<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	 xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" >

<channel>
	<title>Aids Archive | afrika.info</title>
	<atom:link href="https://afrika.info/schlagwort/aids/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link></link>
	<description>Changing Perceptions</description>
	<lastBuildDate>Mon, 10 Feb 2025 10:09:29 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://afrika.info/wp-content/uploads/2020/11/cropped-cropped-afrikainfo_logo_4c-32x32.png</url>
	<title>Aids Archive | afrika.info</title>
	<link></link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Kein US-Geld mehr: HIV-Notstand in Tansania</title>
		<link>https://afrika.info/hiv-notstand-in-tansania/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 09:57:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Aids]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[USAID]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://afrika.info/?p=4347</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Donald Trump die US-Auslandshilfen per Dekret eingefroren. In Tansania gibt es damit für HIV-Infizierte keine kostenfreien antiretroviralen Medikamente mehr. Die Folgen sind katastrophal.  </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/hiv-notstand-in-tansania/">Kein US-Geld mehr: HIV-Notstand in Tansania</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Kizito Makoye | 10. Februar 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bagamoyo (IPS/afr). Um 9:00 Uhr steht Mariam Msemwa in der Schlange vor der HIV/AIDS-Station des Bagamoyo District Hospitals an der Küste des Indischen Ozeans in Tansania. Die 19-jährige war schon viele Male hier gewesen, um sich ihre monatliche Dosis antiretroviraler Medikamente (ARV) abzuholen. Aber heute ist alles anders. Als sie an die Reihe kommt, teilt ihr die Krankenschwester mit: „Es gibt keine kostenlosen Medikamente mehr“, sagt sie. „Du musst dir diese ab sofort selbst kaufen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort ist für Mariam Msemwa ein Schock. Kaufen? Womit denn? Ihre Mutter ist Gemüseverkäuferin, sie können sich kaum die nächste Mahlzeit leisten. Die Medikamente sind bislang immer kostenlos gewesen und wurden im Rahmen eines von den USA finanzierten Programms bereitgestellt. Doch nun liegt dieses Programm auf Eis. „Ich weiß nicht, was ich tun soll“, sagt Msemwa verzweifelt. „Ohne dieses Medikament werde ich sterben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tansanias Kampf gegen HIV stützte sich jahrelang auf die Finanzierung durch den sogenannten “President’s Emergency Plan for AIDS Relief” (PEPFAR) &#8211; eine US-Initiative, die seit 2003 über 110 Milliarden US-Dollar für den weltweiten Kampf gegen HIV/AIDS investiert hat.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Donald Trumps ein präsidiales Dekret erlassen, das anordnete, US-Hilfen für 90 Tage einzufrieren. Ende letzter Woche kündigte Trump an, die US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) zu schließen. Damit fehlen in Tansania plötzlich 450 Millionen US-Dollar zur Finanzierung von antiretroviralen Medikamenten und die entsprechenden Begleitmaßnahmen für fast 1,2 Millionen Patient*innen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">HIV-Strategie bricht zusammen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Catherine Joachim, stellvertretende Direktorin der &#8222;Tanzania Commission for AIDS&#8220; (TACAIDS),&nbsp; telefoniert laufend mit besorgten Gesundheitskräften. „Das ist ein schwerer Schlag, der einen völligen Zusammenbruch unserer HIV-Maßnahmen einläutet“, sagt sie. „Fast zwei Jahrzehnte lang hat PEPFAR Menschen am Leben gehalten. Jetzt werden sie wahrscheinlich leiden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen sind unmittelbar. Im ganzen Land müssen Patient*innen abgewiesen werden. Kliniken, die früher kostenlose antiretrovirale Medikamente zur Verfügung gestellt hatten, haben jetzt keine mehr. Programme zur häuslichen Pflege werden eingestellt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Gestern kam eine Mutter zu mir“, sagt Abdallah Suleiman, der HIV-Infizierte bei der Behandlung der Krankheit berät und begleitet. „Sie bettelte um nur ein paar Tabletten für ihren Sohn, der seit seiner Geburt ARVs bekommen hat. Ich hatte nichts, was ich ihr geben konnte. Nichts.