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	<title>Kamerun Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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		<title>Entwaldung im Kongobecken schafft Armut</title>
		<link>https://afrika.info/entwaldung-im-kongobecken-schafft-armut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 May 2022 15:10:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Äquatorialguinea]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als wir unter dem Blätterdach des Regenwaldes im Kongobecken aufwuchsen, war der Wald mehr als nur unser Zuhause. Er war unser Spielplatz, unsere Apotheke, unser Lehrer, unser Therapeut. Mit seiner reichen Artenvielfalt war er eine Quelle der Lebensgrundlage. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Sylvie Djacbou Deugoue* | 25. Mai 2022</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yaoundé (IPS/afr). Als wir unter dem Blätterdach des Regenwaldes im Kongobecken aufwuchsen, war der Wald mehr als nur unser Zuhause. Er war unser Spielplatz, unsere Apotheke, unser Lehrer, unser Therapeut. Mit seiner reichen Artenvielfalt war er eine Quelle der Lebensgrundlage. Und er half, uns vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese massive Entwaldung des Kongobeckens hat zur Enteignung indigener und lokaler Gemeinschaften von ihrem angestammten Land geführt. Die Folge davon sind erhöhte Kohlenstoffemissionen, Migration, das Verschwinden von Kultur und Sprache der indigenen Gemeinschaften sowie ein Anstieg der extremen Armut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Regenwald im Kongobecken ist größer als der US-Bundesstaat Alaska und erstreckt sich über sechs zentralafrikanische Länder (DR Kongo, Republik Kongo, Kamerun, Äquatorialguinea, Gabun und Zentralafrikanische Republik). Nach Amazonien beheimatet das Kongobecken den zweitgrößten tropischen Regenwald der Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kürzlich hat der Weltklimarat den <a href="https://www.ipcc.ch/report/sixth-assessment-report-working-group-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">dritten Teil seines Sechsten Sachstandsbericht</a> veröffentlicht. . Der Bericht macht deutlich, dass noch viel zu tun ist, um die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen. Und der Wald im Kongobecken bildet in diesem Kampf eine der zentralen Frontlinien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weltklimarat warnt davor, dass das Klima zusammenbrechen wird, wenn nichts unternommen wird. Und: Dieses Szenario wird von einer Zunahme extremer Armut begleitet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umdenken der Regierungen gefordert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vom 7. bis 18. November wird die UN-Klimakonferenz (COP 27) in Scharm asch-Schaich in Ägypten stattfinden. Wir erwarten uns dabei mehr Taten und weniger leere Versprechungen von Afrikas Führer*innen. Wir erwarten uns außerdem, dass die Jugend das Kommando übernimmt, wenn es darum geht, ihre Regierungen zur Rechenschaft zu ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist wichtig, darüber nachzudenken, wie wir COP 27 dazu nutzen können, um die nationalen Regierungen – insbesondere jene des Kongobeckens – dazu zu bewegen, mit der gleichen Geschwindigkeit zu handeln, mit der sie ihre Zusagen zur Bewältigung der Klimakrise gemacht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn das derzeitige wirtschaftliche Entwicklungsmodell im Kongobecken basiert auf massiver Entwaldung: Immer mehr großflächigen Flächen werden für den industrielle Anbau von Palmöl und Kautschuk konzessioniert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pro Minute werden zehn Fußballfelder gerodet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verlust des Waldökosystems – und damit des geistigen und kulturellen Erbes der Gemeinschaft – ist unumkehrbar. Die tropischen Regenwälder des Kongobeckens werden vernichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auswirkungen sind nicht nur wirtschaftlicher Natur: Wenn Wälder abgeholzt werden, wird der darin gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid wieder in die Atmosphäre freigesetzt. Laut den jüngsten Daten von <a href="https://www.globalforestwatch.org/blog/data-and-research/global-tree-cover-loss-data-2021/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Global Forest Watch</a> gingen allein im letzten Jahr 3,75 Millionen Hektar unberührter Regenwald verloren. Pro Minute wurde eine Fläche von zehn Fußballfelder gerodet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kamerun zum Beispiel hat im Jahr 2021 mehr als 80.000 Hektar seiner Primärwälder verloren, das entspricht einer Verdoppelung im Vergleich zum Jahr 2019. In der Demokratischen Republik Kongo waren es letztes Jahr sogar fast eine halbe Million Hektar – um 29% mehr als im Jahr 2020. Die Rodungen passieren nur deshalb, dass sich ein kleiner Teil der egoistischen Eliten daran bereichern kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lebensgrundlage geht verloren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei diesem Tempo gibt es bald keine Möglichkeit mehr, den Waldverlust bis 2030 rückgängig zu machen, wie es die Staats- und Regierungschefs aus 141 Ländern auf dem letztjährigen UN-Klimakonferenz COP 26 in Glasgow versprochen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem gewährt Kamerun einem Unternehmen wie Camvert SA Steuerbefreiungen für die Umsetzung eines fast 60.000 Hektar großen Projekts zur Gewinnung von Palmöl. Dieses Projekt wird nicht nur zur Entwaldung, sondern auch zur Zerstörung der biologischen Vielfalt sowie zum Verlust der Lebensgrundlagen der Gemeinden führen. Damit werden die Menschen in extreme Armut geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Mitglied der Waldgemeinschaft erzählte mir: „Bevor diese Firma aktiv wurde, lebte ich vom Verkauf forstwirtschaftlicher Erzeugnisse – außer Holz. Auch im Krankheitsfall konnte ich im Wald natürliche Arzneimittel zur Behandlung finden. Jetzt gibt keinen Wald mehr, und wir sind uns selbst überlassen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lokale Bevölkerung hat nichts von den Deals</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die angeblichen Vorteile der Deals zwischen Regierungen und Unternehmen kommen nicht bei der lokalen Bevölkerung an. Sie werden selten beschäftigt, wenn diese Konzessionen erteilt werden. Meine Nachforschungen haben gezeigt, dass Arbeiter*innen für konzessionierte Gebiete aus anderen Regionen des Landes rekrutiert werden. Selbst wenn lokale Arbeiter*innen eingestellt werden, erhalten sie nur einen Hungerlohn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Industrieunternehmen prahlen oft damit, dass sie die Entwicklung durch den Bau von Straßen fördern. Dabei ist es aber wichtig zu beachten, dass diese Straßen hauptsächlich dazu dienen, Holz auf den Markt zu befördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Staaten im Kongobecken sind besonders anfällig: Laut <a href="https://www.worldbank.org/en/country/cameroon/overview#1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weltbank</a> ist Kamerun weit davon entfernt ist, eine substanzielle Verringerung der Armut zu erreichen. Die Corona-Pandemie hat die Situation noch weiter verschlimmert.