Mauritius: Traumstrände versinken im Meer

Schüler propagieren den Klimaschutz

Von Nasseem Ackbarally | 12.08.2013

Port Louis. Der Klimawandel hat für Mauritius einschneidende Folgen. Die wirtschaftlichen Grundpfeiler des Inselstaats – Tourismus, Landwirtschaft und Fischfang – sind bedroht. Anpassungsmaßnahmen sollen nun eine nachhaltige Entwicklung als für das Leben kommender Generationen ermöglichen. Schulen machen bereits eifrig mit.

Eile ist geboten, daran lässt der am 5. Juli vorgestellte Nationale Strategieplan für die Anpassung an den Klimawandel (NCCAPF) keinen Zweifel. Bereits 2015 könnte die Hälfte der bei Touristen beliebten Strände verschwunden sein, weil der Meerespegel weiter steigt und immer häufiger auftretende Stürme an Heftigkeit zunehmen. Die Süßwasserquellen werden um voraussichtlich 13 Prozent schrumpfen, während die Nachfrage nach dem kostbaren Nass stetig ansteigt.

"Es hat uns wirklich schockiert zu hören, dass mindestens ein Teil unserer schönen Insel zu verschwinden droht, weil der Meeresspiegel ansteigt", sagt die Schülerin Felicia Beniff nach einer Unterrichtsstunde zum Thema Umweltschutz und Klimaveränderungen. "Wir haben Angst, denn wir werden noch viele Jahre leben. Wohin sollen wir gehen?"

Der Teenager besucht die Medco-Cassis-Oberschule in der Inselhauptstadt Port Louis und ist einer von etwa 250.000 Schülern in Mauritius, die von der Regierung mit den Prinzipien nachhaltiger Entwicklung vertraut gemacht werden. Mit der Initiative 'Maurice Île Durable' ('Mauritius, die nachhaltige Insel ') will der Staat klimaschädlichen Praktiken entgegenwirken. Die Sensibilisierung Jugendlicher ist Teil des langfristig angelegten Konzepts.

Kompostgewinnung und Mülltrennung

Schüler der Rabindranath-Tagore-Schule in Ilot im Norden von Mauritius stellen Kompost aus organischen Abfällen her. "Außerdem sammeln wir Plastikflaschen und sorgen dafür, dass bei Verlassen der Klassenräume Licht und Klimaanlage abgestellt werden", berichtet der Schüler Ashootosh Jogarah. "Und wir pflanzen Bäume."

Nach Ansicht von Schulrektor Mahen Gangapersad haben die Inselbewohner den Reichtum der Natur zu lange als selbstverständlich betrachtet und sich für die ökologischen Schäden, die sie selbst verursachen, nicht verantwortlich gefühlt. Die Einführung des staatlichen Aufklärungsprogramms kommentiert er mit "besser spät als nie".

An vielen Schulen der Insel nordöstlich von Madagaskar werden inzwischen Bäume gepflanzt, Sonnenkollektoren aufgestellt, Gärten angelegt, organische Abfälle kompostiert und Regenwasser gesammelt. Ziel ist es, alle Schüler in Mauritius an dem Umweltprogramm zu beteiligen, wie Veenace Koonjal, Sonderberater im Bildungsministerium, erklärt. Davon erhofft man sich einen Schneeballeffekt, da die Jugendlichen ihren Familien von den neuen Erfahrungen berichten. Auf der Insel leben insgesamt rund 1,2 Millionen Menschen.

Klimainformationszentrum für die Öffentlichkeit

Angesichts der Gefahr, die der Klimawandel für den Inselarchipel darstellt, wurde außerdem ein Klimainformationszentrum eröffnet, das relevante Daten sammeln und der Öffentlichkeit zugänglich machen wird. Die Regierungsstrategie zielt vor darauf ab, die Bürger zu sensibilisieren und informieren.

Wie andere kleine Inselstaaten produziert Mauritius selbst kaum Treibhausgase, wird aber die volle Wucht der Auswirkungen des weltweiten Klimawandels zu spüren bekommen. Mauritius hat bereits drei Millionen US-Dollar vom Afrikanischen Anpassungsprogramm erhalten, das über die Initiative 'Cool Earth Partnership for Africa' der japanischen Regierung finanziert wird.

Wie aus dem Umweltministerium von Mauritius zu erfahren ist, wird noch in diesem Jahr ein Projekt zur Förderung klimafreundlicher Technologien anlaufen. Das Weltumweltprogramm UNEP und das Risoe-Zentrum in Dänemark werden technische Hilfe leisten, der Globale Umweltfonds GEF 120.000 Dollar zusteuern. (afr/IPS)

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