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	<title>Wambi Michael Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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		<title>Uganda: Häuser aus Plastikflaschen</title>
		<link>https://afrika.info/uganda-haeuser-aus-plastikflaschen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Sep 2020 11:19:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wambi Michael]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Nähe von Mpigi, einer Kleinstadt ca. 40 Kilometer westlich der ugandischen Hauptstadt Kampala, steht ein ganz spezielles Dorf: Die Häuser wurden aus Plastikflaschen errichtet. Die umweltfreundliche Idee gewinnt immer mehr Anhänger.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Wambi Michael&nbsp;| 26. September 2020</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kampala (IPS/afr). In der Nähe von Mpigi, einer Kleinstadt ca. 40 Kilometer westlich der ugandischen Hauptstadt Kampala, steht ein ganz spezielles Dorf: Die Häuser wurden aus Plastikflaschen errichtet. Die umweltfreundliche Idee gewinnt immer mehr Anhänger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uganda hat ein riesiges Müllproblem. Allein in der Hauptstadt Kampala fallen jährlich mehr als 350.000 Tonnen an festen Abfallstoffen an. Zumindest die Hälfte davon wird einfach im Freien entsorgt. Plastikflaschen liegen überall neben den Straßen, nicht selten verstopfen sie die Entwässerungsrinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die&nbsp;<a href="https://socialinnovationacademy.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Social Innovation Academy&#8220;</a>&nbsp;(SINA) hat den Müllbergen den Kampf angesagt. Etwas außerhalb von Mpigi liegt das Projektdorf Sina, das aus Plastikflaschen errichtet wurde. Dazu wurden handelsübliche Flaschen prall mit Erde gefüllt und verbaut.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="drei-millionen-plastikflaschen-fur-117-hauser">Drei Millionen Plastikflaschen für 117 Häuser</h2>



<p class="wp-block-paragraph">David Monday arbeitet als Baumeister und Trainer bei SINA. Seit mehr als fünf Jahren errichtet er bereits Gebäude aus Plastikflaschen. Den Ausschlag gab ein Bericht aus Nigeria, wo bereits seit dem Jahr 2011 Flaschenhäuser gebaut werden. &#8222;Und so haben wir damit begonnen, Flaschen und Reifen zu sammeln und daraus ökologische Bausteine zu machen&#8220;, erzählt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Monday hat aber auch ein persönliches Motiv für sein Engagement: Sein jüngerer Bruder verschwand, als er einen Sumpf zu durchqueren versuchte. Eine Suchaktion blieb stundenlang erfolglos. Schließlich wurde sein lebloser Körper unter einem Berg aus Plastikflaschen gefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Bau von bislang 117 Häusern wurden rund drei Millionen Plastikflaschen verarbeitet. Für Monday können die Flaschenhäuser auch einen wertvollen Beitrag zur zunehmenden Wohnungsnot in Uganda leisten. Nach Angaben des “Uganda Bureau of Statistics&#8220; weist das Land derzeit ein Defizit von 2,1 Millionen Wohneinheiten auf. Schätzungen zufolge werden im Jahr 2030 voraussichtlich über fünf Millionen Wohnungen fehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kamwokya, einer informellen Siedlung in Kampala, errichtet eine Gruppe junger Menschen rund um das &#8222;Ghetto Research Lab&#8220; ebenfalls Häuser aus Plastikflaschen. Rehema Naluekenge ist von der Lösung überzeugt: &#8222;Die Gebäude erweisen sich als recht langlebig. Wir haben bislang keine Risse gesehen&#8220;, erzählt sie. &#8222;Unser Geschäftsführer sagt uns immer, dass Abfall nur dann Abfall ist, wenn wir ihn verschwenden.