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	<title>Burkina Faso Archive | afrika.info</title>
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	<description>Changing Perceptions</description>
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	<title>Burkina Faso Archive | afrika.info</title>
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		<title>Burkina Faso: Drei Jahre leerer Versprechungen</title>
		<link>https://afrika.info/burkina-faso-drei-jahre-leerer-versprechungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2025 15:34:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Burkina Faso]]></category>
		<category><![CDATA[Autokratie]]></category>
		<category><![CDATA[CIVICUS]]></category>
		<category><![CDATA[Ibrahim Traoré]]></category>
		<category><![CDATA[Inés M. Pousadela]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor drei Jahren übernahm Captain Ibrahim Traoré die Macht in Burkina Faso. Seine beiden zentralen Versprechen – die Sicherheitskrise zu beenden und eine zivile Regierung wiederherzustellen – haben sich als leer erwiesen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/burkina-faso-drei-jahre-leerer-versprechungen/">Burkina Faso: Drei Jahre leerer Versprechungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Inés M. Pousadela* | 3. Dezember 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Montevideo, Uruguay (IPS/afr). Vor drei Jahren übernahm Captain Ibrahim Traoré die Macht in Burkina Faso. Seine beiden zentralen Versprechen – die Sicherheitskrise zu beenden und eine zivile Regierung wiederherzustellen – haben sich als leer erwiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen hat Traoré die Wahlen auf 2029 verschoben, die unabhängige Wahlkommission aufgelöst und Burkina Faso sowohl aus der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) als auch aus dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) zurückgezogen. Das Land ist faktisch zu einer Militärdiktatur geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Prozess begann im Januar 2022: Proteste gegen die zivile Regierung, die im Kampf gegen die dschihadistische Gewalt gescheitert war, ebneten Oberstleutnant Paul-Henri Sandaogo Damiba den Weg zum Staatsstreich. Seine Übergangsregierung versprach eine Rückkehr zur Demokratie innerhalb von zwei Jahren und legte mit ECOWAS einen Zeitplan fest. Doch nur acht Monate später putschte Traoré erneut und warf Damiba vor, die Aufständischen nicht besiegen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 6. Oktober 2022 wurde Traoré offiziell zum Staatschef ernannt. Die Verfassung wurde wieder in Kraft gesetzt, und entsprechend den Beschlüssen des nationalen Forums sollte seine Amtszeit eigentlich im Juli 2024 enden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als dieser Zeitpunkt näher rückte, rief die Militärregierung jedoch zu einem nationalen Dialog auf, den die meisten Parteien boykottierten. Die daraus hervorgegangene Charta vom Mai 2024 verlängerte Traorés Präsidentschaft bis 2029 und erlaubte ihm zudem eine Kandidatur bei den nächsten Wahlen. Eine ursprünglich als Übergang gedachte Regelung wurde so zur Verstetigung seiner persönlichen Macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 2024 entließ Traoré zudem Premierminister Apollinaire Joachim Kyelem de Tambela und löste dessen Regierung auf – der letzte Anschein ziviler Mitsprache verschwand.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-kritiker-werden-zum-militar-eingezogen">Kritiker werden zum Militär eingezogen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Festigung der Militärherrschaft schrumpfte auch der bürgerliche Freiraum. Der<a href="https://monitor.civicus.org/country/burkina-faso/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> CIVICUS Monitor</a> stufte den zivilgesellschaftlichen Raum Burkina Fasos im Dezember 2024 auf „unterdrückt“ herab. Neben willkürlichen Verhaftungen fällt besonders eine neue Strategie ins Gewicht: die Zwangsrekrutierung von Kritiker*innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Journalisten, die im Juni und Juli 2024 entführt wurden, tauchten im Militär wieder auf – laut Behörden waren sie „eingezogen“ worden. Im März 2025 verschwanden drei bekannte Journalisten, die sich gegen Einschränkungen der Pressefreiheit ausgesprochen hatten. Nach