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	<title>USA Archive | afrika.info</title>
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	<description>Changing Perceptions</description>
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	<title>USA Archive | afrika.info</title>
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		<title>1000 Tage Krieg im Sudan: Die Welt schaut weg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 16:54:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Firmin]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
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		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Krieg im Sudan ist exakt 1000 Tage alt. Die Kampfhandlungen haben am 15. April 2023 begonnen, Frieden ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Die Gewalt eskaliert weiter, die Hungersnot nimmt nie dagewesene Ausmaße an. Und die Welt schaut weg.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Andrew Firmin* | 8. Januar 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg im Sudan ist exakt 1000 Tage alt. Die Kampfhandlungen haben am 15. April 2023 begonnen, Frieden ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Die Gewalt eskaliert weiter, die Hungersnot nimmt nie dagewesene Ausmaße an. Und die Welt schaut weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">London (IPS/afr). <a href="https://www.theguardian.com/global-development/2025/dec/05/rsf-massacres-sudanese-city-el-fasher-slaughterhouse-satellite-images" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Satellitenbilder</a> von al-Faschir in Nord-Dafur zeigen aufgetürmte Leichen, die auf eine Massenbestattung oder Einäscherung warten. Unterdessen versucht die Miliz der Rapid Support Forces (RSF), das Ausmaß ihrer Verbrechen zu <a href="https://www.bbc.com/news/articles/c75veyzz2g2o" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vertuschen</a>. Nachdem die Stadt im November von der RSF eingenommen wurde, gelten bis&nbsp; zu 150.000 Einwohner*innen von al-Fashir weiterhin als vermisst. Die arabische Miliz hat die Stadt ethnisch von ihren nicht-arabischen Einwohnern gesäubert. Die niedrigste Opferschätzung geht von <a href="https://uk-crime.co.uk/sarah-champion-2025-speech-on-gaza-and-sudan/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">60.000 Toten</a> aus.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Massaker ist das bislang schrecklichste Kapitel im Krieg zwischen den RSF und den sudanesischen Streitkräften, der durch einen Machtkampf zwischen Militärführern im April 2023 ausgelöst wurde. Beide Seiten haben Gräueltaten begangen, darunter Hinrichtungen, außergerichtliche Tötungen und sexuelle Gewalt. Es ist schwierig, genaue Zahlen zu ermitteln, aber Schätzungen zufolge wurden mindestens 150.000 Menschen getötet. Rund neun Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben, und fast vier Millionen sind über die Grenze geflohen. Etwa 25 Millionen Menschen sind nun von einer Hungersnot bedroht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zivilgesellschaftliche und humanitäre Organisationen helfen so gut sie können, aber sie befinden sich in der Schusslinie. Tod, Gewalt, Entführung und Inhaftierung zählen zu den Bdrohungsszenarien. Darüber hinaus haben sie mit Notverordnungen und bürokratischen Beschränkungen zu kämpfen,&nbsp; die Hilfsmaßnahmen sowie die Versammlungs-, Meinungs- und Bewegungsfreiheit einschränken. Währenddessen blockieren Truppen die Lieferung von Hilfsgütern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Berichterstattung über den Konflikt ist schwierig und gefährlich. Fast die gesamte Medieninfrastruktur wurde zerstört, viele Zeitungen haben ihre Veröffentlichung eingestellt. Beide Konfliktparteien nehmen Journalist*innen ins Visier, sodass viele ins Exil gezwungen wurden. Umfangreiche Desinformationskampagnen verschleiern, was vor Ort geschieht. Das Schicksal von <a href="https://www.theguardian.com/global-development/2025/nov/02/he-told-the-world-what-was-happening-in-el-fasher-then-they-sought-him-out-how-sudan-lost-a-true-hero-of-the-war" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mohamed Khamis Douda</a>, Sprecher des Flüchtlingslagers Zamzam, veranschaulicht die Gefahr: Er blieb in al-Fashir, um internationale Medien mit wichtigen Informationen zu versorgen. Als die RSF einmarschierte, suchten sie ihn und töteten ihn.