in der Landwirtschaft &#8211; und damit auch für Investitionen. Etwa 65 Prozent der bislang ungenutzten Ackerflächen der Welt befinden sich auf dem Kontinent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin überzeugt, dass sich Afrika binnen einer Generation selbst ernähren wird können. Dann wird der Kontinent in der Lage sein, jene neun Milliarden Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen, die im Jahr 2050 unseren Planeten bevölkern werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit verschwendet Afrika allerdings noch große Mengen an Geld und Ressourcen, indem es seinen Agrarsektor unterschätzt. So werden z. B. pro Jahr 35 Milliarden US-Dollar in Fremdwährung für den Import von Lebensmitteln ausgegeben. Sollte dieser Trend anhalten, wird der Betrag bis zum Jahr 2030 auf über 100 Milliarden steigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit erstickt Afrika seine eigene wirtschaftliche Zukunft im Keim. Der Kontinent importiert das Essen, das er selbst produzieren könnte. Arbeitsplätze werden in entwickelte Länder exportiert, dort werden sie zur Herstellung der Nahrungsmittel gebraucht. Außerdem müssen aufgrund der globalen Preisschwankungen bei Rohstofflieferungen überhöhte Preise bezahlt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="formel-fur-den-wandel">Formel für den Wandel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika selbst wächst zum Absatzmarkt: Im Jahr 2030 wird es zwei Milliarden Menschen auf dem Kontinent geben, die Nahrung und Kleidung benötigen. Afrikanische Unternehmen und Investoren müssen diese Chance erkennen und das Potenzial nutzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika sollte endlich damit beginnen, Landwirtschaft als Geschäft zu betrachten. Der Kontinent muss sich dabei internationale Erfahrungen zum Vorbild nehmen. So war etwa die Landwirtschaft in Südostasien die Grundlage für ein rasches Wirtschaftswachstum. Die Erfolge basierten hier auf einer starken Nahrungsmittelverarbeitung und einer agroindustriellen Produktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Formel für den Wandel lautet: Die Landwirtschaft verbindet sich mit der Industrie. Die Fähigkeit zu Produktion und Verarbeitung resultiert in einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung, die der gesamten Volkswirtschaft zu Wohlstand verhilft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika darf diese Chancen der Koalition zwischen Landwirtschaft und Industrie nicht verpassen. Wir müssen Verluste in der gesamten Wertschöpfungskette der Nahrungsmittelproduktion eindämmen &#8211; beginnend auf der Farm über die Lagerung, den Transport und die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung im Handel.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="investitionen-gefordert">Investitionen gefordert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Industrialisierung der Landwirtschaft voran zu treiben, müssen wir den Sektor finanzieren. Nur dann können wir das gesamte Potenzial des Agribusiness freisetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen ihrer Strategie&nbsp;<a href="https://www.afdb.org/en/the-high-5/feed-africa/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Feed Africa</a>&nbsp;wird die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) in den nächsten zehn Jahren 24 Milliarden US-Dollar in Landwirtschaft und Agribusiness investieren. Im Vergleich zu den 600 Millionen US-Dollar, die wir jetzt pro Jahr finanzieren, entspricht das einer Mittelerhöhung um 400 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Schlüsselrolle wird dabei dem Flaggschiff-Programm “Technologies for African Agricultural Transformation” zukommen, das mit 700 Millionen US-Dollar dotiert ist. Damit sollen landwirtschaftliche Technologien skalierbar werden, damit Millionen von Bauern in Afrika davon profitieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="agrarsektor-bislang-unterfinanziert">Agrarsektor bislang unterfinanziert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Finanzwesen und Landwirtschaft hatten es als Partner nicht immer einfach. Eine weitere Säule der Strategie will daher gewerbliche Finanzierungen für die Landwirtschaft beschleunigen. Trotz ihrer hohen Bedeutung erhält der Agrarsektor von Banken derzeit weniger als drei Prozent aller gewerblichen Kredite.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Manko könnte durch Instrumente zur Risikoteilung behoben werden. Bei der Kreditvergabe wird das Risiko zwischen Geschäftsbanken und dem Agrarsektor aufgeteilt. Institutionen der Entwicklungsfinanzierung und multilaterale Entwicklungsbanken sollten in jedem afrikanischen Land nationale Einrichtungen zur Risikoteilung gründen, um die Agrarfinanzierung zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfDB geht hier mit gutem Beispiel voran: Als Landwirtschaftsminister in Nigeria habe ich das Instrument erfolgreich eingesetzt. Diese Erfahrungen dienen nun als Grundlage.