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	<title>Somalia Archive | afrika.info</title>
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	<description>Den Kontinent anders sehen</description>
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		<title>Wenn die Dürre die Kindheit raubt</title>
		<link>https://afrika.info/wenn-die-duerre-die-kindheit-raubt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 13:48:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
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		<category><![CDATA[Robert Kibet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Norden Kenias zwingt eine anhaltende Dürre Familien zu existenziellen Entscheidungen: Wasser oder Schule, Überleben oder Zukunft. Besonders Kinder zahlen den höchsten Preis – mit Hunger, Bildungsabbrüchen und wachsender Unsicherheit.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von Robert Kibet | 24. Februar 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mandera, Kenia (IPS/afr) – Jeden Morgen vor Sonnenaufgang macht sich die zehnjährige Amina Adan auf den Weg zu einer schwindenden Wasserstelle am Rande der Stadt Rhamu im Bezirk Mandera im Nordosten Kenias. Eigentlich sollte sie im Klassenzimmer sitzen. Stattdessen schleppt sie einen gelben Kanister, der fast so groß wie sie selbst ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Mutter, Fatuma Adan, beschreibt die Lage nüchtern. Es gehe längst nicht mehr um die Entscheidung zwischen Bildung und Hausarbeit, sondern zwischen Wasser und Überleben. &#8222;Wenn es kein Wasser gibt, gibt es auch keine Nahrung und keine Schule&#8220;, erklärt Fatuma. &#8222;Die Kinder müssen helfen, sonst schaffen wir es nicht durch den Tag.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aminas Alltag steht exemplarisch für eine sich zuspitzende Krise in Kenias ariden und semi-ariden Gebieten (ASALs). Dort droht die anhaltende Dürre die hart erkämpfte Fortschritte in Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit und Bildung – den Kernbereichen der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) – zunichtezumachen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-eine-durre-uberlastet-ganze-systeme">Eine Dürre überlastet ganze Systeme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der kenianischen <a href="https://ndma.go.ke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">National Drought Management Authority</a> (NDMA) befindet sich Mandera weiterhin in der Alarmphase. Die kurzen Regenfälle zwischen Oktober und Dezember 2025 erreichten lediglich 30 bis 60 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Wasserstellen sind versiegt, Weideland ist verdorrt, Viehbestände brechen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Landesweite Erhebungen zur Lebensmittel- und Ernährungssicherheit zeigen: Mehr als 2,15 Millionen Menschen in Kenias ASAL-Bezirken benötigen dringend humanitäre Hilfe. Über 800.000 Kinder im Alter von sechs bis 59 Monaten müssen wegen akuter Unterernährung behandelt werden. Im Bezirk Mandera steigen die Aufnahmen in ambulante Therapieprogramme, während Familien ihre Vorräte aufbrauchen und die Milchproduktion drastisch sinkt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Doch die Krise reicht weit über Kenia hinaus. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind am Horn von Afrika – in Kenia, Somalia und Äthiopien – fast 24 Millionen Menschen von akuter Wasserunsicherheit betroffen. UNICEF warnt, dass 2,7 Millionen Kinder in der Region aufgrund dürrebedingter Vertreibungen bereits nicht mehr zur Schule gehen; weitere vier Millionen sind gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;„&#8220;Diese Klimakatastrophen sind keine einmaligen Notfälle mehr&#8220;, sagt ein Bildungsbeauftragter des Bezirks Mandera. &#8222;Sie sind struktureller Natur und beeinflussen, wie – oder ob – Kinder wachsen, lernen und sich entwickeln.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-unterbrochene-bildung-verlorene-zukunft">Unterbrochene Bildung – verlorene Zukunft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Mandera spüren Schulen die Folgen unmittelbar. Lehrer*innen berichten von schrumpfenden Klassen, weil Familien auf der Suche nach Weideland und Wasser weiterziehen. Andere Kinder bleiben zurück, kämpfen jedoch mit Hunger und Erschöpfung – konzentriertes Lernen ist kaum möglich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdikadir Adan Alio, Bildungsbeamter in Mandera, bestätigt den starken Rückgang der Anwesenheit in besonders betroffenen Schulen. Mädchen seien überproportional betroffen, da sie traditionell für das Wasserholen und die Hausarbeit verantwortlich sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Entwicklungsexpert*innen gehen die Folgen weit über kurzfristige Lernrückstände hinaus. Unterbrochene Bildung schwächt das Humankapital, mindert langfristig wirtschaftliche Produktivität und reduziert die Fähigkeit von Gemeinschaften, sich an zukünftige Klimaschocks anzupassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn Kinder Jahr für Jahr die Schule versäumen, wird der Schaden generationsübergreifend“, warnt der Bildungsexperte Ali Abdi, der im Norden Kenias tätig ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-hunger-krankheit-gefahrdung">Hunger, Krankheit, Gefährdung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gesundheitsfachkräfte sprechen von einem gefährlichen Kreislauf aus Hunger, Krankheit und wachsender Verwundbarkeit. Wassermangel verschlechtert die hygienischen Bedingungen und erhöht das Risiko von Durchfallerkrankungen, die besonders für unterernährte Kinder lebensbedrohlich sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mobile Kliniken in abgelegenen Gebieten Mandera untersuchen Kinder auf Unterernährung, verteilen therapeutische Spezialnahrung und überweisen schwere Fälle an Stabilisierungszentren. Diese Angebote entstehen durch Kooperationen zwischen Bezirksregierungen und humanitären Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Früherkennung rettet Leben&#8220;, sagt ein Ernährungsspezialist in Mandera, &#8222;aber die Fallzahlen steigen weiter, und die Entfernungen, die die Familien zurücklegen müssen, werden immer größer.