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-zentrale-rolle-der-vereinigten-arabischen-emirate-nbsp">Zentrale Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate&nbsp;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sudan wird manchmal als vergessener Krieg bezeichnet, aber es ist zutreffender zu sagen, dass die Welt ihn bewusst ignoriert – und das kommt mehreren mächtigen Staaten gelegen. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind der größte Unterstützer der RSF. Sie leugnen das zwar. Jedoch sind Waffen, die von den VAE hergestellt oder von ihren Verbündeten geliefert wurden, an Orten gefunden wurden, die aus der Kontrolle der RSF zurückerobert wurden. Ohne die Unterstützung der VAE hätte die RSF den Krieg wahrscheinlich schon verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren haben die VAE daran gearbeitet, ihren Einfluss in mehreren afrikanischen Staaten auszubauen. Sie haben eine Reihe von Infrastrukturprojekten in Afrika entwickelt, darunter einen geplanten Hafen an der sudanesischen Küste des Roten Meeres. Sie haben große Investitionen in die Landwirtschaft im Sudan getätigt und erhalten den größten Teil des dort geförderten <a href="https://www.chathamhouse.org/2025/03/gold-and-war-sudan/04-how-sudans-gold-sector-connects-regional-conflict-ecosystem" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Goldes</a>.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die VAE sind offenbar zu dem Schluss gekommen, dass die Kontrolle durch die RSF der beste Weg ist, um ihren Einfluss zu sichern und ihre Interessen zu schützen &nbsp;– auch auf Kosten von Menschenleben. Als Reaktion darauf hat die sudanesische Regierung Schritte unternommen, um die Beziehungen zu Russland zu verbessern. Es wurde berichtet, dass sie Russland möglicherweise erlauben wird, einen permanenten Marinestützpunkt am Roten Meer zu errichten.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-wenig-druck-von-aussen">Wenig Druck von außen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die VAE stehen nur unter geringem internationalem Druck. Westliche Staaten, die eng mit ihnen verbunden sind &#8211; darunter Großbritannien und die USA &#8211; spielen ihre Rolle herunter. Die britische Regierung liefert weiterhin <a href="https://www.middleeasteye.net/news/uk-allowed-arms-exports-uae-after-being-told-weapons-given-rsf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Waffen an die VAE</a>, obwohl sie weiß, dass diese an die RSF weitergegeben werden. Zudem hat ein Whistleblower die britische Regierung beschuldigt, Warnungen vor einem möglichen Völkermord im Sudan aus einer Risikobewertungsanalyse entfernt zu haben, um die VAE zu schützen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Europäische Union und Großbritannien reagierten auf die Gräueltaten in el-Fashir mit <a href="https://www.theguardian.com/world/2025/dec/12/uk-sanctions-four-rsf-commanders-heinous-violence-against-sudan-civilians" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sanktionen gegen vier RSF-Führer</a>. Auch die USA wollen weitere Sanktionen in Erwägung ziehen, aber diese Maßnahmen reichen nie bis zu den Persönlichkeiten in der Regierung der VAE.