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ende der kostenlosen Versorgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist fast Mittag am geschäftigen Busbahnhof Mbezi in Dar es Salaam. Helena Mkwasi kocht Ugali. Doch das Geschäft mit dem Maisbrei läuft schleppend. Der Verdienst reicht gerade dafür, um Essen für ihre beiden Kinder zu besorgen. Aber Geld ist derzeit nicht ihre größte Sorge. „Jahrelang habe ich meine ARVs umsonst bekommen“, erzählt sie. „Jetzt sagen sie, das ist vorbei. Ich weiß nicht, wie ich das überleben soll.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Alter von 19 Jahren wurde bei Helena Mkwasi HIV diagnostiziert. An den Tag selbst erinnert sie sich kaum &#8211; nur daran, wie ihr Herz raste, als die Krankenschwester den Befund erklärte. Sie dachte, es sei ihr Todesurteil. Dann begann sie mit der antiretroviralen Therapie, und das Medikament wirkte. Ihr Gesundheitszustand besserte sich. Auch ihre Kinder kamen gesund zur Welt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ohne die Medizin werde ich wieder krank werden”, sagt Mkwasi und wirft einen Blick in den brodelnden Kochtopf. “Ich kann dann nicht mehr arbeiten. Was wird mit meinen Kindern passieren?“</p>



<h2 class="wp-block-heading">“Das ist eine Katastrophe”</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Antiretrovirale Medikamente verhindern, dass sich das HI-Virus im Körper vermehrt. Ohne diese Behandlung kann HIV zu AIDS fortschreiten, wodurch das Immunsystem schwer geschädigt wird und lebensbedrohliche Infektionen wie Tuberkulose oder Lungenentzündung verursacht werden. Gesundheitsexpert*innen warnen, dass es alleine in Tansania in den nächsten zwei Jahren mindestens 30.000 zusätzliche HIV-bedingte Todesfälle geben wird, wenn kein Ausweg aus der Krise gefunden wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deogratius Rutatwa, Geschäftsführer des “National Council of People Living With HIV and AIDS”, sitzt an seinem Schreibtisch und sichtet die Unzahl von Berichten über die sich verschlechternde Situation. Sein Telefon klingelt unentwegt. „Das ist eine Katastrophe“, sagt er und reibt sich die Schläfen. „Bei PEPFAR ging es nicht nur darum, Medikamente zu verteilen – das Programm finanzierte auch Bildung, Prävention und die Unterstützung der Gemeinschaft. Jetzt ist alles weg.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Posteingang wird mit verzweifelten Nachrichten von Gesundheitsorganisationen überflutet. „Was machen wir jetzt?“, fragen sie. Aber Rutatwa weiß darauf keine Antworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich wünschte, die Leute, die diese Entscheidungen treffen, könnten sehen, was hier passiert“, meint er. „Sie reden über Budgets und Richtlinien, aber vor Ort geht es um eine Mutter, die kilometerweit läuft, um ihr Kind testen zu lassen. Es geht um einen Teenager, der gerade erfahren hat, dass er positiv ist und Hilfe braucht. Es geht einfach darum, Menschen am Leben zu erhalten.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Leben oder sterben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mary Tarimo hat ihr Leben der Aufgabe verschrieben, HIV-Infizierten bei der Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten zu unterstützen. Als Hauspflegerin des Krankenhauses in Bagamoyo sieht sie tagtäglich nach den Patient*innen und stellt sicher, dass sie ihre Medikamente richtig einnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun muss sie hilflos zusehen, wie Menschen, deren Zustand jahrelang stabil gewesen war, einen Rückfall erleiden. „Es gibt eine Frau, die ich seit 2015 betreue“, erzählt Tarimo. „Sie hat nie eine Dosis ausgelassen. Aber jetzt hat sie aufgehört, ihre Medikamente einzunehmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frau ist Mutter von drei Kindern und verdient ihren Lebensunterhalt als Köchin. Vor wenigen Tagen kam sie weinend zu ihr: „Sie sagte: ‚Mama Tarimo, ich muss mich entscheiden, ob ich meine Kinder ernähren oder meine Medikamente kaufen soll‘“, erinnert sich Tarimo. „Wie reagiert man auf so eine Frage? Was für eine Entscheidung soll das sein?