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	<title>Genozid Archive | afrika.info</title>
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	<description>Changing Perceptions</description>
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	<title>Genozid Archive | afrika.info</title>
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		<title>Schmerzhafte Erinnerungen an den Völkermord</title>
		<link>https://afrika.info/swakopmund-genocide-museum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jul 2024 15:58:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Namibia]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Genozid]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Taxifahrer hat noch nie von einem Genocide Museum in Swakopmund gehört. Und er tut sich schwer, die genannte Adresse im Stadtteil Matutura zu finden. Mehrmals ruft er beim Museumsbetreiber Laidlaw Peringanda an, um sich zum Ziel dirigieren zu lassen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/swakopmund-genocide-museum/">Schmerzhafte Erinnerungen an den Völkermord</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Martin Sturmer | 25. Juli 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">Swakopmund (afr). Der Taxifahrer hat noch nie von einem Genocide Museum in Swakopmund gehört. Und er tut sich schwer, die genannte Adresse im Stadtteil Matutura zu finden. Mehrmals ruft er beim Museumsbetreiber Laidlaw Peringanda an, um sich zum Ziel dirigieren zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Swakopmund Genocide Museum liegt sechs Kilometer vom Zentrum entfernt. Die Küstenstadt am rauen Atlantik mit ihren 75.000 Einwohner*innen ist der deutscheste Ort in Namibia. Bismarck-Straße, Hansa Hotel oder das Woermann-Haus erinnern an die deutsche Kolonialherrschaft, deren Verbrechen die Regierungen in Windhoek und Berlin bis heute beschäftigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die alte Landungsbrücke – Jetty genannt – kamen einst deutsche Soldaten ins Land. Von 1904 bis 1908 führte die Kolonialmacht einen erbarmungslosen Feldzug gegen Ovaherero und Nama, die sich gegen die Besatzer erhoben hatten. 65.000 von 80.000 Ovaherero und mindestens 10.000 von 20.000 Nama verloren ihr Leben. Der Vernichtungskrieg war der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Todesopfer waren aber nicht auf dem Schlachtfeld zu beklagen: Nach der Schlacht am Waterberg vom 11. August 1904 trieb die kaiserliche &#8222;Schutztruppe&#8220; unter dem Befehl von Lothar von Trotha die flüchtenden Ovaherero in die wasserlose Omaheke-Wüste. Der Großteil von ihnen verdurstete, auch weil deutsche Soldaten zuvor die Wasserstellen an der Wüstengrenze abgeriegelt hatten. Später wurden 15.000 Ovaherero und 2.000 Nama in Konzentrationslagern eingepfercht, fast 8.000 starben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Dokumentation des Grauens</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück nach Matutura. Laidlaw Peringanda winkt dem Taxifahrer zu, nachdem er dessen Wagen erspäht hat. Nach einer herzlichen Begrüßung führt er die Besucher*innen in einen nur etwa zehn Quadratmeter großen Raum. Dort dokumentieren historische Fotografien den Schrecken der deutschen Kolonialzeit: Auf den Schwarz-Weiß-Bildern sind abgemagerte Männerkörper, Kinder in Ketten und Frauen bei schwerer Zwangsarbeit zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Peringanda ist 49 Jahre alt und eigentlich Künstler. Er schildert, dass er das Swakopmund Genocide Museum im Jahr 2015 ins Leben gerufen hat, um die Erinnerung an den Völkermord wach zu halten. Zunächst war das Museum in einer kleinen Hütte untergebracht. 2019 wurde das Museum von der Stadtverwaltung offiziell registriert, seitdem steht es an seinem heutigen Platz in Matutura.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2024/07/laidlaw-peringanda-afrika.info-2-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-3901" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2024/07/laidlaw-peringanda-afrika.info-2-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2024/07/laidlaw-peringanda-afrika.info-2-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2024/07/laidlaw-peringanda-afrika.info-2-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2024/07/laidlaw-peringanda-afrika.info-2-1200-800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2024/07/laidlaw-peringanda-afrika.info-2-1200-800.