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der UN-Sicherheitsrat, in dem Großbritannien als ständiges Mitglied die Führungsrolle für die Beendigung des Konflikts im Sudan innehat, war ebenfalls erwartungsgemäß ineffektiv. Russland hat angekündigt, jede Resolution Großbritanniens mit einem Veto zu blockieren. Dennoch lehnte Großbritannien im Juni das <a href="https://www.theguardian.com/global-development/2025/sep/24/siege-sudan-city-el-fasher-rsf#:~:text=UK%20refuses%20to%20hand%20over%20responsibility" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Angebot afrikanischer Staaten</a> ab, die Verantwortung an sie abzutreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ägypten unterstützt die sudanesische Regierung nachdrücklich, und auch Saudi-Arabien zeigt sich einigermaßen kooperativ. Gemeinsam mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA haben sie sich zu einem Forum namens „Quad“ zusammengeschlossen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der konkurrierenden Interessen gab es im September Anlass zur Hoffnung, als die Quad eine dreimonatige humanitäre Waffenruhe aushandelte, gefolgt von einem neunmonatigen Übergang zur Zivilregierung. Beide Seiten akzeptierten den Plan, doch die RSF kämpfte weiter, woraufhin die sudanesische Regierung den Vorschlag ablehnte.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-niedrige-us-zolle-fur-vae">Niedrige US-Zölle für VAE</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ob und wann die Kämpfe eingestellt werden, hängt möglicherweise von den diplomatischen Launen der USA ab. US-Präsident Donald Trump scheint sich seit kurzem stärker für den Konflikt zu interessieren, wahrscheinlich aufgrund eines Besuchs des saudischen Herrschers Mohammed bin Salman im Weißen Haus im November.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trump möchte vielleicht behaupten, einen weiteren Konflikt beendet zu haben, um seinen offensichtlichen Wunsch nach dem Friedensnobelpreis zu erfüllen. Aber es ist schwer, Fortschritte zu erkennen. Die US-Regierung scheint derzeit nicht bereit, Druck auf die VAE auszuüben. Eine Möglichkeit dafür wären Zölle&nbsp;– ein grobes Instrument, das Trump bereits eingesetzt hat, um anderen Staaten Vereinbarungen aufzuzwingen. Die Tatsache, dass die Trump-Regierung derzeit Zölle zum niedrigsten Satz von zehn Prozent erhebt, zeigt ihre anhaltende Freundlichkeit gegenüber den VAE.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktivist*innen versuchen, mehr Aufmerksamkeit auf die zentrale Rolle der VAE in diesem Konflikt zu lenken. Ein Schwerpunkt dabei ist Basketball: Die NBA hat einen umfangreichen und wachsenden <a href="https://www.theguardian.com/sport/2025/dec/13/nba-uae-sudan-sportswashing-rsf-war-crimes" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sponsorenvertrag mit den VAE</a> abgeschlossen, die ihren internationalen Ruf durch Sport aufzupolieren wollen. <a href="https://www.speakoutonsudan.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aktivist*innen</a> der Zivilgesellschaft fordern die NBA auf, diese Partnerschaft zu beenden. Dieses Engagement könnte dazu beitragen, dass der Sudan auf der Agenda der USA weiter nach oben rückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Gemeinschaft hat die Macht, das Töten zu beenden, aber zuerst muss sie die Rolle der VAE und ihrer westlichen Verbündeten bei der Ermöglichung dieses Tötens anerkennen. Alle am Konflikt Beteiligten innerhalb und außerhalb des Sudan müssen ihre engstirnigen Eigeninteressen beiseite lassen. Die VAE, ihre Verbündeten und die anderen Quad-Staaten sollten stärker unter Druck gesetzt werden, als ersten Schritt zum Frieden einen echten Waffenstillstand zu vermitteln und ihren Einfluss auf die Kriegsparteien zu nutzen, um sicherzustellen, dass sie sich daran halten. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Andrew Firmin ist Chefredakteur von <a href="https://www.civicus.org/">CIVICUS</a>. Das Ziel der internationalen Nonprofit-Organisation mit Hauptsitz in Johannesburg ist die Stärkung der Zivilgesellschaft.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Am 8. November 2025 protestierten tausende Menschen in London gegen die Unterstützung von Kriegsparteien im Sudan. Dieser Mann zeigt ein Bild von Muhammad bin Zayid Al Nahyan, Herrscher von Abu Dhabi und Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate. (Foto: SunshineMunu, Shutterstock.com)</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Kein US-Geld mehr: HIV-Notstand in Tansania</title>