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Verlust ihrer Lebensgrundlagen greifen Familien zunehmend zu negativen Bewältigungsstrategien. Humanitäre Organisationen berichten von wachsendem Risiko für Kinderarbeit, Frühehen und geschlechtsspezifische Gewalt – insbesondere in abgelegenen Siedlungen mit schwachen sozialen Sicherungssystemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mädchen sind besonders gefährdet. Wenn Ressourcen knapp werden, wird ihre Bildung häufig zuerst eingeschränkt. &#8222;Die Dürre nimmt uns nicht nur Nahrung und Wasser&#8220;, sagt ein Gemeindevorsteher in Mandera. &#8222;Sie nimmt den Kindern auch ihre Sicherheit und Würde.&#8220;<br></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-was-hilft-integrierte-kindzentrierte-losungen">Was hilft: integrierte, kindzentrierte Lösungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der dramatischen Lage zeigen Erfahrungen aus Mandera und anderen ASAL-Bezirken, dass koordinierte Maßnahmen Kinder wirksam schützen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mobile Gesundheits- und Ernährungskliniken – unterstützt von Organisationen wie UNICEF und Save the Children – erreichen nomadische und vertriebene Familien. Sie verbinden Untersuchungen, Impfungen und Gesundheitsdienste für Mütter und reduzieren lange Anfahrtswege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geldtransferprogramme, die staatliche Stellen mit Partnern wie World Vision umsetzen, ermöglichen Haushalten, Ausgaben flexibel an ihren dringendsten Bedürfnissen auszurichten. Studien belegen, dass solche Transfers negative Bewältigungsstrategien deutlich verringern und den Schulbesuch auch in Krisenzeiten stabilisieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Investitionen in Wassertransporte, die Sanierung von Bohrlöchern und klimaresistente Wasserinfrastruktur verbessern zusätzlich die Versorgung in Dürregebieten. Zwar sind diese Maßnahmen kostenintensiv, doch Expert*innen sehen sie als entscheidend an, um wiederkehrende Notlagen langfristig zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gemeindebasierte Ansätze erweisen sich als wirksam: Geschulte Freiwillige führen Untersuchungen auf Haushaltsebene durch, identifizieren gefährdete Kinder frühzeitig und vermitteln Familien an Unterstützungsangebote.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Diese Maßnahmen sind am wirksamsten, wenn sie kombiniert werden&#8220;, sagt ein Manager eines humanitären Programms. &#8222;Gesundheit allein reicht nicht aus. Wasser, Nahrung, Einkommen und Schutz müssen Hand in Hand gehen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-zwischen-nothilfe-und-strukturellem-wandel">Zwischen Nothilfe und strukturellem Wandel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz lebensrettender Programme bleiben Lücken. Finanzierungszyklen sind häufig kurz, Maßnahmen reagieren eher auf akute Krisen, statt präventiv zu wirken. Lokale Behörden betonen, dass klimaresistente Lebensgrundlagen – etwa dürreresistente Landwirtschaft, Viehversicherungen und alternative Einkommensquellen – entscheidend seien, um den Kreislauf zu durchbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungsexpert*innen warnen: Ohne nachhaltige Investitionen wird die Dürre weiterhin Fortschritte bei mehreren SDGs untergraben und immer neue, langfristig teurere Notfallmaßnahmen erzwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Frage ist nicht, ob die Dürre zurückkehren wird&#8220;, sagt Eunice Koech, Klimaexpertin der <a href="https://igad.int/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Intergovernmental Authority on Development</a> (IGAD). &#8222;Die Frage ist, ob die Systeme stark genug sein werden, um Kinder zu schützen, wenn es soweit ist.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Rhamu bleibt Fatuma Adan nur Hoffnung. Sie wünscht sich, dass ihre Tochter bald wieder ganztags zur Schule gehen kann. &#8222;Ich möchte, dass Amina lernt&#8220;, sagt sie. &#8222;Aber zuerst müssen wir leben.&#8220; (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Wasserholen statt Schule heißt es für viele Kinder in den von Dürre betroffenen Gebieten in Kenia.(Foto: Charles Kariuki/IPS)</p>
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		<title>Corona in Afrika</title>