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="schlechte-infrastruktur-halt-investoren-ab">Schlechte Infrastruktur hält Investoren ab</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Entscheidend für einen tiefgreifenden Wandel des Agrarsektor ist auch die Entwicklung der ländlichen Infrastruktur, einschließlich der Strom- und Wasserversorgung sowie des Straßen- und Schienennetzes, um landwirtschaftliche und bereits verarbeitete Nahrungsmittel rasch zu transportieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist nämlich die fehlende Infrastruktur, welche die Kosten für die Geschäftstätigkeit erhöht und die Lebensmittelhersteller davon abhält, sich in ländlichen Gebieten zu etablieren. Die Regierungen müssen daher finanzielle und infrastrukturelle Anreise für Produzenten schaffen, damit diese näher in Richtung Erzeuger rücken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies kann durch die Schaffung von agroindustriellen Zonen sowie eigenen Verarbeitungszonen für Grundnahrungsmittel in ländlichen Gebieten erreicht werden. Diese Zonen sollen durch eine konsolidierte Infrastruktur einschließlich Straßen, Wasser, Strom und eventuell geeigneten Unterkünften aufgewertet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="kosten-fur-geschaftstatigkeit-reduzieren">Kosten für Geschäftstätigkeit reduzieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegenzug werden private Lebensmittelfirmen und Agribusiness-Unternehmen neue Märkte für die Bauern schaffen und damit die wirtschaftlichen Chancen in ländlichen Gebieten fördern. Das wiederum regt die Schaffung von Arbeitsplätzen an und wird mehr in- und ausländische Investitionen anziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kosten für die Geschäftstätigkeit werden reduziert und das hohe Niveau der Verluste nach der Ernte verringert. Wenn das ländliche Einkommen steigt, werden die bislang vernachlässigten ländlichen Gebiete zu neuem Wohlstand kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Ziel ist ganz einfach: Wir wolle die agroindustrielle Entwicklung in ganz Afrika massiv unterstützen. Wenn das gelingt, wird Afrika seinen rechtmäßigen Platz als globales Kraftwerk der Nahrungsmittelindustrie einnehmen. Dann könnte der Kontinent die Welt mit Lebensmittel versorgen. Zu diesem Zeitpunkt ist unsere Arbeit für den wirtschaftlichen Wandel abgeschlossen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Bauer auf einem Traktor in Makuyuni in Tansania &#8211; in Afrika entseht ein großer Markt für Agrartechnik. (Foto: Shutterstock.com)</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Reich an Erdöl, arm an Basisdiensten</title>
		<link>https://afrika.info/reich-an-erdoel-arm-an-basisdiensten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Dec 2012 11:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Südsudan]]></category>
		<category><![CDATA[Charlton Doki]]></category>
		<category><![CDATA[Erdöl]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Verkauf von Erdöl brachte dem Südsudan zwischen 2005 und Januar 2012 Einnahmen von rund zehn Milliarden US-Dollar. Seither stehen die Produktionsanlagen wegen eines Streits mit dem Sudan still. Entwicklungsexperten drängen die Regierung in Juba jedoch dazu, möglichst sofort in Land und Leute zu investieren.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/reich-an-erdoel-arm-an-basisdiensten/">Reich an Erdöl, arm an Basisdiensten</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Charlton Doki | 21. Dezember 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Juba (IPS/afr). Der Verkauf von Erdöl brachte dem Südsudan zwischen 2005 und Januar 2012 Einnahmen von rund zehn Milliarden US-Dollar. Seither stehen die Produktionsanlagen wegen eines Streits mit dem Sudan still. Entwicklungsexperten drängen die Regierung in Juba jedoch dazu, möglichst sofort in Land und Leute zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ölförderung wurde nach einem Streit mit dem Nachbarland über Transitgebühren eingestellt. In den nächsten Monaten soll die Produktion jedoch wieder anlaufen. Darauf haben sich beide Staaten im September geeinigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leben Nelson Moro, Wissenschaftler an der Fakultät für Frieden und Entwicklung an der Universität von Juba ist der Ansicht, dass die Regierung einen Teil der Öleinnahmen zur Finanzierung der dringend benötigten Infrastruktur verwenden sollte. Nur auf diese Weise könne die Entwicklung des Südsudan vorangetrieben werden. &#8222;Die Einnahmen müssen so genutzt werden, dass sie dem gesamten Land zugutekommen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung fördert zwar die Grund- und weiterführenden Schulen sowie Krankenhäuser in den Hauptstädten mehrerer Bundesstaaten. Doch die Zuwendungen sind unzureichend. In manchen Kliniken werden Gehälter und Medikamente von Nichtregierungsorganisationen gezahlt. In einigen Bildungseinrichtungen würde es ohne die Unterstützung unabhängiger Gruppen keine Lehrbücher und kein Schreibpapier geben. &#8222;Die Regierung muss die Öleinnahmen anders verwalten, damit Entwicklungsprojekte für die gesamte Bevölkerung möglich werden&#8220;, betont Moro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Teilen des Landes sei die Nahrungsversorgung nicht gewährleistet, berichtet er. Im Bezirk Yei im Bundesstaat Central Equatoria oder in Western Equatoria würden dagegen ausreichend Lebensmittel produziert. &#8222;Wir brauchen Straßen in die Gebiete, in denen die Nahrungsmittel angebaut werden.