zehn Tagen kehrten sie in Militäruniform zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch zivilgesellschaftliche Aktivistinnen waren betroffen. Fünf Mitglieder der politischen Bewegung Sens wurden verschleppt, nachdem sie eine Stellungnahme zu Tötungen von Zivilisten veröffentlicht hatten. Der Menschenrechtsanwalt und Koordinator der Organisation, Guy Hervé Kam, wurde mehrfach wegen seiner Kritik an der Junta festgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 2024 wurden außerdem sieben Richter und Staatsanwälte, die gegen Anhänger der Militärregierung ermittelt hatten, zum Militärdienst eingezogen; sechs von ihnen verschwanden nach ihrem Erscheinen auf einer Militärbasis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Instrumentalisierung der Wehrpflicht macht bürgerschaftliches Engagement faktisch zum Risiko und kriminalisiert abweichende Meinungen – unter dem Vorwand der nationalen Verteidigung.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-sicherheitslage-schlechter-als-vor-dem-putsch">Sicherheitslage schlechter als vor dem Putsch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sicherheitslage hat sich seither dramatisch verschlechtert. Unter Traorés Herrschaft hat sich die Zahl der Todesopfer durch islamistische Gewalt verdreifacht; acht der zehn tödlichsten Angriffe auf das Militär ereigneten sich in dieser Zeit. Die Streitkräfte können nur noch rund 30 Prozent des Staatsgebiets frei kontrollieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem haben Militär und verbündete Milizen massive Gräueltaten verübt: In der ersten Jahreshälfte 2024 töteten sie mindestens 1.000 Zivilisten. Bei einem Vorfall im Februar 2024 wurden mindestens 223 Menschen, darunter 56 Kinder, mutmaßlich als Vergeltung für einen islamistischen Angriff hingerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt hat Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Unabhängige Schätzungen gehen von drei bis fünf Millionen Binnenvertriebenen aus – deutlich mehr als die letzte offizielle Zahl der Regierung von gut zwei Millionen im März 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele suchen Schutz im Ausland: Zwischen April und September 2025 kamen rund 51.000 Menschen im malischen Bezirk Koro Cercle an und überlasteten die ohnehin schwachen Aufnahmestrukturen. Die Lage in Burkina Faso wird durch mehrere gleichzeitige Epidemien – darunter Hepatitis E, Masern, Polio und Gelbfieber – zusätzlich verschärft.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-frankreich-raus-russland-rein">Frankreich raus, Russland rein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um sich Verantwortung zu entziehen, zieht die Junta sich zunehmend aus internationaler Kontrolle zurück. Im Januar gründeten die Militärregierungen von Burkina Faso, Mali und Niger die Allianz der Sahelstaaten, nachdem sie zuvor gemeinsam aus ECOWAS ausgetreten waren. Als Begründung führten sie ausländischen Einfluss und mangelnde Unterstützung im Kampf gegen den Terror an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September erklärten die drei Staaten ihren Austritt aus dem ICC und bezeichneten das Gericht als Instrument neokolonialer Unterdrückung. Damit verlieren Opfer von Folter, außergerichtlichen Tötungen und Kriegsverbrechen jede realistische Chance auf Gerechtigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die antiimperialistische Rhetorik verdeckt jedoch eine klare Tatsache: Die Junta hat lediglich alte Abhängigkeiten durch neue ersetzt. Nachdem Burkina Faso die französischen Truppen des Landes verwiesen hatte, holte es sich militärische Rückendeckung aus Russland. Russische Söldner operieren inzwischen eng an der Seite der nationalen Streitkräfte – ohne Rücksicht auf Menschenrechte. Im Gegenzug erhielten russische Firmen Goldabbau-Lizenzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-demokratische-krafte-geben-nicht-auf">Demokratische Kräfte geben nicht auf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz aller Repressionen bleibt der demokratische Gedanke lebendig. Zivilgesellschaftliche Führungspersonen äußern sich weiterhin öffentlich, Journalisten berichten trotz Risiken, Oppositionelle organisieren sich im Land oder im Exil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der abrupten Beendigung der USAID-Programme durch die