		<link>https://afrika.info/corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2021 14:19:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Alle Daten zur Corona-Pandemie in Afrika - vom Auftreten des ersten Falls am 14. Februar 2020 in Ägypten bis zum Ende der Datenerfassung am 5. März 2023.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#eae9e3"><strong>Datenerfassung beendet</strong><br><br>Nach über drei Jahren haben wir das Projekt am 5. März 2023 beendet. Hintergrund für die Entscheidung war, dass nach der Einstellung der Datenerfassung durch die <a href="https://coronavirus.jhu.edu/map.html">John Hopkins University</a> (per 10. März 2023) und <a href="https://africacdc.org/covid-19/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Africa CDC</a> (per 1. Jänner 2023) keine ausreichende Grundlage mehr gegeben war.<br></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://afrika.info/corona/chronik/">Chronik einer Ausbreitung: 14. Februar 2020 (erster Corona-Fall in Afrika) bis 5. März 2023</a></li>



<li><a href="https://afrika.info/corona/hintergrund/">Hintergrund zum Datenerfassungsprojekt von afrika.info</a></li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Stand: 5. März 2023</h2>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button has-custom-font-size is-style-fill" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-red-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>12.267.951</strong><br>(+5.319 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>257.774 Todesfälle</strong><br>(+16 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-green-cyan-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>11.893.778 genesene Personen</strong><br>(+11.288 zur Vorwoche)</a></div>



<div class="wp-block-button has-custom-font-size" style="font-size:18px"><a class="wp-block-button__link has-white-color has-vivid-cyan-blue-background-color has-text-color has-background wp-element-button" style="border-radius:15px"><strong>116.399 aktive Fälle</strong><br>(-5.985 zur Vorwoche)</a></div>
</div>



<div style="height:1px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="epidemiologische-kurve">Epidemiologische Kurve</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die epidemiologische Kurve zeigt den täglichen Zuwachs an positiv getesteten Personen. Der Übersichtlichkeit halber werden die wöchentlichen Durchschnittswerte dargestellt.</p>



<iframe title="Epidemiologische Kurve für Afrika (Wochenschnitt)" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-nFw1H" src="https://datawrapper.dwcdn.net/nFw1H/91/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="800" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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<h2 class="wp-block-heading" id="7-tage-inzidenz-in-afrikanischen-staaten">7-Tage-Inzidenz in afrikanischen Staaten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 7-Tage-Inzidenz beträgt für den gesamten Kontinent derzeit <strong>0,37</strong> (+0,14 zur Vorwoche). Am höchsten ist die 7-Tage-Inzidenz in Südafrika (5,73). Dahinter folgen Eswatini (5,71), Mauritius (2,73), Botswana (2,62) und Sambia (1,54). 19 afrikanische Staaten haben in der letzten Woche ihre Infektionszahlen nicht aktualisiert.</p>



<iframe title="Karte: Das Coronavirus in Afrika" aria-label="Karte" id="datawrapper-chart-y4fZm" src="https://datawrapper.dwcdn.net/y4fZm/421/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="538" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();
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<h2 class="wp-block-heading" id="entwicklung-der-aktiven-corona-infektionen">Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen</h2>



<iframe title="Entwicklung der aktiven Corona-Infektionen in Afrika" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-GZgId" src="https://datawrapper.dwcdn.net/GZgId/432/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="600" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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<h2 class="wp-block-heading" id="die-wichtigsten-zahlen-im-zeitlichen-verlauf">Die wichtigsten Zahlen im zeitlichen Verlauf</h2>



<iframe title="Tabelle: Coronavirus in Afrika" aria-label="Tabelle" id="datawrapper-chart-0hxhf" src="https://datawrapper.dwcdn.net/0hxhf/405/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="1634" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++)t[r].contentWindow===e.source&#038;&#038;(t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px")}}))}();
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			</item>
		<item>
		<title>Die wirtschaftlichen Folgen von Corona</title>
		<link>https://afrika.info/die-wirtschaftlichen-folgen-der-corona-pandemie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 07:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Auswirkungen der Corona-Pandemie für Afrika sind enorm. In vielen Ländern steigen Arbeitslosigkeit, Armut und Staatsverschuldung. Experten fordern eine sorgfältige Neuausrichtung der politischen Prioritäten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://afrika.info/die-wirtschaftlichen-folgen-der-corona-pandemie/">Die wirtschaftlichen Folgen von Corona</a> erschien zuerst auf <a href="https://afrika.info">afrika.