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	<title>Kinder Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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		<title>Wenn die Dürre die Kindheit raubt</title>
		<link>https://afrika.info/wenn-die-duerre-die-kindheit-raubt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 13:48:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Somalia]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Kibet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Norden Kenias zwingt eine anhaltende Dürre Familien zu existenziellen Entscheidungen: Wasser oder Schule, Überleben oder Zukunft. Besonders Kinder zahlen den höchsten Preis – mit Hunger, Bildungsabbrüchen und wachsender Unsicherheit.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Robert Kibet | 24. Februar 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mandera, Kenia (IPS/afr) – Jeden Morgen vor Sonnenaufgang macht sich die zehnjährige Amina Adan auf den Weg zu einer schwindenden Wasserstelle am Rande der Stadt Rhamu im Bezirk Mandera im Nordosten Kenias. Eigentlich sollte sie im Klassenzimmer sitzen. Stattdessen schleppt sie einen gelben Kanister, der fast so groß wie sie selbst ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Mutter, Fatuma Adan, beschreibt die Lage nüchtern. Es gehe längst nicht mehr um die Entscheidung zwischen Bildung und Hausarbeit, sondern zwischen Wasser und Überleben. &#8222;Wenn es kein Wasser gibt, gibt es auch keine Nahrung und keine Schule&#8220;, erklärt Fatuma. &#8222;Die Kinder müssen helfen, sonst schaffen wir es nicht durch den Tag.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aminas Alltag steht exemplarisch für eine sich zuspitzende Krise in Kenias ariden und semi-ariden Gebieten (ASALs). Dort droht die anhaltende Dürre die hart erkämpfte Fortschritte in Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit und Bildung – den Kernbereichen der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) – zunichtezumachen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-eine-durre-uberlastet-ganze-systeme">Eine Dürre überlastet ganze Systeme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der kenianischen <a href="https://ndma.go.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">National Drought Management Authority</a> (NDMA) befindet sich Mandera weiterhin in der Alarmphase. Die kurzen Regenfälle zwischen Oktober und Dezember 2025 erreichten lediglich 30 bis 60 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Wasserstellen sind versiegt, Weideland ist verdorrt, Viehbestände brechen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Landesweite Erhebungen zur Lebensmittel- und Ernährungssicherheit zeigen: Mehr als 2,15 Millionen Menschen in Kenias ASAL-Bezirken benötigen dringend humanitäre Hilfe. Über 800.000 Kinder im Alter von sechs bis 59 Monaten müssen wegen akuter Unterernährung behandelt werden. Im Bezirk Mandera steigen die Aufnahmen in ambulante Therapieprogramme, während Familien ihre Vorräte aufbrauchen und die Milchproduktion drastisch sinkt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Doch die Krise reicht weit über Kenia hinaus. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind am Horn von Afrika – in Kenia, Somalia und Äthiopien – fast 24 Millionen Menschen von akuter Wasserunsicherheit betroffen. UNICEF warnt, dass 2,7 Millionen Kinder in der Region aufgrund dürrebedingter Vertreibungen bereits nicht mehr zur Schule gehen; weitere vier Millionen sind gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;„&#8220;Diese Klimakatastrophen sind keine einmaligen Notfälle mehr&#8220;, sagt ein Bildungsbeauftragter des Bezirks Mandera. &#8222;Sie sind struktureller Natur und beeinflussen, wie – oder ob – Kinder wachsen, lernen und sich entwickeln.