Trump-Regierung sind nun andere internationale Geber gefragt. Sie müssen Organisationen der Zivilgesellschaft und unabhängige Medien unterstützen, die in Burkina Faso oder aus dem Exil heraus unter extremen Bedingungen arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch regionale Institutionen sollten gezielte Sanktionen gegen Verantwortliche für Menschenrechtsverletzungen verhängen und den Druck für eine Rückkehr zur Demokratie aufrechterhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne anhaltende internationale Solidarität droht Burkina Faso zu einem weiteren warnenden Beispiel dafür zu werden, wie schwierig es ist, eine einmal verfestigte Militärherrschaft wieder zu brechen. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">* Inés M. Pousadela ist Leiterin der Abteilung für Forschung und Analyse bei CIVICUS, Co-Direktorin und Autorin von CIVICUS Lens und Mitautorin des Berichts zum Zustand der Zivilgesellschaft. Außerdem ist sie Professorin für Vergleichende Politikwissenschaft an der Universidad ORT Uruguay.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Soldaten der Armee von Burkina Faso bei der multinationalen Militärübung Flintlock im Jahr 2017 (Foto: Sgt. Benjamin Northcutt, Public domain, via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flintlock_2017_closing_ceremony_in_Burkina_Faso_170316-A-MQ814-095.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wikimedia Commons</a>)</p>
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	</item>
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		<title>Leben in der Zentralsahara</title>
		<link>https://afrika.info/veranstaltungen/tuareg-leben-in-der-zentralsahara/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Aug 2024 13:45:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Algerien]]></category>
		<category><![CDATA[Burkina Faso]]></category>
		<category><![CDATA[Libyen]]></category>
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		<category><![CDATA[Niger]]></category>
		<category><![CDATA[Anja Fischer]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Nomadismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tuareg]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralsahara]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit den nachhaltigen Strategien der Tuareg beschäftigt sich der Vortrag von Anja Fischer am 21. November 2024 in Salzburg.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Nachhaltige Strategien von Tuareg-Nomad*innen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im nördlichen Afrika leben circa zwei Millionen <strong>Tuareg</strong> auf ungefähr zwei Millionen Quadratkilometer extrem trockener Wüstenlandschaft und über mehrere Staaten (Mali, Algerien, Niger, Libyen, Burkina Faso) verteilt. Ihr Lebensstil ist minimalistisch und nachhaltig. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tuareg haben für einen solch extremen Lebensraum Strategien entwickelt, wie z. B. ein effektives Transport- bzw. Recycling-System. Ihre Raumnutzung ist streng reglementiert und gleichzeitig optimiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem Vortrag wird <strong>Dr. Anja Fischer</strong> Einblicke in die nachhaltigen Strategien der Tuareg-Nomad*innen geben. Fischer unterrichtet am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien. Von 2002 bis 2012 lebte und forschte sie jeden Winter mehrere Monate bei Tuareg-Nomad*innen in der Zentralsahara. </p>



<p class="wp-block-paragraph">2016 war Anja Fischer als Konsulentin für die UNHCR in Tuareg-Flüchtlingslagern in Burkina Faso tätig. 2022 kuratierte sie eine Tuareg-Ausstellung am Nationalmuseum von Katar.  Sie betreibt die Webseite <a href="http://imuhar.eu/site/de/home.php" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.imuhar.eu</a>.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Termin:</strong> Donnerstag, 21. November 2024, 19:00 Uhr</li>



<li><strong>Ort:</strong> Afro-Asiatisches Institut, Wiener-Philharmoniker-Gasse 2, 5020 Salzburg (EG); die Veranstaltung wird auch gestreamt: <a href="https://aai.plus/webinar" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://aai.plus/webinar</a></li>



<li><strong>In Kooperation mit:</strong> Afro-Asiatisches Institut Salzburg</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> © Anja Fischer</p>