		<link>https://afrika.info/hiv-notstand-in-tansania/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 09:57:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Aids]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Donald Trump die US-Auslandshilfen per Dekret eingefroren. In Tansania gibt es damit für HIV-Infizierte keine kostenfreien antiretroviralen Medikamente mehr. Die Folgen sind katastrophal.  </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 10. Februar 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bagamoyo (IPS/afr). Um 9:00 Uhr steht Mariam Msemwa in der Schlange vor der HIV/AIDS-Station des Bagamoyo District Hospitals an der Küste des Indischen Ozeans in Tansania. Die 19-jährige war schon viele Male hier gewesen, um sich ihre monatliche Dosis antiretroviraler Medikamente (ARV) abzuholen. Aber heute ist alles anders. Als sie an die Reihe kommt, teilt ihr die Krankenschwester mit: „Es gibt keine kostenlosen Medikamente mehr“, sagt sie. „Du musst dir diese ab sofort selbst kaufen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort ist für Mariam Msemwa ein Schock. Kaufen? Womit denn? Ihre Mutter ist Gemüseverkäuferin, sie können sich kaum die nächste Mahlzeit leisten. Die Medikamente sind bislang immer kostenlos gewesen und wurden im Rahmen eines von den USA finanzierten Programms bereitgestellt. Doch nun liegt dieses Programm auf Eis. „Ich weiß nicht, was ich tun soll“, sagt Msemwa verzweifelt. „Ohne dieses Medikament werde ich sterben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tansanias Kampf gegen HIV stützte sich jahrelang auf die Finanzierung durch den sogenannten “President’s Emergency Plan for AIDS Relief” (PEPFAR) &#8211; eine US-Initiative, die seit 2003 über 110 Milliarden US-Dollar für den weltweiten Kampf gegen HIV/AIDS investiert hat.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Donald Trumps ein präsidiales Dekret erlassen, das anordnete, US-Hilfen für 90 Tage einzufrieren. Ende letzter Woche kündigte Trump an, die US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) zu schließen. Damit fehlen in Tansania plötzlich 450 Millionen US-Dollar zur Finanzierung von antiretroviralen Medikamenten und die entsprechenden Begleitmaßnahmen für fast 1,2 Millionen Patient*innen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">HIV-Strategie bricht zusammen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Catherine Joachim, stellvertretende Direktorin der &#8222;Tanzania Commission for AIDS&#8220; (TACAIDS),&nbsp; telefoniert laufend mit besorgten Gesundheitskräften. „Das ist ein schwerer Schlag, der einen völligen Zusammenbruch unserer HIV-Maßnahmen einläutet“, sagt sie. „Fast zwei Jahrzehnte lang hat PEPFAR Menschen am Leben gehalten. Jetzt werden sie wahrscheinlich leiden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen sind unmittelbar. Im ganzen Land müssen Patient*innen abgewiesen werden. Kliniken, die früher kostenlose antiretrovirale Medikamente zur Verfügung gestellt hatten, haben jetzt keine mehr. Programme zur häuslichen Pflege werden eingestellt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Gestern kam eine Mutter zu mir“, sagt Abdallah Suleiman, der HIV-Infizierte bei der Behandlung der Krankheit berät und begleitet. „Sie bettelte um nur ein paar Tabletten für ihren Sohn, der seit seiner Geburt ARVs bekommen hat. Ich hatte nichts, was ich ihr geben konnte. Nichts.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ende der kostenlosen Versorgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist fast Mittag am geschäftigen Busbahnhof Mbezi in Dar es Salaam. Helena Mkwasi kocht Ugali. Doch das Geschäft mit dem Maisbrei läuft schleppend. Der Verdienst reicht gerade dafür, um Essen für ihre beiden Kinder zu besorgen. Aber Geld ist derzeit nicht ihre größte Sorge. „Jahrelang habe ich meine ARVs umsonst bekommen“, erzählt sie. „Jetzt sagen sie, das ist vorbei. Ich weiß nicht, wie ich das überleben soll.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Alter von 19 Jahren wurde bei Helena Mkwasi HIV diagnostiziert. An den Tag selbst erinnert sie sich kaum &#8211; nur daran, wie ihr Herz raste, als die Krankenschwester den Befund erklärte. Sie dachte, es sei ihr Todesurteil. Dann begann sie mit der antiretroviralen Therapie, und das Medikament wirkte. Ihr Gesundheitszustand besserte sich. Auch ihre Kinder kamen gesund zur Welt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ohne die Medizin werde ich wieder krank werden”, sagt Mkwasi und wirft einen Blick in den brodelnden Kochtopf. “Ich kann dann nicht mehr arbeiten. Was wird mit meinen Kindern passieren?“</p>