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-unterbrochene-bildung-verlorene-zukunft">Unterbrochene Bildung – verlorene Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Mandera spüren Schulen die Folgen unmittelbar. Lehrer*innen berichten von schrumpfenden Klassen, weil Familien auf der Suche nach Weideland und Wasser weiterziehen. Andere Kinder bleiben zurück, kämpfen jedoch mit Hunger und Erschöpfung – konzentriertes Lernen ist kaum möglich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdikadir Adan Alio, Bildungsbeamter in Mandera, bestätigt den starken Rückgang der Anwesenheit in besonders betroffenen Schulen. Mädchen seien überproportional betroffen, da sie traditionell für das Wasserholen und die Hausarbeit verantwortlich sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Entwicklungsexpert*innen gehen die Folgen weit über kurzfristige Lernrückstände hinaus. Unterbrochene Bildung schwächt das Humankapital, mindert langfristig wirtschaftliche Produktivität und reduziert die Fähigkeit von Gemeinschaften, sich an zukünftige Klimaschocks anzupassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn Kinder Jahr für Jahr die Schule versäumen, wird der Schaden generationsübergreifend“, warnt der Bildungsexperte Ali Abdi, der im Norden Kenias tätig ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-hunger-krankheit-gefahrdung">Hunger, Krankheit, Gefährdung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gesundheitsfachkräfte sprechen von einem gefährlichen Kreislauf aus Hunger, Krankheit und wachsender Verwundbarkeit. Wassermangel verschlechtert die hygienischen Bedingungen und erhöht das Risiko von Durchfallerkrankungen, die besonders für unterernährte Kinder lebensbedrohlich sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mobile Kliniken in abgelegenen Gebieten Mandera untersuchen Kinder auf Unterernährung, verteilen therapeutische Spezialnahrung und überweisen schwere Fälle an Stabilisierungszentren. Diese Angebote entstehen durch Kooperationen zwischen Bezirksregierungen und humanitären Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Früherkennung rettet Leben&#8220;, sagt ein Ernährungsspezialist in Mandera, &#8222;aber die Fallzahlen steigen weiter, und die Entfernungen, die die Familien zurücklegen müssen, werden immer größer.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Verlust ihrer Lebensgrundlagen greifen Familien zunehmend zu negativen Bewältigungsstrategien. Humanitäre Organisationen berichten von wachsendem Risiko für Kinderarbeit, Frühehen und geschlechtsspezifische Gewalt – insbesondere in abgelegenen Siedlungen mit schwachen sozialen Sicherungssystemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mädchen sind besonders gefährdet. Wenn Ressourcen knapp werden, wird ihre Bildung häufig zuerst eingeschränkt. &#8222;Die Dürre nimmt uns nicht nur Nahrung und Wasser&#8220;, sagt ein Gemeindevorsteher in Mandera. &#8222;Sie nimmt den Kindern auch ihre Sicherheit und Würde.&#8220;<br></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-was-hilft-integrierte-kindzentrierte-losungen">Was hilft: integrierte, kindzentrierte Lösungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der dramatischen Lage zeigen Erfahrungen aus Mandera und anderen ASAL-Bezirken, dass koordinierte Maßnahmen Kinder wirksam schützen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mobile Gesundheits- und Ernährungskliniken – unterstützt von Organisationen wie UNICEF und Save the Children – erreichen nomadische und vertriebene Familien. Sie verbinden Untersuchungen, Impfungen und Gesundheitsdienste für Mütter und reduzieren lange Anfahrtswege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geldtransferprogramme, die staatliche Stellen mit Partnern wie World Vision umsetzen, ermöglichen Haushalten, Ausgaben flexibel an ihren dringendsten Bedürfnissen auszurichten. Studien belegen, dass solche Transfers negative Bewältigungsstrategien deutlich verringern und den Schulbesuch auch in Krisenzeiten stabilisieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Investitionen in Wassertransporte, die Sanierung von Bohrlöchern und klimaresistente Wasserinfrastruktur verbessern zusätzlich die Versorgung in Dürregebieten. Zwar sind diese Maßnahmen kostenintensiv, doch Expert*innen sehen sie als entscheidend an, um wiederkehrende Notlagen langfristig zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gemeindebasierte Ansätze erweisen sich als wirksam: Geschulte Freiwillige führen Untersuchungen auf Haushaltsebene durch, identifizieren gefährdete Kinder frühzeitig und vermitteln Familien an Unterstützungsangebote.