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Bagamoyo spielen sich derzeit viele Tragödien wie diese ab. Die Menschen kommen mit Fieber und Schweißausbrüchen ins Krankenhaus – die ersten Anzeichen opportunistischer Infektionen. Manche bleiben aber auch zuhause, weil sie sich ihre Behandlung schlicht nicht mehr leisten können.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tarimo schüttelt verzweifelt den Kopf. „Das Schlimmste daran? Wir haben Jahrzehnte damit verbracht, dieses Programm aufzubauen und den Menschen klarzumachen, dass HIV kein Todesurteil ist, wenn man die Behandlung durchhält. Und jetzt müssen wir ansehen, wie alles plötzlich auseinanderfällt.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auf der Suche nach Alternativen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der düsteren Aussichten weigert sich die TACAIDS-Mangerin Catherine Joachim einfach aufzugeben: „Wir sprechen mit anderen internationalen Partnern, privaten Geldgebern und unserer eigenen Regierung, um alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. Wir prüfen jede Möglichkeit. Die Menschen haben ein Recht auf Behandlung. Wir werden alles tun, um sicherzustellen, dass sie diese auch bekommen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gesundheitsministerium hat zugesagt, einen Teil seiner Mittel umzuverteilen, um die Verteilung der antiretroviralen Medikamente aufrechtzuerhalten. Doch das Gesundheitsbudget Tansanias reicht nicht aus, um die benötigten 260 US-Dollar pro Patient*in pro Jahr abzudecken.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Realität ist, dass wir diese Lücke ohne externe Unterstützung nicht schließen können“, räumt Deogratius Rutatwa vom “National Council of People Living With HIV and AIDS” ein. „Und das bedeutet, dass Menschen sterben werden.“ (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Ein Gesundheitsmitarbeiter in Bagamoyo klärt eine junge Frau über HIV/AIDS auf. (Foto: Kizito Shigela/IPS)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/hiv-notstand-in-tansania/">Kein US-Geld mehr: HIV-Notstand in Tansania</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		
	</item>
		<item>
		<title>Zwangssterilisation wegen HIV</title>
		<link>https://afrika.info/zwangssterilisation-wegen-hiv/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Feb 2016 15:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Aids]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Wambi Michael]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test.afrika.info/?p=888</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mayimuna Naomi* ist Mutter von drei Kindern und hätte gerne ein weiteres. Allerdings wurde ihr bei der letzten Geburt in einem Regierungskrankenhaus gegen ihren Willen die Gebärmutter entfernt. Mayimuna ist sich sicher, dass der Grund für den Eingriff ihre HIV-Infektion war. Eine Studie zeigt, dass sie kein Einzelfall ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/zwangssterilisation-wegen-hiv/">Zwangssterilisation wegen HIV</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Wambi Michael | 19. Februar 2016</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kampala (IPS/afr). Mayimuna Naomi* ist Mutter von drei Kindern und hätte gerne ein weiteres. Allerdings wurde ihr bei der letzten Geburt in einem Regierungskrankenhaus gegen ihren Willen die Gebärmutter entfernt. Mayimuna ist sich sicher, dass der Grund für den Eingriff ihre HIV-Infektion war. Eine Studie zeigt, dass sie kein Einzelfall ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Als ich 2007 schwanger wurde, bin ich zu einer Kontrolluntersuchung ins Krankenhaus gegangen&#8220;, erzählt Mayimuna. &#8222;Der Arzt fragte mich, warum ich überhaupt schwanger sei. Ich antwortete, dass ich gerne ein drittes Kind haben möchte. Der Arzt antwortete darauf bloß, dass wir HIV-Positive ihn verärgern und stören würden.