<h2 class="wp-block-heading">“Das ist eine Katastrophe”</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Antiretrovirale Medikamente verhindern, dass sich das HI-Virus im Körper vermehrt. Ohne diese Behandlung kann HIV zu AIDS fortschreiten, wodurch das Immunsystem schwer geschädigt wird und lebensbedrohliche Infektionen wie Tuberkulose oder Lungenentzündung verursacht werden. Gesundheitsexpert*innen warnen, dass es alleine in Tansania in den nächsten zwei Jahren mindestens 30.000 zusätzliche HIV-bedingte Todesfälle geben wird, wenn kein Ausweg aus der Krise gefunden wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deogratius Rutatwa, Geschäftsführer des “National Council of People Living With HIV and AIDS”, sitzt an seinem Schreibtisch und sichtet die Unzahl von Berichten über die sich verschlechternde Situation. Sein Telefon klingelt unentwegt. „Das ist eine Katastrophe“, sagt er und reibt sich die Schläfen. „Bei PEPFAR ging es nicht nur darum, Medikamente zu verteilen – das Programm finanzierte auch Bildung, Prävention und die Unterstützung der Gemeinschaft. Jetzt ist alles weg.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Posteingang wird mit verzweifelten Nachrichten von Gesundheitsorganisationen überflutet. „Was machen wir jetzt?“, fragen sie. Aber Rutatwa weiß darauf keine Antworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich wünschte, die Leute, die diese Entscheidungen treffen, könnten sehen, was hier passiert“, meint er. „Sie reden über Budgets und Richtlinien, aber vor Ort geht es um eine Mutter, die kilometerweit läuft, um ihr Kind testen zu lassen. Es geht um einen Teenager, der gerade erfahren hat, dass er positiv ist und Hilfe braucht. Es geht einfach darum, Menschen am Leben zu erhalten.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Leben oder sterben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mary Tarimo hat ihr Leben der Aufgabe verschrieben, HIV-Infizierten bei der Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten zu unterstützen. Als Hauspflegerin des Krankenhauses in Bagamoyo sieht sie tagtäglich nach den Patient*innen und stellt sicher, dass sie ihre Medikamente richtig einnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun muss sie hilflos zusehen, wie Menschen, deren Zustand jahrelang stabil gewesen war, einen Rückfall erleiden. „Es gibt eine Frau, die ich seit 2015 betreue“, erzählt Tarimo. „Sie hat nie eine Dosis ausgelassen. Aber jetzt hat sie aufgehört, ihre Medikamente einzunehmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frau ist Mutter von drei Kindern und verdient ihren Lebensunterhalt als Köchin. Vor wenigen Tagen kam sie weinend zu ihr: „Sie sagte: ‚Mama Tarimo, ich muss mich entscheiden, ob ich meine Kinder ernähren oder meine Medikamente kaufen soll‘“, erinnert sich Tarimo. „Wie reagiert man auf so eine Frage? Was für eine Entscheidung soll das sein?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Bagamoyo spielen sich derzeit viele Tragödien wie diese ab. Die Menschen kommen mit Fieber und Schweißausbrüchen ins Krankenhaus – die ersten Anzeichen opportunistischer Infektionen. Manche bleiben aber auch zuhause, weil sie sich ihre Behandlung schlicht nicht mehr leisten können.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tarimo schüttelt verzweifelt den Kopf. „Das Schlimmste daran? Wir haben Jahrzehnte damit verbracht, dieses Programm aufzubauen und den Menschen klarzumachen, dass HIV kein Todesurteil ist, wenn man die Behandlung durchhält. Und jetzt müssen wir ansehen, wie alles plötzlich auseinanderfällt.