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Martin Sturmer&nbsp;| 18. Februar 2021</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberndorf bei Salzburg (afr). Die Auswirkungen der Corona-Pandemie für Afrika sind enorm. In vielen Ländern steigen Arbeitslosigkeit, Armut und Staatsverschuldung. Experten fordern eine sorgfältige Neuausrichtung der politischen Prioritäten. Digitalisierung, Klimaresilienz und dem Binnenhandel kommen eine Schlüsselrolle zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht &#8222;<a href="https://www.un.org/development/desa/dpad/document_gem/global-economic-monitoring-unit/world-economic-situation-and-prospects-wesp-report/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">World Economic Situation and Prospects 2021</a>&#8220;&nbsp; des &#8222;Department of Economic and Social Affairs&#8220; der Vereinten Nationen (UN DESA) weist für Afrika im Jahr 2020 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 3,4 Prozent aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die afrikanischen Länder kämpfen angesichts der Corona-Pandemie mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Problemen. Niedrige Rohstoffpreise, der Zusammenbruch des Tourismus und geringere Rücküberweisungen haben den Volkswirtschaften im letzten Kalenderjahr schwer zugesetzt. Dazu kamen Einschränkungen aufgrund nationaler Lockdowns, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="sechs-lander-in-aktuer-schuldennot">Sechs Länder in aktuer &#8222;Schuldennot&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als einer der größten wirtschaftlichen Herausforderungen beschreibt der UN-Bericht den Anstieg der Staatsschulden. Im Schnitt ist die Schuldenquote im letzten Jahr um acht Prozent gewachsen. Die Demokratische Republik Kongo, die Seychellen, der Sudan und Sambia verzeichneten sogar eine Zuwachs jenseits der 20-Prozent-Marke. Sechs Länder sind akut in “Schuldennot” und haben Schwierigkeiten, die Kredite zu tilgen: Mosambik, Republik Kongo, São Tomé und Príncipe, Simbabwe, Somalia und Sudan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autoren des Reports betonen, dass die Schuldenkrise zu einer &#8222;brutalen weiteren Verschlechterung der bestehenden Bedingungen&#8220; führen werde. Sie verweisen auf notwendige fiskalische Anpassungen, welche die Aussichten weiter eintrüben würden. Die Warnung im Bericht ist deutlich: &#8222;Vor diesem Hintergrund könnten soziale Unruhen und politische Spannungen leicht eskalieren, die wiederum Instabilität, Gewalt, Binnenvertreibung, Migration und Ernährungsunsicherheit erhöhen könnten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">UN-Generalsekretär António Guterres appellierte anlässlich der Präsentation des Berichts an die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft: &#8222;Wir sind mit der schlimmsten Gesundheits- und Wirtschaftskrise seit 90 Jahren konfrontiert. Während wir um die wachsende Zahl der Todesopfer trauern, müssen wir uns daran erinnern, dass die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, unsere gemeinsame Zukunft bestimmen werden. Lassen Sie uns in eine integrative und nachhaltige Zukunft investieren, die von intelligenten Richtlinien, wirkungsvollen Investitionen und einem starken und effektiven multilateralen System angetrieben wird, das die Menschen in den Mittelpunkt aller sozioökonomischen Bemühungen stellt.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="arbeitslosigkeit-klettert-auf-rekordniveau">Arbeitslosigkeit klettert auf Rekordniveau</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jene afrikanische Volkswirtschaften, die von ihren Rohstoffen abhängig sind, spüren die Folge der Krise besonders stark. Der Verfall der Rohstoffpreise &#8211; vor allem beim Erdöl &#8211; machte Ländern wie Nigeria, Algerien oder Angola schwer zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Tourismusdestinationen wie z. B. Marokko oder Mauritius stiegen Arbeitslosigkeit, Armut und Ungleichheit stark an. Im Schnitt zeichnete der Tourismus in diesen Ländern für mehr als ein Viertel der Beschäftigten und rund 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zunahme der Arbeitslosigkeit sei vor allem in den Städten sichtbar geworden, so der UN-Bericht. In Südafrika lag die Arbeitslosigkeitsquote im dritten Quartal 2020 auf einem Rekordhoch von 30,9 Prozent. In Nigeria betrug die Arbeitslosenquote zur Jahresmitte 27,1 Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="was-es-fur-einen-aufschwung-braucht">Was es für einen Aufschwung braucht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sorgen bereitet den Autoren auch die Inflationsrate, die in Afrika im Jahr 2020 auf 14,5% anstieg. Für 2021 wird mit einer leichten Entspannung gerechnet: Die Inflationsrate soll auf 9% absinken, das Wirtschaftswachstum 3,4 Prozent betragen. Diese Prognose beruht allerdings auf der Annahme, dass die Inlandsnachfrage, die Exporte und die Rohstoffpreise wieder anspringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika brauche eine nachhaltige Wiederbelebung des Wachstums, heißt es in den Empfehlungen des Berichts. Hamid Rashid, der als Direktor der Abteilung für globales Wirtschaftsmonitoring bei UN DESA hauptverantwortlich für die Studie ist, fordert: &#8222;Da Länder mit einer höheren Verschuldung aus der Krise hervorgehen werden, ist eine sorgfältige Neuausrichtung der politischen Prioritäten erforderlich, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken und die Produktivität zu steigern. Dies beinhaltet die Erschließung von Wachstumschancen und die Beschleunigung der Einführung von Technologien sowie die Überbrückung digitaler Ungleichheiten, die Verbesserung der Klimaresilienz und die Förderung der Mobilisierung von Einnahmen im Inland.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit für afrikanische Länder, der Verbreitung digitaler Technologien verstärktes Augenmerk einzuräumen und den Ausbau einer erschwinglichen digitalen Infrastruktur voranzutreiben. Auch die Umsetzung der&nbsp;<a href="https://afrika.info/afrika-ein-gemeinsamer-markt-fuer-54-staaten/">Afrikanischen Freihandelszone</a>&nbsp;(AfCFTA) sei ein wichtiger Schritt zur Förderung des innerafrikanischen Handels und damit der Ernährungssicherheit sowie der Produktivität. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Blick vom &#8222;Kenyatta International Conference Center&#8220; in Nairobi (Foto: Martin Sturmer/afr)</p>