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Demokratische Republik Kongo zeigte ein kürzlich erschienener Bericht, dass zwischen 2014 und 2020 mehr als zehn Millionen US-Dollar an Forstgebühren nicht an die Staatskasse gezahlt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwaldung befeuert den Klimawandel, und dieser wird die Armut weiter verschärfen. Der jüngste IPCC-Bericht schätzt, dass der Klimawandel allein im nächsten Jahrzehnt 32 bis 132 Millionen weitere Menschen in die extreme Armut treiben wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gesunde Wälder für ein gesundes Leben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, wir brauchen Entwicklung. Aber zu welchem Preis? Und wem soll diese Entwicklung zugute kommen? Der Schutz der Wälder ist eine Frage der Erhaltung der Lebensgrundlagen der lokalen Gemeinschaft und der Verringerung der Armut. Durch die Vergabe von immer mehr Forstkonzessionen an die Wirtschaft werden wir nicht reicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir brauchen alternative Entwicklungsmodelle, die das Wohlergehen indigener Gemeinschaften berücksichtigen und gesunde Wälder fördern. Die Nutzung der Weisheit und des Wissens der indigenen Bevölkerung schafft Chancen zur Entwicklung der Waldbewirtschaftung und sichert gleichzeitig das Land der Gemeinden. Dieser Weg trägt letztendlich auch dazu bei, die Klimaziele zu erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir eine nachhaltige Entwicklung und die Beseitigung der Armut im Kongobecken wollen, muss die Entwaldung wirksam gestoppt. Es braucht die Umsetzung einer Klimapolitik, die soziale Gerechtigkeit und eine Beteiligung der Gemeinschaften an der Entscheidungsfindung gewährleistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist an der Zeit, dass die verschiedenen politischen Akteure im Kongobecken mehr als ihre persönlichen wirtschaftlichen Interessen berücksichtigen. Sie müssen die langfristige Notwendigkeit – gesunde Wälder für ein gesundes Leben – stärker in Betracht ziehen. (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Sylvie Djacbou Deugoue ist Waldschützerin bei Greenpeace Africa.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der Sangha ist ein Nebenfluss des Kongo in der Republik Kongo. (Foto: Shutterstock.com)</p>
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		<title>Sterbender Tschadsee verschärft Krise</title>
		<link>https://afrika.info/sterbender-tschadsee-verschaerft-krise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Feb 2020 13:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
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		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
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		<category><![CDATA[Leon Usigbe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Tschadsee war einst das größte Süßwasserreservoir Afrikas und Lebensgrundlage für 30 Millionen Menschen. Seit den 1960er-Jahren ist seine Fläche als Folge von Übernutzung und Klimaerwärmung um 90 Prozent geschrumpft.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Leon Usigbe, Africa Renewal*&nbsp;| 13. Februar 2020</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abuja (AR/afr). Die 20-jährige Phoebe Musa erinnert sich gut an jenen Tag vor fünf Jahren, als Boko-Haram-Milizen ihr Dorf im Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias stürmten. Sie kamen mit Pferden, Motorrädern und Militärfahrzeugen, schossen auf die Menschen und zündeten Dutzende von Gehöften an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mitglieder der islamistischen Terrorgruppe entführten Phoebe Musa aus ihrem Haus, verbanden ihre Augen und zogen sie tief in den nahe gelegenen Sambisa-Wald. Dort blieb sie, bis sie Anfang des Jahres von nigerianischen Truppen gerettet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ich wurde mit drei Terroristen gewaltsam verheiratet und brachte drei Kinder zur Welt&#8220;, erzählte Musa im Interview mit &#8222;Africa Renewal&#8220;. Das Gespräch fand in Durumi, einem Lager für Binnenvertriebene in der Hauptstadt Abuja statt. Ihr jüngstes Kind trug Musa beim Interview auf dem Rücken. Ihre beiden älteren Kinder waren im Busch verhungert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte von Phoebe Musa ist ein Beispiel für die erschütternde humanitäre Lage im Tschadsee-Becken. Nach Angaben des Flüchtlingshochkommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) sind dort fast elf Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Dem UNHCR zufolge fehlt es Tausenden von Binnenvertriebenen am Notwendigsten: Angemessene Unterkünfte, Lebensmittel, Wasser und sanitäre Einrichtungen sind kaum vorhanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Aufgrund der weit verbreiteten Gewalt sind 10,7 Millionen Menschen in der gesamten Region des Tschadsees auf Soforthilfe angewiesen&#8220;, sagt die stellvertretende UN-Generalsekretärin Amina Mohammed. &#8222;Derzeit gelten 2,3 Millionen Menschen in der Region als Vertriebene. Über fünf Millionen Menschen haben Probleme, Zugang zu Nahrungsmitteln zu bekommen, um zu überleben. Eine halbe Million Kinder leiden unter schwerer akuter Unterernährung.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="wasserflache-um-90-prozent-geschrumpft">Wasserfläche um 90 Prozent geschrumpft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tschadsee war einst das größte Süßwasserreservoir Afrikas und Lebensgrundlage für 30 Millionen Menschen. Seit den 1960er-Jahren ist seine Fläche als Folge von Übernutzung und Klimaerwärmung um 90 Prozent geschrumpft.</p>





<p class="wp-block-paragraph">Der im Norden Zentralafrikas gelegene Binnensee grenzt an die vier Länder Tschad, Nigeria, Niger und Kamerun. Das Tschadsee-Becken, das fast acht Prozent des Kontinents umfasst, erstreckt sich jedoch über sieben Länder: Algerien, Libyen, Niger, Nigeria, Kamerun, Tschad und die Zentralafrikanische Republik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Kampf ums Überleben verschärften sich Konflikte zwischen Viehzüchtern und Bauern. Familien, die am See vor allem von Landwirtschaft, Fischerei und Viehzucht gelebt hatten, zogen auf der Suche nach Wasser in andere Gebiete.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="tschadsee-soll-wieder-aufgefullt-werden">Tschadsee soll wieder aufgefüllt werden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die betroffenen Länder führen den Kampf gegen das Elend auf drei Ebenen:</p>



<ol class="wp-block-list"><li>Eine multinationale Task Force, die sich aus Truppen aus Nigeria, Niger, Kamerun, dem Tschad und Benin zusammensetzt, führt Militärschläge gegen die Terroristen durch.</li><li>Die Regierungen setzen Maßnahmen, um den gewaltsamen Konflikt zwischen Hirten und Bauern um Wasser und Weideland zu beenden.</li><li>Ein ehrgeiziger und milliardenschwerer Plan will den Tschadsee wieder befüllen. Dazu soll Wasser aus dem Ubangi-Fluss, der in einer Entfernung von 2.400 Kilometern in der Demokratischen Republik Kongo fließt, umgeleitet werden. Die Initiative wird vom nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari angeführt und von den Mitgliedstaaten der&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschadseebecken-Kommission" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tschadseebecken-Kommission</a>&nbsp;unterstützt.</li></ol>



<h2 class="wp-block-heading" id="milliarden-hilfe-fur-die-region">Milliarden-Hilfe für die Region</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinten Nationen helfen laut Amina Mohammed in der Region vor allem mit humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Außerdem werden Maßnahmen zur Einhaltung der Menschenrechte, zur Stärkung von Justiz und Strafverfolgung sowie zur Prävention und Bekämpfung des Terrorismus gesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu braucht es viel Geld. In den letzten drei Jahren haben die Vereinten Nationen zwei internationale Geberkonferenzen veranstaltet. Im Februar 2017 wurden in Oslo 672 Millionen US-Dollar an Nothilfe zugesagt. Im September 2018 wurden in Berlin weitere 2,17 Milliarden US-Dollar beschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nationale Kommission für Flüchtlinge, Migranten und Binnenvertriebene in Nigeria ist der Ansicht, dass Vertriebene nur zwei dauerhafte Optionen haben: Entweder kehren sie nach Hause zurück, oder sie lassen sich woanders nieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im zuletzt genannten Fall müssen die Regierungen dafür Sorge tragen, dass sich die Vertriebenen in der Gesellschaft integrieren können. Daniel Soetan, nationaler Koordinator der &#8222;Goodwill Ambassadors of Nigeria&#8220;, verteilt mit seiner NGO Hilfsgüter an Binnenvertriebene. Im Gespräch mit “Africa Renewal” fordert er, dass diese Menschen &#8222;bei der Gründung eines Geschäfts oder einer Landwirtschaft unterstützt werden, damit sie für ihre Familien sorgen können.&#8220; (Ende)</p>