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="behorden-hinken-nach">Behörden hinken nach</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch im Bezirk Mukono in Zentral-Uganda setzt der Highschool Lehrer Allan Obbo auf Flaschenhäuser. Eine Reihe von Cottages seiner Hotelnlage &#8222;Bottle Garden Resort&#8220; sind aus Plastikflaschen errichtet worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Studien haben ergeben, dass Kunststoffe sehr gefährlich für die Umwelt sind&#8220;, sagt Obbo. &#8222;Schauen Sie sich doch unsere Seen an, die Gewässer sind voll davon. Forschungen zeigen, dass der Abbau einer Plastikflasche 300 Jahre dauert. Der Müll hat einen großen Nutzen, wenn er als Baustoff verwendet wird.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obbo weist auf einen noch einen anderen Vorteil hin. &#8222;Die Flaschen sind ohnehin schon da. Für die Herstellung von Ziegeln werden aber häufig Bodenflächen verbraucht, die dann für die Landwirtschaft fehlen. Außerdem werden für Baustellen viele Bäume gefällt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Lehrer zeigt sich aber enttäuscht, dass die Behörden in städtischen Gebieten die Plastikflaschen als Baustoff nicht genehmigen. Das bestätigt auch die Architektin Patricia Kayongo, Geschäftsführerin der in Kampala ansässigen &#8222;Dream Architects Ltd.&#8220; Sie erklärt, dass das zuständige Normungsinstitut Plastikflaschen als Baustoff bislang nicht getestet hat und daher keine Bewilligungen erteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das bedeutet aber, dass den Menschen Möglichkeiten für den günstigen Hausbau genommen werden&#8220;, kritisiert Kayongo. Damit würde auch eine Chance zur Bekämpfung der Wohnungsnot verpasst. &#8222;Die Wiederverwertung von Materialien wie Glas und Kunststoff eignet sich gut für den Bau.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> David Monday erklärt das Prinzip eines aus Plastikflaschen errichteten Hauses (Foto: Wambi Michael/IPS).</p>
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		<title>Klimawandel vertreibt seltene Wildtiere</title>
		<link>https://afrika.info/klimawandel-vertreibt-seltene-wildtiere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jun 2019 14:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Fauna]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Wambi Michael]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Name des Farbkätzchenstrauchs kommt von seinen auffälligen hängenden Blütenständen in Rosa und Gelb. Doch die Schönheit der Pflanze täuscht: Infolge des Klimawandels vermehrt sich der Farbkätzchenstrauch rasant und treibt seltene Tierarten in die Flucht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Wambi Michael | 24. Juni 2019</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasese (IPS/afr). Der Name des Farbkätzchenstrauchs kommt von seinen auffälligen hängenden Blütenständen in Rosa und Gelb. Doch die Schönheit der Pflanze täuscht: Infolge des Klimawandels vermehrt sich der Farbkätzchenstrauch rasant und treibt seltene Tierarten in die Flucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Queen-Elizabeth-Nationalpark im Westen von Uganda ist eines der artenreichsten Naturschutzgebiete in ganz Afrika: Am Kazinga-Kanal kann man Elefantenherden beim Trinken und Baden beobachten. Im Maramagambo-Wald finden sich verschiedene Affenarten und Riesenwaldschweine. Im Ishasha-Gebiet staunen Besucher über Kronenkraniche &#8211; die Wappenvögel Ugandas &#8211; und auf Bäume kletternde Löwen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Klimawandel ist der Artenreichtum des Nationalparks bedroht. Der Farbkätzchenstrauch (Dichrostachys cinerea), der aus Südafrika stammt, breitet sich mit enormer Geschwindigkeit aus. Die Pflanze mit ihren dornigen Ästen kommt mit den zunehmend höheren Lufttemperaturen gut zurecht und bedeckt mittlerweile fast 40 Prozent des nahezu 2.000 Quadratkilometer großen Parks.