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Laidlaw Peringanda erläutert die historischen Fotografien im Swakopmund Genocide Museum. (Foto: afrika.info/Monika Sturmer)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aktivist hat auch persönliche Motive für seine Arbeit. Väterlicherseits ist er mit dem berühmten Ovaherero-Anführer und Nationalhelden Hosea Kutako verwandt, nach dem der internationale Flughafen von Windhoek benannt ist. Peringanda erzählt, dass sein Urgroßvater wohlhabend war und 10.000 Rinder besaß. Nach dem Genozid sei dessen Farmland an deutsche Siedler gefallen. Besonders zu schaffen machte Peringanda aber das Schicksal seiner Urgroßmutter, von dem er im Alter von neun Jahren erfuhr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie war im Konzentrationslager von Swakopmund, wurde von deutschen Soldaten vergewaltigt und musste die Schädel einiger ihrer Familienangehörigen auskochen“, erzählt Peringanda. Die grauenhafte Prozedur sollte einer rassistisch motivierten Forschung in Deutschland dazu dienen, anhand von Kopfgrößen die angebliche Überlegenheit einer „weißen Rasse“ zu belegen. Allein 3.000 Schädel von Ovaherero wurden nach Deutschland verschifft, nur wenige wurden bis heute zurückgegeben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Namenlose Gräber im Wüstensand</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laidlaw Peringanda kämpft leidenschaftlich um die Rückführung der menschlichen Überreste nach Namibia. Gleichzeitig kümmert er sich auch um die Erhaltung der letzten Ruhestätte jener Ovaherero und Nama, die im Konzentrationslager von Swakopmund umgekommen sind. Von den 5.000 Inhaftierten hat dort nur die Hälfte überlebt. Ihre Leichname wurden im Wüstensand nahe dem städtischen Friedhof verscharrt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://afrika.info/wp-content/uploads/2024/07/nama-overaherero-genocide-monument-afrika.info-1200-800-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-3900" srcset="https://afrika.info/wp-content/uploads/2024/07/nama-overaherero-genocide-monument-afrika.info-1200-800-1024x683.jpg 1024w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2024/07/nama-overaherero-genocide-monument-afrika.info-1200-800-300x200.jpg 300w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2024/07/nama-overaherero-genocide-monument-afrika.info-1200-800-768x512.jpg 768w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2024/07/nama-overaherero-genocide-monument-afrika.info-1200-800-640x427.jpg 640w, https://afrika.info/wp-content/uploads/2024/07/nama-overaherero-genocide-monument-afrika.info-1200-800.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Gedenkstein am Gräberfeld beim städtischen Friedhof von Swakopmund erinnert an den Völkermord an Ovaherero und Nama von 1904 bis 1908. (Foto: afrika.info/Martin Sturmer)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kontrast dort könnte auch heute kaum größer sein: Während sich im europäischen Teil zahlreiche gepflegte Grabsteine und Soldatendenkmäler befinden, sind die Gräber der Ovaherero und Nama nur durch Sandhügel gekennzeichnet, die leicht aus dem Wüstenboden ragen. Bis vor wenigen Jahren fuhren hier noch Tourist*innen auf Quads herum. Heute ist die Gedenkstätt durch eine Mauer gesichert. Ein Gedenkstein erinnert an den Genozid.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kritik am Versöhnungsabkommen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufarbeitung der deutschen Kolonialverbrechen in Namibia ließ lange Zeit auf sich warten. Erst im Mai 2021 entschuldigte sich die Bundesregierung offiziell für das in Deutsch-Südwestafrika begangene koloniale Unrecht und erkannte die Tötung und Misshandlung tausender Ovaherero und Nama als Völkermord an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Davor hatten Regierungsdelegationen aus Namibia und Deutschland seit Ende 2015 ein Versöhnungsabkommen verhandelt. Die Vereinbarung sieht vor, dass Deutschland in den kommenden 30 Jahren 1,1 Milliarden Euro für Entwicklungs- und Versöhnungsprojekte an Gemeinschaften der Ovaherero und Nama zahlt. Eine Ratifizierung durch das namibische Parlament steht allerdings noch aus – auch weil es starke Kritik durch Opferverbände gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die von uns bestimmten Vertreter wurden von den Verhandlungen bewusst ausgeschlossen“, sagt Peringanda, „außerdem wurde die Landfrage in dem Abkommen nicht berücksichtigt.