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das, was dann passierte, wurde für Mayimuna zum Albtraum. Ihr Baby musste per Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden. Bei der Operation wurde ihre Gebärmutter entfernt, ohne dass sie darüber vor oder nach dem Eingriff informiert worden wäre. Im Anschluss versuchte sie zwei Jahre, wieder schwanger zu werden. Erfolglos. Bei einer Untersuchung klärte man sie auf, dass sie keine Gebärmutter mehr hat. &#8222;Ich war verletzt und gleichzeitig verwundert darüber, warum mir das nie jemand mitgeteilt hat oder mir eine Erklärung dafür gegeben hat.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mayimuni ist nur einer von 20 Fällen, die in einer&nbsp;<a href="http://www.icwea.org/wp-content/uploads/downloads/2015/11/ICWEA-Sexual-Reproductive-Health-Rights-Report-Uganda.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Untersuchung</a>&nbsp;(*.pdf) der&nbsp;<a href="http://www.icwea.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">International Community of Women living with HIV/AIDS Eastern Africa</a>&nbsp;(ICWEA) dokumentiert wurden. Für die Studie wurden 744 HIV-positive Frauen in neun Bezirken aus allen Verwaltungsregionen Ugandas befragt. Im Schnitt wurde also eine von 37 HIV-positiven Frauen unfreiwillig sterilisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die meisten Fälle haben sich während eines Kaiserschnitts in Regierungskrankenhäusern ereignet&#8220;, berichtet Dorothy Namutamba, Programmkoordinatorin bei der ICWEA. Laut Namutamba betrug das durchschnittliche Alter der Frauen 29 Jahre. In elf der 20 Fälle wurde der Eingriff ohne Zustimmung durchgeführt. In den restlichen neun Fällen wurden Frauen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu Sterilisation gedrängt. &#8222;Sie wurden einfach falsch informiert&#8220;, sagt Namutamba. &#8222;Man sagte ihnen etwa, dass die Sterilisation jederzeit wieder rückgängig gemacht werden kann oder einfach die beste Option für ihre Gesundheit wäre.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="frauen-leiden-an-den-folgen">Frauen leiden an den Folgen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vielen der Betroffenen haben unter dem Eingriff schwer zu leiden. Einige wurden von ihren Partnern verlassen, andere geschlagen – weil sie keine Kinder mehr bekommen konnten. &#8222;Frauen berichten auch von sozialer Isolation, weil sie glauben, nicht mehr in ihr Umfeld zu passen. Die Forderung der Männer nach weiteren Kindern hat einen großen Einfluss auf das soziale Wohlbefinden dieser Frauen&#8220;, erzählt Namutamba.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche der dokumentierten Sterilisationen hätten sich erst in jüngster Zeit ereignet, ergänzt Lillian Mworeko, Geschäftsführerin der ICWEA. Mworeko tritt für weitere Forschungen ein, um die Gründe für die Eingriffe genau zu erheben. &#8222;Unser Interesse galt bislang vor allem HIV-positiven Frauen. Aber wir haben im Rahmen unserer Untersuchung auch festgestellt, dass unfreiwillige Sterilisationen eine weitverbreitete Praxis sind, für die Gesundheitsmitarbeiter oft auch Gegenleistungen wie Geld erhalten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mworeko weist darauf hin, dass der medizinische Fortschritt längst dafür gesorgt hat, dass HIV-positive Frauen mit hoher Sicherheit HIV-negative Kinder zur Welt bringen können. Die ugandische Gesundheitspolitik würde aber diesen Entwicklungen hinterherhinken. &#8222;Wir können nicht mit Richtlinien weiterarbeiten, die beschlossen wurden, als es noch keine Behandlungsmöglichkeiten wie heute gab&#8220;, sagt Mworeko. &#8222;Solange das Krankenhauspersonal aber glaubt, dass eine HIV-positive Frau nur ein HIV-positives Kind zur Welt bringen kann, werden die Sterilisationen anhalten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es kommt aber auch vor, dass HIV-positive Frauen von ihrer Verwandtschaft zur Sterilisation gedrängt werden. Babirye Joy* war gerade 23 Jahre alt, als bei ihr im Jahr 2010 eine Eileitertrennung durchgeführt wurde. Sie erzählt, dass ein Arzt dabei mit ihrer Schwester gemeinsame Sache gemacht hätte: &#8222;Meine Schwester brachte mich kurz vor der Geburt meines Kindes zum Doktor. Dann sagte sie, dass er eine Sterilisation empfiehlt. Ich habe überhaupt keine Information über den Eingriff bekommen und hatte auch keine Gelegenheit, Fragen zu stellen. Später habe ich im Rahmen einer Untersuchung in einem Krankenhaus erfahren, dass meine Eileiter durchtrennt wurden. Das hat mir niemand gesagt und ich habe auch keine Einwilligung unterschrieben.