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auf der Suche nach Alternativen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der düsteren Aussichten weigert sich die TACAIDS-Mangerin Catherine Joachim einfach aufzugeben: „Wir sprechen mit anderen internationalen Partnern, privaten Geldgebern und unserer eigenen Regierung, um alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. Wir prüfen jede Möglichkeit. Die Menschen haben ein Recht auf Behandlung. Wir werden alles tun, um sicherzustellen, dass sie diese auch bekommen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gesundheitsministerium hat zugesagt, einen Teil seiner Mittel umzuverteilen, um die Verteilung der antiretroviralen Medikamente aufrechtzuerhalten. Doch das Gesundheitsbudget Tansanias reicht nicht aus, um die benötigten 260 US-Dollar pro Patient*in pro Jahr abzudecken.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Realität ist, dass wir diese Lücke ohne externe Unterstützung nicht schließen können“, räumt Deogratius Rutatwa vom “National Council of People Living With HIV and AIDS” ein. „Und das bedeutet, dass Menschen sterben werden.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein Gesundheitsmitarbeiter in Bagamoyo klärt eine junge Frau über HIV/AIDS auf. (Foto: Kizito Shigela/IPS)</p>
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	</item>
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		<title>Dschibuti will Afrikas Dubai werden</title>
		<link>https://afrika.info/dschibuti-will-afrikas-dubai-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2017 18:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn sich die milde Nacht über den Golf von Tadjoura legt, gehen in den Häfen von Dschibuti-Stadt die Lichtstrahler an. Hier werden rund um die Uhr Schiffe entladen, die Fracht für Bestimmungsorte in ganz Ostafrika an Bord haben.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von James Jeffrey und Martin Sturmer | 19. April 2017</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dschibuti-Stadt/Salzburg (IPS/afr). Wenn sich die milde Nacht über den Golf von Tadjoura legt, gehen in den Häfen von Dschibuti-Stadt die Lichtstrahler an. Hier werden rund um die Uhr Schiffe entladen, die Fracht für Bestimmungsorte in ganz Ostafrika an Bord haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1977 ist die Rolle von Dschibuti-Stadt als wirtschaftlicher Knotenpunkt zwischen Afrika und dem Nahen Osten stetig gewachsen. Die Stadt mit ihren 470.000 Einwohnern liegt südlich der 27 Kilometer breiten Meeresstraße von Bab al-Mandab, die für die Schifffahrt eine ähnlich hohe Bedeutung hat wie der Suezkanal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es ist ein seltsamer Ort, wirklich&#8220;, sagt ein ausländischer Diplomat, der in Addis Abeba stationiert ist. &#8222;Dschibuti ist strategisch enorm wichtig. Ich weiß nicht, warum nicht mehr darüber berichtet wird.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als die Hälfte der 900.000 Einwohner des Landes am Horn von Afrika leben in der Hauptstadt. Dschibuti-Stadt besitzt einen modernen Tiefwasserhafen mit Freihafen, der sich zum wichtigsten Schifffahrtszentrum in Ostafrika entwickelt hat. Außerdem verfügt das Land über einen der größten Container-Terminals der Region.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="milliarden-investitionen-in-infrastruktur">Milliarden-Investitionen in Infrastruktur</h2>



<p class="wp-block-paragraph">2016 wurde die 756 Kilometer lange normalspurige Bahnstrecke vom Hafen in Dschibuti nach Addis Abeba fertiggestellt. Die moderne Eisenbahnlinie ersetzt die 1917 eröffnete Schmalspurstrecke zwischen den beiden Hauptstädten. Für den Neubau der Bahnlinie wurden 3,3 Milliarden Euro von chinesischen Banken bereitgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und China investiert kräftig weiter: Erst kürzlich wurde mit der Regierung von Dschibuti ein 12-Milliarden-Dollar-Deal unterzeichnet, mit dem die Errichtung von sechs neuen Häfen vorangetrieben wird. Die Vision der Regierung ist klar: Sie möchte die größte Freihandelszone in ganz Afrika schaffen und Dschibuti-Stadt zum Dubai von Afrika werden lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Etwa