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	<title>Ngala Killian Chimtom Archive | afrika.info</title>
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	<title>Ngala Killian Chimtom Archive | afrika.info</title>
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		<title>Kamerun: Buhlen um Auswanderer</title>
		<link>https://afrika.info/kamerun-buhlen-um-auswanderer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Sep 2017 12:39:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Ngala Killian Chimtom]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>"Sie sind zuhause herzlich willkommen", sagte Kameruns Premierminister Philemon Yang anläßlich der Eröffnung der Tagung 'Cameroon and its Diaspora: Working Together for the Nation’s Development' Ende Juni. Die Veranstaltung soll Kameruner im Ausland dazu motivieren, in ihrem Heimatland zu investieren.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Ngala Killian Chimtom | 28. September 2017</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yaoundé (IDN/afr). &#8222;Sie sind zuhause herzlich willkommen&#8220;, sagte Kameruns Premierminister Philemon Yang anläßlich der Eröffnung der Tagung &#8218;Cameroon and its Diaspora: Working Together for the Nation’s Development&#8216; Ende Juni. Die Veranstaltung soll Kameruner im Ausland dazu motivieren, in ihrem Heimatland zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit ihrer&nbsp;<a href="http://www.platform2035.com/index.php/cameroon-2035/cameroon-vision-2035" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vision 2035</a>&nbsp;verfolgt die kamerunische Regierung einen ergeizigen Plan: Bis zum Jahr 2035 soll der zentralafrikanische Staat zur Gruppe der Schwellenländer zählen. Damit dieses Ziel erreicht wird, will die Regierung das Wirtschaftswachstum beschleunigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings ist der Konjunkturmotor in den letzten Jahren ins Stottern geraten. Laut Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) verzeichnete Kamerun in den Jahren zwischen 2013 und 2015 ein Wirtschaftswachstum zwischen 5,5 und 5,9 Prozent. Der Kampf gegen die Terror-Gruppierung Boko Haram und die fallenden Ölpreise haben aber das Wachstum gebremst &#8211; für heuer rechnet der IWF nur noch mit einer Wachstumsrate von 3,7 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung wendet sich daher an die Diaspora, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Premierminister Yang forderte im Ausland lebende Kameruner auf, mit ihren &#8222;Innovationen, Ideen und Ressourcen zum Aufbau eines besseren Kamerun&#8220; beizutragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="vorschlage-aus-der-diaspora">Vorschläge aus der Diaspora</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der Diaspora-Tagung, die von 26. bis 30. Juni 2017 in der Hauptstadt Yaoundé stattfand, wurden 300 Vorschläge aus unterschiedlichen Sektoren wie Finanzwesen, Landwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion, Wasser, Energie und Bergbau diskutiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ich habe an der Tagung teilgenommen, um mein Projekt einer Diaspora-Bank vorzustellen&#8220;, erzählt Sama Mbang, Geschäftsführer der Plattform&nbsp;<a href="http://www.coalition-digitale.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Coalition Digitale</a>. Pro Jahr überweisen Afrikaner im Ausland etwa&nbsp;<a href="https://siteresources.worldbank.org/INTPROSPECTS/Resources/334934-1199807908806/4549025-1450455807487/Factbookpart1.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">70 Milliarden US-Dollar</a>&nbsp;in ihre afrikanischen Heimatländer. Mbang ist davon überzeugt, dass das Kapital mehr Wirkung entfalten würde, wenn es durch eine Bank transferiert werden würde. Auf diesem Weg könnte ein Investmentfonds für Entwicklung gebildet werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Mbang hätte ein solcher Investmentfonds den entscheidenden Vorteil, dass damit die lokale Wirtschaft gestützt werden könnte. Außerdem glaubt er, dass viele Menschen dauerhaft in ihre Heimatländer zurückkehren würden, wenn sie bei der Finanzierung ihrer wirtschaftlichen Vorhaben nicht auf Zusagen internationaler Banken angewiesen wären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Elektrotechniker Ernest Simo, der derzeit für die Raumfahrtbehörde NASA arbeitet, stellte Ideen für digitale Technologien vor, welche die Wirtschaftsdynamik in Kamerun verändern könnten. &#8222;Unsere Importprodukte wie Autos, Elektrogeräte und Smartphones sind alle von Menschen hergestellt&#8220;, sagt er, &#8222;aber unsere Exportprodukte wie Kakao, Kaffee, Baumwolle oder Holz sind gottgegeben. Wir sollten digitale Technologien nutzen, um uns von Konsumenten zu Produzenten zu verwandeln.