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Diese Maßnahmen sind am wirksamsten, wenn sie kombiniert werden&#8220;, sagt ein Manager eines humanitären Programms. &#8222;Gesundheit allein reicht nicht aus. Wasser, Nahrung, Einkommen und Schutz müssen Hand in Hand gehen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-zwischen-nothilfe-und-strukturellem-wandel">Zwischen Nothilfe und strukturellem Wandel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz lebensrettender Programme bleiben Lücken. Finanzierungszyklen sind häufig kurz, Maßnahmen reagieren eher auf akute Krisen, statt präventiv zu wirken. Lokale Behörden betonen, dass klimaresistente Lebensgrundlagen – etwa dürreresistente Landwirtschaft, Viehversicherungen und alternative Einkommensquellen – entscheidend seien, um den Kreislauf zu durchbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungsexpert*innen warnen: Ohne nachhaltige Investitionen wird die Dürre weiterhin Fortschritte bei mehreren SDGs untergraben und immer neue, langfristig teurere Notfallmaßnahmen erzwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Frage ist nicht, ob die Dürre zurückkehren wird&#8220;, sagt Eunice Koech, Klimaexpertin der <a href="https://igad.int/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Intergovernmental Authority on Development</a> (IGAD). &#8222;Die Frage ist, ob die Systeme stark genug sein werden, um Kinder zu schützen, wenn es soweit ist.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Rhamu bleibt Fatuma Adan nur Hoffnung. Sie wünscht sich, dass ihre Tochter bald wieder ganztags zur Schule gehen kann. &#8222;Ich möchte, dass Amina lernt&#8220;, sagt sie. &#8222;Aber zuerst müssen wir leben.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Wasserholen statt Schule heißt es für viele Kinder in den von Dürre betroffenen Gebieten in Kenia.(Foto: Charles Kariuki/IPS)</p>
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		<item>
		<title>12.000 Geburten: Eine Hebamme als Heldin</title>
		<link>https://afrika.info/12000-geburten-eine-hebamme-als-heldin-malawi/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Aug 2022 14:51:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Audrey Simango]]></category>
		<category><![CDATA[Charity Salima]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn die 63-jährige Charity Salima durch die Straßen von Lilongwe geht, rufen viele Mütter aufgeregt ihren Vornamen: “Charity! Charity!”. Die Frauen gehen mit ihren Babys auf die Hebamme zu und sagen: „Hier ist dein Enkelkind.“ </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Audrey Simango, Africa Renewal* | 10. August 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lilongwe (AR/afr). Wenn die 63-jährige Charity Salima durch die Straßen von Lilongwe geht, rufen viele Mütter aufgeregt ihren Vornamen: “Charity! Charity!”. Die Frauen gehen mit ihren Babys auf die Hebamme zu und sagen: „Hier ist dein Enkelkind.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Charity Salima ist solche offenen Zuneigungsbekundungen inzwischen gewohnt: Seit dem Jahr 2008 hat sie in der von ihr gegründeten Achikondi-Frauenklinik 12.000 Geburten begleitet &#8211; ohne dabei bislang einen einzigen Todesfall betrauert haben zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Achikondi-Frauenklinik befindet sich in der Area 23, einem ärmlichen Stadtteil im Südosten von Malawis Hauptstadt Lilongwe. Nach 26 Jahren im öffentlichen Gesundheitssektor in Malawi hat Salima 2008 die Entbindungsstation ins Leben gerufen. Der Name der Klinik ist Programm: Aus der malawischen Amtssprache Chichewa übersetzt heißt Achikondi auf Deutsch soviel wie Liebe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kostenfreie Entbindungsstation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Charity Salima ist selbst dreifache Mutter und hat drei Enkelkinder. Ihre Kraft für den herausfordernden Beruf schöpft sie aus der Freude, die sie bei den Geburten erlebt. „Wenn eine Frau in den Wehen zu uns kommt, bei uns entbindet und mit ihrem Wonneproppen nach Hause geht &#8211; dann macht mich das wirklich glücklich”, schildert Salima im Gespräch mit Africa Renewal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum sie die Klinik ausgerechnet in einem ärmlichen Stadtteil wie der Area 23 gegründet hat? “Es tat mir weh, wenn schwangere Frauen lange Wegstrecken zurücklegen mussten, um Geburtshilfe und Medikamente zu erhalten”, erklärt Salima. “Also dachte ich, dass diese Dienste näher zu den Menschen kommen müssten. Wie Sie wissen, können Wehen jederzeit einsetzen &#8211; nachts oder tagsüber.