<pre class="wp-block-verse">*Der Autor arbeitet für unser Partnermagazin <a href="https://www.un.org/africarenewal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa Renewal</a> der Vereinten Nationen. Der englischsprachige Originalbeitrag ist in der Ausgabe <a href="https://www.un.org/africarenewal/magazine/issue/december-2019-march-2020" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dezember 2019-März 2020</a> erschienen.</pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Am Ufer des Tschadsees im Bundesstaat Borno im Norden von Nigeria (Foto:&nbsp;<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Some_small_part_of_Lake_Chad_borno_state.jpg">Sani Ahmad Usman</a>,&nbsp;<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-SA 4.0</a>)</p>
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		<title>Kamerun: Buhlen um Auswanderer</title>
		<link>https://afrika.info/kamerun-buhlen-um-auswanderer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Sep 2017 12:39:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Ngala Killian Chimtom]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>"Sie sind zuhause herzlich willkommen", sagte Kameruns Premierminister Philemon Yang anläßlich der Eröffnung der Tagung 'Cameroon and its Diaspora: Working Together for the Nation’s Development' Ende Juni. Die Veranstaltung soll Kameruner im Ausland dazu motivieren, in ihrem Heimatland zu investieren.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Ngala Killian Chimtom | 28. September 2017</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yaoundé (IDN/afr). &#8222;Sie sind zuhause herzlich willkommen&#8220;, sagte Kameruns Premierminister Philemon Yang anläßlich der Eröffnung der Tagung &#8218;Cameroon and its Diaspora: Working Together for the Nation’s Development&#8216; Ende Juni. Die Veranstaltung soll Kameruner im Ausland dazu motivieren, in ihrem Heimatland zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit ihrer&nbsp;<a href="http://www.platform2035.com/index.php/cameroon-2035/cameroon-vision-2035" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vision 2035</a>&nbsp;verfolgt die kamerunische Regierung einen ergeizigen Plan: Bis zum Jahr 2035 soll der zentralafrikanische Staat zur Gruppe der Schwellenländer zählen. Damit dieses Ziel erreicht wird, will die Regierung das Wirtschaftswachstum beschleunigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings ist der Konjunkturmotor in den letzten Jahren ins Stottern geraten. Laut Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) verzeichnete Kamerun in den Jahren zwischen 2013 und 2015 ein Wirtschaftswachstum zwischen 5,5 und 5,9 Prozent. Der Kampf gegen die Terror-Gruppierung Boko Haram und die fallenden Ölpreise haben aber das Wachstum gebremst &#8211; für heuer rechnet der IWF nur noch mit einer Wachstumsrate von 3,7 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung wendet sich daher an die Diaspora, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Premierminister Yang forderte im Ausland lebende Kameruner auf, mit ihren &#8222;Innovationen, Ideen und Ressourcen zum Aufbau eines besseren Kamerun&#8220; beizutragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="vorschlage-aus-der-diaspora">Vorschläge aus der Diaspora</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der Diaspora-Tagung, die von 26. bis 30. Juni 2017 in der Hauptstadt Yaoundé stattfand, wurden 300 Vorschläge aus unterschiedlichen Sektoren wie Finanzwesen, Landwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion, Wasser, Energie und Bergbau diskutiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ich habe an der Tagung teilgenommen, um mein Projekt einer Diaspora-Bank vorzustellen&#8220;, erzählt Sama Mbang, Geschäftsführer der Plattform&nbsp;<a href="http://www.coalition-digitale.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Coalition Digitale</a>. Pro Jahr überweisen Afrikaner im Ausland etwa&nbsp;<a href="https://siteresources.worldbank.org/INTPROSPECTS/Resources/334934-1199807908806/4549025-1450455807487/Factbookpart1.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">70 Milliarden US-Dollar</a>&nbsp;in ihre afrikanischen Heimatländer. Mbang ist davon überzeugt, dass das Kapital mehr Wirkung entfalten würde, wenn es durch eine Bank transferiert werden würde. Auf diesem Weg könnte ein Investmentfonds für Entwicklung gebildet werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Mbang hätte ein solcher Investmentfonds den entscheidenden Vorteil, dass damit die lokale Wirtschaft gestützt werden könnte. Außerdem glaubt er, dass viele Menschen dauerhaft in ihre Heimatländer zurückkehren würden, wenn sie bei der Finanzierung ihrer wirtschaftlichen Vorhaben nicht auf Zusagen internationaler Banken angewiesen wären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Elektrotechniker Ernest Simo, der derzeit für die Raumfahrtbehörde NASA arbeitet, stellte Ideen für digitale Technologien vor, welche die Wirtschaftsdynamik in Kamerun verändern könnten. &#8222;Unsere Importprodukte wie Autos, Elektrogeräte und Smartphones sind alle von Menschen hergestellt&#8220;, sagt er, &#8222;aber unsere Exportprodukte wie Kakao, Kaffee, Baumwolle oder Holz sind gottgegeben. Wir sollten digitale Technologien nutzen, um uns von Konsumenten zu Produzenten zu verwandeln.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="viele-hurden-fur-unternehmer">Viele Hürden für Unternehmer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gegenwärtig herrscht in Kamerun aber ein eher ungünstiges Investitionsklima. Viele Kameruner aus der Diaspora sind mit ihren Plänen gescheitert. Der IT-Spezialist Killian Mayu, der nun in Nigeria arbeitet, berichtet von wenig ermutigenden Erfahrungen bei der Unternehmensgründung in Kamerun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es dauerte mehr als drei Monate und kostete etwa 2.000 US-Dollar, um ein IT-Dienstleistungsunternehmen zu gründen&#8220;, erzählt Mayu. &#8222;Wir hatten einen großen Kunden, der eine maßgeschneiderte Software benötigte. Acht Monate haben wir daran gearbeitet. Am Ende sagte uns der Kunde, dass wir die Auftragssumme nicht verdient hätten, weil wir zu jung seien.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mayu versuchte vor Gericht, das Geld einzuklagen. Bis heute sei es aber zu keinem Urteilsspruch gekommen. &#8222;Die einzige Möglichkeit für mich war, meine Taschen zu packen und etwas Neues zu starten&#8220;, so Mayu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das&nbsp;<a href="http://www.doingbusiness.org/data/exploreeconomies/cameroon" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ease-of-Doing-Business-Ranking</a>&nbsp;der Weltbank bestätigt Mayus Erfahrungen. Kamerun belegt dort derzeit nur Rang 166 von insgesamt 190 Staaten. Bemängelt werden in dem Index vor allem die bürokratischen Hindernisse bei der Unternehmensgründung und die hohen Steuersätze.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ruckkehrer-im-rampenlicht">Rückkehrer im Rampenlicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Miranda Oben, Initiatorin des Projekts&nbsp;<a href="https://www.thereturnees54.