Südliches Afrika: Mehr Ernteertrag dank High-Tech-Landwirtschaft

Größte Gewächshausanlage des Kontinents sichert ganzjährige Produktion

Von Kwame Buist | 08.04.2015

Durban. Die Landwirtschaft ist der größte Arbeitgeber und das Rückgrat der Volkswirtschaften im Südlichen Afrika. Doch Anbaugebiete, von deren Erträgen die Existenz von fast 270 Millionen Menschen abhängt, sind seit jeher krisenanfällig. Auf einer von der FAO veranstalteten Tagung im südafrikanischen Durban wurden Partnerschaften angeregt, um den Landwirtschaftssektor in der Region zu stärken.

President Jacob Zuma launches Dube Tradeport, 8 Mar 2012Südafrikas Präsident Jacob Zuma (rechts) bei der Eröffnung der 'Dube Agrizone' am 8. Mai 2012. Mit 16 Hektar Anbaufläche ist die Agrizone die größte Glashausanlage des Kontinents. (Bild: GovernmentZA, CC BY-ND 2.0)

"Die einzelnen Regierungen und die FAO sind allein nicht in der Lage, Ernährungssicherheit im Südlichen Afrika zu garantieren", sagte David Phiri, der als FAO-Koordinator für die Subregion zuständig ist. "Ebenso wie die Regierungen von Industrie- und Entwicklungsländern müssen auch die Zivilgesellschaft, der Privatsektor und internationale Entwicklungsbehörden eingebunden werden. Außerdem müssen die Menschen am Ort darin unterstützt werden, aus eigener Kraft voranzukommen."

Ganzjährige Produktion leicht verderblicher Gemüse

Die Teilnehmer des Treffens besichtigten die 'Dube AgriZone', eine HighTech-Initiative zur Agrarentwicklung, die die Behörden der Provinz KwaZulu-Natal an der Ostküste Südafrikas in die Wege geleitet hatten. Von der Dube AgriZone verspricht sich die Provinzregierung höhere und ganzjährige Ernteerträge und geringere Ernteverluste durch Pflanzenschädlinge und –krankheiten.

Die Einrichtung, die 30 Kilometer von der strategisch wichtigen Küstenstadt Durban entfernt liegt, umfasst eine 16 Hektar große Anbaufläche in Gewächshäusern. Es handelt sich um die größte Gewächshausanlage in ganz Afrika.

An erster Stelle steht die Produktion von Gemüse und Schnittblumen, die rasch per Flugzeug zu den Abnehmern im In- und Ausland transportiert werden müssen. Neben den Gewächshäusern bietet die Dube AgriZone auch Verpackungs- und Logistikzentren, eine Baumschule und das 'Dube AgriLab', eine hochtechnisiertes Labor für Gewebekultur.

Die Dube AgriZone ist eine nach ökologischen Kriterien funktionierende Einrichtung, in der unter anderem Regenwasser zu Bewässerungszwecken gesammelt und Solarenergie genutzt wird. An Ort und Stelle werden Abfälle verwertet und einheimische Pflanzenarten gezüchtet, um deren Überleben zu sichern.

Kostengünstiger Anbau

"Ohne diese innovative Einrichtung wäre ich nie in der Lage gewesen, im derzeitigen Umfang zu produzieren", berichtete Derrick Baird, dem die 'Qutom Farms' gehören. In Gewächshäusern, die er in der Dube AgriZone gemietet hat, wachsen derzeit 150.000 Gurken. "Diese HighTech-Einrichtung, die über alle erforderlichen Fazilitäten verfügt, ermöglicht es uns, besonders günstig zu produzieren", erklärt der Landwirt. "An anderen Orten sind die Kosten wesentlich höher."

Die Partnerschaft zwischen Provinzverwaltung und Privatsektor gilt als Erfolgsgeschichte, die für das gesamte Südliche Afrika Vorbildcharakter haben könnte. "Wir können hier jede Menge lernen, vor allem über die Bildung von Partnerschaften und Allianzen", erklärt Tobias Takavarasha, der FAO-Vertreter in Südafrika. "Wir müssen Technologien an die jeweilige Lage am Ort anpassen und sie dann weiter ausbauen, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen." (Ende)

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