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		<title>Zur Afrika-Berichterstattung in Österreich</title>
		<link>https://afrika.info/zur-afrika-berichterstattung-in-oesterreich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Aug 2016 12:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DR Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Liberia]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die aktuelle Ausgabe 2/2016 der kommunikationshistorischen Fachzeitschrift Medien und Zeit ist dem Thema "Afrikanisch-Europäische Medienbeziehungen" gewidmet. In meinem Beitrag setze ich mich mit der Entwicklung der Afrika-Berichterstattung in Österreich seit dem Ende der Kolonialzeit auseinander. </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Von&nbsp;Martin Sturmer&nbsp;| 11. August 2016</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Ausgabe 2/2016 der kommunikationshistorischen Fachzeitschrift&nbsp;<a href="https://medienundzeit.at/wp-content/uploads/2017/12/MZ-2-2016-KU.pdf">Medien und Zeit</a>&nbsp;ist dem Thema &#8222;Afrikanisch-Europäische Medienbeziehungen&#8220; gewidmet. In meinem Beitrag setze ich mich mit der Entwicklung der Afrika-Berichterstattung in Österreich seit dem Ende der Kolonialzeit auseinander. Nachfolgend gibt es eine kurze Zusammenfassung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor seiner Zeit als stellvertretender Chefredakteur der &#8222;Wiener Zeitung&#8220; hat sich Thomas Seifert in Österreich vor allem als Auslandsreporter für &#8222;News&#8220; und &#8222;Die Presse&#8220; einen Namen gemacht. Seine Reportagen haben ihn rund um den Erdball geführt, dabei mehrmals auch nach Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einer Diskussion des&nbsp;<a href="http://www.okto.tv/dasmedienquartett/10469/20130402" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Medienquartetts</a>&nbsp;richtete die Publizistin Rubina Möhring an Seifert die Frage, warum über Afrika größtenteils negativ berichtet wird. Seiferts Antwort fiel durchaus selbstkritisch aus: &#8222;Im medialen Theater bekommt jeder eine Rolle. (…) Die Rolle Afrikas ist die der tragischen Figur. Das ist eingeübt über die Jahrzehnte, vom Ende der Kolonialzeit bis heute.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommunikationswissenschaftliche Untersuchungen haben bestätigt, dass Afrika vor allem dann zum Thema wird, wenn Konflikte oder humanitäre Krisen auftreten (z. B. Neuwirth 1992, Pointner &amp; Luger 1996, Mükke 2010, Glodzinski 2010, Freches 2016). Die Afrika-Berichterstattung geschieht dabei in der Regel in Form von Standarderzählungen, die Kurt Luger (1998, S. 18) wie folgt zusammenfasst:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Der Kontinent der Opfer, der Kontinent der Diktatoren, der Born der Korruption und Kriminalität, der hilfsbedürftige Kontinent, der blutige Kontinent, der Spielplatz für Abenteurer und die Wiege der Spitzenathleten sind solche Klischees, die in Summe ein doch stark vereinfachendes Afrika-Bild prägen.&#8220; </p><cite>Luger 1998, S. 18</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">In meinem Beitrag habe ich versucht, jene Ereignisse in Afrika zu identifizieren, die seit dem Ende des Kolonialismus unsere Wahrnehmung von Afrika als &#8222;tragische Figur&#8220; nachhaltig geprägt haben. Dabei habe ich aufgrund der relativ großen Zeitspanne jene Anlässe ausgewählt, in denen eine Standarderzählung erstmals auftrat. So ist z. B. das Image Afrikas als &#8222;Hungerkontinent&#8220; bereits im Biafra-Krieg (1967-1970) entstanden, auch wenn vielleicht die Hungerkatastrophe in Äthiopien 1984/85 bei vielen noch stärker in Erinnerung ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">1. Der primitive Kontinent</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Kolonialzeit wurden Afrikaner*innen häufig als &#8222;nackte Primitive&#8220; dargestellt. Dieses Klischee wurde während der Zeit des Nationalsozialismus weiter verstärkt und einzementiert. (Sauer 2014, S. 67)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Kriegsende änderte sich zunächst wenig an dieser Vorstellung. In den 1950-er Jahren verschärften Filme wie &#8222;Omaru – eine afrikanische Liebesgeschichte&#8220; gängige Stereotypen: Nacktheit, Infantilität und Irrationalität bestimmten in diesem Streifen die Zuschreibungen an die afrikanischen Filmfiguren (Bakondy &amp; Winter 2007, S. 97-114).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tageszeitung &#8222;Die Presse&#8220;&nbsp;brachte in ihrem Artikel über die Wien-Premiere von Omaru am 5. Oktober 1955 die damalige Wahrnehmung auf den Punkt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Mit Ernst. A. Zwilling zog man in einsame Bergdörfer und photographierte dort die N*****, wie sie tatsächlich leben, zwischen sonnenverbrannten chaotisch verstreuten Felsen ihre winzigen Äcker bebauen, halbnackt in den Bergquellen baden, sich um sieben Ziegen eine Braut kaufen, kurzum, die Welt erscheint in solchen Szenen um 2000 Jahren (sic!) zurückgedreht.