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="viele-hurden-fur-unternehmer">Viele Hürden für Unternehmer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gegenwärtig herrscht in Kamerun aber ein eher ungünstiges Investitionsklima. Viele Kameruner aus der Diaspora sind mit ihren Plänen gescheitert. Der IT-Spezialist Killian Mayu, der nun in Nigeria arbeitet, berichtet von wenig ermutigenden Erfahrungen bei der Unternehmensgründung in Kamerun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es dauerte mehr als drei Monate und kostete etwa 2.000 US-Dollar, um ein IT-Dienstleistungsunternehmen zu gründen&#8220;, erzählt Mayu. &#8222;Wir hatten einen großen Kunden, der eine maßgeschneiderte Software benötigte. Acht Monate haben wir daran gearbeitet. Am Ende sagte uns der Kunde, dass wir die Auftragssumme nicht verdient hätten, weil wir zu jung seien.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mayu versuchte vor Gericht, das Geld einzuklagen. Bis heute sei es aber zu keinem Urteilsspruch gekommen. &#8222;Die einzige Möglichkeit für mich war, meine Taschen zu packen und etwas Neues zu starten&#8220;, so Mayu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das&nbsp;<a href="http://www.doingbusiness.org/data/exploreeconomies/cameroon" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ease-of-Doing-Business-Ranking</a>&nbsp;der Weltbank bestätigt Mayus Erfahrungen. Kamerun belegt dort derzeit nur Rang 166 von insgesamt 190 Staaten. Bemängelt werden in dem Index vor allem die bürokratischen Hindernisse bei der Unternehmensgründung und die hohen Steuersätze.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ruckkehrer-im-rampenlicht">Rückkehrer im Rampenlicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Miranda Oben, Initiatorin des Projekts&nbsp;<a href="https://www.thereturnees54.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Returnees</a>, ist Auswandern keine Option. Ihr Projekt will Afrikaner in aller Welt ermutigen, in ihre Heimatländer zurückzukehren, sich dort niederzulassen oder zumindest dort zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Unser Schwerpunkt ist, die Rückkehrer ins Rampenlicht zu rücken&#8220;, erklärt Oben. Vielen Afrikanern in der Diaspora würde es die Augen öffnen, wenn sie sehen, dass andere ihre Koffer packen und nach Hause zurückkehren. &#8222;Wenn wir diese Kameruner ins richtige Licht stellen, denken sich die anderen: Wow! Du bist nach Hause gegangen! Gibt es Herausforderungen? Natürlich gibt es diese. Ja, es gibt Stromausfälle! Ja, die Straßen sind schlecht! Ja, das Wetter ist heiß! Ja, es gibt Moskitos! Aber weißt du was? Zu Hause ist zu Hause. Ich liebe es, hier zu sein und jede Wolke ist ein Silberstreifen am Horizont.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einigkeit bestand bei allen Tagungsteilnehmern darüber, dass eine breite Palette von Maßnahmen ergriffen werden muss, um die Diaspora für ein Engagement in Kamerun zu interessieren. So plädierten die Teilnehmer etwa für die Schaffung eines eigenen Staatssekretariats für Diaspora-Angelegenheiten und eine verbesserte Vernetzung von Kamerunern in Ausland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das sind alles gute Empfehlungen&#8220;, meint Miranda Oben, &#8222;aber sie brauchen einen raschen politischen Entschluss, diese auch umzusetzen.&#8220; (IDN/afr)</p>



<pre class="wp-block-verse"><a href="http://www.indepthnews.net/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IDN</a>&nbsp;ist die Flaggschiff-Agentur des&nbsp;<a href="http://www.international-press-syndicate.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">International Press Syndicate</a></pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Das Projekt &#8222;The Returnees&#8220; rückt Erfolgsgeschichten von Rückkehrern ins Rampenlicht. (Foto: Ngala Killian Chimtom/IDN)</p>
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		<title>Botswana: Wachstumsmotor Landwirtschaft</title>