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Returnees</a>, ist Auswandern keine Option. Ihr Projekt will Afrikaner in aller Welt ermutigen, in ihre Heimatländer zurückzukehren, sich dort niederzulassen oder zumindest dort zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Unser Schwerpunkt ist, die Rückkehrer ins Rampenlicht zu rücken&#8220;, erklärt Oben. Vielen Afrikanern in der Diaspora würde es die Augen öffnen, wenn sie sehen, dass andere ihre Koffer packen und nach Hause zurückkehren. &#8222;Wenn wir diese Kameruner ins richtige Licht stellen, denken sich die anderen: Wow! Du bist nach Hause gegangen! Gibt es Herausforderungen? Natürlich gibt es diese. Ja, es gibt Stromausfälle! Ja, die Straßen sind schlecht! Ja, das Wetter ist heiß! Ja, es gibt Moskitos! Aber weißt du was? Zu Hause ist zu Hause. Ich liebe es, hier zu sein und jede Wolke ist ein Silberstreifen am Horizont.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einigkeit bestand bei allen Tagungsteilnehmern darüber, dass eine breite Palette von Maßnahmen ergriffen werden muss, um die Diaspora für ein Engagement in Kamerun zu interessieren. So plädierten die Teilnehmer etwa für die Schaffung eines eigenen Staatssekretariats für Diaspora-Angelegenheiten und eine verbesserte Vernetzung von Kamerunern in Ausland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das sind alles gute Empfehlungen&#8220;, meint Miranda Oben, &#8222;aber sie brauchen einen raschen politischen Entschluss, diese auch umzusetzen.&#8220; (IDN/afr)</p>



<pre class="wp-block-verse"><a href="http://www.indepthnews.net/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IDN</a>&nbsp;ist die Flaggschiff-Agentur des&nbsp;<a href="http://www.international-press-syndicate.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">International Press Syndicate</a></pre>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Das Projekt &#8222;The Returnees&#8220; rückt Erfolgsgeschichten von Rückkehrern ins Rampenlicht. (Foto: Ngala Killian Chimtom/IDN)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/kamerun-buhlen-um-auswanderer/">Kamerun: Buhlen um Auswanderer</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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		<title>Ökodorf setzt auf Permakultur</title>
		<link>https://afrika.info/oekodorf-setzt-auf-permakultur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2015 17:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Kameruner Joshua Konkankoh hat eine Vision. Er will beweisen, dass nachhaltige Anbaumethoden sehr wohl für Ernährungssicherheit sorgen können. Mit diesem Ziel vor Augen gab er seine Arbeitsstelle bei der Regierung auf, wurde Bauer und gründete "Better World Cameroon". Die Initiative errichtete in Ndanifor das erste Ökodorf Kameruns.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Mbom Sixtus | 19. August 2015</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yaoundé (IPS/afr). Der Kameruner Joshua Konkankoh hat eine Vision. Er will beweisen, dass nachhaltige Anbaumethoden sehr wohl für Ernährungssicherheit sorgen können. Mit diesem Ziel vor Augen gab er seine Arbeitsstelle bei der Regierung auf, wurde Bauer und gründete <a href="http://betterworld-cameroon.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Better World Cameroon</a>. Die Initiative errichtete in Ndanifor das erste Ökodorf Kameruns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation entwickelt Landbewirtschaftungsstrategien auf lokaler Ebene, die sich auf indigenes Wissen stützen, um Nahrungsmittelkrisen und extreme Armut zu mildern. &#8218;Better World Cameroon&#8216; betreibt inzwischen auch das erste und einzige Ökodorf des zentralafrikanischen Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Ndanifor-Permakultur-Ökodorf in Bafut in der Nordwestregion werden die Böden biologisch gedüngt, indem dort stickstoffbindende Bäume mit Mischkulturen zusammengebracht werden. Sind die Bäume ausgewachsen, werden sie von der Mitte her ausgedünnt und die Blätter als Kompost verwendet. Wenn sich die Bäume erholt haben, wird die Prozedur in der folgenden Saison wiederholt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="vorbild-fur-kamerun-und-westafrika">Vorbild für Kamerun und Westafrika</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir bilden hier Jugendliche und Bauern auf dem Gebiet der Permakultur aus&#8220;, sagt Konkankoh. &#8222;Ich spreche von &#8218;Permakultur nach afrikanischer Art&#8216;, denn der Begriff wurde von Wissenschaftlern eingeführt. Wir aber passen das Konzept an unsere traditionellen Anbau- und Umweltschutzmethoden an.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ökodorf, das ein Vorbild für Kamerun und ganz Westafrika werden will, ist Mitglied im <a href="http://gen.ecovillage.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Global Ecovillage Network</a>. Permakultur ist ein Konzept, das ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit anstrebt, indem es neben nachhaltigen Anbaumethoden auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen auf naturnahe Kreisläufe abzielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die kamerunische Regierung auf Distanz zu der Initiative bleibt, ermuntern Dorfräte und traditionelle Dorfoberhäupter die Bevölkerung, das Projekt zu unterstützen. Sie halten es für ökologisch, sozial, ökonomisch und spirituell wertvoll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ich war während der UN-Weltdekade &#8222;Bildung für eine nachhaltige Entwicklung&#8220; aktiv auf diesem Gebiet&#8220;, erklärt Konkankoh. &#8222;Als wir untersuchten, warum viele Staaten die Millenniumsentwicklungsziele nicht erreichten, fanden wir heraus, dass Permakultur die richtige Lösung sein kann, um das Ziel der Nachhaltigkeit doch noch zu erreichen, insbesondere in Afrika. Wir folgten der Idee, global zu denken und lokal zu handeln.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die in dem Ökodorf betriebene Permakultur nutzt das begrenzte Ackerland maximal aus. Den Dorfbewohnern wird beigebracht, wie sie auf dem selben Grundstück mehr als eine Sorte anbauen und mit biologischem Dünger hohe Ernten erzielen können. Die Bauern werden dazu motiviert, durch eigene Arbeit Geld zu verdienen und Handel zu treiben statt um finanzielle Hilfen zu bitten. Sie sollen weder Mittelsmännern noch multinationalen Unternehmen ermöglichen, einen Teil der bäuerlichen Verdienste abzuzweigen. &#8222;Wir raten den Bauern, dadurch Nahrungssouveränität zu garantieren, dass sie das produzieren, was sie und ihre Nachbarn auch selbst konsumieren. Also keine &#8218;cash crops&#8216; wie Kakao oder Kaffee.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="neue-techniken-gegen-bodenerosion">Neue Techniken gegen Bodenerosion</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den Farmern wird vermittelt, wie wichtig die Herstellung von natürlichem Dünger ist und wie sie davon noch mehr profitieren, wenn sie ihn an andere Bauern verkaufen. Sie lernen außerdem, mittels innovativer Techniken die Bodenerosion zu begrenzen, Wasserressourcen zu verwalten, Windbrecher zu bauen und Zwischenfruchtbau zu betreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Konkankoh war es ein Fehler, Spiritualität in den Millenniumsentwicklungszielen zu übergehen. &#8222;Die Artenvielfalt wird bei uns dadurch geschützt, dass unser Glaube es uns verbietet, bestimmte Bäume zu fällen oder bestimmte Tiere zu töten, weil wir glauben, dass sie von Geistern geschützt werden&#8220;, sagt Konkankoh. &#8222;Wir wollen dieses Erbe bewahren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Projekt des Ökodorfs sieht vor, so genannte &#8222;spirituelle Wälder&#8220; mit 4.000 Arznei- und Obstbäumen anzulegen, um sogenannte CO2-Senken anzulegen. Fon Abumbi II, das traditionelle Oberhaupt des Dorfes Bafut, ist davon überzeugt, dass der ökologische Anbau von Obst, Gemüse und Arzneipflanzen der Gesundheit der lokalen Bevölkerung dienlich ist. Da viele Unternehmen auf der Welt medizinische Produkte auf natürlicher Pflanzenbasis herstellen, rechnet er damit, dass die Nachfrage nach den Erzeugnissen des Dorfes hoch sein wird und den Bewohnern künftig ein gutes Auskommen sichert.