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Peter Baine ist Wissenschaftler der Abteilung für die Erforschung invasiver Arten in Uganda. Er sagt, dass die Farbkätzchensträucher in den von ihnen besiedelten Gebieten Baldachine bilden und Chemikalien freisetzen, die das Gras darunter abtöten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es ist für andere Pflanzen ziemlich problematisch, weil sich die Farbkätzchensträucher schnell ausbreiten, zahlreiche Samen streuen und bis zu einem Jahr im Boden verbleiben können&#8220;, erklärt er.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="pflanzenfresser-wandern-ab">Pflanzenfresser wandern ab</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Edward Asalu, Chefaufseher im Queen-Elisabeth-Nationalpark sagt, dass die meisten Tiere das Dickicht des Farbkätzchenstrauchs nicht durchdringen können bzw. es sogar meiden, weil sie dort keine Nahrung mehr finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir haben Gebiete, die früher Grasland waren, jetzt aber vollständig vom Dickicht überzogen sind&#8220;, sagt Asalu. &#8222;Die Tiere, besonders die Pflanzenfresser, bevorzugen jedoch offene Gebiete, damit sie ihre Feinde besser erkennen können.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb fände man in den Teilen des Nationalparks, wo der Farbkätzchenstrauch dominiert, kaum mehr Pflanzenfresser.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="erderwarmung-begunstigt-ausbreitung">Erderwärmung begünstigt Ausbreitung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Asalu hängt die Ausbreitung eindeutig mit der Erderwärmung zusammen: &#8222;Dieses Problem wird derzeit noch untersucht. Aber wir wissen bereits, dass es weitgehend mit dem Klimawandel zusammenhängt&#8220;, meint er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Nationalpark-Ranger Robert Adaruku von der &#8222;Uganda Wildlife Authority&#8220; (UWA) hat ebenfalls einen Zusammenhang zwischen höheren Temperaturen und dem Wachstum des Farbkätzchenstrauchs beobachtet: &#8222;Ich habe den ersten Strauch im Jahr 1997 bemerkt. Mit steigenden Temperaturen dehnt sich Wachstum des Farbkätzchenstrauchs aus.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einer&nbsp;<a href="https://www.cabi.org/isc/datasheet/18119" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie</a>&nbsp;des “Centre for Agriculture and Biosciences International&#8220; (CABI) kann ein Mutterstamm des Farbkätzchenstrauchs 130 Triebe produzieren. Die Pflanzen gedeihen auch auf nährstoffarmen Böden. Gegenüber Dürren und Schädlingen weisen sie eine hohe Resistenz auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem könnte sich in Zukunft noch verschärfen:&nbsp;<a href="https://www.climatelearningplatform.org/sites/default/files/resources/uganda_climate_risk_assessment_report_-_final_version.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prognosen</a>&nbsp;der &#8222;Climate and Development Learning Platform&#8220; des irischen Entwicklungsprogramms “Irish Aid” zeigen für Uganda eine deutliche Erwärmung. Demnach soll sich die oberflächennahe Temperatur in den nächsten 50 Jahren um 2 Grad Celsius und in den nächsten 80 Jahren um 2,5 Grad Celsius erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Reiseveranstalter Geofrey Baluku ist über die Entwicklung besorgt: “Es ist ein ernstes Problem&#8220;, sagt er, &#8222;was passiert mit diesem Park, wenn alle Tiere verschwinden?