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		<item>
		<title>Gigantisches Solarprojekt für die Sahelzone</title>
		<link>https://afrika.info/gigantisches-solarprojekt-fuer-die-sahelzone/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Sep 2019 13:48:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Burkina Faso]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Razeena Raheem]]></category>
		<category><![CDATA[Sahelzone]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) möchte die sonnenreiche Sahelzone in ein riesiges Kraftwerk für Solarenergie verwandeln. Das ehrgeizige Projekt mit dem Titel "Desert to Power Initiative" soll die natürlichen Ressourcen des semiariden Gürtels zwischen Atlantik und Indischem Ozean erschließen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Razeena Raheem | 20. September 2019</p>



<p class="wp-block-paragraph">New York (IPS/afr). Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) möchte die sonnenreiche Sahelzone in ein riesiges Kraftwerk für Solarenergie verwandeln. Das ehrgeizige Projekt mit dem Titel &#8222;Desert to Power Initiative&#8220; soll die natürlichen Ressourcen des semiariden Gürtels zwischen Atlantik und Indischem Ozean erschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die &#8222;Desert to Power Initiative&#8220; zielt darauf ab, bis ins Jahr 2025 zehn Gigawatt Solarenergie zu erzeugen. Damit soll Strom für rund 250 Millionen Menschen bereitgestellt werden. Bislang haben 64 Prozent der Bevölkerung in der Sahelzone überhaupt keinen Zugang zu Elektrizität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sahelzone erstreckt sich über 6.000 Kilometer &#8211; vom Senegal im Westen bis nach Eritrea im Osten. Der semiaride Gürtel mit einer Breite von bis zu 800 Kilometern grenzt an die Sahara im Norden und Trocken- und Feuchtsavannen im Süden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die AfDB stellt die unzureichende Stromversorgung in der Sahelzone ein erhebliches Hindernis für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung dar. Beim G5-Sahel-Gipfel in Ouagadougou am 13. September 2019 wies AfDB-Präsident Akinwumi Adesina auf das Paradoxon hin, dass eine der sonnenreichsten Regionen der Welt kaum elektrifiziert sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Zusammenarbeit und der grenzüberschreitende Handel mit Energie sind für eine langfristige Versorgungssicherheit angesichts der Herausforderungen des Klimawandels entscheidender denn je&#8220;, sagte Adesina anlässlich des Gipfels in der burkinischen Hauptstadt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="pilotprojekt-yeleen-in-burkina-faso">Pilotprojekt Yeleen in Burkina Faso</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der AfDB-Chef lobte die Initiativen des Gastlandes Burkina Faso und hob das Solarprojekt Yeleen als beispielgebend hervor. Das auf knapp sieben Jahre angelegte Pilotprojekt der &#8222;Desert to Power Initiative&#8220; will einen Stromzugang für mehr als 900.000 Menschen in ländlichen Regionen ermöglichen &#8211; das entspricht fast fünf Prozent der Gesamtbevölkerung von Burkina Faso. Die jährliche Einsparung von CO2-Emissionen soll 15.500 Tonnen betragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yeleen wird vor allem aus Mitteln des AfDB-Entwicklungsfonds, dem Green Climate Fund (GCF) und der Europäischen Union finanziert. Die Gesamtprojektkosten betragen rund 60 Millionen US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Burkina Faso zählt zu den ärmsten Ländern der Sahelzone und leidet besonders stark unter dem Klimawandel. Wetterextreme wie Hitzewellen mit Dürren und katastrophale Überschwemmungen wechseln sich immer häufiger ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer installierten Leistung von nur 285 Megawatt sind in Burkina Faso drei Millionen Haushalte ohne Strom. Laut AfDB kostet die Energiearmut in Afrika jährlich zwei bis vier Prozent der Wirtschaftsleistung des Kontinents.