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="bessere-ausbildung-fur-gesundheitskrafte-gefordert">Bessere Ausbildung für Gesundheitskräfte gefordert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Einwilligung sei aber für eine Sterilisation zwingend erforderlich, sagt Dr. John Baptist Wanyayi, Amtsarzt im Bezirk Mbale. Sein Bezirk ist einer von jenen, in denen die ICWEA-Studie durchgeführt wurde. Wanyayi vermutet auch medizinische Gründe für die Eingriffe. &#8222;In vielen Fällen entscheiden sich Ärzte zu einer Sterilisation, weil die nächste Schwangerschaft für die Frau gefährlich sein könnte. Der HIV-Status spielt hier eine ungeordnete Rolle.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wanyayi meint auch, dass Frauen im Rahmen einer Untersuchung oft ihre Zustimmung zu einer permanenten Empfängnisverhütung geben würden. Später würden sie diesen Schritt aber oft bereuen, wenn sie den Wunsch nach einem weiteren Kind verspüren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Patrick Tusiime, Amtsarzt im Bezirk Kabale, verurteilt die unfreiwillige Sterilisation als grobe Verletzung der Fortpflanzungsgesundheit von Frauen. Er sieht hier die Ausbildung von Gesundheitspersonal gefordert: &#8222;Viele der Eingriffe sind individuelle Taten. Wir brauchen mehr gut ausgebildete Hebammen. Denn wenn wir eine medizinische Hochschule besuchen, bekommen wir dort nicht erzählt, dass wir Leute gegen ihren Willen sterilisieren sollen.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph">*Namen durch die ICWEA geändert</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Rose Nakanjako war bereits vor der Geburt ihrer Kinder mit HIV infiziert. Durch moderne Behandlungsmethoden kann die Übertragung des Virus auf Kinder vermieden werden. (Foto: Wambi Michael/IPS)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/zwangssterilisation-wegen-hiv/">Zwangssterilisation wegen HIV</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		
	</item>
		<item>
		<title>HIV-Prävention versagt bei jungen Frauen</title>
		<link>https://afrika.info/hiv-praevention-versagt-bei-jungen-frauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2014 06:19:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Botswana]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Lesotho]]></category>
		<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Swasiland]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Aids]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Miriam Gathigah]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test.afrika.info/?p=932</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im südlichen und östlichen Afrika haben die jahrelangen Kampagnen gegen HIV/AIDS junge Frauen nicht vor einer Infektion mit dem Virus schützen können. "Die Prävention schlägt bei jungen Frauen fehl", bestätigt Lillian Mworeko von der Hilfsorganisation "International Community of Women Living with HIV in Eastern Africa" mit Sitz in Uganda.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/hiv-praevention-versagt-bei-jungen-frauen/">HIV-Prävention versagt bei jungen Frauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Miriam Gathigah | 14. November 2014</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nairobi (IPS/afr). Im südlichen und östlichen Afrika haben die jahrelangen Kampagnen gegen HIV/AIDS junge Frauen nicht vor einer Infektion mit dem Virus schützen können. &#8222;Die Prävention schlägt bei jungen Frauen fehl&#8220;, bestätigt Lillian Mworeko von der Hilfsorganisation &#8222;<a href="http://www.icwea.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">International Community of Women Living with HIV in Eastern Africa</a>&#8220; mit Sitz in Uganda.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Erkenntnissen von&nbsp;<a href="http://www.unaids.