&#8220; </p><cite>Zit. nach: Bakondy &amp; Winter 2007, S. 168</cite></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">2. Der bestialische Kontinent</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Afrika-Jahr 1960 stellte eine wesentliche Zäsur in der Afrika-Berichterstattung dar. 18 Territorien erklärten ihre politische Selbstständigkeit. Die mediale Berichterstattung über die Unabhängigkeit afrikanischer Staaten war zunächst von vorsichtigem Optimismus geprägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation änderte sich allerdings mit dem Einsetzen der Kongo-Krise (1960-1965). Patrice Lumumba – für die österreichische Nachrichtenagentur APA &#8222;ein angehoeriger eines der wildesten afrikanischen staemme&#8220; (APA 1961) – wurde zum ersten Premierminister des unabhängigen Kongo ernannt und ein halbes Jahr später ermordet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Grausamkeiten der Kongo-Krise wandelte sich das mediale Bild zunehmend zu jenem eines &#8222;bestialischen Kontinents&#8220;. Eine große Rolle für die Nachhaltigkeit dieser Wahrnehmung spielte der pseudodokumentarische Film &#8222;Africa Addio&#8220; der italienischen Regisseure Gualtiero Jacopetti und Franco Prosperi aus dem Jahr 1966. Jacopetti und Prosperi rückten u. a. die Brutalität der Kongo-Krise in den Mittelpunkt – inklusive der Hinrichtung von Rebellen vor laufender Kamera.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Der hilfsbedürftige Kontinent</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Keine zwei Jahre nach dem Ende des Konflikts im Kongo kam es in Nigeria zu einem Bürgerkrieg, der die bis heute wahrscheinlich intensivste mediale Beschäftigung mit Afrika nach sich zog: Der Biafra-Krieg (1967-1970).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die verheerende Auseinandersetzung im Südosten Nigerias wurde von einer beispiellosen Propagandaschlacht begleitet. Unter Mitwirkung internationaler PR-Agenturen wurde Biafra zu einem &#8222;Synonym des Hungers&#8220;. Die Bilder von Kindern &#8222;mit aufgeblähten Bäuchen, mit rötlich verfärbten Haaren, fleckenübersäter Haut und leblosen Augen&#8220; (Der Spiegel 1969, S. 106) brannten sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. Der Kontinent der Diktatoren und Warlords</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Idi Amin Dada in Uganda, Jean-Bedél Bokassa in Zentralafrika, Mobutu Sese Seko in Zaïre: In den 1970-er Jahren prägten vor allem die Gewaltherrschaften afrikanischer Diktatoren die mediale Wahrnehmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mittelpunkt der Berichterstattung standen dabei schaurig-bizarre Geschichten über die Brutalität und das Sexleben der Despoten. So schrieb z. B. die APA im Jahr 1977, dass Idi Amin in seinem Kühlschrank die Köpfe seiner ehemaligen Geliebten und eines Rivalen aufbewahrte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Auseinandersetzung mit den afrikanischen Diktatoren offenbarten die österreichischen Medien aber eine gewisse Doppelmoral: So waren die bekannten Menschenrechtsverletzungen durch das Apartheid-Regime in Südafrika im medialen Mainstream lange Zeit kein Thema. Stattdessen wurde über die paradiesischen Zustände für österreichische Auswanderer im Kapstaat berichtet (Sauer 2012, S. 104).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Demokratisierungswelle Anfang der 1990-er Jahre verloren die westlichen Medien weitgehend ihr Interesse an den afrikanischen Staatschefs. Die einzige Ausnahme war Nelson Mandela, der bis heute als Lichtfigur unter den afrikanischen Politiker*innen gilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An die Stelle der Diktatoren traten aber Warlords wie Farrah Aidid in Somalia, Charles Taylor in Liberia, Augustin Bizimungu in Ruanda oder Laurent Nkunda in der Demokratischen Republik Kongo. Den unbeschreiblichen Grausamkeiten der Kriegsfürsten galt ein Hauptaugenmerk der österreichischen Afrika-Berichterstattung bis Ende der 2000er-Jahre.</p>



<h2 class="wp-block-heading">5. Der Kontinent der Krankheiten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Einsetzen der globalen Finanzkrise rückte Afrika zunehmend in den Fokus der internationalen Wirtschaft. Beflügelt wurde diese Entwicklung durch Wachstumsraten jenseits der Fünf-Prozent-Marke. Das Narrativ von &#8222;Africa Rising&#8220; erfuhr vor allem in Qualitäts- und Wirtschaftsmedien großen Rückenwind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch dann kam Ebola. Der mediale Umgang mit der Krankheit war entlarvend für die Mechanismen der Afrika-Berichterstattung. Das mediale Interesse explodierte förmlich, als die Krankheit Europa erreichte: Am 12. August 2014 verstarb in Madrid der Geistliche Miguel Pajares, der zuvor als Pfleger in einem Krankenhaus in Liberias Hauptstadt Monrovia gearbeitet hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte es bereits mehr als 1.000 afrikanische Tote gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus war die Berichterstattung wenig präzise. Häufig wurde von einer &#8222;Ebola-Epidemie in Afrika&#8220; gesprochen. Tatsächlich gab es aber Krankheitsfälle in nur in sechs von 54 afrikanischen Staaten. Die inferiore Informationsleistung dürfte großen Schaden angerichtet haben: Reisebüros aus ostafrikanischen Ländern wie Kenia und Tansania beklagten schwere Umsatzeinbrüche – und das obwohl die Urlaubsmetropole Mombasa von Monrovia weiter entfernt liegt als Wien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen</h2>