&#8220; Laut Baluku würden Tiere bereits auf andere Gebiete ausweichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="erfolgreicher-kampf-gegen-das-dickicht">Erfolgreicher Kampf gegen das Dickicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mitarbeiter der &#8222;Uganda Wildlife Authority&#8220; hatten in der Vergangenheit versucht, die Sträucher niederzubrennen. Sie mussten allerdings feststellen, dass sie bereits nach wenigen Wochen wieder wuchsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Vorjahr geht die UWA mit einer neuen Strategien gegen den Farbkätzchenstrauch vor: Die Wurzeln werden ausgegraben und verbrannt. Ungefähr 600 Hektar sind im Nationalpark mittlerweile vom Dickicht befreit worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chefaufseher Asalu sagt allerdings, dass dieses Verfahren enorme finanzielle Ressourcen erfordert, die nicht ohne weiteres zur Verfügung stehen. Die Erfolge dieser Bemühungen sind aber bereits sichtbar: Bei einem Lokalaugenschein konnte der Autor dieses Beitrags in den restaurierten Gebieten eine Reihe von Tieren wie Büffel und Buschböcke antreffen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der schöne Anblick trügt: Der Farbkätzchenstrauch ist im Queen-Elizabeth-Nationalpark zur einer Plage geworden. (Foto:&nbsp;<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:C_T_Johansson">C T Johansson</a>&nbsp;&#8211;&nbsp;Eigenes Werk,&nbsp;<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0">CC BY 3.0</a>,&nbsp;<a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43114393">Link</a>)</p>
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		<item>
		<title>Zwangssterilisation wegen HIV</title>
		<link>https://afrika.info/zwangssterilisation-wegen-hiv/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Feb 2016 15:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Aids]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Wambi Michael]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mayimuna Naomi* ist Mutter von drei Kindern und hätte gerne ein weiteres. Allerdings wurde ihr bei der letzten Geburt in einem Regierungskrankenhaus gegen ihren Willen die Gebärmutter entfernt. Mayimuna ist sich sicher, dass der Grund für den Eingriff ihre HIV-Infektion war. Eine Studie zeigt, dass sie kein Einzelfall ist.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Wambi Michael | 19. Februar 2016</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kampala (IPS/afr). Mayimuna Naomi* ist Mutter von drei Kindern und hätte gerne ein weiteres. Allerdings wurde ihr bei der letzten Geburt in einem Regierungskrankenhaus gegen ihren Willen die Gebärmutter entfernt. Mayimuna ist sich sicher, dass der Grund für den Eingriff ihre HIV-Infektion war. Eine Studie zeigt, dass sie kein Einzelfall ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Als ich 2007 schwanger wurde, bin ich zu einer Kontrolluntersuchung ins Krankenhaus gegangen&#8220;, erzählt Mayimuna. &#8222;Der Arzt fragte mich, warum ich überhaupt schwanger sei. Ich antwortete, dass ich gerne ein drittes Kind haben möchte. Der Arzt antwortete darauf bloß, dass wir HIV-Positive ihn verärgern und stören würden.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das, was dann passierte, wurde für Mayimuna zum Albtraum. Ihr Baby musste per Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden. Bei der Operation wurde ihre Gebärmutter entfernt, ohne dass sie darüber vor oder nach dem Eingriff informiert worden wäre. Im Anschluss versuchte sie zwei Jahre, wieder schwanger zu werden. Erfolglos. Bei einer Untersuchung klärte man sie auf, dass sie keine Gebärmutter mehr hat. &#8222;Ich war verletzt und gleichzeitig verwundert darüber, warum mir das nie jemand mitgeteilt hat oder mir eine Erklärung dafür gegeben hat.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mayimuni ist nur einer von 20 Fällen, die in einer&nbsp;<a href="http://www.icwea.org/wp-content/uploads/downloads/2015/11/ICWEA-Sexual-Reproductive-Health-Rights-Report-Uganda.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Untersuchung</a>&nbsp;(*.pdf) der&nbsp;<a href="http://www.icwea.