Togo: Kleinbauern fahren Rekordernten ein

Maisüberschuss für Hungernde in Niger

Von Noël Kokou Tadégnon | 27.04.2012

Lomé. Awuissa Walla aus Togo hält seine berufliche Zukunft in der Landwirtschaft Togos für gesichert. Der studierte Agronom betreibt in Badja nahe der am Golf von Guinea gelegenen Hauptstadt Lomé eine 18 Hektar große Farm, auf der er hauptsächlich Mais anbaut. Daneben gedeihen auch Obst, Gemüse, Süßkartoffeln, Kokos- und Ölpalmen.

Mit einem Kredit von Freunden hat der 40-Jährige den Kauf des Landes finanziert, das schon jetzt gute Gewinne abwirft. "Bei uns sagt man: Wer auf Land setzt, liegt nie falsch, und dafür liefere ich mit meiner Farm den besten Beweis", erklärt er. "Ich versuche, mit einem breiten Angebot das Beste aus meiner Farm herauszuholen." Mais erntet er zweimal jährlich, pro Saison rund vier Tonnen oder 40 Sack. Seinen Gewinn beziffert er pro Ernte mit etwa 1.250 US-Dollar. Der Farmer kann sich den Einsatz von Erntehelfern leisten und hat sich einen Traktor angeschafft. Manche Felder werden mit dem Wasser aus einem Bohrloch bewässert. 

Erfolgreich subventioniert 

Einen Teil seines Erfolges verdankt Walla den 1,3 Milliarden US-Dollar des Nationalen Investitionsprogramms für die Landwirtschaft (PNIASA), mit dem die Regierung des westafrikanischen Landes ihren Bauern jährlich 30.000 Tonnen hoch subventionierte Düngemittel zur Verfügung stellt. Demnächst sollen sich Togos Landwirte mit Hilfe von PNIASA auch mit verbessertem Saatgut versorgen können.

Mit ihrem Subventionsprogramm zielt die Regierung in Lomé darauf ab, die Landwirtschaft, von der 70 Prozent der sechs Millionen Togoer leben und die nach amtlichen Angaben mit 40 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt, für die Marktwirtschaft fit zu machen. Die Regierung investiert zehn Prozent ihres Budgets in den Agrarsektor. Der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) unterstützt die Finanzierung des Programms mit 13,5 Millionen Dollar.

Landwirtschaftsminister Messan Kossi Ewovor erläutert: "PNIASA ist eines unserer Projekte, die Kleinbauern bei der Entwicklung ihrer Böden und dem Bau von Lagerhäusern unterstützen. Zudem empfehlen wir den Farmern, sich zu organisieren, damit ihre Stimmen dort gehört werden, wo für sie wichtige Entscheidungen fallen."

Dank der Subventionen und ausreichender Regenfälle haben Togos Bauern in den vergangenen drei Ernteperioden vor allem bei Mais und Hirse Rekordernten erzielt. Die Erträge stiegen von 31.000 Tonnen (2009) auf 110.000 Tonnen (2011). Über die nationale Behörde für Nahrungsmittelsicherheit (ANSAT) wurden die Überschüsse an das Welternährungsprogramm (WFP) zur Weitergabe an notleidende afrikanische Staaten verkauft.

Ein am 7. April von ANSAT und WFP unterzeichneter Vertrag sieht vor, dass Togo dem von einer Hungerkatastrophe bedrohten Niger 10.300 Tonnen Mais zum Preis von 4,8 Millionen Dollar liefert. Das Geld wird direkt an die Erzeuger ausbezahlt. Das WFP will Togo weitere 6.000 Tonnen Getreide abkaufen, das für Ghana bestimmt ist. (afr/IPS)

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