<ul class="wp-block-list"><li>APA (13.02.1961): lebenslauf lumumba 1. a 132, Wien.</li><li>Bakondy, V. &amp; Winter, R. (2007): &#8222;Nicht alle Weißen schießen.&#8220; Afrika-Repräsentationen im Österreich der 1950er Jahre im Kontext von (Post-)Kolonialismus und (Post-)Nationalsozialismus. Innsbruck.</li><li>Freches, D. (2016): Nachholbedarf bei Afrika-Berichterstattung. Dortmund. Abgerufen von&nbsp;<a href="http://de.ejo-online.eu/qualitaet-ethik/nachholbedarf-bei-afrika-berichterstattung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">http://de.ejo-online.eu/qualitaet-ethik/nachholbedarf-bei-afrika-berichterstattung</a>, Zugriff am 18. April 2016.</li><li>Glodzinski, A. (2010): Raumbild Afrika. Die Konstruktion des afrikanischen Kontinents in deutschen Printmedien. Diplomarbeit. Trier.</li><li>Luger, K. (1998): Das Bild der Dritten Welt in Österreichs Öffentlichkeit. In: Medien Impulse, 26/1998, S. 15-20.</li><li>Das Medienquartett (2013): Zur Mediensituation in Afrika. Wien. Abgerufen von&nbsp;<a href="http://okto.tv/dasmedienquartett/10469/20130402" target="_blank" rel="noreferrer noopener">http://okto.tv/dasmedienquartett/10469/20130402</a>, Zugriff am 11.04.2016.</li><li>Mükke, L. (2009): Journalisten der Finsternis. Akteure, Strukturen und Potenziale deutscher Afrika-Berichterstattung. Köln.</li><li>Neuwirth, M (1992): Fern-Sehen. Afrikabilder des ORF in den Nachrichtensendungen Zeit im Bild 1 und Zeit im Bild 2. In: Zeitschrift für Afrikastudien, 15/1992, S. 3-17.</li><li>Der Spiegel (1969): Rettung durch die Stockfisch-Bomber, 24/1969, S. 106-114.</li><li>Pointner, A. &amp; Luger, K. (1996): Die &#8222;Gesichter Afrikas&#8220;. Ein Kontinent in der Konstruktion österreichischer Printmedien. In: Medien Journal, 20 (4/1996), S. 14-19.</li><li>Sauer, W. (2012): Auswanderung und Apartheid. Österreichische Emigration nach Südafrika 1948-1994. In: Heuberger, A. (Hg.), Rot-Weiß-Rot in der Regenbogennation. Geschichte und Geschichten österreichischer Auswanderer in Südafrika. Wien-Berlin, S. 97-119.</li><li>Sauer, W. (2014): Expeditionen ins afrikanische Österreich. Ein Reisekaleidoskop. Wien.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild:</strong> Kriegsfürst aus dem Herz der Finsternis: Am Samstag, 24. Jänner 2009, veröffentlichten alle drei österreichischen Qualitätsmedien dasselbe Bild des kongolesischen Warlords Laurent Nkunda.</p>
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		<title>Somaliland: &#8222;Bei uns sind Frauen Metzger&#8220;</title>
		<link>https://afrika.info/somaliland-bei-uns-sind-frauen-metzger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[afrika.info]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jun 2016 15:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Somalia]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[James Jeffrey]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist ein Bild, das man sich vielleicht so nicht erwarten würde. Mitten in der Hektik der Innenstadt von Hargeisa, der sonnenverwöhnten Hauptstadt von Somaliland, scherzen und streiten Frauen in traditionellen islamischen Gewändern wortreich mit Männern. Die Frauen in Somaliland sind weit davon entfernt, sich mit einer unterwürfigen Rolle zufriedenzugeben.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Von James Jeffrey | 14. Juni 2016</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hargeisa (IPS/afr). Es ist ein Bild, das man sich vielleicht so nicht erwarten würde. Mitten in der Hektik der Innenstadt von Hargeisa, der sonnenverwöhnten Hauptstadt von Somaliland, scherzen und streiten Frauen in traditionellen islamischen Gewändern wortreich mit Männern. Die Frauen in Somaliland sind weit davon entfernt, sich mit einer unterwürfigen Rolle zufriedenzugeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leben in Somaliland ist stark vom Islam beeinflusst ist, die Scharia ist Teil der Verfassung. Dennoch trägt die offen zur Schau getragene Religiosität viele Züge einer liberalen Gesellschaft. Die Rolle von Frauen im Alltag passt in der Regel gar nicht zu den stereotypen Vorstellungen, die den Schleier als ein Zeichen von Unterwürfigkeit und Zwang betrachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Der Westen soll aufhören, sich damit zu quälen, was Frauen anziehen dürfen&#8220;, sagt Zainab. Die 29-jährige Zahnärztin erholt sich gerade von einem harten Arbeitstag in einem trendigen Café in Hargeisa. &#8222;Er sollte sich lieber damit beschäftigen, was Frauen für die Gemeinschaft und das Land beitragen können.