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Energie ist das Fundament des menschlichen Lebens &#8211; unser gesamtes System hängt davon ab. Für Afrika ist die Bereitstellung und Sicherung von nachhaltiger Energie derzeit das Rückgrat des Wirtschaftswachstums&#8220;, sagt Magdalena J. Seol von der &#8222;Desert to Power Initiative&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Initiative wird der Bevölkerung viele Vorteile bringen&#8220;, verspricht Seol. &#8222;Sie wird die Erschwinglichkeit von Elektrizität für Haushalte mit niedrigem Einkommen verbessern und es den Menschen ermöglichen, von unsicheren und gesundheitsgefährdenden Energiequellen wie Kerosin Abstand zu nehmen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="afrika-hat-riesenpotenzial-an-gruner-energie">Afrika hat Riesenpotenzial an grüner Energie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Internationale Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) betont, dass Afrika weltweit eine Pionierrolle bei der Erzeugung grüner Energie einnehmen könnte. Es existiert ein beinahe unbegrenztes Potenzial an Solarkapazität (10 TW), reichlich vorhandener Wasserkraft (350 GW), Windkraft (110 GW) und geothermischen Energiequellen (15 GW).</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren sind auf dem Kontinent bereits Großprojekte zur Erzeugung von Solarenergie realisiert worden. Das Kraftwerk Ouarzazate in Marokko gilt als größter Solarkomplex der Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anlagen Noor I, II und III, die zwischen 2016 bis 2018 in Betrieb gegangen sind, verfügen über eine installierte Kapazität von 510 Megawatt. Allein im Jahr 2018 konnten 217.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Der Solarpark Noor IV befindet sich derzeit in Planung und soll zusätzliche 50 Megawatt liefern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Südafrika hat die AfDB und der von der Weltbank verwaltete &#8222;Climate Investment Funds&#8220; die Windfarm Sere 300 Kilometer nördlich von Kapstadt mitfinanziert. Aus 46 Turbinen werden 106 Megawatt für 124.000 Haushalte geliefert. Berechnet auf die Lebensdauer von 20 Jahren soll die CO2-Einsparung bei sechs Millionen Tonnen liegen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Das Kraftwerk Ouarzazate in Marokko &#8211; im Bild die Anlage Noor III &#8211; gilt als der größte Solarkomplex der Welt. (Foto:&nbsp;<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Marc_Lacoste">Marc Lacoste</a>&nbsp;&#8211;&nbsp;Eigenes Werk,&nbsp;<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA 4.0</a>,&nbsp;<a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74315666">Link</a>)</p>
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		<item>
		<title>Von der Schulbank in die Goldmine</title>
		<link>https://afrika.info/von-der-schulbank-in-die-goldmine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jul 2012 08:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Burkina Faso]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Tiego Tiemtoré]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der 15-jährige Issa Tinto gräbt in Bompèla im Norden von Burkina Faso nach Gold. Die bittere Armut seiner Familie hat den hageren, hoch aufgeschossenen Jungen, der gut als 20-Jähriger durchgehen könnte, gezwungen, sich auf dieses gefährliche Unternehmen einzulassen, anstatt weiterhin zur Schule zu gehen. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Tiego Tiemtoré | 6. Juli 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ouagadougou (IPS/afr). Der 15-jährige Issa Tinto gräbt in Bompèla im Norden von Burkina Faso nach Gold. Die bittere Armut seiner Familie hat den hageren, hoch aufgeschossenen Jungen, der gut als 20-Jähriger durchgehen könnte, gezwungen, sich auf dieses gefährliche Unternehmen einzulassen, anstatt weiterhin zur Schule zu gehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie tausende andere Jungen hat Tinto die Schule abgebrochen, um auf einem der zahlreichen Goldfelder des westafrikanischen Landes auf gefährliche Schatzsuche zu gehen. Nach Angaben ist es das Ziel des Ministeriums für Bildung und Alphabetisierung, in Burkina Faso 72 Prozent der Kinder einzuschulen. 34 Prozent der Burkiner sollen lesen und schreiben können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der örtliche Elternverband berichtet, dass während des laufenden Schuljahrs allein im Zentralen Norden mehr als 3.000 Kinder die Schule vorzeitig verlassen haben. 