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	<title>Somalia Archive | afrika.info</title>
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	<description>Changing Perceptions</description>
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	<title>Somalia Archive | afrika.info</title>
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		<title>Wenn die Dürre die Kindheit raubt</title>
		<link>https://afrika.info/wenn-die-duerre-die-kindheit-raubt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 13:48:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Somalia]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Kibet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Norden Kenias zwingt eine anhaltende Dürre Familien zu existenziellen Entscheidungen: Wasser oder Schule, Überleben oder Zukunft. Besonders Kinder zahlen den höchsten Preis – mit Hunger, Bildungsabbrüchen und wachsender Unsicherheit.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/wenn-die-duerre-die-kindheit-raubt/">Wenn die Dürre die Kindheit raubt</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Robert Kibet | 24. Februar 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mandera, Kenia (IPS/afr) – Jeden Morgen vor Sonnenaufgang macht sich die zehnjährige Amina Adan auf den Weg zu einer schwindenden Wasserstelle am Rande der Stadt Rhamu im Bezirk Mandera im Nordosten Kenias. Eigentlich sollte sie im Klassenzimmer sitzen. Stattdessen schleppt sie einen gelben Kanister, der fast so groß wie sie selbst ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Mutter, Fatuma Adan, beschreibt die Lage nüchtern. Es gehe längst nicht mehr um die Entscheidung zwischen Bildung und Hausarbeit, sondern zwischen Wasser und Überleben. &#8222;Wenn es kein Wasser gibt, gibt es auch keine Nahrung und keine Schule&#8220;, erklärt Fatuma. &#8222;Die Kinder müssen helfen, sonst schaffen wir es nicht durch den Tag.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aminas Alltag steht exemplarisch für eine sich zuspitzende Krise in Kenias ariden und semi-ariden Gebieten (ASALs). Dort droht die anhaltende Dürre die hart erkämpfte Fortschritte in Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit und Bildung – den Kernbereichen der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) – zunichtezumachen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-eine-durre-uberlastet-ganze-systeme">Eine Dürre überlastet ganze Systeme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der kenianischen <a href="https://ndma.go.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">National Drought Management Authority</a> (NDMA) befindet sich Mandera weiterhin in der Alarmphase. Die kurzen Regenfälle zwischen Oktober und Dezember 2025 erreichten lediglich 30 bis 60 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Wasserstellen sind versiegt, Weideland ist verdorrt, Viehbestände brechen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Landesweite Erhebungen zur Lebensmittel- und Ernährungssicherheit zeigen: Mehr als 2,15 Millionen Menschen in Kenias ASAL-Bezirken benötigen dringend humanitäre Hilfe. Über 800.000 Kinder im Alter von sechs bis 59 Monaten müssen wegen akuter Unterernährung behandelt werden. Im Bezirk Mandera steigen die Aufnahmen in ambulante Therapieprogramme, während Familien ihre Vorräte aufbrauchen und die Milchproduktion drastisch sinkt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Doch die Krise reicht weit über Kenia hinaus. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind am Horn von Afrika – in Kenia, Somalia und Äthiopien – fast 24 Millionen Menschen von akuter Wasserunsicherheit betroffen. UNICEF warnt, dass 2,7 Millionen Kinder in der Region aufgrund dürrebedingter Vertreibungen bereits nicht mehr zur Schule gehen; weitere vier Millionen sind gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;„&#8220;Diese Klimakatastrophen sind keine einmaligen Notfälle mehr&#8220;, sagt ein Bildungsbeauftragter des Bezirks Mandera. &#8222;Sie sind struktureller Natur und beeinflussen, wie – oder ob – Kinder wachsen, lernen und sich entwickeln.