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">International Community of Women living with HIV/AIDS Eastern Africa</a>&nbsp;(ICWEA) dokumentiert wurden. Für die Studie wurden 744 HIV-positive Frauen in neun Bezirken aus allen Verwaltungsregionen Ugandas befragt. Im Schnitt wurde also eine von 37 HIV-positiven Frauen unfreiwillig sterilisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die meisten Fälle haben sich während eines Kaiserschnitts in Regierungskrankenhäusern ereignet&#8220;, berichtet Dorothy Namutamba, Programmkoordinatorin bei der ICWEA. Laut Namutamba betrug das durchschnittliche Alter der Frauen 29 Jahre. In elf der 20 Fälle wurde der Eingriff ohne Zustimmung durchgeführt. In den restlichen neun Fällen wurden Frauen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu Sterilisation gedrängt. &#8222;Sie wurden einfach falsch informiert&#8220;, sagt Namutamba. &#8222;Man sagte ihnen etwa, dass die Sterilisation jederzeit wieder rückgängig gemacht werden kann oder einfach die beste Option für ihre Gesundheit wäre.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="frauen-leiden-an-den-folgen">Frauen leiden an den Folgen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vielen der Betroffenen haben unter dem Eingriff schwer zu leiden. Einige wurden von ihren Partnern verlassen, andere geschlagen – weil sie keine Kinder mehr bekommen konnten. &#8222;Frauen berichten auch von sozialer Isolation, weil sie glauben, nicht mehr in ihr Umfeld zu passen. Die Forderung der Männer nach weiteren Kindern hat einen großen Einfluss auf das soziale Wohlbefinden dieser Frauen&#8220;, erzählt Namutamba.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche der dokumentierten Sterilisationen hätten sich erst in jüngster Zeit ereignet, ergänzt Lillian Mworeko, Geschäftsführerin der ICWEA. Mworeko tritt für weitere Forschungen ein, um die Gründe für die Eingriffe genau zu erheben. &#8222;Unser Interesse galt bislang vor allem HIV-positiven Frauen. Aber wir haben im Rahmen unserer Untersuchung auch festgestellt, dass unfreiwillige Sterilisationen eine weitverbreitete Praxis sind, für die Gesundheitsmitarbeiter oft auch Gegenleistungen wie Geld erhalten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mworeko weist darauf hin, dass der medizinische Fortschritt längst dafür gesorgt hat, dass HIV-positive Frauen mit hoher Sicherheit HIV-negative Kinder zur Welt bringen können. Die ugandische Gesundheitspolitik würde aber diesen Entwicklungen hinterherhinken. &#8222;Wir können nicht mit Richtlinien weiterarbeiten, die beschlossen wurden, als es noch keine Behandlungsmöglichkeiten wie heute gab&#8220;, sagt Mworeko. &#8222;Solange das Krankenhauspersonal aber glaubt, dass eine HIV-positive Frau nur ein HIV-positives Kind zur Welt bringen kann, werden die Sterilisationen anhalten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es kommt aber auch vor, dass HIV-positive Frauen von ihrer Verwandtschaft zur Sterilisation gedrängt werden. Babirye Joy* war gerade 23 Jahre alt, als bei ihr im Jahr 2010 eine Eileitertrennung durchgeführt wurde. Sie erzählt, dass ein Arzt dabei mit ihrer Schwester gemeinsame Sache gemacht hätte: &#8222;Meine Schwester brachte mich kurz vor der Geburt meines Kindes zum Doktor. Dann sagte sie, dass er eine Sterilisation empfiehlt. Ich habe überhaupt keine Information über den Eingriff bekommen und hatte auch keine Gelegenheit, Fragen zu stellen. Später habe ich im Rahmen einer Untersuchung in einem Krankenhaus erfahren, dass meine Eileiter durchtrennt wurden. Das hat mir niemand gesagt und ich habe auch keine Einwilligung unterschrieben.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="bessere-ausbildung-fur-gesundheitskrafte-gefordert">Bessere Ausbildung für Gesundheitskräfte gefordert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Einwilligung sei aber für eine Sterilisation zwingend erforderlich, sagt Dr. John Baptist Wanyayi, Amtsarzt im Bezirk Mbale. Sein Bezirk ist einer von jenen, in denen die ICWEA-Studie durchgeführt wurde. Wanyayi vermutet auch medizinische Gründe für die Eingriffe. &#8222;In vielen Fällen entscheiden sich Ärzte zu einer Sterilisation, weil die nächste Schwangerschaft für die Frau gefährlich sein könnte. Der HIV-Status spielt hier eine ungeordnete Rolle.