Simbabwe: El Niño lässt die Wasserpegel sinken

Landwirtschaft und Energieversorgung leiden unter der Dürre

Von Andrew Mambondiyani | 24.03.2016

Mutare. Wo früher ein Stausee war, ist jetzt nur noch eine kleine schlammige Pfütze übrig, die mit einer dicken Algenschicht bedeckt ist. Der Mpudzi-Damm südlich der Stadt Mutare wird normerweise zur Bewässerung der umliegenden Dörfer genutzt. Jetzt – am Ende der Regenzeit – schwinden die Hoffnungen, dass sich der Wasserspiegel erholt.

Ein kleiner Damm in einem ausgetrockneten Flußbett im Bezirk Chimanimani (Bild: Andrew Mambondiyani/IPS)

Auch die wichtigen Flüsse der Gegend führen nur noch wenig Wasser. Im Normalfall tritt der Chitora im März über die Ufer. Doch das Klimaphänomen El Niño hat in ganz Simbabwe zu einer schweren Dürre geführt. Die Bauern sind zunehmend verzweifelt. "Die Lage schaut nicht gut aus für uns und unsere Herden", meint der Farmer Elijah Ngwarati besorgt.

Auch der Zustand des Save, der mit einer Gesamtlänge von 400 Kilometern zu einem der größeren Flüsse in Simbawe und Mosambik zählt, gibt Anlass zur Sorge. Gewöhnlich führt der Save ganzjährig Wasser, das vor allem zur Bewässerung verwendet wird. Außerdem ist der Fischbestand des Flusses eine wichtige Ernährungsgrundlage für die Dörfer in den Steppengebieten des Bezirks Chipinge.

"Die Situation ist wirklich schlimm", sagt Prosper Mutseyama, Abgeordneter des Wahlkreises Musikavanhu in Chipinge. "Der Wasserstand des Save ist sehr niedrig. Ich bin bereits an NGOs herangetreten, damit sie uns beim Bohren von Tiefbrunnen helfen."

Wasserknappheit auch in Städten

Aber auch an den großen Städten geht die Trockenheit nicht spurlos vorbei, vor allem die urbanen Zentren im Süden des Landes sind betroffen. Nach Angaben der nationalen Wasserbehörde ZINWA liegt die Kapazität der Wasserversorgung für die Städte Masvingo, Plumtree, Gwanda, Beitbridge und Bulawayo bei weniger als der Hälfte des Jänner-Wertes. Die Talsperre am Mutirikwi-See, der die Stadt Masvingo und die Zuckerrohrbauern der Gegend mit Wasser versorgt, verfügt nur noch über ein Viertel der gewohnten Leistung.

Die ZINWA ruft zum äußerst sparsamen Umgang mit dem kostenbaren Rohstoff auf und empfiehlt die Errichtung von Regenwasser-Reservoirs. Das auf diese Weise gesammelte Regenwasser eignet sich zwar nicht zum Trinken, kann aber zum Wäschewaschen, für Sanitäranlagen oder zur Gartenbewässerung verwendet werden.

Der Wassermangel hat auch negative Auswirkungen auf die Energieproduktion des Landes, da diese weitgehend von der Strömung des Sambesi abhängt. So leistet die mächtige Kariba-Talsperre an der Grenze zu Sambia derzeit nur einen Bruchteil ihrer Kapazität. Das von Simbabwe bewirtschaftete Südkraftwerk soll eine 750 Megawatt Energie erzeugen, derzeit schafft es aber nur 285 Megawatt.

Weltbank prognostiziert dramatische Wasserknappheit

Für die Zukunft zeigt sich die Weltbank wenig optimistisch. In einem Bericht über die Wasserressourcen in Simbabwe heißt es, dass die Pro-Kopf-Verfügbarkeit von Wasser im Jahr 2050 auf 38 Prozent des heutigen Wertes fallen wird. Dieses Szenario soll selbst dann eintreten, wenn das Bevölkerungswachstum niedrig ausfällt.

Die Weltbank arbeitet gemeinsam mit der simbabwischen Regierung deshalb an Konzepten, welche die negativen Auswirkungen des Klimawandels abfangen sollen. Eine nachhaltige Wasserverwaltung soll demnach Teil der Nationalen Strategie gegen den Klimawandel (NCCRS) werden.

Für die Umsetzung der Strategie hat das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP einen mit vier Millionen US-Dollar dotierten Spezialfonds zur Verfügung gestellt. Von diesem Fonds sollen bis zu 10.000 Kleinbauern in den drei Bezirken Chimanimani, Buhera und Chiredzi profitieren. Das Geld soll vor allem in die Errichtung und Erhaltung von Dämmen, Bewässerungsanlagen, Regenwassertanks und Brunnen investiert werden. (Ende)

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