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fehlende-anerkennung-fuhrt-zu-unternehmertum">Fehlende Anerkennung führt zu Unternehmertum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Republik Somaliland hat sich von Somalia losgesagt, als im Jahr 1991 der Bürgerkrieg eskalierte. Das ehemalige Protektorat Britisch-Somaliland war 1960 mit der Kolonie Italienisch-Somaliland zum Staat Somalia vereinigt worden. Nach der einseitig erklärten Unabhängigkeit wurde Somaliland international zwar als autonome Region anerkannt, nicht aber als eigener Staat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aus der fehlenden internationalen Akzeptanz entstandenen wirtschaftlichen Nachteile haben zu einem großen Ausmaß an Eingeninitiative geführt. Die Menschen legten selbst Hand an und begannen die vom Bürgerkrieg zerstörte Wirtschaft und Infrastruktur wieder aufzubauen. Selbständigkeit und Unternehmertum wurden zur Devise der Stunde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute werden etliche Betriebe von Frauen geführt. &#8222;Bei uns sind Frauen Metzger – so etwas gibt es nicht überall&#8220;, meint Zainab. Für Außenstehende passen berufstätige Frauen nicht unbedingt ins Bild, da der Großteil von ihnen in der Öffentlichkeit die Haare mit dem traditionellen Kopftuch – dem Hidschāb – bedeckt. &#8222;Es geht darum, was in deinem Kopf ist, und nicht, was auf deinem Kopf ist&#8220;, kontert Zainab.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="konservativer-islam-im-vorwartsgang">Konservativer Islam im Vorwärtsgang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Somaliland wird der Koran im Hinblick auf die Verhüllung traditionell ausgelegt. &#8222;Jede Frau ist frei, ihrer Religion zu folgen&#8220;, sagte Kaltun Hassan Abdi, Kommissarin bei der Nationalen Wahlkommission. &#8222;Der Islam sagt aber, dass eine Frau ihren Körper bedecken soll. Das ist eine religiöse Verpflichtung, die Frauen betrachten es aber nicht als Diskriminierung oder gar Verletzung ihrer Rechte.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt aber Stimmen, welche die Zunahme von konservativen Strömungen im Islam beklagen. So ist die Musik, die früher schallend aus den Teestuben tönte, weitgehend verstummt. Die ehemals bunten Somali-Roben sind von den schwarzen Abayas verdrängt worden. Und Frauen mit Geschichtsschleier – dem Niqab – werden in den Straßen von Hargeisa immer häufiger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;In den letzten 15 bis 18 Jahren haben wir eine dramatische Veränderung beobachten können&#8220;, bestätigt die Rechtsanwältin Rakiya Omaar. &#8222;Die Religion beeinflusst zunehmend unser Leben. Der Druck, wie eine gläubige Muslima zu leben, steigt. Dieser Druck kann subtil oder auch offenkundig sein – er wird von der Familie oder auch von der breiten Gesellschaft ausgeübt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rechtsanwältin bemängelt, dass Frauen nicht bereit sein würden, über diesen wachsenden Druck zu sprechen. Auch die Zahnärztin Zainab will von Einschränkungen nichts wissen: &#8222;Ich habe mich für das Tragen des Hidschāb entschieden, weil es Allahs Wille und außerdem Teil meiner Religion und meiner Identität ist. Es war meine eigene Wahl.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="nur-eine-frau-im-parlament">Nur eine Frau im Parlament</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In politischen Entscheidungsprozess bleiben Frauen aber bis heute weitgehend ausgeschlossen. Das Parlament von Somaliland hat zwei Kammern: Das 82-köpfige &#8218;House of Elders&#8216;, das sich aus traditionellen Führern zusammensetzt. Und das Repräsentantenhaus, das ebenfalls über 82 Sitze verfügt. Zum &#8218;House of Elders&#8216; sind überhaupt keine Frauen zugelassen. Im Repräsentantenhaus ist Baar Saed Farah die einzige Frau. Sie spricht sich klar für eine Frauenquote aus. &#8222;Ich glaube nicht, dass es ohne Quote mehr Frauen im Parlament geben wird.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Politikerin fordert, dass 30 der 82 Sitze Frauen vorbehalten sein sollten: &#8222;Im normalen Berufsalltag gibt es keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Aber sobald es um politische Partizipation geht, wird es sehr schwierig. Unsere Kultur begünstigt Männer. Nicht einmal Frauen wählen Frauen, weil sie es gewohnt sind, dass Männer die Entscheidungen treffen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nafisa Yusuf Mohamed, Direktorin des auf die Unterstützung von Frauen spezialisierten Netzwerks NAGAAD in Hargeisa, gibt Baar Saed Farah nur teilweise Recht. Für sie haben Frauen im Geschäftsleben schon häufig mit Einschränkungen zu kämpfen. &#8222;Frauen arbeiten nur in kleinen Unternehmen – Sie werden hier nicht viele reiche Geschäftsfrauen finden&#8220;, meint die Aktivistin. &#8222;Derzeit gibt es aber nicht wirklich Alternativen. Die Situation kann sich nur ändern, wenn mehr Frauen Zugang zu höherer Bildung erhalten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Plus an Bildung würde sich auch auf die Religiosität junger Frauen auswirken, ist Nafisa Yusuf Mohamed überzeugt. Im Gegensatz zu früher würden Mädchen heuer den Koran besser verstehen und sich stärker dafür begeistern. Als Beispiel nennt sie ihre 17-jährige Tochter, die eine Koranschule besucht und freiwillig einen Gesichtsschleier trägt. Außerdem würde sie sich intensiv in sozialen Netzwerken mit dem Islam auseinandersetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufschwung der Religiosität in Somaliland sei auch ein Resultat von überregionalen und internationalen Entwicklungen, meint die Rechtsanwältin Rakiya Omaar. &#8222;Das Bewusstsein steigt, dass die westliche Welt Muslimen zunehmend feindlich gegenüber steht.&#8220; Daher würden sich viele erst recht dem Islam zuwenden. (Ende)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Titelbild: </strong>Die Zahnärztin Zainab behandelt eine Patientin in ihrer Ordination in Hargeisa. (Foto: James Jeffrey/IPS).</p>
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