		<link>https://afrika.info/botswana-wachstumsmotor-landwirtschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Dec 2015 16:52:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Botswana]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ngala Killian Chimtom]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beauty Manake zeigt ihr strahlendstes Lächeln. Die 31-Jährige aus Botswana züchtet auf eigenen Farmen Gemüse und Vieh und leitet eine Beratungsfirma für Agrarunternehmer. Dabei hatte sie gar nicht geplant, Bäuerin zu werden. Ihr Optimismus wird von der UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA) geteilt, die den Agrarsektor als Wachstumsmotor des Kontinents sieht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Ngala Killian Chimtom | 23. Dezember 2015</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durban (IPS/afr). Beauty Manake zeigt ihr strahlendstes Lächeln. Die 31-Jährige aus Botswana züchtet auf eigenen Farmen Gemüse und Vieh und leitet eine Beratungsfirma für Agrarunternehmer. Dabei hatte sie gar nicht geplant, Bäuerin zu werden. Ihr Optimismus wird von der UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA) geteilt, die den Agrarsektor als Wachstumsmotor des Kontinents sieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2007 machte Beauty an der Universität von Botswana ihren Abschluss in Wirtschaftsinformatik und fand eine gut bezahlte Stelle als Systemtechnikerin. Doch nur zwei Jahre später kündigte sie, um Landwirtschaft zu betreiben. &#8222;Ich erkannte, dass meine Mutter vier Mal so viel verdiente wie ich, obwohl sie nicht einen Tag lang zur Schule gegangen war&#8220;, erzählt sie. &#8222;Warum also sollte ich weiter als Angestellte arbeiten, wenn ich auf einer Farm mein eigener Chef wäre und schnell eine Menge Geld verdienen könnte?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beauty zog im Jahr 2009 auf ein 35 Hektar großes Landgut, das acht Kilometer von ihrem Heimatdorf Bobonong im Zentrum von Botswana entfernt ist. &#8222;Ich baue das ganze Jahr über abwechselnd Tomaten, Paprika und Kohl an&#8220;, berichtet sie. Inzwischen besitzt sie auch mehr als 250 Obstbäume, von denen sie Mangos, Zitrusfrüchte, Pflaumen und Litschis erntet. Etwa 550 Kilometer von ihrer Kungo-Farm entfernt begann sie außerdem auf der 3.600 Hektar großen Farm &#8218;Pii Jena&#8216; Rinder zu züchten. Mittlerweile gehören ihr etwa 500 Stück Vieh.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="klimawandel-stellt-bauern-vor-grosse-herausforderungen">Klimawandel stellt Bauern vor große Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele andere Bauern in dem trockenen Land im südlichen Afrika ist sie allerdings mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert, die ihr oft genug einen Strich durch die Rechnung machen. &#8222;Jedes Jahr passiert etwas anderes. In diesem Jahr gab es keine Frostschäden, dafür haben wir gerade eine Hitzewelle erlebt&#8220;, sagte sie. &#8222;Alles wird mit einem Mal vernichtet, und keine Versicherung zahlt. Man muss immer wieder neue Pflanzen und Dünger kaufen. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass die Landwirtschaft ein Wachstumspotenzial hat. Wenn die Leute ständig essen, warum sollen wir dann nicht daran verdienen?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viel Profit sie aus den Farmbetrieben ziehen kann, will Beauty Manake nicht verraten. Immerhin bedauert sie es nicht, ihren Bürojob aufgegeben zu haben. &#8222;Im Agrarsektor steckt Geld&#8220; , meint sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das Wirtschaftsförderprogramm Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) sieht eine Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge und die Schaffung von Wertschöpfungsketten als realistischen Weg, der den Kontinent zu einer nachhaltigen Entwicklung führen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Agrarwirtschaft und die Agrarindustrie tragen mehr als 30 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt und erheblich zu den Exporteinnahmen bei&#8220;, sagt die NEPAD-Programmdirektorin Estherine Fotabong. Frauen produzierten einen großen Teil der Nahrung in Afrika, erklärt sie. Daher sei es notwendig, ihre Rechte soweit zu stärken, dass sie wirtschaftliche Chancen im Landwirtschaftssektor wahrnehmen könnten.