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-unterbrochene-bildung-verlorene-zukunft">Unterbrochene Bildung – verlorene Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Mandera spüren Schulen die Folgen unmittelbar. Lehrer*innen berichten von schrumpfenden Klassen, weil Familien auf der Suche nach Weideland und Wasser weiterziehen. Andere Kinder bleiben zurück, kämpfen jedoch mit Hunger und Erschöpfung – konzentriertes Lernen ist kaum möglich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdikadir Adan Alio, Bildungsbeamter in Mandera, bestätigt den starken Rückgang der Anwesenheit in besonders betroffenen Schulen. Mädchen seien überproportional betroffen, da sie traditionell für das Wasserholen und die Hausarbeit verantwortlich sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Entwicklungsexpert*innen gehen die Folgen weit über kurzfristige Lernrückstände hinaus. Unterbrochene Bildung schwächt das Humankapital, mindert langfristig wirtschaftliche Produktivität und reduziert die Fähigkeit von Gemeinschaften, sich an zukünftige Klimaschocks anzupassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn Kinder Jahr für Jahr die Schule versäumen, wird der Schaden generationsübergreifend“, warnt der Bildungsexperte Ali Abdi, der im Norden Kenias tätig ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-hunger-krankheit-gefahrdung">Hunger, Krankheit, Gefährdung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gesundheitsfachkräfte sprechen von einem gefährlichen Kreislauf aus Hunger, Krankheit und wachsender Verwundbarkeit. Wassermangel verschlechtert die hygienischen Bedingungen und erhöht das Risiko von Durchfallerkrankungen, die besonders für unterernährte Kinder lebensbedrohlich sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mobile Kliniken in abgelegenen Gebieten Mandera untersuchen Kinder auf Unterernährung, verteilen therapeutische Spezialnahrung und überweisen schwere Fälle an Stabilisierungszentren. Diese Angebote entstehen durch Kooperationen zwischen Bezirksregierungen und humanitären Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Früherkennung rettet Leben&#8220;, sagt ein Ernährungsspezialist in Mandera, &#8222;aber die Fallzahlen steigen weiter, und die Entfernungen, die die Familien zurücklegen müssen, werden immer größer.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Verlust ihrer Lebensgrundlagen greifen Familien zunehmend zu negativen Bewältigungsstrategien. Humanitäre Organisationen berichten von wachsendem Risiko für Kinderarbeit, Frühehen und geschlechtsspezifische Gewalt – insbesondere in abgelegenen Siedlungen mit schwachen sozialen Sicherungssystemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mädchen sind besonders gefährdet. Wenn Ressourcen knapp werden, wird ihre Bildung häufig zuerst eingeschränkt. &#8222;Die Dürre nimmt uns nicht nur Nahrung und Wasser&#8220;, sagt ein Gemeindevorsteher in Mandera. &#8222;Sie nimmt den Kindern auch ihre Sicherheit und Würde.&#8220;<br></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-was-hilft-integrierte-kindzentrierte-losungen">Was hilft: integrierte, kindzentrierte Lösungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der dramatischen Lage zeigen Erfahrungen aus Mandera und anderen ASAL-Bezirken, dass koordinierte Maßnahmen Kinder wirksam schützen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mobile Gesundheits- und Ernährungskliniken – unterstützt von Organisationen wie UNICEF und Save the Children – erreichen nomadische und vertriebene Familien. Sie verbinden Untersuchungen, Impfungen und Gesundheitsdienste für Mütter und reduzieren lange Anfahrtswege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geldtransferprogramme, die staatliche Stellen mit Partnern wie World Vision umsetzen, ermöglichen Haushalten, Ausgaben flexibel an ihren dringendsten Bedürfnissen auszurichten. Studien belegen, dass solche Transfers negative Bewältigungsstrategien deutlich verringern und den Schulbesuch auch in Krisenzeiten stabilisieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Investitionen in Wassertransporte, die Sanierung von Bohrlöchern und klimaresistente Wasserinfrastruktur verbessern zusätzlich die Versorgung in Dürregebieten. Zwar sind diese Maßnahmen kostenintensiv, doch Expert*innen sehen sie als entscheidend an, um wiederkehrende Notlagen langfristig zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gemeindebasierte Ansätze erweisen sich als wirksam: Geschulte Freiwillige führen Untersuchungen auf Haushaltsebene durch, identifizieren gefährdete Kinder frühzeitig und vermitteln Familien an Unterstützungsangebote.