Swasiland: Kaum Wasserversorgung am Land

Defekte Pumpstationen werden nicht repariert

Von Mantoe Phakathi | 04.04.2013

Mbabane. Obwohl Ekuphakameni, eine der trockensten Ortschaften im Süden von Swasiland, über eine eigene Elektro-Wasserpumpe verfügt, müssen sich die Menschen mit dem schmutzigen Wasser eines zwei Kilometer entfernten Flusses zufrieden geben. Der Grund: Die von der Regierung installierte Anlage ist seit vier Jahren defekt.

Ursprünglich sollten alle Nutznießer des 'Umtfombo-Wekuphila-Wasserprojekts' umgerechnet 1,60 US-Dollar monatlich in einen Fonds einzahlen. Mit diesen Reserven sollten anfallende Reparaturen bezahlt werden. "Doch einige Haushalte waren einfach zu arm, um einen solchen Betrag aufzubringen", meint die 52-jährige Tintfombi Msibi.

Um die Zapfstelle endlich reparieren zu lassen, müsste jeder Haushalt um die 17 Dollar aufbringen – zu viel für die meisten der betroffenen Familien in einem Land, in dem 63 Prozent der Menschen mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen müssen.

Nicht nur in Msibis Dorf ist die Wasserversorgung desolat. Wie die Hilfsorganisation 'Water Project' berichtet, funktionieren in dem Königreich ganze 90 Prozent aller ländlichen Wasserversorgungsprojekte nicht. Die Angaben der staatlichen Wasserbehörde, wonach 69 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, sind somit unglaubwürdig.

Obed Ngwenya, der Leiter der für die ländlichen Gebiete zuständigen Wasserbehörde im Ministerium für Energie und natürliche Ressourcen, hält die Zahl für durchaus realistisch. Verlässliche Angaben ließen sich aber erst nach einer landesweiten Erfassung aller defekten Anlagen machen, betont er gegenüber IPS. Die hohe Zahl unbrauchbarer und damit nutzloser Wasserpumpen erklärt er damit, dass defekte Pumpstationen selten repariert würden. Üblich sei es, mit Hilfe von Entwicklungspartnern neue Anlagen einzurichten.

Defekte Pumpanlagen

Ekuphakameni gehört zum Wahlkreis Matsanjeni. Dort gibt es nach Angaben des zuständigen Leiters Seth Gumbi 175 Bohrlöcher, von denen 75 nicht funktionieren und die restlichen 100 nicht ausreichen, um 17.000 Menschen mit Wasser zu versorgen. So sehen sich wie Msibi viele Menschen gezwungen, weite Wege zurückzulegen, um an Wasser heranzukommen.

"Einige Zapfstellen sind mit Handpumpen ausgestattet, die sehr schnell kaputt gehen", berichtet Gumbi. Und aufgrund des hohen Salzanteils im Wasser würde die Mechanik sehr schnell verrosten. "Hinzu kommen die Bohrlöcher die bereits leergepumpt sind", berichtet er. "Hier gibt es zwar Bohrlöcher allerorten, doch keinen Tropfen Trinkwasser."

In Ekuphakameni und allen anderen Dörfern sollen die defekten Wasserstellen nun aber bald wieder instandgesetzt werden, wie Trevor Shongwe gegenüber IPS versichert. "Wir sind derzeit dabei, uns einen Überblick über die intakten und kaputten Vorrichtungen zu verschaffen", so der Geschäftsführer der Ländlichen Wasserbehörde, einer Abteilung im Ministerium für Energie und natürliche Ressourcen. In fünf der 55 Wahlkreise sei die Bestandsaufnahme bereits abgeschlossen.

Shongwe zufolge arbeitet die Regierung mit verschiedenen Partnern einschließlich Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und dem Privatsektor zusammen, um die defekten Anlagen zu reparieren.

Jameson Mkhonta vom Forum für Wasser-Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) führt den Verfall der Bohrlöcher nicht zuletzt auf Missmanagement zurück. In anderen Fällen wiederum konnten die Gemeinschaften nicht die steigenden Stromkosten für den Betrieb der Pumpen stemmen.

Im Rahmen der Instandsetzungsarbeiten sollen die Menschen von der Notwendigkeit überzeugt werden, ihre Stromrechnungen zu bezahlen. Darüber hinaus will man ihnen zeigen, wie sie die Projekte effizient und nachhaltig betreiben können.

Wasserversorgung mit Hilfe der Schwerkraft

In Nsuka, einer Ortschaft eine Stunde Autofahrt von der Wirtschaftsmetropole Manzini entfernt, wurde mit der finanziellen Hilfe von Hilfe 'World Vision Swaziland' (WVS) im Rahmen des Projekts ein 120.000-Liter-Tank angeschafft, der das Wasser aus einer nahegelegenen Quelle auffängt. Die Quelle entspringt auf einem Hügel. Eine Pumpe ist somit nicht erforderlich. Ab Juni wird es 221 Haushalte zu jeweils zehn Menschen mit Wasser versorgen.

Die Betriebskosten sind niedrig, und die Einwohner von Nsuka sollen lediglich einen kleinen Obolus leisten, damit das System gegebenenfalls gewartet werden kann. Bisher konnten bereits 66 Dollar für die Einrichtung eines Wartungsfonds gesammelt werden.

Laut Daniel Maduna, Programmmanager des WVS-Wasser- und Sanitärprogramms, dient das Vorhaben als Pilotprojekt. Das Ministerium für Energie und natürliche Ressourcen will für die Installation von kommunalen Zapfstellen sorgen, die in höchstens 200 Metern Entfernung von jedem Haushalt liegen. Jeder einzelne Dorfbewohner wird im Rahmen des auf 20 Jahre angelegten Projektes Zugang zu 30 Litern Wasser am Tag haben. (afr/IPS)

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