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wanyayi meint auch, dass Frauen im Rahmen einer Untersuchung oft ihre Zustimmung zu einer permanenten Empfängnisverhütung geben würden. Später würden sie diesen Schritt aber oft bereuen, wenn sie den Wunsch nach einem weiteren Kind verspüren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Patrick Tusiime, Amtsarzt im Bezirk Kabale, verurteilt die unfreiwillige Sterilisation als grobe Verletzung der Fortpflanzungsgesundheit von Frauen. Er sieht hier die Ausbildung von Gesundheitspersonal gefordert: &#8222;Viele der Eingriffe sind individuelle Taten. Wir brauchen mehr gut ausgebildete Hebammen. Denn wenn wir eine medizinische Hochschule besuchen, bekommen wir dort nicht erzählt, dass wir Leute gegen ihren Willen sterilisieren sollen.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph">*Namen durch die ICWEA geändert</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Rose Nakanjako war bereits vor der Geburt ihrer Kinder mit HIV infiziert. Durch moderne Behandlungsmethoden kann die Übertragung des Virus auf Kinder vermieden werden. (Foto: Wambi Michael/IPS)</p>
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		<item>
		<title>Rohstoffe keine Entwicklungsgarantie</title>
		<link>https://afrika.info/rohstoffe-keine-entwicklungsgarantie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Nov 2013 12:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Wambi Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In diesem Jahr wird Uganda mit der Förderung von fast zwei Milliarden Barrel Erdöl beginnen, die in der Nähe seiner westlichen Grenze entdeckt wurden. Kritiker werfen der Regierung vor, zu wenig für die armen Regionen des Landes zu unternehmen. Sie fordern dort einen nachhaltigen Rohstoffabbau.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Wambi Michael | 18. November 2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kampala (IPS/afr). In diesem Jahr wird Uganda mit der Förderung von fast zwei Milliarden Barrel Erdöl beginnen, die in der Nähe seiner westlichen Grenze entdeckt wurden. Kritiker werfen der Regierung vor, zu wenig für die armen Regionen des Landes zu unternehmen. Sie fordern dort einen nachhaltigen Rohstoffabbau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Dickens Kamugisha von der Nichtregierungsorganisation &#8222;Africa Institute for Energy Governance&#8220; könnte der Ressourcenreichtum im Lande dazu beitragen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Entwicklung des Landes voranzutreiben. &#8222;Wir müssen die Rohstoffeinnahmen nachhaltig verwenden, um die Wirtschaft zu transformieren, Armut und Krankheiten zu beseitigen und soziale Leistungen für alle Ugander schaffen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ostafrikanische Land verfügt über Naturressourcen einschließlich Gold, Kupfer, Kobalt und Uran. 2006 wurden nahe des Albert-Sees an der westlichen Grenze zur Demokratischen Republik Kongo (DRC) zwei Milliarden Barrel Öl entdeckt. Dem diesjährigen Bericht über die Fortschritte bei den Millenniumsentwicklungszielen zufolge konnte die Armut seit den 1990er Jahren bis 2010 um 50 Prozent gesenkt werden, Doch ist sie in einigen ländlichen Gebieten, in denen 85 Prozent der Ugander leben, nach wie vor tief verwurzelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="entwicklungsdefizite-in-landlichen-regionen">Entwicklungsdefizite in ländlichen Regionen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das &#8222;Chronic Poverty Advisory Network&#8220; in einem im Oktober veröffentlichten Bericht &#8222;Is Anybody Listening?