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Charity Salima ist es keine Seltenheit, dass Frauen auch spät in der Nacht an ihre Tür klopfen und um Hilfe bitten. Trotzdem sind die Leistungen der Achimondi-Frauenklinik kostenfrei. Die Patientinnen werden aber gebeten, eine freiwillige Spende zur Deckung der Strom- und Wasserrechnung zu leisten. Aus Geldmangel können die meisten Frauen dieser Bitte aber nicht nachkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Klinik am Laufen zu halten, ist Charity Salima auf Spenden angewiesen. Finanzielle Unterstützung kommt vor allem aus Schottland, etwa von der <a href="https://www.freedomfromfistula.org.uk/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Freedom from Fistula Foundation</a> in Perth und Student*innen des <a href="https://www.gwc.org.uk/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">George Watson’s College</a> in Edinburgh.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kampf gegen Kindersterblichkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kopfzerbrechen bereitet Charity Salima aber die hohe Kindersterblichkeit in Malawi. Laut UNICEF erleben 3,9 Prozent aller Kleinkinder ihren fünften Geburtstag nicht. Als Hauptursachen für die hohe Sterblichkeitsraten gelten Frühgeburten, Atemstillstand, fehlender Sauerstoffe, Traumata und bakterielle Infektionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Kinderleben könnten gerettet werden. Stanley Samusodza ist Experte für öffentliche Gesundheit und hat als Pfleger in vielen Ländern des südlichen Afrika gearbeitet. Für ihn ist die hohe Geburtensterblichkeit in Malawi auf einen “Cocktail von Faktoren” zurückzuführen, der u. a. aus der Unterfinanzierung öffentlicher Krankenhäuser, schwach ausgebildeten Hebammen und fehlenden bzw. zu späten Diagnosen bei Vorerkrankungen besteht. Im Gegenzug würden gut ausgestattete Privatkliniken bei Entbindungen hohe Gebühren veranschlagen, die sich die meisten Frauen einfach nicht leisten könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Charity Salima müssen gute Hebammen mehr können, als nur über ein Diplom zu verfügen. “Als Hebamme nutze ich meine Ohren zum Hören und meine Nase zum Riechen”, sagt sie. “Wenn eine Frau das Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht geboren hat, muss ich schnell den Grund dafür ermitteln können. Möglicherweise muss sie rasch in ein Krankenhaus. In der Arbeit als Hebamme gibt es kein Trial-and-Error.”</p>



<h2 class="wp-block-heading">Internationale Auszeichnungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Salima leistet auch viel Aufklärungsarbeit in traditionellen Gemeinschaften. So versucht sie Chiefs dafür zu sensibilisieren, dass Babys in Entbindungskliniken zur Welt gebracht werden und nicht zu Hause, wo in der Regel nur ungeschulte Geburtshelferinnen zur Verfügung stehen würden. Schwangeren Teenagern steht sie mit Rat und Tat zur Seite: “Ich sage jungen Mädchen, dass sie in jedem Fall mit der Schule weitermachen sollen.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für ihre bemerkenswerte Arbeit hat Salima viele Auszeichnungen erhalten. Im Jahr 2019 verlieh ihr die englische Königin Elizabeth II. den <a href="https://www.pointsoflight.gov.uk/malawis-florence-nightingale/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Commonwealth Point of Light</a>. Der Preis würdigt herausragende Persönlichkeiten, die in ihrer Gemeinde etwas zum Positiven verändern. 2020 wurde Salima vom malawischen Präsidenten Lazarus Chakwera für ihre Lebensleistung geehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit ihren 63 Jahren weiß Charity Salima aber, dass sie ihren Beruf als Hebamme nicht mehr ewig ausüben wird können. Es ist ihr deshalb ein großes Anliegen, ihre Nachfolge bald zu regeln. Deshalb kümmert sich derzeit um die Ausbildung junger Krankenschwestern &#8211; eine davon wird hoffentlich in ihre Fußstapfen treten. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Raphael Obonyo ist Politikanalyst und Journalist aus Kenia. Der englischsprachige Originalbeitrag ist im Juni 2023 in unserem Partnermagazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/july-2022/12-000-births-zero-deaths-malawians-celebrate-hero-midwife-charity-salima" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen erschienen.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> In Malawi ist die Kindersterblichkeit hoch &#8211; 3,9 Prozent der Kinder erleben ihren 5. Geburtstag nicht. (Foto: UNFPA/Africa Renewal)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kinderprostitution im Urlaubsparadies</title>
