Afrika: Reisproduktion seit Volksaufständen im Hoch

Durchschnittliche Erträge sind um ein Drittel gestiegen

Von Busani Bafana | 26.06.2013

Cotonou, Benin. Die Aufstände in zahlreichen afrikanischen Ländern, ausgelöst durch die hohen Reispreise in den Jahren 2007 und 2008, haben die Regierungen in der Region zur Durchführung ehrgeiziger Reisproduktionsprogramme gezwungen. Die Folge: Der Anbau und Verzehr des Getreides in Subsahara-Afrika nimmt rapide zu.

Reis ist nach Angaben des Afrikanischen Reiszentrums 'AfricaRice' der drittwichtigste Kalorienlieferant der Region südlich der Sahara. Die im beninischen Cotonou ansässige Forschungsorganisation will mit ihrer Arbeit zur Armutsbekämpfung und Ernährungssicherheit des Kontinents beitragen. Unterstützt wird sie dabei von der Beratungsgruppe für internationale Agrarforschung (CGIAR), einem internationalen landwirtschaftlichen Forschungsnetzwerk mit 15 Zentren auf vier Kontinenten.

Eine von AfricaRice im März durchgeführte Untersuchung hat gezeigt, dass die durchschnittlichen Reiserträge in Subsahara-Afrika im Zeitraum 2007 bis 2012 um 30 Prozent gestiegen sind. Das weltweite Wachstum fiel im gleichen Zeitraum deutlich geringer aus. Auch die jährliche Rohreisproduktion hat von 3,2 Prozent vor der Reiskrise auf 8,4 Prozent danach zugelegt. Nach Ansicht von Papa Seck, dem Generaldirektor von AfricaRice, gilt es diesen Trend fortzusetzen, da auch der Reiskonsum in Subsahara-Afrika um jährlich fünf Prozent zunimmt.

"Im Anschluss an die Nahrungsmittelkrise haben Regierungen, internationale Organisationen und Geberländer viel Geld in den Subsahara-Reissektor gepumpt", berichtete der AfricaRice-Vizedirektor Marco Wopereis im IPS-Gspräch. Doch angesichts der zunehmenden innerregionalen Nachfrage nach dem Getreide müssten die derzeitigen Wachstumsraten verdoppelt werden.

Herausragende Projekte

Wie er weiter betonte, haben sich vor allem zwei Regionalprojekte als besonders effektiv herausgestellt: die von der US-Entwicklungsbehörde mit fünf Millionen US-Dollar geförderte Notfallinitiative zur Erhöhung der Reisproduktion in Ghana, Mali, Nigeria und Senegal sowie das von der japanischen Regierung mit 4,5 Millionen Dollar gesponserte Projekt für einen verbesserten Zugang zu Saatgut und zum Aufbau einer Reisdatenbank, dass die Ernte von 106,9 Tonnen Basissaatgut aus 29 Varietäten in 20 Ländern und 668,4 Tonnen zertifizierten Saatguts möglich machte.

Von der Notfall-Initiative konnten 56.420 Bauern in den vier afrikanischen Ländern profitieren. Sie erhielten Zugang zu subventionierten und verbesserten Reisvarietäten, Düngemitteln und Getreidemanagementmethoden. Die Farmer konnten daraufhin 2010 51.279 Tonnen mehr Reis ernten. Gleichzeitig gingen die Produktionskosten im Verlauf des auf zwei Jahre befristeten Programms zurück.

Hohes Wachstumspotenzial

Wopereis zufolge produziert die Region Subsahara-Afrika derzeit zwölf Millionen Tonnen polierten Reis. Eine fast ebenso große Menge wird importiert. Angesichts umfangreich vorhandener Brachen und ungenutzter Wasserressourcen sei eine Produktionssteigerung problemlos möglich. Die Region verfügt über 130 Millionen Hektar Tiefland, von dem nur 3,9 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzt werden.

"Subsahara-Afrika hat unter Beweis gestellt, dass seine Reisproduktion wettbewerbsfähig ist", sagte Wopereis. "Und die Region kann inzwischen weitaus höhere Zuwachsraten vorweisen, als einst die grüne Revolution in Asien." (afr/IPS)

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