15 Prozent der Abbrecher sind auf die Goldfelder abgewandert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wenn wir nicht aufpassen, setzen wir unsere Bildungsziele aufs Spiel&#8220;, warnte der Bildungsexperte Albert Kaboré, Vorsitzender der Nichtregierungsorganisation &#8222;Savoir&#8220;, die sich für die Bildungsförderung im Land einsetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ich habe letztes Jahr mitten in der 6. Klasse die Schule verlassen, und bin mit drei Freunden hierher gekommen, um nach Gold zu graben&#8220;, sagte Tinto gegenüber IPS. In den vergangenen vier Monaten hat er umgerechnet 31 US-Dollar verdient. Die Hälfte davon bekam seine Mutter. Das übrige Geld reichte, um seine abgerissene Kleidung gegen ein paar neue Stücke einzutauschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 16-jährige Stéphane Bationo, der seit fünf Monaten nach Gold gräbt, hat sich für einen Verdienst von umgerechnet 70 Dollar ein Fahrrad gekauft. Er wäre lieber weiter zur Schule gegangen. &#8222;Doch als mein Vater starb, musste sich mein Onkel um viele Kinder kümmern und konnte das Schulgeld für mich nicht aufbringen&#8220;, bedauerte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktivisten und Behörden warnen vor dem zunehmenden Abwandern aus den Schulen, das die bildungspolitischen Bemühungen des westafrikanischen Landes gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern weltweit. 50 Prozent seiner Bevölkerung von etwa 16,8 Millionen Menschen leben unter der Armutsgrenze. Doch das westafrikanische Land hat sich in den vergangenen zehn Jahren nach Südafrika, Ghana und Mali zu Afrikas viertgrößtem Bergbaugebiet entwickelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="goldrausch-in-burkina-faso">Goldrausch in Burkina Faso</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Gold ist zum wichtigsten Exportgut des Landes geworden und hat 2011 etwa 420 Milliarden CFA (umgerechnet 840 Millionen US-Dollar) eingebracht&#8220;, erklärte Madou Traoré, Beamter im Ministerium für Energie und Bergbau. &#8222;Seit 2008 ist die Förderung von 5,4 Tonnen auf 32,6 Tonnen im Jahr 2011 gestiegen. 2012 wird mit 40 Tonnen gerechnet&#8220;, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Folglich wird an immer mehr Lagerstätten nach Gold gesucht. &#8222;Es gibt heute 691 gültige Lizenzen für eine Exploration, und neben acht Mangan- und Zinkminen wird hierzulande an mehr als 200 Stellen nach Gold gegraben&#8220;, stellte der Beamte fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überall trifft man auf den wichtigsten Goldfeldern im nördlichen Sahel, im mittleren Norden, auf dem Zentralplateau, im Südwesten, in der Region Cascades sowie im Zentrum auf Kinder, die nach Gold graben, das Gestein zertrümmern, es transportieren und waschen oder als Wasserträger oder Küchenhelfer schuften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Sie werden physisch und wirtschaftlich ausgebeutet und sind schutzlos dem Gift in ihrer Umgebung und vielerlei Übergriffen ausgesetzt&#8220;, klagte Evelyne Ouédraogo. Die Medizinstudentin befasst sich in ihrer Doktorarbeit mit den gesundheitlichen Schäden von Patienten, die auf den Goldminen gearbeitet haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Polizeibeamter, der auf Anonymität bestand, beklagte die Untätigkeit der Behörden, die nichts gegen die Ausbeutung der Kinder unternehmen. &#8222;Sie sind in erster Linie verantwortlich. Die Armut darf nicht dazu führen, dass wir die Zukunft und Gesundheit der Kinder aufs Spiel setzen&#8220;, betonte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen hat das Sozialministerium einen nationalen Beirat beauftragt, Strategien für das Überleben, den Schutz und die Entwicklung der in den Minen und Steinbrüchen arbeitenden Kinder auszuarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Schulabbrecher Tinto steht schon heute fest: Er wird später einmal keines seiner Kinder in einer Goldmine arbeiten lassen. &#8222;Das ist viel zu gefährlich&#8220;, betonte er. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein jugendlicher Goldgräber kommt nach einer &#8222;Mining Session&#8220; an die Oberfläche. (Bild: themepap, <a href="https://www.flickr.com/photos/themepap/4144267675/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-NC 2.0</a>).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/von-der-schulbank-in-die-goldmine/">Von der Schulbank in die Goldmine</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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