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="hauser-aus-lokal-produzierten-lehmziegeln">Häuser aus lokal produzierten Lehmziegeln</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Häuser in dem Ökodorf sind aus Lehmziegeln und Sandsäcken gebaut und die Dächer mit Gras bedeckt – alles Materialien, die am Ort vorhanden sind. Auch Öfen werden lokal aus Lehm hergestellt. Projektmanagerin Sonita Mbah Neh erklärt, dass diese Öfen die Auswirkungen des Klimawandels mildern, weil weniger Holz verbrannt wird. Die Frauen, die die Öfen herstellen, könnten zudem durch den Verkauf Einkünfte erwirtschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Lanci Abel, dem Bürgermeister der Gemeinde Bafut, versucht die Gemeinde, auch die Dorfbewohner dazu zu motivieren, sich der Permakultur zu widmen. &#8222;Wenn eine Idee neu ist, folgen ihr die Leute nur, wenn sie von den Behörden empfohlen wird&#8220;, sagt er. &#8222;Wir bemühen uns deshalb, die Menschen zu einer Rückkehr zu traditionellen Anbaumethoden zu bewegen, so wie es im Ökodorf vermittelt wird.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abel kritisiert, dass das kamerunische Agrarministerium zu Beginn der Pflanzzeit 2015 in der Südwestregion genetisch modifizierte Setzlinge verteilen ließ. Die Ernten seien mit Erträgen von etwa 30 Prozent äußerst mager geblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgeordnete verlangten auf einer Parlamentssitzung im Juni Rechenschaft von Agrarminister Essimi Menye. Julbert Konango von der Landwirtschaftskammer erklärte, die Saat gehe teils nicht auf, weil die Samen alt seien. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Agrarforschung in dem Land nicht ausreichend finanziert werde und auch zu wenige Agraringenieure zur Verfügung stünden. All dies zeige, dass Kamerun nicht ausreichend auf eine &#8218;Landwirtschaft der zweiten Generation&#8216; vorbereitet sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abel hingegen hält solche Missernten für vermeidbar, wenn die Bauern natürliches Saatgut und biologischen Dünger verwenden. Chemische Düngemittel würden überdies die Böden verseuchen. (afr/IPS)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ndanifor in Bafut im Nordwesten Kameruns &#8211; das Ökodorf will mit nachhaltiger und biologischer Landwirtschaft Ernährungssicherheit gewährleisten. (Foto: Mbom Sixtus/IPS)</p>
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		<title>Kamerun: Tourismus versinkt im Meer</title>
		<link>https://afrika.info/kamerun-tourismus-versinkt-im-meer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Aug 2014 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Monde Kingsley Nfor]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Pierre Zambo ist Manager eines Hotels in Kribi, einer Stadt in der kamerunischen Südregion am Golf von Guinea. Einst fanden sich in seinem Haus etwa 100 Gäste pro Woche ein. "Jetzt können wir schon froh sein, wenn 50 kommen", meint er. Die 50.000 Einwohner von Kribi leben von der Landwirtschaft, vom Fischfang und Tourismus.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Monde Kingsley Nfor | 6. August 2014</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kribi (IPS/afr). Pierre Zambo ist Manager eines Hotels in Kribi, einer Stadt in der kamerunischen Südregion am Golf von Guinea. Einst fanden sich in seinem Haus etwa 100 Gäste pro Woche ein. &#8222;Jetzt können wir schon froh sein, wenn 50 kommen&#8220;, meint er. Die 50.000 Einwohner von Kribi leben von der Landwirtschaft, vom Fischfang und Tourismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den örtlichen Sandstränden ist nicht mehr viel übrig geblieben. Das ansteigende Meer mit seinen immer höheren Wellen hat sich einen breiten Streifen geholt. Der schmale Rest ist matschig und verschmutzt und somit für die Touristen nicht mehr interessant. &#8222;Die wenigen Besucher, die noch kommen, sind Dschungeltouristen&#8220;, meint Zambo im IPS-Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Botaniker Emmanuel Founga betreibt ebenfalls ein Hotel am Ort. &#8222;Seit 1990 hat sich der erodierte Sandstreifen von 50 auf 100 Meter verbreitert. Der lokalen Bevölkerung geht dadurch eine wichtige Erwerbsquelle verloren, und viele Hotels, Bars und Restaurants mussten bereits schließen. Verschmutzt werden unsere Küstengebiete zudem durch den Müll aus dem Atlantik, den die Wellen mit sich bringen&#8220;, sagt er.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="probleme-durch-anstieg-des-meeres">Probleme durch Anstieg des Meeres</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Kribi ist ein gutes Beispiel für die Probleme, die durch den Meeresanstieg entstehen&#8220;, meint Tomothé Kagombet, Beamter im Ministerium für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung. Doch der Klimawandel macht nicht nur den Küstengebieten, sondern auch den übrigen Teilen des zentralafrikanischen Landes in Form von begrenzten und unregelmäßigen Niederschlägen, Pflanzenkrankheiten, Bodenerosion, hohen Temperaturen, Dürren und Überschwemmungen zu schaffen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die kamerunische Wirtschaft hängt von klimasensiblen Sektoren wie der Landwirtschaft ab, die 70 Prozent der Bevölkerung ernährt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kameruns Tourismusministerium führt derzeit ein Projekt der Welttourismusorganisation für nachhaltigen Tourismus und Armutsbekämpfung (ST-EP) durch. Doch sind die Maßnahmen zum Schutz der Strände und Wälder in Kribi und anderen Küstenstädten wie Douala und Limbe nur Tropfen auf dem heißen Stein. &#8222;Wir ermutigen die lokale Bevölkerung inzwischen dazu, andere Tourismusziele ins Auge zu fassen wie unsere von den Baka bewohnten Wälder&#8220;, meint Muhamadu Kombi, Beamter im kamerunischen Tourismusministerium.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="externe-mittel-fur-klimaanpassungsplan-gesucht">Externe Mittel für Klimaanpassungsplan gesucht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung hat zwar einen Nationalen Klimaanpassungsplan (PENACC) aufgestellt, doch fehlt es Kagombet zufolge an den Mitteln, ihn umzusetzen. &#8222;Wir sind auf Unterstützung der reichen Staaten angewiesen, um mechanische Lösungen wie Deiche und biologische Maßnahmen wie die Wiederaufforstung der Mangrovenwälder zu finanzieren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aktionsplan sieht auch vor, den Klimawandel zum Unterrichtsfach an den Schulen zu machen. Zudem enthält er Vorschläge für die Abfallwirtschaft des Landes sowie den Industrie- und den Transportsektor. Auch will Kamerun von REDD+ profitieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">REDD+ sieht Kompensationszahlungen für überprüfbare CO2-Emissionsreduzierungen durch Waldschutzmaßnahmen, nachhaltige Formen der Wald- und Landwirtschaft sowie durch die Verbesserung der Wirtschaftslage von Waldbewohnern vor. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der Strand von Kribi (Foto: Shutterstock.com)</p>
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		<title>China baut Tiefseehafen in Kamerun</title>
		<link>https://afrika.info/china-baut-tiefseehafen-in-kamerun/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Aug 2013 13:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsplätze]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Kribi]]></category>