		<link>https://afrika.info/kinderprostitution-im-urlaubsparadies/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Dec 2016 15:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Diana Wanyonyi]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Prostitution]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als 15.000 Kinder verdienen an der kenianischen Südküste ihr Geld mit Prostitution. Viele werden von ihren Eltern dazu gewzungen. Zu den Kunden zählen vor allem Fischer aus Tansania, Bodaboda-Fahrer und Touristen. Tabus und Traditionen machen es Sozialarbeitern schwer, die sexuelle Ausbeutung zu bekämpfen und die Täter zu bestrafen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Diana Wanyonyi | 7. Dezember 2016</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kwale County (IPS/afr). Mehr als 15.000 Kinder verdienen an der kenianischen Südküste ihr Geld mit Prostitution. Viele werden von ihren Eltern dazu gewzungen. Zu den Kunden zählen vor allem Fischer aus Tansania, Bodaboda-Fahrer und Touristen. Tabus und Traditionen machen es Sozialarbeitern schwer, die sexuelle Ausbeutung zu bekämpfen und die Täter zu bestrafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein heißer Samstagmorgen im kleinen Ort Gazi &#8211; ca. 45 Kilometer Luftlinie südlich von Mombasa. Die 15-jährige Hafsa Juma (Name von der Redaktion geändert) sitzt in der sengenden Sonne. Mit einer langen Dera am Leib und dem Kopftuch Mtandio trägt sie die traditionellen Bekleidungsstücke der Swahili-Küste. Seit mehr als einer Woche leidet sie an Grippe mit heftigen Kopfschmerzen. Sie hofft, dass die Hitze gegen den Schüttelfrost hilft. Einen Arztbesuch kann sie sich nicht leisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hafsa ist eines von vielen Mädchen, die ihren Körper am Strand von Gazi verkaufen. Als älteste von drei Geschwistern ist sie für die Ernährung der Familie verantwortlich. Nachdem Hafsa die achtjährige Grundschule vor zwei Jahren abgeschlossen hat, begann sie sich zu prostituieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ein-halbes-kilo-fisch-und-ein-wenig-geld">Ein halbes Kilo Fisch und ein wenig Geld</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Meinen Eltern geht es nicht gut und deshalb gibt es bei uns zu Hause kaum etwas zu essen&#8220;, erklärt Hafsa. &#8222;Deshalb muss ich mich auf den Weg machen und nach etwas Nahrung Ausschau halten.&#8220; Jeden Abend um acht Uhr geht sie außer Haus und kommt erst am nächsten Tag zu Mittag zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ich habe jeden Abend einen Kunden&#8220;, erzählt sie und vermeidet dabei jeglichen Blickkontakt. &#8222;Wenn er auf meine Forderungen eingeht, bekomme ich 200 Schilling (1,80 Euro) und halbes Kilo Fisch.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hafsa berichtet, dass sie von ihren Eltern – insbesondere von ihrer Mutter – zur Prostitution gezwungen wurde. &#8222;Ich gehe jeden Tag an den Strand&#8220;, sagt die Teenagerin. &#8222;Wenn es gut läuft, verdiene ich in einem Monat 5.000 Kenianische Schilling (46 Euro) – dann habe ich kein Problem damit.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fischer-und-bodaboda-fahrer-als-kunden">Fischer und Bodaboda-Fahrer als Kunden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Gesprächs mit Hafsa nähert sich ein grünes Fischerboot. Am Strand tummeln sich bereits viele Frauen, Männer und Kinder mit ihren Körben, die auf den frischen Fang warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Kunden von Hafsa sind Fischer aus dem Nachbarland Tansania, die während des Monsuns einmal im Jahr nach Gazi reisen und dort zwischen Dezember und März etwa für drei Monate ihren Geschäften nachgehen. Nach dem Ende der Monsunzeit, kehren die tansanischen Fische nachhause zurück. Dann findet Hafsa ihre Kunden vor allem bei den Bodaboda-Fahrern, die auf ihren Motorrädern Passagiere transportieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wenn ich reisen will, steige ich einfach auf ein Motorrad&#8220;, sagt Hafsa. &#8222;Kurz vor dem Ziel stimmt der Bodaboda-Fahrer meistens Sex als Zahlungsmittel zu. Er gibt mir 100 Schilling dazu (90 Cent). Das Gleiche mache ich mit anderen Bodaboda-Fahrern auf dem Rückweg.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="kinder-ab-zwolf-jahren-stark-gefahrdet">Kinder ab zwölf Jahren stark gefährdet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Iddi Abdulrahman Juma ist stellvertretender Vorsitzender der &#8222;Gazi Beach Management Unit&#8220;. Er hat eine Ausbildung bei der NGO&nbsp;<a href="http://www.scope-kenya.