zwei Millionen afrikanische Kunden reisen jedes Jahr nach Dubai&#8220;, verrät Dawit Gebra-ab von der&nbsp;<a href="http://dpfza.gov.dj/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Djibouti Ports &amp; Free Zones Authority</a>&nbsp;(DPFZA). &#8222;Wir wissen, was sie auf ihren Einkaufslisten stehen haben. In Zukunft könnten diese Kunden hierher statt nach Dubai kommen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="kampf-gegen-piraterie">Kampf gegen Piraterie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die großen Ambitionen der Regierung werden durch die Tatsache begünstigt, dass Dschibuti mittlerweile als eine der größte Militärbasen der Welt gilt. Der Grund für die starke militärische Präsenz ist der Kampf gegen die Piraterie: Allein im Jahr 2011 wurde 151 Schiffe vor dem Horn von Afrika angegriffen, 25 wurden entführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der Verstärkung der militärischen Aktivitäten ist die Piraterie stark zurückgegangen. Im Jahr 2014 sicherte die US Navy zu, ihren Mietvertrag für Camp Lemonnier zumindest auf zehn weitere Jahre zu verlängern. Camp Lemonnier ist die einzige permanent besetzte Militärbasis der USA in Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich diente die militärische Anlage der Französischen Fremdenlegion und der dschibutischen Armee als Stützpunkt. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde hier ein US-Kommando eingerichtet, um den Kampf gegen den Terrorismus am Horn von Afrika zu verstärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ex-Präsident Barack Obama bezeichnete Camp Lemonnier als &#8222;außerordentlich wichtig &#8211; nicht nur für unsere Arbeit am Horn von Afrika, sondern in der ganzen Region.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="china-errichtet-militarbasis">China errichtet Militärbasis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine ähnliche Haltung herrscht in China. Die Volksrepublik hat am Horn von Afrika zig-Milliarden US-Dollar an Investitionen getätigt, die abgesichert werden sollen. Wichtigster chinesischer Partner in der Region ist dabei Äthiopien, das zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt zählt aber über keinen eigenen Meerzugang verfügt. Daher gehen 90 Prozent der äthiopischen Einfuhren durch Dschibuti.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2016 hat China seine Pläne für die Errichtung einer Militärbasis in Obock &#8211; einem kleinen Hafen nördlich des Golfs von Tadjoura &#8211; präsentiert. Nach Fertigstellung sollen 10.000 Chinesen in der Basis ihren Dienst versehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus sind noch weitere 25.000 ausländische Soldaten im Land stationiert, die vor allem aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Spanien und Japan stammen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="koloniales-erbe-im-europaischen-viertel">Koloniales Erbe im &#8222;Europäischen Viertel&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dschibuti hat seine Unabhängigkeit von Frankreich erst im Jahr 1977 erreicht. Die ehemalige Kolonialmacht hat aber einen gewaltigen Fußabdruck hinterlassen: Zusammen mit Somali, Afar und Arabisch ist Französisch bis heute die wichtigste Sprache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer am Abend das sogenannte &#8222;Europäische Viertel&#8220; von Dschibuti-Stadt besucht, wird fast ausschließlich mit &#8222;Bonsoir&#8220; begrüßt. Am &#8222;Place du 27 Juin 1977&#8220;, der nach dem Zeitpunkt der Unabhängigkeit benannt wurde, ist der Geist der Vergangenheit deutlich spürbar: Der Platz ist von weiß getünchten Gebäuden mit maurischen Arkaden umgeben. In der näheren Umgebung befinden sich alle wichtigen Banken, Restaurants und Hotels.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="enorme-arbeitslosigkeit-und-armut">Enorme Arbeitslosigkeit und Armut</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wirtschaftswachstum von Dschibuti liegt gegenwärtig bei 6,5 Prozent. Nach Weltbank-Klassifikation zählt der Kleinstaat damit zur Gruppe der Ländern mit unterem mittlerem Einkommen (&#8222;Lower-middle-income economies&#8220;).