		<category><![CDATA[Monde Kingsley Nfor]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Küstenstadt Kribi im Süden Kameruns entsteht derzeit ein riesiger Tiefseehafen. 85 Prozent der Baukosten für das 567 Millionen US-Dollar schwere Großprojekt, von dem die gesamte Region Zentralafrika profitieren wird, übernimmt China, den Rest der westafrikanische Staat. Einziger Wermutstropfen: Die Chancen auf Arbeitsplätze für lokale Fachkräfte sind gering.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Monde Kingsley Nfor&nbsp;| 13. August 2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yaoundé (IPS/afr). In der Küstenstadt Kribi im Süden Kameruns entsteht derzeit ein riesiger Tiefseehafen. 85 Prozent der Baukosten für das 567 Millionen US-Dollar schwere Großprojekt, von dem die gesamte Region Zentralafrika profitieren wird, übernimmt China, den Rest der westafrikanische Staat. Einziger Wermutstropfen: Die Chancen auf Arbeitsplätze für lokale Fachkräfte sind gering.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die chinesischen Investitionen in Infrastruktur und Technologien werden keine Arbeitsplätze für die Lokalbevölkerung mit sich bringen. Es fehlt an Fortbildungsprogrammen für unsere Ingenieure und Wissenschaftler&#8220;, meint dazu der Wirtschaftsanalyst Mengnjo Anselm Sahngeh. &#8222;Dabei wäre es so wichtig, Kamerunern die Möglichkeit zu geben, sich beruflich weiterzubilden.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Weltbank hatte in ihrem Wirtschafts-Update für Kamerun aus dem Jahr 2009 die Arbeitslosigkeit in Kamerun mit 30 Prozent angegeben. Vor allem junge Leute, die ihren Abschluss an den höheren Bildungseinrichtungen des Landes gemacht haben, stehen auf der Straße. Ein weiterer Bericht der internationalen Finanzorganiation von 2013 (&#8222;Reducing Poverty, Vulnerability, and Risks – Special Issue on Social Safety Nets&#8220;) bescheinigt Kamerun ein Wirtschaftswachstum von fünf Prozent. Dennoch ist die Armutsrate von 40 Prozent nicht zurückgegangen, sondern in einigen Gebieten sogar noch gestiegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Eine mangelhafte Infrastruktur, ein unternehmerfeindliches Umfeld und schwache Institutionen sind auch weiterhin Hindernisse für wirtschaftliche Aktivitäten. Es ist schwierig, die Wachstumsraten zu erzielen, die nötig wären, um die Armut nachhaltig zu bekämpfen&#8220;, heißt es in der Untersuchung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tiefseehafen beschäftigt derzeit 1.125 Menschen, davon 609 kamerunische Hilfskräfte. Wie Daline-Louise Nsomotto von der Koordinierungseinheit des Kribi-Seehafenprojekts im Ministerium für Wirtschaft, Planung und regionale Entwicklung, erläutert, wird der Tiefseehafen vor allem als Umschlagplatz für schwere Güter dienen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="hafen-fur-riesenschiffe">Hafen für Riesenschiffe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Großprojekt wird die Defizite des benachbarten Seehafens Douala kompensieren, der nur sechs bis sieben Meter tief ist und ausschließlich Schiffe mit einem Fassungsvolumen von bis zu 15.000 Tonnen abfertigen kann&#8220;, sagte Nsomotto. Nach seiner Fertigstellung kann der 16 bis 25 Meter tiefe Hafen Kribi bis zu 100.000 Tonnen schwere Frachtschiffe aufnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ferner entstehen in der kamerunischen Küstenstadt eine multifunktionale Anlegestelle mit 20 verschiedenen Terminals, ein Flughafen, ein Industriegebiet, ein Industriekomplex und ein Wohngebiet. &#8222;Es wird eine neue Stadt entstehen&#8220;, schwärmt Nsomotto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frank Guet ist ein örtlicher Geschäftsmann. Er berichtet, dass sich die im Dezember 2010 begonnenen Hafenausbauarbeiten positiv auf die Geschäfte in der Stadt ausgewirkt haben. &#8222;Es wurden neue Unternehmen gegründet und Arbeitsplätze geschaffen&#8220;, betont er. Allerdings seien die Land- und Immobilienpreise erheblich gestiegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nsomotto zufolge genießt die Arbeitsplatzbeschaffung für kamerunische Fachkräfte zwar höchste Priorität. Doch könnten die Fachschulen nicht das Wissen vermitteln, das für die kamerunischen Entwicklungsprojekte nötig wäre. &#8222;Die Regierung hat ein großes Interesse daran, dass kamerunische Ingenieure von dem Tiefseehafen profitieren. Deshalb ermutigen wir die wenigen jungen Ingenieure im Lande, sich von den beteiligten ausländischen Experten anwerben zu lassen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der UN-Organisation für industrielle Entwicklung rangiert Kamerun, was die Entwicklung von technischem Know-how angeht, auf einer Liste von 74 Entwicklungsländern auf dem 63. Platz. Sahngeh kritisiert in diesem Zusammenhang, dass viele Entwicklungsländer notwendige Entwicklungsschritte einfach überspringen und eine Industrialisierung im großen Stil betreiben, ohne für die wesentlichen Institutionen und Fachkräfte gesorgt zu haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="durch-braindrain-ausgezehrt">Durch Braindrain ausgezehrt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Meinung von David Esseck Sany, Direktor für berufliche Weiterbildung im Arbeitsministerium, leidet Kamerun wie die meisten afrikanischen Staaten unter der Emigration der klugen Köpfe. &#8222;Um die personellen Lücken zu schließen, drängen wir Firmen dazu, ihre Mitarbeiter selbst fortzubilden. Denn Kamerun hat nicht die Fachkräfte zu bieten, die für Großprojekte benötigt werden.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung habe viele höhere Bildungsinstitutionen angewiesen, Studenten zu Energie-, Wasser- und Agraringenieuren auszubilden. Auf diese Weise soll die Umsetzung des 30/70-Gesetzes gewährleistet werden, das vorsieht, die Arbeitsplätze in allen Industriezweigen möglichst zu 70 Prozent mit Kamerunern und zu 30 Prozent mit Ausländern zu besetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch könnte die Vermittlung von Wissen gerade in den chinesischen Großprojekten auf Hindernisse stoßen. &#8222;Es ist nicht einfach, mit Chinesen zusammenzuarbeiten, wenn man ihre Sprache nicht versteht&#8220;, erläutert Sany. &#8222;Doch inzwischen lernen viele Kameruner Chinesisch, um sich für eine Mitarbeit an chinesischen Projekten zu qualifizieren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn der Ausbau des Tiefseehafens weitgehend ohne kamerunische Fachkräfte stattfindet, betrachtet Sahngeh das Großprojekt als Segen für Kamerun und die gesamte Region. Keine Subregion könne ohne verlässliche Infrastrukturen prosperieren. Wie er berichtet, ist die erste von drei Projektphasen zu 60 Prozent abgeschlossen. Nach der Fertigstellung werde Kribi zur Drehscheibe der regionalen Wirtschafts- und Handelsaktivitäten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Der Seehafen, für Länder wie dem Tschad und der Zentralafrikanischen Republik das Tor zum Meer, wird Kamerun zu einem großen Industrialisierungsschub verhelfen und dessen Erzeugnisse wettbewerbsfähiger machen&#8220;, ist Sahngeh überzeugt. Allerdings müsse den Kamerunern parallel dazu das technische Know-how vermittelt werden, um sie für Jointventures mit ausländischen Firmen fit zu machen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Kribi Deep Seaport Project (Foto: Screenshot, YouTube)</p>
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		<title>Hilfe für schrumpfenden Tschadsee</title>
		<link>https://afrika.info/hilfe-fuer-schrumpfenden-tschadsee/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Feb 2013 09:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Niger]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Tschad]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralafrikanische Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Fischerei]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ngala Killian Chimtom]]></category>