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Strengthening Community Partnership and Empowerment</a>&nbsp;(SCOPE ) absolviert, die gegen die kommerzielle Ausbeutung von Kindern im Kwale County kämpft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Juma beschuldigt Eltern und Vormunde, Kinder anfällig für die Sexarbeit zu machen, indem sie diese zum Fischkauf an den Strand schicken. Vor allem die Altersgruppe zwischen zwölf und 17 Jahren ist besonders gefährdet, Opfer von sexueller Ausbeutung zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir haben gerade erlebt, wie zehn Kinder an den Strand gekommen sind&#8220;, sagt Juma. &#8222;Einige von ihnen waren bereits schwanger, und andere waren mit tödlichen Krankheiten infiziert.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="sex-mit-saufern">Sex mit Säufern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">20 Kilometer von Gazi entfernt fegt die 14-jährige Asumpta Pendo (Name von der Redaktion geändert) eine strohbedeckte Lehmhütte aus. Sie sagt, dass die Hütte ein Mangwe sei – ein Platz also, an dem der traditionelle Palmwein namens Mnazi verkauft wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Asumpta schläft oft mit den betrunkenen Gästen, um Essen auf den Tisch ihrer Familie zu bringen. Wie Hafsa wurde auch sie von ihrer Mutter zur Prostitution gezwungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ich bin in der siebten Klasse durchgefallen, weil meine Mutter nicht in der Lage war, mich zu erziehen&#8220;, beklagt Asumpta ihr Schicksal. &#8222;Wir leben in Armut, das Leben ist hart.&#8220; Asumpta erzählt von ihren Freiern, die hauptsächlich Trinker sind. &#8222;An einem Tag bekomme ich normalerweise ein oder zwei Kunden. Einige von ihnen verwenden Kondome, andere lehnen sie ab. In der Regel verdiene ich zwischen einem und zwölf Dollar pro Nacht.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich Asumpta weigert, zur Arbeit zu gehen, wird sie von ihrer Mutter geschlagen. &#8222;Ich mag nicht, was ich tue&#8220;, sagt sie traurig. &#8222;Aber ich werde dazu gezwungen, weil wir überleben müssen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="kampf-gegen-die-sexuelle-ausbeutung">Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine&nbsp;<a href="http://www.ecpat.org/wp-content/uploads/legacy/Global_Monitoring_Report-KENYA.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Untersuchung</a>&nbsp;des Netzwerks ECPAT aus dem Jahr 2007 legte offen, dass damals bereits 10.000 bis 15.000 Mädchen an der kenianischen Küste im Sextourismus arbeiteten. Um die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Kwale County zu beenden, kooperiert SCOPE mit der niederländischen Fraktion der Organisation&nbsp;<a href="https://www.terredeshommes.nl/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Terre des Hommes</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Emanuel Kahaso ist der Koordinator des gemeinsamen Projekts. Die Zahlen der ECPAT-Studie hätten sich mittlerweile sogar erhöht, meint er.&#8220;Wir haben herausgefunden, dass sich alleine an der kenianischen Südküste mehr als 15.000 Kinder Touristen prostituieren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drehscheiben der Kinderprostitution seien vor allem Diskotheken und Nachtclubs, meint Kahaso. Aber auch die Zunahme der Bodaboda-Fahrer habe etliche Mädchen zur Sexarbeit verleitet. &#8222;Wegen der Traditionen und den Tabus reden viele Eltern nicht mit ihren Kindern über Fortpflanzungsgesundheit&#8220;, sagt Kahaso weiter. &#8222;Einige Täter werden wegen der Tabuisierung nicht bestraft.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der rasch zunehmenden Anzahl an Kinderprostituierten wirkt der Kampf von SCOPE und Terre des Hommes fast aussichtlos. Doch die Sozialarbeiterin Saumu Ramwendo denkt nicht daran aufzugeben. Im Krankenhaus von Msambweni berät sie Mädchen in Gesundheitsfragen und im Kampf gegen sexuelle Ausbeutung. 360 Mädchen, die bereits Opfer von sexueller Ausbeutung geworden sind, und 500 Mädchen mit erhöhtem Risiko sind bislang hier betreut worden. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Am Strand von Gazi im Kwale County warten viele Menschen auf den Fang der Fischerboote. (Foto: Diana Wanyoni/IPS)</p>
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