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Diese Maßnahmen sind am wirksamsten, wenn sie kombiniert werden&#8220;, sagt ein Manager eines humanitären Programms. &#8222;Gesundheit allein reicht nicht aus. Wasser, Nahrung, Einkommen und Schutz müssen Hand in Hand gehen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-zwischen-nothilfe-und-strukturellem-wandel">Zwischen Nothilfe und strukturellem Wandel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz lebensrettender Programme bleiben Lücken. Finanzierungszyklen sind häufig kurz, Maßnahmen reagieren eher auf akute Krisen, statt präventiv zu wirken. Lokale Behörden betonen, dass klimaresistente Lebensgrundlagen – etwa dürreresistente Landwirtschaft, Viehversicherungen und alternative Einkommensquellen – entscheidend seien, um den Kreislauf zu durchbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungsexpert*innen warnen: Ohne nachhaltige Investitionen wird die Dürre weiterhin Fortschritte bei mehreren SDGs untergraben und immer neue, langfristig teurere Notfallmaßnahmen erzwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Frage ist nicht, ob die Dürre zurückkehren wird&#8220;, sagt Eunice Koech, Klimaexpertin der <a href="https://igad.int/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Intergovernmental Authority on Development</a> (IGAD). &#8222;Die Frage ist, ob die Systeme stark genug sein werden, um Kinder zu schützen, wenn es soweit ist.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Rhamu bleibt Fatuma Adan nur Hoffnung. Sie wünscht sich, dass ihre Tochter bald wieder ganztags zur Schule gehen kann. &#8222;Ich möchte, dass Amina lernt&#8220;, sagt sie. &#8222;Aber zuerst müssen wir leben.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Wasserholen statt Schule heißt es für viele Kinder in den von Dürre betroffenen Gebieten in Kenia.(Foto: Charles Kariuki/IPS)</p>
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		<title>Somaliland: &#8222;Bei uns sind Frauen Metzger&#8220;</title>
		<link>https://afrika.info/somaliland-bei-uns-sind-frauen-metzger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jun 2016 15:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Somalia]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[James Jeffrey]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist ein Bild, das man sich vielleicht so nicht erwarten würde. Mitten in der Hektik der Innenstadt von Hargeisa, der sonnenverwöhnten Hauptstadt von Somaliland, scherzen und streiten Frauen in traditionellen islamischen Gewändern wortreich mit Männern. Die Frauen in Somaliland sind weit davon entfernt, sich mit einer unterwürfigen Rolle zufriedenzugeben.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von James Jeffrey | 14. Juni 2016</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hargeisa (IPS/afr). Es ist ein Bild, das man sich vielleicht so nicht erwarten würde. Mitten in der Hektik der Innenstadt von Hargeisa, der sonnenverwöhnten Hauptstadt von Somaliland, scherzen und streiten Frauen in traditionellen islamischen Gewändern wortreich mit Männern. Die Frauen in Somaliland sind weit davon entfernt, sich mit einer unterwürfigen Rolle zufriedenzugeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leben in Somaliland ist stark vom Islam beeinflusst ist, die Scharia ist Teil der Verfassung. Dennoch trägt die offen zur Schau getragene Religiosität viele Züge einer liberalen Gesellschaft. Die Rolle von Frauen im Alltag passt in der Regel gar nicht zu den stereotypen Vorstellungen, die den Schleier als ein Zeichen von Unterwürfigkeit und Zwang betrachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Der Westen soll aufhören, sich damit zu quälen, was Frauen anziehen dürfen&#8220;, sagt Zainab. Die 29-jährige Zahnärztin erholt sich gerade von einem harten Arbeitstag in einem trendigen Café in Hargeisa. &#8222;Er sollte sich lieber damit beschäftigen, was Frauen für die Gemeinschaft und das Land beitragen können.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fehlende-anerkennung-fuhrt-zu-unternehmertum">Fehlende Anerkennung führt zu Unternehmertum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Republik Somaliland hat sich von Somalia losgesagt, als im Jahr 1991 der Bürgerkrieg eskalierte. Das ehemalige Protektorat Britisch-Somaliland war 1960 mit der Kolonie Italienisch-Somaliland zum Staat Somalia vereinigt worden. Nach der einseitig erklärten Unabhängigkeit wurde Somaliland international zwar als autonome Region anerkannt, nicht aber als eigener Staat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aus der fehlenden internationalen Akzeptanz entstandenen wirtschaftlichen Nachteile haben zu einem großen Ausmaß an Eingeninitiative geführt. Die Menschen legten selbst Hand an und begannen die vom Bürgerkrieg zerstörte Wirtschaft und Infrastruktur wieder aufzubauen. Selbständigkeit und Unternehmertum wurden zur Devise der Stunde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute werden etliche Betriebe von Frauen geführt. &#8222;Bei uns sind Frauen Metzger – so etwas gibt es nicht überall&#8220;, meint Zainab. Für Außenstehende passen berufstätige Frauen nicht unbedingt ins Bild, da der Großteil von ihnen in der Öffentlichkeit die Haare mit dem traditionellen Kopftuch – dem Hidschāb – bedeckt. &#8222;Es geht darum, was in deinem Kopf ist, und nicht, was auf deinem Kopf ist&#8220;, kontert Zainab.