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch das für die Region vergleichsweise hohe Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist ungleich verteilt. Denn hinter all den Baukränen, auffälligen Hotels und Militärlagern gibt es noch eine ganz andere Seite nach Dschibuti. Für die meisten Menschen scheint der Traum von Wohlstand unerreichbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Schätzungen sind 60 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in Dschibuti arbeitslos. Laut Angaben der&nbsp;<a href="http://www.worldbank.org/en/country/djibouti/overview" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weltbank</a>&nbsp;leben 23 Prozent der Bevölkerung gar in extremer Armut. Außerdem gilt das Land als ausgesprochen anfällig für Ernährungsunsicherheit, da es völlig auf Nahrungsmittelimporte angewiesen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der kleinen Stadt Tadjoura, etwa 40 km westlich von Obock, bildet sich jeden Morgen eine Schlange von Menschen, die ihre tägliche Ration an Baguettes abholen wollen. Das ist längst kein Einzelfall &#8211; Szenen wie diese gibt es im ganzen Land.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="kritik-an-wirtschaftsdiktatur">Kritik an &#8222;Wirtschaftsdiktatur&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Immer häufiger wird aber Kritik an der Regierungsführung laut. Viele Einheimische sprechen von einer &#8222;Wirtschaftsdiktatur&#8220;, die sich mit mächtigen Staaten arrangiert aber nichts gegen die Armut unternimmt. So wird China für seine Basis in Obock eine Miete von 20 Millionen US-Dollar pro Jahr leisten, die USA bezahlen für Camp Lemonnier bereits jetzt einen jährlichen Betrag von 60 Millionen US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Regierung kümmert sich nur darum, wie man den Reichtum des Landes verwertet&#8220;, meint ein Journalist aus Dschibuti, der wegen seiner kritischen Berichterstattung schon mehrmals verhaftet worden ist. &#8222;Sie schert sich nicht um freie Meinungsäußerung, Menschenrechte, Gerechtigkeit und die Chancengleichheit der Menschen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielen Bürgern fehlt es angesichts der wenigen Arbeitsplätze an Perspektiven &#8211; sie wollen ihrem Land den Rücken zukehren. &#8222;Ich kann hier nicht bleiben&#8220;, sagt der Marine-Ingenieur Mohammed, &#8222;meine drei Kinder werden keine Arbeit haben. Ich hoffe sehr, dass mein Bruder in den USA uns eine Green Card besorgen kann.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="die-zukunft-entscheidet-sich-in-athiopien">Die Zukunft entscheidet sich in Äthiopien</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Zwischenzeit gleiten ununterbrochen Schiffe in die Häfen von Dschibuti-Stadt. Riesige Kräne hieven die Container auf die wartenden LKWs. Im Ausbau der Infrastruktur liegt die ganze Hoffnung der kleinen Nation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dschibuti hat keine andere Wahl. Fast 90 Prozent der Fläche sind Ödland oder Wüste, Landwirtschaft und Industrie sind kaum entwickelt, es gibt wenig Mineralienvorkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wirtschaftliche Entwicklung hängt daher stark von jener in Äthiopien ab. Denn der große Nachbar ist und bleibt aufgrund des fehlenden Meereszugangs auf Dschibuti angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Äthiopiens Bevölkerung ist 100 mal so groß wie unsere, aber ihre Importe und Exporte betragen nur das Sechsfache von Dschibuti&#8220;, erklärt Aboubaker Omar, Geschäftsführer der Djibouti Ports &amp; Free Zones Authority (DPFZA). &#8222;Stellen Sie sich vor, was passiert, wenn eines Tages die Nachfrage in Äthiopien mit der Bevölkerungsgröße übereinstimmt.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Die Häfen von Dschibuti werden immer mehr zum Bindeglied zwischen Afrika und dem Nahen Osten. In den Ausbau der Infrastruktur werden Milliarden US-Dollar investiert. (Foto: James Jeffrey/IPS)</p>
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