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UNAIDS</a>&nbsp;entfallen vier von zehn HIV-Neuinfektionen bei Frauen über 15 Jahre auf die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen. Auch die Tatsache, dass die Infektionsrate bei jungen Frauen doppelt bis dreifach so hoch ist wie bei gleichaltrigen Männern gibt Experten Anlass zur Sorge. Untersuchungen bestätigen außerdem, dass weniger als 20 Prozent aller jungen Frauen über ihren HIV-Status Bescheid wissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler führen die hohe HIV-Prävalenz bei Frauen auf die Ungleichbehandlung der Geschlechter und Gewalt gegen Frauen sowie auf einen begrenzten Zugang zu Gesundheitsversorgungsdiensten, zu Bildung und zum Arbeitsmarkt zurück. Außerdem werden Teenager, was ihre sexuelle Aufklärung und die Verfügbarkeit von Kondomen angeht, weitgehend allein gelassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Milly Muchai, eine Spezialistin für Reproduktionsmedizin, warnt, sind Teenager auch deshalb besonders anfällig für eine HIV-Infektion, weil sie sich leichter Verletzungen im Genitalbereich zuziehen als ältere Frauen. Das Risiko einer Ansteckung steige zudem weiter an, wenn die männlichen Geschlechtspartner älter als 20 Jahre seien. Denn mit zunehmendem Alter erhöhe sich bei ihnen die Wahrscheinlichkeit, das Virus in sich zu tragen. Aus dem &#8222;Kenya AIDS Indicator Survey 2012&#8220; geht hervor, dass die HIV-Prävalenz bei Männern unter 24 Jahren gleichbleibend niedrig ist und sich erst danach deutlich erhöht.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fruhe-infektionsgefahr">Frühe Infektionsgefahr</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wegen großer Altersunterschiede zwischen den Geschlechtspartnern infizieren sich Muchai zufolge Frauen in Ostafrika mit dem HI-Virus fünf bis sieben Jahre früher als Männer. Ursachen seien häufig wechselnde Sexualpartnerschaften und ein Verzicht auf Kondome. Frauen, die von ihren Sexualpartnern Geld oder Geschenke annähmen, seien meist nicht in der Lage, die Verwendung von Kondomen einzufordern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Swasiland, Lesotho und Botswana ist die Lage ähnlich. Laut UNAIDS tragen mehr als zehn Prozent der Frauen zwischen 15 und 24 Jahren das Virus in sich. Gang Sun, UNAIDS-Landesdirektor in Botswana, führt den hohen Anteil von HIV-Infektionen bei Mädchen und Frauen trotz der bemerkenswerten Fortschritte bei der Verringerung der Neuansteckungen und Behandlung zu einem Großteil auf die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die HIV-Infektionen bei Frauen zwischen 20 und 24 Jahren liegen demnach in dem Land mit 15 Prozent etwa drei Mal so hoch wie die bei den Männern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Mary Pat Kieffer von der &#8222;<a href="http://www.pedaids.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Elizabeth Glaser Paediatric AIDS Foundation</a>&#8220; in Malawi berichtet, steigt die Ansteckungsgefahr für Teenager mit zunehmendem Alter. In Swasiland liegt die HIV-Prävalenz bei 15- bis 17-jährigen Mädchen bei sechs Prozent und steigt auf 43 Prozent an, wenn sie 24 Jahre alt sind. Kieffer macht dafür Armut, mangelnde Sekundarbildung, fehlende Arbeitsplätze und Vergewaltigungen sowie Gewalt von Seiten männlicher Sexualpartner verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mworeki kritisiert, dass es für junge Menschen in der Übergangszeit zwischen Kindheit und Erwachsenenalter keine Reproduktions- und Familienplanungsangebote gibt. &#8222;Auf diese Altersgruppe zugeschnittene Präventions- und Behandlungsangebote fehlen&#8220;, warnt sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aufklarungsunterricht-unzureichend">Aufklärungsunterricht unzureichend</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der UNAIDS-Mitarbeiter Paska Kinuthia arbeitet in Südafrika mit Jugendlichen zusammen. Seiner Meinung nach muss der Aufklärungsunterricht an allen afrikanischen Schulen verbessert werden. &#8222;Durchschnittlich wissen 41 Prozent der jungen Männer und 33 Prozent der Frauen über HIV/AIDS Bescheid&#8220;, erklärt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Experten sind sich darin einig, dass es eine Vielzahl von Problemen gibt, die gelöst werden müssen. So raten sie dazu, restriktive Bestimmungen abzuschaffen, die jungen Menschen den Zugang zu Beratungsstellen und Familienplanungsmethoden versperren. Sun ist der Meinung, dass die Förderung der Geschlechtergerechtigkeit und Jobangebote für junge Leute zur Lösung des Problems beitragen können. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern gilt als einer der Hauptgründe, warum die HIV-Prävention bei jungen Frauen im südlichen und östlichen Afrika fehlschlägt. (Foto: Mercedes Sayagues/IPS).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/hiv-praevention-versagt-bei-jungen-frauen/">HIV-Prävention versagt bei jungen Frauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		
	</item>
		<item>
		<title>HIV den Garaus machen</title>
		<link>https://afrika.info/hiv-den-garaus-machen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Oct 2014 06:38:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Aids]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Miriam Gathigah]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test.afrika.info/?p=938</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nachdem AIDS in den vergangenen drei Jahrzehnten Millionen Afrikaner getötet hat, sind Gesundheitsexperten inzwischen überzeugt, die Formel gefunden zu haben, um die Immunschwächekrankheit in den kommenden 15 Jahren zu besiegen. Die magische Zahlenkombination lautet 90-90-90.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/hiv-den-garaus-machen/">HIV den Garaus machen</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Miriam Gathigah | 22. Oktober 2014</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nairobi (IPS/afr). Nachdem AIDS in den vergangenen drei Jahrzehnten Millionen Afrikaner getötet hat, sind Gesundheitsexperten inzwischen überzeugt, die Formel gefunden zu haben, um die Immunschwächekrankheit in den kommenden 15 Jahren zu besiegen. Die magische Zahlenkombination lautet 90-90-90.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bis 2020 anvisierten Behandlungsziele sehen vor, dass 90 Prozent aller Virusträger diagnostiziert werden. 90 Prozent der Patienten, bei denen die Diagnose gestellt wurde, sollen antiretrovirale Medikamente erhalten. Und bei 90 Prozent der behandelten Patienten soll die Viruslast im Blut auf Dauer unterdrückt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ehrgeizige Plan, den das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zur Reduzierung von HIV/AIDS (<a href="http://www.unaids.org/en/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UNAIDS</a>) bereits im Sommer vorgestellt hat, soll bis 2020 die Verbreitung von HIV bremsen und die Epidemie bis 2030 beenden.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="therapie-verringert-risiko-fur-neuansteckungen">Therapie verringert Risiko für Neuansteckungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Klinische Studien haben gezeigt, dass die Behandlung von HIV-Infektionen genauso wirksam ist wie Prävention. Denn wenn Infizierte einer antiretroviralen Therapie (ART) unterzogen werden, vermindert sich dadurch das Risiko neuer Ansteckungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Experten wie Lucy Matu von der&nbsp;<a href="http://www.pedaids.org/countries/kenya" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Elizabeth Glaser Pediatric AIDS Foundation</a>&nbsp;halten die Ziele für erreichbar. In dem Land seien 72 Prozent der geschätzten Virusträger getestet worden. 76 Prozent der etwa 880.000 Erwachsenen und Kinder, bei denen HIV festgestellt wurde, hatten bis April 2014 eine ART-Behandlung erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kenia wird sich dem 90-90-90-Ziel annähern, da es die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO von 2013 umsetzt. Die WHO hat die CD4-Schwelle für die Aufnahme der Therapie bei Erwachsenen und Jugendlichen von 350 auf 500 T-Helfer-Zellen pro Mikroliter Blut erhöht, nachdem sich gezeigt hat, dass eine frühzeitigere Aufnahme der ART den Infizierten ein längeres und gesünderes Leben ermöglicht und das Übertragungsrisiko erheblich senkt. Die Zahl der CD4- oder T-Helfer-Zellen nehmen mit fortschreitender Infektion ab.