“ Die Opferverbände fordern die Rückgabe des Landes ihrer Vorfahren. 70 Prozent oder 27,9 Millionen Hektar des kommerziellen Farmlands in Namibia sind heute noch im Besitz von Weißen – das hat die <a href="http://dna.nust.na/landconference/submissions_2018/NamibiaLandStatistics2018.pdf">staatliche Statistikbehörde</a> im Jahr 2018 erhoben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Peringanda erwartet sich von Berlin, dass sie das ursprüngliche Farmland der Ovaherero und Nama ihren heutigen Besitzern abkauft und zurückverteilt: „Unsere Regierung hat nicht das Geld dafür.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erinnerungsarbeit von Laidlaw Peringanda stößt nicht überall auf Verständnis. Ganz im Gegenteil: Ein Teil der deutschen Gemeinde von Swakopmund verhält sich ihm gegenüber sogar feindselig. „Ich habe mehrfach Morddrohungen erhalten“, erzählt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beeindrucken oder gar beirren lässt sich Periganda davon aber kaum. Stattdessen freut er sich darüber, dass sein Swakopmund Genocide Museum in internationalen Medien jede Menge Aufmerksamkeit bekommt. „Eines der kleinsten Museen Afrikas ist vielleicht das wichtigste“, titelte kürzlich die britische Wochenzeitung <a href="https://www.economist.com/culture/2024/03/21/one-of-the-smallest-museums-in-africa-might-be-its-most-important" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Economist</a>. Das hat offenbar auch die deutsche Regierung erkannt und die Finanzierung für den Ausbau des Museums angekündigt. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Laidlaw Peringanda vor dem Swakopmund Genocide Museum (Foto: afrika.info/Martin Sturmer)</p>
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			<media:title type="html">Laidlaw Peringanda erläutert die Fotografien im Swakopmund Genocide Museum (Foto: afrika.info/Monika Sturmer)</media:title>
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			<media:description type="html">Der Gedenkstein am Gräberfeld in Swakopmund erinnert an den Völkermord an Ovaherero und Nama bon 1904 bis 1908. (Foto: afrika.info/Martin Sturmer)</media:description>
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		<title>Kwibuka 30: Ruanda gedenkt des Genozids</title>
		<link>https://afrika.info/kwibuka-30/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Apr 2024 14:01:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Aimable Twahirwa]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Genozid]]></category>
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		<category><![CDATA[Paul Kagame]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Versöhnung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor 30 Jahren wurden innerhalb von 100 Tagen über eine Million Menschen in Ruanda ermordet. Der Großteil der ruandischen Bevölkerung ist zu jung, um sich an den Genoid zu erinnern. Traumata können dennoch zu einer Belastung für den Frieden werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/kwibuka-30/">Kwibuka 30: Ruanda gedenkt des Genozids</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Aimable Twahirwa | 8. April 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kigali (IPS/afr). Vor 30 Jahren wurden innerhalb von 100 Tagen über eine Million Menschen in Ruanda ermordet. Der Großteil der ruandischen Bevölkerung ist zu jung, um sich an den Genoid zu erinnern. Traumata können dennoch zu einer Belastung für den Frieden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Kwikuka” heißt “erinnern” auf Kinyarwanda. Das Wort ist das Motto der Gedenkzeit, die vom 7. April bis 4. Juli in Rwanda stattfindet. Vor 30 Jahren sind in diesem Zeitraum nach <a href="https://francegenocidetutsi.org/MinAlocStudy.pdf">offiziellen Angaben</a> 1.074.017 Menschen ermordet worden, davon waren knapp 94 Prozent