		<category><![CDATA[Tschadsee]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn man sich dem Tschadsee von Gulfe, einem kleinen Ort im äußersten Norden Kameruns, aus nähert, bietet sich ein trostloses Bild: Heftige Winde fegen über Sanddünen, Pflanzen welken vor sich hin. Auf weiten Flächen mit karger Vegetation sind ab und zu ein verdorrter Baum und einige versengte Sträucher zu sehen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Ngala Killian Chimtom | 19. Februar 2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gulfe, Kamerun (IPS/afr). Wenn man sich dem Tschadsee von Gulfe, einem kleinen Ort im äußersten Norden Kameruns, aus nähert, bietet sich ein trostloses Bild: Heftige Winde fegen über Sanddünen, Pflanzen welken vor sich hin. Auf weiten Flächen mit karger Vegetation sind ab und zu ein verdorrter Baum und einige versengte Sträucher zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tschadsee, der an die Länder Tschad, Kamerun, Niger und Nigeria grenzt, erstreckte sich früher über eine Fläche von rund 25.000 Quadratkilometern. In den vergangenen 50 Jahren ist er jedoch um 90 Prozent geschrumpft. Seine Gesamtoberfläche beträgt nur 2.500 Quadratkilometer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Infolge des spärlichen Regens bringen Chari und Logone – die beiden größten Flüsse, die in den See münden – von Jahr zu Jahr weniger Wasser. Hirten, Fischer und Bauern, denen der nährstoffreiche Boden über Generationen die Existenz gesichert hatte, können inzwischen nur noch mit Mühe überleben. Der große See trocknet vor ihren Augen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Ufern des Sees holt Mahamat Aboubakar einen winzigen Katzenfisch aus seinem großen Netz. &#8222;Früher brauchte ich das Netz nur kurz auszuwerfen, um Tausende Fische aus dem Wasser zu ziehen. Heute dauert es dagegen einen ganzen Tag, bis ich einen bescheidenen Fang mache&#8220;, erzählt er. Mit den wenigen Fischen lassen sich umgerechnet höchstens zwei US-Dollar verdienen – einen weiteren Tagesverdienst hat Aboubakar nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als der See noch gesund und voller Leben war, verdiente der inzwischen 64-jährige Fischer bis zu 50 Dollar täglich. In Zukunft wird sein Fang wahrscheinlich noch kleiner ausfallen, was ihn weiter in die Armut treibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="eine-katastrophe">&#8222;Eine Katastrophe&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sanusi Imran Abdullahi spricht von einer &#8222;Katastrophe&#8220;. &#8222;Den Anwohnern, die in der Nähe des Sees wohnen, wird bereits ein hoher Tribut abverlangt&#8220;, sagt der Exekutivdirektor der regionalen Tschadsee-Kommission (LCBC), die von den Anrainerstaaten mit dem Ziel gegründet wurde, die Nutzung des Wassers und anderer natürlicher Rohstoffe des Tschadsees zu regeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Experten führen die Krise auf mehrere Faktoren zurück. &#8222;Wüstenbildung, der Klimawandel sowie die kontinuierliche Ableitung von Wasser der Zuflüsse sind als Ursachen zu sehen&#8220;, erklärt der Umweltwissenschaftler Paul Ghogomou von der Universität von Yaounde in Kamerun.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div><figcaption>Die Wasseroberfläche des Tschadsees ist seit den 1960er Jahren um 95 Prozent geschrumpft.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tschadsee bezieht sein Wasser laut Ghogomou zu 90 Prozent aus dem Chari-Fluss, der von seinem Nebenfluss Logone gespeist wird. Der Chari werde jedoch ständig für Bewässerungsprojekte in der Umgebung angezapft. Für die fortschreitende Austrocknung des Tschadsees macht der Experte aber auch den Bau von Staudämmen an den Flüssen Jama&#8217;are und Hadejia im Nordosten Nigerias verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdullahi zufolge bringt aber auch der zunehmende Wasserkonsum der Bevölkerung den See an seine Belastungsgrenze. &#8222;Vor 40 Jahren lebten nur etwa 17 Millionen Menschen im Umkreis des Sees. Inzwischen sind es dagegen etwa 30 Millionen. Die steigende Wassernachfrage der Bevölkerung, die zunehmende Zahl von Nutztieren und die hohe Verdunstung aufgrund des Klimawandels haben gemeinsam dazu geführt, dass sich der See immer weiter verkleinert&#8220;, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bauern und Fischer versuchen so gut es geht mit der Situation umzugehen und sich auf die bevorstehende Krise vorzubereiten. Ahmadou Bello, ein Fischer in Gulfe, ist inzwischen Farmer geworden und baut unter anderem Bohnen, Mais, Reis und Paprika ohne Einsatz von Dünger an. Der schrumpfende See habe sehr fruchtbares Land zurückgelassen, sagt Bello. Sollte sich der Tschadsee jedoch weiter zurückziehen, gäbe es für die Landwirtschaft keine Zukunft.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="wasser-aus-dem-obangui-zur-rettung-des-sees">Wasser aus dem Obangui zur Rettung des Sees</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um nachhaltige Lösungen für die Krise umzusetzen, haben die LCBC-Staaten Kamerun, Niger, Nigeria und die Zentralafrikanische Republik einen ehrgeizigen Plan entwickelt. Sie wollen den See mit dem Wasser des Obangui, eines Nebenflusses des Kongo-Stroms, speisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von Abdullahi beinhaltet das Projekt den Bau eines Rückhaltedamms in Palambo, das stromaufwärts hinter Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, liegt. Das Gebiet soll dann als Wassereinzugsgebiet dienen. Mit Hilfe von Pumpen soll das Wasser dann in den Fafa-Fluss strömen, einem Zufluss des Ouham, von wo es über einen Kanal in Kamerun in den Chari und später in den Tschadsee eingeleitet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Viel Wasser aus dem Kongo-Fluss endet im Meer. Wir nehmen einen Teil, um 30 Millionen Menschen zu retten, die den See zum Überleben brauchen&#8220;, erklärt Abdullahi. Das Projekt soll zudem die Stromversorgung verbessern und dafür sorgen, dass die Flüsse für den Warenverkehr vom Osten in den Westen Afrikas schiffbar sind. Außerdem ist geplant, die Bewässerung der Gebiete und die Agro-Industrie zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Programm ist also nicht nur dazu gedacht, Wasser in den Tschadsee zu leiten&#8220;, sagt er. Die Menschen im Kongo-Becken sollen außerdem die Chance erhalten, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten auszubauen. Allerdings drohen finanzielle Engpässe die Umsetzung des Projekts zu verzögern. Laut Abdullahi belaufen sich die Projektkosten auf stolze 14,5 Milliarden Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierungschefs der Staaten in der Region zeigen zwar politischen Willen zur Unterstützung des Vorhabens. LCBC sucht aber vor allem Hilfe von der internationalen Staatengemeinschaft. &#8222;Wir werden in diesem Jahr eine internationale Geberkonferenz einberufen und sehen, was wir bekommen können. Davon ausgehend werden wir überschlagen, was die Mitgliedsstaaten beitragen können.&#8220; Abdullahi rechnet damit, dass das Projekt größtenteils vom Privatsektor finanziert wird, sofern den Geldgebern garantiert werde, dass sich ihre Investitionen später auszahlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Einschätzung des kanadischen Unternehmens &#8222;CIMA International&#8220;, das im Zusammenhang mit dem Wasserleitungsprojekt Machbarkeitsstudien durchführte, könnte der Tschadsee bereits im Jahr 2025 vollständig verschwunden sein, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der Tschadsee &#8211; hier das Ufer bei Baga in Nigeria &#8211; ist in den letzten Jahren drastisch geschrumpft. Die Austrocknung des Sees treibt Fischer in die Armut. (Bild: Mustapha Muhammad/IPS)</p>