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="bis-zu-300-000-mehr-art-patienten-in-kenia-erwartet">Bis zu 300.000 mehr ART-Patienten in Kenia erwartet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da nach den WHO-Vorgaben mehr Patienten als bisher für ART in Betracht kommen, rechnet Matu damit, dass die Zahl der ART-Empfänger in Kenia um mindestens 250.000 bis 300.000 zunehmen wird. Damit würden mindestens 90 Prozent der in Behandlung befindlichen Personen erreicht, sagt sie. Es sei zu erwarten, dass nun mehr Menschen eine Therapie machen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kenia ist nicht das einzige Land, das sich den 90-90-90-Zielen nähert. In Botswana, wo die HIV-Prävalenz im globalen Vergleich nur noch von Swasiland übertroffen wird, nehmen mehr als 70 Prozent der Infizierten antiretrovirale Medikamente.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Länder des östlichen und südlichen Afrikas nähmen die neuen Richtlinien an, sagt die UNAIDS-Beraterin Eleanor Gouws-Williams. Ruanda, Uganda, Sambia, Malawi und Swasiland arbeiteten an nationalen Richtlinien, während Länder wie Südafrika die neuen Vorgaben ab dem kommenden Jahr umsetzen wollten. Auch die Medizinerin hält die 90-90-90-Ziele für realistisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fortschritte-in-mehreren-landern-afrikas">Fortschritte in mehreren Ländern Afrikas</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut UNAIDS ist erst bei der Hälfte aller HIV-Infizierten in Subsahara-Afrika eine Diagnose gestellt worden. Es sei wichtige, die andere Hälfte zu den Tests zu bewegen. In Kenia und Uganda durchgeführte Untersuchungen ergaben, dass HIV-Tests, die bei Kampagnen gegen Multi-Erkrankungen angeboten würden, jeweils bis zu 86 und 72 Prozent der Bevölkerung erreichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Experten weisen darauf, dass es jedoch um mehr geht, als für die Aufnahme von Menschen mit mehr T-Helfer-Zellen in die AVT zu sorgen. Wichtig sei auch, für eine dauerhafte Unterdrückung der Virenlast zu sorgen. &#8222;In Ruanda wurde dies nach 18 Monaten Therapie bei 83 Prozent der Patienten festgestellt&#8220;, erklärt Gouws-Williams. In Simbabwe kämen bereits alle HIV-positiven Schwangeren und stillende Mütter ebenso wie Kinder unter fünf Jahren generell für ART in Frage, so Agnes Mahomva, Landesdirektorin der Elizabeth-Glaser-Stiftung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aktivistin Annabel Nkunda gibt jedoch zu bedenken, dass in ihrem Land Uganda viele HIV-Positive die Behandlung aus Angst vor Entdeckung und Stigmatisierung abbrächen. Solange nichts gegen die Stigmatisierung der Betroffenen unternommen werde, könnten HIV und AIDS nicht besiegt werden, meint sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="suche-nach-finanzierungsmoglichkeiten">Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viel Geld die Länder in die Erreichung der 90-90-90-Ziele investieren werden, ist noch nicht absehbar. Fest steht nur, dass ein hoher finanzieller Aufwand nötig sein wird. Mehrere Staaten Afrikas untersuchen bereits innovative Finanzierungsoptionen wie Steuerumlagen und nationale HIV-Treuhandfonds.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Gouws-Williams erklärt, sind antiretrovirale Behandlungen mittlerweile erschwinglicher. In Malawi würden für jeden Patienten weniger als umgerechnet 100 US-Dollar pro Jahr veranschlagt. Die Finanzierung durch Geber sei aber nach wie vor entscheidend, vor allem in den fünf armen Ländern Malawi, Lesotho, Simbabwe, Mosambik und Burundi, wo die Kosten für HIV-Behandlungen fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts übersteigen. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Massentests und die Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten sollen die Verbreitung von AIDS in Afrika stoppen. (Foto: Mercedes Sayagues/IPS)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/hiv-den-garaus-machen/">HIV den Garaus machen</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		
	</item>
	</channel>
</rss>