&#8220; herausfand, ist die Armut im Lande trotz eines bemerkenswerten Wirtschaftswachstums immer noch sehr hoch und der Zugang zu den grundlegenden Versorgungsleistungen für die Ärmsten der Armen versperrt. Mehr als 30 Prozent der Kinder aus den sozial besonders benachteiligten Haushalten gehen nicht nur Schule.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit zwei Jahrzehnten weist Uganda einen durchschnittlichen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von jährlich 7,5 Prozent auf. Dass die Armut nach wie vor verbreitet ist, führt Onesmus Mugyenyi, ein politischer Analyst der &#8222;Advocates Coalition for Development and Environment&#8220;, auf das Versäumnis zurück, die vorhandenen Rohstoffe nachhaltig auszubeuten. Das ostafrikanische Land sei rechtlich und strategisch in der Lage, seine Rohstoffe nachhaltig abzubauen. &#8222;Doch werden unsere Ressourcen nicht dazu verwendet, um die Armut zu verringern.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Peter Lokeris, Minister für Rohstoffentwicklung, gegenüber IPS erklärte, hatte es Uganda lange Zeit an den Kapazitäten gefehlt, um seine Mineralien und seinen Erdölreichtum gewinnbringend auszubeuten. &#8222;Wir verfügten nicht über die erforderliche Expertise und die Finanzmittel. Deshalb haben wir zunächst die entsprechenden Gesetze verabschiedet und unsere Kapazitäten ausgebaut.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kamugisha zufolge wird die Ausbeutung der Mineralien nach wie vor den kleinen inoffiziellen Bergleuten und Kleinbetrieben überlassen, die durch fragwürdige Fördermethoden ihre Gesundheit gefährdeten. 2008 hätten sie Gold im Wert von 28, 3 Millionen Dollar geschürft. Die offiziellen Goldexporte beliefen sich auf 35,3 Millionen Dollar.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="armut-und-unsicherheit-in-karamoja">Armut und Unsicherheit in Karamoja</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Karamoja im Nordosten Ugandas mit 50 verschiedenen Mineralien reich gesegnet ist, sind die Menschen dort arm. Nur acht Prozent der lokalen Bevölkerung haben Zugang zu einer sanitären Grundversorgung. Außerdem sind 10,9 Prozent akut mangelernährt. Der nationale Durchschnittswert liegt bei sechs Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Rohstoffausbeutung in Karamoja ist alles andere als nachhaltig&#8220;, kritisiert Isaac Kabong, Geschäftsführer der &#8222;Ecological Christian Organisation&#8220;, die die Folgen des Ressourcenabbaus vor Ort untersucht. &#8222;Sie ist für die Betroffenen gesundheitsgefährdend, belastet die Umwelt, begünstigt Kinderarbeit und Niedriglöhne.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bob Opio, ein Behördenvertreter aus dem Bezirk Moroto in Karamoja, macht Clanstreitigkeiten und Viehdiebstähle für die Schwierigkeit verantwortlich, die Ressourcen nachhaltig zu heben. Sie begünstigten die Präsenz ausländischer Schmuggler aus Ländern wie Südsudan und Kenia. Angesichts der allgemeinen Unsicherheit sei es zudem sehr schwierig, die Lizenzgebühren einzutreiben, die den Menschen in Karamoja helfen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einem im August veröffentlichten Weltbankbericht über die Wirtschaftslage im Lande (&#8222;Uganda Economic Update&#8220;) zufolge sollte Uganda seine Wirtschaft zugunsten neuer Arbeitsplätze diversifizieren. Es sei wichtig, den Menschen beim Übergang von der Subsistenzlandwirtschaft in produktivere Industrie- und Dienstleistungssektoren behilflich zu sein. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Die Erdölreserven von Uganda wird auf zwei Milliarden Barrel geschätzt. Analysten werfen der Regierung dennoch vor, zu wenig für die nachhaltige Rohstoffnutzung tu tun. (Foto: Wambi Michael/IPS)</p>
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