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="agrarsektor-durch-mangelnde-infrastruktur-geschwacht"> Agrarsektor durch mangelnde Infrastruktur geschwächt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als großes Problem sieht die Expertin allerdings den Verlust von etwa 40 Prozent der in Afrika erzeugten Nahrungsmittel aufgrund der unzureichenden Infrastruktur. Daher fordert sie den Bau neuer Straßen, Lagerhäuser und Verarbeitungsanlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Überzeugung der UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA) wird die Fortsetzung des Wirtschaftswachstums in Afrika entscheidend vom Agrarsektor abhängen. In den vergangenen zehn Jahren ist das Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich fünf Prozent gewachsen. Wenn sich dieser Trend fortsetze, könnten sich die Wachstumsraten der afrikanischen Staaten nach Einschätzung von UNECA bis zum Jahr 2030 verdreifachen und bis 2050 sogar versiebenfachen. Damit würde selbst die Wirtschaftsleistung Asiens in den Schatten gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Argumente sprechen somit für eine Transformation des Kontinents, insbesondere im Landwirtschaftsbereich. UNECA sieht die Möglichkeit einer sofortigen Wertsteigerung durch eine rohstoffbasierte Industrialisierung, die Verbindungen zu anderen Wirtschaftsbranchen nutzt. Eine derartige Industrialisierung könnte demnach neue Arbeitsplätze schaffen und vielen Bewohnern ländlicher Gebiete einen Weg aus der Armut ermöglichen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> NEPAD-Managerin Estherine Fotabong (Mitte) begutachtet landwirtschaftliche Produkte auf der&nbsp;<a href="http://caadp.net/conference-women-agribusiness" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Conference for Women in Agribusiness</a>&nbsp;in Durban. (Foto: Ngala Killian Chimtom/IPS)</p>
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		<title>Hilfe für schrumpfenden Tschadsee</title>
		<link>https://afrika.info/hilfe-fuer-schrumpfenden-tschadsee/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Feb 2013 09:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn man sich dem Tschadsee von Gulfe, einem kleinen Ort im äußersten Norden Kameruns, aus nähert, bietet sich ein trostloses Bild: Heftige Winde fegen über Sanddünen, Pflanzen welken vor sich hin. Auf weiten Flächen mit karger Vegetation sind ab und zu ein verdorrter Baum und einige versengte Sträucher zu sehen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Ngala Killian Chimtom | 19. Februar 2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gulfe, Kamerun (IPS/afr). Wenn man sich dem Tschadsee von Gulfe, einem kleinen Ort im äußersten Norden Kameruns, aus nähert, bietet sich ein trostloses Bild: Heftige Winde fegen über Sanddünen, Pflanzen welken vor sich hin. Auf weiten Flächen mit karger Vegetation sind ab und zu ein verdorrter Baum und einige versengte Sträucher zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tschadsee, der an die Länder Tschad, Kamerun, Niger und Nigeria grenzt, erstreckte sich früher über eine Fläche von rund 25.000 Quadratkilometern. In den vergangenen 50 Jahren ist er jedoch um 90 Prozent geschrumpft. Seine Gesamtoberfläche beträgt nur 2.500 Quadratkilometer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Infolge des spärlichen Regens bringen Chari und Logone – die beiden größten Flüsse, die in den See münden – von Jahr zu Jahr weniger Wasser. Hirten, Fischer und Bauern, denen der nährstoffreiche Boden über Generationen die Existenz gesichert hatte, können inzwischen nur noch mit Mühe überleben. Der große See trocknet vor ihren Augen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Ufern des Sees holt Mahamat Aboubakar einen winzigen Katzenfisch aus seinem großen Netz. &#8222;Früher brauchte ich das Netz nur kurz auszuwerfen, um Tausende Fische aus dem Wasser zu ziehen. Heute dauert es dagegen einen ganzen Tag, bis ich einen bescheidenen Fang mache&#8220;, erzählt er. Mit den wenigen Fischen lassen sich umgerechnet höchstens zwei US-Dollar verdienen – einen weiteren Tagesverdienst hat Aboubakar nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als der See noch gesund und voller Leben war, verdiente der inzwischen 64-jährige Fischer bis zu 50 Dollar täglich. In Zukunft wird sein Fang wahrscheinlich noch kleiner ausfallen, was ihn weiter in die Armut treibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="eine-katastrophe">&#8222;Eine Katastrophe&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sanusi Imran Abdullahi spricht von einer &#8222;Katastrophe&#8220;. &#8222;Den Anwohnern, die in der Nähe des Sees wohnen, wird bereits ein hoher Tribut abverlangt&#8220;, sagt der Exekutivdirektor der regionalen Tschadsee-Kommission (LCBC), die von den Anrainerstaaten mit dem Ziel gegründet wurde, die Nutzung des Wassers und anderer natürlicher Rohstoffe des Tschadsees zu regeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Experten führen die Krise auf mehrere Faktoren zurück. &#8222;Wüstenbildung, der Klimawandel sowie die kontinuierliche Ableitung von Wasser der Zuflüsse sind als Ursachen zu sehen&#8220;, erklärt der Umweltwissenschaftler Paul Ghogomou von der Universität von Yaounde in Kamerun.