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="nur-110-kilometer-asphaltierte-strassen">Nur 110 Kilometer asphaltierte Straßen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher gibt es im Südsudan nur in der Hauptstadt Juba asphaltierte Straßen von insgesamt 110 Kilometern Länge, von denen eine bis zur Grenze zu Uganda verläuft. Zudem sind viele Landesteile ausschließlich über den Luftweg zu erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moro zufolge muss der der Bildungs- und Gesundheitsbereich stärker gefördert werden. Gerade junge Menschen müssten gut ausgebildet werden, damit sie Arbeit fänden. &#8222;Und damit sie das Land überhaupt voranbringen können, brauchen sie eine solide Gesundheitsversorgung.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der meisten der etwa neun Millionen Südsudanesen haben keinen Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums verfügt das Land derzeit nur über 120 Mediziner, knapp hundert registrierte Krankenschwestern und weniger als 150 Hebammen. In manchen ländlichen Gebieten erreichen Patienten die nächste Krankenstation erst nach einem mehrtägigen Fußmarsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im globalen Vergleich weist der Südsudan einige der schlechtesten Gesundheitsindikatoren auf. Nach Angaben des UN-Bevölkerungsfonds UNFPA gehört die Müttersterblichkeitsrate mit 2.054 Todesfällen gegenüber 100.000 Lebendgeburten zu den höchsten der Welt. In den wenigen und deshalb hoffnungslos überfüllten Krankenhäusern fehlen Medikamente, Geräte und Fachpersonal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weltbankberater Kenyi Spencer ist der Meinung, dass die Erdöleinnahmen unbedingt zur Entwicklung des Agrarsektors verwendet werden müssen. &#8222;Die Landwirtschaft wird der eigentliche Motor für die Wirtschaft des Südsudans sein. Die Regierung muss aber entsprechende Maßnahmen ergreifen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Spencer hält es für dringend erforderlich, dass der Staat ein größeres Augenmerk auf Bildung legt. Die hohe Analphabetenrate behindere jegliche Entwicklungsbemühungen, kritisiert er. 2011 hatte die Regierung den Anteil der Menschen, die weder lesen noch schreiben können, mit 73 Prozent angegeben.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="praktische-berufsausbildung-gefordert">Praktische Berufsausbildung gefordert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Südsudan ist seit Juli 2011 unabhängig und somit Afrikas jüngster Staat. Aufgrund des jahrzehntelangen Bürgerkriegs konnten nur wenige Menschen zur Schule gehen. &#8222;Wir brauchen eher eine praktische als eine theoretische Ausbildung&#8220;, meint Spencer. Damit das Land Fortschritte mache, würden Klempner, Elektriker, Mechaniker oder Schreiner benötigt. Auch in diese Bereiche müsse Geld aus den Öleinnahmen fließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen im Land hoffen, dass mit der Wiederaufnahme der Ölförderung die harten staatlichen Sparmaßnahmen gelockert werden. So erhalten beispielsweise Staatsbedienstete seit Februar weniger Gehalt. Die Erdölgeschäfte hatten 98 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt des Landes beigetragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die tiefen wirtschaftlichen Einschnitte provozieren im Südsudan Gewalt. Anfang September griffen etwa 30 Polizisten im Zentrum des Landes aus Zorn über die Kürzung ihrer Gehälter einen Polizeiinspektor an und verletzten ihn durch einen Schuss in den Arm. In der gleichen Region hatten zuvor Wildhüter einen Vorgesetzten zusammengeschlagen, nachdem ihnen eine Kürzung der Gehälter angekündigt worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Moro erklärt, müssen Beschäftigte an den Universitäten auf fast 75 Prozent ihrer Einkünfte verzichten. Sobald die Ölförderung wieder anlaufe, stehe die Regierung in der Pflicht, die Bezüge der Staatsdiener anzuheben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Staatspräsident Salva Kir versprach im November, mit den Öleinnahmen die Dienstleistungen zu verbessern. 40 Prozent des Staatshaushalts gehen zurzeit in den Verteidigungssektor. Größere Summen sind zudem durch Korruption in dunklen Kanälen versickert. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Schülerin im Südsudan, wo die Analphabetenrate mehr als 70 Prozent beträgt. (Foto: John Robinson/IPS)</p>
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