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="konservativer-islam-im-vorwartsgang">Konservativer Islam im Vorwärtsgang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Somaliland wird der Koran im Hinblick auf die Verhüllung traditionell ausgelegt. &#8222;Jede Frau ist frei, ihrer Religion zu folgen&#8220;, sagte Kaltun Hassan Abdi, Kommissarin bei der Nationalen Wahlkommission. &#8222;Der Islam sagt aber, dass eine Frau ihren Körper bedecken soll. Das ist eine religiöse Verpflichtung, die Frauen betrachten es aber nicht als Diskriminierung oder gar Verletzung ihrer Rechte.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt aber Stimmen, welche die Zunahme von konservativen Strömungen im Islam beklagen. So ist die Musik, die früher schallend aus den Teestuben tönte, weitgehend verstummt. Die ehemals bunten Somali-Roben sind von den schwarzen Abayas verdrängt worden. Und Frauen mit Geschichtsschleier – dem Niqab – werden in den Straßen von Hargeisa immer häufiger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;In den letzten 15 bis 18 Jahren haben wir eine dramatische Veränderung beobachten können&#8220;, bestätigt die Rechtsanwältin Rakiya Omaar. &#8222;Die Religion beeinflusst zunehmend unser Leben. Der Druck, wie eine gläubige Muslima zu leben, steigt. Dieser Druck kann subtil oder auch offenkundig sein – er wird von der Familie oder auch von der breiten Gesellschaft ausgeübt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rechtsanwältin bemängelt, dass Frauen nicht bereit sein würden, über diesen wachsenden Druck zu sprechen. Auch die Zahnärztin Zainab will von Einschränkungen nichts wissen: &#8222;Ich habe mich für das Tragen des Hidschāb entschieden, weil es Allahs Wille und außerdem Teil meiner Religion und meiner Identität ist. Es war meine eigene Wahl.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="nur-eine-frau-im-parlament">Nur eine Frau im Parlament</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In politischen Entscheidungsprozess bleiben Frauen aber bis heute weitgehend ausgeschlossen. Das Parlament von Somaliland hat zwei Kammern: Das 82-köpfige &#8218;House of Elders&#8216;, das sich aus traditionellen Führern zusammensetzt. Und das Repräsentantenhaus, das ebenfalls über 82 Sitze verfügt. Zum &#8218;House of Elders&#8216; sind überhaupt keine Frauen zugelassen. Im Repräsentantenhaus ist Baar Saed Farah die einzige Frau. Sie spricht sich klar für eine Frauenquote aus. &#8222;Ich glaube nicht, dass es ohne Quote mehr Frauen im Parlament geben wird.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Politikerin fordert, dass 30 der 82 Sitze Frauen vorbehalten sein sollten: &#8222;Im normalen Berufsalltag gibt es keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Aber sobald es um politische Partizipation geht, wird es sehr schwierig. Unsere Kultur begünstigt Männer. Nicht einmal Frauen wählen Frauen, weil sie es gewohnt sind, dass Männer die Entscheidungen treffen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nafisa Yusuf Mohamed, Direktorin des auf die Unterstützung von Frauen spezialisierten Netzwerks NAGAAD in Hargeisa, gibt Baar Saed Farah nur teilweise Recht. Für sie haben Frauen im Geschäftsleben schon häufig mit Einschränkungen zu kämpfen. &#8222;Frauen arbeiten nur in kleinen Unternehmen – Sie werden hier nicht viele reiche Geschäftsfrauen finden&#8220;, meint die Aktivistin. &#8222;Derzeit gibt es aber nicht wirklich Alternativen. Die Situation kann sich nur ändern, wenn mehr Frauen Zugang zu höherer Bildung erhalten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Plus an Bildung würde sich auch auf die Religiosität junger Frauen auswirken, ist Nafisa Yusuf Mohamed überzeugt. Im Gegensatz zu früher würden Mädchen heuer den Koran besser verstehen und sich stärker dafür begeistern. Als Beispiel nennt sie ihre 17-jährige Tochter, die eine Koranschule besucht und freiwillig einen Gesichtsschleier trägt. Außerdem würde sie sich intensiv in sozialen Netzwerken mit dem Islam auseinandersetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufschwung der Religiosität in Somaliland sei auch ein Resultat von überregionalen und internationalen Entwicklungen, meint die Rechtsanwältin Rakiya Omaar. &#8222;Das Bewusstsein steigt, dass die westliche Welt Muslimen zunehmend feindlich gegenüber steht.&#8220; Daher würden sich viele erst recht dem Islam zuwenden. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Die Zahnärztin Zainab behandelt eine Patientin in ihrer Ordination in Hargeisa. (Foto: James Jeffrey/IPS).</p>
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