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		<title>Kamerun: Ehemann tot, Land weg</title>
		<link>https://afrika.info/kamerun-ehemann-tot-land-weg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Oct 2012 15:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Erbrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Land Grabbing]]></category>
		<category><![CDATA[Landraub]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ngala Kilian Chimtom]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Clarisse Kimbi kann von dem bisschen Land, das sie in der Ortschaft Kom in der kamerunischen Nordwestregion besitzt, kaum leben. Für die sechsfache Mutter ist es schwierig, ihre Kinder satt zu bekommen. Dabei ging es der Familie vor fünf Jahren noch recht gut. </p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von Ngala Killian Chimtom | 31. Oktober 2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yaoundé (IPS/afr). Clarisse Kimbi kann von dem bisschen Land, das sie in der Ortschaft Kom in der kamerunischen Nordwestregion besitzt, kaum leben. Für die sechsfache Mutter ist es schwierig, ihre Kinder satt zu bekommen. Dabei ging es der Familie vor fünf Jahren noch recht gut. Doch der Tod ihres Ehemannes veränderte die Situation gravierend. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Lebzeiten von Kimbis Mann verfügte die Familie über fünf Hektar Land.&nbsp;Die Erträge reichten nicht nur für den Nahrungsmitteleigenbedarf. Ein Teil ging in den Verkauf. In einem Land, in dem 40 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben, sind dies gute Voraussetzungen, um ein halbwegs sorgenfreies Leben zu führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch als Kimbis Mann verstarb, war es mit den guten Zeiten rasch vorbei. &#8222;Er war erst einen Tag unter der Erde, da rückte meine Schwiegerfamilie an und nahm sich das Land, das mein Mann und ich 27 Jahre bewirtschaftet hatten&#8220;, berichtet die Witwe. Wie viele Frauen ihres Landes ist sie ein Opfer des traditionellen Erbrechts, das Land ausschließlich den Männern zuspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Hinterbliebenen heißt es den Gürtel enger zu schnallen. Kimbi musste zwei ihrer Kinder aus der Schule nehmen, weil sie das Schulgeld nicht mehr zahlen konnte. Zwar hat Präsident Paul Biya 2004 per Dekret bestimmt, dass der Besuch der Grundschule kostenlos ist. Doch bis heute werden die Eltern zur Zahlungen der Schulgebühren angehalten, um die schlecht ausgestatteten Bildungseinrichtungen am Laufen zu halten.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="hauptproduzentinnen-ohne-land">Hauptproduzentinnen ohne Land</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Nationalen Statistikamts stellen Frauen in Kamerun 52 Prozent der 20 Millionen Menschen zählenden Bevölkerung. Und obwohl sie in dem zentralafrikanischen Land 80 Prozent des Nahrungsmittelbedarfs produzieren, besitzen sie laut dem Kamerunischen Netzwerk für Geschlechtergerechtigkeit gerade einmal zwei Prozent des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wenn wir von einer gerechten und gleichberechtigten Gesellschaft reden wollen, müssen wir dafür sorgen, dass mindestens 35 Prozent des Landes in Frauenhand gelangt&#8220;, meint Judith Awondo, die Koordinatorin der Organisation, im IPS-Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl das Landbesitzgesetz von 1974 Kamerunern den gleichberechtigten Zugang zu Land zusichert, sorgen Gewohnheitsrechte und traditionelle Praktiken dafür, dass Frauen leer ausgehen und in Armut versinken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Da Frauen der Zugang zu den produktiven Ressourcen versperrt ist, befinden sie sich in einer schwächeren Position, was Agrarproduktion und Wirtschaftswachstum, Ernährungssicherheit, Familieneinkommen und politische Mitsprache angeht&#8220;, erläutert Fon Nsoh, Koordinator der Kamerunischen Bewegung für das Recht auf Nahrung, einer lokalen Nichtregierungsorganisation. Eine Haushaltsumfrage von 2007 ergab, dass 52 Prozent der Kameruner, die in armen Haushalten leben, Frauen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem, Frauen und Gemeinschaften den Zugang zu Land zu sichern, wird durch die Landnahmen multinationaler Konzerne und durch die reichen Eliten im Lande erschwert. Ein Beispiel ist der Grand Grab des in New York ansässigen Unternehmens &#8218;Herakles-Farms&#8216; in Kameruns Süd-West-Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 7. November 2011 hatte der High Court des Bezirks Kupé-Muanenguba in der Süd-West-Region den Projektstopp verfügt. Dennoch macht das Unternehmen, das sich mit einem 99 Jahre laufenden Pachtvertrag über 73.000 Hektar Land gesichert hat, mit dem Anbau von Ölpalmen in der Region weiter. Die Vertragsbedingungen bezeichnet Nsoh als &#8222;skandalös&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das US-amerikanische Oakland-Institut und die internationale Umweltorganisation Greenpeace haben in einem Bericht gewarnt, dass sich das als Hotspot der Artenvielfalt bezeichnete und zwischen vier großen Schutzgebieten befindliche Areal negativ auf 45.000 Menschen auswirken könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umweltgruppen werfen Herakles Farms vor, trotz zweier einstweiliger Verfügungen und der fehlenden Zustimmung der Regierung und gegen den Widerstand der Anrainer mit dem Vorhaben weiterzumachen. &#8222;Es gibt tausende Menschen, die dort ihr Land verlieren könnten. Das gilt insbesondere für Bäuerinnen, die nicht Teil der Verhandlungen waren&#8220;, erläutert Nsoh, der mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren versucht, das Landbesitzgesetz von 1974 zu reformieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aktivisten-fordern-gesetzreform">Aktivisten fordern Gesetzreform</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Gesetz von 1974 ist obsolet. Es wurde vor 38 Jahren verabschiedet und wird den Gegebenheiten des modernen Lebens nicht mehr gerecht&#8220;, meint der Aktivist. Danach ist der Staat zu einem &#8222;rationalen&#8220; Umgang mit dem Land unter Berücksichtigung der nationalen Wirtschaftsinteressen berechtigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nsoh kritisiert, dass in dem Gesetz eine Mitsprache der betroffenen Gemeinschaften nicht vorgesehen ist. Er weist ferner darauf hin, dass es etliche Fälle gibt, in denen der Staat Land für Investitionszwecke konfisziert hat, ohne sich vorab mit den dort lebenden Menschen abgesprochen zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nsoh zufolge braucht Kamerun ein Gesetz, dass Gemeinden und Frauen bei Verhandlungen über Land einbezieht. &#8222;Außerdem müssen in den Landbesitzurkunden die Namen beider Eheleute eingetragen sein. Nur so lässt sich das patriarchalische Erbrechtssystem überwinden&#8220;, betont der Aktivist. Die zivilgesellschaftlichen Organisationen setzten sich zudem für eine Vereinfachung des langwierigen Prozesses der Ausstellung von Landtiteln ein. &#8222;Auch hier müssen wir das Gesetz überarbeiten und der ganzen Angelegenheit eine Gendernote gegeben.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang hat die Regierung nicht auf die Forderungen der Zivilgesellschaft reagiert. Dennoch ist Nsoh zuversichtlich, dass sie mitziehen wird. Im letzten Jahr hatte Staatschef Biya bei einer Veranstaltung in Ebolowa in Kameruns Südregion die Notwendigkeit betont, das Landbesitzgesetz zu überarbeiten. (Ende)</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="karte-kom-in-kamerun">Karte: Kom in Kamerun</h2>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Der Sohn von Olivier Forgha Koumbou bewässert die Ackerböden auf der Farm in Santa im Nordwesten von Kamerun. (Foto: Ngala Kilian Chimtom, IPS)</p>
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