Angehörige der Tutsi-Minderheit. Der Genozid begann, nachdem am 6. April 1994 über Ruandas Hauptstadt Kigali ein Flugzeug mit dem ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana und seinem burundischen Amtskollegen Cyprien Ntaryamira an Bord abgeschossen worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Auftakt von “Kwibuka 30” machte die Kranzniederlegung am Kigali Genocide Memorial. Hier befindet sich die letzte Ruhestätte von über 250.000 Opfern des Völkermords. An der Zeremonie nahm viel internationale Politikprominenz teil, darunter etwa der ehemalige US-Präsident Bill Clinton oder der frühere Präsident Frankreichs Nicolas Sarkozy.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fortschritte bei Aussöhnung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Marie Louise Ayinkamiye war während des Genozids elf Jahre alt. Sie lebte damals im Dorf Nyange im Westen Ruandas. Bei der Gedenkfeier in der Kigali Arena berichtete sie, dass sich die Situation im Land deutlich verbessert hat. “Ich bin mit Diskriminierung aufgrund meiner ethnischen Zugehörigkeit geboren und aufgewachsen. Jetzt &#8211; 30 Jahre später &#8211; sieht das Leben in Ruanda ganz anders aus“, sagte die Mutter von fünf Kindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Eindruck von Akinkamiye wird durch die Zahlen des <a href="https://www.rwandainun.gov.rw/index.php?eID=dumpFile&amp;t=f&amp;f=24853&amp;token=72a119c58554f99bc72a1ec83a4efb01c832757f" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rwanda Reconciliation Barometer </a>bestätigt. Die Regierung verwendet dieses Umfrageinstrument, um den Status der Versöhnung im Land zu erheben und zu beobachten. Der Versöhnungsstatus ist demnach von 82,3 Prozent im Jahr 2010 auf 94,7 Prozent im Jahr 2020 gestiegen. Berücksichtigt werden in der Untersuchung Faktoren wie das Vorhandensein einer nationalen Identität, der soziale Zusammenhalt oder das gegenseitige Vertrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings dürfte auch noch ein anderes Faktum für den hohen Aussöhnungsgrad verantwortlich sein. 72 Prozent der ruandischen Bevölkerung sind unter 30 Jahre alt sind, die Mehrheit war zur Zeit des Völkermords als noch gar nicht geboren. Präsident Paul Kagame sprach diesen demografischen Vorteil bei der Gedenkfeier an: “Unsere Jugend ist die Hüterin unserer Zukunft und das Fundament unserer Einheit, sie verfügt über eine völlig andere Denkweise als die Generation davor.”&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Traumaverarbeitung ist notwendig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Bericht der Organisation <a href="https://neveragainrwanda.org/wp-content/uploads/2021/11/Healing-Trauma-and-Building-Trust-Draft-report.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Never Again Ruanda</a> zeigt allerdings, dass soziales Misstrauen, Verdächtigungen und Ängste als Folge des Genozids immer noch vorhanden sind. Zwar bestätigt auch die Organisation die erheblichen Fortschritte, die Ruanda in den letzten Jahrzehnten erzielt hat. Um einen nachhaltigen Frieden sicherzustellen, müsse man allerdings die Traumata in der ruandischen Gesellschaft beachten und diese zu beheben versuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Umfrage zur psychischen Gesundheit des <a href="https://rbc.gov.rw/index.php?id=188" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rwanda Biomedical Center (RBC)</a> kam zum Schluss, dass 28 Prozent der Überlebenden des Völkermords Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) aufweisen. Bei der allgemeinen Bevölkerung liegt der Vergleichswert bei 3,6 Prozent. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> <a href="https://www.flickr.com/photos/paulkagame/53638427310/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kwibuka 30 am 7. April 2024</a>, <a href="https://www.flickr.com/photos/paulkagame/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Paul Kagame auf Flickr</a>,  <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-NC-ND 2.0 DEED</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/kwibuka-30/">Kwibuka 30: Ruanda gedenkt des Genozids</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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