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div><figcaption>Die Wasseroberfläche des Tschadsees ist seit den 1960er Jahren um 95 Prozent geschrumpft.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tschadsee bezieht sein Wasser laut Ghogomou zu 90 Prozent aus dem Chari-Fluss, der von seinem Nebenfluss Logone gespeist wird. Der Chari werde jedoch ständig für Bewässerungsprojekte in der Umgebung angezapft. Für die fortschreitende Austrocknung des Tschadsees macht der Experte aber auch den Bau von Staudämmen an den Flüssen Jama&#8217;are und Hadejia im Nordosten Nigerias verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdullahi zufolge bringt aber auch der zunehmende Wasserkonsum der Bevölkerung den See an seine Belastungsgrenze. &#8222;Vor 40 Jahren lebten nur etwa 17 Millionen Menschen im Umkreis des Sees. Inzwischen sind es dagegen etwa 30 Millionen. Die steigende Wassernachfrage der Bevölkerung, die zunehmende Zahl von Nutztieren und die hohe Verdunstung aufgrund des Klimawandels haben gemeinsam dazu geführt, dass sich der See immer weiter verkleinert&#8220;, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bauern und Fischer versuchen so gut es geht mit der Situation umzugehen und sich auf die bevorstehende Krise vorzubereiten. Ahmadou Bello, ein Fischer in Gulfe, ist inzwischen Farmer geworden und baut unter anderem Bohnen, Mais, Reis und Paprika ohne Einsatz von Dünger an. Der schrumpfende See habe sehr fruchtbares Land zurückgelassen, sagt Bello. Sollte sich der Tschadsee jedoch weiter zurückziehen, gäbe es für die Landwirtschaft keine Zukunft.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="wasser-aus-dem-obangui-zur-rettung-des-sees">Wasser aus dem Obangui zur Rettung des Sees</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um nachhaltige Lösungen für die Krise umzusetzen, haben die LCBC-Staaten Kamerun, Niger, Nigeria und die Zentralafrikanische Republik einen ehrgeizigen Plan entwickelt. Sie wollen den See mit dem Wasser des Obangui, eines Nebenflusses des Kongo-Stroms, speisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von Abdullahi beinhaltet das Projekt den Bau eines Rückhaltedamms in Palambo, das stromaufwärts hinter Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, liegt. Das Gebiet soll dann als Wassereinzugsgebiet dienen. Mit Hilfe von Pumpen soll das Wasser dann in den Fafa-Fluss strömen, einem Zufluss des Ouham, von wo es über einen Kanal in Kamerun in den Chari und später in den Tschadsee eingeleitet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Viel Wasser aus dem Kongo-Fluss endet im Meer. Wir nehmen einen Teil, um 30 Millionen Menschen zu retten, die den See zum Überleben brauchen&#8220;, erklärt Abdullahi. Das Projekt soll zudem die Stromversorgung verbessern und dafür sorgen, dass die Flüsse für den Warenverkehr vom Osten in den Westen Afrikas schiffbar sind. Außerdem ist geplant, die Bewässerung der Gebiete und die Agro-Industrie zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Programm ist also nicht nur dazu gedacht, Wasser in den Tschadsee zu leiten&#8220;, sagt er. Die Menschen im Kongo-Becken sollen außerdem die Chance erhalten, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten auszubauen. Allerdings drohen finanzielle Engpässe die Umsetzung des Projekts zu verzögern. Laut Abdullahi belaufen sich die Projektkosten auf stolze 14,5 Milliarden Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierungschefs der Staaten in der Region zeigen zwar politischen Willen zur Unterstützung des Vorhabens. LCBC sucht aber vor allem Hilfe von der internationalen Staatengemeinschaft. &#8222;Wir werden in diesem Jahr eine internationale Geberkonferenz einberufen und sehen, was wir bekommen können. Davon ausgehend werden wir überschlagen, was die Mitgliedsstaaten beitragen können.&#8220; Abdullahi rechnet damit, dass das Projekt größtenteils vom Privatsektor finanziert wird, sofern den Geldgebern garantiert werde, dass sich ihre Investitionen später auszahlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Einschätzung des kanadischen Unternehmens &#8222;CIMA International&#8220;, das im Zusammenhang mit dem Wasserleitungsprojekt Machbarkeitsstudien durchführte, könnte der Tschadsee bereits im Jahr 2025 vollständig verschwunden sein, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der Tschadsee &#8211; hier das Ufer bei Baga in Nigeria &#8211; ist in den letzten Jahren drastisch geschrumpft. Die Austrocknung des Sees treibt Fischer in die Armut. (Bild: Mustapha Muhammad/IPS)</p>
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